Fundstück: Was ist eine Sekte?

Christian Schmidt fasst die Reaktionen auf Vorträge von Milo Yiannopoulos und Wendy McElroy an Universitäten wie folgt zusammen:

Wenn man sich das Video von Milo ansieht, dann kann man eigentlich nur zu dem Ergebnis kommen, dass man erheblich fanatisiert und indoktriniert sein muss, um hier seelische Zusammenbrüche zu erleiden.
(…)
Anscheinend erleben diese Personen eine unglaubliche Belastung, wenn sie andere Meinungen hören. Dies wäre mit einer Gehirnwäsche, wie sie in Sekten oder anderen Religionsgemeinschaften mit starken Tabus sicherlich zu erklären, aber nicht damit, dass man in einer Universität eine andere Meinung anhört.

Diese unglaubliche Infantilisierung, diese Unduldsamkeit gegenüber anderen Auffassung, dieses beständige Arbeiten mit Tabus und Denkverboten statt Argumenten passt wirklich nur noch zu seiner Sekte. Und wie diese ist das dortige Denken gefährlich, weil das eigene Denken anscheinend ausgeschaltet wird.

(„Andere Meinungen nicht ertragen können und der Feminismus als Sekte„, Alles Evolution)

Das erinnerte mich sofort an einen Text, auf den ich via Sargon of Akkad gestoßen war. In „Exploring the CULT in culture“ befasst sich Ivan Tyrrell mit der Arbeit von Dr Arthur Deikman über Sekten. Deikman definiert eine Sekte anhand folgender vier Kriterien:

  • Übereinstimmung mit der Gruppe
  • Abhängigkeit von einem Anführer
  • Vermeidung von Widerspruch
  • Abwertung von Außenstehenden

Und da glaubt man bei bestimmten Gruppen, das doch tatsächlich wiederzuerkennen. Nun muss man sich hüten vor „Wenn man einen Hammer in der Hand hält, sieht alles wie ein Nagel aus“.

Bezeichnenderweise werden jedoch die Beweggründe, in eine Sekte abzudriften, gerade nicht als sonderlich bezeichnet, sondern als völlig normale menschliche Bedürfnisse. Die ursprüngliche Motivation klingt denn auch entsprechend harmlos:

  1. ein sinnvolles Leben führen
  2. sich sicher und geborgen fühlen

Klar, wer will das nicht? Das zweite Motiv erweist sich im Übermaß als fatal: Erwachsene sollten weniger schutzbedürftig sein als ein Kind, also irgendwie schon mit der Welt klarkommen, ohne dass sie ständig auf jemand anderen angewiesen sind.

Das beste Gegenmittel gegen Manipulation ist immer noch ein kritischer Geist. Der schönste Aspekt an diesem Rezept ist, dass es unabhängig von politischer Richtung oder Weltanschauung funktioniert. Deswegen lassen sich auch die eigenen Überzeugungen prüfen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Gut, in einem Zusammenhang finde ich „Cult“ nicht schlecht:

Blue Oyster Cult: Don’t Fear The Reaper

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Fundstück: Sargon of Akkad und die Rangliste der Privilegien

Sargon of Akkad, den ich zuletzt im Februar erwähnte, hat einen Ausschnitt aus einem seiner Wochenrückblicke „This Week In Stupid“ noch einmal als eigenes Video veröffentlicht. In den 1:23 Minuten erläutert er, wie die Rangliste der Privilegien im Jahr 2016 aussieht:

The Progressive Stack Explained

Er beschreibt dabei aus seiner Sicht die Haltung der „Progressiven“, die er auch als „regressive Linke“ bezeichnet – in ausdrücklicher Abgrenzung von anderen Linken oder Liberalen. Die Pseudo-Progressiven sieht er in enger Beziehung zu Lügnern und Manipulatoren (SJW).

Die „Rangliste der Privilegien“ (meine Wortwahl, eigentlich „der progressive Stapel“) dient dabei dazu, zu klären, wer im Zweifelsfall mehr unterdrückt ist, was allein durch Identitätsmerkmale bestimmt wird. Die Liste sieht folgendermaßen aus (erneut meine Übersetzungen):

  1. Rasse (*)
  2. Cis-Normativität (*)(*)
  3. Geschlecht
  4. sexuelle Ausrichtung
  5. (Nicht-)Behinderung
  6. Klasse

Seine Begründungen für diese Einschätzung finde ich ebenfalls erwähnenswert: Homosexuell zu sein sei weniger wichtig als die Tatsache, dass man gleichzeitig ein weißer cis-Mann ist. Beachtlich befindet er ferner, dass Dinge wie körperliche Eingeschränktheit oder eine Herkunft aus armen Verhältnissen, die bei der Frage nach Privilegien eigentlich eine große Rolle spielen sollten, ganz unten rangierten. Daraus ergebe sich dann, dass etwa die aus recht wohlhabendem Hause stammende Laurie Penny sich als ganz schrecklich unterdrückt darstellen kann, weil sie ja eine Frau sei.

Doch wehe dem, der weiß, cis, männlich, hetero, nicht behindert und aus der Mittelklasse ist. In der Weltanschauung der „Progressiven“ seien diese Menschen schlicht und ergreifend Abschaum, der von Privilegien profitiere und die Gruppen mit jeweils anderen Merkmalen unterdrücke.

Diese regressive Linke ist offensichtlich sein Feindbild, da sie sich genau konträr zu der von ihm beschriebenen neuen Gegenkultur verhalten. Es ist daher natürlich Vorsicht geboten, diese Rangliste einfach so als Tatsache zu übernehmen.

Reizvoll finde ich es aber schon, sie daraufhin zu überprüfen, wie oft sie bei „Privilegienkonflikten“ zutrifft. Es wäre doch interessant, zukünftige Fälle zu sammeln, bei denen sie stimmt – und natürlich auch solche, bei denen sie nicht stimmt, inklusive dem ableitbaren alternativen Rangsystem.

(*) Die Verwendung des Wortes „Rasse“ bedeutet dabei nicht, dass er selbst (oder gar ich) an irgendwelche „Rassentheorien“ glaubt, sondern nur, dass der Begriff Rasse als bedeutendes Merkmal in Diskussionen verwendet wird.

(*) (*) Wortwörtlich übersetzt wäre es „Heteronormativität“, aber er bezieht sich nicht auf hetero/homo, sondern cis/trans, wie aus seiner Erläuterung deutlich wird.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Hier eine weitere Geschichte von einer schrecklich unterdrückten Frau (man sehe nur, wie sie von all den Männern mit Geschenken belästigt wird!):

Madonna: Material Girl

Warum ich den Vorwurf der kulturellen Aneignung in zwei Fällen begrüße

Es war eine der dümmsten Meldungen des vergangenen Jahres: Ein Schüler in Kanada durfte sich zu Halloween nicht als Mariachi-Spieler verkleiden, weil sein Kostüm „sehr beleidigend“ war. Dabei war er selbst Kolumbianer und laut eigenen Angaben stammte bis auf die Gitarre alles aus seiner Heimat. Die Begründung der Schule: Kultur sei kein Kostüm.

Darauf gestoßen bin ich über folgendes Video (10:38-13:20):

Sargon of Akkad: This Week in Stupid (01/11/2015)

Der ganze Schwachsinn ereignete sich unter dem Stichwort „kulturelle Aneignung“ (cultural appropriation), genauer natürlich deren Bekämpfung. Den wo kämen wir da hin, wenn sich Leute beliebig Elemente aus anderen Kulturen raussuchen dürften, die ihnen gefallen? Das muss unbedingt verhindert werden!

Mir ist vor ein paar Tagen eine Idee gekommen, wie man diesen Blödsinn für eine bessere Debattenkultur einsetzen kann – oder sogar gegen sich selbst. Nachdem ich schon geschrieben hatte, was man tun kann gegen Lügner und Manipulatoren, hier ein deutlich weniger ernst gemeinter Vorschlag.

Wenn jemand, der ansonsten „cultural appropriation“ kritisiert, gegen eines der zehn Gebote für bessere Diskussionen verstößt, kann man entgegen: „Scheinargument / Logikfehler stammt ursprünglich von anderer Kultur. Was Du machst, ist nichts anderes als kulturelle Aneignung!“

Aber es geht noch besser: Wie wär’s damit, einen täuschend echt aussehenden Text zu verbreiten, in dem etwa so argumentiert wird?

„Die Tradition, Inhalte anderer Kulturen (also Mode, Haartracht, Schmuck, Zeichen, Musik etc.) nicht einfach so zu übernehmen, stammt ursprünglich von Afroamerikanern, welche in erster Generation aus Afrika als Sklaven verschifft wurden. Durch den täglichen Überlebenskampf erwies es sich als besonders wichtig, an den eigenen Sitten und Gebräuchen festzuhalten, um unter dem enormen Druck die eigene Identität nicht zu verlieren. Eine Anpassung (sog. „tomming“) wäre einer Aufgabe gleichgekommen.

Die ursprüngliche Motivation eines „sich stemmen gegen die Herrschaftsverhältnisse“ geriet leider in Vergessenheit, ja wurde noch schlimmer von den Herrschenden zweckentfremdet und umgedreht, um die Kultur der Rechtlosen nicht „nach oben“ durchsickern zu lassen. Wenn also heutzutage aus bester Absicht eine „kulturelle Aneignung“ kritisiert wird, stellt dies in Wirklichkeit selbst eine unreflektierte Übernahme dar, die aufs schärfste zu kritisieren ist. Gerade die größtenteils besonders priviligierten Einwohner der westlichen Industrienationen sollten stattdessen das Gegenteil praktizieren und auf beliebige Weise Elemente verschiedener Kulturen mischen.“

Gut, wahrscheinlich zu naiv gedacht. Aber als Comic bei erzählmirnix könnte ich mir die Argumentation vorstellen. (Oder jemand hat es längst verarbeitet und ich habe es verpasst / überlesen.)

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal natürlich kulturell angeeignet ein Lied, das mit Mariachi zu tun hat (stammt ursprünglich aus dem Film Desperado).

Los Lobos & Antonio Banderas: Canción del Mariachi“ („Morena de Mi Corazón“)

Kurznachrichten vom 01.02.2016

1: François Hollande begnadigt Frau nach Mord an brutalem Ehemann. Sie hatte ihn mit drei Schüssen aus einem Gewehr aus nächster Nähe niedergestreckt, nachdem sie es in 47 Jahren Ehe nicht geschafft hatte, ihn zu verlassen. Nun überlegen wir uns kurz, was passieren würde, wenn ein Mann seine Frau nach 47 Jahren Ehe-Hölle hinterrücks erschießt. Könnte er auf Begnadigung hoffen? Undenkbar. Aber Frauen dürfen sowas…

(von Graublau: siehe hierzu Uepsilonniks über einen EMMA-Beitrag oder Frauen morden nicht – sie töten nur? von Gerhard Amendt)

2: Vor zwei Tagen war in Genderama zu lesen, dass Richard Dawkins, emeritierter Oxford-Professor in Evolutionsbiologie und einer der Wortführer der Neuen Atheisten („Der Gotteswahn„) von der Northeast Conference on Science & Skepticism (NECSS) ausgeladen wurde, weil er einen Tweet retweetet hat, in dem in einem Video auf satirische Weise Feminismus mit Islamismus verglichen wird. Dieses Video habe ich vor einiger Zeit ebenfalls schon hier verlinkt. Der Vorgang wurde von Christina Hoff Sommers wie folgt kommentiert:

In einem Blogbeitrag von Michael Nugent verteidigt dieser das Satire-Video sowie Dawkins, und weist auf die lange Tradition von Satire-Songs hin. Dawkins hat enttäuscht reagiert und, aber dennoch seinem Unverständnis Ausdruck gebracht:

“De-platformed for tweeting an irrelevant joke song? Ah well, ‘Always look on the bright side of life.’ Incidentally, would Monty Python have been de-platformed for that? No, don’t be silly, Life of Brian was only satirising Christianity.”

Den auslösenden Tweet hat er inzwischen gelöscht, weil er darauf hingewiesen wurde, dass in dem Video reale Personen karikiert werden und diese aufgrund des Videos Drohungen erhalten hätten. Einerseits ist das durchaus nobel, andererseits ist es höchst fragwürdig, Satire aus dem Verkehr zu ziehen, nur weil eventuell irgendwelche Idioten auf den Zug aufspringen und die Kritisierten belästigen oder gar bedrohen. Abgesehen davon ist es ja eine beliebte Taktik von Feministinnen und SJWs allgemein, zu behaupten, eine fundierte und moderate oder auch etwas aggressivere satirische Kritik hätte andere (sog. Hater) zu schlimmen Drohungen animiert (die allerdings selten nachgewiesen werden), um damit auch die ursprüngliche Kritik zu delegitimieren.

Ergänzend dazu (von Graublau zusammengesucht):

a) ein Video als Reaktion von Sargon of Akkad, auf dessem Kanal das beanstandete Lied veröffentlicht wurde

b) die Reaktion von fefe (der ja ebenfalls in den Kurznachrichten vorkam).

3: Dazu passte auch dieser Vorgang: Die Fehde zwischen Techblogger Sascha Pallenberg und der Netzfeministin Yasmina Banaszczuk, die seinerzeit als #fappygate bekannt wurde, scheint wieder hoch zu kochen.

4: Und weil auch das gerade so schön dazu passt: Diese etwas ältere South Park-Parodie über Safe Spaces wurde mir in die Timeline gespült:

5: Man kann von der AfD ja halten, was man will, aber in Sachen Gender-Mainstreaming sind sie manchmal auch vorbildlich. Gestern entspann sich eine absurde Diskussion um den von der AfD geforderten Schießbefehl für illegal ins Land einreisende Flüchtlinge. Beatrix von Storch (AfD) stellte klar:

Ein Kommentator auf Facebook schrieb dazu: „Das ist Schwachsinn. Wollt Ihr etwa Frauen mit Kindern an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?“ Von Storch antwortete: „Ja“.

Kurz darauf musste sie noch einmal präzisieren, dass dies natürlich nicht für die Kinder gelte. Trotzdem scheint die Vorstellung eines Schießbefehls auch gegen weibliche Flüchtlinge für die Empörten es noch einmal einen Tick schlimmer zu machen.

Ich finde diese Empörung auch ziemlich künstlich. Nur weil es die AfD ist, die Selbstverständlichkeiten ausspricht? Selbstverständlich dürfen Grenzschützer illegal Einreisende kontrollieren. Und wenn diese versuchen, sich durch Flucht der Kontrolle zu entziehen, und nach mehrmaliger Aufforderung nicht anhalten, darf nach evtl. einem Warnschuß auch scharf geschossen werden. Nichts weiter meinen Petry und von Storch, wenn sie „ultima ratio“ sagen. Das ist so Gesetz, das war zu allen Zeiten so und das dürfte so ziemlich jeder andere Staat der Welt auch so handhaben. Woher soll denn ein Grenzschützer wissen, ob es sich um einen harmlosen Flüchtling und nicht etwa um einen Schmuggler handelt, bevor er ihn nicht kontrolliert hat?

Auch der Vergleich mit dem Schießbefehl an der DDR-Grenze ist absurd. Dort ging es darum, die Ausreise der eigenen Bürger zu verhindern. Worum es jetzt geht, ist, die unkontrollierte Einreise von Fremden zu verhindern. Man kann das natürlich auch ablehnen und befürworten, auf diese Kontrolle zu verzichten. Aber trotzdem ist der Vergleich schlichtweg unzulässig.

6: Ein bemerkenswertes Interview, in dem es generell um die Vertrauenskrise der Medien geht. Wolfgang Herles, immerhin ehemaliger Leiter des ZDF-Studios in Bonn, bis 2015 dann Redaktionsleiter und Moderator der ZDF-Kultursendung aspekte, also ein deutscher Top-Journalist und ZDF-Interner, spricht Tacheles, hier der Ausschnitt:

7: Auf ARTE gibt es anlässlich der Berlinale 2015 eine Kurzfilmreihe über „Paare – Eine Kurzfilmreihe auf der Couch“. Die Filme sind auch online zu sehen. In Clip 3 karikiert Samuel Finzi den „richtigen Mann“. Das ist allerdings so sehr überzeichnet, dass man es kaum erst nehmen kann. Den Rest habe ich noch nicht angesehen. Wer mag und empörenswertes findet, darf das gerne kommentieren.

8: Auf Edition F findet ein Mann „10 Gründe, warum Mann in einer Beziehung nicht auf die Pille bestehen sollte„. Witzigerweise ist der Mensch so nebenbei Gründer der Kondomfirma „einhorn“, wie er immerhin selbst zugibt.

9: (von Graublau) Noch etwas ganz vom Thema ab, das geht ja traditionell beim letzten Beitrag und es mag viele Blogger betreffen.
Habt Ihr Euch so wie Tom174 darüber geärgert, dass der WordPress.com-Editor so schlecht geworden ist? Keine Sorge, Ihr findet den alten nach wie vor, ist nur ein Extraklick auf „WP-Admin“ in der Navigationsleiste. Tom war entzückt! 🙂

Warum überhaupt dieses Gehampel? Technischer Hintergrund ist, dass wordpress.com von PHP auf JavaScript umgestiegen ist und in dem Zusammenhang offensichtlich „mobile-Endgeräte-freundlicher“ werden wollte (spricht, für Laptops und Desktop-Computer muss es zwangsweise schlechter werden – geht ja nicht anders). Es geht dabei nur um dem Admin-Teil um das eigentliche WordPress herum – welches ja selbst einen Admin-Teil, inklusive dem alten Editor hat.

Fundstück: Die neue Gegenkultur

Sargon of Akkad kommt in seinem Jahresrückblick 2015 („This Year in Stupid“) im letzten Teil (ab 01:05:22) überraschend auf etwas Positives zu sprechen: Die neue Gegenkultur.

Die Grundthese, in meinen eigenen Worten wiedergegeben: Identitätspolitik („identity politics“) ist Mainstream. Was sich dagegen stellt, ist die neue Gegenkultur.

Eine Generation ist herangewachsen, die Gleichberechtigung kennt und deswegen nicht den Aktivismus dazu versteht – so, als ob es noch große Gefechte dazu in der westlichen Gesellschaft zu schlagen gäbe. Eine Gruppe Lügner und Manipulatoren (SJW) erklärt jedoch jeden, der nicht die Ansicht teilt, es sei alles ganz schlimm, zu den Bösen.

Weiße junge Männer, „priviligiert“ durch mehrfach höhere Selbstmordrate, in der Schule abgehängt sein usw. sind inzwischen der Buhmann. Sie hätten angeblich die Macht und an allem Schuld. Deswegen ist es logisch, dass sie die erste Zielgruppe für eine solche Gegenkultur bilden.

Dazu kommen alle anderen, die nicht ständig auf „Rasse“, „Geschlecht“ usw. fokussiert sein wollen, sondern auf das individuelle Verhalten der Personen. Im Grunde eine klassisch liberale Gesinnung – nicht wer jemand ist zählt, sondern was er macht.

Die normale Popkultur von heute ist nicht „böse“ und muss auch nicht bereinigt werden. Genau das wird aber nach wie vor in den Massenmedien gepredigt – und wer das nicht so sieht, ist so schrecklich wie das, was er konsumiert. GamerGate war erst der Anfang zu der neuen Gegenkultur.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Ich hatte zuletzt gebloggt über neue Tiefststände dafür, was rassistisch bzw. als Vergewaltigung gilt. Inzwischen gibt es wirklich haarsträubende Sammlung darüber, was sexistisch sein soll. Diesen Wahnsinn kann man kaum noch in Worte fassen – angenehmerweise wurde er inzwischen vertont. Was könnte als besseres Beispiel für die neue Gegenkultur dienen als dieses Lied?

Chris Ray Gun: Everything is Sexist

Kurznachrichten vom 11.01.2016

1: Die Anzahl der Strafanzeigen in Köln ist inzwischen auf 516 gestiegen. Ca. 40 Prozent davon sind Anzeigen wegen Sexualdelikten. 200 sexuelle Übergriffe in einer Nacht, da müssen deutsche Lustmolche auf dem #oktoberfest schon lange für stricken. Ja, es stimmt, das hat es schon gegeben. In Ägypten, auf dem Tahrir-Platz. Aber nicht in Deutschland der letzten 50 Jahre. Wäre es so, wir wüssten davon, und die ersten, die es uns immer wieder aufs Brot schmieren würden, wären Feministinnen. /Aranxo

2: Ein neues Video von „Sargon of Akkad“ weist auf die Parallelen von Islamismus und Feminismus hin. Der Schlußsatz passt sehr schön zur aktuellen Beschwichtigungs-Diskussion und dem moralischen Desaster, das uns die Frontfrauen des modernen 3-Welle-Feminismus gerade vorleben: „It’s not rape, when a muslim does it“

In dieser Debatte fehlt nur noch, dass die Frauen, die in Köln belästigt wurden, als Rassistinnen bezeichnet werden, weil so ein bisschen Gegrapsche völlig überdramatisiert werde, wo doch die deutschen Männer die größeren Sexisten seien. Ich würde mich nicht wundern, wenn das auch noch kommt. /Aranxo

3: Heute auf Facebook fragte jemand:
„Warum sind Feministen jetzt schuld an den Taten in Köln?“

Meine Antwort:
„Das kann ich Dir sagen. Seit Jahr und Tag gibt es bei uns nur mickrige Integrationsbemühungen, und wenn überhaupt was getan wird, dann natürlich vorrangig für Frauen und Mädchen. Hör Dir doch die Schwesig an! Da wird immer sehr der Focus darauf gelegt, dass Frauen und Mädchen unbedingt in die deutsche Gesellschaft integriert werden müssten. Dafür ist Geld da. Jungs und Männer müssen sich wohl irgendwie selber integrieren, ohne große Hilfe. Wenn überhaupt mal Geld fließt, dann um ihnen gender-konform ihr konservatives Männlichkeitsbild abzutrainieren, und ihnen – wie den deutschen Männern auch – ein schlechtes Gewissen basierend allein aufgrund ihrer Existenz als Mann anzutrainieren, anstatt ein alternatives positives Männlichkeitsbild anzubieten. Dass das natürlich von mäßigem Erfolg gekrönt ist, ergibt sich von selbst. Da ist das alte Männlichkeitsbild dann doch attraktiver. Männliche Migranten haben in Deutschland die höchsten Schulabbrecherquoten und stellen die meisten ohne Schulabschluss (im Vergleich zu Migranten-Mädchen, einheimischen Jungs und einheimischen Mädchen) Die werden schlichtweg alleine gelassen, um die kümmert sich kaum jemand, weil ja trotz der inzwischen besseren Schulabschlüsse für Mädchen immer noch Mädchenförderung wie blöd betrieben wird. Jungsförderung? Fehlanzeige! Und dann kommt sowas wie Köln dabei raus.“

Selbstverständlich tragen die Hauptschuld natürlich immer noch die Täter selbst. Das will hier niemand relativieren. Aber eine Mitschuld würde ich schon dem zitierten Umstand geben. Und Politikern, die Polizeimittel kürzen und jegliche Bedenken wegen kultureller Unterschiede als Rassismus bezeichnen, wodurch erst das Klima des Wegsehens und der Leisetreterei entstanden ist. Die Kölner Silvesternacht ist eigentlich als das deutsche Rotherham zu werten.

Und bevor das hier falsch verstanden wird: Jedem, der Schutz sucht, muss Schutz gewährt werden. Solange er sich an die Regeln hält. Deshalb sind Willkommenskultur und Integration prinzipiell richtig. Aber nicht ganz so naiv, wie sie bisher betrieben wurden. /Aranxo

Fundstück: Sargon of Akkad über Bell Hooks

Der von mir bereits einige Male erwähnte Sargon of Akkad hat ein neues Video veröffentlicht, in dem er argumentiert, Anita Sarkeesian sei wesentlich von Bell Hooks beeinflusst worden. Auch wenn er einige gute Punkte zu Bell Hooks nennt, die für gewöhnlich bei Radikalfeministinnen fehlen, so führt er insbesondere die seltsame Weltsicht Anita Sarkeesians auf sie zurück.

Sargon of Akkad hat viele interessante Videos gemacht, insbesondere liefert er regelmäßig eine Zusammenfassung der dümmsten Meldungen der Woche („This Week In Stupid“). Dieses Video halte ich deswegen für besonders erwähnenswert, weil es relativ zeitlos ist und nicht irgendwelche Aufreger behandelt, sondern sich stattdessen mit theoretischen Grundlagen des (Radikal-)Feminismus befasst.

Gerade das Lesen und Beurteilen der Quellen, das sich Befassen mit Argumentationsmustern und dem Weltbild von Gegnern in der Debatte halte ich für eine wichtige Sache. Es kam zuletzt mal wieder bei Alles Evolution auf.

Außerdem (eine persönliche Vorliebe von mir) wird Sargon of Akkad hier nicht laut und flucht herum. Aus irgendeinem Grund scheint das ansonsten im angelsächsischen Raum als Indikator für Meinungsfreiheit zu dienen…

Bell Hooks: Anita Sarkeesian’s Influence

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Es gäbe viele Möglichkeiten für Titel mit Glocke („Bell“) oder Haken („Hook“) im Titel. „Hooked On A Feeling“ kennt man vor allem in der „Ooga chaka“-Version von Blue Swede – das hier ist das Original.

B. J. James: Hooked On A Feeling