Fundstück: Datenerhebung zur häuslichen Gewalt gegen Männer

Gleichmaß e.V. weist auf „ein Pilotprojekt der Thüringer Regierungskoalition (SPD, LINKE und Grüne)“ hin, das „jetzt herausfinden [will], in welchem Ausmaß Männer Opfer häuslicher Gewalt werden“. Na, besser spät als nie, möchte man sagen. Es wäre ja nicht so, dass es da nicht bereits Gewaltforschung auf internationaler Ebene gäbe. Bisher haperte es nur daran, Ergebnisse auch wahrzunehmen, wenn Männer betroffen waren, ohne etwa gleich Männern allgemein die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben.

Wir begrüßen diesen Schritt außerordentlich. Jedoch kommt der Artikel etwas missverständlich darauf zu sprechen, im gesamten deutschsprachigen Raum seien bezüglich des womöglich große Dunkelfeldes keine gesichterten Erkenntnisse zu finden.

Und es folgt ganz locker eine Schilderung, was Gleichmaß e.V. selbst seit Jahren unternommen hat, um die Problematik an die Regierung zu vermitteln. Meine Hochachtung davor, das so trocken schildern zu können!

Für die Regierung wäre etwa die privat finanzierte Gewaltschutzwohnung in Gera ein ganz interessantes Beispiel. Das brächte allerdings auch das Risiko einer unangenehmen Wahrheit mit sich: Der Staat hat die Problemlage, die woanders längst bekannt ist, bislang ignoriert.

Jetzt so zu tun, als sei das eine neue Erkenntnis und als habe man keine Zahlen, deute ich so: Zuzugeben, dass man sich (auch aus ideologischen und wahltaktischen Gründen) für ein Problem bisher nicht interessiert hat, kommt bei der Bevölkerung nicht gut an. Besser ist es, man spielt den besorgten Politiker und einigt sich auf das Narrativ „Wir konnten ja nicht ahnen, dass…! Wenn uns das mal einer gesagt hätte!“.

Der Optimist würde sagen: Das Thema kann offenbar nicht mehr ignoriert werden. Das ist tatsächlich der gute Kern der Nachricht.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Für alle diejenigen, die bei so etwas nicht ruhig bleiben können, ein Lied der härteren Machart zum Abreagieren…

Stabbing Westward: Lies

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Warum ich mich über diesen Erfolg so freue

In Zeiten von Clickbait und Social-Media-Hypes kommt die Meldung über die Eröffnung einer Gewaltschutzwohnung für Männer ganz unaufgeregt und nüchtern daher. Dabei handelt es sich um den Erfolg einer ganz konkreten Aktion, um in Not geratenen Männern zu helfen.

Als Ende April der Spendenaufruf rundging, habe ich mich spontan dazu entschlossen, dieses Projekt zu unterstützen, weil ich mithelfen wollte, etwas zu verändern, anstatt mich nur auf die (sehr geschätzten) Diskussionen in Blogs zu beschränken. Letzten Endes kam es mir unsinnig vor, immer wieder durchaus schlüssig argumentiert zu lesen, dass Männer weniger allgemeine Aufmerksamkeit für ihre Probleme bekommen – egal, ob diese nun allgemeiner Natur sind oder spezifisch männlich – und dann nichts zu tun. „Alle Bücher sind gelesen, alles Denkbare gedacht, kein Problem ist ungewälzt, doch nichts gemacht…“ – so wie die Erste Allgemeine Verunsicherung in ihrem gleichnamigen Lied „Die Intellektuellen“ besingt, wollte ich nicht enden.

Dröge Arbeit macht den Unterschied aus

Es stimmt mich schon nachdenklich, dass stete, kleinteilige und zähe Arbeit zum Erfolg geführt hat. Dessen Vater Tristan Rosenkranz war vor einigen Monaten am Ende seiner Kräfte und wurde darüber hinaus für seine Aktivität auch noch beschimpft und lächerlich gemacht.

Gleichmaß e.V. hat inzwischen dem Gewaltschutz eine eigene Seite gewidmet. Wenn man die bereits erwähnten Meldungen des Vereins zur Gewaltschutzwohnung sowie die Erwähnungen in der Presse zum Thema (OTZ veröffentlicht Interview zur Gewaltschutzwohnung und „Neues Gera“ berichtet über unsere Gewaltschutzwohnung; Originalquellen: Ostthüringer Zeitung, „Neues Gera“) durchliest, bekommt man die nackten Fakten herausgefiltert:

  1. polizeilich in Thüringen erfasste Fälle: 824 (2012), 810 (2013), 636 (2014)
  2. die Wohnung besteht aus anderthalb Zimmer, Küche und Bad
  3. derzeit sind 1500 Euro auf dem Spendenkonto – das reicht fürs erste Jahr

Dazu der Verein selbst:

Wir freuen uns über die dieswöchige Eröffnung unserer Gewaltschutzwohnung in Gera. Nach einigen Jahren Sensibilisierung, Konzeptions-, Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit sowie Recherche zur statistischen Notwendigkeit von Gewaltschutzangeboten und Gesprächen mit Betroffenen, Kooperationspartnern*, Politikern, Fachleuten und Behördenvertretern ist es uns bislang nicht gelungen, die Bereitschaft einer öffentlichen Finanzierung zu erreichen.

Mit anderen Worten: Selbst wenn man die niedrigste Zahl aus dem vorletzten Jahr nimmt und jeweils ein anderer Mann einen Monat in der Wohnung lebt, ist selbst für weniger als 2% der Opfer öffentliche Unterstützung schon zuviel verlangt.

So sieht die Realität aus! Unglaublich, sollte man meinen.

Was tun?

Wer die Hilfe braucht: Die Notrufnummer für das Angebot: 0160 / 951 015 47; der Flyer als PDF-Datei

Wer Gleichmaß e.V. unterstützen möchte: Spenden / Unterstützung

Das letzte Wort möchte ich aber Tristan Rosenkranz überlassen. Auf die Frage im Interview, was der Verein unternehme, wenn sich von Gewalt betroffene Frauen an ihn wenden:

Sie bekommen sofort einen Kontakt, wohin sie sich wenden können. Wir lassen sie nicht allein.

So macht man das! Das ist souverän.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal Depeche Mode, die über „Zuhause“ singen.

Depeche Mode: Home

Kurznachrichten vom 08.06.2016

1: Bei Facebook wird gerade heftig über dieses Video diskutiert:

Ich enthalte mich vorläufig eines Kommentars, vielleicht später in der Diskussion.

2: Ein Polizist mit 23 Dienstjahren Erfahrung schreibt Fefe, dass er die Quote der Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigungsanzeigen auf 60-70% schätzt.

3: Noch ein Video: Thunderf00t berichtet (nicht zum ersten Mal), wie Feministinnen und SJWs die säkulare bzw. atheistische Bewegung spalten. Das schaffen sie, indem sie ihre eigene Unterbewegung „Atheism+“ gegründet haben und jeden mobben, der nicht akzeptieren will, dass Atheismus automatisch auch das Eintreten für Feminismus, LGBTQOMGWTF-Rechte und selbstverständlich Gender bedeuten muss. Aber seht selbst:

Das lustige oder vielmehr traurige daran ist, dass sich Atheisten ja eigentlich auf die Fahne geschrieben haben, nichts ohne nachvollziehbare Evidenz zu glauben. Und dann soll man aber plötzlich ohne jegliche Beweise obskure Gender-Theorien und selbstverständlich jegliche „Harassment“-Anschuldigungen glauben. Und natürlich auch, dass die atheistische Community genauso wie die übrige Gesellschaft vor Sexismus und Rassismus nur so strotzt. Das ist so, weil die Femis das so sagen. Wer das anzweifelt, ist ein Frauenhasser. So wird das nix mit einer angeblich skeptischen Bewegung.

4: Wo wir gerade bei Würgegriffen sind: Feministinnen haben sich ja über das Plakat für den neuen X-Men Film beklagt, weil da ja einer Frau (der Superheldin Mystique) Gewalt angetan wird. Und die 20th Century Fox hat sich tatsächlich auch noch dafür entschuldigt. Ich finde allerdings, das hier ist der passendere Kommentar dazu: