Warum mir diese Comics etwas anderes sagen

Nach der Tee-Zustimmung macht nun ein Comic auf „Everyday Feminism“ gerade die Runde, in dem angeblich dargestellt wird, wie „die Gesellschaft“ Zustimmung zu sexuellen Handlungen behandelt. In Wirklichkeit zeigt der Artikel natürlich in erster Linie, was die Autorin Alli Kirkham für ein negatives Gesellschaftsbild hat, wenn sie allen Ernstes glaubt, solche Grenzüberschreitungen würden im allgemeinen akzeptiert und sogar verteidigt. „Rape Culture“, die von ihren den Kritikern selbst erzeugt wird.

Aber machen wir uns mal den Spaß und stoßen ins selbe Horn: Wie würden die dargestellten Situationen ablaufen, wenn die Welt nach radikalfeministinnen Regeln ablaufen würde? Weitere Vorschläge willkommen! (Der Aktive in meinen Beispielen ist jeweils der Mann, auch wenn es im Comic anders ist. Machen wir uns nichts vor: Es geht nur um diese Konstellation!)

Ein Student und eine Studentin geben sich beide die Kante. Betrunken beschließen sie, „Pulp Fiction“ zu schauen. Als die Studentin am nächsten Morgen bereut, den Film geguckt zu haben, denunziert sie den Studenten wegen „Film-Vergewaltigung“ bei der Uni-Verwaltung. Die Universität verständigt nicht etwa die Polizei, sondern läßt ein Gremium jenseits der Justiz den Fall behandeln. Solange der Student nicht seine Unschuld beweisen kann, gilt er als schuldig und muss damit rechnen, für das betrunkene Anschauen von Pulp Fiction von der Uni zu fliegen.

Ein Mann will sich von einer Frau das Auto ausborgen und sie fährt mit. Er möchte nicht als böser Raser gelten. Daher bleibt er alle 100 Meter stehen und fragt sie, ob sie auch enthusiastisch zustimmt, dass er weiterfahren darf. Auf keinen Fall reicht es ihm aus, wenn sie vorher sagt: „Fahr den Wagen mal richtig aus, ich mag das und melde mich schon, wenn es mir nicht passt.“

Eine Frau läßt sich eine Tätowierung machen. Nachdem sie von Politik-Aktivistinnen überzeugt wird, dass sich keine Frau freiwillig so eine Tätowierung stechen läßt, zeigt sie Monate nach dem Vorgang den Tätowierer wegen „Tattoo-Vergewaltigung“ an. Sollte er freigesprochen werden wegen Mangels an Beweisen, beklagen die Aktivistinnen, dass sich nun weniger Frauen trauen werden, Vergewaltigungen anzuzeigen, und plädieren dafür, im Zweifelsfall lieber einen Unschuldigen zuviel in den Knast zu stecken als einen bösen Tätowierer laufen zu lassen.

Das sind natürlich vollkommen absurde Situationen, die einfach dadurch zustande kommen, dass ich hier völlig schiefe Vergleiche anstelle. Aber das gilt fürs Original ebenso
– mit dem traurigen Unterschied, dass das von einigen Leuten vollkommen ernst genommen wird.

Der einzige Nutzen besteht in der geistigen Übung, zu erkennen, warum die Vergleiche nicht passen. Das liegt vor allem daran, dass in einem Fall das „Opfer“ als vollkommen machtlos und passiv dargestellt werden. Der Typ, dem gegen seinen Willen jede Menge Gewichte aufgeladen werden, kann anscheinend nicht etwa bereits das erste ablehnen. In den anderen Fällen sind die Opfer nicht anwesend (!) oder nicht bei Bewusstsein oder die Täter drohen jeweils Gewalt an. Hier ist die Vorstellung, es gäbe keinen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, dass das nicht ok ist, lachhaft.

Ähnlich wie ich schon an anderer Stelle sagte: Lassen wir doch einfach diese durchgeknallten Übertragungen auf andere Situationen, die nicht funktionieren, und widmen wir uns lieber vernünftigen Themen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal mit Queen, den Weltmeistern der „Consent Culture“. In ihrem Lied „I Want It All“ geben sie oft und enthusiastisch Zustimmung!

Queen: I Want It All

Fundstück: Gedanken sind Vergewaltigung!

Nach der bisherigen Talfahrt, was die Kriterien für sexuelle Belästigung und Sexismus angeht, widme ich mich im dritten Teil einem Fundstück über Vergewaltigung bzw. was dazu laut einem Video bereits alles zählt. Gefunden habe ich es über die Antwort des Amazing Atheist.

That’s Not Rape!

Das ursprüngliche Video ist inzwischen privat und nur noch nach Anmeldung einsehbar. Aber ich habe folgende Kopie gefunden (leider in schlechterer Qualität):

My Family Raped Me

Was bekommen wir da alles geboten als Vergewaltigung (der Erzählerin)?

  • Slutshaming durch die Mutter
  • Gewalt an der Mutter durch den Vater
  • Bruder macht ein Mädchen blöd an
  • täglich: Gedanken, Blicke, Wörter

Das setzt nun wirklich dem Fass die Krone auf: Gedanken sind Vergewaltigung!

Ich weiß nicht, wer dieses Video produziert hat oder was seine Absicht war, aber etwas Durchgeknallteres kann ich mir wirklich nicht mehr vorstellen (es gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich um eine Satire handelt). Wir sind inzwischen bei Gedankenverbrechen angelangt.

Viele haben es schon lange geahnt: Freies Denken unterstützt die Rape Culture. Wann wird das endlich verfolgt? Wann kommen die Triggerwarnungen, dass jemand etwas anderes denken könnte als ich?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal ein Lied, dessen Inhalt dem heutigen Beitrag nach zu urteilen hoffentlich bald der Vergangenheit angehört

Jonas Kaufmann: Die Gedanken sind frei

Fundstück: Tee-Zustimmung

Ich hatte es schon einmal woanders gesehen und nach dem Anfang mit Schaudern schnell weggeklickt. Jetzt hat es Gerhard aber in einem Kommentar erwähnt und deswegen gehe ich ausdrücklich darauf ein: Jemand vergleicht in einem Video Sex mit „jemandem eine Tasse Tee machen“ und will daran das Konzept der Zustimmung (consent culture) erklären.

Tea Consent

Nette Idee, aber hanebüchen. Der Vergleich hinkt einfach an zu vielen Stellen – oder offenbart ein völlig verqueres Weltbild:

  • Tee trinken ist nicht etwa etwas, was gegenseitig geschieht, nein, eine der Personen „erleidet“ das quasi und läßt es über sich ergehen. Besser kann man Frauen nicht als völlig passiv darstellen. (Machen wir uns nichts vor, es geht um Männer und Frauen.)
  • Nicht der aktive Part, also die Arbeit um das Tee zubereiten und das vorschlagen, ist irgendwie eine Leistung. Nein, der großartige Teil ist die Gnade der Person, der der Tee angeboten wird, sich dazu herabzulassen, ihn anzunehmen!
  • Die Person, der der Tee angeboten wird, kann nicht von sich aus einfach sagen, dass sie heute keine Lust auf Tee hat, selbst wenn sie weiß, dass die andere Person ständig Tee trinken will. Sie kann auch nicht von sich aus eine andere Zeit vorschlagen oder etwas ganz anderes zu machen.
  • Es ist überhaupt nicht möglich, bereits vorab auf das Thema Tee trinken zu kommen. Weder kann man Durst signalisieren noch Lust auf Tee. Es gibt auch keinerlei Phasen, die überlicherweise vor dem Teetrinken ablaufen. Man kann keine Stimmung für Tee trinken erzeugen.
  • Man stelle sich den Horror vor, plötzlich Tee zu trinken, nur weil man vorher gemeinsam die Sorte ausgesucht, das Wasser zum Kochen gebracht und die Tassen hingestellt hat. Wenn man dann nicht noch einmal ausdrücklich vor jedem Schluck nachfragt, ist es ganz klar rape tea!
  • Wenn eine Person, so wie in dem Video dargestellt, ständig Tee trinken will, warum trinkt sie den nicht alleine oder sucht sich jemand anderes dafür? Scheint ja keine gute Konstellation zu sein, wenn einer ständig will und der andere nicht.
  • Was passiert eigentlich, wenn die passive Person gerne Tee hätte, aber die aktive ausnahmsweise keine Lust, welchen zu machen und zu trinken?

Lustige Anekdote am Rande: Die Autorinnen des Films „Mädchen Mädchen 2“ haben „Teetrinker“ als synonym für „Langeweiler“ verwendet. Konkret bekommt es der eigentlich ganz okaye Junge ab, der ständig Tee für eines der Mädchen macht.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Die Ärzte haben mal ein Wortspiel auf „Liberté“ gemacht. Durch die neue Metapher bekommt das Lied jedoch eine andere Bedeutung.

Die Ärzte: Lieber Tee

Warum ich kein Konzept der Zustimmung erkenne

Was bisher geschah: Radikalfeministinnen wie Anne Wizorek sehen praktisch überall eine Rape Culture (Vergewaltigungskultur). Dieser kann man nur entkommen, indem man sich ausdrücklich der Consent Cultur (Zustimmungskultur) anschließt. Das entscheidende Element besteht darin, dass derjenige, der den nächsten Schritt macht, vorher sicherstellt, dass der Partner dem zustimmt. Bei einem heterosexuellen Paar fällt diese Verantwortung in der überwiegenden Mehrheit der Fälle dem Mann zu, denn allen Rufen nach Gleichberechtigung zum Trotz wollen in dieser Situation viele Frauen offenbar eine traditionelle Rollenverteilung.

Mal von dem grundsätzlichen Problem, dass plötzlich intime Dinge ohne ausdrückliche verbale Zustimmung automatisch unter „Vergewaltigungskultur“ einsortiert werden, abgesehen: Wie kann man denn sicher sein, dass die Partnerin wirklich zustimmt?

Der Gedanke hinter der ausdrücklichen Zustimmung ist ja, dass sich ein übergriffiger Mann nicht mehr damit herausreden kann, er dachte, sie wollte es doch auch. Dass sie das schon sagen würde, davon darf man nicht ausgehen, schließlich könnte die Frau ja verängstigt sein oder unter Schock stehen.

Und damit gehen die Probleme erst richtig los: Natürlich muss niemand, der A sagt, auch B sagen. Also muss für jeden Schritt eine Zustimmung eingeholt werden, damit sich niemand unter Druck gesetzt fühlen kann. Und die Zustimmung muss enthusiastisch sein, damit ein eventuell erzwungenes „ja“ nicht als Entschuldigung dienen kann.

Nun gehört es zu einem der wichtigsten Bestandteile des Radikalfeminismus, dass man nie sagen kann, wann es mal gut ist, weil man sich damit dem Verdacht aussetzt, reaktionär zu sein. Deswegen kann auf jede noch so extreme Forderung noch eine weitere draufgesetzt werden.

Inzwischen sind wir bei „Auch ja bedeutet nein“ und „Man kann seine Zustimmung im Nachhinein zurücknehmen“:

Das ist durchaus stimmig: Man will jegliche mögliche Situation, in der das Opfer später nicht gegen den Täter vorgehen kann, verhindern, und sozusagen alle an Bord holen mit ihren jeweiligen Problemen, sich so zu verhalten wie es eine breite Mehrheit der Menschen kann.

Damit sind wir aber endgültig auf dem Gebiet der Verschwörungstheorien angelangt. Denn letztendlich läßt sich nie beweisen, dass jemand nicht doch unter Druck stand (oder sich so fühlte, was auf dasselbe hinausläuft).

Es gibt daher keinerlei Möglichkeit, mit Sicherheit Einvernehmen zu bekommen. Jeder Mann (der ja meistens aktiven Part übernimmt) kann wegen Belästigung oder Vergewaltigung an den Internet-Pranger gestellt werden. Zum Glück leben wir nicht in einer „accusation culture“, in der normale Frauen eine Beschuldigung wegen Vergewaltigung für eine ganz alltägliche Sache halten.

Es kam vor einiger Zeit mal in einer Diskussion auf und ich nenne es gerne ausdrücklich: Für mich ist es entscheidend, ob ich jemandes Maßstäbe erfüllen kann. Hohe Ansprüche können gerechtfertigt sein. Wenn ich jedoch den Eindruck habe, es sowieso nicht recht machen zu können, dann versuche ich es auch erst gar nicht – so wie hier.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? OOMPH! mit „Du willst es doch auch“ passen wie die Faust aufs Auge.

Warum ich mehr über den Vorfall zwischen dem Inder und der Professorin wissen möchte

Es ist etwa einen Monat her, da machte eine Meldung die Runde: Deutsche Professorin lehnt Student ab: Keine Inder – das sind Vergewaltiger! (so etwa Genderama). Kurz zusammengefasst: Ein indischer Student bat laut seiner Darstellung um einen Praktikumsplatz in Deutschland; die Professorin lehnte das angeblich ab, weil Indien ein Vergewaltigungsproblem habe.

Die angeblichen E-Mails bzw. Ausschnitte aus ihnen wurden veröffentlicht. Ursprünglich wurde kein Name genannt; dies änderte sich jedoch mit den Aktualisierungen (Name und Foto der Professorin). Da bei der ursprünglichen Quelle auf quora.com bereits vorher der volle Name des Instituts zu lesen war, wäre es kein großer Aufwand gewesen, ihre Identität herauszufinden. Insofern ist der Hinweis, die Privatsphäre zu achten, indem man nicht ihre E-Mailadresse und Telefonnummer veröffentlicht, entsprechend witzlos – die kann man in weniger als einer Minute Recherche über Google bzw. den Internetauftritt der Uni in Erfahrung bringen.

Die Stellungnahme zu den Anschuldigungen war nicht geeignet, Licht in die Angelegenheit zu bringen. Meine Zusammenfassung: „Natürlich bin ich nicht fremdenfeindlich; die erwähnten Aussagen sind zwar gefallen, wurden aber aus dem Zusammenhang gerissen zitiert.“

Und genau hier hörte die allgemeine Berichterstattung auf. Das Interesse erlosch. Warum eigentlich?

Was schien passiert zu sein?

„Je besser eine Meldung über einen angeblichen Vorfall in mein Weltbild passt, umso stärker sollte ich sie hinterfragen.“ – so oder ähnlich hatte ich es in letzter Zeit mehrmals gelesen (und leider vergessen, mir den genauen Wortlaut sowie die Quelle zu notieren). Es wäre ja in der Tat zu schön gewesen gewesen, um wahr zu sein: Professorin argumentiert mit „Rape Culture“ und erzielt dadurch im Endeffekt Fremdenfeindlichkeit. Da man mit Hinweisen auf Männerfeindlichkeit und -diskriminierung keinen Blumentopf gewinnt, mit dem Thema Ausländerfeindlichkeit jedoch viel Aufmerksamkeit erreichen kann, ist das ein Weg, um gegen Radikalfeminismus vorzugehen.

Radikalfeminismus, das ist etwa eine Argumentation im Stil von „Indien bekommt das Problem der Vergewaltigungen nicht in den Griff, könnte es aber, wenn die Bevölkerung bzw. deren männlicher Teil es wollte, so dass es dann effektiv keine Vergewaltigungen mehr gäbe.“ Es scheitert also nur am fehlenden kollektiven Willen und nicht an der Unmöglichkeit, individuelles Fehlverhalten eines jeden einzelnen stets verhindern zu können. Nur wer letzteres ausblendet, kann auf die Idee kommen, dass ein Mann Verantwortung für die Taten sämtlicher anderer Männer übernehmen kann.

Ganz nebenbei sind wieder einmal nur Frauen die Opfer und Männer die Täter. Deswegen werden auch nur männliche Studenten abgestraft und nicht etwa alle. So schimmert es durch aus der Darstellung auf Quora.

Eine bessere Bestätigung meiner Meinung hätte ich kaum bekommen können. Dazu ist die radikalfeministische Professorin auch noch für die Allgemeinheit als „böse, weil ausländerfeindlich“ zu erkennen.

Doch halt, so einfach darf man es sich nicht machen. Sozusagen als meine Reaktion auf Cord Schnibbens Aufruf möchte ich anhand dieses Falls zeigen, was ich (mindestens) im professionellen Journalismus heute vermisse.

Dabei stehen mir weder die Zeit noch die Ausrüstung noch die Kontakte eines hauptberuflichen Journalisten zur Verfügung. Aber das, was ich als gewöhnlicher Feld-, Wald- und Wiesenblogger mit meinem gesunden Menschenverstand an Analyse schaffe, ist die Mindestmarke, die jeder Journalist erreichen muss. Alles darunter ist nicht zahlenswert, denn das kann ich mir selbst besorgen.

Zweifel ist angebracht

Es reicht zur Beurteilung des Sachverhaltes nicht aus, die Wissenslücken mit dem zu füllen, was ich gerne glauben würde. Daher möchte ich zunächst unter Berufung auf drei Einsichten ein gesundes Maß an Zweifel wecken:

Die naheliegendste Erklärung ist nicht immer richtig. Ockhams Rasiermesser hilft hier nicht weiter (und verspricht das auch nicht).

Bei der Diskussion des Prinzips „cui bono?“ (Wem nützt es?) hat Christian von Alles Evolution bereits vor voreiligen Kausalitätsschlüssen gewarnt. Ich möchte das erweitern: Nur weil etwas einleuchtend erscheint, muss es noch lange nicht so sein.

Beurteilt nach den harten Maßstäben an die Glaubwürdigkeit einer Geschichte, gilt erstaunlicherweise oft: Realität ist unrealistisch.

Was spricht gegen die Geschichte, wie sie uns serviert wurde?

Ich möchte also einmal alles in die Waagschale werfen, das zur Verteidigung der Professorin dienen kann. Für die einfachsten Sachen braucht man nicht lange:

  1. Irgendwo im Internet sind Bilder aufgetaucht, die die Vorwürfe angeblich belegen sollen. Das ist eine unzuverlässige Quelle, wie’s nur eben geht! Wer würde so etwas akzeptieren, wenn es um Vorwürfe gegen einen Menschen geht, der einem lieb und teuer ist? Oder wenn die Geschichte benutzt wird, um etwas „zu belegen“, an das man gerade nicht glaubt?
  2. Die Huffington Post behandelt das Thema. Gut, in diesem Fall die indische Ausgabe, aber ehrlich: Das ist doch sonst eine als „feministisch“ verschriene Zeitung, der man gerade nicht glaubt und bei der man annimmt, dass sie es mit der Wahrheit nicht zu genau nimmt. Wieso soll sie plötzlich als seriös gelten und ein Zeichen sein, dass an der Geschichte etwas dran ist?
  3. Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate – wer kennt das nicht? Damit kann man Leuten das Wort im Mund umdrehen. Es wurde eben nicht die gesamte Korrespondenz veröffentlicht, sondern nur der Teil, der schlimm wirkt.
  4. Vorwürfe, die im Internet erhoben werden gegen eine klar identifizierbare Person, jedoch ohne gute Belege (solche Bilder sind keine, die kann man selbst machen!) – dafür gibt es eine ganz andere Erklärung: Die Vorwürfe sind nicht wahr, sondern sollen den beschuldigten Menschen verleumden. Das wäre ja nun wirklich nichts Neues. Die einfachste Spielart wäre: Enttäuschte, die ihre Ablehnung nicht akzeptieren wollen.

Nach dieser ersten einfachen Runde bleibt bereits sehr wenig übrig, das man übernehmen kann. Stattdessen wäre es jetzt angebracht, mit der richtigen Recherche anzufangen.

Ansatzpunkte zur Metakritik

Doch wirft die Sache auch sehr unangenehme Fragen auf, die zur Selbstkritik einladen können. In der beschriebenen Geschichte stecken einige Annahmen, die es selbst zu hinterfragen gilt.

Wer hat denn das Bild von der indischen Rape Culture gezeichnet? Waren das nicht die deutschen Massenmedien vorher? Die Idee, dass ein schlimmer Kriminalfall punktgenau das Wesen der indischen Gesellschaft präsentiert, sie konnte sich nicht zuletzt auch deswegen gut verbreiten, weil sie seinerzeit den Berichterstattenden gut in den Kram passte. Anständig war das aber nicht.

Es gab eine ganze Reihe spannender Meldungen in den letzten Jahren aus Indien, die leider nur auf Englisch berichtet wurden. Wie tief muss das Niveau deutschsprachiger Medien gesunken sein, wenn ich gegenteilige Informationen zum groß gezeichneten Bild
am besten aus einem privat betriebenen Blog bekomme, das dabei im wesentlichen entsprechende Artikel zitiert und einige wenige Sätze übersetzt?

  1. Wussten Sie’s schon? Indien hat eine der niedrigsten Vergewaltigungsraten der Welt
  2. Vergewaltigung in Indien dient dazu, Männer zu dämonisieren
  3. Neues Gesetz führt zu rapidem Anstieg von Falschbeschuldigungen bei sexueller Gewalt
  4. Gruppenvergewaltigung vorgetäuscht, um 700.000 Rupien abzuzocken
  5. Frauen missbrauchen Gesetz gegen Vergewaltigung, um Männer zur Heirat zu zwingen
  6. Vier Frauen vergewaltigen Schulkameradin mehrere Tage lang
  7. Angeklagter soll vergewaltigt worden sein
  8. Indische Regierung genehmigt erste Universität nur für Frauen

Und wer es gerne ein wenig härter möchte: Es noch einige Meldungen, die in eine ganze andere Richtung deuten:

  1. Nur Männer können wegen Vergewaltigung verhaftet werden
  2. Falschbeschuldigter bringt sich um
  3. Mob hackt mutmaßlichem Vergewaltiger auf offener Straße Penis ab
  4. Der Vergewaltigung Beschuldigter aus Knast verschleppt und zu Tode geprügelt

Und das war nur das Ergebnis einer schnellen Suche via Google bei Genderama. Ein echter Journalist hätte sich Mühe gegeben und noch mehr gefunden.

Tatsächlich scheint es für männliche Vergewaltigungsopfer bei weiblichen Tätern schwer zu sein, Anerkennung als Opfer zu finden, so etwa der Fall eines 16-jährigen. Die entsprechende Gesetzgebung wurde absichtlich nicht geschlechtsneutral formuliert, wie zuletzt vor einer Woche noch zu lesen war.

Natürlich müssen auch all diese Artikel genauso hinterfragt werden! Was mich nur skeptisch stimmt: Warum bekomme ich diese offensichtlich existierende Meinungsvielfalt nicht auf Deutsch angeboten?

Als Reaktion auf das bedenkliche Hollaback-Video gab es eine indische Version. Hier geht eine Frau völlig unbehelligt durch Mumbai, wobei sogar, besser als im Original, die Viertel genannt werden, in denen sie sich bewegt.

10 hours of walking in mumbai as a woman

Auch das wäre mal ein interessantes Thema: Einige Inder haben offenbar keine Lust, dass ihr Land als „Hort der Vergewaltiger“ dargestellt wird, und möchten zeigen, dass Frauen ordentlich behandelt werden.

Als zweiter Punkt sei genannt: Die Reaktion der Professorin ist, wie schon erwähnt, alles andere als zufriedenstellend. Allem Anschein nach sind es zumindest einige Professoren nicht gewohnt, dass ihre Arbeit kritisch hinterfragt wird und sie sich für ihr Tun rechtfertigen müssen. In einer offenen Welt, in der sich die Leute besser informieren können, über eigene Fehler zu sprechen und souverän zu kommunizieren, das muss jeder erlernen und es kann schmerzvoll sein, das zu merken. Quizfrage: Von welchem anderen Berufsstand hört man in letzter Zeit vermehrt, dass er keine Kritik erträgt, sondern es als ererbtes Recht betrachtet, dass das eigene Wort aufgrund der Position mehr gilt als das der Kritiker? Es wäre eine schmerzhafte Erkenntnis, in den Fehlern der anderen auch die eigenen zu sehen…

Und drittens sei gefragt: Wie konnte es überhaupt soweit kommen, dass Anschuldigungen auf so dünner Indizienlage die Basis für Artikel hergeben? Wann haben wir uns daran gewöhnt, dass unsere Zeitungen auf so eine schwammige Geschichte anspringen? Wieso gab es keine Empörung über die schlechte Berichterstattung? Warum hat niemand mehr nachgehakt?

Was gegen die Professorin spricht

Ein Reporter, der an der Geschichte drangeblieben wäre, anstatt sie nur kurz für ein paar billige Schocks zu verwenden, hätte noch eine Menge Fragen stellen können. Als Basis hätte in diesem Fall die genannte offizielle Erklärung der Universität dienen können, auf die man sich auf jeden Fall stützen kann. Bei der jetzigen Informationslage ist eine Menge offen und man ist immer versucht, die Lücken mit eigenen Vermutungen zu füllen. Gerade daraus kann man jedoch etwas machen!

Laut der Pressemitteilung sind die Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und die zitierten Passagen zusammengestückelt worden. Es wird also gleichzeitig nicht dementiert, dass die Professorin überhaupt geschrieben habe, Indien habe grundsätzlich ein Vergewaltigungsproblem und die indische Gesellschaft bekomme dies seit vielen Jahren nicht in den Griff. Der in der Quelle angeblich zitierte Gegensatz „weibliche deutsche Professoren“ / „männliche indische Studenten“ mit der Konsequenz „lassen nicht mehr zum Praktikum zu“ / „sind nicht mehr willkommen“ wird verneint; es wird aber nicht behauptet, diese Formulierungen seien nicht Teile der ursprünglichen E-Mails gewesen.

Bezeichnend sind weitere angebliche Details: Dass die Ablehnung allein mit den weiblichen Studenten begründet wird, so als ob die Sache ok wäre, wenn es nur männliche Studenten am Institut gäbe bzw. diese es nicht stören würde. Dass nur weibliche Professoren anscheinend dagegen handeln, dass nur männliche Inder von dem Boykott betroffen sind, obwohl doch vorher behauptet wird, Vergewaltigungen zeigten die Einstellung der gesamten Gesellschaft gegenüber Frauen. Hier zeigt sich mit etwas Nachdenken ein schauerliches Weltbild gegenüber Männern, Indien und dem Verhältnis der Geschlechter und wenn diese Formulierungen so nicht gefallen sind, dann wäre jeder gut beraten, ausdrücklich zu verneinen, sie jemals verwendet zu haben. Nur geschieht das nicht. Wenn es kein Dementi gibt im Rahmen der Presseerklärung, kann ich davon ausgehen, dass die Professorin irgendwann tatsächlich solche Sachen geschrieben hat.

Die erste Frage lautet also: In welchem Zusammenhang haben denn diese Sätze einen Sinn? Was ist der Kontext, dessen sie beraubt wurden, in dem sie nicht fremdenfeindlich sind und die abstruse Theorie der Rape Culture inklusive Kampf Männer gegen Frauen wiedergeben?

Nun gilt es zu berücksichtigen, dass sich die Professorin aufgrund der Art und Weise, wie die Teile der E-Mails sowie ihre Identität an die Öffentlichkeit gekommen, zurecht überrumpelt fühlen kann. Denn die ersten Artikel hatten ja bereits ein Urteil gefällt. Wer bleibt da ruhig? Gut möglich, dass jemand geraten hat, scheinbar auf Nummer sicher zu gehen und nicht auf die Details einzugehen, auch wenn ich es wie oben begründet für falsch halte.

Wie ich ebenfalls erwähnte, muss die Professorin kein Meister in Kommunikation sein. Formulierungen im Sinne von „Ich habe nichts gegen Ausländer. Selbst einige meiner Mitarbeiter sind Ausländer.“ haben sich ins Gedächtnis einprägt für die Situation, dass sich jemand verteidigt, nachdem er zurecht für ausländerfeindliche Äußerungen gerügt wurde. Vielleicht war ihr auch nicht bewusst, dass es ohne ein explizites Dementi der angeblichen Details so aussieht, als habe sie sie doch getätigt.

Was wäre die Alternative gewesen? Den gesamten erwähnten E-Mail-Wechsel freigeben, am besten nach Rückfrage an den Studenten. Wenn dieser plötzlich nicht zustimmen würde, könnte man das als Indiz werten, dass er tatsächlich verzerrend zitiert und kein Interesse an der Aufklärung bzw. öffentlichen Diskussion des Falles hat, womit sich auch die Frage stellt, warum er überhaupt erst mit Teilen davon an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Als schaler Beigeschmack würde mindestens bleiben, dass man aufgrund anonymer Beschuldigungen gezwungen werden kann, seine E-Mails zu veröffentlichen. Das ist sicherlich keine schöne Stunde für den Datenschutz.

Ich kann nur vermuten, dass es der Professorin unangenehm wäre, wenn andere die vollstände Korrespondenz lesen würden. Zum einen, weil ich davon ausgehe, dass die Aussagen in keinem Kontext vollkommen harmlos sind. Gut möglich, dass sie mit Bitten um Praktikumsplätze überschüttet wird (so geht es Leuten oft, die Bewerbungen bearbeiten müssen) und dann irgendwann nicht mehr die Ruhe hat, bei jeder nervigen Rückfrage vollkommen sachlich zu bleiben – insbesondere etwa, wenn die Studenten ihrerseits pampig werden oder mit Unterstellungen um die Ecke kommen.

Zum anderen, weil sich, egal wie man es dreht und wendet, direkt die Anschlussfragen ergeben: Ist es in Ordnung, wenn eine Professorin im Rahmen ihres Berufs auf diese Weise kommuniziert? Müsste sie nicht souverän über manchen Dingen stehen? Warum hat sie sich überhaupt in diese Diskussion verwickeln lassen, anstatt etwa einfach nicht mehr zu antworten, zumal wenn sie höchstwahrscheinlich wenig Zeit hat?

Ein unverschämter Student und eine Professorin, die sich Frechheit nicht bieten lassen will und dabei selbst ausfallend wird – das wäre etwa eine einleuchtende Erklärung (wie oben erwähnt, heißt das nicht, dass sie richtig sein muss), die jenseits des Schwarzweißschemas ist, mit dem heutzutage gerne operiert wird. Leider habe ich nirgendwo gelesen, dass jemand diese Vorlage aufgegriffen hätte, um erst zu recherchieren und dann eine differenziertere Geschichte zu erzählen. Das wäre etwas, das ich mal wieder gerne lesen würde.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal natürlich indische Musik – vom Soundtrack des Films „Bend it like Beckham“:

B21: Darshan

Fundstück: The Amazing Atheist

„The Amazing Atheist“ ist ein durchaus umstrittener und streitbarer Mann. Das erste Mal lief ich ihm über den Weg, als er ein Video über Mobbing veröffentlichte, mit dem ich wenig anfangen konnte. Wieder auf meinem Radar tauchte er auf, als Christian ein Video von ihm veröffentlichte, in dem er einen Blogartikel genüsslich auseinandernahm.

Nun gibt es viele Punkte, in denen ich mit ihm nicht übereinstimme, ganz vorneweg bin ich kein Atheist. Ich mag auch seine übliche Vorgehensweise nicht, das Recht auf freie Meinung dadurch zu praktizieren, indem er flucht, beleidigend wird und herumbrüllt. Es gibt aber ein Video von ihm über Geschlechterthemen, das ein wenig aus diesem Rahmen fällt und das ich deswegen als Fundstück präsentieren möchte insbesondere für all die Leute, die ebenfalls mit seiner normalerweise ordinären, polarisierenden Art nicht zurechtkommen und deswegen auch nicht lange bei ihm suchen werden, um so etwas zu finden.

The Amazing Atheist kritisierte wiederholt seltsame Auswüchse des Feminismus, aber auch das mit zweierlei Maß messen bei den Geschlechtern (etwa Verharmlosung von Gewalt gegen Männer, in den Kommentaren in diesem Blog schon einmal angesprochen). Ein Video von ihm heißt „There’s No Rape Culture!„. Dieses Schlagwort, von mir als „Vergewaltigungskultur“ übersetzt, lese ich immer wieder mal Zusammenhang mit Feminismus einerseits und der Männerbewegung andererseits. Bei Genderama und Alles Evolution taucht es entsprechend auf, bei Christian etwa gab es unter anderem schon Definition und erste Fragen sowie eine Kritik.

Das alles wäre eine Artikelserie wert; es geht mir aber immer noch um das eigentliche Fundstück. In dem ersten Video verwahrte sich „The Amazing Atheist“ ausdrücklich gegen die gelegentlich im Zusammenhang mit Vergewaltigungsvorwürfen geforderte Abschaffung des Rechtstaats (welcher in Deutschland inzwischen auch bekannt ist als „der Rotz, der unser Leben lebenswert macht„). Er erwähnte auch, dass er selbst am Arbeitsplatz durch eine Frau sexuell belästigt wurde und darüber gelacht wurde und er für homosexuell gehalten wurde, weil er es nicht mochte. Ebenfalls ging er darauf ein, dass bereits die Anschuldigung einer Vergewaltigung das Leben des Beschuldigten zerstört. Schließlich forderte er dazu auf, ihm Argumente zu liefern, warum er mit seinem Standpunkt, es gebe keine „rape culture“, falsch läge (mit dem Hinweis, dass Argumente bei ihm tatsächlich schon zu einer fundamentalen Meinungsänderung geführt hätten). Er erhielt darauf anscheinend eine Menge Reaktionen, die ihn offenbar recht beeindruckten.

Das nachfolgende Video, das er produzierte, ist das eigentliche Fundstück. Hier spricht er mit ruhiger Stimme und läßt die üblichen Ausfälle größtenteils sein (am Ende flucht er leider doch ein wenig herum). Wer keinen langhaarigen, bärtigen, übergewichtigen Mann sehen will (Stilkritik dieser Art gab’s tatsächlich schon bei Christian in den Kommentaren), kann das Video im Hintergrund laufen lassen – es werden keine illustrierenden Bilder gezeigt, die man verpassen würde.

The Amazing Atheist: The End Of Rape

Zum Inhalt, wie er schon im vorangegangenen Video versprochen wurde: Vier Arten von Leuten, die mit einer Vergewaltigung davonkommen können. Klingt.nach starkem Tobak und das Video hat tatsächlich den Schönheitsfehler, dass nur drei Gruppen vorkommen:

  1. Sportler
  2. Gefängnisinsassen
  3. Militär

Dass es bei diesen drei Gruppen der Fall sein kann, leuchtet mir ein. The Amazing Atheist hat erst kürzlich ein neues Video veröffentlicht, indem er die Untätigkeit des Militärs, diese Fälle zu verfolgen und den Unwillen des Gesetzgebers, andere Regeln aufzustellen, kritisierte. (Dazu sei ein Gegenbeispiel bei Genderama erwähnt von einem Prozess, der mit allen Mitteln durchgezogen worden soll, aber schiefzugehen scheint, weil an den Vorwürfen nichts dran ist.)

In dem Video kommt auch eine überzeugende Analyse, was diese Szenarien alle gemeinsam haben:

  • strenge Hierarchien und Befehlsstrukturen
  • starke Betonung von Stärke und Härte mit dem Ziel, „Dinge auszuhalten“
  • Unterdrückung von Empathie für Menschen außerhalb der eigenen Gruppe
  • hohes Stressniveau, wenig Empathie = die Basis vieler Verbrechen

Ich habe aber noch eine ganz hässliche Erklärung dafür, warum es einerseits keine Vergewaltigungskultur gibt und es andererseits ganz schwer für die Opfer sein kann, in ihrem Umfeld Gehör zu finden. Erinnert sich noch jemand an den Ort Insel? Dort sollten zwei Sexualstraftäter nach Verbüßung ihrer Haftstrafe wohnen, wogegen sich die Anwohner verbissen wehrten. Eine Frau jedoch blieb unbeteiligt. Ihre Tochter war vor Jahren sexuell missbraucht worden. Von einem Einwohner Insels. Ich meine, es sei der Artikel Gefangen in der Freiheit: Zwei Ex-Häftinge in einem Dorf, in dem ich das ursprünglich gelesen habe; außerdem habe ich einen MDR-Bericht als PDF gefunden. Kommt der Täter aus den eigenen Reihen / der eigenen Dorfgemeinschaft, scheint man ihn eher in Schutz zu nehmen. Allgemeine Ansprüche an Gerechtigkeit werden dann ausgeschaltet. Was im Extremfall bedeutet, dass selbst wenn Polizei und Justiz vorbildlich arbeiten, jedes einzelne Opfer gegen seine Umgebung kämpfen muss. Traurig, aber wahr.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wer hätte das gedacht – zum eigentlichen Thema des Fundstücks will mir nichts einfallen. Dafür gibt’s ein Lied, das oft für ein Liebeslied gehalten wurde, aber eigentlich von einem Menschen handelt, der seiner ehemaligen Liebe nachstellt.

The Police: Every Breath You Take