Fundstück: Warnsignale beim Flirten

Keine Ahnung, wo ich das Video aufgeschnappt habe, aber ich musste herzlich lachen:

The Art of Manliness: The 14 Red Flags of Dating

Passender Artikel dazu: Brett & Kate McKay: 14 Red Flags to Look Out for in a Relationship

Interessanterweise hat „The Art of Manliness“ ansonsten ganz andere Themen im Programm. Auf einige will ich bei späterer Gelegenheit zurückkommen.

Aktualisierung: Das Rote-Pille-Blog brachte das Video im März. Daher kannte ich es!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo es um rote Flaggen geht…

Billy Joel: Storm Front

Fundstück: Was man Rumäninnen beim Flirten nicht sagen sollte

Ein schönes Fundstück zum Thema internationales Flirten, ausgedacht von Alexandra Constantinescu und Maria Niculescu, zwei Rumäninnen, und umgesetzt vom Blogger, der sich selbst als „Amsterdams oberflächlichster Mann“ bezeichnet: „Dinge, die man rumänischen Frauen in Amsterdam nicht sagen sollte“.

Things not to say to Romanian women in Amsterdam

Schön auch der Trailer dazu:

Hier kommen einige klassische Elemente zusammen, die auch in vielen anderen Länder-und Kultur-Kombinationen eine Rolle spielen:

  1. Nord- vs. Südeuropa
  2. West- vs. Osteuropa
  3. Klischees und Stereotype
  4. fehlende Basiskenntnisse über Geographie und Sprache, gepaart mit Desinteresse
  5. Besserwisserei umgekehrt proportional zum tatsächlichen Wissen

Mir gefällt das Video deswegen sehr gut, weil die Damen authentisch rüberkommen. Sie sprechen am Anfang und zwischendurch Rumänisch. Was sie auf Englisch erzählen, kann ich mir tatsächlich im echten Leben so vorstellen. Der Niederländer, der in kurzer Folge in jedes Fettnäpfchen trifft, das sich ihm bietet, ist natürlich eine Karikatur und fasst viele Erlebnisse, die im Lauf der Zeit gesammelt wurden, zusammen. Es ist deswegen auch in Ordnung, dass die Lacher alle auf seine Kosten gehen.

Im Trailer berichten die zwei Frauen schon von einigen typischen Erfahrungen. Insgesamt stecken in den Videos in komprimierter Form eine Menge Ideen drin, wie man, wenn man möchte, besser auf Frauen aus Süd- und Osteuropa zugeht.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Tja, was fällt mir musikalisch zu Rumänien ein? In den Kommentaren zu romantischen Filmen erwähnt und sicher einen eigenen Eintrag wert ist der Film „Im Juli„. (Wer den noch nicht kennt, sollte auch nicht das folgende Video ansehen!)

Für Rumänien gab es damals keine Drehgenehmigung, so dass man einfach eine Reihe Fotos von der Fahrt geschossen hat. Die etwas weniger als zwei Minuten zusammen mit dem Lied, das gleichzeitig erklingt:

Polvorosa: El amor se demora

Nostalgie-Fundstück: Die Erste Allgemeine Verunsicherung über Männer, die sich für Frauen ändern

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal geht es um nichts anderes – und wieder um die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV).

EAV: Oh Bio Mio

EAV: An der Copacapana

Die beiden Lieder „Oh Bio Mio“ und „An der Copacabana“ erzählen dabei eine ähnliche Geschichte: Ein Mann verliebt sich in eine Frau, doch die will angeblich einen Partner mit einem ganz bestimmten Lebenswandel. Der Mann krempelt daraufhin sein gesamtes Leben um, nur um festzustellen, dass die Frau inzwischen mit einem anderen zusammen ist – der dem ursprünglichen Typen des lyrischen Ichs entspricht.

Und die Moral von der Geschicht‘ – sich ändern lohnt sich nicht? Zumindest nicht so radikal. Denn was die Protagonisten da besingen, grenzt nicht mehr an Selbstverleugnung, es ist bereits diese. Anstatt zu akzeptieren, dass die jeweilige Frau offenbar nicht auf sie steht und eine entsprechende Ausrede bringt, glauben sie tatsächlich, Anziehung deterministisch herbeiführen zu können.

Der Mann in „Oh Bio Mio“ hätte weiterhin sein Leben mit Auto, Schnitzel, Kneipenbesuch usw. genießen und das, was ihm Freude bereitet, verwenden können, um über die vergeblich Angebetete hinwegzukommen. Und der Mann im Stück „An der Copacabana“ wiederum hatte offensichtlich keinen Spaß am Körperkult – dann hätte er sich den Aufwand sparen können.

Einen wahren Kern haben die Lieder: Wenn Du an einer Frau interessiert bist und sie Dir erzählt, es müsse ein ganz besonderer Typ bei ihr sein, dem Du nicht entsprichst, dann versuche nicht auf biegen und brechen, dieser Typ zu werden. Ich würde ergänzen, dass es mindestens zwei Alternativen gibt:
a) such eine andere Frau zum Flirten.
b) flirte trotzdem mit der Frau, vielleicht wird es eine „eigentlich stehe ich gar nicht auf solche Typen, aber“-Situation.

Fundstück: Freakonomics über Partnersuche via Internet

„Freakonomics“ hatte ich schon einmal erwähnt. Zum ersten Mal war mir der Name jedoch in ganz anderem Zusammenhang über den Weg gelaufen: Ein Beitrag befasst sich mit Ökonomie bei der Partnersuche übers Internet. Ja, es heißt nicht umsonst Partnermarkt… praktischerweise werden auch einige Tipps gegeben und Gesetzmäßigkeiten erklärt.

Man beachte, was sich zwischen der ursprünglichen Sendung (Textversion) und der Wiederausstrahlung (Textversion) verändert hat!

Einige Details, die zum Teil altbekannte Überzeugungen bestätigen:

  1. Bei Frauen ist Aussehen wichtig, bei Männern Einkommen.
  2. Bei Männern gibt es ein starkes Ungleichgewicht, was das eigene Aussehen angeht. Die besten 10% und noch einmal die besten 5% heben sich deutlich vom Rest ab.
  3. Man sollte sich klar überlegen, was man sucht, und sein Profil entsprechend darauf ausrichten, um passenden Partnern die richtigen Signale zu senden. Bei einer großen Menge von potentiellen Kandidaten lohnt es sich, sein Profil umso klarer auszurichten, damit man leichter als „besonders gut passend“ identifiziert wird.
  4. Absolut unverhandelbare Dinge sollte man sofort nennen. Entweder es geht oder es geht nicht.
  5. Für Männer, die eine feste Partnerschaft wollen, lohnt es sich, zu signalisieren, dass sie etwas festes suchen. Für einen Flirt sind die meisten zu haben, aber nicht alle sind zu mehr bereit.
  6. Entsprechend lohnt es sich für solche Männer, Stabilität und Verlässlichkeit auszustrahlen (und natürlich „andere Frauen fühlen sich in seiner Gegenwart wohl“).
  7. Einem konkreten 28-jährigen Mann wird geraten, bei der Wahl der Frauen wählerisch zu sein. Er sei in einem guten Alter und habe noch Zeit.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Vielen Dank für den Vorschlag, aranxo!

Chic: Le Freak

Warum ich „netten Kerlen“ Kaffee mit Sahne als Vorbild empfehle

Bei „Alles Evolution“ ging es vor einigen Wochen darum, was „nette Jungs“ (Nice Guys) unattraktiv macht. Das „netter Kerl“-Syndrom hatte ich schon zu Anfangszeiten dieses Blogs auf meiner Liste. Anstatt weiter darauf zu warten, dass mir der perfekte Artikel einfällt, zitiere ich lieber als ersten Schritt meinen Kommentar:

Ich glaube, dass die „netten Kerle“ vor allem die gute Grundidee „Ich muss sie gut behandeln“ falsch verstehen und übertrieben umsetzen. Nur wirkt das dann nicht „nett“, sondern aufgesetzt, unterwürfig, unentschlossen – und das ist nie attraktiv. Wenn der Mann offenbar nicht so recht weiß, was er will, wie soll dann die Frau den Eindruck gewinnen, dass er sie will? Wie soll sich eine Frau in einen Mann verlieben, von dem sie nicht einmal die Illusion haben kann, zu wissen, wer er wirklich ist?

Doch woher kommt diese Fehlvorstellung, man dürfte Frauen nie etwas abverlangen oder mal Kontra geben? Mir scheint es so, als ergebe sich das aus der Kombination „besonders gutmütiger Mann“ und „besonders häufige Predigt, wie unsensibel Männer im allgemeinen seien und wie schlecht es den Frauen gehe“. Das schlägt dann um in „die armen Frauen, ich muss sie besonders gut behandeln als Ausgleich dafür, was man ihnen schon alles angetan hat“.

Ich vergleiche das inzwischen gerne mit Kaffee und Sahne. „Kaffee“ steht für die klassischen dominanten Eigenschaften, „Sahne“ für Gefühle und Romantik. Die Frau trinkt gerne Kaffee, nur ist der manchmal etwas bitter. Wenn es dazu doch noch etwas Sahne gäbe! Der „nette Kerl“-Mann hört überall die Sehnsucht nach der Sahne, versteht aber nicht, dass die zusätzlich zum Kaffee gewünscht wird. Vor die Wahl gestellt zwischen einer Tasse untrinkbarer Sahne und dem üblichen Kaffee, nehmen die Frauen natürlich letzteres. Und der Mann ist völlig verwirrt, warum anscheinend keine das will, was sie doch alle vorher so gerne gehabt hätten. „Frauen erzählen alle, sie wollen Sahne, und dann trinken sie doch wieder diesen bitteren Kaffee!“ ist dann ein häufig gehörtes Fazit des Missverständnisses.

Dabei sind „Kaffee“ und „Sahne“ keine sich ausschließenden Gegensätze. Das eine läßt sich auch nicht mit dem anderen ersetzen. Es ist also eine falsche Dichotomie.

Sobald tatsächlich jemand um die Ecke kommt, der einen Kaffee mit einem Schuss Sahne hat, wird sein Angebot in vielen Fällen attraktiver eingestuft als das des „reinen Kaffee“-Mannes. Über die richtige Mischung können natürlich die Meinungen auseinander gehen. Und das wäre auch eine positive Botschaft: Die Welt ist nicht schwarz wie Kaffee oder weiß wie Sahne, es gibt jede Menge Abstufungen dazwischen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Erst beim Suchen ist mir aufgefallen, wieviele Lieder mit „schwarzem Kaffee“ im Titel es gibt…

All Saints: Black Coffee

Warum ich introvertierten Männern etwas anderes rate

Kürzlich habe ich das Buch „The Introvert Advantage – How to Thrive in an Extrovert World von Dr. Marti Olsen Laney durchgelesen. Auch wenn ich das Buch insgesamt ganz in Ordnung fand, ist mir ein Teil als sehr unvollständig in Erinnerung geblieben.

Es ging darum, wie Introvertierte ihre Partner finden. Die Tipps für den Anfang klingen so: Man soll seinen Freunden und Verwandten sagen, dass man auf der Suche sei, und ihnen noch eine Liste von Eigenschaften nennen, auf die man Wert lege. Eingeleitet wird das Kapitel so: Oft arrangierten ja Freunde und Kollegen ein Kennenlernen. Von Zeit zu Zeit müsse man leider aber auch den Anfang machen.

Mit anderen Worten: Diese Ideen sind für Männer vollkommen untauglich!

Nun erwarte ich nicht, dass Frauen automatisch die Männerperspektive nachvollziehen können (umgekehrt halte ich das auch nicht für einen berechtigten Anspruch); ich fand es aber bemerkenswert, dass in einem Buch, das so sehr für Rücksicht und Verständnis für introvertierte Menschen plädiert, die speziellen Probleme von introvertierten Männern bei der Partnersuche vollkommen unerwähnt bleiben.

Warum sind mir ausgerechnet diese Seiten so negativ im Gedächtnis geblieben? Wohl deswegen, weil sich zu der falschen Situationsbeschreibung auch die falsche Lösung gesellte. Passivität wird als eine mögliche Option präsentiert, während man nur manchmal selbst aktiv werden müsse. Stattdessen hätte ich gerne gelesen:

  1. Von Männern wird in der Regel der erste Schritt erwartet. Von nichts kommt nichts. Liebe introvertierte Männer, da müsst Ihr durch! Aber glaubt nicht, dass es anderen da wesentlich besser ginge, denn Ansprechangst trifft erstaunlich viele nicht-introvertierte Männer. (Und wie im Buch richtig festgestellt wird: Introvertiert sein bedeutet nicht, schüchtern zu sein. Letzteres kann man ändern!) Selbst wenn die Lasten bei der Partnersuche nicht gleich verteilt sind – was soll’s?
  2. Anstatt darauf zu hoffen, dass andere Leute einem das energieraubende und auch oft erniedrigende Flirten abnehmen, sollte man selbst aktiv werden. Sich persönlich weiterzuentwickeln und über seinen eigenen Schatten zu springen, klingt nach einem guten Kurs, um auch für andere ein interessanter Mensch zu sein.
  3. Niemand muss heutzutage klischeehaft in Disco oder Kneipe gehen, um neue Leute kennenzulernen. Wer lieber Bücher liest, Gesellschaftsspiele spielt oder sonstige „ruhige“ Hobbys hat, kann über das Internet Gleichgesinnte finden. Nie waren die Zeiten besser für Introvertierte!

Wo das Buch allerdings wieder goldrichtig liegt, ist die Bewertung der Paarkombinationen: „Introvertierter Mann / extrovertierte Frau“ ist tatsächlich die schwierigste, während es umgekehrt gut mit den traditionellen Rollen zusammenpasst und auch zwei Introvertierte gut zurechtkommen, wenn sie aufpassen, sich nicht zu sehr vom Rest der Welt zurückzuziehen.

Eines möchte ich noch erwähnen: Natürlich kann eine Frau den ersten Schritt machen. Während mir das selbst schon mehrfach passiert ist, kann ich mich an keine einzige Frau erinnern, die das gemacht hat und mir negativ in Erinnerung geblieben ist.

Selbst ohne das gibt es Artikel über Flirten für Frauen mit dem wichtigsten Hinweis „Ansprechbarkeit erhöhen“. Uepsilonniks geht mit seinem Artikel „Verführungskunst für Frauen“ in eine ähnliche Richtung.

Popkultur

Was wäre ein Blogartikel ohne Popkultur? Ganz traditionell romantisch, ist mir dieses Lied aus der Eröffnungsszene des Film Adventures In Babysitting („Die Nacht der Abenteuer“) von 1987 in Erinnerung geblieben.

The Crystals: Then He Kissed Me

Fundstück: Paul Watzlawick über interkulturelles Flirten

Von Paul Watzlawick stammt das Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ und das ist der absolute Knaller. Wenn ich ein Buch über Psychologie empfehlen darf – das ist es. Kein langes Geschwafel oder Wischiwaschi, sondern ganz vernünftige Erklärungen, wie sich Leute durch eigenes Verhalten unglücklich machen. Dabei wird das so humorvoll präsentiert, dass ich herzlich darüber lachen musste. Also: pragmatisch, praktisch, gut.

Ein Anekdote aus einem anderen Buch war mir jedoch noch im Gedächtnis geblieben, die hervorragend zum Geschlechterallerlei passt. Es geht um Flirtverhalten und wie kulturelle Unterschiede die normale Kommunikation dabei stören:

Mißverständnisse zwischen Menschen verschiedener Herkunft am Beispiel Paarungsverhalten (alternative Quelle).

Kurz zusammengefasst: Amerikanische Soldaten waren während des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren danach in Großbritannien stationiert und trafen dabei auf britische Frauen. Befragt über ihre Erfahrungen, stellten beide (!) Gruppen fest, dass die jeweils andere doch ziemlich schnell vorgehe. Wie konnte das sein?

Das „Balzverhalten“ vom Kennenlernen bis zum Sex verläuft in einer Reihe von Schritten. Während Anfang und Ende wohl ziemlich klar sind, ist einiges bei der Reihenfolge dazwischen kulturell ausgeprägt. Küssen wird als Beispiel dafür aufgeführt, dass es in den USA sehr früh, bei den Briten jedoch sehr spät an der Reihe ist.

Eine aus amerikanischer Sicht vergleichsweise harmlose Sache war für die Britinnen schon ziemlich draufgängerisch. Ließ sich die Frau weiterhin darauf ein und machte an der für ihre Kultur normalen Stelle im Ablauf weiter, wirkte das wiederum auf den Amerikaner ganz schon forsch.

Mir gibt das Hoffnung. Mit etwas Toleranz und dem Bewusstsein um ihre Existenz lassen sich solche kulturellen Unterschiede nutzen, um aus einigen Sackgassen in der Geschlechterdebatte herauszukommen: Wenn inzwischen bloßes Ansprechen auf der Straße als Belästigung gilt (oder wahlweise „einfaches Flirten“ oder „zu nahe bei jemandem stehen“) und nachträglich alles eine Vergewaltigung sein kann, dann ist es dringend Zeit, dieses viel zu enge Regelkorsett aufzubrechen.

Plötzlich gibt es eine Pufferzone, in der man einfach mal etwas wagen und sich vertun kann, ohne gleich soziale Ächtung befürchten zu müssen; in der man Sachen, die ja eigentlich „intuitiv funktionieren müssten“ und bei denen es sonst ungeschickt wirkt, darüber zu reden, einfach direkt ansprechen kann. Niemand muss sich jederzeit zu 100% sicher fühlen – weil immer eine Restirrtumswahrscheinlichkeit bleibt, dass man einfach etwas falsch verstanden hat, das sich schon noch klären läßt. Anstatt wie einige Radikale zu versuchen, die genaue Bedeutung jeder kleinsten Sache genau auszudefinieren (ein Versuch, der ohnehin zum Scheitern verurteilt ist), gibt es wieder einen Korridor, innerhalb dessen man sich aufgrund von Unklarheit bewegen kann. Ich halte das für elementar fürs Kennenlernen; denn wer möchte schon beim ersten „Hallo“ gleich die verbindliche Zusatzinformation bekommen, ob das jetzt ein Flirt / eine Sache für eine Nacht / der Anfang einer Beziehung werden soll? Und wer kann und will das umgekehrt gleich von sich aus sagen?

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wo schon amerikanische Jungs erwähnt wurden…

Estelle featuring Kanye West: American Boy

Warum ich meine, gute Gespräche mit viel weniger Aufwand hinzubekommen

Bei Alles Evolution erschien vor einigen Tagen ein Artikel namens “Gib Frauen beim Flirten keine direkten Antworten, es sei denn diese ist Nein”. Das ist natürlich erst einmal ein interessantes Spiel.

Ich bin aber überzeugt, dass man sich nicht erst völlig ausgefallene Sachen wie die erwähnte „Lachszucht in Norwegen“-Geschichte antrainieren muss, um interessante Gespräche zu führen und sein vorhandenes sympathisches Wesen rüberzubringen. Deswegen habe ich mir als kleine Herausforderung vorgenommen, zu schreiben, wie es aus meiner Sicht besser geht. Die entscheidende Passage zur Erkenntnis ist dabei diese:

Aber jeder erzählt dabei die Punkte, die er bei jedem kennen lernen erzählt und keinen von beiden interessiert das, was der andere sagt und das, was man selbst sagt wirklich. Es ist nicht spannend von seiner Arbeit zu erzählen und abseits der bloßen Fakten kommt keine Spannung zwischen den beiden auf. Man könnte das gleiche Gespräch auch mit einem neuen Kollegen führen oder auf dem Geburtstag seiner Oma mit seinem Platznachbarn, der besten Freundin der Oma. Man hat es auch schon tausendmal geführt, es ist langweilig und nichts, an das man sich erinnert.

Ja, wieso denn eigentlich? Warum sollte man akzeptieren, dass Gespräche auf Familientreffen oder der Arbeit grundsätzlich langweilig sind?

Das wäre doch ein Ansatzpunkt mit viel niedrigerer Schwelle, um seine Kommunikationsfähigkieten zu verbessern. Da kann man auch trainieren mit Leuten, bei denen es einem nicht dramatisch peinlich ist, wenn man sich einmal verhaspelt und die einem selbst auch mal etwas nachsehen.

Außerdem gibt es dadurch viel mehr Gelegenheiten, die eigene Wirkung auf andere Menschen zu überprüfen (und zu erkennen, wie unterschiedlich diese sein kann). Wer generell mit Leuten besser zurechtkommt, wird „im Ernstfall“ nicht so stark umschalten müssen, wird aber auch generell als „sozialerer Mensch“ wahrgenommen.

In dem Sinne: Ja, Sachgespräche können bei sozialen Anlässen fürchterlich langweilig sein. Wichtiger ist, Emotionen herüberzubringen, und das geht gut bei dem, wofür man brennt. Der eigene Beruf, den man vor allem wegen der Kohle und nicht wegen der allgemein interessanten Arbeit ausübt, ist ein schlechtes Gesprächsthema. Aber es gibt 1000 Sachen, über die man ins Gespräch kommen kann: Urlaub etwa (andere Länder, Sprachen, ungewöhnliche Erlebnisse); bei Feiern kann man vom Essen auf dem Tisch zu Lieblingsspeisen kommen, selbst das berühmt-berüchtigte Thema Wetter kann man verwenden, um in wenigen Sätzen überzuleiten, warum man das so liebt / hasst bzw. was man dann am liebsten macht / so gerne tun würde.

Aber vor allem ist ein gutes Gespräch geben und nehmen. Wenn ich nur über mich selbst rede, ist das sterbenslangweilig. Fragen stellen, es genauer wissen wollen, neugierig sein, sich für andere interessieren – das macht einen Menschen als soziales Wesen aus und letzten Endes auch selbst wiederum interessant. Wenn also als Sachantwort kommt „Ich studiere X“, kann man sofort fragen, wie jemand darauf gekommen ist, was besonders Spaß macht (oder nervt), wieso gerade in Stadt Y, was da sonst so los ist usw. Man kann also selbst die Emotionen ins Spiel bringen.

Das wird einem auf direkte Weise keinen garantierten Flirterfolg bringen. Es hat aber den wichtigen Nebeneffekt, dass man sich unter anderen Leuten wohlfühlt und sich andere in Gegenwart von einem selbst. Außerdem hat man so die Möglichkeit, jede Menge interessanter Leute kennenzulernen (bzw. herauszufinden, wie interessant Leute sind, mit denen man bisher nur wenige Worte gewechselt hat), was ein gutes Rezept gegen Langeweile im Leben ist.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn es ums Reden geht, gibt es einen idealen Titel…

Talk Talk: Talk Talk

Fundstück: Flirttipps von Erzählmirnix

Da „besser flirten für Männer“ ein Dauerthema ist, möchte ich auf einen Kommentar von Erzählmirnix zurückkommen, der mir seit über einem Jahr nicht mehr aus dem Kopf geht, weil er mir anscheinend entsprechend wichtig ist. Sie hatte unter einem Artikel über Pickup auf die Frage nach „nützlicheren Flirtmodellen“ geantwortet:

Irgendworin wirklich gut werden. Sei´s Fitness, ein Hobby oder beruflich. Leidenschaft und [S]elbstbewusstsein, die (fast) automatisch dadurch kommen, wirken sehr anziehend auf Frauen/Menschen allgemein.

Die nachfolgenden Kommentare präzisierten diese Tipps noch etwas:

  • Gut in seinem Beruf sein alleine reicht noch nicht. Viele Männer sind beruflich erfolgreich, haben aber dennoch keinen Erfolg bei Frauen.
  • Ein “technischer” Beruf eignet sich weniger gut als Gesprächsthema. Man trifft bei der Arbeit dazu auch weniger Frauen.
  • Bei vielen Freizeitaktivitäten spielt es eine Rolle, ob man mit anderen Menschen Kontakt hat (und auch Frauen darunter sind). Auch die eigenen Kommunikationsfähigkeiten sind wichtig.
  • Hobbys müssen sozial geeignet sein, sondern wirkt man wie ein Freak. Andererseits können Sachen plötzlich angesehen sein, die einen jahrelang zum Außenseiter machten.
  • Es ist auch wichtig, neue Dinge auszuprobieren, um zu wissen, was einem Spaß machen (und liegen) könnte. Ein Mann sollte eine gewisse Experimentierphase haben, um zu wissen, was er will.

An die anderen Autoren beim Geschlechterallerlei: Wenn ich kurz vor Mitternacht keinen geplanten Artikel sehe und selbst etwas fertig habe, stelle ich es für den nächsten Tag ein. Falls Ihr den für Euch reservierten Tag nutzen wollt, könnt Ihr entweder schon einen Entwurf einstellen (zur Not auf „privat“ setzen) oder den Artikel einen Tag später als geplant veröffentlichen. Wäre doch toll, wenn wir mal wieder etwas mehr Artikel in einem Monat hätten (und dazu regelmäßig über alle Tage verteilt).

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „From Zero to Hero“ – diese Entwicklung haben Foreigner wunderbar in ihrem Lied „Juke Box Hero“ beschrieben.

Foreigner: Juke Box Hero

Fundstück: Frauen sprechen Männer an

Easy German Episode 12: Flirten

Zufällig stieß ich vor ein paar Tagen auf dieses Video, in dem zwei junge Damen alle möglichen Leute, vor allem Männer, ziemlich direkt anmachen. Das geschieht im Rahmen einer Serie, um Deutsch als Fremdsprache zu lernen (!), und bietet einen interessanten Kontrast zu den politisch motivierten Videos à la Hollaback, die ich in den letzten Monaten mitbekommen habe:

Es geht nicht darum, irgendeinen gesellschaftlichen Sachverhalt anhand eines Beispieles zu „beweisen“. Es ist einfach nur ein harmloser Spaß!

Das Video ist nicht hochprofessionell gemacht. Sicher, da ist schon etwas Ausrüstung dabei, aber es steckt kein Riesenbudget dahinter, wie man es von einer Agentur kennt.

Es wird nicht überdramatisiert. Stattdessen erstaunlich, wie normal das alles ist:

Die beiden jungen Damen sind etwa nicht etwa besonders herausgeputzt, sondern sehen ganz normal aus wie Frauen, denen man im Alltag über den Weg läuft. Hübsch finde ich sie schon und vor allem natürlich.

Der Versuchsort Münster ist nicht für besonders heißblütige Menschen bekannt. Auch das schlechte Wetter lädt nicht gerade dazu ein, irgendwelche Leute auf der Straße anzuflirten.

Die beiden Damen sind nicht besonders gut darin, ihre Sprüche gut herüberzubringen. Mit auswendig gelernten alten Kalauern ziehen schon Männer nichts vom Teller, aber wenn sie eher halbherzig vorgetragen werden, funktionieren sie auch für hübsche Frauen nicht. Überhaupt scheinen die Interviewerinnen dem Irrtum verfallen zu sein, man brauchte einen guten Spruch, um zu flirten. Was es an Aufwand und Einfallsreichtum auf Seiten der Männer kostet, wird also stark unterschätzt.

Die meisten Männer finde ich spontan sympathisch. Natürlich reagieren sie nicht natürlich im Sinne von „wie in freier Wildbahn“, schließlich bemerken sie Kamera und Mikrofon. Einige reagieren skeptisch auf so eine direkte Anmache, mindestens einem ist es sogar „zu plump“ und einer attestiert der Befragerin direkt, dass sie nicht gut flirtet.

„Charme und Überzeugung“, „auf der Tanzfläche ins Gespräch kommen“, „spontan entscheiden, was man sagt“ – das wird statt den Sprüchen von den Männern als Mittel genannt, mit dem sie Erfolg haben. Das klingt nach einer recht realistischen Einschätzung, auch wenn die Rezepte sehr vage bleiben.

Zwischendurch werden auch einige Frauen angequatscht, die sogar recht spontan positiv reagieren. Da frage ich mich, wie viele Versuche es brauchte, oder ob die Angesprochenen den Quatsch der Situation erkannten und entsprechend antworteten.

Insgesamt ist all das jedenfalls meilenweit entfernt von der Welt einer Anne Wizorek (siehe Zitat im folgenden Zitat). Wie Christian es bei Alles Evolution schön beschrieb:

„Was mich an vielen feministischen Theorien stört, ist der Umstand, dass die dort geschilderte Welt geradezu die Hölle auf Erden ist. Frauen werden unterdrückt und sind so verängstigt, dass es “für ganz viele Frauen extrem schlimm ist, einfach schon auf die Straße zu gehen“. Überall warten lüsterne Männer darauf, die Frau zu belästigen oder zu vergewaltigen. Ein Spießrutenlauf für jede Frau, die an dieser Unterdrückung krank wird. Kaum ein Aspekt des täglichen Lebens ist von dieser Unterdrückung nicht durchzogen.“

Würde dieses Weltbild der Wahrheit entsprechen, dann hätte kaum einer der Männer skeptisch oder ablehnend reagiert; sie hätten hingegen alle vollkommen aufgegeilt über die armen jungen Damen herfallen müssen. Schließlich sind Männer von Natur aus alle potentielle Vergewaltiger, welche kein Unrechtsbewusstsein für diese Taten haben und die sich in den meisten Fällen nur noch gerade eben zurückhalten können.

Stattdessen sehe ich ein Stück Normalität in diesem Video. Ich möchte mir nicht einreden lassen, dass das Unterdrückung oder Patriarchat sein sollen und die Frauen kollektiv ganz dolle leiden.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal die Ärzte mit einem Beitrag, der zeigt, was passiert, wenn niemand den ersten Schritt macht.

Die Ärzte: Geh mit mir