Fundstück: „Passt einfach“ von Marvin Clifford

In einem Kommentar bei bei Alles Evolution erwähnte only_me folgenden Comic:

Passt einfach“ von Marvin Clifford bei Schisslaweng

Dieser Comic illustriert auf hervorragende Weise das „netter Kerl“-Syndrom („nice guy syndrom„). Ich vermute, dass ein ähnlicher Comic mit vertauschten Rollen, bei dem der nicht vergebene Mann keinerlei Aufmerksamkeit bei der Frau erregt, als „typisch weibliche Hypergamie“ gewertet würde. Als unerwarteter Bonus ist hier sogar Fettlogik enthalten.

Korrigierend seien zwei thematisch passende Kommentare von david erwähnt, ursprünglich bei Alles Evolution erschienen (welches auch mit „diesem Blog“ gemeint ist):

Hier braucht es mal ein bisschen Kitsch, der nicht ins Weltbild passt:

Viele attraktive Frauen sind übrigens mit erstaunlich sympathischen, netten, gar nicht so schwer erfolgreichen Typen zusammen. Was daran liegt dass normale Männer sowieso besser sind als ihr Ruf.

…und Frauen auch längst nicht (alle) so hypergam wie ihr Ruf auf diesem Blog

Übrigens haben sich die Geschichten von Martin Clifford seit einiger Zeit stark verändert. Er erlebt jetzt ganz neue Abenteuer und ist sogar mal romantisch. Na, da hat jemand noch rechtzeitig den Absprung von der Bitterkeit geschafft.

Die Schisslaweng-Comics, die mir vorher am häufigsten über den Weg gelaufen sind, sind übrigens „Was Frauen wollen“ und „Antwort auf alles„. Finde ich beide eher so „naja“.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Ich würde statt „nice guy“ lieber auf „wild boy“ setzen… Energie, Aktivität – mir hat das im Leben immer mehr geholfen als frustriert herumzusitzen oder mich zu fragen, warum die Welt so ungerecht ist.

Duran Duran: Wild Boys

Warum ich „netten Kerlen“ Kaffee mit Sahne als Vorbild empfehle

Bei „Alles Evolution“ ging es vor einigen Wochen darum, was „nette Jungs“ (Nice Guys) unattraktiv macht. Das „netter Kerl“-Syndrom hatte ich schon zu Anfangszeiten dieses Blogs auf meiner Liste. Anstatt weiter darauf zu warten, dass mir der perfekte Artikel einfällt, zitiere ich lieber als ersten Schritt meinen Kommentar:

Ich glaube, dass die „netten Kerle“ vor allem die gute Grundidee „Ich muss sie gut behandeln“ falsch verstehen und übertrieben umsetzen. Nur wirkt das dann nicht „nett“, sondern aufgesetzt, unterwürfig, unentschlossen – und das ist nie attraktiv. Wenn der Mann offenbar nicht so recht weiß, was er will, wie soll dann die Frau den Eindruck gewinnen, dass er sie will? Wie soll sich eine Frau in einen Mann verlieben, von dem sie nicht einmal die Illusion haben kann, zu wissen, wer er wirklich ist?

Doch woher kommt diese Fehlvorstellung, man dürfte Frauen nie etwas abverlangen oder mal Kontra geben? Mir scheint es so, als ergebe sich das aus der Kombination „besonders gutmütiger Mann“ und „besonders häufige Predigt, wie unsensibel Männer im allgemeinen seien und wie schlecht es den Frauen gehe“. Das schlägt dann um in „die armen Frauen, ich muss sie besonders gut behandeln als Ausgleich dafür, was man ihnen schon alles angetan hat“.

Ich vergleiche das inzwischen gerne mit Kaffee und Sahne. „Kaffee“ steht für die klassischen dominanten Eigenschaften, „Sahne“ für Gefühle und Romantik. Die Frau trinkt gerne Kaffee, nur ist der manchmal etwas bitter. Wenn es dazu doch noch etwas Sahne gäbe! Der „nette Kerl“-Mann hört überall die Sehnsucht nach der Sahne, versteht aber nicht, dass die zusätzlich zum Kaffee gewünscht wird. Vor die Wahl gestellt zwischen einer Tasse untrinkbarer Sahne und dem üblichen Kaffee, nehmen die Frauen natürlich letzteres. Und der Mann ist völlig verwirrt, warum anscheinend keine das will, was sie doch alle vorher so gerne gehabt hätten. „Frauen erzählen alle, sie wollen Sahne, und dann trinken sie doch wieder diesen bitteren Kaffee!“ ist dann ein häufig gehörtes Fazit des Missverständnisses.

Dabei sind „Kaffee“ und „Sahne“ keine sich ausschließenden Gegensätze. Das eine läßt sich auch nicht mit dem anderen ersetzen. Es ist also eine falsche Dichotomie.

Sobald tatsächlich jemand um die Ecke kommt, der einen Kaffee mit einem Schuss Sahne hat, wird sein Angebot in vielen Fällen attraktiver eingestuft als das des „reinen Kaffee“-Mannes. Über die richtige Mischung können natürlich die Meinungen auseinander gehen. Und das wäre auch eine positive Botschaft: Die Welt ist nicht schwarz wie Kaffee oder weiß wie Sahne, es gibt jede Menge Abstufungen dazwischen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Erst beim Suchen ist mir aufgefallen, wieviele Lieder mit „schwarzem Kaffee“ im Titel es gibt…

All Saints: Black Coffee

Nostalgie-Fundstück: Zwei Texte über „nette Kerle“

In meiner Quellensammlung spuken noch zwei ganz alte Texte herum. Es war eine meiner ersten Ideen fürs Geschlechterallerlei, sie ausführlich zu behandeln. Inzwischen sehe ich jedoch ein, dass alleine ein Text über das „Netter-Kerl-Syndrom“ einerseits ziemlich lang wird, andererseits bei mir der ganz große Druck vorbei ist, darüber zu schreiben. Also nenne ich lieber erst einmal die beiden Texte, die ja spielend alleine bereits für eine Diskussion sorgen können.

Den ersten kenne ich seit über fünfzehn Jahren. Als ich ihn das erste Mal in einem Uni-Magazin gelesen habe, habe ich mich sehr darüber geärgert – wohl auch deswegen, weil ich mich selbst, wie ich widerstrebend eingestehen musste, in dem netten Kerl wiederfand, wenn auch nicht in so extremem Maße.

Aus heutiger Sicht ist das alles vollkommen übertrieben, die Welt wird schön in Macho / Weichei geteilt, dazwischen gibt’s nichts (von den erwähnten Frauen, die alle einen Schaden haben, mal ganz zu schweigen). Aber früher habe ich das alles viel zu ernst genommen.

Das war übrigens Jahre, bevor ich auf den Begriff „Friendzone“ gestoßen bin. Es war also doch nicht alles schlecht damals. 🙂

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Da fällt mir sofort dieser Klassiker ein…

Alice Cooper: No More Mr Nice Guy