Warum ich abnehmen empfehle

Den heutigen Artikel wollte ich schon lange schreiben. Wie ich schon früher feststellte:

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wieviele Rädchen es gibt, an denen man drehen kann, und wie wenige das tatsächlich tun. Etwa abnehmen, um sich selbst wieder wohl in seiner Haut zu fühlen.

Normalgewicht ist gut für einen selbst. Und gut für die Wirkung auf andere, womit die positive Wirkung auf einen selbst noch einmal verstärkt wird.

Fettlogik für Hetero-Männer: „Frauen achten bei Männern nicht so stark aufs Aussehen!“

Das ist die große Wahrheit, die überall herumgetragen wird und die man offiziell aussprechen kann, ohne anzuecken. Leider hilft das für die persönliche Entwicklung überhaupt nicht weiter.

Daher ein Denkanstoß: Selbst wenn „nicht so stark“ stimmt, ist das nur relativ, und im Vergleich zu „ist eines der wichtigsten Attraktivitäsmerkmale“ kann das immer noch „ist wichtig“ bedeuten.

Je nach Kontext kann diese Fettlogik, etwa wenn sie von einer Frau gegenüber einem befreundeten Mann geäußert wird, auf „soziale Erwünschtheit“ zurückzuführen sein: Die Frau glaubt, dass es allgemein als oberflächlich gilt, auf gutes Aussehen zu stehen. Es kann auch eine Aussage sein, „um einen nicht zu verletzen“ – insbesondere, wenn man glaubt, dass man wenig an seinem Gewicht ändern kann.

Wäre Frauen Aussehen egal, gäbe es für die Schönlinge unter den Schauspielern, Musikern und Sportlern keinen Markt. (Hier als Alternativerklärung eine Verschwörungstheorie über „die Verschwulung der Welt“ einfügen.)

Eine Studie bei OK Cupid ergab zudem eine interessante Erklärung: Frauen stuften 80% der Männer als „unterdurchschnittlich“ bezüglich ihres Aussehens ein. Wenn das allgemein stimmt, dann bedeutet eine Aussage, Frauen achteten nicht so sehr aufs Aussehen, vor diesem Hintergrund nur, dass man nicht zu den bestaussehendsten 20% zählen muss. Und damit ist die Realität wieder hergestellt.

Oder wie es in der Gegenüberstellung „Die üblichen gesellschaftlich anerkannten Flirttipps vs. Game“ recht deutlich wird: Natürlich spielt das Aussehen eine Rolle! Man sollte sich von Sprüchen à la „Sei Du selbst“ nicht davon abbringen lassen, zu erkunden, was man denn noch alles werden kann.

60% Übergewichtige in Deutschland

Soweit sind wir inzwischen gekommen. Das bedeutet aber auch: Man gehört schon zu den schlanksten 40%, wenn man Normalgewicht erreicht. Mit einer einzigen Aktion so viel zu erreichen – das ist doch mal eine effektive Investition in sich selbst.

Nun ist Gewicht nicht gleich Aussehen. Was mir aber auf den zahlreichen Vorher/Nachher-Fotos im „Fettlogik überwinden“-Blog aufgefallen ist: Man sieht insbesondere die Gesichtskonturen viel deutlicher, wenn die Leute schlank sind. Ich finde, dass gerade ein freundliches Lächeln viel ausdrucksstärker wirkt, wenn das Gesicht scharfe Kanten hat.

Gerade bei einem Mann kann ein schlanker Körper auch ausstrahlen: Ich habe mich selbst im Griff. Ich stelle an mich selbst Anforderungen – und erfülle sie. Ich warte nicht ab, was mir so passiert, sondern nehme mein Leben selbst in die Hand. Ich übernehme Verantwortung für meine Gesundheit.

Auf sich selbst hören

Nadja Hermann alias erzählmirnix macht es vor: Sie merkt geringe Schwankungen, achtet auf ihr Körpergefühl. Letzteres sollten Männer ebenfalls tun, auch wenn sie gelernt haben, Signale zu ignorieren. Wie sie außerdem in den Kommentaren sehr treffend schreibt:

„Für mich persönlich war am Ende der Sprung zwischen hohem Normalgewicht/leichtes Übergewicht und dem Gewicht jetzt nochmal mit der größte, vom Körpergefühl her.“

Das sollte ein Ansporn sein, auch abzunehmen, wenn es „nur ein paar Kilos“ weniger sein sollten. Auszustrahlen, dass man sich wohl in seiner Haut fühlt, trägt natürlich auch zur Attraktivität bei. Mal abgesehen davon, dass einem enge, körperbetonte Klamotten stehen. Man sollte nicht unterschätzen, wieviele Frauen da gerne hingucken – und all das wieder eine positive Rückkopplung gibt. Oder wie es „ein Mann mit Idealkörper“ berichtet:

[A]uf Besuche im Freibad, Sauna oder Strand freue ich mich mehr. Oder einfach nur in Figur-betonter Kleidung durch die Fußgängerzone oder zum Einkaufen zu gehen, macht schon Spaß.
(…)
Klar, Selbstvertrauen und Selbstwert darf und kann gar nicht nur über die Optik kommen; aber sich selbst als attraktiv zu empfinden, hilft, ein gesundes Selbstwert-Grundgerüst weiter auszubauen.

Fremde nehmen mich anders wahr:

  1. gucken mir hinterher (passiert einem als Mann recht selten)
  2. bekomme regelmäßig Komplimente, auch von Frauen (passiert noch seltener)
  3. Die meisten Menschen wundern sich, wenn sie erfahren, dass ich Software Entwickler bin. Passt mal so gar nicht ins Klischee.

Mal abgesehen davon, dass man rein optisch dynamischer wirkt: Vielen erfolgreichen Abnehmern fällt erst im Nachhinein auf, wieviele Aktivitäten sie mit Übergewicht gar nicht, nur ungern oder mit weniger Freude unternommen haben. Mehr Optionen zu haben und diese mehr zu genießen ergibt natürlich auch mehr Möglichkeiten, andere Menschen kennenzulernen.

Wenn es um den Partnermarkt geht, finde ich folgende Einsicht auch sehr hilfreich: Man kann verlangen, was man selbst zu geben bereit ist.

Erfolgsgeschichten von Männern:

  1. Long Way Down
  2. Jochen bekommt sein Fett weg
  3. Der Fettlogik-Knick
  4. … als mein Mann mit Volldampf Richtung Normalgewicht davonrauschte …
  5. Feeling oder Fakten? Das ist die Frage…
  6. Wie lebt man(n) mit Idealkörper?
  7. Entscheidungen, die doch meine sind
  8. „Das hätte ich auch gerne!“
  9. Den letzten Kilometer ruhig auslaufen

Die Motivation zur Serie

Angenommen, ich schreibe für einen eigentlich ganz okayen, aber irgendwie unzufriedenen jungen Mann. Welche niedrigschwelligen Tipps würde ich ihm geben, gerade nicht mit dem Ziel „ich reiße 1000 Frauen auf“, sondern „ich möchte glücklicher in meinem Leben werden“?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Irgendwie kommt mir bei diesem Thema immer das Bild von Thomas D. beim Fitness-Training hängengeblieben, bei dem er eine Arbeitsversion des folgenden Liedes hört:

Thomas D.: Fighter

Fundstück: Männliche Ausländer haben eine doppelte Chance, unter Generalverdacht gestellt zu werden

„Wo bleibt da die Chancengleichheit?“, möchte man zynisch hinzufügen. Doch der Reihe nach.

Gerhard kritisiert einen Artikel über Kriminalität von Ausländern von asemann:

Ersetze „Ausländer“ durch „Männer“ und Du hast genau dieselbe femifaschistische Argumentation, die auch [Margarete] Stokowski so gerne hinlegt.

Die „Eine Zeitung“ berichtete kurz zuvor: „Es war schon wieder ein Mann!!!“: Lutz Bachmann fordert nach Mord an Freiburger Studentin Ausweisung aller Männer. Übertroffen hatte das zuvor nur Der Postillon mit seiner Schlagzeile über die Gruppe mit den meisten Verbrechern.

Via Fefe, der über Berichterstattung in gleichen Fall bloggte, stieß ich auf einen Artikel in der Berliner Zeitung, in dem mir einige Abschnitte besonders ins Auge fielen:

„Aber wir dürfen nicht vergessen“, ergänzte [Steffen] Seibert nun, „wir reden von der möglichen Tat eines afghanischen Flüchtlings – nicht von einer ganzen Gruppe von Menschen, die wie er Afghanen oder Flüchtlinge sind.“
(…)
Darum bat auch Freiburgs grüner Oberbürgermeister Dieter Salomon: Man möge „die Herkunft des Täters nicht für Pauschalurteile heranzuziehen“.

Aber das Geschlecht schon? Bzw. man möge bitte die Herkunft des mutmaßlichen (Rechtsstaat!) Täters ignorieren, damit er dann genauso wie inländische Männer unter Generalverdacht gestellt werden kann? Wann hören wir so etwas wie „wir reden von der möglichen Tat eines Mannes – nicht von einer ganzen Gruppe von Menschen, die wie er Männer sind.“?

Die Ruhrbarone haben einen Artikel veröffentlicht, in dem Martin Niewendick genau das Gegenteil getan hat: Er zählt einzelne Taten von Männern gegen Frauen auf und summiert das als „Der Krieg der Männer gegen die Frauen„. Allerdings bekommt er in den Kommentaren ordentlich Gegenwind, gerade von einigen üblichen Verdächtigen hier aus der Blogblase:

Matze:

Soll ich hier jetzt eine Liste starten mit Müttern die ihre Kinder töten und das ganze dann der Krieg der Mütter gegen ihre Kinder nennen? Denn zwischen zwei Drittel und drei Viertel der Kindstötungen werden durch die leiblichen Mütter verübt.

Adrian:

Ein erstaunlich erfolgloser Krieg, bedenkt man, dass Frauen die Mehrheit stellen, länger leben und seltener Opfer von Gewalt werden als Männer.

djadmoros:

Mit demselben Level an verallgemeinernder Dummheit ließe sich schreiben, dass ein Krieg »der Ausländer« gegen »die Deutschen« herrscht oder ein Krieg »der Moslems« gegen »das Abendland«. Aber das wäre dann zweifellos »Hate Speech«.

Ebenso bezeichnende wie weitverbreitete Doppelmoral: Sexismus ist Scheiße, außer gegen Männer. Rassismus ist Scheiße, außer gegen Weiße.

uepsilonniks:

Das was der Autor hier mit Männern macht, machen Rassisten exakt genauso mit Flüchtlingen, Muslimen, Ausländern. Aber hey, der aufrechte Pseudolinke weiß genau zwischen guter und böser Hetze zu unterscheiden…

Und damit schließt sich der Kreis. Ich bin sehr erfreut darüber, dass als Mittel, um sie vor Augen zu führen, „Männer“ und „Ausländer“ in beide Richtungen getauscht werden. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) ist immer abzulehnen. Genau diese Erkenntnis ist es, die ich zum Beispiel mit der Serie „Spaß mit Männerhass“ erzielen möchte.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo es sowohl um Ausländer als auch Männer geht…

Foreigner: Growing Up The Hard Way

Fundstück: Die extrem schwankende Attraktivität von Männern

Bei Alles Evolution antwortet david in einem Kommentar auf marenleinchen (Hervorhebungen von mir):

Es ist so: als Frau kennst du deinen Marktwert wahrscheinlich ziiiemlich gut. Du weißt auch, wie du ihn nach oben oder unten manipulieren kannst, indem du etwas mehr oder weniger Aufwand betreibst. Da ist natürlich auch bei Frauen Spiel drin.

Als Mann hast du nur einen ganz ungefähren Näherungswert, wirklich wissen tust du es nicht und das eigene Spiegelbild ist eh nicht objektiv. Zum Einen bekommst du in der Regel sehr viel weniger, zumindest weitaus subtileres Feedback, selbst wenn du attraktiv bist. Zum Anderen ist deine erlebte Attraktivität derart heftigen Schwankungen ausgesetzt, dass dir schon in der Pubertät hören und sehen vergeht. Weil sie schlicht in höchstem Maße von Kontext, Macht und deinem (v.a. selbstsicherem) Verhalten, Humor etc abhängig ist. Ja, und auch (suggeriertem Status). Es gibt Lebensphasen oder Situationen, da verändert sich dein Auftreten und dein Erfolg bei Frauen wie Tag und Nacht, das Aussehen bleibt aber doch wohl ziemlich gleich. Und zwar macht das nicht nur einen Unterschied darin, ob du „sympathisch“ bist, sondern im Extremfall ob ein und dieselbe Frau bei deinem Anblick die Nase rümpft oder sie sich dich einverleiben möchte wie ein Dessert.

Ich hab ja mit dir schon häufig gegen die Pickup-Weisheiten von Christian andiskutiert die oft mit hohem Bullshit-Faktor daherkommen, aber die Wahrheit liegt dann schon mindestens dazwischen.

Gerade in den hervorgehobenen Stellen fand ich mich doch sehr wieder. Ich fand das in jungen Jahren sehr verwirrend, wenn auf einmal alles lief, obwohl ich doch scheinbar nichts anders gemacht hatte. Natürlich war es umso schlimmer, wenn ich nach einer Phase, in der ich anscheinend als sehr attraktiv wahrgenommen wurde, plötzlich aus allen Wolken fiel und ich keine Ahnung hatte, wie ich aus dem Tief wieder herauskommen konnte. Vor allem fragte ich mich dann, was ich getan hatte, um dieses Ergebnis, „nicht mehr attraktiv zu sein“, verdient zu haben. Da steckte der falsche Glauben dahinter, der eigene Erfolg oder Misserfolg sei vollkommen steuerbar und damit geschehe das, was einem passiere, auch immer irgendwie recht.

Heute weiß ich (auch auf andere Lebensbereiche bezogen), dass es einfach Umstände geben kann, unter denen man kaum eine Chance hat. Das entbindet einen nicht etwa von Verantwortung und Veränderungswillen im eigenen Leben – es macht sie erst akzeptabel. Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten bei sich selbst zu suchen, kann man dann in produktivere Bahnen lenken, als ständig zu grübeln.

Es freut mich sehr und hat mich auch berührt, zu lesen, wie stark männliche Attraktivität schwankt. Das ist etwas, das ich gerne jungen Männern als Erklärung und Beruhigung mitgeben würde. Es gibt Durststrecken im Leben und am besten nutzt man diese Phasen, indem man sich nicht kirre machen läßt, sondern sich auf eigene Stärken und Interessen konzentriert (kreativ sein, neue Fähigkeiten erlernen, den Bekanntenkreis erweitern, reisen). Wenn dann wieder eine gute Phase kommt, hat man die Zeit davor gut genutzt und ist ein viel interessanterer Mensch geworden.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Anziehungskraft mag keine Wahl sein, aber seltsam ist sie manchmal auf jeden Fall.

The Cure: Strange Attraction

Warum ich Widersprüchlichkeit in Ordnung finde

Bei Alles Evolution kamen zwei interessante Fragen in die Runde:

Sind eurer Meinung nach Frauen widersprüchlicher als Männer oder sind Männer in anderen Bereichen widersprüchlicher und es fällt Männer bei sich selbst vielleicht weniger auf? Oder ist es eben einfach nur ein Vorurteil, welches gar nicht zutrifft?

Drei wesentliche Punkte dazu kamen von MGTOW Deutsch in einem Kommentar unter dem Artikel:

Menschen sind im Allgemeinen widersprüchlich. (…) Unterschiede gibt es individuell, nicht auf das Geschlecht bezogen.
Allerdings wird bei Frauen Widersprüchlichkeit von der Gesellschaft eher akzeptiert als bei Männern.

Zur ersten Aussage: Genau so ist es. Menschen allgemein sind widersprüchlich. Die Welt ist voller Widersprüche. Die Realität ist unrealistisch.

Und das hat einen Sinn. Stellen wir uns das krasse Gegenteil vor: Menschen, die immer konsistent, also konsequent handeln. Klingt nach fürchterlichen Pedanten und Prinzipienreiterei. Ein Mensch, der zum Beispiel im Alltag auf seine Ausgaben achtet und das dann auch im Urlaub durchzieht, nie „einfach mal so“ ins Café geht, nie „mal Fünfe gerade sein lassen“ kann, kommt mir nicht besonders nachahmenswert vor, sondern wie ein armseliger Geizhals.

Allzu viel Konsequenz wirkt unmenschlich und abstoßend! „Es ist ja wirklich erschreckend, wie zielgerichtet manche Leute ihr Ziele verfolgen.“

Punkt Nummer zwei: Selbst für den Fall, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt – na und? Am Ende sind die individuellen Unterschiede größer.

Dass Frauen sich in bestimmten Situationen Widersprüchlichkeit eher erlauben können als Männer, ist auch meine Vermutung. Gut wurde das in den Kommentaren bei Christian schon eingegrenzt: Im Berufsleben geht das zum Beispiel nicht, egal, welches Geschlecht man hat. Männer haben genauso widersprüchliche Gefühle, sind inkonsequent usw., aber es schadet ihrer Attraktivität und ihrem Ansehen, wenn das zu offensichtlich wird.

Für Beziehungen werte ich eine gewisse Unterschiedlichkeit sogar sehr positiv: Wenn einer Klarheit und Entschlossenheit ausstrahlt, gibt das Halt und Orientierung (und „eine erste Lösung“), wenn der andere viele verschiedene widerstrebende Gefühle ausdrückt, zeigt das auch Offenheit und gesunden Restzweifel (und „verschiedene Alternativen“).

Aber es geht auch humorvoll. Wie Christian schrieb:

Allerdings habe ich den Satz „ich bin eine Frau, ich darf das“ in Bezug auf gewisse „Widersprüchlichkeiten“ auch schon gehört. Nicht absolut als Recht, eher dann als scherzhafte Bemerkung.

Meine erste Assoziation war: Das ist jemand so mit sich selbst im reinen, dass er über sich Scherze machen kann. Sympathisch!

Um mit Stereotypen spielen zu können, braucht man eine gewisse Lockerheit. Das ist eine hervorragende Basis für ein entspanntes Verhältnis.

Ich benutze immer wieder folgenden Spruch: „Bitte geben Sie mir einfache Anweisungen – ich bin ein Mann!“

Das spiegelt natürlich die Auffassung wieder, dass Männer allgemein etwas simpler gestrickt sind. Aber man kann das eben positiv ummünzen, um klare Anweisungen einzufordern.

Mit Stereotypen über die eigene Gruppe zu spielen kann ein absoluter Eisbrecher sein. Den Satz „Wir sind Italiener, da ist es nun mal etwas chaotisch!“ habe ich schon so oft von italienischen Freunden gehört. Selbst kontere ich natürlich gerne im Sinne von „Entschuldigung, aber wir sind Deutsche, das wird jetzt genauso gemacht, wie es die Regeln sagen, ob sie einen Sinn ergeben oder nicht!“

Lockerheit und Selbstironie sind wunderbare Gewürze für die Suppe des Lebens. Lieber widersprüchlich als langweilig!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Konsequenterweise bringe ich ein Lied, das den Widerspruch im Titel trägt.

Green Day: Walking Contradiction

Fundstück: Der wütende weiße Mann war mal ein Schwarzer

Im letzten Monat kochte das Feindbild weißer Mann in all seinen Ausprägungen noch einmal so richtig hoch. Dabei sollte nicht vergessen werden, welche Wurzeln der „wütende weiße Mann“ hat. Genderama zitierte zur Sache bereits crumar aus einem Kommentar bei man-tau:

Hier finde ich das rassistische Plagiat des Labels „angry black man“ aus den 1960ern in den USA interessant und naheliegend. Im Label „angry“, nämlich der emotionalen Reaktion auf ihre eigene rassistische Diskriminierung, verschwindet der Anlass für ihren Zorn.
Womit „Zorn“ völlig voraussetzungslos scheint und der Eindruck vermittelt werden soll, wären sie weniger angry (ein „tone argument“ der „zivilisierten Weißen“), würde man sich inhaltlich mit ihm auseinandersetzen.
Aber so ist der schwarze Mann.
Immer nur hatespeech (die „aber auch in körperlicher Gewalt münden“ kann)! /sarcasm off

Die Bilder des angry white man / angry black man weisen also folgende Gemeinsamkeit auf: Die Wut scheint ohne Grund. Damit ist die so etikettierte Person irrational, mit ihr zu reden hat keinen Sinn. Sogar im Gegenteil, durch diese Wut ist die Person potentiell gefährlich. Sich auf sie in irgendeiner Form einzulassen, stellt ein inakzeptables Risiko dar. Ausgrenzung ist die einzige vernünftige Option! Tja, und um zu erkennen, dass sie grundlos wütend ist, muss sie eben selbst tätig werden und erkennen, dass sie falsch liegt.

Ich benutze im Deutschen übrigens bewusst „Wut“ als Übersetzung, denn die ist deutlich negativer konnotiert als Zorn. Man vergleiche „blinde Wut“ gegenüber „gerechter Zorn“.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das Feindbild „weiß“ bekommt auch in der Popkultur einen Sprung, wenn man genau hinguckt…

The Whitest Boy Alive: Burning

Vom dummen, männlichen Wähler

Es folgt ein Gastartikel von Lion.

Nach Wahlen werden gerne Statistiken und Erkenntnisse der Wahlforscher veröffentlicht. Schon seit langen Jahren ist es üblich, danach zu schauen, in welchen Wahlkreisen die Parteien die meisten Stimmen einheimsten und welche Wählerwanderungen es zwischen den Parteien gab. Neuerdings wird jedoch auch größerer Wert darauf gelegt, die Wählerschaft anhand persönlicher/demographischer Kriterien zu zerlegen, nach der Fragestellung: „Wer wählt eigentlich Partei XYZ?“.

Vordergründig geht es dabei um das Informationsbedürfnis innerhalb der Gesellschaft, das damit befriedigt werden soll. Man sollte aber nicht vernachlässigen, wozu solche Veröffentlichungen außerdem genutzt werden können.

Neben einer rein quantitativen Wertung einer Wahl („Welche Partei erhielt wieviel Stimmen?“) wird durch die neue Betrachtungsweise unterschwellig eine qualitative Betrachtung ins Spiel gebracht – was dem Gleichheitsgrundsatz „eine Person – eine gleichwertige Stimme“ (egal, welches Geschlecht, welcher ethnischen Herkunft, welche Religionszugehörigkeit, welcher Intelligenzgrad, welcher Schulabschluss, welcher Beruf usw.) widerspricht. Statt es nach diesem demokratischen Grundsatz hinzunehmen, dass es jedem Wähler und jeder Wählerin selbst überlassen bleibt, die Entscheidung zur Stimmvergabe nach eigenem Gutdünken vorzunehmen, wird die Wählerschaft der gewollten Anonymität entrissen und anhand der Kriterien sortiert.

Dieses kann niemals wertfrei geschehen. Eine höhere Intelligenz/ein höherer Schulabschluss wird beispielsweise immer als „besser“ gesehen werden, als eine niedrigere Intelligenz oder ein geringerer Schulabschluss. „Jung“ gilt immer noch als erstrebenswerter als „alt“. Und (Leser von Blogs mit Geschlechter-Themen wissen es) „weiblich“ gilt gerne als moderner / zukunftsweisender / cleverer als „männlich“.

Überlegt man sich dann noch, dass auch Parteien (insbesondere durch die handelnden Personen der Medienbranche) ständig Wertungen erfahren, ist es nur ein kleiner Schritt zu positven/negativen Assoziationsketten und zu einer Sache, die ich „doppelte Diffamierung“ nenne. Gesetz den Fall, Partei XYZ hat in den Medien nicht gerade den besten Ruf, so schlägt man mit einer angeblich neutralen Formulierung wie „Die Partei XYZ wird vorwiegend von Männern, Arbeitslosen und weniger Gebildeten gewählt“ gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Assoziationskette XYZ-Wähler – Mann – arbeitslos – weniger gebildet diffamiert in zwei Richtungen: Gegen die Partei und gegen Angehörige der identifizierten Wählerschaft. Die unterschwelligen Aussagen sind: a) Die Partei XYZ bekommt nur Zustimmung von weniger erfolgreichen/beliebten Personen, also ist Partei XYZ auch zweifelhaft und b) Männer / Arbeitslose / weniger Gebildete wählen oft „die falsche Partei“, also kann man diese Personengruppen auch nicht für voll nehmen.

Im Sinne der Demokratie, aber auch im Sinne unterschiedlicher Personengruppen sollte man sich gegen dieses Gift der unterschwelligen Wertung verwehren. Es gilt: Eine Person – eine Stimme, egal, wie diese Person „beschaffen“ ist oder wie sie zum Entschluß gekommen ist, eine bestimmte Partei zu wählen. Weder die Wählenden noch ihre Stimme sind qualitativ zu gewichten. Wer es trotzdem tut, dem kann getrost unterstellt werden, damit eigene Ziele zu verfolgen, gerade dann, wenn es sich um Medien handelt, die sich ja ansonsten „Gleichheit in jeder Hinsicht“ auf die Fahnen geschrieben haben.

Fundstück: Junge und alte Männer im Umkleideraum

Matthew Inman veröffentlicht unter dem Titel „The Oatmeal“ Comics. Bei dem folgenden musste ich schmunzeln:

„Junge Männer im Umkleideraum im Vergleich zu alten Männern im Umkleideraum“
http://theoatmeal.com/pl/minor_differences2/locker_room

Soviel zum Thema Altersunterschied und Selbstsicherheit mit dem eigenen Körper…

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Beim Vergleich „alt“ und „jung“ kam mir dieser Klassiker in den Sinn, auch wenn der Inhalt damit wenig zu tun hat.

Billy Joel: Only The Good Die Young

Fundstück: „After Dark“ als Test dafür, ob man auf Frauen steht

Der bereits erwähnte Scot W. Stevenson berichtete in seinem Blog „USA erklärt“:

Vor einigen Jahren fragte eine Bekannte dieses Autors, die namenlos bleiben soll, warum scheinbar alle Männer in ihrem Bekanntenkreis das Lied „After Dark“ von Tito & Tarantula kennen. Der Hinweis auf den Tanz von Salma Hayek in From Dusk Till Dawn brachte nur ein fragendes Gesicht und die Feststellung aller Umstehenden, dass die Bekannte offensichtlich streng heterosexuell ist.

Darüber musste ich sehr schmunzeln, denn aus meinem Bekanntenkreis gibt es ähnliche Berichte: Auf Salma Hayek in „From Dusk Till Dawn“ haben sich die heterosexuellen Männer, wenn das Thema aufkam, noch immer einigen können. Entsprechend gut im Gedächtnis geblieben ist auch das Lied, welches ihren Auftritt begleitete.

Miramax: From Dusk Till Dawn | ‘The Art of Seduction’

Ich finde es faszinierend, dass man die sexuelle Ausrichtung von Leuten anscheinend so treffsicher anhand einer bestimmten Filmszene bestimmen kann. Zumal es ja viele gutaussehende Frauen mit mehr oder weniger erotischen Szenen in Filmen gibt, aber dieser Auftritt scheint ein Stück Filmgeschichte geschrieben zu haben. Ich frage mich, ob es ähnliche Szenen gibt, die so stark auf heterosexuellen Frauen / homosexuellen Männern / homosexuellen Frauen gewirkt haben. Es ist sowieso interessant, dass es einige Fälle gibt, in denen die Rezeption eines Filmes bzw. die Erinnerung daran so unterschiedlich ausfällt.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal liegt die Musikwauswahl auf der Hand.

Tito & Tarantula: After Dark

Warum ich introvertierten Männern etwas anderes rate

Kürzlich habe ich das Buch „The Introvert Advantage – How to Thrive in an Extrovert World von Dr. Marti Olsen Laney durchgelesen. Auch wenn ich das Buch insgesamt ganz in Ordnung fand, ist mir ein Teil als sehr unvollständig in Erinnerung geblieben.

Es ging darum, wie Introvertierte ihre Partner finden. Die Tipps für den Anfang klingen so: Man soll seinen Freunden und Verwandten sagen, dass man auf der Suche sei, und ihnen noch eine Liste von Eigenschaften nennen, auf die man Wert lege. Eingeleitet wird das Kapitel so: Oft arrangierten ja Freunde und Kollegen ein Kennenlernen. Von Zeit zu Zeit müsse man leider aber auch den Anfang machen.

Mit anderen Worten: Diese Ideen sind für Männer vollkommen untauglich!

Nun erwarte ich nicht, dass Frauen automatisch die Männerperspektive nachvollziehen können (umgekehrt halte ich das auch nicht für einen berechtigten Anspruch); ich fand es aber bemerkenswert, dass in einem Buch, das so sehr für Rücksicht und Verständnis für introvertierte Menschen plädiert, die speziellen Probleme von introvertierten Männern bei der Partnersuche vollkommen unerwähnt bleiben.

Warum sind mir ausgerechnet diese Seiten so negativ im Gedächtnis geblieben? Wohl deswegen, weil sich zu der falschen Situationsbeschreibung auch die falsche Lösung gesellte. Passivität wird als eine mögliche Option präsentiert, während man nur manchmal selbst aktiv werden müsse. Stattdessen hätte ich gerne gelesen:

  1. Von Männern wird in der Regel der erste Schritt erwartet. Von nichts kommt nichts. Liebe introvertierte Männer, da müsst Ihr durch! Aber glaubt nicht, dass es anderen da wesentlich besser ginge, denn Ansprechangst trifft erstaunlich viele nicht-introvertierte Männer. (Und wie im Buch richtig festgestellt wird: Introvertiert sein bedeutet nicht, schüchtern zu sein. Letzteres kann man ändern!) Selbst wenn die Lasten bei der Partnersuche nicht gleich verteilt sind – was soll’s?
  2. Anstatt darauf zu hoffen, dass andere Leute einem das energieraubende und auch oft erniedrigende Flirten abnehmen, sollte man selbst aktiv werden. Sich persönlich weiterzuentwickeln und über seinen eigenen Schatten zu springen, klingt nach einem guten Kurs, um auch für andere ein interessanter Mensch zu sein.
  3. Niemand muss heutzutage klischeehaft in Disco oder Kneipe gehen, um neue Leute kennenzulernen. Wer lieber Bücher liest, Gesellschaftsspiele spielt oder sonstige „ruhige“ Hobbys hat, kann über das Internet Gleichgesinnte finden. Nie waren die Zeiten besser für Introvertierte!

Wo das Buch allerdings wieder goldrichtig liegt, ist die Bewertung der Paarkombinationen: „Introvertierter Mann / extrovertierte Frau“ ist tatsächlich die schwierigste, während es umgekehrt gut mit den traditionellen Rollen zusammenpasst und auch zwei Introvertierte gut zurechtkommen, wenn sie aufpassen, sich nicht zu sehr vom Rest der Welt zurückzuziehen.

Eines möchte ich noch erwähnen: Natürlich kann eine Frau den ersten Schritt machen. Während mir das selbst schon mehrfach passiert ist, kann ich mich an keine einzige Frau erinnern, die das gemacht hat und mir negativ in Erinnerung geblieben ist.

Selbst ohne das gibt es Artikel über Flirten für Frauen mit dem wichtigsten Hinweis „Ansprechbarkeit erhöhen“. Uepsilonniks geht mit seinem Artikel „Verführungskunst für Frauen“ in eine ähnliche Richtung.

Popkultur

Was wäre ein Blogartikel ohne Popkultur? Ganz traditionell romantisch, ist mir dieses Lied aus der Eröffnungsszene des Film Adventures In Babysitting („Die Nacht der Abenteuer“) von 1987 in Erinnerung geblieben.

The Crystals: Then He Kissed Me

Warum weder ich noch Männer und Jungen im allgemeinen Probleme mit weiblichen Hauptfiguren haben

Entgegen allen Behauptungen gibt es viele „Frauen als Heldinnen im Film“ und Männer mögen diese Filme. Sind die angenommenen Unterschiede in den Vorlieben also falsch?

Uepsilonniks erwähnte in einem Kommentar seinen Artikel „Weibliche Helden à la Hollywood – Ein Problem?“. Es steht dort nicht direkt drin, aber es hat mir zwei Erkenntnisse ins Gedächtnis gerufen:

1. Im Prinzip ist die Verallgemeinerung „Männer kommen mit weiblichen Helden nicht zurecht“ die Übertragung der Verallgemeinerung „Männer kommen mit starken Frauen nicht zurecht“ auf die Popkultur.

2. Wenn die „Stärke“ einer weiblichen Figur darin besteht, immer und überall besser zu sein als alle Männer, dann ist das auch keine interessante Geschichte für Männer im allgemeinen. Es wäre aber auch eine extrem langweilige Figur.

So geht’s nicht!

Solche Allmachtsphantasien, in denen das andere Geschlecht komplett auf die Matte geschickt wird, sie können nur in der Erzählrichtung „Frau gewinnt gegen Männer“ funktionieren. Umgekehrt gibt es nichts an Prestige zu gewinnen. Das mag böse sexistisch klingen; wenn der Kampf auf der Ebene der Körperkraft stattfindet, wird das jedoch mit Fakten aus der Biologie unterfüttert. Dazu nur zwei Fakten aus einer ganzen Sammlung in zwei Artikeln bei „Alles Evolution“:

1. Der Oberkörper von Männern ist im Schnitt 40-50% stärker.

2. Der durchschnittliche Mann hat also die Griffstärke einer professionellen Handballspielerin oder professionellen Judokämpferin.

Christian Schmidt:

99,9% der Frauen haben weniger Oberkörpermuskelmasse als der durchschnittliche Mann. Da sind schon eine Menge sportlicher Frauen darunter und die allermeisten davon sind dennoch schwächer als der durchschnittliche Mann. Was auch deutlich macht, dass alle Vorstellungen davon, dass Frauen ruhig gegen die Männer im Sport konkurrieren könnten utopisch sind.

Dass die „Stärke“ der Frau sich aus der Position gegen alle Männer speist, sollte zu denken geben: Mit echter Stärke, die man in sich selbst hat und nicht in Abgrenzung zu anderen, hat das nichts zu tun. Außerdem wird hier der Geschlechterkampf „Frauen gegen Männer“ gepredigt, ein Nullsummenspiel der Geschlechterverhältnisse.

So geht’s!

Lucas Schoppe hatte vor einigen Monaten in einem sehr aufschlussreichen Text namens „Jungen lesen anders“ aufgeführt, welche Mythen über die Lesegewohnheiten von Jungen herrschen und was sie tatsächlich motiviert. Die Behauptung, “Mädchen würden sich beim Lesen auch in Jungen- oder Männerfiguren hineinversetzen, Jungen sich aber nicht in Mädchen- oder Frauenfiguren.“, korrigierte er prompt:

Aus der Erfahrung im Unterricht lässt sich diese Meinung nicht bestätigen. Jungen versetzen sich sehr wohl und durchaus selbstverständlich auch in Mädchenfiguren hinein. Wir haben zum Beispiel beide schon die Erfahrung gemacht, dass Lutz Hübners (…) Stück Creeps – in der lediglich drei Mädchen bei einem Casting auftreten – auch Jungen begeistern kann. Heldinnen wie Lindgrens Ronja Räubertochter sprechen ganz selbstverständlich auch Jungen an.

Die Vorstellung, Jungen würden sich nicht mit weiblichen Figuren identifizieren, verrät wohl einen durchaus traditionellen und tendenziell auch ressentimentgeladenen Blick auf sie: Jungen nämlich wären weniger als Mädchen fähig oder bereit zur Empathie.

Diese schiefe Blick setzt sich, nebenbei bemerkt, bis ins Erwachsenenalter fort. Männer können ja gar nicht nachvollziehen, was es heißt, wenn man X ist oder Y erlebt…

Dabei gibt es laut Lucas Schoppe sogar recht einfache Indikatoren, was Jungen gerne lesen und was nicht. Und diese haben, welch Überraschung, nichts mit dem Geschlecht der Protagonisten zu tun:

Deutlich wichtiger noch als für Mädchen ist es nach unserer Erfahrung für Jungen, dass ein Buch handlungsstark ist, also eine nachvollziehbare, spannende, vielleicht auch actionreiche äußere Handlung hat. Die Protagonisten müssen nicht unbedingt männlich, aber sie müssen handlungsfähig sein. Jungen würden sich, kurz gefasst, mit Katniss Everdeen aus den Hunger Games eher identifizieren als mit Bella Swan aus der Twilight-Reihe – die tatsächlich fast ausschließlich von Mädchen gelesen wird.
(…)
Katniss hingegen ist selbstständig, wehrhaft, trickreich, und sie hat gelernt, sich auf sich selbst zu verlassen.

Bücher, in denen das innere Erleben der Protagonisten im Mittelpunkt steht und die äußere Handlung kaum eine Rolle spielt, lassen insbesondere Jungen auch dann kalt, wenn die Protagonisten männlich sind.

Eine ähnliche Diskrepanz zwischen der Ablehnung durch Mädchen und der Freude von Jungen habe ich übrigens umgekehrt niemals bei einem Buch oder Film erlebt – auch nicht, z.B., bei dem Film Juno über die Schwangerschaft eines jungen Mädchens. Auch wenn die junge Juno deutlich im Mittelpunkt steht, waren Jungen daran nicht weniger interessiert als Mädchen – schließlich kann das Thema auch sie betreffen.

Jungen können gut mit Mädchen und Frauen mitfiebern und sich für Geschichten interessieren, in denen diese die Hauptfiguren sind. Warum diese Erkenntnis mit Vorurteilen über das, was Männer angeblich nicht mögen, zuschütten? Zur allgemeinen Lebensfreude oder einem besseren Verhältnis der Geschlechter kann das doch nicht beitragen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Heute ein Lied, das sowohl Junge als auch Mädchen im Titel hat…

The Chemical Brothers: Hey Boy Hey Girl