Zur Motivation von Falschbeschuldigungen und Vortäuschungen von sexuellen Übergriffen

Vorgestern (04.07.) berichtete ein Leserbrief bei Genderama über den Fall eines Mädchens aus Bozen (Südtirol/Italien), die eine Vergewaltigung durch zwei Schwarze vortäuschte, um „die Aufmerksamkeit ihres Freundes auf sich zu lenken“. Solche Fälle sind bekanntlich kein Einzelfall, sondern kommen regelmäßig vor. Es gibt keine verlässlichen Zahlen, weil Sexualstraftaten oft nicht nachgewiesen werden können und es außerdem sehr darauf ankommt, was die Statistik genau erfasst und was nicht. Eine Erläuterung dazu von einer auf Sexualstrafrecht spezialisierten Anwaltskanzlei findet sich hier.

Definitiv sind diese Fälle aber signifikant häufig und eine Lüge der Klägerin muss immer in Betracht gezogen werden, bis es ein rechtskräftiges Urteil gibt. Experten sprechen außerdem davon, dass sich Fälle von Falschbeschuldigung und vorgetäuschten Sexualstraftaten häufen. Gerade bei Sorgerechtsstreitigkeiten muss besonders aufgepasst werden.

Geht es etwa nach einer Trennung „um die Kinder“ stellen sich mindestens 20% aller Beschuldigungen eines sexuellen Missbrauchs am Ende als Falschbeschuldigung heraus.

Sagt die verlinkte Anwaltskanzlei und meint damit anscheinend „nur“ die erwiesenen Falschbeschuldigungen, wobei viele Falschbeschuldigungen natürlich nicht zweifelsfrei festgestellt werden können.

Ich habe ein bisschen recherchiert und 47 Fälle von wahrscheinlich oder erwiesenermaßen vorgetäuschten sexuellen Übergriffen (meist Vergewaltigungen) grob untersucht und kategorisiert. Die Fälle spielten sich im deutsch-sprachigen Raum zwischen 2016 und heute ab und sind alle durch eine einfache online-Recherche ermittelt. Die Quellen sind meistens Lokalzeitungen. Hier die Auswertung:

Angaben zum vermeintlichen Opfer (bzw. zur Falschbeschuldigerin):

Junge Frau/Mädchen (unter 30): 38

Frau über 30: 9

Mann: 0

Angaben zum vermeintlichen Täter (bzw. dem falsch Beschuldigten):

(unbekannter) Deutscher, Westeuropäer oder keine Angabe: 17

(unbekannter) Ausländer, Südländer/Dunkelhäutiger, Osteuropäer: 16

Nahbereich/Bekanntenkreis (ohne Berücksichtigung der Herkunft): 12

Frau: 1

Meine kleine „Studie“ ist nicht repräsentativ, sondern soll nur einen Eindruck vermitteln bzw. eine Tendenz zeigen. Es wird deutlich, dass die große Mehrheit der Falschbeschuldigerinnen junge Frauen sind. Regelmäßig handelt es sich um unter-18-jährige Mädchen, doch der Durchschnitt liegt etwa bei Anfang 20. Die jüngste Täterin war 13, die älteste 45. Diese Zahlen decken sich auch etwa mit der Altersstatistik von Opfern realer sexueller Übergriffe.

Auf der Seite der vermeintlichen Täter handelt es sich überwiegend um Unbekannte, die, wenn ihr Äußeres näher beschrieben wird, oft als Südländer etc. beschrieben werden. Bei der einen einzigen Frau, die als vermeintliche Täterin angeführt wird, handelt es sich nur um eine Mittäterin. Die eigentliche (erfundene) Vergewaltigung soll auch in diesem Fall von einem Mann begangen worden sein. Sehr oft handelte es sich um Fälle, bei denen mehr als ein Täter angegeben wurde. Wenn sich diese Täterangaben aber nicht wesentlich unterschieden haben (z.B.: „zwei südländisch aussehende Männer“), habe ich sie nicht doppelt gewertet. Bei einem der Fälle handelt es sich übrigens um eine frei erfundene Vergewaltigung, die sich im Rahmen der Kölner Silvesternacht abgespielt haben soll. War die junge Frau, die auch schon vorher mehrfach wegen vorgetäuschten Vergewaltigungen polizeilich auffällig wurde, aufmerksamkeitssüchtig und wollte auch so gerne an dem großen internationalen Medienrummel teilhaben? Hat die Vorstellung von den knackigen Intensivtätern aus dem Orient gar ihre erotische Fantasie angeregt?

Damit kommen wir zu den Gründen für Falschbeschuldigungen und vorgetäuschte Sexualstraftaten. Manchmal ging es in den untersuchten Fällen darum, (gewaltlose) Seitensprünge zu rechtfertigen oder darum, den Ruf des Partners zu schädigen, um ihm das Sorgerecht zu entziehen. In anderen Fällen, wollten Frauen die Aufmerksamkeit ihres Freundes oder Ex-Freundes erregen, so z.B. auch in dem jüngsten Fall in Bozen. Doch meistens war kein klares Motiv zu erkennen bzw. wurde nicht darüber berichtet.

 

Ursachen für Falschbeschuldigung und Vortäuschung

Gerade unter dem Eindruck von #Metoo und diverser Aufschrei- und Dirndl-Debatten, in denen – nach meinem Gefühl – größtenteils gelogen, übertrieben und geheuchelt wird, habe ich mir verstärkt darüber Gedanken gemacht, warum Frauen Stories von sexuellen Übergriffen erfinden.

Faschbeschuldigungen und ähnliche Untaten können natürlich persönlichen Interessen dienen, wie z.B. der hinterlistigen Rufschädigung oder dem Anheizen von ausländerfeindlicher Stimmung oder sexueller Hysterie. Manche Frauen wollen sich auf diese Weise sicherlich Aufmerksamkeit und Mitleid erschleichen und natürlich geht es in einigen Fällen darum, dem Ex-Partner aus verschiedenen Gründen zu schaden, indem man ihm Straftaten anhängt. Gerade in unserer Zeit, in der das Thema der sexuellen Gewalt gegen Frauen kaum noch tabuisiert wird, weil es im medialen Diskurs nicht mehr als Schändung behandelt wird, sondern im Gegenteil eher als eine Art glorreiches feministisches Martyrium, werden falsche Behauptungen über Sexualstraftaten geradezu befördert. Es ist daher naheliegend, dass Frauen heutzutage solche Behauptungen aus Gründen der Inszenierung verbreiten, gerade wenn es sich um öffentlich bekannte Frauen handelt, die zu passenden Anlässen angebliche oder tatsächliche Vorfälle aus der Kiste holen, die Jahrzehnte zurückliegen. All dies ist für die Frage nach den Ursachen des Phänomens richtig und wichtig. Aber mich beschleicht, wenn ich von solchen Fällen lese, immer wieder der Gedanke, dass da auch mehr dahinter steckt: Nämlich das Ausleben von sexuellen Gewaltfantasien.

 

Weiblicher Masochismus und Opfermentalität

Spätestens Fifty Shades of Grey hat gezeigt: Frauen neigen zum Masochismus. Sie haben mehr oder weniger ausgeprägte Fantasien von sexueller Unterwerfung und dem Erleben von Schmerz und Gewalt. Weibliche Sexfantasien sind genauso schmutzig und gewaltsam wie die von Männern, nur dass Frauen dabei gerne die Opferrolle einnehmen, wie man ja auch im Feminismus regelmäßig beobachten kann. Es würde mich nicht wundern, wenn das bei manchen Frauen sogar soweit geht, dass sie heimlich davon träumen, brutal vergewaltigt zu werden. Diese Fantasien sind natürlich unterdrückt und können nicht einfach so ausgelebt werden. Doch die Behauptung, vergewaltigt worden zu sein, könnte dafür ein Ventil sein. Dazu drei Theorien:

  1. Projektion. Eigene dunkle tabuisierte sexuelle Wünsche werden auf den Mann projiziert, um sie dann anzuklagen bzw. zu skandalisieren, um sich selbst und anderen zu versichern, dass man auf der sauberen, reinen Seite steht.
  2. Ein bewusster oder unterbewusster Ruf nach einem starken männlichen Partner, den Frauen in unserer Gesellschaft aufgrund des mangelnden männlichen Selbstbewusstseins kaum haben können. Die masochistische Fantasie von gewaltsamer Beherrschung und männlicher Wildheit ist eine Auswucherung aus dem natürlichen (aber unerfüllten) weiblichen Wunsch nach männlicher Eroberung und Dominanz.
  3. Ein verschleierter Hilferuf. Sie könnte, adressiert an die Eltern, den Partner oder die Gesellschaft sagen wollen: „Wenn du mich nicht beschützt, dann holen mich Verbrecher“. Dies wäre weniger eine erotische Fantasie, als viel mehr ein Angstszenario. Doch ich habe das Gefühl, dass gerade bei Frauen Angst, Ekel und Lust fließend ineinander über gehen.

In allen drei Theorien passen Südländer bzw. Osteuropäer als Täterfiguren gut in die Story, denn diese Männer werden hierzulande mit Wildheit, Kriminalität und patriarchalischen Werten assoziiert. Gerade muslimische Männer werden in der westlichen Gesellschaft mit Vorliebe als Projektionsfläche für die eigenen Schwächen und Wünsche missbraucht. So müssen sie z.B. für den „Barbaren“ herhalten, den man in sich selbst trägt, während Feministen fleißig dabei sind, „toxische Männlichkeit“, überall, nur nicht bei sich selbst zu suchen. Ich möchte diese psychologischen Spekulationen hier einfach mal in den Raum stellen und bin gespannt, was das Forum dazu sagt.

Ich möchte damit übrigens nicht pauschal sagen, dass dies bei dem Mädchen in Bozen oder irgendeinem anderen konkreten Fall der Grund für die Tat gewesen sein muss. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass man dies berücksichtigen sollte, wenn man sich mit dem Themenkomplex Falschbeschuldigung und sexuelle Belästigung befasst. Auch #Metoo und ähnliche Phänomene sollte man daraufhin untersuchen, ob da nicht dem einen oder anderen wohlanständigen amerikanischen Unschuldsfräulein die eigenen unterdrückten feuchten Träume durchgegangen sind. Dasselbe gilt für Feministen, die Vergewaltigungsstatistiken übertreiben und eine „rape-culture“ herbeireden.

Damit soll niemand für erotische Fantasien verurteilt werden. Ich klage nur an, dass man mit den eigenen Fantasien asozial und verantwortungslos umgeht, wie dies Falschbeschuldigerinnen und andere Lügnerinnen machen.

Ein guter Freund von mir ist in der Fetisch-Szene unterwegs. Er macht u.a. Shows und Foto-Shootings über Bondage, Auspeitschen/Spanking etc. Ich sag nur: Die Mädels stehen Schlange bei ihm, da können sexfeindliche Moralapostel wie Alice Schwarzer toben wie sie wollen. Frau muss also keine Gruselgeschichten auf Kosten von Männern in die Welt setzen, sondern sie kann ihre dunklen Triebe auch sozialverträglich ausleben.

Die Geister von #metoo: »Destroy A Man Now«

Regelmäßige Leser des auf Genderama berichteten alltäglichen Wahnsinns dürften dem folgenden, frei nach Arthur C. Clarke formulierten, Fundamentalsatz der Ideologiekritik zustimmen: »Feminismus, der weit genug fortgeschritten ist, ist von Satire nicht zu unterscheiden.« Ein solcher Fall von »fortgeschrittenem Feminismus« ist ein schmales Büchlein, dass ich via Forent netsmurf auf »Alles Evolution« entdeckt habe. Ähnlich wie das berüchtigte Pamphlet »SCUM« prägt es ein vierbuchstabiges Akronym: »How to Destroy A Man Now (DAMN)«. Der Inhalt der nur 58 Seiten umfassenden Schrift, deren Autorin unter dem Pseudonym »Angela Confidential« auftritt, ist schnell dargelegt: es handelt es sich um eine praktische Anleitung zur Vernichtung der Reputation eines Mannes durch das Zusammenwirken von Anschuldigungen, medialer Aufmerksamkeit und Menschen in einflußreichen Positionen, das heißt, den drei »key friends« namens »Allison Allegation«, »Mary Media« und »Arthur Authority«.

Weiterlesen „Die Geister von #metoo: »Destroy A Man Now«“

Fundstück: Gesammelte Falschbeschuldigungen

Der Blogger Uepsilonniks hat etwas einfaches, aber sehr effektives gemacht: Er hat Fälle von Falschbeschuldigungen gesammelt und zitiert. Der Clou dabei: Es sind sowohl solche mit fremdenfeindlichen Hintergrund gegen männliche Flüchtlinge als auch solche allgemein gegen Männer dabei.

Beim Durchlesen liegt der Gedanke nahe: Egal, wen es trifft, es ist nie ok. Selbst wenn solche Straftaten tatsächlich begangen werden, darf man nicht irgendeine Gruppe unter Pauschalverdacht stellen – weder männliche Flüchtlinge noch Männer allgemein. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) wird nicht dadurch besser, dass man die Zielgruppe gröber oder feiner auswählt.

Für weiteres Lesen bietet sich der Verweis auf das Forum „Induzierte Erinnerungen“ an: Erfundener Missbrauch und Falschanschuldigungen in Deutschland und Umgebung. Auch der Blogger Lotosritter war bereits explizit darauf eingegangen:

Wer mehr über Falschbeschuldigungen erfahren möchte, hier der Link zu der entsprechenden Rubrik im Forum Falsche Erinnerungen, das von einem Opfer sexueller Gewalt inzwischen rein als Archiv betrieben wird. Die Liste, der hier durch die Presse bekannt gewordenen Falschbeschuldigungen, ist erschreckend lang.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Zum Thema Erinnerungen fällt mir der Film Memento mit seinem Ambient-Soundtrack ein.

David Julyan: Leonard and Natalie

Fundstück: Margarete Stokowski begrüßt Straftaten gegen politisch unliebsame Personen

Margarete Stokowski dreht frei. Fefe drückt es so aus:

Ich brauche mal eure Hilfe. Ich lese vorhin diese Kolumne im ehemaligen Nachrichtenmagazin und gewinne den Eindruck, dass darin falsche Vergewaltigungsvorwürfe als ein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung betrachtet werden. Und dass die Autorin das nur deswegen nicht macht, weil es ihrer Meinung nach „nicht funktioniert“.

Wo ist mein Denkfehler?

Gemeint ist der Text „Sexuelle Belästigung: Gibt es eine weibliche Geheimwaffe?“ von Margarete Stokowski bei Spiegel Online. Schon die Einleitung hat es in sich:

Frauen haben es angeblich sehr leicht, unliebsame Kerle zu beseitigen: Sie können einfach behaupten, ein Mann habe sie sexuell belästigt – dann sind dessen Ruf, Familie und Karriere futsch. Wenn es nur so einfach wäre.

Wie bitte? Was dann?

Wenn es so wäre: Was hindert uns? Gibt es nicht genug ätzende Leute, die man auf diese Art loswerden könnte? Ist es nicht geradezu fahrlässig, Despoten, Rechtspopulisten und Ausbeuter an der Macht zu lassen, wenn man sie so einfach unschädlich machen könnte? Wäre es nicht unsere heilige weibliche Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie nicht noch mehr Schaden anrichten, bevor wir dann in Ruhe die Trümmer der letzten Jahre aufräumen?

Ja, was ist eigentlich der Grund dafür, unliebsame Personen nicht mit Straftaten loszuwerden? Mir fallen spontan Demokratie und Rechtsstaat ein. Aber es gibt ja die These, bestimmte Feministinnen ständen mit beiden schon länger auf dem Kriegsfuß.

Aber was ist mit denen, die weniger Macht haben? Es könnte ja sein, dass die uns schutzlos ausgeliefert sind. Wer das glaubt, muss aber irgendwie auch erklären können, warum auf diese Art nicht reihenweise unliebsame Männer aus dem Weg geschafft werden.

Wie es der erste Kommentar treffend ausdrückt: „Wer sagt Ihnen denn, dass dem nicht so ist?“ (Danke, kuschkusch!)

Wenn es so einfach wäre, jemanden wegen Belästigung, Missbrauch oder Vergewaltigung verurteilen zu lassen oder zumindest im großen Stil unbeliebt und machtlos zu machen, dann müssten Frauen mit einem Mindestmaß an krimineller Energie das doch tun.

Sind die bekannt gewordenen Falschbeschuldigungen für Margarete Stokowski also bedauerliche Einzelfälle, die das Kraut nicht fett machen? Ignoriert sie sie bewusst? Oder hat sie so dermaßen keine Ahnung?

Richtig ist: Falschbeschuldigungen werden dann leichter aufdeckt, wenn die Polizei kritisch ist und dem angeblichen Opfer nicht so einfach glaubt. Denn dann eine gute Geschichte zu präsentieren, die mehrmaligem Nachfragen standhält, und entsprechende Beweise zu fälschen, ist nicht so einfach. Aber gerade in die Richtung plädieren manche Feministinnen ja, dass man einfach „zuhören und glauben“ soll.

Andererseits gibt es die Unschuldsvermutung (ja, ja, für Alice Schwarzer das Unwort des Jahres!), die bei Aussage gegen Aussage verhindern soll, dass ein Unschuldiger verurteilt wird. Auch das wird immer wieder bitter beklagt und ein Freispruch so gewertet, als lasse man automatisch einen Täter laufen.

Zack, eine Gang gegründet, zack, Flaschendrehen: Eine muss mit Höcke Frühsport machen und sich nur noch merken, ob der jetzt Bernd oder Björn heißt. Die nächste muss ihren Hintern in der Nähe von Gaulands Hand platzieren und so weiter.

Es geht sogar noch einfacher. Man sieht das ja im Fall Rainer Brüderle: Einen Mann wegen seines Alters beleidigen, der bringt ein schlechtes Kompliment, und zack, Monate später fällt das der Frau auf und die Karriere des Mannes ist beendet.

Es wäre kein so großes Opfer, wenn man die dadurch loswerden könnte.

Moment, ist hier die Rede vom Täter, der ein Opfer bringt? Opfer ist doch immer noch die Person, die die Falschbeschuldigung erleidet. Das klingt wie eine Täter-Opfer-Umkehr, oder auch „victim blaming“! Die Begründung „diese Person hatte es nicht anders verdient“, mit der eine Straftat moralisch gerechtfertigt werden soll, ist ja genau das.

Margarete Stokowski will möglicherweise die oft getane Feststellung konterkarieren, eine Frau könne alleine mit der Beschuldigung der Vergewaltigung das Leben eines Mannes zerstören. Konkrete Beispiele aus den Kommentaren: Andreas Türck, Jörg Kachelmann, Horst Arnold, Gustl Mollath. (Danke, riedlinger!)

Stattdessen sagt sie direkt: Falschbeschuldigung gegen politisch unliebsame Personen, da habe sie nichts dagegen. Wenn das nur funktionieren würde.

Nun dürfte es unter den Leserinnen ja genug Frauen geben, die sich an die prominenten Fälle von Falschbeschuldigung erinnern und die wissen, dass statt „wenn das nur funktionieren würde“ in Wirklichkeit „und es funktioniert auch, wenn man es geschickt genug anstellt“ gilt. Ein direkter Aufruf, so zu handeln, ist das natürlich nicht. Aber indem ich die Methode schildere, sie moralisch absegne und einer Umsetzung dann nur noch das Hindernis „leider funktioniert das ja nicht“ in den Weg stelle, während Leute, die einigermaßen im Bilde sind, durchaus wissen, dass es sehr wohl geht, betreibe ich geistige Brandstiftung.

Kaum zu glauben, aber wahr: Margarete Stokowski hat es geschafft, noch perfider als seinerzeit Anne Wizorek gegenüber Jörg Kachelmann zu sein.

Aktualisierungen:

Lucas Schoppe meldet sich in den Kommentaren und verweist auf seinen Text zum selben Thema.

Lutz Bierend (Superlutz) ist ebenfalls wieder in Hochform.

Christian Schmidt bei Alles Evolution zum selben Thema.

Fefe hat eine Reaktion veröffentlicht, in der allen Ernstes auf dieser Linie argumentiert wird:

Warum darf also der Spiegel so einen Artikel mit einem Aufruf zum „Vergewaltigungsvorwurf als Waffe“ veröffentlichen?

Weil die Redaktion eben erkannt hat, dass Frauen, selbst wenn sie es theoretisch wissen, es niemals in der Praxis anwenden werden!

Frauen machen keine schlimmen Dinge, auch wenn sie sie für richtig halten? Und was ist mit den bekannten Fällen von Falschbeschuldigung? Oder Valerie Solanas und ihr Mordanschlag auf Andy Warhol? Weibliche Terroristen (gab’s doch schon in der RAF)? Und nicht zu vergessen all die Männer, die dann glauben, stattdessen Hass in Gewalt umsetzen zu müssen, eben weil die Frauen ja „zu lieb“ sind und verdient haben, dass ihnen jemand diese „Arbeit“ abnimmt.

Breakpoint/Anne Nühm stellt Die Margaretchen-Frage: Was hindert Frauen an Falschbeschuldigungen?.

Zwei Artikel mit gegenteiliger Meinung sind bei Onyx und bei Margret erschienen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wer sich moralisch ruiniert hat, sollte feststehen.

Die Sterne: Was hat dich bloß so ruiniert?

Feminismus: von der Bewegung zum Apparat

Im folgenden recycle ich drei Forenkommentare, die ich zu dem von Bettina und Alexander Hammer verfassten Telepolis-Artikel Rolling-Stone-Journalistin wegen böswilliger Verleumdung verurteilt gepostet habe, zu einem kurzen Artikelchen (auf Blogs sollte ich nicht immer nur Fußlappen publizieren). Dies darum, weil sie aufgrund knapper Nachfragen des heise-Forenten FautduJour inhaltlich vertiefend aufeinanderfolgen und mir ermöglicht (bzw. mich dazu genötigt) haben, ein zentrales Argument ausnahmsweise einmal knapp zu fassen. 🙂

Ausgangspunkt war, dass Bettina und Alexander Hammer im Text des Artikels den Kommentar des für sein ideologisches Hardlinertum berüchtigten heise-Forenten demon driver ausschnittsweise zitiert hatten.

Weiterlesen „Feminismus: von der Bewegung zum Apparat“

Antworten, die Anne Wizorek nicht findet

Die allseits bekannte und beliebte Feministin Anne Wizorek hat auf Broadly einen Kommentar zum Prozessausgang beim Falschbeschuldigungsverfahren gegen Gina-Lisa Lohfink verfasst. Im wesentlichen beharkt sie natürlich auch das feministische Hauptnarrativ, Lohfink sei nur aufgrund ihres Vorlebens als unglaubwürdig gebrandmarkt worden. Dabei stellt sie einige Fragen, die ihrer Ansicht nach noch offen wären. Meiner Ansicht nach sind diese längst geklärt, deswegen kann ich ihr hier auch antworten:

Warum ist es nicht relevant, dass einer der Männer in der Vergangenheit durch ähnliche Taten aufgefallen sein soll?

Wenn man zwei Absätze vorher postuliert, dass die Vergangenheit der Angeklagten Lohfink nicht relevant sein sollte, ist das eine äußerst merkwürdige Frage. Aber was bei Frauen auf gar keinen Fall sein darf, nämlich das Herumrühren im Vorleben, denn das ist ja „slut-shaming“, das geht bei Männern natürlich problemlos.

Warum wollte die Staatsanwältin diese Zeuginnen (heutige Ex-Freundinnen) erst nicht mal zu Wort kommen lassen?

Weil das, wie gesagt, nicht relevant ist. Es ging in der Verhandlung nicht darum, ob die beiden Männer Vergewaltiger sind, das wurde bereits geklärt. Es ging darum, ob Lohfink nachzuweisen ist, dass sie die Männer falschbeschuldigt hat. In dem Zusammenhang ist das Vorleben der beiden völlig uninteressant.

Warum wird insgesamt drei Frauen schlicht nicht geglaubt?

Es geht nicht darum, ob den Zeuginnen geglaubt wird oder nicht. Wenn deren mögliche Aussage irrelevant ist, ist auch die Frage nach deren Glaubwürdigkeit irrelevant. Was Lohfink selbst angeht: Weil die Fakten dagegen sprechen. Die Ungereimtheiten, die Wizorek in dem Fall beklagt, hat vor allem die Angeklagte selbst verursacht.

Wieso muss Lohfink stolze 20.000 Euro zahlen, während das unerlaubte Verbreiten des Videomaterials mit lediglich 1.350 Euro veranschlagt wurde und wie wird diese Unverhältnismäßigkeit von Strafbeträgen gerechtfertigt?

Weil sie einen ganz anderen Tagessatz zu bezahlen hat, weil sie eben deutlich mehr verdient als Pardis F., den sie durch ihre Anschuldigung arbeitslos gemacht hat. 80 Tagessätze á 250 Euro ergibt nunmal mehr als 90 Tagessätze á 15 Euro. Insofern hat der Angeklagte Pardis F. de jure sogar eine höhere Strafe hinnehmen müssen. Aber wenn man halt keine Ahnung von Strafrecht hat, vergleicht man eben nur die Endsummen. Oder man hat Ahnung, schiebt sie aber beiseite, weil sie der beabsichtigten Polemik im Weg steht.

Wieso wurde bislang nur einer der Männer für die unerlaubte Verbreitung des Videos belangt?

Weil der andere bisher ohne festen Wohnsitz war und deswegen der Strafbefehl nicht zugestellt werden konnte. Dies soll aber jetzt nachgeholt werden. Sebastian C. will sich aber im Gegensatz zu Pardis F. gegen den Strafbefehl wehren. Wenn man die Sache ein wenig verfolgt hat, hätte man das längst mitkriegen können, weil das in quasi jedem zweiten Artikel zum Fall stand.

Warum wurde nur der Einfluss durch K.O.-Tropfen in Betracht gezogen, wenn unterschiedliche Date-Rape-Substanzen auch zu unterschiedlichen Symptomen führen?

Es könnte vielleicht daran liegen, dass Lohfink exakt das behauptet hat, nämlich unter dem Einfluss von KO-Tropfen gewesen, vollkommen weggetreten und zunächst erinnerungslos gewesen zu sein. Warum sollte man etwas untersuchen, was sie den Männern gar nicht vorgeworfen hat?

Weshalb ist nicht bereits als problematisch thematisiert worden, dass hier jemand sehr offensichtlich stark betrunken war und trotzdem in eine sexuelle Situation gebracht wurde?

Wie die meisten meiner Antworten: Es ist nicht relevant, denn bei uns darf man zum Glück noch immer auch in betrunkenem Zustand seine Zustimmung zu Sex geben.

Wieso wird das Motiv, Lohfink wollte einfach nur mal wieder in die Medien, nicht hinterfragt, wenn sie noch nicht mal wollte, dass das Video der vermeintlichen Tatnacht verbreitet wird—etwas, dem immerhin schon durchs Gericht stattgegeben wurde?

Ach Anne, Logik ist nicht so Deine Stärke, oder? Dass man nicht will, mit einem negativen Image (als „Schlampe“ in einem halbseidenen Porno-Dreh) in die Öffentlichkeit zu kommen, schließt natürlich vollkommen mit aus, dass man mit einem positiven Image in die Öffentlichkeit will, z.B. Mitleid erheischendes Opfer einer Vergewaltigung, und wenn das halt nicht klappt, dann eben immer noch als Opfer der Justiz. Gut, dass sie das wirklich mit Absicht inszeniert hat, glaube ich jetzt auch nicht unbedingt. Aber unplausibel ist es deswegen noch lange nicht.

[Der Richterin] Fazit lautete daher: Gina-Lisa Lohfink habe lediglich PR in eigener Sache betreiben wollen. Aber was für eine PR soll das bitte sein?

Wie gesagt, als armes Opfer hat man derzeit extrem viel Anspruch auf Mitleid und Empathie, um den ausgelutschen Begriff mal zu verwenden. Darum kämpft Ihr doch unermüdlich. Auch wenn man es anfangs vielleicht nicht darauf abgesehen hat, warum sollte man es denn verpassen, wenn man sich unter die Reihen der Opfer mischen kann, wenn sich die Gelegenheit bietet, und es einem eine Menge Leute anbieten?

Wie grotesk ist es außerdem, dass nun gerade Medienmenschen Gina-Lisa Lohfink auch noch einen daraus Vorwurf machen, weil diese mit Medien geredet hat?

Grotesk ist an der Sache nur, dass Lohfink sich zwar mit allen Medien offenherzig über ihren Fall und dessen angebliche Geschehnisse austauscht, aber ausgerechnet im Gerichtssaal, da wo es darauf an käme, sich extrem zugeknöpft gibt. Nur das werfen ihr Medienvertreter vor. Wer sonst bitte sollte das tun, wenn nicht Journalisten?

Weiter wird behauptet, die Debatte wäre durchaus richtig, nur der Fall von Gina-Lisa Lohfink als Aufhänger nicht. Dabei wollen diejenigen, die solche Thesen aufstellen, die Debatte rund um Sexismus und sexualisierte Gewalt sonst oft gar nicht erst führen. Geschweige denn, dass sie diejenigen wären, die unermüdlich sexualisierte Gewalt als gesellschaftliches Problem auf die Agenda setzten.

Nun, doch, wir wollen diese Debatte durchaus führen. Allerdings nicht nach den Regeln, wie sie uns Feministinnen vorschreiben wollen, also unter Ausblendung von männlichen Opfern und weiblichen Täterinnen, mit von Vorurteilen behafteten Studien, die noch dazu grotesk missinterpretiert werden, mit aus der Luft gegriffenen Dunkelziffern und mit Denkverboten. Wenn man der Ansicht ist, dass die sogenannte Debatte eh schon mit extremer Hysterie und Alarmismus geführt wird, und dass es nötig ist, diese abzukühlen, dann kann es schon mal so aussehen, als ob man sie nicht führen wollte. Das stimmt nicht, wir wollen sie nur anders führen. Sachlicher.

Der Rest von Wizoreks Traktat ist, nun ja, allenfalls querlesenswert.

Fazit:

  1. Wizorek hat anscheinend keine Ahnung von Strafrecht
  2. Mit Logik hat sie es auch nicht so
  3. Sie tut so, als ob die Frage, ob da eine Vergewaltigung stattgefunden habe, weiter offen sei
  4. Mit dem Gedanken, dass es tatsächlich eine Falschbeschuldigung gegeben haben könnte und ob diese nun strafwürdig ist, will sie sich erst gar nicht befassen

 

Warum ich heute einmal „erzählmirnix für Arme“ mache

Mit ein wenig Übung bekommt man das sicher in ein paar Minuten in einem Zeichenprogramm hin, aber mir fiel kein passender Text für Rechtsi und Linksi ein. Stellt Euch also einfach als phantasiebegabte Menschen die üblichen roten Kreuze und grünen Haken über einem Bild vor, wie man es ansonsten von erzählmirnix kennt:

Wie man am besten mit Vergewaltigungsvorwürfen umgeht

falsch:

  • Polizei und Justiz einschalten
  • sich mit einem eigenen Urteil weitgehend bedeckt halten
  • andere Beteiligte als Menschen mit Eigeninteresse betrachten

richtig:

  • anonymen Beschuldigungen im Internet glauben
  • den Beschuldigten bereits vorsorglich zum sozialen Tod verurteilen
  • bekannte Beschuldiger mit Geld oder Posten (z.B. dem des Beschuldigten!) ausstatten

Als Inspiration dienten zwei Artikel in der Zeit über Jacob Appelbaum:

  1. Starke Zweifel an Vergewaltigungsvorwurf (kurz, leichter verdaulich)
  2. Was hat dieser Mann getan? (seltsamer Schreibstil, viele Details)

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Auf die Geschichte bin ich erst aufmerksam geworden, als sie (nicht-öffentlich) als Aufhänger dafür verwendet wurde, der Grundsatz „unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist“ befördere „rape culture“.

Billy Joel: An Innocent Man

Kurznachrichten vom 30.06.2016

1: Bei Open Petition gibt es eine aktuelle Petition für die Einführung des Wechselmodells bei der Kindererziehung nach der Trennung. Mag sein, dass das in unserer Blogblase schon früher verlinkt wurde, aber ich bin eben erst drauf gestoßen und es kann ja nicht schaden, noch einmal darauf hinzuweisen.

2: Im Fall Gina-Lisa Lohfink melden sich noch einmal Juristen mit fundierten Beiträgen zu Wort. Zum einen Thomas Stadler auf seinem Blog Internet-Law, zum anderen legt Thomas Fischer in seiner Kolumne bei der Zeit noch einmal nach. Währenddessen hat sich auf Twitter ein Gegen-Hashtag zu #TeamGinaLisa gebildet: #TeamRechtsstaat.

3: In Freiburg gibt es ebenfalls einen dieser vielen „Einzelfälle“ von Falschbeschuldigung, die es feministischen Erzählungen zufolge gar nicht gibt, und wenn doch, dann hat eine Frau nur aufgrund unausweichlicher Bedrängnis so gehandelt. Im Gegensatz zu Frau Lohfink kommt die Täterin mit 800 Euro Geldstrafe davon.

Eine Freiheitsstrafe hielt das Gericht für nicht erforderlich.

Nö, warum auch, wenn man mit so einem Vorwurf nur seinen Ex auf Jahre unschuldig hinter Gitter bringen kann, mindestens jedoch seinen Ruf zerstört. Das Sorgerecht über das gemeinsame Kind bleibt selbstverständlich geteilt. Charakterliche Defizite bei der Mutter waren dem Gericht wohl nicht erkennbar.

4: Auf der Achse des Guten beschäftigt sich Karim Dabbouz mit der ach so großen Gefährlichkeit der weißen heterosexuellen Männer und nimmt damit den Artikel „Männer, seid weniger bedrohlich!“ von

Die Gefährlichkeit eines Menschen an der Hautfarbe festzumachen, wie Mark Heywinkel es tut, ist lupenreiner Rassismus. So einen echten Rassismus habe ich wirklich lange nicht mehr gesehen, selbst bei der AfD nicht. […] Irgendwann werden sich die Politkorrekten trotzdem entscheiden müssen, ob sie rassistisch argumentieren und soziale Phänomene an den Genen festmachen, wenn es gerade ins Weltbild passt (der böse weiße Mann), oder ob sie Gewalt, Sexismus und andere Unfeinheiten im Miteinander konsequent mit sozialer Prägung erklären. Dann dürfen sie sich auch ruhig einmal anschauen, was die Gemeinsamkeit zwischen der Kultur von Fußballprollos und Menschen mit einer aus westlicher Sicht rückwärtsgewandten Islamauslegung sind.

5: Die Polizei Schleswig-Holstein richtet auf Druck der Piraten Safe Spaces für Polizeianwärterinnen ein. Ähm, nun ja, nicht ganz, das war schon der vorweggenommene Teil der Wertung. Der Sachverhalt: Es köchelt schon seit längerem ein kleines Skandälchen über „rassistische“ und „sexistische“ Äußerungen an der Polizeischule Eutin von PolizeianwärterInnen gegenüber KollegInnen vor sich hin, was dazu geführt hat, dass die DelinquentInnen nun nicht zusammen mit ihrem Ausbildungsjahrgang in einem feierlichen Akt zu Beamten auf Probe ernannt werden. Unklar ist, ob es dabei nur um den feierlichen Akt geht oder die Ernennung komplett entfällt. Das geht nicht aus dem Artikel hervor. Außerdem soll „die charakterliche Eignung der Anwärter erneut geprüft“ werden. Offensichtlich wollte das Innenministerium die Angelegenheit deutlich niedriger hängen, hat sich aber von den Piraten damit den Vorwurf der Vertuschung eingehandelt.

Meiner Ansicht nach hätte da ein deutlicher Rüffel völlig ausgereicht. Selbstverständlich sollten sich zukünftige Polizisten zu benehmen wissen. Allerdings sollte man auch das Alter der Polizeischüler in Rechnung stellen, das irgendwo zwischen 17 und 20 liegen dürfte. Aber vor allem: Was soll das werden? Generation Snowflake goes police? Wie darf ich mir das denn vorstellen, wenn diese Persönchen auf die Straße geschickt werden, wo sie wahrscheinlich noch weit derberes zu hören kriegen? Wo es angesichts des Situation evtl. erforderlich ist, das runter zu schlucken und auf die Feststellung der Personalien zum Zwecke der Verfolgung einer Beamtenbeleidigung zu verzichten, um eine Eskalation zu vermeiden? Was wird das erst, wenn sie mal tätlich angegriffen werden? Mal ehrlich: Von einem Polizisten und auch von einer Polizistin erwarte ich einfach, dass sie heikle Situationen auch mal alleine regeln können, ohne in Mamis Schoß zu flüchten. Sprich: Wenn da wer nichts bei der Polizei verloren hat, dann hat man da vielleicht die falschen erwischt.

Da muss man sich dann nicht mehr wundern, woher das kommt, wenn sich manchmal Migranten über die zahnlose deutsche Polizei lustig machen. Auch wenn das jetzt so klingt: Ich bin beileibe kein harter Hund. Aber gerade weil ich das nicht bin, erwarte ich das von meiner Polizei, die in der Lage sein sollte, mich zu schützen.

6: Dass Frauen überall die Schwächeren und zu schützen sind, ist auch der Tenor eines Artikels über Touristinnen in Ägypten, die dort ja nur ein bisschen Liebe suchen und von einheimischen Loverboys schändlichst ausgenutzt und übers Ohr gehauen werden. Männern, die nach Thailand fahren, wird solches Verständnis eher selten zuteil. Die Kommentare unter dem Artikel zeigen erstaunlicherweise wenig Mitleid. Das kann sicher nur an internalisiertem patriarchalischen Denken liegen.

7: Jesus and Mo bringen es mal wieder auf den Punkt:

Kurznachrichten vom 13.06.2016

1: Der Fall Gina Lisa Lohfink war einer der Aufreger der letzten Tage. Sie hat einen Strafbefehl über 24.000 Euro wegen falscher Verdächtigung erhalten, weil sie zwei Männer der Vergewaltigung bezichtigt hatte, und kämpft nun vor Gericht dagegen. Feministinnen spangen sofort bei und sangen beim Hashtag #TeamGinaLisa das Hohelied der Definitionsmacht. Und wiederholten wie immer den Nonsens, dass ein Nein nicht ausreiche, um wegen Vergewaltigung zu verurteilen. Ich kann nicht beurteilen, ob da wirklich eine Vergewaltigung stattgefunden hat, denn ich habe nicht mal das öffentlich zugängliche Video gesehen, geschweige denn die längere Form, die nur den Prozessbeteiligten bekannt ist.

Gut finde ich an dem Fall, dass das Thema Falschbeschuldigung und die Möglichkeit, dass eine solche auch ernsthafte Folgen haben kann, endlich einmal breit diskutiert wird. Blöd nur, dass das evtl. tatsächlich der falsche Fall dafür ist. So wie ich die bisherigen Infos bewerte, ist das beileibe nicht so komplett einvernehmlich abgelaufen. Die andere Frage ist natürlich, ob man das auch beweisen kann. Den Vogel abgeschossen hat für mich da aber Lohfinks Anwalt Burkhard Benecken mit der Aussage:

„Dass Gina mit ihrer Beschwerde vom Opfer zur Täterin gemacht wird, ist ein katastrophales Signal an jedes Mädchen, das eine Straftat anzeigen möchte“, sagt er. „Wenn du nicht einmal sagen darfst, wie du selbst eine Tat erlebt hast, wenn du deine eigene Wahrnehmung nicht schildern darfst, ohne zu riskieren, dafür angezeigt zu werden, dann werden künftig noch weniger Frauen zur Polizei gehen.“

Ähm, nein. Man kann nicht einfach rumlaufen und jedem, der es nicht hören will, verklickern, dass man von dem oder jenem vergewaltigt wurde, ohne dass man es beweisen kann. Wenn man jemand einer schweren Straftat bezichtigt und das nicht beweist, dann ist das Verleumdung und Rufschädigung. Da beißt die Maus keinen Faden ab und das sollte ein Anwalt auch wissen.

Wenn wir Männer bei einer solchen Angelegenheit etliche Jahre Knast riskieren, ist es nur recht und billig, wenn die Frauen da immerhin ein paar Tagessätze riskieren, die bei Frau Lohfink wohl auch ziemlich üppig ausgefallen sein dürften, was den doch ziemlich teuren Strafbefehl erklären würde.

In einem Punkt muss ich allerdings den Feministinnen beipflichten: Das bisherige Vorleben von Frau Lohfink mit Pornodrehs, Parties, diversen Liebhabern und sonstigem Lotterleben kann in keinem Punkt ein Argument dafür sein, ihr von vorneherein nicht zu glauben. Auch ein Halbwelt-Girl und Pornosternchen hat ein Recht darauf, eine Vergewaltigung anzuzeigen, wenn es denn eine war. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

2: Seit einigen Tagen gibt es in München Ärger um ein überdimensioniertes Werbeplakat für Bademoden am Marienplatz. Für die SZ ist das natürlich Sexismus. Da das Plakat direkt gegenüber vom Rathaus steht, von dem aus man den freien Blick darauf hat, ist die Gleichstellungsbeauftragte besondern pikiert. Offensichtlich würde sie lieber die beschaulichen Bau-Container betrachten, die von dem Plakat verdeckt werden, weil dort gerade Hugendubel seine Filiale umbaut.

3: Allzu verhüllt will man es in Bayern dann doch nicht haben. Ärger gibt es nämlich auch um ein Burkini-Verbot im Schwimmbad Neutraubling. Und schon wird dem Bürgermeister Rassismus vorgeworfen. Bei der Welt setzt Hermann Weiß die beiden Ärgernisse in Zusammenhang und kommentiert, wie heldenhaft die Grüne Jugend das Recht von Frauen verteidigt, sich selbst unsichtbar zu machen.

4: Wir bleiben auch gleich beim Thema, aber um einige intellektuelle Level darüber: Einen überaus lesenwerten Essay von Magnus Klaue darüber, wie sich islamische und „antisexistische“ Prüderie derzeit die Hand geben, habe ich bei der Redaktion Bahamas gefunden. Ein Auszug:

Alle politischen Initiativen, die seither als Reaktion auf die Vorfälle von Köln angekündigt oder schon durchgesetzt wurden, dienen dieser Versöhnung: die Schaffung juristischer Grundlagen zwecks schnellerer Abschiebung „krimineller Asylanten“, was am allerletzten die Angehörigen des Kölner Mobs treffen wird, denen sich in den seltensten Fällen individuell Straftaten werden nachweisen lassen, sondern Gelegenheitsdiebe und andere Kleinkriminelle, die durch ihr gesellschaftlich völlig bedeutungsloses Fehlverhalten den Anspruch auf Hilfe durch die Volksgemeinschaft verspielt haben; die Verschärfung des Sexualstrafrechts, mit der sich gegen die Etablierung der Taharrush gamea auf europäischen Großstadtplätzen nichts ausrichten lässt, die aber jedem Migranten, der aus Unsicherheit oder Unwissen im Café oder in der Diskothek die falsche Frau zu früh an falscher Stelle berührt, die erhoffte bessere Zukunft zerstören kann; das geplante Verbot „sexistischer Werbung“, von dem sich schon gar nicht mehr sagen lässt, ob es eher antisexistischen oder islamischen Sittenwächtern gefallen will und das die letzten Spuren jener Liberalität aus dem öffentlichen Raum zu tilgen hilft, die nicht wenige Migranten überhaupt erst zur Einwanderung motiviert hat.

5: Arne Hoffmann durfe ja mal wieder im Fernsehen auftreten. Immerhin durfte er seine Positionen halbwegs unverfälscht darlegen. Aber wie auch bei dem berüchtigten SZ-Artikel hat man natürlich wieder ein abschreckendes Beispiel, eine schlechte Karikatur eines angeblichen Männerrechtlers namens „Manfred“ dagegenstellen müssen. Und selbstverständlich darf man einen Männerrechtler nicht einfach so reden lassen, ohne dass irgendwer die feministische Gegenposition vertritt und das alles für Unfug erklärt. Wie die Machtverhältnisse sind, erkennt man alleine schon daran. Dass man im deutschen Fernsehen immer dann, wenn eine Feministin ihre Positionen darlegt, gleich einen Maskulisten nach der Gegenposition befragt, ist schlicht unvorstellbar. Immerhin hat auch die Gleichstellungstante dem Klischee einer Feministin total entsprochen.

6: Reason TV nimmt die Vorstellung aufs Korn, dass alleine die Tatsache, dass Hillary Clinton eine Frau ist, schon ein Argument dafür sei, sie zu wählen.

7: Vorsicht, Parodie: Social Justice Warriors in a nutshell, erklärt in neun Sekunden:

8: Weitgehend OT: Angesichts des Massakers von Orlando macht sich Spiegel Online mal so richtig zum Horst. Erst steht da noch:

Der Kongressabgeordnete Adam Schiff – ein Demokrat, der im Geheimdienstausschuss sitzt und normalerweise nicht zu politischer Panikmache neigt – sagt auf CNN später, er habe gehört, der mutmaßliche Täter habe der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) einen Treueschwur geleistet. „Dies sieht aus wie radikaler Islam“, sagt auch sein republikanischer Kongresskollege Devin Nunes, der gut informierte Vorsitzende des Geheimdienstausschusses.

Nur um zwei Absätze später folgenden Satz rauszuhauen:

Warum der Täter – im Juni, dem „Gay Pride Month“ – einen Nachtklub für Schwule und Lesben wählte, bleibt unklar.

Man findet sicher wieder haufenweise Mäuse, die den Porzellanladen zerdeppern, wenn man den Elefanten einfach nicht sehen will.

9: Noch schnell ein Nachtrag: Eine Niederländerin bringt in Katar eine Vergewaltigung zur Anzeige. Stattdessen wird sie wegen wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs festgenommen. Noch keine Reaktion von feministischer Seite zu hören. Vermutlich will man der falschen Seite nicht in die Hände spielen.

Kurznachrichten vom 08.06.2016

1: Bei Facebook wird gerade heftig über dieses Video diskutiert:

Ich enthalte mich vorläufig eines Kommentars, vielleicht später in der Diskussion.

2: Ein Polizist mit 23 Dienstjahren Erfahrung schreibt Fefe, dass er die Quote der Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigungsanzeigen auf 60-70% schätzt.

3: Noch ein Video: Thunderf00t berichtet (nicht zum ersten Mal), wie Feministinnen und SJWs die säkulare bzw. atheistische Bewegung spalten. Das schaffen sie, indem sie ihre eigene Unterbewegung „Atheism+“ gegründet haben und jeden mobben, der nicht akzeptieren will, dass Atheismus automatisch auch das Eintreten für Feminismus, LGBTQOMGWTF-Rechte und selbstverständlich Gender bedeuten muss. Aber seht selbst:

Das lustige oder vielmehr traurige daran ist, dass sich Atheisten ja eigentlich auf die Fahne geschrieben haben, nichts ohne nachvollziehbare Evidenz zu glauben. Und dann soll man aber plötzlich ohne jegliche Beweise obskure Gender-Theorien und selbstverständlich jegliche „Harassment“-Anschuldigungen glauben. Und natürlich auch, dass die atheistische Community genauso wie die übrige Gesellschaft vor Sexismus und Rassismus nur so strotzt. Das ist so, weil die Femis das so sagen. Wer das anzweifelt, ist ein Frauenhasser. So wird das nix mit einer angeblich skeptischen Bewegung.

4: Wo wir gerade bei Würgegriffen sind: Feministinnen haben sich ja über das Plakat für den neuen X-Men Film beklagt, weil da ja einer Frau (der Superheldin Mystique) Gewalt angetan wird. Und die 20th Century Fox hat sich tatsächlich auch noch dafür entschuldigt. Ich finde allerdings, das hier ist der passendere Kommentar dazu: