Kurznachrichten vom 29.01.2016

1: Heute nur kurz der Hinweis auf drei Artikel, die miteinander in Zusammenhang stehen, und sich wieder um den Komplex Flüchtlinge, Köln und die Folgen sowie die dadurch ausgelösten Veränderungen in der Gesellschaft beschäftigen. Der Blogger Don Alphonso geht das bei der FAZ sehr ruhig und leise an, indem er über ein persönliches Erlebnis spricht, wie sich für ihn Deutschland durch die vielen Einwanderer und speziell junge Männer mit Macho-Gehabe verändert. Dann aber zieht er Fazit:

Das Deutschland, aus dem ich stamme, das Land, das die hauseigenen Rassisten der Linken so sehr hassen, war ein gutes Land, und bewohnt von Türaufhaltern, Rücksichtsnehmern – sofern sie nicht gerade im Auto sassen – Schlankmachern und Vortrittlassern. Es war ein Land, das so phantastisch funktionierte, weil sehr viele nicht das in Anspruch nahmen, was möglich war, sondern nur das, was sie wirklich brauchten. Nur deshalb konnte es sich eine generöse Wohlfahrt leisten. Es war ein Land von guten Umgangsformen, und obendrein auf allen staatlichen Ebenen dem Gemeinsinn verpflichtet, wie mein italienisches Ich immer wieder zähneknirschend beim Blick auf italienische Verhältnisse zugeben musste. Es war ein Land, dem man gut sein Dasein anvertrauen konnte, tolerant, weltoffen, hilfreich und idealistisch. Es war ein Land der Spendenschecks und der egalitären Biergartensitzer. Es war ein Land, dessen Banken jeder bedenkenlos in der Nacht besuchen konnte. Dieses Land verschwindet mit jeder Massenschlägerei, mit jedem sexuellen Übergriff und jeder helfenden Verharmlosung mit Hilfe der Familienministerin, jeder Jagd auf Journalisten, jedem Brandsatz an Unterkünften und Autos, bei jedem Schuss auf Plakatekleber und jedem Messerstich, und mit jeder Frau, die stehen bleibt und schnell in eine andere Richtung geht. Man sagt mir, diese Migrationskrise sei wie eine Kneipe, in der achtzig Menschen sind, und dann kommen halt noch ein, zwei Leute dazu. Leider ist diese Migrationskrise auch vier breitbeinige, laute, dreiste Herren im Eingang meiner Bank.

Selbst wenn ich auf dem Dorf wohne, und mir daher bisher sehr wenige neue Flüchtlinge über den Weg gelaufen sind, bemerke ich auch einige unschöne Veränderungen. In meinem Lieblingssupermarkt steht seit neuestem den ganzen Tag ein Security-Mann am Eingang. Mir kann keiner erzählen, das würden nicht alle Kunden über die Preise mitbezahlen. Früher konnte ich bei meinem Zuhause auch nachts einfach auf den Hof fahren oder ihn verlassen. Da geht jetzt nicht mehr. Meine Vermieterin hat wegen der einsamen Lage und vermehrter Einbrüche im Dorf ein neues Hoftor anbringen lassen, das man nachts aufschließen und nach dem Durchfahren wieder schließen muss. Mit den kleinen Dingen fängt es an, dass die Lebensqualität dahinschwindet.

2: Bei Roland Tichy und der Emma schießt Anabel Schunke gegen die Netzfeministinnen. Der Artikel beginnt so:

Anabel Schunke will sich nicht von Männern vor anderen Männern beschützen lassen. Sie will sich alleine und frei in Deutschland bewegen können. Das Model […] findet, die „jungen Feministinnen“ haben sich ad absurdum geführt.

Tag 26 nach den Geschehnissen der Silvesternacht. Tag 22 seitdem die großen Leitmedien erstmals darüber berichteten. Exakt seit diesem Zeitpunkt häufen sich die Meldungen über Asylbewerber, die sich offenbar auch ohne Alkohol und an anderen Tagen als Silvester nicht benehmen können. Dies lässt nur zwei mögliche Schlussfolgerungen zu: Entweder es gibt diese Vorfälle von sexueller Belästigung wirklich erst seit Silvester oder die hiesige Presselandschaft hat vorher schlicht und ergreifend nicht darüber berichtet.

Sehr wahrscheinlich trifft Letztgenanntes zu, sodass wir uns wohl oder übel an den Gedanken gewöhnen müssen, dass man uns bewusst Informationen vorenthalten hat und dass diese Dinge nicht erst seit Köln passieren, dass sie, wenn auch nicht in der Intensität wie jetzt, vielerorts schon seit Jahren vorkommen. Und dennoch ist man fast gewillt, der ganzen Sache etwas Positives abzugewinnen. „Endlich wird darüber berichtet!“ hört man sich in Gedanken sagen. Oder: „Jetzt ändert sich etwas.“

Und über die jungen Feministinnen:

Weil man unter den vermeintlichen Feministinnen eine Pauschalisierung in Richtung Flüchtlinge aus islamisch geprägten Regionen fürchtete, pauschalisierte man kurzerhand selbst und subsumierte alles direkt unter dem Begriff „Männergewalt“. Die #ausnahmslos-Kampagne – ein von Öffentlich-Rechtlichen, also vom gebührenfinanzierten Fernsehen – breit gestütztes Unterfangen, das sogleich dankbar von grünen und linken Spitzenpolitikerinnen übernommen wurde. Puh – da hat man den Crash der eigenen Weltansichten gerade noch einmal abwenden können. Aber was will man auch von einem Land erwarten, in dem die in Kleidersack und Kopftuch gehüllte Kübra Gümüsay als Feministin bezeichnet wird.

Und über die Verquertheit und die Folgen von Politischer Korrektheit:

Unmensch ist in Deutschland nämlich immer noch nicht der, der Frauen kollektiv sexuell belästigt und vergewaltigt, sondern wer ausspricht, dass diese Menschen ihr Gastrecht mit solchen Taten verwirken. Unmensch ist, wer von seinem Hausrecht Gebrauch macht und Personengruppen ausschließt, weil immer mehr Übergriffe seine Existenz gefährden, nicht der, der seine Landsleute und andere diesem Kollektivverdacht aussetzt. Unmensch ist letztlich der, der kulturelle Hintergründe solcher Taten benennt und nicht der, der aufgrund seiner Kultur Frauen als ehrloses Freiwild ansieht.

3: In der Printausgabe der Zeit erschien gestern ein (leider noch nicht online verfügbarer) komplett lesenswerter Artikel mit dem Titel „O Mann!“, in dem sich der Autor Adam Soboczynski die Frage stellt:

Warum haben sich die deutschen Männer in der Silvesternacht von Köln nicht für ihre Frauen geprügelt? Hat der Beschützertyp ausgedient?

und beantwortet diese Frage wie folgt:

Es gibt den Beschützer in Deutschland nicht mehr. Natürlich nicht. Der Beschützer ist aus weiblicher Sicht doch eine lächerliche Figur.

Und ein paar weitere Zitate:

Ob es etwa zum Sieg des Feminismus gehöre, dass die Frau für alles zuständig sei, auch für die Abwehr von Vergewaltigern? […]

Der Patriarch war aber, zumindest als Ideal, kein Tyrann, sondern der Beschützer seiner Frau und seiner Kinder. Er zog mit größter Selbstverständlichkeit in den Krieg, schlug dem geilen Nachbarn eine aufs Maul, wenn er sich an der Gattin vergriff (in besseren Kreisen wurde sich gut angezogen duelliert), und es war immer klar, dass er bei diesen Tätigkeiten sein Leben aufs Spiel setzte. Auch der Mann im Patriarchat hatte es nicht leicht! Die Todesbereitschaft war der Preis für seine privilegierte Stellung. […]

Der Junge, der auf dem Schulhof einen Rivalen verdrischt, ist eher ein Fall für die Psychologin und für eine gute Dosis Ritalin, als dass ihn Papi für seine Selbstbehauptung loben würde – was, ich muss es gestehen, in meiner Generation, Jahrgang 1975, noch ein absolut erwünschtes väterliches Verhalten war. […]

Man darf vom deutschen Mann nicht erwarten, dass er seine Frau beschützt. Das entspricht nicht seiner zeitgemäßen Rolle, und ein solcher Anspruch wäre letztlich auch ein Affront gegen die Gleichberechtigung. […] Frauen, die gerne beides hätten, den durchgegenderten Mann und den Beschützer, denen muss man leider sagen: Beides geht nicht!

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