Fundstück: Die taz über die Liberalen Männer

Die Gründung der Liberalen Männer e.V. scheint kurz vor der Wahl noch einmal richtig Staub aufzuwirbeln. Hatte die IG Jungen, Männer und Väter noch vor kurzem die Einschätzung „Parteien im Bundestag sind für Männer nicht wählbar“ abgegeben, folgte nun ein Artikel in der taz, auf den mich Frank Mehding mit folgenden Worten hinwies:

Die taz schreibt über die Liberalen Männer 🙂 http://www.taz.de/!5446531/

Dazu eine Kommentierung auf www.facebook.com/liberalemaenner:

„Eine totalitär-feministische taz-Redakteurin kritisiert in ihrem Anti-FDP-Artikel die Liberalen Männer und möchte die Gleichberechtigung von Mann und Frau verhindern.

Zutreffend ist: Die Liberalen Männer sind gegen den Feminismus. Und zwar an den Stellen, wo sich dieser gegen Gleichberechtigung richtet.

Deshalb fragten die Liberalen Männer im August die beiden Kanzlerkandidaten:

  1. Warum dürfen Gleichstellungsbeauftragte nur weiblich sein? Das führt nicht zur Gleichberechtigung. Wo es Frauenbeauftragte gibt, muss es auch Männerbeauftragte geben. Wann werden die eingesetzt?
  2. Warum existiert bis heute die Diskriminierung “Mama erzieht – Papa zahlt” nach einer Trennung? Kinder brauchen beide Eltern. Wann kommt das Wechselmodell als gesetzlicher Standard?
  3. Jungen erleben im Bildungssystem Nachteile. Wie können Jungen ebenso gefördert werden wie Mädchen?
  4. Warum werden Männer bei Einstellung und Beförderung im Öffentlichen Dienst aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt?
  5. Warum werden gleiche Straftaten mit sehr unterschiedlichem Strafmaß behandelt, je nachdem, ob sie von einer Frau oder einem Mann begangen wurden?
  6. Auch Jungen und Männer werden Opfer häuslicher und sexueller Gewalt. Warum gibt es für Jungen und Männer nicht den gleichen Schutz wie für Frauen?
  7. Kuckuckskinder: Warum müssen Opfer bis heute Schadensersatz zahlen? Biologischer- und Scheinvater sind Opfer, keine Täter. Warum muss die Verursacherin keine Kosten tragen?
  8. Warum werden Erforschung, Prävention und Bekämpfung typisch männlicher Erkrankungen nicht gleichermaßen gefördert wie die typisch weiblicher Erkrankungen?

Wahlempfehlungen über Wahlempfehlungen

Das passt ins Bild. Gleichmaß e.V. gibt in der Mitteilung über seine Auflösung nach enttäuschenden Erfahrungen mit CDU, SPD, Die Linke und den Grünen eine klare Wahlempfehlung ab:

Wer sich zur bevorstehenden Bundestagswahl für die Rechte beider Geschlechter, also auch von Männern, stark machen will, sollte darüber nachdenken, seine Stimme der FDP zu geben, die sich mit den „Liberalen Männern“ als einzige seriöse Partei glaubhaft für die Stärkung der Rechte von Vätern und von gewaltbetroffenen Männern – um nur diese beiden von zahlreichen programmatischen Punkten zu nennen – ausspricht.

Und wenn ich mir den taz-Artikel durchlese, so soll dieser wohl gegen die FDP gerichtet sein. Irgendwie klingt er für mich als Mann aber wie eine weitere FDP-Wahlempfehlung.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Nachdem es bei extra 3 ein Spottlied über Christian Lindner gab, sei hier auch das Original erwähnt:

Chris Andrews: Pretty Belinda

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Gastartikel: Gründung Liberale Männer e.V.

Es folgt ein Gastartikel von Frank Mehding.

In der FDP ist Bewegung. Nach Verabschiedung des Wechselmodells im Wahlprogramm gründete sich am 5. August in Nürnberg ein Verein mit dem Namen Liberale Männer e.V. mit Sitz in Berlin. Ziel ist die Gleichberechtigung – auch für Männer. So heißt es im Kurzprogramm: „Eine tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern kann es nur geben, wenn die berechtigten Anliegen beider Geschlechter berücksichtigt und Benachteiligungen beider Geschlechter thematisiert und beseitigt werden. Um auf das Ziel einer tatsächlichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Müttern und Vätern, Mädchen und Jungen hinzuarbeiten, wird der Verein Liberale Männer e.V. mit Sitz in Berlin gegründet. Die Mitglieder sind vereint in ihrem Bestreben, gemeinsam die im Folgenden genannten Ziele zu erreichen:

1. Die kompromisslose Umsetzung des Artikels 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.
2. Nachteile und Benachteiligungen von Jungen, Männern und Vätern sind geschlechterpolitisch zu thematisieren und zu beseitigen.
3. Jungen-, Männer- und Väterfeindlichkeit sind ebenso zu verurteilen und zu beseitigen wie Frauenfeindlichkeit.“

Im weiteren Text wird es konkret. 10 Punkte nennen die Gründer im ausführlichen Programm:

1. Gleichberechtigung statt Frauenrechte

„Frauenrechte“ gibt es genauso wenig wie „Männerrechte“. Die Begriffe widersprechen bereits dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Es gibt nur Menschenrechte. Diese müssen ohne Ausnahme für Frauen wie für Männer gelten. Wir fordern die kompromisslose Umsetzung der Gleichberechtigung gemäß Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

2. Gleichberechtigung statt Gleichstellung

Eine Gleichstellung der Geschlechter kann nicht dadurch erreicht werden, dass Gleichstellungsbeauftragte grundsätzlich ausschließlich weiblich sind. Gleichstellungsbeauftragte müssen männlich oder weiblich sein, die Interessen beider Geschlechter vertreten und von beiden Geschlechtern gewählt werden können. Wo es eine Frauenbeauftragte gibt, muss es immer auch einen Männerbeauftragten geben. Wo Gleichstellung drauf steht, muss auch Gleichstellung drin sein.

3. Gleichberechtigung in der Schulbildung

In der Bildung müssen geschlechterspezifische Unterschiede auf wissenschaftlicher Basis Rechnung getragen werden. Hierzu bedarf es einer verstärkten Förderung und Erforschung geschlechterspezifischer Bildungsmethoden.

Unter Erziehern/-innen und Lehrkräften muss eine Soll-Quote von 30% eingeführt werden, um ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis, männliche Erziehungswerte und -vorstellungen und männliche Rollenvorbilder zu ermöglichen.

Am Ende der Grundschule ist ein verpflichtender Multiple Choice Test für alle Kinder einzuführen als ergänzendes Beurteilungskriterium für die weiterführende Schulempfehlung.

4. Gleichberechtigung statt Quote

Frauenquoten verletzen den Gleichbehandlungsgrundsatz und diskriminieren. Bei Einstellungen und Beförderungen dürfen ausschließlich Qualifikation, Leistung und Erfahrung entscheidend sein, nicht aber das Geschlecht. Gleichzeitig müssen für Väter die gleichen Möglichkeiten wie für Mütter geschaffen werden, Elternzeit zu nehmen und in erziehungsbedingter Teilzeit zu arbeiten.

Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz ist auf Bundes- und Länderebene zu ändern von „Frauen“ auf „das unterrepräsentierte Geschlecht“. Denn heute gibt es zahlreiche Unternehmen, Behörden und Institutionen, wo Männer signifikant unterrepräsentiert sind, z.B. Lehrer an Grundschulen.

5. Gleichberechtigung im Strafrecht

Gleiche Straftaten müssen gleich geahndet werden. Es kann nicht angehen, dass von Frauen verübte Straftaten seltener verfolgt und deutlich milder bestraft werden als von Männern verübte.

6. Gleichberechtigung bei häuslicher und sexueller Gewalt

Hilfsangebote für Opfer häuslicher oder sexueller Gewalt müssen männlichen Opfern genauso offenstehen wie weiblichen. Für die Erforschung und Bekämpfung von gegen Männer und Jungen gerichteter häuslicher und sexueller Gewalt müssen die gleichen öffentlichen Mittel bereitgestellt werden wie für die Erforschung und Bekämpfung der gegen weibliche Opfer gerichteten. Männer dürfen nicht länger pauschal nur als Täter und Frauen nur als Opfer dargestellt werden. Häusliche und sexuelle Gewalt darf nicht länger als rein männliches Problem benannt, sondern muss als menschliches Problem erkannt werden. Bei jedem Verdacht auf häusliche oder sexuelle Gewalt muss das rechtsstaatliche Grundprinzip der Unschuldsvermutung kompromisslos Anwendung finden.

7. Gleichberechtigung im Familienrecht

Trotz Abschaffung des Schuldprinzips werden Männer bis heute von den Gerichten häufig so behandelt, als trügen sie die Schuld am Scheitern der Ehe. Die Folgen des Scheiterns einer Ehe müssen von beiden Partnern entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu gerechten Anteilen getragen werden. Dauerarmut durch überhöhten Unterhalt darf es nicht mehr geben.

Die Väter sind im Leben eines Kindes genauso wichtig wie die Mütter. Daher muss die Paritätische Doppelresidenz, das Wechselmodell, per Gesetz der Standard bei der Betreuung der Kinder getrennt lebender Eltern werden. Kein Elternteil darf aus dem Leben seines Kindes ausgegrenzt werden, sondern nur bei nachgewiesener Kindeswohlgefährdung. Das sogenannte Residenzmodell dient nicht dem Wohl des Kindes.

Das bedingungslose gemeinsame Sorgerecht mit allen Teilsorgebereichen muss beiden Eltern automatisch zustehen, unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder nicht.

Artikel 6 Absatz 4 des Grundgesetzes, „Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft“, muss durch „Jeder Elternteil (…)“ ersetzt werden, da die derzeitige Fassung in Widerspruch zum Gleichbehandlungsgrundsatz gemäß Art. 3 Abs. 3 steht.

8. Gleichberechtigung in der Elternschaft

Jeder Vater hat ein Informationsrecht über die Vaterschaft, die Mutter eine Informationspflicht. Frauen können eine Schwangerschaft regulieren, ggf. sogar abtreiben. Auch Männer müssen das Recht auf Ablehnung einer Kindschaft bekommen.

9. Gleichberechtigung statt Gleichmacherei

Mädchen und Jungen sind nicht gleich. Sie durchlaufen Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden in unterschiedlichen Schritten. Bei den Interessen und Neigungen, die sie dabei entwickeln, setzten Jungen im Durchschnitt die Schwerpunkte anders als Mädchen; die Fähigkeiten und Qualitäten, welche sie ausprägen müssen, um in ihren Altersgruppen anerkannt zu werden, sind ebenfalls bei Jungen und Mädchen unterschiedlich.

Echte Gleichberechtigung der Geschlechter bedeutet, in der Erziehung und Förderung der Kinder diesen Unterschieden Rechnung zu tragen anstatt sie zu negieren oder gar wegerziehen zu wollen. Bildungs- und Sozialpolitik müssen sich dabei ausschließlich an wissenschaftlichen Fakten orientieren und dürfen sich nicht von Genderideologie leiten lassen.

Die unterschiedlichen gesundheitlichen Risiken, denen Männer und Frauen respektive ausgesetzt sind, müssen eine entsprechende, auf wissenschaftlichen Fakten basierende Berücksichtigung in der Gesundheitspolitik und im Arbeitsschutz finden.

10. Gleichberechtigung beim Vatertag

Echte Gleichberechtigung spiegelt sich auch in Symbolen und Ritualen wider. Während in Deutschland am Muttertag die Mütter für ihre Bedeutung in ihren Familien geehrt werden, vermittelt der als „Vatertag“ bezeichnete kirchliche Feiertag Christi Himmelfahrt ein Negativbild von Vätern, die diesen Tag von ihren Familien abgesondert verbringen. Wir fordern die Einführung eines dem Muttertag gleichgestellten Vatertages, der, wie in über sechzig Ländern der Erde, an jedem dritten Sonntag im Juni gefeiert wird.

Ziel des Vereins ist auch die landes- und bundesweite Umsetzung des Antrags 16/7402 der FDP-Fraktion „Ganzheitliche und moderne Gleichstellungspolitik – Gleichstellung von Frauen und Männern auf allen Ebenen vorantreiben“. Darin wird die NRW-Landesregierung aufgefordert,

1. den eingeleiteten Perspektivwechsel in der Gleichstellungspolitik auf Bundesebene aktiv für eine chancengerechte Gesellschaft politisch mitzugestalten;
2. in die landesseitige Gleichstellungspolitik die Jungen- und Männerpolitik auf allen Ebenen fest zu verankern, so dass der Boden für eine Vielfalt männlicher Rollen und Lebensentwürfe geschaffen wird;
3. die Umgestaltung von Karrieremustern von Jungen und Männern sowie gleichermaßen von Mädchen und Frauen, die Männerforschung und die Männerarbeit (Beratung, Bildung, Begegnung von Männern) zu unterstützen und zu fördern;
4. zu überprüfen, ob in die Entwicklung des „Landesaktionsplanes zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen NRW“ auch Präventionsangebote für gewaltbetroffene Männern einbezogen werden können;
5. sich dafür stark zu machen, dass künftig ein möglichst ausgewogenes Geschlechterverhältnis der Lehrkräfte in der Bildungskette vertreten ist;
6. das Präventionskonzept des Landes durch eine Landesinitiative zur Förderung der Gesundheit von Männern zu erweitern.
Quelle: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD16-7402.pdf

In der Begründung wird ausgeführt: „Seit nunmehr 15 Jahren wird am 19. November der internationale Männertag in weit mehr als 60 Ländern begangen. Der „International Men’s Day“, kurz IMD, steht dafür ein, die Gleichberechtigung zu stärken, männliche Vorbilder hervorzuheben, ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis von Frauen und Männern und die Gesundheit von Männern zu fördern.

In den letzten Jahren sind die Geschlechterrollen immer mehr in Bewegung geraten. Der Rollenwandel der Frauen steht dabei in einem engen Zusammenhang mit dem der Männer. Neue männliche Lebensentwürfe müssen von Gesellschaft und Wirtschaft anerkannt werden.
Hierfür bedarf es Lösungen, die gesamtgesellschaftlich getragen werden müssen. Im Zuge dessen ist der Blickwinkel innerhalb der Geschlechterpolitik folgerichtig auf Jungen und Männer mit einer eigenständigen Jungen- und Männerpolitik seit der letzten Legislaturperiode
auf Bundesebene unter FDP- und CDU/CSU-Regierungsverantwortung ausgedehnt worden. Ziel war es, gesellschaftliche Akzeptanz für die vielfältigen Rollen- und Lebensentwürfe für Jungen und Männer zu schaffen.

Das Handeln der nordrhein-westfälischen Landesregierung wird hingegen durch eine Denkweise bestimmt, die Gleichstellung überwiegend mit Frauenpolitik gleichsetzt. Diese Einseitigkeit ist nicht mehr zeitgemäß und sogar kontraproduktiv. So liegt die durchschnittliche Lebenserwartung
eines Mannes laut dem Männerbericht aus dem Jahr 2010 fünfeinhalb Jahre unter der von Frauen, wovon ein Jahr genetisch bedingt ist. Die restlichen Jahre lassen sich auf die ungesündere Lebensweise, größere berufliche Belastungsfaktoren, eine insgesamt größere Risikobereitschaft und ein geringes Interesse an präventiven Maßnahmen zurückführen.

Nur 20 Prozent der Männer nehmen an Präventionskursen gegen Bewegungsmangel, Ernährungsgewohnheiten und Stressbewältigung teil. Im Wirtschafts- und Arbeitsbereich werden 75 Prozent aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle Männern zugeordnet. Im Schul- und Bildungsbereich zählen Jungen im Geschlechtervergleich tendenziell eher zu den Bildungsverlierern, sie werden häufiger als Mädchen von Lehrkräften als verhaltensauffällig eingestuft und erreichen überproportional keinen Schulabschluss. Darüber hinaus kann auch die fortschreitende Feminisierung des Personals in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen kontraproduktiv wirken. Kinder und Jugendliche brauchen auch Männer als Vorbilder. Es wird gerade in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen oftmals die Chance verpasst, die Männlichkeit mit der Fürsorgepflicht zu verbinden.

Viele (junge) Männer sind auf der Suche nach Perspektiven jenseits der klassischen Lebensentwürfe. Der vollziehende Transformationsprozess geht vielfach mit einer großen Verunsicherung im Selbstwertgefühl und in der Anerkennung sowie mit einer seelischen Belastung und oftmals auch mit Frustration einher. Die Folgen davon können eine höhere Arbeitslosigkeit, höhere Kriminalitätsaktivität, höhere Gewaltneigung oder eine höhere Suizidrate sein. Bei der Ausübung von Gewalt handelt es sich um eine Form der Abspaltung von Selbstwert- und Anerkennungsstörungen. Auch seelische Erkrankungen und Depressionen sind häufige Folgen des Wandlungsprozesses. Die Stiftung Männergesundheit bezeichnet als Folgestufe einer nicht erkannten Depression von Männern den Freitod. Der Männerbericht 2013 der Stiftung Männergesundheit in Zusammenarbeit mit der DKV stellt zudem fest, dass rund drei Viertel aller Suizidtoten in Deutschland Männer sind. Dabei verteilt sich das hohe Suizidrisiko auf alle Altersgruppen und verzeichnet in der Zeit von 2009 bis 2011 sogar einen Anstieg der Suizidrate von neun Prozent.

Es bedarf dringend eines politischen Korrektivs, um das stereotypische Rollenbild in der Gesellschaft zu verändern. Männerpolitische Anliegen sind kein bloßer Appendix von Frauenförderung. Chancengerechtigkeit können die Geschlechter nur gleichzeitig und gemeinsam erreichen. Männerpolitik muss sich zunächst damit befassen, die einengende Rollenzuschreibung loszuwerden, damit das Tor für individuell frei gewählte Lebensrollen stolperfrei offen stehen kann.

Eine moderne Gleichstellungspolitik muss deshalb gezielt die Unterschiede in den Lebensverläufen sowohl von Frauen wie auch von Männern bzw. von Jungen und Mädchen berücksichtigen und somit ganzheitlich ansetzen. Hierzu zählt auch eine geschlechtergerechte Erziehung, die Entwicklung positiver männlicher Identitäten, die Eröffnung der Möglichkeit für eine Weiterentwicklung männlicher Rollenbilder, Gewaltprävention an und von Jungen und Männern, die Förderung von Männergesundheit und die verstärkte Unterstützung des väterlichen Engagements in der Kindererziehung und Familienarbeit.

Geschlechtergerechtigkeit zwischen Frauen und Männern darf nicht als Verteilungskampf verstanden werden. Ergebnisgleichheit z.B. durch eine fixierte Frauenquote in Führungspositionen auf dem Arbeitsmarkt führen in eine Sackgasse. Eine moderne Gleichstellungspolitik kann nicht auf ausgleichender Ungerechtigkeit fußen. Vielmehr bedeutet eine moderne und zukunftsfähige Gleichstellungspolitik die Ermöglichung frei gelebter Individualität bei Frauen und Männern, also die Herbeiführung einer Chancengerechtigkeit, die es Frauen und Männern gleichermaßen erlaubt, so zu leben, wie sie selbst es nach ihren eigenen Vorstellungen wollen.

Aufgabe einer zukunftsweisenden Gleichstellungspolitik muss zunächst die analytische Aufdeckung klassischer vorausgesetzter Geschlechterbilder und im Anschluss die Entwicklung von Gegenstrategien sein, damit künftig Benachteiligungen von Geschlechtern im Keim erstickt werden. Eine solche Politik muss auf einer grundlegenden Prüfung der Lebenslagen von Jungen und Männern sowie gleichermaßen von Mädchen und Frauen basieren. Hierbei ist eine Zusammenarbeit zwischen Politik und Wissenschaft ratsam, so dass Probleme nicht nur beschrieben und erklärt, sondern auch Handlungsempfehlungen für Veränderungen entwickelt werden.“

Wer an einer Mitgliedschaft bei den Liberalen Männern e.V. Interesse hat, kann sich gerne an den Veranstalter des Genderkongress.de wenden.

Frank Mehding
Genderkongress.org

Anmerkung von Graublau: Mit dem „Männerbericht“ ist anscheinend jeweils der „Männergesundheitsbericht“ gemeint.

Aktualisierungen:

  1. Kurzprogramm der Bundesvereinigung Liberaler Männer e.V. i.G. (bei Alles Evolution, vom Facebook-Seite der Liberalen Männer)
  2. Liberale Männer e.V. bei Facebook
  3. Liberale Männer e.V. bei Twitter
  4. www.liberale-maenner.org (Artikel „Warum„)

Der Sinn der Vorstellung und Diskussion eines solchen Programms zeigt sich bereits: Die liberalen Männer haben auf Argumente hier in den Blog-Kommentaren reagiert und auch im Forum der Piratenpartei guckt man auf das Programm. So funktioniert gesunde Konkurrenz.

So schnell kann’s gehen: Nach nur einem Tag werden Programm und Blogartikel auf Youtube behandelt:

MaMMoNMaGaZiN: Was will der „LIBERALE MÄNNER e.V.? | Das Gründungsdokument

Gastartikel: Opferstatus

Es folgt ein Gastartikel von Lion.

Wer in einer zivilisierten, liberalen Gesellschaft benachteiligt ist, darf auf Ausgleich und Unterstützung durch die Gesellschaft hoffen. Dadurch soll es auch benachteiligten Menschen ermöglicht werden, ein zufriedenes Leben zu führen, ohne ständig mit den Nachteilen hadern zu müssen.

Der Ausgleich erfolgt durch Bevorzugung auf anderen Gebieten. Daraus resultiert aber auch: Wer darstellen kann, dass es ihm schlechter geht, der hat auch ein moralisches Druckmittel in der Hand, um direkt oder unterschwellig zum eigenen Nutzen Forderungen stellen zu können.

Das macht die Sache mit dem Ausgleich zu einem zweischneidigen Schwert. Opfer möchte sicherlich niemand sein, aber vielleicht kann man davon losgelöst einen Opferstatus erwerben und der Ausgleich kann -in welcher Form auch immer- fließen.

Man könnte das als eine Art „Versicherungsbetrug“ sehen, wenn nicht dejenige, der da „etwas haben möchte“, zutiefst überzeugt wäre, tatsächlich Opfer zu sein. Und diese Leute sind ein Problem für die Gesellschaft. Denn die Mittel für einen Ausgleich sind stets begrenzt, sei es in finanzieller oder in Form von Mitleid.

Da ist es nur logisch, dass jeder, der am Opferstatus kratzt oder gar etwas Opferstatus für sich selbst in Anspruch nehmen will, vom Futtertrog weggebissen wird.

Soviel zur Theorie, kommen wir zu den medialen Reaktionen, die die Gründung einer Männerlobby innerhalb der FDP hervorgerufen haben.

Das kleinste Übel waren da noch die Gänsefüßchen, in die bestimmte Begriffe gefasst wurden, um so die Nichtanerkennung zu dokumentieren. Ansonsten Häme darüber, dass sich da Männer „zimperlich anstellen“ etc. Und warum? Wenn sich zu den vermeintlich „wahren und einzigen“ Benachteiligten (Frauen) andere Benachteiligte (Männer) dazugesellen, dadurch gar die eigenen Nachteile relativiert werden, dann mindern sich die Möglichkeiten des moralischen Drucks auf die Gesellschaft und die Felle des Ausgleichs schwimmen zum falschen Ufer.

Die Verhöhnung in den Medien soll klar machen, was man als folgsamer Leser/Zuseher vom Vorhaben innerhalb der FDP zu halten hat: Nichts. Das Dogma des stets und alleinig benachteiligten, weiblichen Geschlechts muß unter allen Umständen gestützt werden.

Alte und nützliche Gewohnheiten gibt man eben ungern auf. Wie schon geschrieben, solche (ideologisch verblendeten) Leute sind ein Problem, machen sie doch Menschen mit berechtigten Anliegen gerne mundtot. Erschreckend ist, wie weit die feministische (Opfer-)Ideologie innerhalb des Journalismus noch verbreitet ist.

Haben sich Journalisten nicht grundsätzlich auf die Fahnen geschrieben, Missstände aufzudecken und allen Menschen Gehör zu schenken? Es wird Zeit für eine ideologiefreie Epoche des gegenseitigen Zuhörens und des echten Verständnisses füreinander.

Fundstücke: Nachklapp zur NRW-Wahl 2017

Nachdem ich gestern bereits einige Fundstücke zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 gebracht habe und das Thema bei Alles Evolution diskutiert wurde, heute ein wenig Analyse, um einer Dolchstoßlegende entgegenzuwirken. Ich hatte das schon im Artikel „Feindbild weißer Mann“ für die US-Präsidentschaftswahlen und für die österreichische Präsidentschaftswahl gemacht und Jonas hatte das dankenswerterweise für Frankreich übernommen.

Der Legende nach zeigen Männer und Frauen ein vollständig unterschiedliches Wählerverhalten, gemäß dem Mythos, dass Frauen und Männer grundsätzlich gegeneinander kämpfen müssten und würden. Männer wählten angeblich vor allem rechts und Frauen links.

Wie bekämpft man einen solchen Mythos? Ich schlage vor, bei jeder Wahl, für die die Daten vorliegen, die aufzuführen.

Für NRW lieferte diese die Umfrage: Wer wählte wen? (Infratest dimap):

Partei Männer Frauen Differenz F-M
CDU 33 34 +1
SPD 30 32 +2
FDP 13 12 -1
AfD 9 5 -4
Grüne 5 7 +2
Linke 5 4 -1

Alles bis 2% halte ich sowieso für statistisches Grundrauschen oder eine Fehlermarge. Der einzige Blip auf dem Radar wären die leicht höheren Werte bei der AfD für Männer, aber da hört es auch schon auf. Von zwei „klar unterscheidbaren Gruppen“ kann hier nicht die Rede sein. Auch wenn nur Frauen gewählt hätten, wäre die AfD nach diesen Zahlen in den Landtag gekommen.

Der Postillon hat inzwischen in schöner Tradition eine gute Analyse für die SPD vorgelegt: Freundliches Gesicht reicht offenbar doch nicht, um 17 Jahre unsoziale Politik vergessen zu machen

Aktualisierung: Lucas Schoppe mit einer ernsten Analyse.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Bei „Alles Evolution“ wurden bereits Zweifel geäußert, ob die FDP ihren Einsatz für Männer, Väter und Jungen nicht wieder fallenlassen würde, sobald sie an der Macht sei. Nun bin ich ja ebenfalls Pessimist, aber bis das passiert, hat die FDP noch ein männerdiskriminierendes Beförderungsgesetz weniger als Rot-Grün und einen positiven Einsatz im Landtag mehr auf dem Konto!

Walter Scheel: Hoch auf dem gelben Wagen

Fundstück: „Mehr Vater wagen“

Das Grußwort zum Zweiten Deutschen Gender-Kongress, auf den ich bereits hingewiesen hatte, hat es in sich:

Ein halbes Jahrhundert nach Willy Brandts legendärer Aufforderung an uns alle, „mehr Demokratie zu wagen“, würde er uns heute vermutlich dazu auffordern, „mehr Vater“ zu wagen. Gerade mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl und die fortschreitende Männerdiskriminierung. Wer sich nur in den Echokammern seines immer gleichen Meinungsumfeldes aufhält, wird niemals das genießen, was unsere Demokratie ausmacht: „Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit“.

Na, das ist doch mal ein knackiger Spruch: Mehr Vater wagen.

Das drückt in wenigen Worten aus, was wirklich anliegt. Genügend Männer wären bereit, Verantwortung zu übernehmen – der Staat macht es ihnen nur unnötig schwer bis unmöglich, das auch zu tun. Vater Staat ist ein schlechter Ersatzvater.

Hier wird genannt, was Lutz Bierend bei fatherleft und als Superlutz immer wieder angeführt hat. Auch Lucas Schoppe hat es ständig auf der Tagesordnung.

Es passt zur FDP, die das Wechselmodell als Standard fordert. Es spricht aber auch SPD-ler alter Schule an, die sich wehmütig daran erinner, für was ihre Partei mal unter Willy Brandt stand.

Und ganz nebenbei wird auch noch angesprochen, wo wir wirklich mehr „Diversity“ benötigen: Bei den Meinungen! Das ist immer noch das beste Rezept gegen eine postfaktische Gesellschaft.

Also, das wäre auch etwas zum Hingucken für Manuela Schwesig. Wenn sie denn wollte.

Das Grußwort steht derzeit bei www.genderkongress.org und vaeter-netzwerk.de. Dauerhaft wird es bei Genderama nachzulesen sein.

Aktualisierung: Lucas Schoppe zum selben Thema.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn es um Väter geht, die (wieder) am Leben ihrer Kinder teilhaben…

John Williams: Father and Son Reunited

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 12

MANNdat hat mit der Champions League des Sexismus eine reichhaltige Quellensammlung geliefert. Eine oft zitierte Aussage ist die von FDP-Politikerin Cornelia Pieper in der Zeitschrift „BUNTE“ (9/2007):

Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.

Beachtlich finde ich hierbei die Vermengung zweier Kategorien, die so nichts miteinander zu tun haben: Zum einen wird die Evolution bemüht („Entwicklungsstufe“), zum anderen die persönliche Willensentscheidung („verschließt sich“). Auf der biologischen Ebene laufen Prozesse aber viel langsamer und allgemein ab, um gleichzeitig mit der Entwicklung, die auf persönlicher Ebene stattfindet, etwas zu tun zu haben.

Es ist aber ein beachtlicher Kniff: Endlich kann man unbeschwert auf die Frage „Liegt es an der Natur, dass Männer minderwertig sind, oder tragen sie selbst Schuld daran?“ mit „Beides!“ antworten.

Während der Weiße sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, schwarze und weiße, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Schwarze auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur schwarz und verschließt sich den weißen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und der weißen Rasse überholt.

So locker-flockig könnte man „weltgewandte“ Weiße als „höherwertig“ gegenüber Schwarzen verkaufen und denjenigen Schwarzen, denen es schlecht geht, gleichzeitig selbst die Schuld an ihrem Schicksal geben.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

Fundstücke mit Quellangabe einfach in die Kommentare schreiben!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Irgendwie fällt mir gerade nur Michael Jackson ein…

Michael Jackson: Black or White