Fundstücke: Artikelsammlung zur Silvesternacht 2015

Heute jährt sich die Silvernacht 2015 und mit ihr die Übergriffe in Köln. Aus diesem Anlass möchte ich – sozusagen als Leseliste – eine Sammlung von Artikeln bringen, die ich in den Monaten danach zu dem Thema gelesen und für lesenswert befunden habe. Es ist natürlich eine rein subjektive Auswahl mit besonderem Augenmerk auf diese Blogblase. Es bedeutet auch nicht, dass ich mit dem im jeweiligen Standpunkt, der im Artikel ausgedrückt wird, übereinstimme.

Einige Links, die ich gesammelt hatte, funktionieren inzwischen nicht mehr (die SZ Dank Adblocker-Blocker, Aranitas Gedanken hat eine neue URL, aber nicht alle alten Artikel). Einige Themen werden noch extra behandelt („Flüchtlinge“ waren schon vorher ein Thema, wurden aber mit der Debatte verbunden; „der postheroische Mann“ sprengt dann endgültig den Rahmen).

Als erstes möchte ich gesondert auf eine Buchrezension hinweisen, die erst vor wenigen Tagen erschienen ist und einige Fakten kurz und bündig nennt: Falsche Lehren aus der Silvesternacht von Monika Frommel (via Genderama).

Es folgen in chronologischer Reihenfolge die Artikel. In einigen Fällen habe ich noch Notizen zu den Artikeln. Nach der Liste kommen noch einige Zitate aus den Artikeln oder deren Kommentaren.

Popkultur gibt’s diesmal nicht, dafür eine technische Frage in die Runde: Schon seit einiger Zeit scheint dieses Blog keine Pingbacks mehr an andere Blogs zu versenden. Habt Ihr das Problem auch? Ist das also ein allgemeines WordPress-Problem? Oder liegt es an den Einstellungen? Hat sich im Hintergrund etwas geändert, was man jetzt neu einstellen muss? Oder werden die Pingbacks doch alle verschickt, aber fälschlicherweise als Spam identifiziert? Würde mich sehr darüber freuen, dieses Rätsel endlich zu lösen!

Artikel zum Thema „Silvesternacht von Köln 2015“

Gerhard beim Geschlechterallerlei: Nicht nur Männer sind Opfer von Gewalt

Mein Senf: Köln und Macht

Genderama: Vermischtes vom 05. Januar 2016

Erzählmirnix: Darum geht’s jetzt

Der Sexismusbeauftragte: Ein Hoch auf die Sippenhaft

Emannzer: Nur Erniedrigung von Frauen?

Der Blog des linken Maskulismus: Köln und die Gewalt am Bahnhof – entgültige und letztendliche Erklärung, die alle Zweifel beseitigt

sjw-watch: Die verstörende Reaktion der SJWs auf die Ereignisse in #Köln

Mein Senf: Menschen – Gruppen – Eigenschaften

Alles Evolution: Zu den sexuellen Belästigungen am Kölner Bahnhof

uepsilonniks: Feministische Deutung der Kölner Übergriffe: Sexismus sticht Rassismus

Genderama: Vermischtes vom 06. Januar 2016 – insbesondere über den Mythos „die Presse hat geschwiegen“ und den Kontext von OB Rekers Tipp („eine Armlänge Abstand halten“)

Lotoskraft: Zwei Seiten einer hässlichen Medaille

Don Alphonso bei Deus ex Machina: Sexuelle Gewalt in Köln mit dem Oktoberfest kleinreden

Legal Tribune Online: Kriminologe zur Silvesternacht in Köln „Keine ’neue Dimension der organisierten Kriminalität'“

Erzählmirnix: Handlungsanweisungen

Lucas Schoppe bei man-tau: Köln: Vom Alptraum in die Schützengräben

Gerhard Kaspar: Geschlechterrassismus ist In. Feminismus und Islamismus einig. Männer sind Schweine!

Genderama: Vermischtes vom 07. Januar 2016

Der Blog des linken Maskulismus: Solidarität mit dem nichtweissen Mann! (toller Aufruf!)

Genderama: Vermischtes vom 08. Januar 2016 – insbesondere über den Mythos „die Presse hat geschwiegen“

Genderama: Vermischtes vom 08. Januar 2016

Elitemedium: Doppelmoral

Gerhard Kaspar: Lügenpresse? Nein, aber Grünenpresse entspricht der Realität

Genderama: Lesermail (Versagen der Massenmedien)

Lucas Schoppe bei man-tau: Wie Anne Wizorek sexuelle Gewalt verharmlost

uepsilonniks: Die besten feministischen Reaktionen zu Köln-Sylvester

Emannzer: Männer – potenzielle Vergewaltiger?

Genderama: Vermischtes vom 11. Januar 2016

Mein Senf: #ausnahmslos (beinahe)

asemann.de: #ausnahmslos Mainstream

Erzählmirnix: Entwürdigt</a<

asemann.de: Rant: Wie die Nicht-Berichterstattung über Übergriffe Frauen zum Schweigen bringt

Dr. Alexander Stevens auf cuncti.net: Sexmobs und Sexismus – Deutschland dreht durch!

Genderama: Presseschau vom 11. Januar 2016

Genderama: Vermischtes vom 12. Januar 2016

Der Sexismusbeauftragte: Potentielle Vergewaltiger

asemann.de: Warum wird #ausnahmslos so hart getrollt?

Alles Evolution: #ausnahmslos

asemann.de: #ausnahmslos – schon gescheitert?

Genderama: Vermischtes vom 13. Januar 2016

Genderama: Vermischtes vom 13. Januar 2016 zum Zweiten

Der Sexismusbeauftragte: Potentielle Entschuldigung

Genderama: Vermischtes vom 15. Januar 2016:

Drachenrose: Der cis-heteronormative weiße Mann, der grundsätzlich immer schuld ist, und die Realität

aranxo beim Geschlechterallerlei: Kurznachrichten vom 16. Januar 2016

Corinna Bernauer bei der Piratenpartei: Warum Strafrechts- und Sexismusdebatten die falsche Reaktion auf Köln sind

asemann.de: Deutsche mit Migrationshintergrund vs. #ausnahmslos-Netzfeministinnen

Stadtmensch-Chronicles: Ausnahmslos vermurkst

Die Kraft von Kultur und Sozialisiation im intersektionalen Feminismus – der ganze ideologische Widerspruch treffend zusammengefasst

aranxo beim Geschlechterallerlei: Kurznachrichten vom 18. Januar 2016

Lucas Schoppe bei man-tau: Ein Kämpfer für den rechten Glauben besucht ein Amt

Genderama: Vermischtes vom 19. Januar 2016

Dog’n’Cat: Listen And Believe, If…

asemann.de: Verharmlosung a la Anke Domscheit-Berg

Erzählmirnix: Männer sind…

Genderama: Vermischtes vom 23. Januar 2016

asemann.de: Anne Will: Pauschalisieren mit Domscheit-Berg und Daimagüler

maennerrechte.org: Impressionen vom 06.02.2016 – missbrauchen von Missbrauchsopfern, Sexismus in Piratentrümmern – dieser Kommentar fasst es gut zusammen

asemann.de: Anti-Rassismus und Feminismus: Die Quadratur des Kreises – und noch einmal: der Widerspruch auf den Punkt gebracht

Genderama: Köln: Auflistung der Übergriffe zu Silvester liegt vor – Bilanz der Anzeigen

Leserpost (die ignorierten Opfer von Köln) – eine ganze Familie Opfer

Genderama: Vermischtes vom 13. Februar 2016 – 1/6 männliche Opfer, ignoriert

aranxo beim Geschlechterallerlei: Kurznachrichten vom 15. Februar 2016 – gute Kritik von links (Jungle World)

Lucas Schoppe bei man-tau: Kernschmelze. Rückblick auf einen überfordernden Monat

Der Schwulemiker: Von der Wölfin im Schafspelz

Genderama: Vermischtes vom 07. April 2016

Monika Frommel bei novo-argumente: Falsche Lehren aus der Silvesternacht (via Genderama: Vermischtes vom 23. Dezember 2016)

Monika Frommel bei Cuncti: Falsche Lehren aus der Silvesternacht (alternative Quelle)

Auswahl von Zitaten aus den Artikeln und deren Kommentaren

Tom174 bei Mein Senf:

wie kann es sein, dass Brüderles Dirndl Spruch zu einem Aufschrei führt, der Hinweis auf #köln aber in die rassistische Ecke geschoben wird?
(…)
Die Weissen haben die Macht. Ob das die Betroffenen Weissen auch so sahen?
(…)
wären es weisse Männer und eine schwarze Frau gewesen, was glaubt ihr was los gewesen wäre
(…)
Aber es passt eben, in direkten Beziehungen nicht, willkürlich definierten Gruppen (Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung was auch immer) mit Defaulteigenschaften zu belegen. Weder im Schlechtem noch im Guten.
(…)
Brüderle hatte an dem Abend auch nicht die Macht, seine Karriere hat die ach so wehrlose Journalistin zu einem ihr und ihrem Verlag genehmen Zeitpunkt beendet.

Christian bei Alles Evolution:
Hier hat Christian hervorragend vorhergesehen, wie man das Geschehene mit seinem Weltbild vereinbaren kann:

>>Man wertet dies nicht als etwas besonderes, sondern verweist darauf, dass es vielleicht etwas radikaler als sonst war, für die meisten Frauen das tägliche Leben eh ein Spiesrutenlauf tagtäglicher Belästigung ist, bei dem Frauen so etwas ständig erleben, und zwar von allen Hautfarben. Jetzt passt es auch wieder in das System, denn das Hervorheben der Übergriffe durch Schwarzafrikaner (darf man hier von PoCs schreiben?) ist dann:

* Leugnung der Rape Culture vor Ort („gute Deutsche machen das nicht“)
* Rassismus („wenn PoCs etwas machen, dann wird es erwähnt, im täglichen Leben ignoriert“)“<<

Ein Gedanke, der bei Forderungen an Männer nur selten vorkommt:
„Nur das mich eben mit afrikanischen oder deutschen Banden nichts verbindet, ich werde sie schon zum Schutz meiner Selbst sicherlich nicht in ihre Grenzen weisen, weil ich das gar nicht kann. Es dürfte dieser Subgruppe auch im übrigen relativ egal sein, wie sich anderweitig Männer benehmen, es sind schlicht sehr getrennte Verhältnisse.“

david in den Kommentaren:

Zu Ägypten: es gab mal eine Reihe von Meldungen über Frauen, die auf dem Tahir-Platz und drumherum begrapscht wurden. Das wurde bei uns über alle Maßen aufgebauscht (zur selben Zeit starben dort Männer!). Man berichtete damals viel über False Flag – Störer und Prügler, da das Regime offenbar versuchte die Demonstrationen als gewaltsame Aufstände zu diskreditieren.
Komischerweise kam den westlichen Journalisten nie in den Sinn, dass dies auch gerade für die wirkungsvollsten Ereignisse gelten könnte, die bei uns (und auch dort) den größten Aufschrei auslösten.
Komischerweise hat man von diesen Belästigern vorher und nachher praktisch nie wieder gehört. Nur zum Zeitpunkt, als die Leute mit der Revolution beschäftigt waren, ist das passiert. Genau am selben Ort.
Darauf hat mich schon damals mein Kairoer Freund aufmerksam gemacht, den ich just damals, Ende 2011, dort besucht habe.

Und später:

Hab mich gestern noch mit einer Freundin unterhalten, die mit einer Gruppe Frauen im Iran war. Als sie über einen Marktplatz in Ishafan gegangen seien, sei JEDE von ihnen MEHRMALS im Getümmel begrapscht worden.
Da scheint also durchaus ein Problem vorzuherrschen, was in unserem Kulturkreis in der Form keinesfalls besteht.

Der große Unterschied zu der Situation, die sich den Frauen in Köln geboten hat: es existiert dennoch eine generelle Ablehnung solchen Verhaltens, ein soziales Korrektiv ist jederzeit vorhanden und greift, wenn man sich dagegen wehrt, Umstehende darauf aufmerksam macht. Dann ist für den Grapscher schnell der Teufel los.

schöner Kommentar von yannababei erzählmirnix:

Also, wenn ich ein Mann wäre, würde ich mich davon diskriminiert fühlen, immer als sabberndes Monster, dass beim Anblick einer nicht total verhüllten Frau sofort jegliche Selbstkontrolle verliert, dargestellt zu werden.

Arne Hoffmann bei Genderama, Vermischtes vom 09. Januar 2016:

Als einheimischer Mann hat man in dieser Irrsinns-Logik keine Chance. Schweigt man zu den Übergriffen, beteiligt man sich dran, sexuelle Gewalt unsichtbar zu machen. Empört man sich darüber, zeigt man, dass man nur sein Revier für eigene Übergriffigkeiten schützen möchte. Der nicht-zugewanderte Mann wird als im Kern bösartig schlicht vorausgesetzt.

Nicks Sternstunde bei erzählmirnix:

Es ist nur ein ganz kleiner und nur allzu logischer Schritt von „Männer haben einen kulturell determinierten Hang zu sexueller Gewalt“ hin zu „Muslimische Männer haben aber einen stärkeren kulturell determinierten Hang zu sexueller Gewalt“.

Die Geschichte des biologistischen Rassismus ist sehr ähnlich verlaufen: Erst wurde behauptet, dass der männliche Geschlechtstrieb an sich sexuelle Gewalt determiniere, um dann in einem zweiten Schritt zu behaupten, dass der „Wilde“ einen stärkeren und weniger kontrollierbaren Geschlechtstrieb habe. Das Ergebnis war die Rechtfertigung von sehr grausamen Lynchmorden, nur in einem Klima der Todesangst könne der schwarze Mann seinen Geschlechtstrieb im Zaume halten. Beim weißen Mann genüge eine strenge Erziehung (und Beschneidung)

Der zweite Schritt folgt eben fast unausweichlich aus dem ersten, weil es eine Binse ist dass nicht alle Menschen gleich sind. Der Kernfehler liegt in einem deterministischem Verständnis von Biologie/Kultur.

Es nützt also nichts, wenn unsere lieben Feministinnen sich darüber beschweren, dass Feminismus für rassistische Zwecke „instrumentalisiert“ werde. Die Frage, die sich Feminismus stellen müsste wäre: „Warum können Rassisten derart spielend leicht Feminismus instrumentalisieren. Wieso kann man eine soziale Bewegung, deren Ziel die Gleichheit aller Menschen ist, für eine Bewegung mißbrauchen, deren Ziel die Ungleichheit der Menschen ist. Stimmt etwa etwas mit unseren Paradigmen nicht? Haben wir etwa etwas mit den Rassisten gemein?“

Und LoMi ergänzend:

Normalerweise haben Rassisten in der gesellschaftlichen Mitte wenig Erfolg. Rassismus wird überwiegend abgelehnt. Sie haben deshalb ja auch die Idee von „Rasse“ aufgegeben.

Die Vorstellung von einer starken kulturellen Prägung können sie aber aufgreifen. Denn diese Vorstellung ist ja akzeptiert in der gesellschaftlichen Mitte. Wenn der Feminismus sagt, dass Gewalt gegen Frauen ein Kulturprodukt ist, dann können sie den Rechten kaum widersprechen, wenn diese das auch sagen. Und wenn der Feminismus einen kollektiven „Feind“ benennt, können Rassisten das ebenfalls in gewissem Rahmen tun, weil das Bild des kollektiven „Feindes“ oder „Täters“ ebenfalls akzeptiert ist. Es hat im Feminismus eben nur etwas andere Vorzeichen.

asemann:

Die Angriffe von Köln haben die Glaubwürdigkeit eines Kernbestandteils des intersektionalen Feminismus, die Privilegientheorie (die besagt, dass weniger privilegierte Menschen privilegierte Menschen per definitionem nicht diskriminieren können) vollkommen zerstört. Es ist offensichtlich geworden, und wird jetzt auch in linken Kreisen diskutiert (…), dass schwarze Asylanten eben auch übergriffig sein können, obwohl sie doch „unterprivilegiert“ gesehen werden. Und nun wird auch den linken, intersektionalen Feministinnen bewusst, dass ihre Weise, die Privilegientheorie in Aktionen umzusetzen, ideologisch verblendeter Unsinn war.

Bisher habe größere Teile der Damen, die sich jetzt mit „#ausnahmslos“ an die Spitze der Bekämpfung von sexueller Gewalt und Rassismus setzen wollen, daran mitgearbeitet, Frauen, die sexuelle Gewalt durch „Unterprivilegierte“ erfahren haben, mundtot zu machen und in die rechte Ecke zu stellen.
Sogar linke Aktivistinnen, die es wagten, Belästigung in einem „Refugee-Soli-Camp“ öffentlich zu machen, wurden mundtot gemacht, sogar die TAZ wurde anscheinend eingespannt, um die Behauptungen dieser Aktivistin zu dementieren.
Das heißt: Es gab in der feministischen Szene bisher ganz absurde Zustände, wo einerseits verlangt wurde, Frauen in Bezug auf sexuelle Belästigung immer zu glauben, andererseits Frauen aber nie geglaubt wurde, wenn diese „unterprivilegierte“ Tätergruppen beschuldigten.

Arne Hoffmann bei Genderama, Vermischtes vom 15. Januar 2016:

Zeigt sich auch hier eine Besorgnis erregende Erodierung der Männlichkeit? Das Unvermögen in Kategorien von „Das wird hart, aber da müssen wir jetzt durch!“ zu denken? Ein beliebter Vorwurf meiner Vorgängergeneration an meine lautete „Mit euch kann man auch keinen Krieg gewinnen“. Derartige Formulierungen sind heute natürlich politisch höchst unkorrekt. „Mit euch kann man keine nationale Herausforderung meistern“ trifft es aber gut.

Kurznachrichten vom 13.02.2016

1: Die „36 Fragen an Männer“ köcheln immer noch vor sich hin. Zunächst hat sich auch der „Sexismusbeauftragte“ nochmal an alle Fragen an einem Stück gemacht. Wolle Jacobs vom Pelzblog findet das Beantworten dieser Fragen völlig überflüssig, und teilt dabei gleich mal eine Runde aus gegen die „Gemäßigten“ in der Männerrechtsszene. Der emmanzer behielt eine Zwischenposition. Er hält das Beantworten auch für sinnlos, will aber die antwortenden Blogger nicht verurteilen. Alles Evolution stellt sich dem entgegen und veröffentlicht im Gegenzug noch einen Artikel mit 21 Fragen an Feministinnen im ähnlichen Stil wie das Video.

2: Bei der Zeit erschien ein m.E. abgrundtief dämlicher und ingnoranter, im Schülerzeitungsstil geschriebener und im selben Bewusstseinslevel erdachter Beitrag mit dem Titel „Deutschland braucht mehr Feministen!„. Der „Schwulemiker“ ist einer der ersten, der das auseinander nimmt. Ein bestechender Gedanke darin:

Nein, Köln war deshalb so schockierend, weil Frauen in Deutschland üblicherweise eben nicht befürchten müssen, von Männerhorden überrumpelt, sexuell erniedrigt und abgezogen zu werden. Köln war der Einbruch unbekannter kultureller Muster in ein Land, das für seine Friedfertigkeit und seinen Humanismus bekannt ist.

3: Eckhard Fuhr von der WELT schlägt mit seinem neuen Artikel „Hört auf zu jammern, deutsche Männer! Seid tapfer!“ noch einmal in die dieselbe Kerbe, in die er schon vor ein paar Tagen gehauen hat. Ihm sei…

der zeitgenössische Mann in einer ebenso großmäuligen wie weinerlichen Orientierungslosigkeit begegnet, dass ich mir wahrlich Sorgen mache um unser Land.

Weil der „postkonventionelle“ Mann sich weigert, sich für Frauen verprügeln zu lassen, nur um hinterher wieder als der brutale Schläger da zu stehen. Allerdings hat er auch einen lichten Gedanken in der Klageschrift:

Damit wären wir an dem Punkt, an dem meine Frage ansetzte, ob wir im Hochgefühl des Gendermainstreaming „männlich“ konnotierte Tugenden wie Verteidigungsbereitschaft oder körperliche Durchsetzungsfähigkeit nicht allzu forsch entwertet haben.

Entwertet ist vielleicht noch zu zahm ausgedrückt. Als „toxisch“ diffamiert, würde wohl eher passen. Seit Jahrzehnten werden wir als das brutale Geschlecht hingestellt, und jetzt sollen wir genau die, die uns das vorwerfen, mit genau den Mitteln, die sie als verachtenswert betrachten, verteidigen? Sonst geht’s Euch noch gut? Warum wundert sich überhaupt irgendwer, dass wir dazu keine Lust haben? Und dann stehen wir noch in Gefahr, als Dank dafür vom Staat verurteilt zu werden. (Quelle: Danisch)

Bevor ich irgendeinen Finger krumm mache, mich für eine fremde Frau zu prügeln (bei einer bekannten würde das von der Situation abhängen), sollten erstmal die Frauen, die von Männern noch beschützt werden möchten, ein ernstes Wörtchen mit ihren feministischen Schwestern reden.

4: Selin Gören, die 24-jährige Sprecherin der Linksjugend, wurde nachts von zwei bis drei Männern arabischer oder kurdischer Herkunft vergewaltigt. Erst zeigt sie die Männer an – und danach entschuldigt sie sich bei ihnen. Und zwar dafür,

dass die sexistischen und grenzüberschreitenden Handlungen die mir angetan wurden nur dazu beitragen, dass [sie] zunehmendem und immer aggresiverem Rassismus ausgesetzt [sind].

Oliver Flesch, Hadmut Danisch und kommentieren. Danisch meint ziemlich sarkastisch:

Ja, wenn die sich so darüber freut und das so gut findet – man sollte das auf arabisch und englisch übersetzen und aushängen. Macht weiter, die finden das OK. Parks gibt’s viele, Frauen gibt’s viele, das Wetter wird jetzt auch wieder wärmer…

Ich frage mich nur, warum die bei den Gerichten Vergewaltiger (und der Vergewaltigung Beschuldigte) zu Haftstrafen verurteilen, statt sich im Namen des Staates bei ihnen zu entschuldigen und zu bedanken.

Wie war das nochmal mit der „rape culture“? Der Gesellschaft, die angeblich Vergewaltigungen verharmlost und unterstützt? Bei der Linksjugend könnt Ihr die finden.

5: In der Marschordnung der politisch korrekten scheint inzwischen einiges in Unordnung zu geraten. Die Oberen scheinen ihre Fußtruppen nicht mehr so ganz unter Kontrolle zu haben: Die kommunalen Frauenbeauftragten Niedersachsens melden leise Zweifel an gegen den geplanten Staatsvertrag mit den muslimischen Verbänden. Demnach sollen für Muslime Gebetsmöglichkeiten an öffentlichen Schulen geschaffen werden.

Die Frauenbeauftragten zweifeln an, ob die Religion in der „neutralen“ Schule wirklich jene herausgehobene Stellung haben sollte, die ihr der Vertrag zumisst. Tödter: „Viele Musliminnen haben sich von der Religion emanzipiert.“

Interessant, dass die HAZ noch den ehrlicheren Begriff „Frauenbeauftragte“ statt „Gleichstellungsbeauftragte“ verwendet. Und merkwürdig, dass ich mich auch mal auf deren Seite sehe. Weil ich finde, dass Religion an der Schule nichts verloren hat.

 

Kurznachrichten vom 08.02.2016

1: Der „Schwulemiker“ Adrian und Gideon Böss von der WELT kümmern sich noch einmal um den „postheroischen Mann“, dem vorgeworfen wird, sich nicht mehr für seine Frau zu prügeln.

2: Lucas Schoppe analysiert auf seinem Blog „man tau“ ebenfalls das Youtube-Video „36 Fragen an Männer“, das ich die letzten Tage auch hier auf diesem Blog kommentiert habe.

3: Uepsilonniks analysiert die Doppelmoral der EMMA, wenn es um das Thema Prostitution geht. Die EMMA veröffentlichte eine Kritik über den halbdokumentarischen Film „Paradies: Liebe“, der am 3.2. auf ARTE gezeigt wurde. In dem Film geht es um Frauen, die zum Sexkauf nach Kenia reisen. Während die EMMA ja Prostitution am liebsten ganz verbieten möchte, natürlich nur die, die Männer in Anspruch nehmen, hat sie für Frauen, die Sex kaufen, vollstes Verständnis:

Eine deutsche Filmförderung habe die Unterstützung des Films abgelehnt, weil das Projekt „frauenfeindlich“ sei, erzählte Seidl in einem Interview. Größer könnte das Missverständnis nicht sein. […] In seiner Paradies-Trilogie geht es immer um die Sehnsucht der Frauen. Um die Sehnsucht, wahrgenommen und geliebt zu werden. […]

Ein Film ganz dicht an den Menschen, an ihren Ängsten und Hoffnungen

Mir kommen die Tränen vor Rührung. Die Emma weiß ganz genau:

Denn Frauen haben gelernt, Begehren vorzuspielen, Männer hatten das nie nötig. Auch nicht, wenn sie so arme Schweine sind wie diese Schwarzen, die sich für ihren Lebensunterhalt prostituieren.

Gekaufte Männer verachten ihre Kundinnen dafür – gekaufte Frauen werden von ihren Kunden verachtet.

Das wissen sie deshalb ganz genau, weil sie auch jeden Freier hier und jeden männlichen Prostituierten in Kenia darüber befragt haben. Oder so. Der nächste Film, der männliche Freier über ihre Motive interviewt, ist für die EMMA ganz sicher nicht „ganz dicht an den Menschen, an ihren Ängsten und Hoffnungen“. Uepsilonniks kommentiert sinnigerweise:

Es ist also so, dass Sexkauf nicht generell abgelehnt wird – der Beweis, dass es an Sexarbeit auch aus feministischer Sicht nichts auszusetzen gibt.

4: Die Liste der Männer, die wegen eines falschen Satzes den Job verloren haben, ist wieder um einen länger. Der serbische Verteidigungsminister Bratislav Gasic wurde nach massivem Druck von Frauenverbänden durch eine Abstimmung des Parlaments entlassen, nachdem er vor zwei Monaten den Satz gesagt hatte: „Ich liebe diese Journalistinnen, die so leicht auf die Knie gehen“. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Satz ausreichen sollte für eine Kündigung, darüber kann man geteilter Meinung sein. Ich bin mir aber sicher, dass ein ähnlicher Satz einer Ministerin über Männer in den Mainstream-Medien noch nicht einmal groß bemerkt werden würde.

5: Twitter hat am Donnerstag den Account von Kolja Bonke, einem deutschen Autor, unter anderem auch von Pick-Up-Büchern, ohne Angabe von Gründen gesperrt. Bonke hatte sich in letzter Zeit deutlich kritisch gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung geäußert, allerdings sind den letzten Tweets keine Unflätigkeiten oder Beleidigungen zu entnehmen, zumindest nicht herausragend aus dem Twitter-üblichen Maß. Nutzer haben dazu den Solidaritäts-Hashtag #solidaritätmitkolja eingerichtet.

6: Wo wir gerade bei der Unterdrückung unliebsamer Meinungen sind: Der Landesvorstand Bayern der Piratenpartei hat gestern die Seite des Ortsverbandes Neu-Ulm aufgrund eines Beitrags des dortigen 1. Vorsitzenden Hajo Betz komplett vom Netz genommen, die Seite anschließend wieder freigeschaltet, allerdings den entsprechenden Artikel entfernt, da er angeblich „im Widerspruch zum Programm und den Grundsätzen der Piratenpartei“ stehe. Betz hatte in dem Artikel sowohl die Einwanderungspolitik kritisiert als auch offen maskulistische Positionen vertreten:

Auch der Versuch von interessierten Kreisen, die Übergriffe gegen Frauen in Köln und anderswo als Männergewalt gegen Frauen zu titulieren und so aus der Verhaftung zwischen ethnischen und kulturellen Ursachen zu lösen, ist fadenscheinig, kommt doch der überwiegende Teil der Täter von Köln aus Ländern, in denen Frauen als Menschen zweiter Klasse gehalten werden, oder gar, wie zum Beispiel in Saudi-Arabien, als Eigentum des Mannes angesehen werden, über das er frei verfügen kann (weibliche Familienangehörige in Saudi-Arabien werden i.d.R. in die Reisepässe ihrer Ehemänner, Väter oder Brüder eingetragen).

Aber weil nicht sein kann, was nicht sein darf, und im Sinne der geltenden Political Correctness Asylanten, Zuwanderer und Migranten die Opfer sind und die Deutschen allenfalls als Täter in Frage kommen, scheint es für manche angemessen, die ethnisch-kulturellen Zusammenhänge zu ignorieren und die Vorkommnisse als Männergewalt gegen Frauen darzustellen.

Auch hier gilt: Frauen sind immer in der Opferrolle, Männer sind immer die Täter – wenigstens, wenn es nach der vorherrschenden politisch-korrekten Meinung geht.

Dass es umgekehrt ebenso Frauengewalt gegen Männer und institutionelle Benachteiligung von Männern gibt, kann seit einer Pilotstudie des Bundesministeriums für Familien, Soziales und Gleichstellung nicht von der Hand gewiesen werden.

Aber auch hier gilt, dass alles, was nicht ins politisch-korrekte Bild passt, ausgeblendet wird. Die entsprechende Pilotstudie kann auf der Homepage des Ministeriums nur gefunden werden, wenn man den genauen Titel kennt. Die in der Pilotstudie angeregte Vollstudie zur Untersuchung des Themenkomplexes ist auch zehn Jahre nach der entsprechenden Empfehlung nicht einmal in Angriff genommen worden.

Der komplette Text findet sich an mehreren Stellen im Netz. Statt des Artikels wurde eine Diskussionsseite eingerichtet. Welcher Passus des Artikels genau dem Programm und den Grundsätzen der Piratenpartei widerspricht, darüber schweigt sich der Landesvorstand bisher aus.

7: Feministin Gloria Steinem unterstellte in einem Interview mit Bill Maher jungen Frauen, sie würden nur deswegen statt Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ihren Konkurrenten Bernie Sanders unterstützen, um junge Männer zu beeindrucken, die mehr zu Sanders tendieren. Talkmaster Maher witzelte daraufhin, wenn er das gesagt hätte, hätte sie ihm wahrscheinlich eine Ohrfeige verpasst, denn die politische Einstellung von jungen Frauen mit ihrem Bedürfnis, Jungs zu treffen, in Verbindung zu bringen, sei wohl ein wenig sexistisch.

Hier das ganze Interview:

 

 

Warum ich finde, dass Lächeln und glücklich sein verboten gehört

Gestern ging es mir darum, wie die Maßstab für sexuelle Belästigung auf lächerliches Niveau herabgesenkt wird. Heute möchte ich auf das Thema Sexismus in der Werbung zu sprechen kommen.

Die Meldung machte bereits vor über einem Jahr die Runde: Im Berliner Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain soll auf den vier Werbeflächen, die auf öffentlichem Gebiet stehen, keinerlei sexistische oder diskriminierende Werbung mehr erscheinen. Bereits damals befand Harald Martenstein: Wie bei den Taliban!

Ich habe mich damals tatsächlich mal aufgemacht, zumindest eine dieser Flächen zu sehen und zu begutachten, was denn dort überhaupt für Werbung erscheint. Vielleicht wäre es ja nur viel Lärm um nichts. Die erste ernüchternde Erkenntnis: In der Straße standen auf kurzer Strecke mehrere Werbeflächen – welche davon auf öffentlichem Boden, das konnte ich in der Kürze der Zeit nicht in Erfahrung bringen. Erinnern kann ich mich an Unterwäschewerbung von Calzedonia – aber ob die auf einer der vier Flächen war, weiß ich nicht.

Ende April ist das Thema wieder hochgekommen. Wer sich den Text von Jan Fleischhauer durchliest (gefunden via Prof. Dr. Günter Buchholz) oder gar Harald Martensteins „Über Frauenbilder in der Werbung„, der fasst sich an den Kopf: Es ist gelungen, die bereits absurden Forderungen noch auf die Spitze zu treiben!

Künftig ist bereits „grundlos lächeln“ ein Hinweis auf Sexismus und Diskriminierung – nur bei Frauen, wohlgemerkt. Das klingt logisch, denn Menschen nur aufgrund ihres Geschlechtes unterschiedlich zu behandeln ist natürlich nicht sexistisch oder diskriminierend. Gut, dass mir das noch einmal jemand sagt! Ich hätte es sonst nicht bemerkt.

„Aber… das ist Wahnsinn!“ „Nein! Das. ist. Kreuzberg-Friedrichshain.“

Wobei ich einwenden muss: Die Grundthese lautet ja, dass die Werbung uns dahingehend beeinflusst, was wir als normal empfinden. Nach dem Wegfall von Werbung mit anlasslos lächelnden Frauen müsste sich das Verhalten von Frauen in Berlin also dahingehend ändern, dass sie weniger anlasslos lächeln. Ganz provokant gefragt: Kann man weniger als gar nicht lächeln? Es ist ja jetzt nicht so, dass in Deutschland die Leute entsetzlich häufig lächeln würden. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich Klagen darüber noch nie gehört, wohl aber Feststellungen, die eher in die andere Richtung gehen.

Und damit sind wir bei einem Vorschlag vom Schwulemiker, auch bekannt als Adrian. Ihm gehen die Maßnahmen noch nicht weit genug:

Ein lobenswerter Schritt auf dem Weg zur vollständigen Gleichberechtigung und Emanzipation von Frauen! Doch warum geht man nicht noch einen entscheidenden Schritt weiter und führt eine Mode- und Sittenpolizei für Frauen im Allgemeinen ein, so wie es in einigen islamischen Ländern Standard ist? Denn Werbung ist ja nur eine Seite des Schrecken, welches Frauen täglich ertragen müssen. Zuviele echte Frauen geben sich und anderen Frauen ein schlechtes Beispiel, indem sie sich falsch verhalten, ohne Anlass lächeln, sich körperbewusst kleiden, dem Konsum frönen. Einige Frauen sollen sogar verführerisch und schön sein! Kann man das tolerieren?

Nein! Aus diesem Grund unterstütze ich die Maßnahmen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg nachdrücklich und schlage außerdem vor, in der Werbung und in der Öffentlichkeit nur noch lächelnde, verführerische, schön Männer zu erlauben, die sich körperbewusst kleiden und Freude am Konsum haben. Ein solches Opfer ist mir das Wohl der Frauen wert.

Frauen zu verbieten ist weder legal noch moralisch richtig oder gar möglich, aber warum sie nicht tatsächlich aus der Werbung verbannen? Zwar stellt das einen Eingriff in den Markt dar (Frauen treffen einen Großteil der Konsumentscheidungen und ich erinnere mich an die Meldung, in einer Einkaufspassage sei ein Großteil der Geschäfte für Frauen), aber es geht um das Allgemeinwohl. Vergessen wir nicht, dass der ursprüngliche Plan darin bestand, im öffentlichen Stadtbild Werbung überhaupt zu verbieten!

„Die unsichtbare Frau“ wird uns noch viel Freude bereiten. Zeigen wir Männer, die fünfe gerade sein lassen und einfach mal so lächeln, die sich naiv einfach über den schönen Tag freuen, gut aussehen wollen und daher körperbetont gekleidet sind, fürsorglich sind (natürlich nur für ihre Söhne, Töchter kommen ja nicht mehr vor), mit großer Freude im Haushalt tätig, oder schlicht und ergreifend schön sind, weil sie auf ihr Erscheinungsbild achten.

Wie schon bei der Popkultur werden die Sittenwächter das nicht lange durchgehen lassen. Als nächstes wird der Mangel an Frauen beklagt, so dass sie wiederkommen, aber nur in „sicheren Rollen“, wo sie nur positiv dargestellt werden. Danach kommt die Kritik an den festgelegten Rollen und dass Frauen auf bestimmte Eigenschaften reduziert werden, womit beide Geschlechter gleich häufig auch negativ gezeigt werden. Dann sind wir wieder am Anfang der Schleife angelangt und die nächste Iteration geht los.

Aber zwischendurch haben die homosexuellen Männer ihre Freude und ich meine Ruhe. Das ist es mir wert.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal über einen Mann, der sich für einen Filmstar hält, obwohl er bisher nur in der Werbung vorkam.

Harpo: Moviestar