Fundstück: chrima und Leszek über Magnus Klaue

Zum Fundstück „Magnus Klaue über Critical Hetness und Knutschverbot“ schrieb chrima in einem Kommentar:

Klaue? Magnus Klaue! Aua, der tut weh!
Dieser Väter- und Männerfeind hat seine mit Vorurteilen gegen Männer durchtränkte Ideologie u.a. in der konkret verbreitet:
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=menshealth&jahr=2004&mon=02

Der Artikel heißt „Men’s Health“ und hat den Anriss „Die Nation wird von Emanzen, Lesben und Rabenmüttern unterwandert. Doch der „Väteraufbruch“ leistet Widerstand„. Ich gebe zu, dass ich diesen bislang nicht gelesen habe.

Eine kurze Suche bei Genderama nach Magnus Klaue ergibt einen Treffer im Januar 2008, bei dem Arne Hoffmann ihm „wirres Geschreibsel über die sich angeblich am Islam orientierende deutsche Männerbewegung“ bescheinigt. Auch das habe ich nicht weiter geprüft. Es ist für mich allerdings ein Hinweis, ein wenig Vorsicht walten zu lassen.

Was mir selbst aus dem realen Leben gut bekannt ist: Jemand hat bei einem Thema eine scharfe Beobachtungsgabe, ist bei einem anderen aber scheinbar völlig zugenagelt. Diese Deutung bietet auch Leszek in einem antwortenden Kommentar an:

Danke für den Hinweis, das war mir nicht bekannt.

Sein Artikel zur Kritik von Critical Hetness ist aber m.E. trotzdem gut und auch manches andere was er so speziell zur Kritik des Postmodernismus und der postmodernen Political Correctness schreibt, ist m.E. lesenswert.
Scheint sich um eine Person zu handeln, die bei manchen Themen ein Brett vorm Kopf hat, bei anderen Themen aber zu interessanten Analysen fähig ist.

Eine Mischung aus Einseitigkeit und Beschränktheit bei bestimmten Themen einerseits und der Fähigkeit zu interessanten und intelligenten Analysen bei anderen Themen andererseits, findet sich m.E. häufiger bei Theoretikern aus dem Spektrum der antideutschen Linken, zu dem ja auch Magnus Klaue gehört. In diesem Sinne muss man diese m.E. stets differenziert und kritisch rezipieren.

Er erinnert außerdem daran, dass Klaue einen weiteren Text verfasst hat, der in diesem Blog bereits in den Kurznachrichten positiv aufgegriffen wurde. Für die Debatte ist so eine differenzierte Wahrnehmung nur förderlich. Es ist auch das Gegenteil eines Schwarzweißbildes, welches ich immer wieder kritisiert habe.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Den Spaß konnte ich mir nicht verkneifen: Eine nichtdeutsche Band singt auf Deutsch über eine Stadt in Deutschland, deren Name jedoch aus sozialistischer Zeit stammt, wobei diese Stadt als Motiv nur wegen des Bezuges auf Karl Marx ausgewählt wurde, der wiederum mit der Stadt ansonsten nichts zu tun hat… ist das jetzt ein gutes oder böses Lied aus antideutscher Sicht?

Мегаполис (Megapolis): Karl-Marx-Stadt

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Fundstück: Magnus Klaue über Critical Hetness und Knutschverbot

Leszek wies in einem Kommentar auf einen älteren Beitrag auf einen Artikel von Magnus Klaue hin, in dem es um „Kritik an dem gender/queer-feministischen Critical Hetness/Knutschverbot-Schwachsinn“ geht. Das halte ich für so erwähnenswert, dass ich die von Leszek zitierten Passagen hier ebenfalls wiedergebe.

Magnus Klaue – Das gelebte Nichts

„Wer noch Zweifel daran hegt, daß der auf ungeteilte Freiheit zielende Anspruch der Frauen- und Homosexuellenbewegung unter den Vorzeichen von Gender und Queerness zugunsten einer identitären Cliquen- und Blockwartpolitik preisgegeben wird, die im Namen von »Definitionsmacht« und »Heteronormativitätskritik« den an sich und der Welt verrückt gewordenen Restsubjekten erlaubt, ihren Voluntarismus mit dem guten Gewissen moralisch Größenwahnsinniger auszuleben, der sollte ein paar Stundenmit der Lektüre des Blogs »Mädchenmannschaft« (maedchenmannschaft.net) verbringen.

(…)

Und »Katze« plaudert sogar offen aus, daß der zerqueerte Feminismus unter dem Alibi von Respekt und Sensibilität die häßlichsten Wünsche autoritärer Pädagoginnen von anno dazumal erfüllt: »Eine Lehrerin hatte zu uns damals in der siebten Klasse mal gesagt, wir sollen doch bitte nicht auf dem Schulhof rumknutschen, das koennte Menschen verletzen, die gerade Liebeskummer o.ae. haben. Damals haben wir ueber sie gelacht, heute kann ich es sehr gut nachvollziehen. Auch wenn man vielleicht nicht direkt weiss, wie man es konkret in die Tat umsetzen soll, so finde ich, allein schon der Schritt des Reflektierens, Hinterfragens und darueber Nachdenkens ein sehr wichtiger. Privilegien sollten immer hinterfragt werden!«
Daß in der vernunftverhafteten Normsprache ein Privileg einen illegitimen Vorteil bezeichnet, der einer dadurch über eine Mehrheit sich erhebenden Minderheit zukommt, und daß es bei dem wichtigtuerisch so genannten »Hinterfragen von Privilegien«, das die Queer-Community betreibt, im Gegenteil darum geht, von einer Mehrheit gepflegte Verhaltensweisen im Namen von Sonderrechten zu sanktionieren, also für das eigene, zum lebensnotwendigen Identitätsmerkmal hypostasierte Minderheitendasein Privilegien zu schaffen, um der »heteronormativen« Mehrheit im Namen minoritärer Empfindlichkeiten allerlei Verhaltensmaßregeln aufzwingen zu dürfen– das sind fast schon Petitessen angesichts der Mischung aus Idiotie und Dreistigkeit, mit der sich geschlechterpolitisch progressiv dünkende Menschen ihr neuerwachtes Verständnis für die Sexualfeindlichkeit der Großelterngeneration bekunden.

(…)

Während die kleinbürgerliche Prüderie das transzendierende Moment des Sexus in der Mahnung, ihn nicht allzu deutlich zur Schau zu stellen, zumindest negativ festhält, zielt die nachbürgerliche Prüderie darauf, alle noch vorhandene Restlust in die Affirmation der totalisierten Lustlosigkeit zu verwandeln, die ohnehin Status quo ist. Deshalb können Queere, obwohl sie Homosexuelle als Minorität politisch mitzuschleppen suchen, auch mit schwulem und lesbischem Begehren letztlich nichts anfangen, einfach, weil es überhaupt noch ein spezifisches, an spezifische Objekte sich heftendes Begehren ist.

(…)

Gemäß der als »Definitionsmacht« kodifizierten Regel, daß jeder Wahn respektiert werden muß, solange die von ihm Befallenen an ihn glauben, ist man der Definition von »Aven« zufolge asexuell, »wenn man sich selbst so sieht«.“

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Bei dem Zeitschriftennamen „konkret“ muss ich an eine Zeile aus dem Refrain folgenden Liedes denken…

Die Fantastischen Vier: Was geht