Kurznachrichten vom 24.02.2016

1: Heute geht es fast nur um die merkwürdigen Dinge, die Feministen so fabrizieren. Los geht’s mit Julia Schramm, die in der Jungle World in einem eher wirren Pamphlet anhand der Bundeskanzlerin beweisen will, dass Frauen in Machtpositionen ihre Weiblichkeit unterdrücken müssen. Schon im dritten Satz liegt Schramm ganz kräftig daneben:

Auch menschliche Gefühle werden ihr nicht zugetraut, ­geschweige denn Irrationalität, Schwärmerei und Verliebtheit.

Da muss Schramm wohl die letzten Monate Flüchtlingsdebatte komplett verschlafen haben. Da hat man Merkel genau das vorgeworfen, was Schramm ihr nicht zugetraut sieht. Und weiter das übliche:

Sexuell aktive Frauen werden bis heute als Schlampen beschimpft. Eine Schlampe als Kanzlerin? Wenn schon eine Frau als Kanzlerin, dann bitte eine anständige!

Hier wird (wie üblich) mit einem Passiv verschleiert, wer eigentlich Frauen als Schlampen beschimpft. Ein „von Männern“ einzufügen, hat Schramm wohlweislich vermieden, denn dann wäre die Wahrheitsverdrehung zu offensichtlich. Denn die Bezeichnung „Schlampe“ kommt m.E.n. weitaus häufiger von anderen Frauen.

Sie trug damals zur Eröffnung der Oper in Oslo ein tief ausgeschnittenes Kleid und gab der ganzen Welt einen Ausblick auf ihren Busen. Tagelang köchelte der Skandal vor sich hin

Welcher Skandal? Da wurde vielleicht ein wenig diskutiert, und auch mehr so in der Yellow Press, ansonsten hat das kaum wen gejuckt. Aber Schramm ist wohl die einzige, die das als Skandal betrachtet.

Dann würde mich doch interessieren, was Schramm über Politikerinnen sagt, die ihre Weiblichkeit nicht verstecken, sondern gezielt einsetzen, wie z.B. Manuela Schwesig oder Katja Suding. Aber die sind deswegen ja auch grandios gescheitert, wie wir alle wissen. So kann das ja nichts werden mit der Karriere.

2: Wie Genderama gestern berichtete, scheint bei Fefe die rote Pille langsam zu wirken. Fefe ist normalerweise mehr linksliberal, (ehemals?) Piraten-freundlich, und als solcher findet man ja normalerweise Feminismus eher leicht unkritisch einfach super. Das scheint vorbei zu sein:

Manchmal frage ich mich ja, ob es eigentlich auch positive Aspekte am Feminismus gibt.

3: Stephanie Wurster von der ZEIT hat einem Workshop zu Sprachveränderung bei Profx Lann Hornscheidt teilgenommen. Und wiederholt dann so Schmonzenz wie:

Die Macht der Sprache ist groß. Selbst Menschen, die wenig bis keine Literatur lesen und im Internet auch nur das Kurze, wissen das, und sie haben offenbar Angst davor, dass die Sprache, so wie sie sie kennen, verändert wird. Sprache wird als quasi gottgegeben wahrgenommen. Dabei wurde sie durch viele Tausend Jahre des Patriarchats geformt.

Ja, Sprache ändert sich immer wieder evolutionär. Das ist aber was anderes, als wenn sie von oben aufgedrückt wird. Das ist dann Herrschaftssprache und immer ein Zeichen von Totalitarismus. Aber wenn man natürlich glaubt, die bisherige Sprache sei auch von oben aufgedrückt worden, ist Gendern eben Widerstand. Und wer sieht sich nicht gern als Rebell?

4: Die FAZ interviewt die Komikerin Carolin Kebekus. Die

liebt derbe Sprüche und bezahlt Männer dafür, dass sie die Drecksarbeit erledigen: So geht Feminismus!

Wenn das ein Kriterium für Feminismus ist, dann gibt’s den schon seit Jahrtausenden. Außerdem meint sie:

Kebekus

…und dass Männer gefälligst zu unterlassen haben, was Frauen nicht passt. Hat sie vergessen zu erwähnen. So viel zum Thema, dass Feminismus ja nur „Gleichberechtigung“ bedeutet. Die Passage nochmal ausführlicher:

Würden Sie sich selbst als Feministin bezeichnen?

Ja. Aber Feminismus hat so einen schlechten Ruf. Das klingt so unrasiert und ungebumst. Dabei bedeutet es doch nur, dass eine Frau machen kann, was sie will. Ich frage mich: Wie kann man kein Feminist sein? Aber es macht viele Leute aggressiv. Wir haben mal eine Sendung gemacht in „Die Anstalt“ zum Thema Feminismus. Da gab es einen Shitstorm. […]

Wie erklären Sie sich die Aufregung bei dem Thema?

Das ist mir ein Rätsel. Nach der Sendung saß ich mit dem Gastgeber Claus von Wagner zusammen, und wir waren fassungslos.

Vielleicht haben manche Männer das Gefühl, dass sie ins Hintertreffen geraten?

Nee, das glaube ich nicht, das stimmt doch auch nicht.

Ja, so ist das, wenn man glaubt, alles zu verstehen, aber in Wirklichkeit nichts versteht, weil man alles durch die Ideologiebrille sieht.

5: Zu Abwechslung was wirklich lustiges:

Fragt sich, wer da konfus ist…

Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Klingt wie: „If you claim to be an atheist and you’re not feminist, you’re absolutely confused on what atheism is.“ Eines von den Dingen, die ich noch nie verstanden habe, ist diese merkwürdige Einstellung von Leuten, dass wenn man in Thema A einer bestimmten Ansicht ist, müsste man in Thema B auch einer bestimmten Ansicht sein, obwohl beide Themen so gut wie nichts miteinander zu tun haben.

6: Dass ca. 80% der Obdachlosen von Männern gestellt werden, wissen wir hier ja. In den USA hat man sich eine besondere Methode einfallen lassen, um Obdachlosigkeit zu „verhindern“, wie Janet Bloomfield zeigt:

https://twitter.com/AndreaHardie/status/701945785273950208

7: Prostitution ist ja immer wieder ein Thema für innerfeministische Konflikte, so auch angesichts eines in der kommenden Woche in Hamburg stattfindenden Kongresses zur Sexarbeit, der vom Pro-Sexarbeit-Flügel veranstaltet wird und von der Feministischen Partei scharf angefeindet wird. Man wehrt sich gegen die Einmischung wie folgt:

Besonders besorgniserregend finde ich, dass hier unter dem Label „Feminismus“ nicht nur das Grundrecht der Forschungsfreiheit eingeschränkt werden soll sondern auch Räume abgeschafft werden, in denen sich Forscher*innen, Sozialarbeiter*innen und Sexarbeiter*innen in einem geschützten Raum austauschen können. Das halte ich persönlich aus feministischer und demokratischer Sicht höchstproblematisch. Wenn wir solche Forderungen bei Sexarbeit akzeptieren, sehe ich nicht, was in Zukunft davon abhalten soll, auch Veranstaltungen zu anderen Bereichen von Sexualität zensieren zu lassen.

Ich bin mal gespannt, wie hoch man die Forschungsfreiheit noch hält, wenn man Prof. Ulrich Kutscheras neues Buch aus feministischer Warte rezensiert. Und bei Zensur von anderen Bereichen von Sexualität denke ich als erstes an die Werbeplakat-Verordnung im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, aber das ist hier sicher nicht gemeint.

8: Der Kampf gegen die Prostitution treibt manchmal auch seltsame Blüten. In den USA gibt es eine merkwürdige Koalition aus der Homeland Security Behörde, radikalen Feministen und evangelikalen Christen, die versuchen, jede Form von Prostitution als erzwungen zu labeln. So bittet z.B. die Homeland Security Hotels, ungewöhnlichen Verbrauch von Kondomen in ihren Zimmern an die Behörde zu melden. Websites, die Anzeigen von Prostituierten schalten, werden massiv gestört, auch wenn das Werben für Sexarbeit völlig legal ist. Es werden zahlreiche Razzien veranstaltet, wobei aber Zwangsprostitution selten nachgewiesen wird und eher Mädchen unter 18 gefunden werden, die es zwar freiwillig tun, was aber in dem Alter natürlich nicht legal ist. Stattdessen werden dann die Kolleginnen im selben Etablissement mal eben wegen Menschenhandels angeklagt. So kann man die Statistiken in Sachen „sex trafficking“ natürlich auch hoch treiben. Das Video dazu:

9: Prostitution und ganz normales Dating-Verhalten haben ja so manche kleine Schnittmengen. Markus und Rachel diskutieren das Ende ihrer Beziehung und sie findet, dass Geld doch wirklich nicht so wichtig ist – solange es seines ist, das ausgegeben wird. Die Facebook-Gruppe „Das ist schmutzig, falsch und moralisch höchst verwerflich. Bin dabei.“ hat das festgehalten, aber lest selbst, was er ihr antwortet.

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Kurznachrichten vom 20.02.2016

1: Das britische Magazin Metro berichtet von einer feministischen Kampagne, die Sexroboter verbieten lassen will:

But feminist campaigners are claiming that the machines encourage users to think of women as ‘objects’ and prostitutes.

Research director of the Campaign Against Sex Robots Lydia Kaye says, ‘the very business idea of sex robots is modelled on the already existing businesses of the sex trade and the porn industry.

Kaye draws attention to advanced, artificially intelligent models which can be programmed to be submissive – and which could say, ‘Owww’ when spanked.

Was es alles so gibt…

Jakob Zurawinski von der Facebook-Gruppe „Gender mich nicht voll!“ kommentiert m.E. durchaus richtig:

Wovor haben die Feministinnen eigentlich Angst? Ist es nicht im Grunde die Lösung all der Erste-Welt-Probleme, wenn sich diese ach-so-schwanzgesteuerten Männer an Robotern vergehen anstatt Frauen reihenweise zu vergewaltigen (=Sex ohne schriftliche Genehmigung)?

Der Rest seines Posts ist allerdings zu rustikal, um hier zitiert zu werden. Mit dem Thema hat sich im September schon Janet Bloomfield in einem längeren Artikel auseinander gesetzt.

2: Lucas Schoppe stellt auf seinem Blog man tau einmal die beiden hier und hier schon vorgestellten Texte über männliche Feministen von Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer einerseits und Nadia Shehadeh andererseits gegenüber. Sehr amüsant zu lesen.

3: Von innerfeministischen Inkonsistenzen zu einem Streit innerhalb einer anderen obskuren Ideologie: Ich habe mich heute beim Surfen auf Veganer-Seiten verlaufen. Innerhalb dieser Szene gibt es auch Sexismus-Vorwürfe:

Am Ende des Interviews erfahren wir, wie es um den „Schaden“ für die Figur der stillenden Frau bestellt ist. Um diesen müsse man sich keine Sorgen machen, denn Mütter die „mit Hingabe und Überzeugung“ stillen, seien davon nicht betroffen. Nicht genug, dass Dahlke hier esoterisches Geschwurbel mit der Fortschreibung des sexistischen und gleichsam lookistischen Frauenbildes, vom niemals alternden Frauenkörper kombiniert. Im letzten Teil dieses Absatzes  legt er nach und erzählt die Geschichte von einer leiblichen Mutter von 6 Kindern und „ihrer fabelhaften Figur die Männer in Seminaren regelmäßig nervös macht“.

Das ist jetzt also schon Sexismus, wenn man darauf hinweist, dass Stillen nicht unbedingt dazu führen muss, dass der Körper außer Form gerät. Oops, jetzt war ich wohl selber sexistisch. „Außer Form geraten“, darf man so etwas überhaupt über Frauenkörper sagen, wo doch jeder weiß, dass alle Frauen genauso schön sind? Und es darauf auch überhaupt nicht ankommen darf?

Schon alleine beim Logo der Seite indyvegan.org musste ich schon ziemlich schmunzeln. Für mich klingt das nach einem Konflikt zwischen linksradikal-feministischen Spinnern und rechts-esoterischen Spinnern. Wers mag, es hat einiges an Amüsement- aber auch Facepalm-Potential.

4: Und weiter zu den nächsten Obskurantisten: Der Papst hält Verhütung inzwischen für moralisch vertretbar. Allerdings nur, wenn es der Bekämpfung der Zika-Seuche dient. Wenn das mal kein Fortschritt ist…

5: OT-Thema des Tages: Christian Klar, Ex-RAF-Terrorist und Kopf der zweiten RAF-Generation, arbeitet inzwischen im Bundestagsbüro des LINKE-Politikers Dieter Dehm und betreut da angeblich dessen Webauftritt. Bekannt wurde das erst, als Dehm für Klar einen Bundestags-Hausausweis beantragte, dies aber wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt wurde. Die WELT, der Tagesspiegel und die Junge Freiheit berichten.

Ich bin ein wenig zwiegespalten. Einerseits finde ich Resozialisierung eine prinzipiell gute Sache. Andererseits kann ich mir lebhaft vorstellen, was auf der linken Seite des politischen Spektrums los wäre, wenn in ca. 15-20 Jahren Beate Zschäpe Tippse in einem Bundestagsbüro eines AfD-Abgeordneten wird. Aber die LINKEN können uns sicher erklären, warum das alles ETWAS GANZ ANDERES ist.

Fundstück: Achdomina und die gesittete Auseinandersetzung

Nach zehn Monaten Pause kehrte der Blogger „Achdomina“ zurück – und seitdem ist wieder viel los in seinem Blog. Lesenswert ist praktisch alles, was er in letzter Zeit veröffentlicht hat, aber es gibt einen Beitrag, der ein wenig mehr Zeit benötigt und in seiner Grundaussage auch zeitlos ist, so dass es sich lohnt, diesen besonders hervorzuheben: Rationalität, Liberalität und Zivilisation.

Der entscheidende Aspekt in diesem Artikel: Wenn mich ich entschlossen für etwas einsetze, muss ich sicher sein, Recht zu haben. Das kann ich aber nur, indem ich immer wieder überprüfe, dass dem so ist. Je sicherer ich mir bin, desto mehr sollte ich an mir zweifeln. Aber ersteres schließt ja für gewöhnlich letzteres aus und ist auch die Ursache des Problems, dass Leute für ein hehres Ziel über die Stränge schlagen. Nicht mit allen verfügbaren Mitteln auf den Gegner einzudreschen (ob verbal oder im wörtlichen Sinne), ist eine wichtige Basis der Zivilgesellschaft. Und genau die ist in Gefahr, wenn ich Ziele definiere, die so hoch und heilig sind, dass für ihre Erreichung alles erlaubt ist. Kurioserweise spüle ich also, wenn ich ohne Rücksicht auf Verluste für eine bessere Gesellschaft eintrete, eben diese gute Gesellschaft über Bord.

Das heißt, kurios ist es nur auf den ersten Blick. Denn diese Gefahr ist seit langem bekannt. Ausgehebelt wird dieser zentrale Einwand üblicherweise damit, dass der Gegner das pure Böse ist, zu allem entschlossen und so mächtig, dass er einen selbst vernichten wird, wenn man nicht sofort mit aller Härte zuschlägt. Das ist der Stoff, aus dem die Kriege sind – auch der „Krieg gegen den Terror“, in dem plötzlich Folter und Gefängnisse außerhalb der Rechtsstaatlichkeit erlaubt sind im Namen von Demokratie und Freiheit.

Achdomina verweist auf einen längeren Artikel von Scott Alexander namens „In favor of niceness, community, and civilization„. Das ganze Stück ist überraschend einfach konsumierbar und doch ein wichtiges Plädoyer für einen zivilen Umgang miteinander. Die Zeit zum Durchlesen sollte man sich wirklich nehmen! Wie schon die Artikel über Genderfeminismus 101 halte ich diese Quellen (die beiden genannten Beiträge von Achdomina, Scott Alexander) für Grundlagenartikel in der Geschlechterdebatte.

Eine Bewegung für was auch immer, die jegliches Maß verloren hat, driftet schnell in Richtung Unfreiheit. Das kam am Rande eines Artikels beim nachdenklichen Mann vor und wäre einen eigenen, längeren Beitrag wert.

Ich vermeine mich an folgende Argumentation zu erinnern, um solche Warnsignale zu übergehen: Jegliche Einschränkung in der Wahl der Mittel eines Aktivisten für eine gute Sache ist Teil der reaktionären Agitation für das herrschende System. Außerdem sind die Leute außerhalb der Gruppe der „Guten“ so gehirngewaschen / unwissend, dass sie überhaupt nicht in der Lage sind, qualifizierte Kritik zu leisten.

Wohin Kritikresistenz und Maßlosigkeit führen, das kann man derzeit wunderbar an einem laufenden Experiment beobachten: Vor etwa einem Monat wurden Jaclyn Friedman und ihre Organisation WAM! von Twitter authorisiert, gegen Belästigung vorzugehen. Christian Schmidt erläuterte in seinem Blog Alles Evolution die Hintergründe, unter anderem, dass Friedman eine Bilderbuch-Radikalfeministin ist, laut deren Weltbild praktisch alles, was Männer tun, böse und Belästigung ist. Nur um sicherzugehen, dass wir uns richtig verstehen, was das „radikal“ angeht: Dass soviel Beethoven gespielt wird, ist in ihren Augen etwa ein Zeichen für Sexismus („Beethoven hören unterdrückt Frauen!„, wie der nachdenkliche Mann irritiert die Position von WAM! wiedergab).

Der Blogger emannzer erinnerte daran, dass es schon einmal eine radikalfeministische Aktion bei Twitter gegeben hat, die unter dem Namen „Blockempfehlung“ unliebsame Leute zum Verstummen bringen wollte und nach hinten losging, weil das Einschränken der Meinungsfreiheit dann doch irgendwie nicht generell vermittelbar war. Christian Schmidt gab sich denn zuversichtlich, dass diese neue Aktion schnell aus dem Ruder laufen würde und mehr Leute gegen die Radikalfeministen aufbringen würde:

Man sehen, wie frei Twitter sie walten lässt. Eigentlich muss man hoffen, dass sie alles umsetzen, was Friedman und Co so als Diskriminierungsabwehr ansehen.

Da hätte man gleich einen netten Shitstorm verärgerter Twitterer.

Und was soll ich sagen? Es haben sich bereits jetzt ein paar tolle Beispiele gefunden. Via Genderama stieß ich auf einen Artikel von Janet Bloomfield, in dem sie fünf prominente Beispiele dafür nennt, wie Leute von Radikalfeministen zum Schweigen gebracht werden sollten. Alle stammen aus der letzten Zeit, drei haben mit Twitter zu tun, zwei mit der Huffington Post UK (letzteres übrigens ein schöner Diskussionsbeitrag zur These „Alternative Medien brechen das Meinungskartell, weil sie freier berichten“). (Vorsicht in eigener Sache: Ob diese Beispiele mit Jaclyn Friedman und WAM! zu tun haben, kann ich nicht sagen.)

Diese fünf Beispiele sind deswegen so wichtig, weil sie konkrete Namen nennen und den Hintergrund dieser Menschen erläutern. Eine anonyme Masse kann man leicht als „Tiere“ oder „Monster“ verunglimpfen (Danke an Lucas Schoppe für die entlarvende Bebilderung!), die schier unaufhaltbar auf die armen Feministinnen einstürmen und jetzt gestoppt werden müssen, bevor es zu spät ist. So als ob die Orks vor Minas Tirith stehen. Sobald man einzelne Personen aus der Masse heraushebt, und dabei günstigenfalls Beispiele wählt, die sowohl eloquent als auch vernünftig genug auftreten, löst sich das Narrativ in Wohlgefallen auf: Plötzlich fragt man sich, warum man denn diese Leute so fürchtet. Selbst wenn sie deutliche Worte benutzen (im Internet nichts Besonderes) oder einen klaren Standpunkt vertreten (dito), ist das doch kein Grund, sie auszugrenzen?

Radikalfeministinnen missbrauchen ihre Macht bei Twitter, um Leute zum Schweigen zu bringen, deren Meinung ihnen nicht passt. Um den bereits bei Achdomina erwähnten Blogger fefe zu zu zitieren, der diesen ironischen Spruch standardmäßig bei solchen Gelegenheiten verwendet: „Also damit konnte ja wohl niemand rechnen!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal kann ich sogar einen Klassiker von den Beatles bemühen. Veränderung ja, sogar radikale, aber nicht um jeden Preis.

The Beatles: Revolution