Gastartikel: Opferstatus

Es folgt ein Gastartikel von Lion.

Wer in einer zivilisierten, liberalen Gesellschaft benachteiligt ist, darf auf Ausgleich und Unterstützung durch die Gesellschaft hoffen. Dadurch soll es auch benachteiligten Menschen ermöglicht werden, ein zufriedenes Leben zu führen, ohne ständig mit den Nachteilen hadern zu müssen.

Der Ausgleich erfolgt durch Bevorzugung auf anderen Gebieten. Daraus resultiert aber auch: Wer darstellen kann, dass es ihm schlechter geht, der hat auch ein moralisches Druckmittel in der Hand, um direkt oder unterschwellig zum eigenen Nutzen Forderungen stellen zu können.

Das macht die Sache mit dem Ausgleich zu einem zweischneidigen Schwert. Opfer möchte sicherlich niemand sein, aber vielleicht kann man davon losgelöst einen Opferstatus erwerben und der Ausgleich kann -in welcher Form auch immer- fließen.

Man könnte das als eine Art „Versicherungsbetrug“ sehen, wenn nicht dejenige, der da „etwas haben möchte“, zutiefst überzeugt wäre, tatsächlich Opfer zu sein. Und diese Leute sind ein Problem für die Gesellschaft. Denn die Mittel für einen Ausgleich sind stets begrenzt, sei es in finanzieller oder in Form von Mitleid.

Da ist es nur logisch, dass jeder, der am Opferstatus kratzt oder gar etwas Opferstatus für sich selbst in Anspruch nehmen will, vom Futtertrog weggebissen wird.

Soviel zur Theorie, kommen wir zu den medialen Reaktionen, die die Gründung einer Männerlobby innerhalb der FDP hervorgerufen haben.

Das kleinste Übel waren da noch die Gänsefüßchen, in die bestimmte Begriffe gefasst wurden, um so die Nichtanerkennung zu dokumentieren. Ansonsten Häme darüber, dass sich da Männer „zimperlich anstellen“ etc. Und warum? Wenn sich zu den vermeintlich „wahren und einzigen“ Benachteiligten (Frauen) andere Benachteiligte (Männer) dazugesellen, dadurch gar die eigenen Nachteile relativiert werden, dann mindern sich die Möglichkeiten des moralischen Drucks auf die Gesellschaft und die Felle des Ausgleichs schwimmen zum falschen Ufer.

Die Verhöhnung in den Medien soll klar machen, was man als folgsamer Leser/Zuseher vom Vorhaben innerhalb der FDP zu halten hat: Nichts. Das Dogma des stets und alleinig benachteiligten, weiblichen Geschlechts muß unter allen Umständen gestützt werden.

Alte und nützliche Gewohnheiten gibt man eben ungern auf. Wie schon geschrieben, solche (ideologisch verblendeten) Leute sind ein Problem, machen sie doch Menschen mit berechtigten Anliegen gerne mundtot. Erschreckend ist, wie weit die feministische (Opfer-)Ideologie innerhalb des Journalismus noch verbreitet ist.

Haben sich Journalisten nicht grundsätzlich auf die Fahnen geschrieben, Missstände aufzudecken und allen Menschen Gehör zu schenken? Es wird Zeit für eine ideologiefreie Epoche des gegenseitigen Zuhörens und des echten Verständnisses füreinander.

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Gastartikel: ARD – Ansichten rassiger Damen-Popos

Es folgt ein Gastartikel von Lion.

Kennt noch jemand das „MAD“-Satire-Magazin? Die Leserschaft wurde einst dazu aufgefordert, ihre Meinung darüber abzugeben, was das Kürzel „ARD“ wohl bedeuten könnte. In die nächste Ausgabe des Magazins schaffte es auch die Interpretation, die in der Überschrift zu finden ist: ARD bedeutet „Ansichten rassiger Damen-Popos“.

So sexistisch wie diese Interpretation fand der österreichische Werberat wohl die Werbung eines Dessousherstellers, der mit den rückwärtigen Ansichten von nur mit Spitzen-Unterhöschen bekleideten, wohlgeformten Damen auf seine Produkte hinwies (Genderama berichtete). Es wird wohl mal wieder Zeit für etwas unverblümte Wahrheit. Natürlich ist das für Männer schön anzusehen. Wofür sonst ist Reizwäsche gemacht, als die Reize einer Frau zu betonen? Insofern macht es die Frau zu einem „Objekt“. Ist das nun wirklich schlimm? Doch nur, wenn man annimmt, diese Reduzierung wäre dauerhaft und allgemeingültig (andere Eigenschaften, wie Intelligenz und die „Menschlichkeit“ der Frau gingen dauerhaft über den Jordan). Irgendsoetwas muss wohl das Schlimme an der Betonung sexueller Reize sein.

Blöd nur, dass die Frauen solche Sachen ganz bewußt anziehen, um den Mann „zu einem Objekt“ seiner eigenen Begierden zu machen. Schließlich soll ihm der Kopf verdreht werden. Aber solch Objektivierungen sind weniger schlimm. Es ist Problem des Mannes, dass das passiert, darum kümmert sich keiner.

Nun zurück zu den „Osterhöschen“ (so ist der Titel des Werbebildes): Wer ist Empfänger dieser Werbebotschaft? Die Männerschaft? Nein. Es sind Frauen, die diese Produkt kaufen sollen, damit diese im heimischen Schlafzimmer (oder sonstwo) ihre Wirkung entfalten sollen. Herzlichen Glückwunsch an den Werberat für die Schützenhilfe. Wenn Moralapostel und Feminismuskriecher so dagegen wettern, muss was an den Produkten dran sein. Es wird enden wie beim Video zu „Jeannie“ (Falco). Der Song landete bekanntlich ganz oben in den Charts, als er von Radio- und TV-Stationen geächtet wurde.

Und die Moral von der Geschicht: Lasst Menschen Menschen sein. Die Abwertung entsteht in den verkorksten Hirnen Einiger, die sich für besonders schlau halten.

Musikwunsch zum Text … na was wohl?

weitere Artikel zum Fall „Osterhöschen“:

Männer und ihr Pornokonsum

Es folgt ein Gastartikel von Lion.

Genderama berichtete am 14. März über einen Artikel der „taz“, in dem mal wieder der Pornokonsum der Männer angeprangert wurde. Dass diese Männer-Pornos so seelenlos seien, Frauen bloß „Mittel zum Zweck“ seien und so weiter (Randnotiz: Um es besonders schmuddelig zu machen, werden dort auch Pornos mit Tieren und ähnliche Abartigkeiten eingeflochten, auch wenn dies für den absoluten Großteil der Pornonutzer kaum eine Relevanz spielen dürfte – egal, wenn schon diffamieren, dann richtig). Hier meine Stellungnahme dazu:

Immer dieses blödsinnge Gefasel über den ach-so-schlimmen Pornokonsum von Männern. Ja, genau, die meisten Männer wollen kein „Drumherum“, keine Handlung, keine Konversation, sondern für den Reiz nur das sehen, worauf es ankommt. Ja, Sex ist was Archaisches, was Primitives. Schon immer gewesen, bleibt auch so (daran ändert kein wohlfeiles Gerede der Welt was – gottseidank). Und Alice Schwarzer irrt in gewisser Weise, wenn sie über Prostitution sagt, dass diese etwas mit den Machtgelüsten des den Sex kaufenden Mannes zu tun. Sex hat IMMER auch etwas mit Machtgefühlen zu tun, sowohl beim Mann, als auch bei der Frau. Es geht auch immer um das Gefühl, was man beim Anderen bewirkt, wohin man die andere Person bringt (und das nicht nur im Sinne eines blümchenartigen „ach ich bereite ihm/ihr Lust, ist das schön“). Umgekehrt geht es auch darum, quasi Grenzverletzungen zu erfahren, denn nichts anderes ist Sex doch. Jeder, der fähig ist, seine Emotionen beim Sex zu reflektieren und analysieren ( … muß ja nicht während des Aktes sein …) weiß das, da braucht keiner Empörung zu heucheln. Porno ist die Überzeichnung des Ganzen. Auf den Punkt gebracht und verstärkt. Da gibt es nichts daran zu verdammen (außer man gehört dem feministischen Lager an und assoziiert falsch, dass diese sexuellen Emotionen auch auf das Alltagsleben durchschlagen). Wie soll man denn da die Seele einer Person im Porno sehen (wollen)? Porno ist Körperlichkeit, nicht Seele. Wer Seele will, soll einen Liebesroman lesen. Apropos Roman: Was soll man eigentlich von der Heerschar weiblicher Krimileser halten, die für einen zünftigen Thriller immer eine erschossene, erdolchte oder erdrosselte Person benötigen? Wo bleibt denn da die Mitmenschlichkeit? Könnte man das Opfer nicht totstreicheln? Und wieso fahren eigentlich soviele Frauen auf den Roman „50 Shades of Grey“ ab?! Abgesehen davon: Woher kommen die schier unendlichen Massen an Frauen, die sich in kommerziellen aber insbesondere auch privaten Pornodarstellungen zeigefreudig geben? Was treibt diese an, wenn sie doch genau wissen, wozu diese Aufnahmen genutzt werden, sobald diese im Internet gelandet sind? Fragen über Fragen, die man sich erstmal beantworten sollte, bevor man verlogen die Männer im x-ten Aufguß mal wieder für den Konsum von Pornos heruntermacht. Die Frauenschaft scheint da nicht einig zu sein. Auf der einen Seite die, die sich moralisch erheben über die primitiven Männer (speziell für Frauen gemachte Pornos sind ja sooo viel gehaltvoller), auf der anderen Seite diejenigen, die sich die „Unmoral“ zu nutze mache oder sich gelinde gesagt selbst daran aufgeilen, daran mitzuwirken.

Ergänzung (von Graublau)

Genderama vermeldete am 29. Januar:

Kuriose Nachricht der Woche: Während des „Frauenmarsches“ am vergangenen Wochenende gingen die Zugriffszahlen auf Online-Pornos spürbar zurück. Wie man aus dem Artikel erfährt, sind ein Viertel der Besucher von Websites wie „Pornhub“ weiblich.

Das Ausmaß ist tatsächlich beachtlich. Dass Frauen Pornographie konsumieren, dürfte hingegen jeder wissen, der die letzten Jahre nicht unter einem Stein verbracht hat. Von Pornhub gab es schon Ende 2014 eine entsprechende Auswertung der Nutzervorlieben.

Arne Hoffmann dazu im selben Genderama-Artikel:

Ich glaube ja, das ist das eigentlich „subversive“ und „gefährliche“ von Maskulisten wie mir: der ständige Hinweis darauf, dass Frauen und Männer so unterschiedlich, wie gerne getan wird, gar nicht sind. Viel Spaß bei dem Versuch, gegen solche Analysen irgendwelche „Spielregeln“ oder „Gesetze“ zu erfinden.

Natürlich gibt es Unterschiede – aber sie sind eben nicht unüberbrückbar oder auf der einen Seite stets „des Teufels“. Einen Unterschied wie Tag und Nacht findet man denn eher in der Bewertung. So lieferte Arne Hoffmann bereits vor Jahren ein Plädoyer für Gewaltpornographie (klingt vielleicht schlimm, enthält aber gute Argumente!), bei dem er auch daran erinnerte, dass etwa S/M nur dann abgelehnt werde, wenn der dominante Partner männlich sei. Soviel zur sexuellen Freiheit von erwachsenen Menschen…

Allgemein zum Thema hatte ich bereits hier im Blog auf Tina Lorenz zur Geschichte der Pornographie verwiesen. Ja, man kann ganz ohne Empörung oder Verdammung über solche Themen reden!

Gastartikel? Autor werden?

In der Diskussion neulich wurde erwähnt, dass es nicht (mehr) transparent ist, wie man hier mitmachen kann. Deswegen sei noch einmal ausdrücklich erwähnt:

Man kann einen Gastartikel einreichen (E-Mail an geschlechterallerlei ät gmail punkt com).

Wer will, kann auch Autor werden. Dafür braucht man ein Konto bei WordPress. Danach ebenfalls eine E-Mail an oben genannte Adresse schicken mit der E-Mail-Adresse, die mit dem WordPress-Konto verknüpft ist. Darauf gibt es dann eine Einladung.

„Männer, Frauen und der ganze Rest“ bedeutet auch, dass es keine Festlegung gibt, welche Position man vertritt.

Vom dummen, männlichen Wähler

Es folgt ein Gastartikel von Lion.

Nach Wahlen werden gerne Statistiken und Erkenntnisse der Wahlforscher veröffentlicht. Schon seit langen Jahren ist es üblich, danach zu schauen, in welchen Wahlkreisen die Parteien die meisten Stimmen einheimsten und welche Wählerwanderungen es zwischen den Parteien gab. Neuerdings wird jedoch auch größerer Wert darauf gelegt, die Wählerschaft anhand persönlicher/demographischer Kriterien zu zerlegen, nach der Fragestellung: „Wer wählt eigentlich Partei XYZ?“.

Vordergründig geht es dabei um das Informationsbedürfnis innerhalb der Gesellschaft, das damit befriedigt werden soll. Man sollte aber nicht vernachlässigen, wozu solche Veröffentlichungen außerdem genutzt werden können.

Neben einer rein quantitativen Wertung einer Wahl („Welche Partei erhielt wieviel Stimmen?“) wird durch die neue Betrachtungsweise unterschwellig eine qualitative Betrachtung ins Spiel gebracht – was dem Gleichheitsgrundsatz „eine Person – eine gleichwertige Stimme“ (egal, welches Geschlecht, welcher ethnischen Herkunft, welche Religionszugehörigkeit, welcher Intelligenzgrad, welcher Schulabschluss, welcher Beruf usw.) widerspricht. Statt es nach diesem demokratischen Grundsatz hinzunehmen, dass es jedem Wähler und jeder Wählerin selbst überlassen bleibt, die Entscheidung zur Stimmvergabe nach eigenem Gutdünken vorzunehmen, wird die Wählerschaft der gewollten Anonymität entrissen und anhand der Kriterien sortiert.

Dieses kann niemals wertfrei geschehen. Eine höhere Intelligenz/ein höherer Schulabschluss wird beispielsweise immer als „besser“ gesehen werden, als eine niedrigere Intelligenz oder ein geringerer Schulabschluss. „Jung“ gilt immer noch als erstrebenswerter als „alt“. Und (Leser von Blogs mit Geschlechter-Themen wissen es) „weiblich“ gilt gerne als moderner / zukunftsweisender / cleverer als „männlich“.

Überlegt man sich dann noch, dass auch Parteien (insbesondere durch die handelnden Personen der Medienbranche) ständig Wertungen erfahren, ist es nur ein kleiner Schritt zu positven/negativen Assoziationsketten und zu einer Sache, die ich „doppelte Diffamierung“ nenne. Gesetz den Fall, Partei XYZ hat in den Medien nicht gerade den besten Ruf, so schlägt man mit einer angeblich neutralen Formulierung wie „Die Partei XYZ wird vorwiegend von Männern, Arbeitslosen und weniger Gebildeten gewählt“ gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Assoziationskette XYZ-Wähler – Mann – arbeitslos – weniger gebildet diffamiert in zwei Richtungen: Gegen die Partei und gegen Angehörige der identifizierten Wählerschaft. Die unterschwelligen Aussagen sind: a) Die Partei XYZ bekommt nur Zustimmung von weniger erfolgreichen/beliebten Personen, also ist Partei XYZ auch zweifelhaft und b) Männer / Arbeitslose / weniger Gebildete wählen oft „die falsche Partei“, also kann man diese Personengruppen auch nicht für voll nehmen.

Im Sinne der Demokratie, aber auch im Sinne unterschiedlicher Personengruppen sollte man sich gegen dieses Gift der unterschwelligen Wertung verwehren. Es gilt: Eine Person – eine Stimme, egal, wie diese Person „beschaffen“ ist oder wie sie zum Entschluß gekommen ist, eine bestimmte Partei zu wählen. Weder die Wählenden noch ihre Stimme sind qualitativ zu gewichten. Wer es trotzdem tut, dem kann getrost unterstellt werden, damit eigene Ziele zu verfolgen, gerade dann, wenn es sich um Medien handelt, die sich ja ansonsten „Gleichheit in jeder Hinsicht“ auf die Fahnen geschrieben haben.