Fundstück: Girls‘ Year bei der Bundeswehr

In einem Kommentar bei „Mein Senf“ warb Christian Schmidt für einen Wehrdienst für Frauen:

man könnte einen Wehrdienst als ultrafeministisch aufziehen:
– lernen kämpfen
– brechen das Gewalt- und Waffenmonopol der Männer
– durchbrechen Geschlechterrollen
– härten sich körperlich und mental ab
– besetzen eine Männerstruktur und machen sie weiblicher
– im Krieg sind bekanntlich Frauen und Kinder die schlimmsten Opfer, eine hohe Frauenbeteiligung erlaubt Kontrolle und Einfluss auf das Kriegsgeschehen und damit auch reduzierung von Vergewaltigungen

Letzterer Punkt bezieht sich natürlich auf ein berühmt-berüchtigtes Zitat von Hillary Clinton, dankenswerterweise durch MANNdat dokumentiert mit Quellangabe und Kommentar in der „Champions League des Sexismus“. Ich hätte übrigens noch als Argument hinzuzufügen: Wenn Frauen wirklich friedliebender sind und an der Macht, kommt es doch gar nicht mehr so häufig zum Krieg! Das ist doch viel effektiver als ein „Sexstreik“!

Kommentator Bombe 20 gab dem Vorschlag noch einen knackigen Namen:

Eure Argumente dafür sind zwar zwingend, aber am Branding müßt Ihr noch arbeiten, wenn die Idee eine Chance auf Erfolg haben soll. Ich spreche mich deshalb ja schon seit Jahren (und zum heutigen Tag besonders passend) für ein Girls‘ Year bei der Bundeswehr aus.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Das folgende Lied bringt die Freuden des Armeedienstes doch perfekt herüber:

Status Quo: In The Army Now

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 12

MANNdat hat mit der Champions League des Sexismus eine reichhaltige Quellensammlung geliefert. Eine oft zitierte Aussage ist die von FDP-Politikerin Cornelia Pieper in der Zeitschrift „BUNTE“ (9/2007):

Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.

Beachtlich finde ich hierbei die Vermengung zweier Kategorien, die so nichts miteinander zu tun haben: Zum einen wird die Evolution bemüht („Entwicklungsstufe“), zum anderen die persönliche Willensentscheidung („verschließt sich“). Auf der biologischen Ebene laufen Prozesse aber viel langsamer und allgemein ab, um gleichzeitig mit der Entwicklung, die auf persönlicher Ebene stattfindet, etwas zu tun zu haben.

Es ist aber ein beachtlicher Kniff: Endlich kann man unbeschwert auf die Frage „Liegt es an der Natur, dass Männer minderwertig sind, oder tragen sie selbst Schuld daran?“ mit „Beides!“ antworten.

Während der Weiße sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, schwarze und weiße, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Schwarze auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur schwarz und verschließt sich den weißen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und der weißen Rasse überholt.

So locker-flockig könnte man „weltgewandte“ Weiße als „höherwertig“ gegenüber Schwarzen verkaufen und denjenigen Schwarzen, denen es schlecht geht, gleichzeitig selbst die Schuld an ihrem Schicksal geben.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Irgendwie fällt mir gerade nur Michael Jackson ein…

Michael Jackson: Black or White

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 11

Bei der Champions League des Sexismus von MANNdat habe ich die Qual der Wahl – es sind einfach zu viele schöne Fundstücke! Heute geht es um ein Zitat von Richter a.D Prof. Ulrich Vultejus in der „Zeitschrift für Rechtspflege“, Ausgabe 3/08 vom 11-4-2008:

Ich bin in Strafverfahren gegen Frauen immer wieder in Schwierigkeiten geraten und habe mich deshalb jeweils gefragt, welche Strafe würde ich gegen einen Mann bei derselben Anklage verhängen und auf diese Strafe alsdann abzüglich eines ‚Frauenrabatts‘ erkannt. Ähnlich scheinen es auch meine Kollegen zu handhaben, wie die eben wiedergegebene rechtssoziologische Untersuchung ergibt.

Ein Frauenbonus bei der Justiz – das ist das Gegenteil von Gerechtigkeit! Dabei geht es nicht nur um Gefängnisstrafen („gender prison gap“ o.ä.), sondern grundsätzlich um Unterschiede bei Verurteilungen: Großer „Gender Gap“ zu Lasten von Männern – wie schon Christian Schmidt bei „Alles Evolution“ feststellte.

Daraus ergibt sich ein Zirkelschluss: „Frauen sind im allgemeinen gut, deswegen verurteile ich sie ein wenig leichter.“ „Dass in Gefängnissen so wenig Frauen sind, beweist doch, wie böse Männer im allgemeinen sind!“ Mal von dem Fehler „von der Gruppe aller Gefängnisinsassen auf die Gesamtbevölkerung (und das Individuum) schließen“ abgesehen: Ein Werturteil über „den“ Charakter „der“ Schwarzen und Latinos in den USA aufgrund der ethnischen Zusammensetzung der Gefangenen würde man zurecht als Rassismus verurteilen. Da wäre zurecht etwas los, wenn ein ehemaliger Richter so etwas in einem Interview zugeben würde:

Ich bin in Strafverfahren gegen Weiße immer wieder in Schwierigkeiten geraten und habe mich deshalb jeweils gefragt, welche Strafe würde ich gegen einen Schwarzen bei derselben Anklage verhängen und auf diese Strafe alsdann abzüglich eines ‚Weißenrabatts‘ erkannt. Ähnlich scheinen es auch meine Kollegen zu handhaben, wie die eben wiedergegebene rechtssoziologische Untersuchung ergibt.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Meta

Auch im September gab es jeden Tag einen Artikel im Blog. Tolle Sache! Ich selbst werde diesen Rhythmus im Oktober aber nicht mehr aufrechterhalten können, weil ich zu sehr auf Achse sein werde. Macht es besser, Mitautoren!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Nick Cave hat in seinen Moritaten begriffen, dass sich Männer und Frauen in nichts nachstehen müssen, wenn es um Brutalität geht.

Nick Cave And The Bad Seeds: The Ballad of Robert Moore and Betty Coltrane

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 10

Es bleiben noch viele lesenswerte Fundstücke aus der Champions League des Sexismus von MANNdat. So etwa Ursula von der Leyen in einem Interview mit der Berliner Zeitung vom 29.09.2006:

Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen. Wenn es den Mädchen schlechter gehen würde, krähe kein Hahn danach.

Das Zitat ist allein schon deswegen bemerkenswert, weil sie damit sagt: Wir sollten nicht auf Probleme von Gruppe A achten, weil wir es auch nicht bei Grupppe B tun würden. Was für eine unglaubliche Logik!

Ich finde es nicht schlimm, dass Deutsche in Sachen Bildung an den Ausländern vorbeiziehen. Wenn es den Deutschen schlechter gehen würde, krähe kein Hahn danach.

Die Aussage ist in jeder Kombination abscheulich – aber mit Jungen kommt man damit durch. Denn die sind ja – ob Kinder hin oder her – grundsätzlich selbst Schuld an allem, was ihnen passiert!

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Popkultur
Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur?

Das Lied heißt zwar „Cry Little Sister“, stammt aber aus dem Film „Lost Boys“.

Gerard McMann: Cry Little Sister

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 9

MANNdat e.V. hat seinerzeit mit der Champions League des Sexismus eine Aktion ins Leben gerufen, die ganz dem Sinne dieser Serie entspricht: Den Missstand nennen und das Ganze trotzdem spielerisch verpacken.

Einer der größten Klopper, der auch immer wieder gerne zitiert wird, findet sich im sogenannten Hamburger Programm, dem Grundsatzprogramm der SPD (PDF-Version) auf Seite 41 (Seite 42 im PDF). Der Satz geht auf Erhard Eppler (2007) zurück, der ihn sehr ähnlich so gesagt hat. Im fertigen Programm liest sich das so:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.

Und das lädt natürlich dazu ein, sich zu fragen, welche Partei etwa so einen Satz in ihr Grundsatzprogramm schreiben würde:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die jüdische überwinden.

Na, da zuckt man doch zusammen – und zwar aus gutem Grund! Allein Unbelehrbare, Geschichtsvergessene oder Verschwörungstheoretiker würden das verteidigen wollen.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „Und Schuld daran war nur die SPD“ – diesmal stimmt das Liedzitat sogar! Passend zum Ende des Sommers ein melancholischer Klassiker.

Rudi Carrell: Wann wird’s mal wieder richtig Sommer