Gastartikel: 3 Jahre Elternzeit – ohne Kinder

Es folgt ein Gastartikel von Frank Mehding.

Erster Fall in Deutschland: Ein Vater nimmt drei Jahre Elternzeit, die Mutter arbeitet in Vollzeit – und gibt das Kind in Fremdbetreuung. Sie verweigert dem Vater das Kind, aus rein finanziellem Interesse: Unterhalt.

Ein Mann zieht bei einer Frau in die Wohnung ein. Nach 2 Jahren kommt ein Kind zur Welt. Der Vater nimmt sich drei Jahre Elternzeit, um sich um das Kind zu kümmern. Die Mutter arbeitet in Vollzeit. Nach 8 Monaten wechselt die Mutter das Türschloss aus und unterbindet den Umgang des Vaters mit seinem Kind. Und lässt das Kind fremdbetreuen.

Dann verklagt die Mutter den Vater auch noch auf Unterhalt. Das Gericht setzt für den Vater – obwohl er wegen Elternzeit gar kein Einkommen hat – ein fiktives Einkommen an und verpflichtet ihn, sogar rückwirkend zu zahlen.

Unglaublich? Aber exakt so passiert, Urteil vom 5.4.2017, Az. 6F47/17, Amtsgericht Erlangen, Richterin Frau Kotzam-Dümmler.

In der Politik und den Medien wird häufig über die Verantwortung der Väter in der Kinderbetreuung geschrieben. Vielfach jedoch scheint die Schuld nicht bei den Vätern zu liegen sondern bei den Müttern. Wenn sich ein Vater um seine Kinder kümmern möchte, wird es ihm oftmals von der Mutter verweigert.

Fazit: So lange im deutschen Familienrecht einer alles bekommt und der andere alles verliert, wird die Arbeit an den Gerichten nicht weniger. Das Wechselmodell muss kommen.

Frank Mehding
Vaeter-Netzwerk.de e.V.
Nürnberg

Advertisements