Kurznachrichten vom 23.08.2016

1: Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten spricht Gina-Lisa Lohfink der Falschbeschuldigung wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs für schuldig und bestätigt damit den Strafbefehl, der gegen Lohfink ergangen war und gegen den sie sich gewehrt hatte. Die Strafsumme wurde zwar von den ursprünglichen 24.000 Euro auf 20.000 Euro herabgesetzt, die Gerichts- und Anwaltskosten dürften die Ersparnis aber mehr als aufwiegen.

Der Rechtsanwalt Udo Vetter kommentiert auf seinem „lawblog“:

Peinlich ist das Urteil vor allem für jene, die den Fall Lohfink zum Gradmesser für angebliche Lücken im deutschen Sexualstrafrecht hochgejazzt haben. Die Mitglieder des Teams Gina-Lisa, allen voran die amtierende Familienministerin, haben sich vor den Karren einer mutmaßlichen (das Urteil ist nicht rechtskräftig) Lügnerin spannen lassen.

Ein Kommentator dort weist darauf hin, dass die Strafe für Lohfink aufgrund des vom Gericht niedriger angesetzten Tagessatzes de facto zwar verringert, de jure aber sogar erhöht wurde, nämlich von 60 auf 80 Tagessätze:

Sicher hilfreich wäre es auch, wenn die Presseberichte von Leuten gemacht würden, die das Geldstrafensystem verstehen und von der Unsitte herunterkämen, bei Geldstrafen nur die Gesamtstrafe anzugeben. Dann hätten sie darüber berichten können, dass das Gericht in der Sache das Strafmaß gegenüber dem Strafbefehl nicht reduziert, sondern in der Sache sogar erhöht hat (von 60 auf 80 Tagessätzen), und dass G.-L.s Strafe anscheinend (den Presseveröffentlichungen zufolge) immer noch niedriger ist als die Geldstrafe aus den Strafbefehlen für die Verbreitung des Videos (90 Tagessätze).

In einem Artikel auf LTO wird dies so erklärt, dass die Akzeptanz eines Strafbefehls ein strafmildendes Geständnis impliziert, was bei beim Einspruch dagegen aber natürlich wegfällt.

Auf Alles Evolution wird bereits über das Urteil diskutiert. Ich möchte einen Kommentar von Adrian hervorheben, der meint:

Selbstverständlich wird dieses Urteil nichts an der Gesamtsituation ändern. Feministen werden diesen Fall als weiteren Beweis der Rape Culture und des Patriarchats sehen. Solange Frauen nicht ungestraft jeden Mann der Vergewaltigung bezichtigen dürfen, und solange nicht jeder Mann auf Zuruf weggesperrt wird, kann es in ihren Augen keine Gerechtigkeit geben.

Und wie zum Beweis von Adrians These, hält die Mädchenmannschaft das Urteil selbstverständlich für einen Beweis der Existenz der „rape culture“.

Derweil offenbart sich das Rechtsverständnis von Feministen auf Twitter wie folgt:

teamginalisa

2: In den USA gab es einige drastische Verfahrensausgänge im Zusammenhang mit Lehrerinnen, die sexuelle Beziehungen mit ihren männlichen Schülern hatten. Ein Schüler bekommt jetzt sechs Millionen Dollar Entschädigung vom Schulbezirk, weil dieser von dem Missbrauch wusste, aber nichts dagegen unternommen hatte. Aufgeflogen war die Sache erst, als die Lehrerin von ihm ein Kind bekam. Wie man das von anderen Fällen aus den USA kennt, muss er wohl für das Kind trotz eines gesetzwidrigen Missbrauchs Unterhalt zahlen. Immerhin sollte das mit sechs Millionen machbar sein. Wenigstens hat der Schüler das geteilte Sorgerecht zugesprochen bekommen. Die Lehrerin kam nach einem halben Jahr Haft wieder auf Bewährung frei.

In einem anderen Fall wurde die Lehrerin dagegen zu ganzen 22 Jahren verurteilt. Warum auch immer, hat sich in Russland eine Bewegung für eine mildere Strafe gebildet, mit schon über 50.000 Unterschriften auf einer entsprechenden Online-Petition. In dem Artikel bei Spiegel-Online wird eine Feministin mit einem halbwegs vernünfigen Kommentar zitiert:

Die feministische Publizistin und Bloggerin Bella Rapoport kritisiert das Klischee vom „triebgesteuerten“ Mann. „Es ist gefährlich, anzunehmen, dass jeder Mann unter allen Umständen froh sein muss, mit einer schönen Frau zu schlafen“, sagt Rapoport. „Unterschiedliche Männer haben unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse und Wünsche. Wenn man so tut, als wollten sie alle dasselbe und müssten es unbedingt haben, werden Frauen am Ende zu Opfern.“

Gefährlich ist diese Sichtweise natürlich am Ende vor allem wiederum für die Frauen. Wie sollte es anders sein… Wenn der letzte Satz nicht wäre, hätte ich auch das „halbwegs“ streichen können.

3: Das Verwaltungsgericht in Osnabrück bestätigt die Entscheidung eines Abendgymnasiums, einer Muslima das Tragen des Nikabs im Unterricht zu verwehren. Die Schülerin hatte dagegen geklagt.

4: Schlechte Nachrichten für Genderisten. Ausgerechnet die sogenannte Gender-Medizin entdeckt immer mehr Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Ein paar Zitate:

Eine Erklärung hierfür lautet, dass die Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone ständig ab- und zunimmt, bei männlichen jedoch beständig ist.

Stichwort: Launenhaftigkeit. Könnte damit erklärt sein.

Auch die unterschiedliche Reaktion des Immunsystems kann durch das Wirken der Sexualhormone erklärt werden: Östrogen kann beispielsweise die Zellen aktivieren, die bei der antiviralen Immunantwort mitwirken. Testosteron dahingegen nicht. Das Grippevirus Influenza wird beispielsweise nur von weiblichen Zellen bekämpft, wie die Forscher von der John Hopkins University in Baltimore entdeckt haben („American Journal of Physiology“). Laut dem Immunologen Marcus Altfeld aus dem Heinrich-Pette-Institut in Hamburg würden Frauen deshalb eine schnelle und starke Immunreaktion zeigen, um ihr ungeborenes oder bereits geborenes Kind zu schützen.

Stichwort: Männergrippe. Hat vielleicht doch einen realen Hintergrund. Mädels, Ihr könnt jetzt aufhören zu lästern. Wir Männer sind da einfach von der Natur benachteiligt.

5: Jan Fleischhauer sinniert in seiner Spiegel-Online Kolumne über Heterofeindlichkeit und den diskriminierten Mann. Auszug:

Das ist doch ein schlimmes Stereotyp, dass sich Männer jenseits der vierzig gehen lassen. Wenn man sagt, dass Schwarze ein Problem mit der ehelichen Treue haben oder Araber Frauen nicht für voll nehmen, rollen alle mit den Augen. Warum gilt das nicht auch bei Vorurteilen gegenüber Heterosexuellen? Niemand wird gerne auf ein Stereotyp reduziert, das sollte für alle die Regel sein.

Ich schreibe das, weil mir vergangene Woche aufgefallen ist, dass Heteros nicht einmal als diskriminierungswürdig gelten. Auf jede Gruppe muss Rücksicht genommen werden, nur auf ganz durchschnittliche Männer ab einem bestimmten Alter nicht. […]

„Wer männlich, weißhäutig, sichtbar biodeutsch, christlich oder säkular, nicht behindert und nicht schwul ist, weiß nicht, was es heißt, (…) diskriminiert zu werden“, hat die Journalistin Esther Schapira in den „Tagesthemen“ den Jahrestag kommentiert. Der Satz wurde sofort über Twitter und Facebook geteilt. Offenbar kommt es den Leuten, die so etwas richtig finden, gar nicht in den Sinn, dass es auch eine Form der Ausgrenzung darstellt, wenn eine bestimmte Gruppe von Menschen von vornherein nicht zu den Diskriminierten gezählt wird. […]

Wann hat es angefangen, dass es wichtig ist, diskriminiert zu sein? Früher ging es darum, dazuzugehören. Wer Teil einer Minderheit war, versuchte, so schnell wie möglich zur Mehrheitsgesellschaft aufzuschließen. Heute ist das Gegenteil der Fall: Statt darauf Wert zu legen, dass einen die anderen akzeptieren, ist man stolz darauf, wenn man sagen kann, dass man ausgegrenzt wird. Manche Leute sammeln Diskriminierungen wie andere Panini-Karten. Je mehr sie davon haben, umso besser fühlen sie sich. Man spricht dann von „Mehrfachdiskriminierung“.

Prädikat: Zur Gänze lesenswert.

Kurznachrichten vom 11.05.2016

So, nach langen Wochen, in denen ich einfach mal was anderes lieber gemacht habe, raffe ich mich mal wieder auf, einen Überblick über aktuelle Artikel und Ereignisse zu geben.

1: Jan Fleischhauer vom SPIEGEL stellt die These auf, #aufschrei und die mediale Vernichtung von Rainer Brüderle wäre der Kulminationspunkt und Startschuss für die rechte soziale Gegenbewegung gegen die ausufernde Political Correctness gewesen.

Die einzige Gruppe von Menschen, über die man herziehen darf, bis die Schwarte kracht, sind die Zurückgebliebenen, die im Verdacht stehen, mit Leuten wie Petry oder Trump zu sympathisieren. Das sind die Hinterwäldler, die mit der Moderne nicht zurechtkommen und deshalb an überkommenen Vorstellungen kleben. Dass sich niemand gern von neunmalklugen Dies-und-das-Studenten sagen lässt, er habe den Anschluss verpasst, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Komischerweise gehört Einfühlungsvermögen nicht zu den stärksten Seiten der Antidiskriminierungsexperten.

Richtig. Ausgerechnet die, die „Emphathie“ wie einen Mercedesstern vor sich her tragen, beweisen immer wieder, dass sie so gut wie Null davon haben und stattdessen selbstverliebte Narzissten sind. Danisch kommentiert das so:

Wobei ich den „Rechtsruck” ja schon lange nur für eine Art Notwehr gegen linke Diktatur halte, nicht für Ausdruck rechter Positionen. Würde aber meine These stützen, dass das Anwachsen des rechten Flügels keineswegs von Rechten oder dem vielbeschworenen „Rechtspopulismus” verursacht wird, sondern eine schiere Abstoßungs- oder Abwehrreaktion gegen die überkochende linke totalitäre Meinungsdiktatur und Hetzjagd ist.

2: In der ZEIT beklagt Elisa Gutsche – haltet Euch fest – zuwenig Feminismus in der SPD.

Jedoch sollte sich die SPD nicht nur allein auf Geschlechtergerechtigkeit im Berufsleben konzentrieren, sondern auch auf andere Themenbereiche. So sind die Grünen und die Linken weitaus konsequenter und progressiver beim Thema sexuelle und reproduktive Rechte von Frauen. Das Feld hier den Grünen und Linken zu überlassen wäre fatal.

Wenn es nach ihr ginge, müsste den jungen Frauen das Leben so leicht wie nur irgend möglich gemacht werden. Dass das manchmal auch bedeutet, den Männern das Leben schwerer zu machen, interessiert sie nicht. Oder ist ihr vielleicht sogar recht. Macht nur weiter so, wenn Ihr auch die letzten Männer noch vergraulen wollt!

3: Der Tech-Blogger Sascha Pallenberg (MobileGeeks), auch bekannt geworden durch das sogenannte #fappygate, hat mal wieder Ärger mit Feministinnen, weil er einen kritischen Artikel über das Sponsoring der re:publica 2016 durch die Firma Eyeo GmbH, die den Werbeblocker AdblockPlus herstellt, geschrieben hat. Angeblich blockt AdblockPlus nämlich Werbung, auf die freie kleine Bloggingportale dringend angewiesen sind, was denen die Einnahmen wegbrechen lässt, andererseits soll Werbung doch durchgelassen werden, wenn der Werbetreibende nur genug an Eyeo bezahlt. Klingt nach einer windigen Sache und hat mit Freiheit im Netz, für das ja angeblich die re:publica stehen will, wirklich nichts zu tun. Ganz im Gegenteil.

Das Pikante daran ist nun, dass Laura S. Dornheim, bekannte Feministin und m.W. Mitinitiatorin von #aufschrei jetzt neuen Chef-Lobbyistin der Eyeo GmbH ist und den Deal mit der re:publica eingefädelt hat. Das anzuprangern reicht schon, um sich den Unmut der Allies zuzuziehen, denn eine Frau zu kritisieren, das geht ja nun mal gar nicht.

Fefe hat das dann auch nochmal gebührend kommentiert.

4: Es wurde ja bereits mehrfach berichtet, dass Ronja von Rönne, die letztes Jahr mit ihrem Rant „Warum mich der Feminismus anekelt“ Furore gemacht hat, den Axel-Springer-Preis dafür bekommen sollte und diesen abgelehnt hat. Es wurde auch gemunkelt, sie sei reumütig zum Feminimus zurückgekehrt, bzw. wollte nicht als Galeonsfigur der Antifeministen gelten. Was allerdings fehlte, war ihr eigenes Statement, das m.W. kaum einer beachtet hat. Das sei hiermit nachgeholt.

5: Vor einigen Tagen versuchte eine Gruppe von erfahrenenen Wikipedia-Autoren, einen Artikel über „Gender Biomedizin“ in der Wikipedia zu platzieren und stieß dabei aber auf den harten Widerstand der Genderfeministinnen in der Wikipedia, worauf der Artikel noch am selben Tag als angeblich irrelevant zur Löschung freigegeben wurde. Die durchaus rennomierte Dawkins-Foundation dokumentiert den Artikel und den Vorgang.

6: Der ehemalige Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, hat auf einer Abschlussfeier der University of Michigan die absurde Safe-Space-Kultur angeprangert.

7: Im Tagesspiegel gab es letzte Woche einen Artikel über die Antifa Demo in dem 300-Seelen-Dorf, in dem der thüringische AfD-Chef Björn Höcke wohnt. Den Antifas wurde letztlich verboten, direkt vor Höckes Haus zu demonstrieren. Um das Thema geht es mir gar nicht, sondern mehr um eine Skurrilität am Rande in diesem Artikel, über die ich gestolpert bin, eine Aussage des thüringischen Innenministers:

Ein Missbrauch dieses Grundrechts werde durch die Thüringer Polizei nicht toleriert werden. „Unsere Beamtinnen und Beamtinnen sind auf alles vorbereitet“, versicherte Poppenhäger – und unterstützte ausdrücklich die Position von Ramelow.

Jetzt frage ich mich: Hat der das wirklich so gesagt? Oder hat sich der Journalist da vertan? Und warum fällt sowas beim Korrekturlesen gar nicht mehr auf? Gibts da überhaupt wen, der Korrektur liest? Aber eigentlich ist es nur ein Zeichen dafür, dass diese Phrasen so dermaßen in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass wirklich niemand mehr genau hinschaut.

Ach ja, um dann doch mal Off-Topic zu werden: Die Antifa hat auch was verlautbart:

Stephan Maßdorf vom Anti-Demonstrationsbündnis hatte in einem Interview mit der „Jungle World“ erklärt, die Linkspartei und die AfD würden nur „sehr wenig“ unterscheiden. […] „Beide können sich mit dem Gemeinschaftskult, der hier herrscht, ganz gut arrangieren.“ Die Linkspartei habe mit ihrem Ost- und Regionalkult den Nährboden geschaffen für die AfD.

Alles Nazis, auch die Linken! Da hab ich eigentlich keine Fragen mehr.

8: Zum Abschluss mal wieder ein wunderbarer Comic von Jesus and Mo, halb On-, halb Off-Topic:

Warum ich finde, dass Lächeln und glücklich sein verboten gehört

Gestern ging es mir darum, wie die Maßstab für sexuelle Belästigung auf lächerliches Niveau herabgesenkt wird. Heute möchte ich auf das Thema Sexismus in der Werbung zu sprechen kommen.

Die Meldung machte bereits vor über einem Jahr die Runde: Im Berliner Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain soll auf den vier Werbeflächen, die auf öffentlichem Gebiet stehen, keinerlei sexistische oder diskriminierende Werbung mehr erscheinen. Bereits damals befand Harald Martenstein: Wie bei den Taliban!

Ich habe mich damals tatsächlich mal aufgemacht, zumindest eine dieser Flächen zu sehen und zu begutachten, was denn dort überhaupt für Werbung erscheint. Vielleicht wäre es ja nur viel Lärm um nichts. Die erste ernüchternde Erkenntnis: In der Straße standen auf kurzer Strecke mehrere Werbeflächen – welche davon auf öffentlichem Boden, das konnte ich in der Kürze der Zeit nicht in Erfahrung bringen. Erinnern kann ich mich an Unterwäschewerbung von Calzedonia – aber ob die auf einer der vier Flächen war, weiß ich nicht.

Ende April ist das Thema wieder hochgekommen. Wer sich den Text von Jan Fleischhauer durchliest (gefunden via Prof. Dr. Günter Buchholz) oder gar Harald Martensteins „Über Frauenbilder in der Werbung„, der fasst sich an den Kopf: Es ist gelungen, die bereits absurden Forderungen noch auf die Spitze zu treiben!

Künftig ist bereits „grundlos lächeln“ ein Hinweis auf Sexismus und Diskriminierung – nur bei Frauen, wohlgemerkt. Das klingt logisch, denn Menschen nur aufgrund ihres Geschlechtes unterschiedlich zu behandeln ist natürlich nicht sexistisch oder diskriminierend. Gut, dass mir das noch einmal jemand sagt! Ich hätte es sonst nicht bemerkt.

„Aber… das ist Wahnsinn!“ „Nein! Das. ist. Kreuzberg-Friedrichshain.“

Wobei ich einwenden muss: Die Grundthese lautet ja, dass die Werbung uns dahingehend beeinflusst, was wir als normal empfinden. Nach dem Wegfall von Werbung mit anlasslos lächelnden Frauen müsste sich das Verhalten von Frauen in Berlin also dahingehend ändern, dass sie weniger anlasslos lächeln. Ganz provokant gefragt: Kann man weniger als gar nicht lächeln? Es ist ja jetzt nicht so, dass in Deutschland die Leute entsetzlich häufig lächeln würden. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich Klagen darüber noch nie gehört, wohl aber Feststellungen, die eher in die andere Richtung gehen.

Und damit sind wir bei einem Vorschlag vom Schwulemiker, auch bekannt als Adrian. Ihm gehen die Maßnahmen noch nicht weit genug:

Ein lobenswerter Schritt auf dem Weg zur vollständigen Gleichberechtigung und Emanzipation von Frauen! Doch warum geht man nicht noch einen entscheidenden Schritt weiter und führt eine Mode- und Sittenpolizei für Frauen im Allgemeinen ein, so wie es in einigen islamischen Ländern Standard ist? Denn Werbung ist ja nur eine Seite des Schrecken, welches Frauen täglich ertragen müssen. Zuviele echte Frauen geben sich und anderen Frauen ein schlechtes Beispiel, indem sie sich falsch verhalten, ohne Anlass lächeln, sich körperbewusst kleiden, dem Konsum frönen. Einige Frauen sollen sogar verführerisch und schön sein! Kann man das tolerieren?

Nein! Aus diesem Grund unterstütze ich die Maßnahmen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg nachdrücklich und schlage außerdem vor, in der Werbung und in der Öffentlichkeit nur noch lächelnde, verführerische, schön Männer zu erlauben, die sich körperbewusst kleiden und Freude am Konsum haben. Ein solches Opfer ist mir das Wohl der Frauen wert.

Frauen zu verbieten ist weder legal noch moralisch richtig oder gar möglich, aber warum sie nicht tatsächlich aus der Werbung verbannen? Zwar stellt das einen Eingriff in den Markt dar (Frauen treffen einen Großteil der Konsumentscheidungen und ich erinnere mich an die Meldung, in einer Einkaufspassage sei ein Großteil der Geschäfte für Frauen), aber es geht um das Allgemeinwohl. Vergessen wir nicht, dass der ursprüngliche Plan darin bestand, im öffentlichen Stadtbild Werbung überhaupt zu verbieten!

„Die unsichtbare Frau“ wird uns noch viel Freude bereiten. Zeigen wir Männer, die fünfe gerade sein lassen und einfach mal so lächeln, die sich naiv einfach über den schönen Tag freuen, gut aussehen wollen und daher körperbetont gekleidet sind, fürsorglich sind (natürlich nur für ihre Söhne, Töchter kommen ja nicht mehr vor), mit großer Freude im Haushalt tätig, oder schlicht und ergreifend schön sind, weil sie auf ihr Erscheinungsbild achten.

Wie schon bei der Popkultur werden die Sittenwächter das nicht lange durchgehen lassen. Als nächstes wird der Mangel an Frauen beklagt, so dass sie wiederkommen, aber nur in „sicheren Rollen“, wo sie nur positiv dargestellt werden. Danach kommt die Kritik an den festgelegten Rollen und dass Frauen auf bestimmte Eigenschaften reduziert werden, womit beide Geschlechter gleich häufig auch negativ gezeigt werden. Dann sind wir wieder am Anfang der Schleife angelangt und die nächste Iteration geht los.

Aber zwischendurch haben die homosexuellen Männer ihre Freude und ich meine Ruhe. Das ist es mir wert.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal über einen Mann, der sich für einen Filmstar hält, obwohl er bisher nur in der Werbung vorkam.

Harpo: Moviestar