Kurznachrichten vom 23.01.2018

1: Der Regisseur Dieter Wedel ist aufgrund der #metoo-Vorwürfe als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückgetreten. Laut Bild ist er sogar mit einer Herz-Attacke ins Krankenhaus eingeliefert worden. Allerdings findet sich diese Information nirgendwo sonst.

Zuvor hat er auf der Website der Festspiele eine Erklärung veröffentlich, die es in sich hat.

Ich höre von Menschen, denen fünfstellige Beträge für Aussagen gegen mich angeboten wurden. Sie haben den Eindruck, dass mit enormem Aufwand Recherchen durchgeführt werden, deren Ergebnis aber von vornherein feststeht, denn als sie sich positiv über mich geäußert haben, wurden sie nicht zitiert. Andere vermeintliche Zeuginnen haben in den letzten Tagen versucht, mich zu erpressen. Wenn ich ihnen nicht eine noch höhere Summe anböte als Verlage oder Zeitungen, von denen sie angesprochen wurden, würden sie mich sofort – unabhängig vom Wahrheitsgehalt – belasten.

Wieder andere berichten mir, wie ihnen von den recherchierenden Journalisten Sätze in den Mund gelegt wurden, die sie so nicht erklärt und gemeint haben.

Wenn das stimmt, dann ist das der moralische Bankrott für #metoo. Wenn man die Kampagne nicht schon vorher schon für moralisch äußert fragwürdig hielt, natürlich. Weiter gehts mit:

In diesem Klima der Vorverurteilung, der sogenannten „Verdachtsberichterstattung“, die auf keine erwiesenen Fakten gestützt sein muss, kann ich den Kampf um meine Reputation nicht gewinnen – weder mit juristischen Mitteln noch mit medialen Stellungnahmen. Es gibt belastende Hinweise, die die Glaubwürdigkeit vermeintlicher Zeugen erschüttern. Es haben sich bei mir und meinem Anwalt Menschen gemeldet, die dafür einstehen wollen, um dem Gemisch aus Gerüchten, Unterstellungen, Vermutungen und Anschuldigungen Substanzielles entgegenzusetzen. Doch was bringt es am Ende? Außer vielleicht der Erkenntnis, dass inzwischen auch nach Eintritt der Verjährung allein schon der Verdacht genügt, um jedermann zu jedem beliebigen Zeitpunkt an den medialen Pranger zu stellen.

Dummerweise outet sich Wedel schon vorher als Maskulist, und zwar mit dem Satz:

Ich verabscheue jede Form von Gewalt, gegen Frauen ebenso wie gegen Männer.

Dieter, so geht das nicht! Weißt Du denn nicht, dass der Satz heißen muss: „Ich verabscheue jede Form von Gewalt gegen Frauen. Punkt.“? Weißt Du denn nicht, dass Gewalt gegen Frauen das schlimmste und verabscheuungswürdigste ist, was es auf dieser Welt gibt? Und Gewalt gegen Männer, naja, irgendwie egal? So wirst Du ganz sicher nicht bei Feministinnen punkten, wenn Du einfach Dinge miteinander vergleichst, die niemals miteinander verglichen werden dürfen!

2: Beim letzten Mal habe ich ja ganz vergessen, die ziemlich schräge Nachricht zu bringen, dass L’Oreal jetzt mit einem Hijab-Girl wirbt – für Shampoo! Macht Sinn. Vielleicht wirbt ja Fielmann demnächst mit nem Typen mit aufgesetztem Motorradhelm. Gibts eigentlich noch die blaue Ersatzflüssigkeit bei Damenbinden, ich schaue schon lange nicht mehr Werbung.

Nun gibt es aber eine neue Entwicklung, denn irgendwer hat ausgegraben, dass sich just dieses Model, Amena Khan, vor knapp vier Jahren auf Twitter sehr israelfeindlich bzw. m.E. auch antisemitisch geäußert hat (Absprechen des Existenzrechtes Israels sollte m.E. reichen für die Bezeichnung Antisemitismus)

loreal_tussi

Aufgrunddessen rudert sie jetzt zurück und sülzt was von „diversity“, „harmony“ und „inclusivity“. Klingt für mich nach dem üblichen Kübra-Geblubber. Ob das jetzt Taqiyya ist, dürft Ihr selbst entscheiden.

3: Die FH Potsdam will die aktuellen Trends nicht verschlafen und bietet ein „Social Justice und Diversity Training“ an, als Fortbildung für schlappe 2.240 €. Für uns hier besonders interessant:

Modul 7: Gender / Queer (Sexismus/ Heterosexismus)
Wie werden aus Kindern Mädchen und Jungen? Wie werden aus Mädchen Frauen und aus Jungen Männer und gibt es nur zwei Geschlechter?

Also, für die erste Frage hätte ich da so nen Hint, aber ich fürchte, das meinen die anders. (via Fefe)

4: Laut einer Studie sei das Stresslevel der US-amerikanischen Bevölkerung seit dem Amtsantritt von Donald Trump so hoch wie noch nie. Und natürlich soll Trump selbst daran Schuld sein, zumindest legt das der ZEIT-Redakteur nahe.

Nun ja, wenn die Demokraten in den USA mit ihrer Schneeflöckchenkultur aus dem Hyperventilieren und dem Dauer-Getriggert-Sein über ihre Wahlniederlage gar nicht mehr herauskommen und dem Land ständig einreden wollen, wenn Trump noch zwei Wochen im Amt wäre, käme der Weltuntergang aber wirklich, wirklich ganz, ganz sicher, dann braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn der Stresslevel bei diesen Leutchen ziemlich hoch ist. Sie reden sich den Quatsch ja selber ein. Ich kann da nur raten, mal runter zu kommen und sich ein wenig in Frustrationstoleranz zu üben. Das scheint den regressiven Linken völlig abzugehen.

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Meinungsmanipulaton a la ZAPP

Dieser Artikel ist (fast) Off Topic, aber da wir uns hier ja auch oft genug mit Meinungsmanipulation herumärgern müssen, passt es eben doch so am Rande. Mir ist da nämlich so ein hübsches Stück aufgefallen.

Wer das politische Tagesgeschehen einigermaßen verfolgt, hat sicherlich die Aufregung um die von Arte und WDR zurückgehaltene und nicht gezeigte Dokumentation über Antisemitismus „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ mitbekommen. „ZAPP – Das Medienmagazin“ vom NDR berichtet über das Geschehen, regt sich aber weniger über den Inhalt auf als darüber, dass BILD den Film für einen Tag auf seiner Website trotzdem gezeigt hat, obwohl BILD keine Rechte daran hatte. Frech, findet das Redakteurin Anja Reschke.

Und da auch Frau Reschke die Doku anscheinend nicht gefällt und man als ZAPP-Redaktion wohl den befreundeten öffentlich-rechtlichen Sendern Schützenhilfe geben will, muss man der offiziellen Begründung für das Zurückhalten, die Dokumentation sei „unausgewogen“, ein wenig nachhelfen. Die Schwierigkeit liegt darin, einen Film über Antisemitismus zu diskreditieren, ohne sich selbst des Vorwurfs des Antisemitismus bzw. dessen Verharmlosung auszusetzen. Da muss man schon sehr subtil vorgehen. Aber hey, man ist ja schließlich ein Fernsehsender, hat das entsprechende Filmmaterial und was liegt da näher, als dieses einfach passend zu schneiden?

Am Anfang des Ausschnittes von ZAPP wird die Rede von Mahmud Abbas vor dem Europäischen Parlament gezeigt und der Vergleich, den der Film mit dem Nazi Julius Streicher zieht. So wie ZAPP das geschnitten hat, sieht es für den Zapp-Zuschauer natürlich so aus, als wäre dieser Vergleich völlig überzogen und damit die Doku polemisch und einseitig. Was hat Abbas auch schon großartig schlimmes gesagt in dem Ausschnitt? Dem Off-Kommentar des Dokumentarfilms „Bitte hören sie genau zu!“ ergänzt der ZAPP-Redakteur noch mit „den drastischen Vergleichen“, um den Zuschauer mit der Nase auf den angeblich überzogenen Vergleich mit Streicher zu stoßen.

Aber das, was dazwischen weggeschnitten wurde, ist das eigentlich brisante. Abbas hat nämlich die alte Geschichte von den brunnenvergiftenden Juden wieder aufgewärmt, und das vor dem EU-Parlament. Martin Schulz und viele andere haben am Ende der Rede Abbas applaudiert, Schulz hat die Rede auch noch „inspirierend“ genannt. Natürlich schneidet man das raus, denn damit wird der Vergleich mit der Nazizeit auf einmal viel plausibler. Aber das sind halt so die kleinen dreckigen Tricks, mit denen man was ins schlechte Licht stellen kann und immer noch so tun, als hätte man offen berichtet.

Selbstverständlich gibt es auch die Doku längst im Netz, so z.B. hier. Prädikat: Extrem sehenswert. Mindestens ein Upload auf Youtube wurde allerdings schon wieder blockiert.

Keine Angst, die beiden Szenen sind jeweils ganz am Anfang der Filme. Und falls auch diese Version aus Youtube wieder verschwinden sollte, ich habe längst eine mp4-Kopie auf der Platte.