Kurznachrichten vom 16.12.2015

1: Volker Beck fordert den Respekt vor und damit die Legalisierung von Beschneidung von Mädchen. Oder so. Vielleicht habe ich da auch was falsch verstanden, denn Volker Beck fordert den Respekt vor Beschneidungen und im zweiten Atemzug die Anerkennung der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wie man das logisch zusammen bringt, kann jetzt jeder selbst entscheiden. /Aranxo

2: Ein lesenswerter Essay von Brendan O‘Neill über die anti-aufklärerischen Inhalte des Neuen Feminismus ist bei Novo Argumente veröffentlicht. /Aranxo

3: Trotz des Titels „Publizist Frank A. Meyer: Religion ist immer Männermacht“ ist das dennoch die Off-Topic-Verlinkung des Tages. Eine wohltuende Stimme in der Mitte zwischen rechten Fremdenhassern und „links-grüner Vernarrtheit in die edlen wilden Proletarier auf der Flucht“. Und der Beleg dafür, dass Islamkritik nichts mit Rassismus zu tun haben muss. Zwei Absätze als Auszug:

Sind Sie islamfeindlich?

Die Schweizer Verfassung und das deutsche Grundgesetz sind islamfeindlich. Umgekehrt ist der Islam feindlich gegenüber den demokratischen Verfassungen Europas. Natürlich trifft das nicht nur auf den Islam zu. Das traf auch mal auf christliche Ideologien zu. Der Katholizismus vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er-Jahren beispielsweise war nicht vereinbar mit Menschenrechten und Freiheiten eines liberalen Staates. Bis heute hat die katholische Kirche Mühe mit der Gleichberechtigung der Frauen. […]

Die Kapitalismuskritik als verbindendes Element zwischen der Linken und dem Islam?

Das ist eine interessante These. Ich möchte zwei Vergleiche ziehen. Erstens: Für manche Linke ist der mittellose Einwanderer der neue Proletarier. Sie suchten ihn seit Generationen. Jetzt haben sie ihn gefunden: den Migranten als Heiligenfigur des Marxismus. Zweitens: Für manche Grüne ist der Flüchtling aus einer zurückgebliebenen Weltgegend oder aus einer verspäteten Kultur der «edle Wilde» von Rousseau: der noch unverdorbene Mensch, weil noch nicht durch die Zivilisation seiner selbst entfremdet – eine reine Seele, wie Gott sie schuf. Die fortschrittlichen Kräfte unserer freien Gesellschaft kappen gerade ihre Wurzeln, die sie mit der Aufklärung verbanden, zu der ja ganz zentral der Antiklerikalismus gehört. Ersetzt wird dieses Erbe durch Idealismus und Romantik – deutscher Idealismus auch und deutsche Romantik, wozu ja immer noch die säkulare Religion des Marxismus zählt, mitsamt Fegefeuer und Paradies: Diktatur des Proletariats und Kommunismus als Ende der Geschichte.

Letzteres sei den Linken, zu denen auch ich mich immer noch zähle, ins Stammbuch geschrieben. (Hervorhebung im Absatz durch mich)  /Aranxo

Kurznachrichten vom 14.12.2015

1: Milosz Matuschek veröffentlich zu der vor drei Jahren eingeführten Legalisierung der Knabenschneidung einen fulminanten Kommentar mit dem Titel „Das antastbare Geschlecht“. / Aranxo

2: Gestern lief laut WELT angeblich der frauenfeindlichste „Tatort“ aller Zeiten. Zitat:

Im neuen „Tatort“ aus Ludwigshafen hat Lena Odenthal mehr Ärger mit ihrer Kollegin als mit ihrem Fall. Ein Sonntagabendkrimi aus albernen Frauenbildern. […]

Männer sind einfach die besseren Menschen

Davon handelt dieser ärgerliche „Tatort“: Frauen werden entweder verhärmte Schachteln (Ulrike Folkerts) oder angestrengte Streberinnen (Lisa Bitter), die mit allem überfordert sind und deshalb schnippisch werden. Straßenstuten oder Schreibtischschnecken. Männer sind dieser Frauenwelt die Ruhe selbst.

Merke: Wenn man Frauen mit Fehlern zeigt, ist das frauenfeindlich. Denn in der realen Welt gibt es sowas ja nicht. Da gibts nur supercoole taffe Powerfrauen, die alles locker und entspannt gebacken kriegen und den Männern immer überlegen sind. /Aranxo

3: Ein wirklich augenöffnender Vortrag von Vera F. Birkenbihl über die Unterschiede von Männern und Frauen, den ich schon immer mal gerne empfehlen wollte:

/Aranxo

Kurznachrichten vom 13.12.2015

1: Die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann sagt in einem Interview im Deutschlandfunk, dass sie die Idee der Doppelspitze in ihrer Partei für zweischneidig hält, und zwar weil:

Uekermann: […] Ich habe allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass die Doppelspitze genutzt wird, um Frauen davon abzuhalten, alleine Vorsitzende zu werden oder die Macht auf sich auch mal zu vereinigen.

[Interviewerin] Heuer: Also ein Feigenblatt?

Uekermann: Ja, es ist eine zwiespältige Angelegenheit, weil Frauen, gerade wenn sie alleine Vorsitzende werden wollen – und ich kann zumindest für die Jusos sagen, dass das bei uns sehr gut funktioniert in den Landesverbänden und Bezirken -, dass sie sich dann verteidigen müssen und ihnen gerne oftmals ein Mann an die Seite gestellt wird. Deswegen ist das eine zwiespältige Geschichte auf jeden Fall.

Interessante Sichtweise. War denn nicht die Idee von Doppelspitzen, dass Frauen es gar schröcklich fanden, dass Männer alleine die Macht in solchen Positionen hatten, und die Doppelspitze da Abhilfe schaffen sollte? Aber Frauen alleine an der Macht ist natürlich was ganz anderes.

Das illustriert aber auch schön, wie totalitäre Ideologien so ticken. Solange man keine Chance auf die Mehrheit hat, will man paritätische Beteiligung. Hat man endlich die Chance auf die Mehrheit, ist es auf einmal vorbei mit dem Minderheitenschutz.

Werte Frau Uekermann: Beschweren Sie sich dann aber bloß nicht, wenn doch wieder ein Mann zum Vorsitzenden gewählt wird! Demokratie hat so manchmal ihre ungewollten Nebenwirkungen. /Aranxo

2: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes findet:

Meine Fragen dazu, ob das denn auch für Beschneidungen bei kleinen Jungs gelten solle, wurden nicht beantwortet. Die gehören für die Antidiskriminierungsstelle offensichtlich nicht zu  und bekommen deswegen auch nicht .

Diese Forderungen hat übrigens eine „unabhängige“ Kommission unter dem Vorsitz von Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, sowie dem Regierenden Bürgermeister von Berlin a.D., Klaus Wowereit, gestellt. Die drängendsten Probleme in Sachen Diskriminierung sind demnach:

Mehr Schutz vor sexualisierter Belästigung am Arbeitsplatz, Abbau von Benachteiligungen trans*- und intergeschlechtlicher Menschen und ein effektives Gesetz zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern.

Mit anderen Worten: Eine feministisch dominierte Antidiskriminierungsstelle beauftragt eine aus Feministen bestehende „unabhängige“ Kommission, um herauszufinden, dass die drängendsten Diskriminierungen die sind, die vor allem Frauen und Trans- und Inter-Menschen betreffen. Welch Überraschung! /Aranxo

3: Lady Gaga, eine offenkundig millionenschwere und erfolgreiche Künstlerin zieht die Frauenkarte.

„Ich habe mich so lange bemüht, ich wollte einfach nur wegen meiner Intelligenz ernstgenommen werden, nicht wegen meines Körpers.“.

Wenn man nach ihren Bildern googelt, scheint da eine gewisse Diskrepanz zu sein. Oder war es nur das Patriarchat, welches sie in diese durchsichtigen Klamotten gezwängt hat? Ich kenne sie nicht, aber mein Eindruck ist, sie will nur von ihrem Gesicht ablenken. (Sorry, der letzte war mies, aber den konnte ich mir nicht verkneifen. Seht es als Hinweis darauf, das Männer nicht die Möglichkeit haben mit Titten Aufmerksamkeit zu erregen.) /Gerhard

4: Etwas älter. Für einen eigenen Artikel ist es etwas zu wenig, aber ich wollte diesen Kommentar von Kai V. mal aus den Kommentaren herausholen.

Ich hab ne nette Kollegin, ihr Vater kommt aus Tunesien… Sie ist Feministin und sprach von ganz schlimmen Sachen die einfach nur Frauen betreffen, wie Zwangsheirat… Ich hab ihr gesagt, dass zur Zwangsheirat immer zwei gehören und das in den meisten Fällen auch für den Jungen das ganze arrangiert wird. Sie bekam einen roten Kopf und erzählte die Geschichte von ihrem Vater, der als ganz junger Mensch nicht studieren konnte, weil er vor der Heirat nach Frankreich geflohen ist und sich mit Hilfsarbeiterjobs durchschlagen musste. Die Frau konnte daraufhin den heiraten den sie wollte und lebte glücklich und zufrieden…

Lest ihn Euch ruhig ganz durch. /Gerhard