Kurznachrichten vom 23.01.2016

Die letzten Tage war nicht viel los. Arne war bei vielen Dingen schneller, das muss ich dann nicht auch noch bringen. Und ich hatte auch nicht so die Zeit Abends. Aber jetzt mal wieder…

1: Es gibt jetzt ein AddOn namens „Binnen-I be gone“ für die Browser Firefox, Chrome und Opera, das aus Webseiten sogenannte geschlechtergerechte Sprache entfernt und durch normales Deutsch ersetzt, um diese wieder lesbarer zu machen. Binnen-Is, Gender*Sternchen und Gender_Gaps verschwinden aus fast allen Texten. Funktioniert natürlich nicht in Bildern und PDFs.

2: Am Dienstag brachte das ZDF-Magazin Frontal 21 einen Bericht über Kinder, die andere Kinder missbrauchen. Erstaunlich an dem Beitrag: Es wird tatsächlich mehr über Mädchen berichtet, die andere Kinder missbraucht haben. Da scheint etwas aufzuweichen.

3: Nochmal ein bisschen was zu Köln, Zuwanderung, Islam etc. Der Soziologe Gunnar Heinsohn, dessen Interview bei der Welt ich schon neulich verlinkt habe, hat noch einmal bei der NZZ die Zuwanderung junger Männer aus dem muslimischen Kulturkreis in düstersten Farben gemalt. Bettina Röhl stießt schon im September ins gleiche Horn. Aus heutiger Sicht fast ein wenig prophetisch. Derweil gibt der Imam der Al-Tauhid-Moschee in Köln-Kalk den Frauen die Schuld, aber der hat sicher nichts mit dem Islam zu tun.

Der Staatsrundfunk hat sich nach erster Verwirrung offensichtlich wieder eingekriegt. Die korrekte Sprachregelung ist wieder gefunden. Heute in der Tagesschau hatten die Übergriffe von Köln und anderswo nur noch „Männergruppen“ begangen. Nicht etwa „vorwiegend aus Zuwanderern bestehende Männergruppen“. Ein „männliche Zuwanderer-Gruppen“ oder gar „Ausländergruppen“ hätte ich ja schon gar nicht verlangt, das wäre ja jetzt wirklich schlimm pauschalisierend. Kann man so nicht machen…

Das klingt jetzt vielleicht wieder so, als hätte ich ein Problem mit Flüchtlingen. Aber das stimmt nicht, ich bin nur ziemlich skeptisch, was die Entwicklung angeht, vor allem, wenn das in diesem Jahr nochmal so laufen sollte. Ich habe nur ein Problem mit einigen der Zuwanderer, und vor allem mit dem Islam. Ich habe kein Problem mit dem einzelnen Flüchtling, selbst wenn er ein schlimmer Finger ist. Damit würden wir schon fertig werden. Und die meisten sind wirklich sehr liebenswerte Menschen. Ich habe aber ein Problem mit der Menge, weil das eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Vielleicht präzisiere das nochmal in einem eigenen Artikel.

Was mich aber auch nervt, dass dabei wieder mal wichtige andere Themen unter den Tisch fallen. Der Missbrauchsfall bei den Regensburger Domspatzen z.B., oder TTIP. Und dass vor grade mal 11 Tagen es in Istanbul einen Anschlag mit zehn deutschen Todesopfern gab, die meisten seit Djerba 2002, ist schon fast wieder vergessen. Hört da noch jemand was davon? Normalerweise wäre das für mindestens eine Woche das Top-Thema. Diesmal war das nach zwei Tagen durch.

4: Pat Condell macht sich in seiner gewohnt knackig-süffisanten Art über Social Justice Warriors, Safe Spaces und Gender Studies an britischen Universitäten lustig:

Gefunden bei Danisch.

5: Off-Topic Beitrag des Tages: Alpha-Blogger Fefe hat seinen Austritt aus dem Chaos Computer Club (CCC) erklärt. Grund dafür ist anscheinend, dass ausgerechnet der Verein, der ungehindertes Informationsrecht und freie Meinungsäußerung ganz dick auf seine Fahne geschrieben hat, in internen Mailinglisten Moderatoren nach gusto Beiträge filtern lässt.

In diesem Fall ging es aber darum, Mails wegen des aktuellen Gefühlszustands eines Moderators zu filtern. Wenn der Moderator findet, diese Mail könnte jemanden erzürnen, dann kommt die nicht durch.

Es bleibt im Unklaren, ob es um einen Beitrag von Fefe selbst ging, und auch, welche Meinung dem Moderator nicht gepasst hat. Es scheint mir aber offensichtlich, dass sich auch im CCC schon seit längerem Political Correctness und Safe Space-Denken eingeschlichen hat. Da gingen doch vor zwei Jahren schon sog. Awareness Teams rum, die sog. Creeper Cards verteilten.

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Kurznachrichten vom 16.01.2016

1: Die Kampagne #ausnahmslos wird inzwischen sehr heftig mit dem Gegenhashtag #falschesgrau getrollt. Dabei werden vor allem haufenweise Bilder und Videos nackter Frauen gepostet, aber auch einige witzige Statements und Karikaturen sind zu finden. Buzzfeed übertreibt und behauptet, es wären sogar Pornos, wobei aber im selben Artikel die Initiatoren von #falschesgrau zitiert werden, die dazu aufrufen, dass die Bilder jugendfrei bleiben, damit Twitter keinen Anlass findet, den Hashtag aus den trending topics herauszuhalten. Kann man lustig finden, muss man aber nicht. Feministen reagieren inzwischen mit den üblichen Standard-Taktiken Mimimi, Male Tears, kleiner Penis, und haben damit den Niveau-Limbo erstmal für sich entschieden.

2: Andere schreiben erste Fazits zum inzwischen sich zur schnellsten feministischen Rohrkrepierer-Kampagne des Jahres entwickelnden #ausnahmslos, so z.B. Birgit Kelle, die feststellt:

[…] hat man sich eine neue Kampagne unter dem Namen #ausnahmslos gegönnt. Dort werden jetzt ausnahmslos alle Männer unter Generalverdacht gestellt und nicht nur Männer mit Migrationshintergrund. Ein enormer Fortschritt für die Menschheit.

und auch asemann.de stellt fest, dass Deutsche mit Migrationshintergrund…

Menschen, die andere Zustände erlebt haben, als sie in Deutschland herrschen, die Werte der Aufklärung, die Menschenrechte, die Demokratie und den Rechtsstaat anscheinend mehr zu schätzen wissen als die links-„progressiven“ Frauen und Mädchen, die sich unter dem Banner von #ausnahmslos versammelt haben.

Ebenfalls eine gute Analyse liefert der Blog „Drachenrose“.

Die Piraten haben sich auch zu Köln geäußert, und das aus meiner Sicht sogar durchaus vernünftig. Die Gesundschrumpfung scheint zu wirken, nachdem die Linksbizarren die Partei verlassen haben

Und selbstverständlich hat auch der kleine Akif seinen Senf in epischer Breite in gewohntem Unflat ausgekotzt. Das verlinke ich jetzt mal nicht. Wer sowas mag, darf es googeln.

Ich setz jetzt mal den Aluhut auf: Was fehlt in der Geschichte noch? Dass irgendwer leakt, dass die Kampagne #ausnahmslos ein Astroturfing-Projekt des Frauenministeriums ist. Irgendwer hat auch das schon geargwöhnt, ich finde es aber nicht mehr.

3: Es wird weiter munter diskutiert, wie gefährlich nun der junge, arabische Mann als solcher ist. Die ehemalige Femen-Aktivistin Zana Ramadani (m.W. CDU-Mitglied) gibt in einem Interview dem Islam die Schuld und hierbei besonders den muslimischen Müttern. Dabei dürfte sie ziemlich nahe an der Linie von Alice Schwarzer liegen, und den Netzfeministinnen ziemlich auf die Füße getreten sein, die mit ihrem hippen Kopftuch-Feminismus nun gar nichts auf den Islam kommen lassen. Mein Lieblingszitat war allerdings:

Diese Männer lernen, dass Frauen, die einen kurzen Rock oder eine enge Hose tragen, verfügbar sind. Sie lernen, dass sie das Recht haben, sie respektlos zu behandeln. Was viele Muslime und Imame nicht verstehen, ist, dass sie nicht nur ein schlimmes Bild von Frauen haben, sondern auch von Männern. Das Verschleierungsgebot unterstellt ja, dass Männer nicht anders können, als sofort über eine Frau herzufallen, die ihre Haare zeigt. Das Verschleierungsgebot unterstellt also jedem Mann, ein triebgesteuerter Vergewaltiger zu sein. Die islamischen Werte sind also sowohl frauen- als auch männerfeindlich.

Hmmm, welche bekannte Ideologie des Westens nochmal sieht den Mann als Triebtäter und versteht sich zumindest im links-politisch korrekten Flügel ganz wunderbar mit dem Islam?

Ein richtig dicker Brocken war gestern auch das Interview mit dem Soziologen Gunnar Heinsohn in der WELT, der zuerst ein ziemlich düsteres Bild zeichnet:

Die Welt: Welches Bild haben die jungen Araber von westlichen Frauen?

Heinsohn: Die gelten schnell als Huren, weil die vorehelichen Verkehr haben. Sie werden zur Beute, auf die sie auch von den Eltern verwiesen werden, damit die Töchter rein und ehefähig bleiben. Da folgen die sexuellen Übergriffe quasi naturgesetzlich. Wenn man das vorher nicht weiß und die Einwanderung als Fortschritt zu allgemeiner Harmonie gepriesen hat, dann steht man als Naivling oder gar Täuscher da und sucht im Vertuschen einen Ausweg. Von der Polizei angefangen bis in die Politik.

Die Welt: Zu den größten aktuellen Vertuschungsskandalen gehört die Missbrauchsserie von Rotherham. Über Jahre wurden in der mittelenglischen Stadt 1400 Kinder und Jugendliche von britisch-pakistanischen Banden missbraucht. Behörden und Politikern konnte nachgewiesen werden, die Taten verschleiert zu haben.

Heinsohn: Diesen Vertuschungsmechanismus haben wir auch in Schweden und in Deutschland. Überall haben nette, fortschrittliche Menschen ein Problem überhaupt nicht auf dem Radar. Und dann nimmt es mit Wucht seinen eigenen naturwüchsigen kriminellen Weg. Doch wenn ich das einräume, dann stehe ich als Versager mit meiner fortschrittlichen Linie da. Und dann geht das Vertuschen weiter.

Dann aber macht er am Schluss des Interviews doch wieder Mut:

Die Welt: Wie groß ist Ihr Glaube an Integrationsmöglichkeiten?

Heinsohn: Ich glaube, bei der Frage der Integration gibt es weder Rassenprobleme noch Religionsprobleme, sondern nur Kompetenzprobleme. Aber wenn die Leute in der Schule versagen, von Hartz IV leben müssen und dann nur gesehen wird: das sind Afrikaner, das sind Muslime – dann wird das Kompetenzproblem überdeckt mit einem Rassenetikett oder einem Religionsetikett. Kompetenz ist der Schlüssel zur Integration.

Auch der Deutschlandfunk beschäftigt sich mit dem Phänomen „Taharrusch dschama’i“ (wie immer, wenn was aus Arabien kommt, gibts dafür verschiedenste Schreibweisen):

Die Täter des „taharrusch dschama’i“ sind zumeist Männer zwischen Pubertät und Heirat in urbanen Milieus. Viele sind unzufrieden und frustriert von den Restriktionen, die ihnen ihre Umgebung auferlegt: keine sexuellen Kontakte vor der Ehe. Nicht einmal ein Gespräch unter vier Augen zwischen einem fremden Jungen und einem fremden Mädchen wird gestattet. Aber zugleich öffnet einem das Internet ein Fenster auf die Welt des Sex, Drugs and Rock’n’Roll.

4: Die Stadt Bornheim hat ein grade erst erlassenes Schwimmbadverbot für männliche Flüchtlinge schon wieder aufgehoben. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass staatlich Stellen sich derzeit kopflos in Aktionismus flüchten, anstatt ruhig Blut zu bewahren und sich vor irgendwelchen Beschlüssen zu fragen, 1. was das für Folgen hat und 2. ob diese eigentlich im Einklang mit den Werten stehen, die wir angeblich verteidigen wollen.

5: Auf fisch+fleisch kritisiert die junge österreichische Bloggerin Tatjana Ana Stasia das selektive Gendern, nach dem es unbedingt „ExpertInnen, ArbeitnehmerInnen, AutorInnen, LehrerInnen, GemeinderätInnen, MitbürgerInnnen, PolitikerInnen, PolizistInnen, SchülerInnen, StudentInnen, WissenschaftlerInnen“ heißen muss, man aber von „mutmaßlichen AttentäterInnen, TerroristInnen, TäterInnen, MörderInnen, DiebInnen, KinderschänderInnen, DschihadistInnen, RäuberInnen, VerbrecherInnen“ fast nie etwas hört.