Fundstück: Freakonomics über Partnersuche via Internet

„Freakonomics“ hatte ich schon einmal erwähnt. Zum ersten Mal war mir der Name jedoch in ganz anderem Zusammenhang über den Weg gelaufen: Ein Beitrag befasst sich mit Ökonomie bei der Partnersuche übers Internet. Ja, es heißt nicht umsonst Partnermarkt… praktischerweise werden auch einige Tipps gegeben und Gesetzmäßigkeiten erklärt.

Man beachte, was sich zwischen der ursprünglichen Sendung (Textversion) und der Wiederausstrahlung (Textversion) verändert hat!

Einige Details, die zum Teil altbekannte Überzeugungen bestätigen:

  1. Bei Frauen ist Aussehen wichtig, bei Männern Einkommen.
  2. Bei Männern gibt es ein starkes Ungleichgewicht, was das eigene Aussehen angeht. Die besten 10% und noch einmal die besten 5% heben sich deutlich vom Rest ab.
  3. Man sollte sich klar überlegen, was man sucht, und sein Profil entsprechend darauf ausrichten, um passenden Partnern die richtigen Signale zu senden. Bei einer großen Menge von potentiellen Kandidaten lohnt es sich, sein Profil umso klarer auszurichten, damit man leichter als „besonders gut passend“ identifiziert wird.
  4. Absolut unverhandelbare Dinge sollte man sofort nennen. Entweder es geht oder es geht nicht.
  5. Für Männer, die eine feste Partnerschaft wollen, lohnt es sich, zu signalisieren, dass sie etwas festes suchen. Für einen Flirt sind die meisten zu haben, aber nicht alle sind zu mehr bereit.
  6. Entsprechend lohnt es sich für solche Männer, Stabilität und Verlässlichkeit auszustrahlen (und natürlich „andere Frauen fühlen sich in seiner Gegenwart wohl“).
  7. Einem konkreten 28-jährigen Mann wird geraten, bei der Wahl der Frauen wählerisch zu sein. Er sei in einem guten Alter und habe noch Zeit.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Vielen Dank für den Vorschlag, aranxo!

Chic: Le Freak

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Feministische Forderungen als Manipulationsversuche des Sexualmarktes

Neuer Peter ist wieder da und kommentiert kräftig unter dem Artikel Der Sex-Dämon Mann bei „Alles Evolution“. Einer seiner Kommentare ist so lang und so lesenswert, dass ich ihn kurzerhand hier als Gastartikel veröffentliche:

Interpretiert man feministische Forderungen als Manipulationsversuche des Sexualmarktes, kann man meines Erachtens durchaus eine kohärente Strategie erkennen.

Was den Sex und das Drumherum angeht, lassen sich die Schwierigkeiten von Frauen grob in zwei Kategorien einteilen: 1) Balz und 2) Folgekosten von Sex.

1) Balz
Das Skript unserer Spezies sieht ein männliches Werben um weibliches Gefallen vor. Es gibt hier Ausnahmen, Verschiebungen und kulturelle Überlagerungen, aber der Kern der Sache scheint mir weitgehend biologischer Natur zu sein.

Das bedeutet, dass die weibliche Aufgabe bei der Balz zum einen darin besteht, potentielle Partner anzulocken (1a) und zum anderen Selektionsarbeit zu leisten (1b), also unpassende Bewerber abzulehnen.

2) Folgekosten von Sex
Der größte Posten stellt hier die Schwangerschaft dar (2a). Damit verbunden ist die Gefahr, auf diesen Kosten allein sitzen zu bleiben, wenn der Sexualpartner kein ausreichendes Commitment aufweist. Dieses sicherzustellen ist von daher eine enorm wichtige Aufgabe für die Frau (2b). Auch der Schutz vor Vergewaltigung (2c) ist mit diesem Komplex verbunden.
Daneben und damit verbunden haben wir auch noch die möglichen Reputationsverluste (2d) durch Sex. Nämlich dadurch, dass Männer im Schnitt aufgrund der Vaterschaftsunsicherheit weniger promiskuitive Frauen als Langzeitpartner bevorzugen.

Fassen wir zusammen: Grob gesagt besteht eine optimale weibliche sexuelle Strategie darin, möglichst viele hochwertige potentielle Partner anzulocken (1a), wobei dies unter Umständen höhere Kosten bei der Selektionsarbeit (1b) mit sich bringt, die gehandhabt werden wollen. Daraufhin steht eine Minimierung der Folgekosten von Sex im Vordergrund. Die Schwangerschaft (2a) und die Gefahr der Vergewaltigung (2c) wollen gehandhabt werden, der Partner an einen gebunden (2b) und der Reputationsverlust (2d) minimiert werden.

Nun bin ich der Ansicht, dass sich ein Großteil feministischer Forderungen und Gedanken mithilfe dieser Punkte einordnen lässt.

Die Forderung nach maximaler Freizügigkeit von jüngeren Feministinnen (slut walks etc.) betrifft (1a), die Verdammung von Konkurrenz (Kampf gegen Prostitution) und Surrogatsangeboten (Kampf gegen Pornos, sexualisierte Werbung und Computerspiele) ebenso.

Zu (1b) gehören alle Versuche, die Kosten für Anbandelungsversuche auf männlicher Seite in die Höhe zu treiben (creep shaming, rape culture Diskurse, extrem restriktive sexual harassment policies etc.). Je höher der potentielle Fallout für einen gescheiterten Anbandelungsversuch, umso eher werden weniger selbstbewusste und weniger durchsetzungsfähige Männer abgeschreckt. Um die Selektionsarbeit für Frauen zu minimieren, sollten sich eben nur Männer mit einem besonders hohen relativen sexuellen Marktwert bei den entsprechenden Frauen bewerben. Hier werden im Grunde die Kosten für die Selektionarbeit auf die Männer abgewälzt.

(2a) dürfte weitgehend selbsterklärend sein und umfasst den Einsatz für einen möglichst weiträumig und kostengünstig gestalteten Zugriff auf Verhütungsmittel und Abtreibung.

Auch (2c) dürfte selbsterklärend sein.

(2b) und (2d) sind meiner Ansicht nach die interessantesten Posten. In den USA setzt es sich derzeit durch, die Gesetze und policies für sexuellen Missbrauch derart zu gestalten, dass Vergewaltigung dann vorliegt, wenn Frau den Sex bedauert. David hat hier bereits den Fall Kalifornien angesprochen, aber auch die Abschwächung des Beweislastprinzips (Wandel von ‘beyond a reasonable doubt’ hin zu ‘preponderance of evidence’) und die Einrichtung einer Parallelgerichtsbarkeit nach feministischen Vorstellungen an den Colleges geht meiner Ansicht nach in diese Richtung. Ich möchte das hier nicht en detail ausführen. Das Thema ist aber außerordentlich spannend und sicher einen eigenen Artikel wert.

Dadurch, dass Männer nun auf das Wohlwollen ihrer Sexualpartnerinnen angewiesen sind oder enorme Konsequenzen fürchten müssen, wird die männliche Sexualstrategie, hohe Bereitschaft für Commitment vorzutäuschen, nach dem Sex aber nicht einzuhalten, effektiv eingedämmt (2b).

Die rape culture Narrative und sexual harassment policies, die sämtliche Verantwortung für Sex beim Mann verorten, erlaubt es Frauen darüber hinaus, die Verantwortung für Sex im Notfall abzustreifen und sich als Opfer zu inszenieren, was potentiellen Reputationsverlusten vorbeugt (2d).

Natürlich ist dieser Einordnungsrahmen extrem einseitig. Ich denke aber, dass er unter Umständen sehr interessante Erkenntnisse produzieren könnte.

Es lässt sich mit diesem Muster beispielsweise relativ leicht erklären warum im Feminismus die Forderung nach maximaler Freizügigkeit mit einer Verdammung der männlichen Reaktion darauf (creep shaming, male gaze etc.) Hand in Hand geht. Man erhöht die Reichweite des Schleppnetzes, will aber den Beifang minimieren.

Ich bin auf Ergänzungen und Einwände gespannt.

Ergänzung:
Von Adrian kam bereits folgende Antwort:
„Ich habe dem nichts hinzuzufügen.
Außer das ich den Feminismus nicht unbedingt als Manipulationsversuch sehen würde, da Manipulation eine eine rational abgewägte Strategie impliziert.

Ich halte Feminimus für eine durch gesellschaftliche Umstände ins Extrem getriebene Weiblichkeit.“

Darauf Neuer Peter: „Sehr guter Einwand. Das Ganze muss ja nicht bewusst ablaufen.“