Warum ich dieses donnernde Schweigen zum Thema mache

MANNdat spricht an, dass das „Bundesforum Männer“ sich bislang nicht zum drohenden Aus der Gewaltschutzwohnung für Männer in Thüringen geäußert hat. Es reit sich damit ein in die allgemeine öffentliche Gleichgültigkeit.

Nun wäre der etwas naive Leser vielleicht verwundert: Moment mal, hat das Bundesforum Männer nicht ein beachtliches Budget und wäre dem Namen nach für die Anliegen von Männern verantwortlich? Ja, dem Namen es – der Praxis nach ist es eine Alibiorganisation, die vor allem dafür sorgt, dass keine andere offizielle Vertretung für die Probleme und Notlagen von Männern hochkommen kann, denn „es gibt doch bereits eine“. Ansonsten geht das Bundesforum Männer immer schön beiseite, wenn Aktivitäten oder zur Sprache bringen in irgendeiner Form Anliegen von Frauen in einem Sachverhalt eine niedrigere Priorität einräumen würde.

Wie Genderama neulich oder Lucas Schoppe schon vor drei Jahren schrieb: Donnerndes Schweigen hat Tradition.

Diese unglaubliche Stille, dieses „sich nicht einsetzen“, diese notwendigen Dinge, die nicht geschehen – sie sind nur schwer sichtbar zu machen, weil es ja nichts gibt, das man zeigen könnte. Deswegen muss das sozusagen „über die Bande“ geschehen: Ein Bedarf, eine Organisation, die eigentlich dafür da werde – und dann die ausbleibende Reaktion.

Insofern ein weiterer Treffer für MANNdat, wenn auch ein bitterer. Ich reihe diesen Sachverhalt ein in die Aktion „Eine Brille für Schwesig„.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Unsichtbare Männer – da fällt mir nur ein Lied ein, das mir ein wenig bessere Laune bereitet.

Queen: Invisible Man

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 7

In dem Beitrag Nicht mächtig, aber stark – Ringen um ein neues Männerbild von Andreas Baum, der bei Deutschlandradio Kultur erschienen ist, findet sich folgendes Knallerzitat:

Dag Schölper vom Bundesforum Männer – ist ein Mann. Und ich habe für einen kurzen Moment gedacht, dass ich es mit einer Frau zu tun habe, weil Dag klingt, wie die Kurzform von Dagmar.

„Tatsächlich ist diese Verwechslung, ist es jetzt ein Mann oder eine Frau auch manchmal hilfreich. Bei unserem Themenfeld ist das ganz schön, dass das nicht so ganz klar ist. Das öffnet manchmal Türen. Gerade in Kooperation auch mit Frauenorganisationen hat das schon mal geholfen: Ach so, ja, stimmt, Sie sind ein Mann und war trotzdem ganz ok was Sie geschrieben haben.“

Man stelle sich allen Ernstes vor, die Reaktion irgendeiner Organisation würde mit einer der drei folgenden Aussagen wiedergegeben werden:

Ach so, ja, stimmt, Sie sind ein Ausländer und war trotzdem ganz ok was Sie geschrieben haben.

Ach so, ja, stimmt, Sie sind ein Schwarzer und war trotzdem ganz ok was Sie geschrieben haben.

Ach so, ja, stimmt, Sie sind ein Jude und war trotzdem ganz ok was Sie geschrieben haben.

An dieser Stelle ist ein wenig Medienkompetenz gefordert. Denn der Beitrag zitiert, was Dag Schölper vom Bundesforum Männer sagt, dass Frauenorganisationen es gesagt hätten. Dass die Frauenorganisationen es so gesagt haben, ist damit nicht belegt. Außerdem ist der Kontext des Zitates nicht bekannt. So alleine wirkt es so, als ob jemand vom Bundesforum Männer es ungestört hinnimmt, dass ihm gegenüber allgemein abwertend über Männer geredet wird.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

Fundstücke mit Quellangabe einfach in die Kommentare schreiben!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn es schon Verwirrung über den Namen „Dag“ gibt, nehmen wir doch ein Lied in einer Sprache, in der „dag“ einfach „Tag“ bedeutet, und sieben davon im Titel hat…

Bots: Zeven dagen lang

Kurznachrichten vom 11.03.2016

1: Daisy Ridley, die Darstellerin der Rey im neuen Star Wars-Film, wird für ihre Darstellung in dem Film kritisiert. Warum? Weil sie zu schlank ist.

„I can’t believe the unrealistic expectations I’m setting for young girls,“ a speech bubble read. „Don’t they know real women have curves?“

Da möchte man meinen, Rey ist eigentlich das feministische Idealbild der taffen Powerfrau, die sich in allen Situationen locker durchschlägt und alles auf Anhieb kann, weil sie ja im Besitz einer Vagina ist, und nun das. Ridley will sich aber nicht dafür entschuldigen, wie sie ist, und meint stattdessen:

I’m a normal girl thrust into extraordinary circumstances, just like Rey.

Genau. Als „Normal Girl“ fliegt man ja eben mal so einen Millenium Falcon ohne Einweisung perfekt durch sämtliche Schluchten und Engstellen und prügelt im ersten Schwertkampf seines Lebens einen Sith-Lord mit halber Jedi-Ausbildung fast zu Boden. Ja nee, is klar.

2: Kommen wir zu den positiven Nachrichten: „Bier verbessert Ihre Leistung im Bett„, meint gentside.de herausgefunden zu haben. Na, das ist doch mal endlich eine gute Nachricht für Männer.

3: Im STERN echauffiert sich Sarah Stendel über die Partnerwahlkriterien des „Bachelor“. Und argwöhnt dabei, dass dies nicht seine eigenen seien, sondern die des Senders. Dabei macht sie allerdings genau dasselbe, nämlich ihm vorschreiben zu wollen, welche Kriterien denn genehm seien. Wo kämen wir denn hin, wenn Männer selbst entscheiden könnten, nach welchen Kriterien sie sich Partnerinnen aussuchen?

4: Das kommt raus, wenn man eine Kampagne für „Women in Tech“ machen will und es gründlich versemmelt:

https://twitter.com/Crisprtek/status/707801866126663680

Danisch hat da auch was dazu.

5: Zum Weltfrauentag hat extra 3 schon letztes Jahr was „lustiges“ gemacht. Nach dem Motto: Männer, jammert nicht rum, ihr seid eh überall privilegiert. Was das für ein Geschrei gäbe, würde man sich über Frauen so lustig machen.

6: Das Bundesforum Männer beweist wieder einmal, dass es alles andere im Sinn hat als eine Interessensvertretung für Männer zu sein, weshalb man auch für die Verschärfung des Sexualstrafrechts ist, das es noch einfacher als bisher ermöglichen wird, alleine aufgrund der Aussage des vermeintlichen Opfers zu verurteilen.