Nostalgie-Fundstück: Lena Söderberg, die Vorlage für Bildverarbeitung

Ein Bild von „Lenna„, dem US-Playmate vom November 1972, dient seit Jahrzehnten als Computergrafik-Testbild. Das schwedische Fotomodell lieferte ein hervorragendes Beispiel für ein menschliches Foto, an dem man Algorithmen testen konnte. Verwendet wurde dabei nur ein Ausschnitt des ursprünglichen Bildes, in etwa Gesicht und Schulter.

Lena Söderberg, wie die Dame mit bürgerlichem Namen heißt, wurde in späteren Jahren mehrfach zu Wissenschaft- und Technikkonferenzen eingeladen. Eine schöne Ehrung für die Dame, deren Bild als Ansporn diente, um die Bildverarbeitung zu verbessern.

Unglaublich, aber wahr: Sogar der (englischsprachige) Wikipedia-Artikel ist lesenswert und verweist auf interessante Quellen.

Natürlich darf nicht fehlen, dass die Verwendung eines Playboy-Fotos in Wissenschaft und Technik inzwischen als anstößig gilt. Eine solche offene Faszination für weibliche Schönheit ist heute auch kaum vorstellbar, in denen Spitzenwissenschaftler wegen harmlosen Dingen fertiggemacht werden.

Denken wir an Matt Taylor, der Astrowissenschaftler, der eine Sonde auf einem Kometen landen ließ – die wohl unglaublichste Leistung im Weltraum seit einer Generation – und wegen seines Hemds, das eine Freundin entworfen hatte, solange gemobbt wurde, bis er sich unter Tränen für seine Kleiderwahl entschuldigte. Oder erinnern wir uns an Tim Hunt, der Nobelpreisträger, der im Rahmen eines Vortrags einen Witz machte, welcher völlig aus dem Zusammenhang gerissen und für eine Schmutzkampagne verwendet wurde, um die Karriere des Wissenschaftlers zu beenden.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das folgende Lied schrieb ebenfalls Technikgeschichte: Es diente Karlheinz Brandenburg seinerzeit als Beispiel, um die Audiokompression für das MP3-Format zu testen. So wurde es das erste MP3-komprimierte Lied und Suzanne Vega gilt seitdem als „Mutter des MP3-Formates“.

Suzanne Vega: Tom’s Diner (A Capella)

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