Fundstück: Männer und Frauen bei Stack Overflow

Gefunden via Fefe: Stack Overflow (eine Plattform, bei der man Fragen rund um Softwareentwicklung stellen kann) hat die Zahlen zur letztjährigen Nutzeranalyse veröffentlicht.

Einige Details, die ich besonders interessant finde: Weniger als 6% der Menschen, die die Fragen beantwortet haben, sind Frauen. Auch wenn es bei der Frage nach dem Geschlecht auch die Antwortmöglichkeit „ein anderes“ gab, wählte das fast niemand aus.

Wie auch schon von Fefe bemerkt, gibt es einige beachtliche Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern bei der Frage, warum sie Stack Overflow benutzen. Frauen wählten häufiger „weil ich sonst meine Arbeit nicht machen kann“, Männer hingegen „um zu zeigen, dass ich gut bin in dem, was ich mache“ und deutlich öfters „um anderen zu helfen“.

Bei letzterem bleibt der Unterschied auch dann noch sehr groß, wenn man die möglichen Schwankungen jeweils voll in Richtung „weniger Unterschied“ wertet. Dieser mögliche Korridor ist bei den Frauen größer, weil deutlich weniger an der Umfrage teilnahmen.

Ich finde es faszinierend, dass gerade der Unterschied in der Hilfsbereitschaft am stärksten ausgeprägt ist. Schon bei bei Alles Evolution wurde als eine Ursache für einen möglicherweise stärker ausgeprägten Wunsch bei Männern, etwas zu erklären, angenommen, dass diese lieber zeigen, sich mit etwas auszukennen. (Ob das daher kommt, dass sie Kompetenz zeigen müssen, ist dann wieder die nächste Frage…)

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo es darum geht, um Hilfe zu bitten…

The Beatles: Help!

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Fundstück: Datenerhebung zur häuslichen Gewalt gegen Männer

Gleichmaß e.V. weist auf „ein Pilotprojekt der Thüringer Regierungskoalition (SPD, LINKE und Grüne)“ hin, das „jetzt herausfinden [will], in welchem Ausmaß Männer Opfer häuslicher Gewalt werden“. Na, besser spät als nie, möchte man sagen. Es wäre ja nicht so, dass es da nicht bereits Gewaltforschung auf internationaler Ebene gäbe. Bisher haperte es nur daran, Ergebnisse auch wahrzunehmen, wenn Männer betroffen waren, ohne etwa gleich Männern allgemein die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben.

Wir begrüßen diesen Schritt außerordentlich. Jedoch kommt der Artikel etwas missverständlich darauf zu sprechen, im gesamten deutschsprachigen Raum seien bezüglich des womöglich große Dunkelfeldes keine gesichterten Erkenntnisse zu finden.

Und es folgt ganz locker eine Schilderung, was Gleichmaß e.V. selbst seit Jahren unternommen hat, um die Problematik an die Regierung zu vermitteln. Meine Hochachtung davor, das so trocken schildern zu können!

Für die Regierung wäre etwa die privat finanzierte Gewaltschutzwohnung in Gera ein ganz interessantes Beispiel. Das brächte allerdings auch das Risiko einer unangenehmen Wahrheit mit sich: Der Staat hat die Problemlage, die woanders längst bekannt ist, bislang ignoriert.

Jetzt so zu tun, als sei das eine neue Erkenntnis und als habe man keine Zahlen, deute ich so: Zuzugeben, dass man sich (auch aus ideologischen und wahltaktischen Gründen) für ein Problem bisher nicht interessiert hat, kommt bei der Bevölkerung nicht gut an. Besser ist es, man spielt den besorgten Politiker und einigt sich auf das Narrativ „Wir konnten ja nicht ahnen, dass…! Wenn uns das mal einer gesagt hätte!“.

Der Optimist würde sagen: Das Thema kann offenbar nicht mehr ignoriert werden. Das ist tatsächlich der gute Kern der Nachricht.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Für alle diejenigen, die bei so etwas nicht ruhig bleiben können, ein Lied der härteren Machart zum Abreagieren…

Stabbing Westward: Lies

Warum ich das Klischee „Männer prügeln sich und werden dann Freunde“ nicht glaube

So macht Bloggen Spaß: Auf den gestrigen Beitrag schrieb Bombe 20 einen sehr treffenden Kommentar, der nicht nur zielsicher auf eine Schwachstelle in der besprochenen Popkultur hinweist, sondern ohnehin ein Thema anschneidet, das schon mehrmals vorkam und es verdient hat, besprochen zu werden:

Das hat jetzt nur tangential mit dem eigentlichen Thema zu tun, aber ich frage mich schon ewig:
(…)
Das ist ja mindestens in Film und Fernsehen ein relativ häufig anzutreffender Tropus: Zwei Männer haben irgendeinen Konflikt, der schwelt eine Weile, schließlich prügeln sich die beiden. Nachdem der Kampf beendet ist (filmisch meist durch einen Schnitt oder eine Blende), ist nicht nur der Konflikt aus der Welt, sondern sie sind sich auch emotional näher gekommen/Freunde geworden/ihr zerrüttetes Verhältnis ist wieder gekittet, was häufiger als nicht dadurch symbolisiert wird, daß sie gemeinsam ein Bier trinken.

Wenn ein komödiantischer Effekt erzielt werden soll, kühlen sich beide noch jeweils eine schmerzende Körperstelle, oft mit der Implikation, daß der Kampf keinen klaren Sieger hatte. Mögliche Steigerung ist noch, daß beide von ihren jeweiligen Frauen/Freundinnen verarztet werden, die sich natürlich die ganze Zeit wunderbar verstanden haben und mit denen zusammen wir als Zuschauer kopfschüttelnd auf das dumme, kindische, gewalttätige, eben typisch männliche Verhalten herabschauen.

Nun ist meine männliche Sozialisation ja vielleicht einfach mangelhaft, aber: Ist das wirklich typisch männliches Verhalten? Gibt es das in der Realität überhaupt wirklich? Ich meine, häufiger als Reittiere, die nahe einer Medikamentenverkaufsstelle ihren Mageninhalt hervorwürgen?
Oder schreiben da nur haufenweise Drehbuchautoren voneinander ab, die schlicht keine Ahnung haben, wie sie männliches Sozialverhalten zuschauer- und laufzeitkompatibel darstellen sollen?

Ich meine, das Hinterfragen dieses Klischees schon mehrfach in dieser Blogblase gelesen zu haben, etwa von LoMi in einem Kommentar (war es bei Alles Evolution?) – und es ist längst überfällig, das einmal in einem eigenen Artikel festzuhalten. In der Popkultur findet man das tatsächlich, etwa bei so unterschiedlichen Filmen wie Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle (1972) mit Bud Spencer und Terence Hill und They Live (1988) von John Carpenter. Mit der Realität hat das aber nichts tun, im Gegenteil. Neben der Ignoranz, wie Männer wirklich ticken, enthält dieses Klischee mindestens zwei gefährliche Botschaften:

1. Verharmlosung von Gewalt: Solche Szenen legen Deutungen nahe wie
„Es ist nicht so schlimm, sie sind ja offenbar Freunde.“
„Das hat ihnen mal ganz gut getan. Jetzt sind sie wieder friedlich.“

2. Verkennen, was Gewalt für Männer bedeutet: Deutungsmöglichkeiten hier
übliche harmlose Freizeitbeschäftigung, wenn sie untereinander ausgetragen wird
hat offenbar keine bleibenden Spuren, eher eine männliche Form von Sozialleben

Mich würde ebenfalls interessieren, ob irgendeiner der Leser ein solches Verhalten tatsächlich aus dem wirklichen Leben kennt. „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ halte ich für keine treffende Beschreibung typischen männlichen Verhaltens.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Da ich den Film schon erwähnt habe, darf das bekannte Lied auch nicht fehlen…

Oliver Onions: Flying Through The Air

Warum ich abnehmen empfehle

Den heutigen Artikel wollte ich schon lange schreiben. Wie ich schon früher feststellte:

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wieviele Rädchen es gibt, an denen man drehen kann, und wie wenige das tatsächlich tun. Etwa abnehmen, um sich selbst wieder wohl in seiner Haut zu fühlen.

Normalgewicht ist gut für einen selbst. Und gut für die Wirkung auf andere, womit die positive Wirkung auf einen selbst noch einmal verstärkt wird.

Fettlogik für Hetero-Männer: „Frauen achten bei Männern nicht so stark aufs Aussehen!“

Das ist die große Wahrheit, die überall herumgetragen wird und die man offiziell aussprechen kann, ohne anzuecken. Leider hilft das für die persönliche Entwicklung überhaupt nicht weiter.

Daher ein Denkanstoß: Selbst wenn „nicht so stark“ stimmt, ist das nur relativ, und im Vergleich zu „ist eines der wichtigsten Attraktivitäsmerkmale“ kann das immer noch „ist wichtig“ bedeuten.

Je nach Kontext kann diese Fettlogik, etwa wenn sie von einer Frau gegenüber einem befreundeten Mann geäußert wird, auf „soziale Erwünschtheit“ zurückzuführen sein: Die Frau glaubt, dass es allgemein als oberflächlich gilt, auf gutes Aussehen zu stehen. Es kann auch eine Aussage sein, „um einen nicht zu verletzen“ – insbesondere, wenn man glaubt, dass man wenig an seinem Gewicht ändern kann.

Wäre Frauen Aussehen egal, gäbe es für die Schönlinge unter den Schauspielern, Musikern und Sportlern keinen Markt. (Hier als Alternativerklärung eine Verschwörungstheorie über „die Verschwulung der Welt“ einfügen.)

Eine Studie bei OK Cupid ergab zudem eine interessante Erklärung: Frauen stuften 80% der Männer als „unterdurchschnittlich“ bezüglich ihres Aussehens ein. Wenn das allgemein stimmt, dann bedeutet eine Aussage, Frauen achteten nicht so sehr aufs Aussehen, vor diesem Hintergrund nur, dass man nicht zu den bestaussehendsten 20% zählen muss. Und damit ist die Realität wieder hergestellt.

Oder wie es in der Gegenüberstellung „Die üblichen gesellschaftlich anerkannten Flirttipps vs. Game“ recht deutlich wird: Natürlich spielt das Aussehen eine Rolle! Man sollte sich von Sprüchen à la „Sei Du selbst“ nicht davon abbringen lassen, zu erkunden, was man denn noch alles werden kann.

60% Übergewichtige in Deutschland

Soweit sind wir inzwischen gekommen. Das bedeutet aber auch: Man gehört schon zu den schlanksten 40%, wenn man Normalgewicht erreicht. Mit einer einzigen Aktion so viel zu erreichen – das ist doch mal eine effektive Investition in sich selbst.

Nun ist Gewicht nicht gleich Aussehen. Was mir aber auf den zahlreichen Vorher/Nachher-Fotos im „Fettlogik überwinden“-Blog aufgefallen ist: Man sieht insbesondere die Gesichtskonturen viel deutlicher, wenn die Leute schlank sind. Ich finde, dass gerade ein freundliches Lächeln viel ausdrucksstärker wirkt, wenn das Gesicht scharfe Kanten hat.

Gerade bei einem Mann kann ein schlanker Körper auch ausstrahlen: Ich habe mich selbst im Griff. Ich stelle an mich selbst Anforderungen – und erfülle sie. Ich warte nicht ab, was mir so passiert, sondern nehme mein Leben selbst in die Hand. Ich übernehme Verantwortung für meine Gesundheit.

Auf sich selbst hören

Nadja Hermann alias erzählmirnix macht es vor: Sie merkt geringe Schwankungen, achtet auf ihr Körpergefühl. Letzteres sollten Männer ebenfalls tun, auch wenn sie gelernt haben, Signale zu ignorieren. Wie sie außerdem in den Kommentaren sehr treffend schreibt:

„Für mich persönlich war am Ende der Sprung zwischen hohem Normalgewicht/leichtes Übergewicht und dem Gewicht jetzt nochmal mit der größte, vom Körpergefühl her.“

Das sollte ein Ansporn sein, auch abzunehmen, wenn es „nur ein paar Kilos“ weniger sein sollten. Auszustrahlen, dass man sich wohl in seiner Haut fühlt, trägt natürlich auch zur Attraktivität bei. Mal abgesehen davon, dass einem enge, körperbetonte Klamotten stehen. Man sollte nicht unterschätzen, wieviele Frauen da gerne hingucken – und all das wieder eine positive Rückkopplung gibt. Oder wie es „ein Mann mit Idealkörper“ berichtet:

[A]uf Besuche im Freibad, Sauna oder Strand freue ich mich mehr. Oder einfach nur in Figur-betonter Kleidung durch die Fußgängerzone oder zum Einkaufen zu gehen, macht schon Spaß.
(…)
Klar, Selbstvertrauen und Selbstwert darf und kann gar nicht nur über die Optik kommen; aber sich selbst als attraktiv zu empfinden, hilft, ein gesundes Selbstwert-Grundgerüst weiter auszubauen.

Fremde nehmen mich anders wahr:

  1. gucken mir hinterher (passiert einem als Mann recht selten)
  2. bekomme regelmäßig Komplimente, auch von Frauen (passiert noch seltener)
  3. Die meisten Menschen wundern sich, wenn sie erfahren, dass ich Software Entwickler bin. Passt mal so gar nicht ins Klischee.

Mal abgesehen davon, dass man rein optisch dynamischer wirkt: Vielen erfolgreichen Abnehmern fällt erst im Nachhinein auf, wieviele Aktivitäten sie mit Übergewicht gar nicht, nur ungern oder mit weniger Freude unternommen haben. Mehr Optionen zu haben und diese mehr zu genießen ergibt natürlich auch mehr Möglichkeiten, andere Menschen kennenzulernen.

Wenn es um den Partnermarkt geht, finde ich folgende Einsicht auch sehr hilfreich: Man kann verlangen, was man selbst zu geben bereit ist.

Erfolgsgeschichten von Männern:

  1. Long Way Down
  2. Jochen bekommt sein Fett weg
  3. Der Fettlogik-Knick
  4. … als mein Mann mit Volldampf Richtung Normalgewicht davonrauschte …
  5. Feeling oder Fakten? Das ist die Frage…
  6. Wie lebt man(n) mit Idealkörper?
  7. Entscheidungen, die doch meine sind
  8. „Das hätte ich auch gerne!“
  9. Den letzten Kilometer ruhig auslaufen

Die Motivation zur Serie

Angenommen, ich schreibe für einen eigentlich ganz okayen, aber irgendwie unzufriedenen jungen Mann. Welche niedrigschwelligen Tipps würde ich ihm geben, gerade nicht mit dem Ziel „ich reiße 1000 Frauen auf“, sondern „ich möchte glücklicher in meinem Leben werden“?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Irgendwie kommt mir bei diesem Thema immer das Bild von Thomas D. beim Fitness-Training hängengeblieben, bei dem er eine Arbeitsversion des folgenden Liedes hört:

Thomas D.: Fighter

Fundstück: Männliche Ausländer haben eine doppelte Chance, unter Generalverdacht gestellt zu werden

„Wo bleibt da die Chancengleichheit?“, möchte man zynisch hinzufügen. Doch der Reihe nach.

Gerhard kritisiert einen Artikel über Kriminalität von Ausländern von asemann:

Ersetze „Ausländer“ durch „Männer“ und Du hast genau dieselbe femifaschistische Argumentation, die auch [Margarete] Stokowski so gerne hinlegt.

Die „Eine Zeitung“ berichtete kurz zuvor: „Es war schon wieder ein Mann!!!“: Lutz Bachmann fordert nach Mord an Freiburger Studentin Ausweisung aller Männer. Übertroffen hatte das zuvor nur Der Postillon mit seiner Schlagzeile über die Gruppe mit den meisten Verbrechern.

Via Fefe, der über Berichterstattung in gleichen Fall bloggte, stieß ich auf einen Artikel in der Berliner Zeitung, in dem mir einige Abschnitte besonders ins Auge fielen:

„Aber wir dürfen nicht vergessen“, ergänzte [Steffen] Seibert nun, „wir reden von der möglichen Tat eines afghanischen Flüchtlings – nicht von einer ganzen Gruppe von Menschen, die wie er Afghanen oder Flüchtlinge sind.“
(…)
Darum bat auch Freiburgs grüner Oberbürgermeister Dieter Salomon: Man möge „die Herkunft des Täters nicht für Pauschalurteile heranzuziehen“.

Aber das Geschlecht schon? Bzw. man möge bitte die Herkunft des mutmaßlichen (Rechtsstaat!) Täters ignorieren, damit er dann genauso wie inländische Männer unter Generalverdacht gestellt werden kann? Wann hören wir so etwas wie „wir reden von der möglichen Tat eines Mannes – nicht von einer ganzen Gruppe von Menschen, die wie er Männer sind.“?

Die Ruhrbarone haben einen Artikel veröffentlicht, in dem Martin Niewendick genau das Gegenteil getan hat: Er zählt einzelne Taten von Männern gegen Frauen auf und summiert das als „Der Krieg der Männer gegen die Frauen„. Allerdings bekommt er in den Kommentaren ordentlich Gegenwind, gerade von einigen üblichen Verdächtigen hier aus der Blogblase:

Matze:

Soll ich hier jetzt eine Liste starten mit Müttern die ihre Kinder töten und das ganze dann der Krieg der Mütter gegen ihre Kinder nennen? Denn zwischen zwei Drittel und drei Viertel der Kindstötungen werden durch die leiblichen Mütter verübt.

Adrian:

Ein erstaunlich erfolgloser Krieg, bedenkt man, dass Frauen die Mehrheit stellen, länger leben und seltener Opfer von Gewalt werden als Männer.

djadmoros:

Mit demselben Level an verallgemeinernder Dummheit ließe sich schreiben, dass ein Krieg »der Ausländer« gegen »die Deutschen« herrscht oder ein Krieg »der Moslems« gegen »das Abendland«. Aber das wäre dann zweifellos »Hate Speech«.

Ebenso bezeichnende wie weitverbreitete Doppelmoral: Sexismus ist Scheiße, außer gegen Männer. Rassismus ist Scheiße, außer gegen Weiße.

uepsilonniks:

Das was der Autor hier mit Männern macht, machen Rassisten exakt genauso mit Flüchtlingen, Muslimen, Ausländern. Aber hey, der aufrechte Pseudolinke weiß genau zwischen guter und böser Hetze zu unterscheiden…

Und damit schließt sich der Kreis. Ich bin sehr erfreut darüber, dass als Mittel, um sie vor Augen zu führen, „Männer“ und „Ausländer“ in beide Richtungen getauscht werden. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) ist immer abzulehnen. Genau diese Erkenntnis ist es, die ich zum Beispiel mit der Serie „Spaß mit Männerhass“ erzielen möchte.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo es sowohl um Ausländer als auch Männer geht…

Foreigner: Growing Up The Hard Way

Fundstück: Die extrem schwankende Attraktivität von Männern

Bei Alles Evolution antwortet david in einem Kommentar auf marenleinchen (Hervorhebungen von mir):

Es ist so: als Frau kennst du deinen Marktwert wahrscheinlich ziiiemlich gut. Du weißt auch, wie du ihn nach oben oder unten manipulieren kannst, indem du etwas mehr oder weniger Aufwand betreibst. Da ist natürlich auch bei Frauen Spiel drin.

Als Mann hast du nur einen ganz ungefähren Näherungswert, wirklich wissen tust du es nicht und das eigene Spiegelbild ist eh nicht objektiv. Zum Einen bekommst du in der Regel sehr viel weniger, zumindest weitaus subtileres Feedback, selbst wenn du attraktiv bist. Zum Anderen ist deine erlebte Attraktivität derart heftigen Schwankungen ausgesetzt, dass dir schon in der Pubertät hören und sehen vergeht. Weil sie schlicht in höchstem Maße von Kontext, Macht und deinem (v.a. selbstsicherem) Verhalten, Humor etc abhängig ist. Ja, und auch (suggeriertem Status). Es gibt Lebensphasen oder Situationen, da verändert sich dein Auftreten und dein Erfolg bei Frauen wie Tag und Nacht, das Aussehen bleibt aber doch wohl ziemlich gleich. Und zwar macht das nicht nur einen Unterschied darin, ob du „sympathisch“ bist, sondern im Extremfall ob ein und dieselbe Frau bei deinem Anblick die Nase rümpft oder sie sich dich einverleiben möchte wie ein Dessert.

Ich hab ja mit dir schon häufig gegen die Pickup-Weisheiten von Christian andiskutiert die oft mit hohem Bullshit-Faktor daherkommen, aber die Wahrheit liegt dann schon mindestens dazwischen.

Gerade in den hervorgehobenen Stellen fand ich mich doch sehr wieder. Ich fand das in jungen Jahren sehr verwirrend, wenn auf einmal alles lief, obwohl ich doch scheinbar nichts anders gemacht hatte. Natürlich war es umso schlimmer, wenn ich nach einer Phase, in der ich anscheinend als sehr attraktiv wahrgenommen wurde, plötzlich aus allen Wolken fiel und ich keine Ahnung hatte, wie ich aus dem Tief wieder herauskommen konnte. Vor allem fragte ich mich dann, was ich getan hatte, um dieses Ergebnis, „nicht mehr attraktiv zu sein“, verdient zu haben. Da steckte der falsche Glauben dahinter, der eigene Erfolg oder Misserfolg sei vollkommen steuerbar und damit geschehe das, was einem passiere, auch immer irgendwie recht.

Heute weiß ich (auch auf andere Lebensbereiche bezogen), dass es einfach Umstände geben kann, unter denen man kaum eine Chance hat. Das entbindet einen nicht etwa von Verantwortung und Veränderungswillen im eigenen Leben – es macht sie erst akzeptabel. Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten bei sich selbst zu suchen, kann man dann in produktivere Bahnen lenken, als ständig zu grübeln.

Es freut mich sehr und hat mich auch berührt, zu lesen, wie stark männliche Attraktivität schwankt. Das ist etwas, das ich gerne jungen Männern als Erklärung und Beruhigung mitgeben würde. Es gibt Durststrecken im Leben und am besten nutzt man diese Phasen, indem man sich nicht kirre machen läßt, sondern sich auf eigene Stärken und Interessen konzentriert (kreativ sein, neue Fähigkeiten erlernen, den Bekanntenkreis erweitern, reisen). Wenn dann wieder eine gute Phase kommt, hat man die Zeit davor gut genutzt und ist ein viel interessanterer Mensch geworden.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Anziehungskraft mag keine Wahl sein, aber seltsam ist sie manchmal auf jeden Fall.

The Cure: Strange Attraction

Warum ich Widersprüchlichkeit in Ordnung finde

Bei Alles Evolution kamen zwei interessante Fragen in die Runde:

Sind eurer Meinung nach Frauen widersprüchlicher als Männer oder sind Männer in anderen Bereichen widersprüchlicher und es fällt Männer bei sich selbst vielleicht weniger auf? Oder ist es eben einfach nur ein Vorurteil, welches gar nicht zutrifft?

Drei wesentliche Punkte dazu kamen von MGTOW Deutsch in einem Kommentar unter dem Artikel:

Menschen sind im Allgemeinen widersprüchlich. (…) Unterschiede gibt es individuell, nicht auf das Geschlecht bezogen.
Allerdings wird bei Frauen Widersprüchlichkeit von der Gesellschaft eher akzeptiert als bei Männern.

Zur ersten Aussage: Genau so ist es. Menschen allgemein sind widersprüchlich. Die Welt ist voller Widersprüche. Die Realität ist unrealistisch.

Und das hat einen Sinn. Stellen wir uns das krasse Gegenteil vor: Menschen, die immer konsistent, also konsequent handeln. Klingt nach fürchterlichen Pedanten und Prinzipienreiterei. Ein Mensch, der zum Beispiel im Alltag auf seine Ausgaben achtet und das dann auch im Urlaub durchzieht, nie „einfach mal so“ ins Café geht, nie „mal Fünfe gerade sein lassen“ kann, kommt mir nicht besonders nachahmenswert vor, sondern wie ein armseliger Geizhals.

Allzu viel Konsequenz wirkt unmenschlich und abstoßend! „Es ist ja wirklich erschreckend, wie zielgerichtet manche Leute ihr Ziele verfolgen.“

Punkt Nummer zwei: Selbst für den Fall, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt – na und? Am Ende sind die individuellen Unterschiede größer.

Dass Frauen sich in bestimmten Situationen Widersprüchlichkeit eher erlauben können als Männer, ist auch meine Vermutung. Gut wurde das in den Kommentaren bei Christian schon eingegrenzt: Im Berufsleben geht das zum Beispiel nicht, egal, welches Geschlecht man hat. Männer haben genauso widersprüchliche Gefühle, sind inkonsequent usw., aber es schadet ihrer Attraktivität und ihrem Ansehen, wenn das zu offensichtlich wird.

Für Beziehungen werte ich eine gewisse Unterschiedlichkeit sogar sehr positiv: Wenn einer Klarheit und Entschlossenheit ausstrahlt, gibt das Halt und Orientierung (und „eine erste Lösung“), wenn der andere viele verschiedene widerstrebende Gefühle ausdrückt, zeigt das auch Offenheit und gesunden Restzweifel (und „verschiedene Alternativen“).

Aber es geht auch humorvoll. Wie Christian schrieb:

Allerdings habe ich den Satz „ich bin eine Frau, ich darf das“ in Bezug auf gewisse „Widersprüchlichkeiten“ auch schon gehört. Nicht absolut als Recht, eher dann als scherzhafte Bemerkung.

Meine erste Assoziation war: Das ist jemand so mit sich selbst im reinen, dass er über sich Scherze machen kann. Sympathisch!

Um mit Stereotypen spielen zu können, braucht man eine gewisse Lockerheit. Das ist eine hervorragende Basis für ein entspanntes Verhältnis.

Ich benutze immer wieder folgenden Spruch: „Bitte geben Sie mir einfache Anweisungen – ich bin ein Mann!“

Das spiegelt natürlich die Auffassung wieder, dass Männer allgemein etwas simpler gestrickt sind. Aber man kann das eben positiv ummünzen, um klare Anweisungen einzufordern.

Mit Stereotypen über die eigene Gruppe zu spielen kann ein absoluter Eisbrecher sein. Den Satz „Wir sind Italiener, da ist es nun mal etwas chaotisch!“ habe ich schon so oft von italienischen Freunden gehört. Selbst kontere ich natürlich gerne im Sinne von „Entschuldigung, aber wir sind Deutsche, das wird jetzt genauso gemacht, wie es die Regeln sagen, ob sie einen Sinn ergeben oder nicht!“

Lockerheit und Selbstironie sind wunderbare Gewürze für die Suppe des Lebens. Lieber widersprüchlich als langweilig!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Konsequenterweise bringe ich ein Lied, das den Widerspruch im Titel trägt.

Green Day: Walking Contradiction