Feminismuskritik widerspricht Facebook-Gemeinschaftsstandards

Am Freitag erschien bei der WELT von eine deutliche Kritik am Feminismus, von dem auch zu dem neuesten Vergewaltigungsfall in Freiburg wieder nur dröhnendes Schweigen zu vernehmen ist. Die Täter waren eben die Falschen. Mindestens acht Männer haben eine 18-jährige Frau über ca. vier Stunden vergewaltigt. Bis auf einen Deutschen mit Migrationshintergrund waren die übrigen sieben Syrer und bereits alle polizeibekannt.

Das der Beitrag leider bei WELT Plus hinter der Bezahlschranke liegt, zitiere ich hier einige Passagen:

Eigentlich schlüge die Stunde der Linken. […] Anlässe gäbe es genug. Die Gruppenvergewaltigung in Freiburg. Die Prügelattacke auf Kippa-Träger in Berlin. Angriffe auf Schwule und Lesben auf Straßen und Plätzen. Drohungen gegen Apostaten in Flüchtlingsheimen. Und in manchen Fällen: Offene Verherrlichung von Nationalsozialismus und Holocaust auf Demonstrationen für gerechten Frieden in Nahost. Doch die Waffe der Kritik bleibt im Schrank. Zumindest dann, wenn die Täter nicht deutscher Herkunft sind.

[..] Auch in Freiburg kamen die ersten Politikerreaktionen nicht ohne die Warnung vor einer Vereinnahmung der Taten durch Rechtsextremisten aus. Um die Opfer der Verbrechen geht es da längst nicht mehr. Nicht um Maria L. Nicht um Susanna F. Nicht um Adam A. Nicht um die 18-Jährige aus Freiburg, über die ihre Peiniger ein lebenslanges psychisches Martyrium verhängt haben. Den Opfern, so sie noch atmen, dürfte weniger nach dem von sich selbst ergriffenen Taumel sein, der einen Teil der Nation nach jedem neuen Verbrechen übermannt.

[…] „Natürlich müssen wir über Probleme reden“, heben jene, die substanzielle Kritik zu üben längst verlernt haben, an. […] So viel linksliberale Nachsicht wünschte sich so mancher eingeborene Sprücheklopfer. Man könnte es so versuchen: Bei migrantischen Tätern wird oft entschuldigend auf deren Sozialisation in patriarchalen Systemen verwiesen. Wie könnten sie anders!

Mit dem gleichen Argument wären dann aber auch ihre biografiedeutschen Pendants freizusprechen. Denn, das hat uns die feministische Kritik ja mit auf den Weg gegeben, auch Deutschland ist ein patriarchal strukturiertes Land. Wieso die Sozialisation bei den einen strafmildernd wirkt, während sie bei den anderen keine Rolle spielt, bliebt das Geheimnis dieser Klientel.

Wer sich aus der Deckung wagt, lebt gefährlich. Längst gilt die feministische Übermutter Alice Schwarzer vielen ihrer jungen Erbinnen als islamophobe Rassistin, weil sie es wagt, Kopftücher uncool zu finden und auf Emanzipationsdefizite in mehrheitsmuslimischen Gesellschaften hinzuweisen.

[…] Schwarzers Schicksal, ausgerechnet von der linksliberalen Avantgarde in die rechte Schmuddelecke verbracht zu werden, ereilt selbst Migranten. Säkulare, liberale und ehemalige Muslime warnen schon lange vor den Gefahren, die einem angestrengten Weggucken in antirassistischer Mission innewohnen.

Ein ungeheurer Affront für ein Milieu, das sich Migranten als Schützlinge hält und das recht ungemütlich werden kann, wenn diese die Rolle nicht klaglos annehmen. So landen kluge Mahnerinnen und Mahner wie Seyran Ates, Necla Kelek, Ahmad Mansour, Düzen Tekkal und Hamed Abdel-Samad im Giftschrank des politischen Diskurses. Auf die Störung der politischen Friedhofsruhe steht die Höchststrafe.

Der Fall der Gruppenvergewaltigung von Freiburg ist die zweite Tat binnen zwei Jahren, die ein Trauma in der Stadt hinterlassen wird. Schon der brutale Mord von Hussein K. an der Studentin Maria L. 2016 erschütterte die dortige Bevölkerung. Auf eine feministische Antwort darauf wird wohl noch länger zu warten sein.

Eine großartige Kritik, die die Doppelmoral des aktuellen Feminismus (Alice Schwarzer und die EMMA ausgenommen) auf den Punkt bringt. Diesen Beitrag habe ich am Freitagabend in einer Facebook-Gruppe gepostet, mit dem m.E. ziemlich harmlosen Kommentar: „Warum sind Feministinnen so still, wenn die Vergewaltiger Flüchtlinge/Zuwanderer sind? Was denkt ihr?“

Es entspann sich eine kontroverse und mit harten Bandagen geführte Diskussion. Nach ein paar Stunden ging ich ins Bett. Als ich am nächsten Tag wieder an den Rechner ging, war folgende Meldung von Facebook in meinem Postfach:

Screenshot_2018-11-03 Facebook

Ich finde das ein ziemlich starkes Stück. Feminismus darf offensichtlich nicht kritisiert werden. Oder die Verbindung von Vergewaltigung und Flüchtlingen ist nicht mehr erlaubt, obwohl in diesem Fall offensichtlich. Ich halte das für einen massiven Eingriff in die Meinungsfreiheit. Ich habe ja schon viel von willkürlichen Löschungen auf Facebook gehört, war aber selbst noch nicht betroffen. Tatsächlich sind die Löschungen nicht wirklich willkürlich, bestimmte Meinungen außerhalb des linksliberalen Mainstreams sind offensichtlich nicht gern gesehen.

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PLAN International – wieviele Patenschaften von Mädchen habt Ihr? – offener Brief aufgrund des Sexismusvorwurfs gegen PLAN

… und wieviele von Jungen?

Liebes „PLAN International“-Team,

mein Name ist Ludger Pütz und ich lebe in Kolumbien, wo PLAN International ebenfalls tätig ist.

Seit einigen Jahren lese ich immer wieder von Ihren weltweiten Aktionen und Ihrem Einsatz für Kinder. Sich für hilfsbedürftige Kinder in der Welt einzusetzen, finde ich eine ganz tolle Sache, die es sich zu unterstützen lohnt. Doch Ihre Werbung macht mich immer wieder stutzig darüber, ob Ihr wirklich Kindern helft – also Mädchen UND Jungen gleichermaßen – oder doch NUR bzw. hauptsächlich Mädchen.

Wenn ich mir Ihre Projektlisten anschaue, dann sieht es ganz danach aus, dass Ihr Euch auf Mädchen und junge Frauen konzentriert.

tl;dr – Falls Ihnen der Brief zu lang zum lesen sein sollte, was ich verstehen kann, bitte ich Sie, zum dunkelgrün markierten Absatz zu springen, in dem ich meine Fragen an Sie formuliere.

Durch die aktuelle Debatte, die auf Ihrer Facebookfanseite stattfindet, merkte ich, dass ich nicht alleine mit Weiterlesen „PLAN International – wieviele Patenschaften von Mädchen habt Ihr? – offener Brief aufgrund des Sexismusvorwurfs gegen PLAN“

Kurznachrichten vom 29.02.2016

1: Der ansonsten als kreuzbrav wahrgenommene Arbeiter-Samariter-Bund versucht dieses Image abzulegen mit einem sexy Werbeclip für Erste Hilfe und dem zugehörigen Hashtag #erstehilfe.

Natürlich gibt es wie immer das übliche Sexismus-Gemecker.

2: Am Donnerstag gab es einen erneuten Fall von „Taharrush gamea“ in Kiel. Innenminister Stefan Studt beeilte sich, davor zu warnen,

Vergleiche zu den Geschehnissen in der Silvesternacht in Köln und Hamburg zu ziehen.

Mit was denn sonst? Die drei Mädchen wurden zwar nicht ernsthaft sexuell belästigt, aber sich zu dritt von einer Menge von 30 Männern verfolgt zu sehen, dürfte sicher nicht lustig sein. Bei diesem Verhalten geht es m.E. weniger um Sexualität, sondern um Einschüchterung und Durchsetzen eines bestimmten Verhaltens, also um Macht. Hier stimmt es ausnahmsweise mal, dass es tatsächlich nicht um Sex, sondern um Macht geht, aber hier fällt Third-Wave-Feministinnen nichts besseres ein, als vor Rassismus zu warnen und zu behaupten, das wäre alles nichts neues.

3: Das Versagen des Dritte-Welle-Feminismus angesichts der Realitäten, die nicht in ihr Weltbild passen, analysiert noch einmal Melanie Götz in der Jungle World.

Der gehypte Postfeminismus verfällt in Schockstarre, wenn bestimmte Konstellationen nicht in sein Weltbild passen. Sein Scheitern liegt im eigenen antiaufklärerischen Potential begründet. […]

Wenn der Rekurs auf gesellschaftliche Verhältnisse und Strukturen durch die »diskursive Herstellung« von Kultur, Geschlecht und Identitäten ersetzt wurde, verschwinden die schlechten gesellschaftlichen Realitäten ausnahmslos bequem aus dem Blick. Dafür gelingt neoislamistischen Welt­anschauungen die Integration im Mainstream und in der antiimperialistisch aufgestellten Restlinken. Der ­Islam braucht nämlich neben der Kairoer Menschenrechtscharta auch noch einen eigenen, koran- und shariakompatiblen »islamischen« Feminismus. Als quasi natürlicher Verbündeter ist letzterer fest in liberale, linke und queerfeministische Diskurse integriert. Dort kann man bestaunen, wie die notorischen Neofeministinnen gemeinsam mit Hijab-Aktivistinnen das Partikulare überhöhen und das Uni­versale verwerfen. Hier feiern ausgerechnet die Dekonstruktionsfetischistinnen mit der neoislamischen Erneuerungswelle gemeinsam jenen Weiblichkeitswahn als Befreiung, dessen Entlarvung der Zweiten Welle noch zum Aufbruch gegen das Patriarchat bewegte.

3: Im Fall Kesha vs. Dr. Luke schlagen sich unsere feministischen Leitmedien ZEIT und SPIEGEL auf die Seite des vermeintlichen Opfers, natürlich unter Weglassen wichtiger Fakten. Die Kommentatoren hauen ihnen das wie üblich um die Ohren.

4: In der Abteilung „Feministinnen diskutieren Männerrechtsthemen“ gibt es zwei neue Posts. Onyx versucht uns zu erklären, warum es gerecht ist, wenn Frauen sich das mit dem Kinderkriegen nach der Empfängnis nochmal überlegen dürfen, Männer aber nicht. Klappt nicht so ganz. Und bei gleichheitunddifferenz wird gefragt, warum Männerrechtler sich (angeblich) kaum für nicht-konforme Männer einsetzen. Ist zwar m.E. nicht so, aber man kann ja mal fragen.

5: Christina Hoff Sommers hat einen einfachen Test von Helen Pluckrose retweetet, unter welchen Umständen man gerne Feminist ist:

Der Beitrag von Helen Pluckrose „Why I No Longer Identify as a Feminist.„, aus dem der Text stammt, ist zur Gänze lesenswert. Immerhin auch Michael Shermer, Herausgeber des Skeptic Magazine und einer der führenden Köpfe der amerikanischen säkularen Bewegung, hat das ebenfalls retweetet. Ich musste das mal eben kommentieren.

Man muss dazu sagen, dass P.Z. Myers auch einer der führenden Köpfe der amerikanischen säkularen Bewegung ist, allerdings mehr in der „Atheism+“-Fraktion, die die SJW-Fraktion innerhalb der säkularen Bewegung ist, also der Ansicht ist, als Atheist müsste man auch Feminist sein. P.Z. Myers hat mich kurz nach folgender Anwort geblockt:

Welche Ehre… 😉

Wie tolerant diese Leute sind, beweisen sie immer wieder aufs neue.

6: Lego ist jetzt auch sexistisch, weil man da was hartes rundes in ein Loch stecken muss/kann/darf. Ganz schlimm daran ist, dass homosexuelle Lebensweisen diskriminiert werden, weil Knubbel an Knubbel nun mal nicht hält und Loch an Loch auch nicht, also werden heteronormative Strukturen dadurch reproduziert:

7: Ein soziales Experiment einer Schauspielergruppe in New York zeigt, was passiert, wenn die Verlobung eines arabisch aussehenden 65-jährigen Mannes mit einer 12-jährigen an die Öffentlichkeit gerät. Das glückliche Paar muss sich schlimme islamophobe, rassistische Anfeindungen von größtenteils cis-sexistischen alten weißen Männern gefallen lassen. Oder so ähnlich…

8: OT-Beitrag des Tages: Facebook hat die Seiten der „Perlen von Freital“ gesperrt, auf denen von anonym bleibenden Seitenbetreibern sog. rechte Hetzer mit vollem Namen genannt und an den Pranger gestellt werden und zu deren Denunziation bei dem entsprechenden Arbeitgeber aufgerufen wird. Kurze Zeit später wurde die Seite offensichtlich auch auf Protest von höchster Stelle (Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD)) wieder freigeschaltet.

Wir lernen daraus: Denunziation, Blockwartmentalität und Menschenjagd sind völlig in Ordnung, wenn sie der guten Sache dienen. Dann nennt man das „Aufklärung“.

Manchmal wünschte ich mir, Dieter Hildebrandt würde noch leben, nachdem es sein Freund Konstantin Wecker es auch nicht fertig bringt, mal ein Wort gegen solche Auswüchse zu sagen.