Warum ich keinen Männerstreik brauche – aber mehr als nur ein Jahr des Mannes

Ich gestehe: Wahrscheinlich betreibe ich hier nur Wortklauberei. Dieser Text zeigt die Sicht eines männlichen Single-Junggesellen ohne Kinder unter 40.

Streik – was ist das?

Einen Streik kenne ich aus der Arbeitswelt: Die Arbeiter, jeder für sich zu unbedeutend, um etwas auszurichten, schließen sich zusammen und legen die Arbeit nieder. Typische Ziele sind höhere Löhne (als sie in Tarifverhandlungen angeboten wurden) oder Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Entscheidend ist, wie groß der Schaden für das Unternehmen ist, denn davon hängt ab, ob es sich lohnt, einzulenken. Wird nur in einem Werk gestreikt und kann der Ausfall woanders aufgefangen werden, ist ein Streik witzlos. Gleiches gilt, falls ein großes Heer an Arbeitswilligen zur Verfügung steht, das statt der Streikenden die Arbeit übernehmen will. Daraus ergibt sich, dass in einigen Branchen leichter gestreikt werden kann als in anderen.

Die Streikenden haben daher ein hohes Interesse daran, dass alle (oder so viele wie möglich) mitmachen, denn damit steht und fällt der Streik. Gewerkschaften versuchen möglichst viele Arbeiter unter sich zu vereinen, damit nicht einzelne ihrem persönlichen (eventuell nur kurzfristigen) Nutzen folgen und als Streikbrecher fungieren. Die Unternehmensführung könnte ja lukrativere Bedingungen für diejenigen in Aussicht stellen, die nicht streiken.

Männerstreik? Welcher Männerstreik?

Was habe ich alles unter dem Etikett Männerstreik gefunden! Etwa junge Männer, die nicht den höchsten und besten Bildungsabschluss anstreben, den sie erreichen könnten; Männer um die 30, die in absehbarer Zeit keine Partnerschaft und Heirat anstreben; Berufstätige, die nicht alle Mühe darauf verwenden, die Karriereleiter nach oben zu klettern, sondern lieber eine solide Stelle anzielen, bei der ihnen noch Zeit für Hobbys bleibt, oder irgendwann aus dem Arbeitstrott, den sie als Hamsterrad empfinden, ganz aussteigen.

Aber was ist denn daran ein Streik? Üblicherweise gehören dazu Demonstrationen und Protestaktionen mit Symbolwert und Medienaufmerksamkeit, die Sympathie bei anderen Bevölkerungsgruppen erzeugen und Druck auf die andere Seite ausüben soll. Wenn gestreikt wird und die Leute machen erst einmal eine schöne Reise, gehen zum Basteln in den Hobbykeller oder bringen einige lange vor sich hergeschobene Arzttermine hinter sich, wird das dem Ziel und den Mitteln des Streiks nicht gerecht.

Weder haben sich die angeblich streikenden Männer abgesprochen, noch haben sie Forderungen aufgestellt – und schon gar nicht gibt es einen Druck auf die Männer, dass alle so handeln sollen. In meinem Bekanntenkreis etwa heiraten die Leute und gründen Familien – vielleicht später als ihre Eltern, wahrscheinlich mit größerer finanzieller Unsicherheit, und sicherlich mit all den Schwierigkeiten, die ein Familienleben mit sich bringt. Aber sie tun es. Wer es kann und will, ohne sich völlig zu verrenken, der macht es.

Und diejenigen Männer, die das Wagnis Ehe eingehen, sind doch keine „Verräter an der Sache aller Männer“. Im Gegenteil, darüber freue ich mich! Homosexuelle Männer, die sowieso nicht im klassischen gesellschaftlichen Anforderungskatalog vorkommen, haben offensichtlich Spaß am Körperlichen, an der männlichen Sexualität. Sollen sie haben! Ist doch super!

Wenn ich dann noch lese, wie negativ die unter Männerstreik beschriebenen Phänomene interpretiert und lauthals beklagt werden, kann ich nur zu dem Schluss kommen: Entweder es gibt keinen Streik (ich habe noch keine Aufforderung erhalten), oder er schlägt kolossal fehl.

Warum ein Männerstreik nicht funktionieren könnte

Doch stellen wir uns einen Moment vor, ein Allgemeiner Männerbund würde sich gründen und alle Männer unter seinen Fittichen zum Streik aufrufen. Zwar hätte jeder das Recht, nach wie vor seinen Interessen wie oben beschrieben nachzugehen, aber einmal die Woche (oder im Monat) gäbe es Demonstrationen in großen deutschen Städten, man organisierte Leserbriefwellen, es gäbe Bücher der Vordenker (der Streik wäre zur Not auf viele Jahre ausgelegt) und Veranstaltungen noch und nöcher. Nur eines dürften die Männer nicht: Sich so verhalten, wie es bisher von ihnen eingefordert wurde.

Gehen wir davon aus, dass die Mitgliedschaft in diesem Allgemeinen Männerbund freiwillig wäre oder dass es zumindest die Möglichkeit gäbe, ihm nicht anzugehören, selbst wenn man dafür Nachteile in Kauf nehmen müsste (als unsolidarisch gelten, von anderen geschnitten werden, eventuell sogar einige Stellen nicht bekommen). Dann hätte ich persönlich einen hohen Anreiz, nicht mitzumachen. Ich könnte auch ohne diese Organisation tun, was ich will. Sollte durch den Streik jedoch tatsächlich ein eklatanter Mangel an Männern entstehen, könnte ich davon hervorragend profitieren: Ich könnte, wenn ich wollte, eine bessere Position im Berufsleben bekommen, ohne mich entspechend abzurackern (wenn es wenige Kandidaten gibt, die Stelle aber besetzt werden muss, muss man nehmen, wen man kriegen kann). Bei der Damenwelt würden meine Chancen beträchtlich steigen, ohne dass ich einen Fingerschnipp dafür tun müsste. Für jeden, der bei knapperer Verfügbarkeit von Männern gewinnen würde, würde es sich lohnen, auszuscheren. Damit würde der Streik sabotiert.

In der Spieltheorie nennt man so etwas ein Gefangenendilemma: Könnten sich die Spieler wirksam absprechen, würden alle Beteiligten mehr erreichen; weil sie es aber nicht können, handelt jeder nach seinem unmittelbaren Vorteil. Schließlich kann ein „unkooperatives Verhalten“ nicht geahndet werden. Die fehlende Sanktionsmöglichkeit für „nicht kooperiende“ Männer würde einen Streik aussichtslos machen.

Ich glaube auch, dass ein Appell an „männliche Solidarität“ wirkungslos verpuffen würde. Wie Christian bei Alles Evolution bereits treffend bemerkte, mögen Männer Männer weniger als Frauen Frauen. Männer mögen sich zwar in allen möglichen Organisationen zusammenschließen, insgesamt jedoch konkurrieren sie untereinander und haben wenig Interesse, alle Männer mitzuziehen.

Das ist alles normal – denn wir wollen es insgesamt nicht anders

Doch schauen wir noch einmal auf die erwähnten Phänomene. Probleme sind sie ja nur, wenn bei der gegebenen Lage mehr drin wäre. Aber was ist die Ausgangslage?

Die Reallöhne in Deutschland – einem der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt – sind gesunken. 2005 gab ein Artikel mit dem Titel „Generation Praktikum“ einem neuen Zustand einen Namen: Gut ausgebildete Leute, die dennoch (zumindest in den ersten Jahren) kein Bein auf den Boden bekommen.

Selbst bei der Sendung „hart aber fair“ gab es einen bemerkenswert ehrlichen Film: Moderator Frank Plasberg hatte auch ohne abgeschlossenes Studium kein Problem, eine sichere Stelle zu finden; die jungen Leute, die heute mit Abschluss in seine Fußstapfen treten wollen, erhalten befristete Verträge.

Das Gros der jungen Leute ist besser ausgebildet als ihre Elterngeneration, arbeitet härter, bekommt aber dafür weniger: Arbeitsleistung lohnt sich im direkten Vergleich weniger. Ob das gerecht ist, ob das die Zeiten so erfordern, ob schlaue Leute nicht einfach auswandern sollten – all das steht auf einem anderen Blatt Papier und soll hier nicht weiter interessieren.

Es gibt mindestens zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: Wer im Beruf die primäre Erfüllung sieht, verzichtet weitgehend auf andere Interessen. Was ansonsten so an Leben stattfindet, muss nebenher laufen. Das Risiko besteht darin, dass man eines Tages den Job verliert und dann nichts anderes mehr hat, auf das die eigene Identität fundiert.

Viele Menschen sind jedoch risikoscheu. Für sie bietet sich ein anderer Weg an: Pfeif auf den Aufstieg, es ist ja bereits Karriere genug, nicht gefeuert zu werden und regelmäßig eine Gehaltserhöhung zu bekommen, die nicht durch die Inflation aufgefressen wird. Zum Ausgleich dafür, dass mehr Unsicherheit im Leben herrscht, muss auch mehr Freiraum für andere Interessen da sein.

Damit eng verknüpft ist jedoch die männliche Attraktivität. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Insgesamt sind die Männer also automatisch unattraktiver geworden. (Es kommt wohl auch nicht von ungefähr, dass in den wirtschaftlich unsicheren Zeiten nach dem Zerfall der Sowjetunion die Selbstmordrate unter Männern stark anstieg, unter Frauen jedoch nicht, siehe folgendes PDF, Seiten 30-31)

Auch in dieser Hinsicht bieten sich wenigstens zwei Optionen: Entweder Partnerschaft, Ehe und Familie sind so wichtig, dass man doch in den sauren Apfel beißt und sich abrackert, um Karriere zu machen oder zumindest soviel Geld zu verdienen, um zum Ehemann und Vater zu taugen. Interessanterweise tauscht man hier bewusst eine Freiheit gegen die andere ein. Die Forderung, dass man „Frau und keine Karriere“ endlich unter einen Hut bringen können muss, klingt völlig abstrus. („Karriere“ ist denn auch weniger wie im klassischen Sinne ein steter Aufstieg, sondern eher ein solides Einkommen.)

Oder dem Fuchs sind die Trauben, die er nicht erreichen kann, zu sauer. Dann kann man sich jedoch wenigstens die Anstrengung sparen, das ganze Leben darauf auszurichten, ein attraktiver Heiratskandidat zu sein, und sich um seinen eigenen Kram kümmern. Für einige bedeutet das, an sich selbst zu arbeiten oder sich durch Frauen aufreißen die Hörner abzustoßen. Da die Wette darauf, dass man die Stelle behält und die Frau einen nicht verläßt, insgesamt unsicherer geworden ist, erreicht man wenigstens das Minimalziel, seinen eigenen Interessen nachgegangen zu sein.

Irgendwann ist vielleicht der Punkt erreicht, an dem man das lange genug gemacht hat. Dann kann man sich immer noch binden und wenn man inzwischen Geld angesammelt hat, umso besser. In den frühen Jahren nach Studium oder Ausbildung ist jedoch Illusion – das geht nicht mehr so wie vor noch ein oder zwei Generationen.

Und sollten Frauen und Männer in Deutschland aus welchen Gründen auch immer zu oft keine Lust mehr aufeinander haben – Globalisierung hilft! Dafür gibt’s doch den Latin Lover und die heiße Russin (eigentlich natürlich „den Südländer“ und „die Mittel- und Osteuropäerin“).

Zwischen diesen beiden Extremen gibt es jedoch Abstufungen. Die Leute heiraten ein paar Jahre später, gehen ein größeres Risiko ein, zu scheitern, setzen vielleicht weniger Kinder in die Welt als sie es ein oder zwei Generationen vorher gemacht hätten. Sie werden insgesamt betrachtet mit mehr Anstrengung weniger erreichen als ihre Eltern.

Das soll der Untergang des Abendlandes sein? Wie konnte sich das Abendland dann nur so lange halten?

Nach diesen Kriterien verhält sich ein Großteil der Männer äußerst vernünftig – ebenso wie ein Großteil der Frauen. Denn was hat man ihnen, sowohl Männern als auch Frauen, eingetrichtert?

Bindet Euch nicht zu früh! Stellt hohe Anforderungen an Euch selbst! Geht nicht zu schnell Kompromisse ein! Lebt lieber alleine als in einer unglücklichen Beziehung!

Es läuft darauf hinaus, dass man Entscheidungen trifft und mit ihnen lebt. Das ist das Verhalten eines modernen Menschen, der weniger durch vorgefertigte Bilder festgelegt wird als seine Vorfahren. Was ist daran schlecht?

Wenn wir gesamtgesellschaftlich – falls dieses „gesamt“ überhaupt möglich ist – etwas anderes wollten, müssten wir auch anders handeln, also anderes fordern. Doch wer möchte ernsthaft das Rad der Geschichte um einige Jahrzehnte zurückdrehen, um zurück zu den alten Verhältnissen zu kommen? Ich nicht und ich meine auch nicht, dass das geht. Von irgendeiner Gruppe zu verlangen, sie möge doch klein beigeben und sich mit weniger zufrieden geben, wird nicht funktionieren.

Und gesamtwirtschaftlich etwas ändern – dieses Fass möchte ich gar nicht aufmachen. Wenn wir das wollten und könnten, würden wir es tun. Da es nicht geschieht, kann der Leidensdruck insgesamt nicht so groß sein. Also wo ist das Problem?

Ein Jahr des Mannes? Dutzende!

2014 wurde als Jahr des Mannes angekündigt. Wenn ich mir durchlese, was unter diesem Stichwort erschienen ist, finde ich bisher „die üblichen Verdächtigen“ unter den Forderungen und Bewegungen.

Zwei grundlegende Erkenntnisse vermisse ich jedoch:
1. Das beste Rezept für ein Jahr des Mannes ist aus meiner Sicht ein Jahr, in dem ich als Mann mein eigenes Leben lebe. Politik, Gesellschaft, Welt… wenn ich das alles ändern muss, um glücklich zu werden, bin ich zum traurig sein verurteilt. Stattdessen sollte ich mich fragen, was mir gefällt und wie ich selbst aktiv und kreativ sein kann. Wenn ich das dann umsetze, muss das reichen. Das wird ja wohl mehr als nur mir selbst eine Freude bereiten, womit ich mir auch keine Sorgen um mich als soziales Wesen machen muss.
2. Wieso soll sich das nur auf ein Jahr beschränken? Der richtige Weg ist doch, in jedem Jahr Zeit für mich und meine Interessen zu haben.

Es gibt keinen ungeschriebenen Vertrag, nach dem ein Mann ohne jeden Grund Opfer bringen muss, und falls es das als gesellschaftlichen Konsens je gegeben hat, wurde dieser Vertrag gekündigt. Aber ohne Vertrag gibt es auch keine Pflicht zur Arbeit und damit keinen Grund zum Streiken.

Was vom „Streike“ übrig blieb

Vielleicht muss man manche Dinge unter dem Stichwort „Männerstreik“ bringen, damit sie Gehör finden. Ich mag solche (für mich falschen) Etikettierungen aber nicht. Und was wird unter anderem als Rezept angegeben?

„Hören Sie damit auf, Frauen die Tagesordnung bestimmen zu lassen, was die Themen Geschlechterpolitik, Beziehungen und Reproduktion angeht.“

Ein Mann, der das zuläßt, ist ein Waschlappen! Wie könnte der jemals streiken?

„Setzen Sie durch, dass Sie in Ihrer Partnerschaft besser behandelt werden. Sie müssen nicht grob werden, aber lernen Sie, Grenzen zu setzen. Wenn Sie Ihre Partnerin nicht respektiert, weisen Sie sie zurecht, auch vor Freunden. Frauen hassen es, öffentlich zur Rede gestellt zu werden.“

Ein Mann, der das… oh, ich wiederhole mich. Aber auch das hat nichts mit Streik zu tun, sondern mit modernem Leben.

„Und falls Sie von Ihrer Frau verlassen werden: Lassen Sie sich nicht von Ihrer Ritterlichkeit oder kulturell erzeugten Minderwertigkeitsgefühlen leiten, so dass Sie sich die Schuld am Scheitern Ihrer Beziehung geben. Es war die Entscheidung Ihrer Frau zu gehen.“

Entscheidungen und die damit verbundene Verantwortung… das hatte ich doch weiter oben schon. Also Frauen wie ganz normale Menschen behandeln. Klingt immer noch nicht nach Streik.

„Schützen Sie sich dagegen, unfreiwillig zum Vater gemacht zu werden.“

Mal abgesehen davon, dass jeder Verantwortung für Verhütung hat: Man denke, wie ich erst gestern schrieb, an die Kinder und was es wohl für ein „tolles“ Leben sein muss, wenn sie ohne vernünftiges Verhältnis zu ihrem Vater aufwachsen. Die Folgen der Vaterlosigkeit werden unterschätzt.

Also, so wie ich das sehe: Alles keine Streikmittel, sondern ganz normale Maßnahmen für ein verantwortungsvolles Leben!

Zusammengefasst: Männer steigen nicht aus der Gesellschaft aus, sondern machen richtig mit, indem sie unterschiedliche Wege gehen. Das Verhalten der jungen Generation ist den geänderten Lebensbedingungen geschuldet, auf die angemessen reagiert wird. Insgesamt wollen wir alle das auch so.

Ich glaube, dass es genug Frauen gibt, die mit solchen verantwortungsbewussten Männern zusammenleben wollen. Dafür braucht es keinen Kampf, nur eine vernünftige Suche, Offenheit und Neugier! 🙂

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Der Titel entspricht dem, was ich meine: Dass wir bekommen, was wir insgesamt auch gar nicht anders wollen (auch wenn es runtergebrochen auf eine einzelne Person immer fürchterlich ungerecht sein kann – aber es geht hier ja um das Gesamtbild). Gerade die erste Strophe, in der Michi Beck fragt, warum alles so doof ist, passt hervorragend – und nebenbei kann ich Bewegtbilder von einem Mann in Frauenkleidern mit pinkem Federschmuck in dieses Blog schmuggeln. 😉

Die Fantastischen Vier: Ernten was wir säen

Advertisements

Fundstück: Spenderkinder

Da für heute niemand einen Artikel eingestellt hat, liefere ich ein kleines Fundstück aus dem Netz. Lesestoff bietet das allemal.

Über einen Artikel beim Flussfänger bin ich vor einigen Monaten auf den Internetauftritt Spenderkinder gestoßen. Es geht dabei um Personen, die durch eine Samenspende entstanden sind. Im Grunde kann man sich alle Seiten durchlesen; sie sind gut gemacht und bieten viele Informationen.

Was mich jedoch wirklich erschüttert hat, sind die persönlichen Geschichten der Betroffenen. Sie leiden darunter, dass sie ohne ihren genetischen Vater auch einen Teil ihrer Wurzeln nicht kennen.

Was das mit Geschlechterallerlei zu tun hat? Ein Mann hat Verantwortung für seine Nachkommen, auch dann, wenn sie unter diesen Umständen entstehen. Wer das nicht glauben will, lese sich die Berichte der Kinder durch.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? In diesem Lied geht es in einer Strophe ebenfalls um künstliche Befruchtung.

Zager & Evans: In the year 2525

Evilmichi stellt sich vor.

Hallo allerseits!

Ich heiße Michaela, bin Baujahr ´79, Konditormeisterin und Mama von zwei Kindern im Alter von sechs und sieben Jahren. Lebe mit meinem Partner sowie Sohn und Tochter glücklich [wenn auch öfters mal schwer angenervt] in einer Art Patchworksituation, aus welcher sich zwangsläufig immer wieder unzählige Konflikte ergeben, die es zu lösen oder zumindest zu entschärfen gilt.

In erster Linie bin ich natürlich hier, weil mich das Geschlechterallerlei an sich interessiert. Warum es zwischen Männlein und Weiblein so viel Reibungspotential gibt und wie man möglicherweise die Kommunikation zwischen den Geschlechtern verbessern könnte.

Mein Interesse liegt aus persönlichen Gründen nicht zuletzt im Grundstein des Miteinanders, der ein Stück weit natürlich in der Kindheit gelegt wird: Stichwort Beziehungs- und Erziehungsverhalten der Eltern und natürlich ferner des nahen Umfelds.

Daher werde ich mich zumindest das eine oder andere Mal mit der Frage auseinandersetzen, warum eigentlich Jungs und Mädchen so unterschiedlich behandelt werden, welches Verhalten tatsächlich genetisch bedingt ist und welches durch die unterschiedlichen Arten der Sozialisation verursacht wird.

Was gibt es noch über meine Person zu sagen?

Ich halte mich eigentlich nicht für eine Feministin, jedoch bekam ich von meiner [Emma lesenden] Mutter den Gedanken der Gleichberechtigung und im speziellen der Unabhängigkeit der Frau quasi „eingeimpft“; Vielleicht bin ich durch und durch Feministin und nehme es einfach nicht bewusst wahr. Ist ja immer so eine Sache mit der Eigenwahrnehmung. Jedenfalls mache ich mir nicht allzu viele Gedanken über den Feminismus an sich oder inwiefern ich möglicherweise Vor- oder Nachteile wegen meines Geschlechts erlebe.

Was ich stellenweise nur sehr schwer nachvollziehen kann, ist der Kampf, welcher zwischen den Lagern „Feminismus“ und „Maskulismus“ entbrannt ist, das Rosinenpicken vieler Feministinnen sowie das Verallgemeinern und Herabwerten des jeweils anderen Geschlechts. Muss man wirklich gegeneinander kämpfen? Oder, naiv gefragt: ginge es „miteinander“ vielleicht besser?

Eigentlich versuche ich immer, beide Seiten zumindest bis zu einem gewissen Grad zu verstehen bzw. nachzuvollziehen. Wobei ich natürlich nicht aus meiner Haut kann und daher vielleicht nur leidlich über meinen Tellerrand hinausblicke.

Von mir wird man hier jedenfalls keine radikal feministischen Aussagen zu lesen bekommen. Zumindest nicht absichtlich. 😉

Egalitärer Liberalismus

Es folgt ein Gastartikel, der unter dem Pseudonym Rotterdam eingereicht worden ist.

1) Der egalitäre Liberalismus als Leitbild für einen liberalen Maskulismus

Innerhalb der feminismuskritischen und männerrechtlichen Szene kam in letzter Zeit verstärkt die Frage auf, wie man sich bezüglich der Belange von Homo- und Transsexuellen positionieren sollte. Weniger stand dabei die Frage im Vordergrund, OB man das überhaupt tun sollte. Ich meine: ja. Und ich meine auch, dass liberale Männerrechtler sich in diesen Belangen für die Gleichberechtigung aller Betroffenen einsetzen sollten. Und ich denke auch, dass eine solche Sicht der Dinge konsistent ist.

Was also haben Schwulenrechte und Männerrechte gemeinsam, abgesehen von der Tatsache, dass viele Homosexuelle Männer sind? Wie lässt sich der Einsatz für Schwulenrechte mit dem Maskulismus verbinden? Wie kann ein liberaler Maskulist seine Sympathie für den Equity-Feminismus rechtfertigen?

Um diese Fragen befriedigend beantworten zu können, ist meiner Ansicht nach ein theoretischer Überbau vonnöten, aus dem die politische Positionierung für jedes dieser Teilgebiete abgeleitet werden kann.

Ich bin der Ansicht, dass der egalitäre Liberalismus in hervorragender Weise in der Lage ist, die Anforderungen an ein solches Leitbild zu erfüllen.

2) Was ist der egalitäre Liberalismus?

Die Maxime des egalitären Liberalismus lautet:
Angestrebt wird für alle Menschen das größtmögliche Maß an Freiheiten, welches unter den Bedingungen der fairen Verteilung dieser Freiheiten möglich ist.

Es spricht einiges dafür, dass ein solches gesellschaftliches Leitbild von einer unparteiischen Versammlung von rationalen Menschen als erstrebenswert betrachtet werden würde und somit den Bedingungen der Fairness genügt.

An dieser Stelle knüpft der egalitäre Liberalismus an die politische Philosophie John Rawls‘ an, der diese und weitere Thesen in seinem Hauptwerk „A Theory of Justice“ darlegte.

Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist Rawls‘ Konzept von der Gerechtigkeit als Fairness. Ich werde hier nicht ins Detail gehen, sondern lediglich einen kurzen Abriss vorlegen:

Eine gesellschaftliche Regel gilt dann als fair, wenn davon ausgegangen werden kann, dass eine Versammlung freier und rationaler Menschen unter den Bedingungen absoluter Unparteilichkeit den Entschluss fassen würde, sich ihnen freiwillig zu unterwerfen. „Absolute Unparteilichkeit“ meint hier, dass davon ausgegangen wird, dass keiner der Legislatoren sich über die gesellschaftliche Position im klaren ist, die er nach der Verabschiedung der Regeln einnehmen wird. Keiner der Legislatoren weiß zu diesem Zeitpunkt also, welcher Rasse und welchem Geschlecht er angehört, ob er reich oder arm ist und welche geistigen und körperlichen Fähigkeiten er besitzt. Rawls nannte das den „Schleier des Nichtwissens“.

Insofern ein Legislator also ein Eigeninteresse besitzt und hinreichend risikoavers ist, wird er versuchen, das Risiko, welches eine schlechte gesellschaftliche Position mit sich bringt, soweit wie möglich abzufedern. Gleichzeitig wird er versuchen, derartige gesellschaftliche Regeln einzuführen, die ihm ein Maximum an Ressourcen in Aussicht stellen, ganz gleich in welcher Position er sich wiederfinden wird.

Aus diesen Überlegungen ergeben sich die drei Prinzipien, nach denen eine Ungleichbehandlung von Menschen gerechtfertigt ist: Das Eignungsprinzip, das Leistungsprinzip und das Bedürftigkeitsprinzip.

3) Eignung, Leistung und Bedürftigkeit

Das Eignungsprinzip, das Leistungsprinzip und das Bedürftigkeitsprinzip regeln den Zugriff auf begrenzte gesellschaftliche Ressourcen – seien es gesellschaftliche Positionen, Produktionsmittel, Zugang zu Bildung oder Verbrauchsgüter. Dabei steht das Leistungsprinzip im Dienst der Maximierung der Ressourcen, welche einer Gesellschaft zur Verfügung stehen und das Bedürftigkeitsprinzip der Minimierung des Lebensrisikos für jeden Einzelnen. Das Eignungsprinzip dient beiden Zielen.

Kann eine Ungleichbehandlung nicht durch eines dieser drei Prinzipien gerechtfertigt werden, wird sie als unfair zurückgewiesen. In diesem Sinne tritt der egalitäre Liberalismus für eine weitgehende formale Gleichbehandlung aller Menschen ein.

a) Das Eignungsprinzip

Schließen sich ein Bauer und ein Schmied zusammen, ist es sinnvoll, dem Bauern die Zugriffsrechte auf die Sichel und dem Schmied die Zugriffsrechte auf den Hammer zuzugestehen. Selbst in Konstellationen, in denen dem einen Zugriffsrecht kein gleichwertiges anderes Zugriffsrecht gegenübersteht (Hammer gegen Sichel), können diejenigen, die minderberechtigt sind, von diesem Arrangement profitieren, nämlich indem der Schmied durch sein Hammerzugriffsrecht mehr Mehrwert erwirtschaftet als es die Nicht-Schmiede könnten. Damit die derart Minderberechtigten auch in den Genuss der Früchte der Berechtigten kommen und dem Arrangement zustimmen, braucht es ein wie auch immer geartetes System der Umverteilung oder Lastenteilung.

Zugleich mindert das Eignungsprinzip das Lebensrisiko der Gemeinschaftsmitglieder, indem es den Besitz von potentiell gefährlichen Freiheiten reguliert. Ein gutes Beispiel ist hier das Recht, ein Fahrzeug führen zu dürfen. Um es zu erhalten, muss ein Erweis der Eignung erbracht werden. Gleichzeitig behält es sich unsere Gesellschaft vor, ungeeigneten Personen (wie Blinden) dieses Recht vorzuenthalten. Gemäß der obersten Maxime des egalitären Liberalismus müssen diese Einschränkungen auf ein Minimum reduziert werden.

b) Das Leistungsprinzip

Nimmt man dem Schmied aus dem obigen Beispiel zwecks Umverteilung zu viele Früchte seiner Arbeit ab, verliert er die Motivation, zugunsten der Gesellschaft zu arbeiten. Je leistungsbereiter aber jedes einzelne Gesellschaftsmitglied ist, desto besser kommt das gemeinschaftliche Projekt voran, zumal auch die schwächsten Mitglieder des Unternehmens durch Umverteilungsmaßnahmen an der Prosperität der Unternehmung teilhaben. Eine angemessene Belohnung für die Anstrengungen eines jeden Einzelnen ist also im Interesse aller. Diese Belohnung kann in Form materieller Güter oder gesellschaftlicher Positionen und Privilegien erfolgen, aber auch darüber, dass man den entsprechenden Personen Respekt und Ansehen entgegenbringt.

c) Das Bedürftigkeitsprinzip

Es gibt gesellschaftliche Startpositionen, die schlechtere Chancen auf eine befriedigende Partizipation am gemeinschaftlichen Projekt namens Gesellschaft bieten als andere. Die genetische Lotterie ist nicht fair und verteilt körperliche wie geistige Attribute ungleich. Aus der Perspektive eines unparteilichen Legislatoren muss das Risiko dieser Menschen auf eine mangelhafte Teilhabe an der Gesellschaft minimiert werden. Das kann beispielsweise geschehen, indem man einen Teil der gesellschaftlichen Ressourcen benutzt, um die gesellschaftliche Teilhabe der Schwächsten zu verbessern (indem man beispielsweise teure Rollstuhlrampen an öffentlichen Gebäuden anbringt). Das Bedürftigkeitsprinzip steht in gewisser Spannung zum Leistungsprinzip. Wird leistungsschwächeren Mitgliedern ein größerer Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen ermöglicht als leistungsstärkeren, die nicht als bedürftig in diesem Sinne anerkannt werden, kann dies einen Motivationsverlust letzterer zur Folge haben.

4) Gruppenrechte

Die Basis, auf der die Legitimität einer Ungleichheit evaluiert wird, ist idealerweise die Lebenssituation eines jeden Individuums. Zuordnungen auf der Basis von Gruppenzugehörigkeit sind meist problematisch, da diese häufig sehr schlechte Heuristiken darstellen. Ein Beispiel: Nehmen wir an, wir wollen die Bedürftigkeit einer bestimmten Person evaluieren. Wir wissen nun, dass Mitglieder der Personengruppe A in der Regel bedürftiger sind als Mitglieder der Personengruppe B. Dies ist aber nicht immer der Fall, da es durchaus Mitglieder der Gruppe B gibt, die bedürftiger sind als A.

Es gibt allerdings durchaus Fälle, in denen eine Evaluierung aufgrund der Gruppenzugehörigkeit aus praktischen Gründen angezeigt ist. In Deutschland gilt man beispielsweise mit Vollendung des 18. Lebensjahres als uneingeschränkt geschäftsfähig. Die Zugehörigkeit zur Gruppe der über-17-jährigen ist hier ein Proxy für die geistige Reife eines Menschen. Obwohl diese Heuristik ausgesprochen ungenau ist, wäre die Alternative (beispielsweise ein Test der geistigen Reife eines jeden) schlicht unpraktikabel.

Insofern aber die Evaluierung des Individuums zumutbar und praktikabel ist, muss diese Vorrang genießen vor der Anwendung eines Proxys, der schlicht die Gruppenzugehörigkeit im Blick hat. So werden in Deutschland beispielsweise Sozialleistungen vergeben, indem die tatsächliche Bedürftigkeit eines Individuums evaluiert wird. Die Zugehörigkeit zu einer Menschengruppe, deren Mitglieder gemeinhin einen niedrigen sozioökonomischen Status haben, ist hingegen irrelevant.

Insbesondere müssen Heuristiken abgelehnt werden, die grob über- oder unter-inklusiv sind. Nehmen wir an, wir knüpfen die Vergabe einer gesellschaftlichen Ressource an die Eigenschaft X. Nun kommt Eigenschaft X unter Mitgliedern der Gruppe A häufiger vor als unter Mitgliedern der Gruppe B. Jedoch besitzen nicht alle A die Eigenschaft X und nicht alle Menschen mit Eigenschaft X gehören der Gruppe A an. Die Vergabe gesellschaftlicher Ressourcen nun an die Zugehörigkeit zur Gruppe A zu knüpfen ist unzulässig, es sei denn, die individuelle Evaluierung von Eigenschaft X ist unzumutbar oder nicht praktikabel.

5) Rote Linien und Grundfreiheiten

Es ist davon auszugehen, dass eine Versammlung hinreichend risikoaverser Legislatoren unter den Bedingungen absoluter Unparteilichkeit gewisse Freiheitsrechte auch dann nicht zur Disposition stellen möchte, wenn ihre Einschränkung durch eines der drei Prinzipien der legitimen Ungleichbehandlung gerechtfertigt wäre. Diese Freiheitsrechte möchte ich Grundfreiheiten nennen. Welche Freiheitsrechte im Einzelnen dem Katalog der Grundfreiheiten zuzurechnen sind, möchte ich an dieser Stelle offen lassen. Das würde entschieden zu weit führen.

6) Reichweite gesellschaftlicher Gleichbehandlung

Während die Gültigkeit der Regel der Gleichbehandlung für öffentliche und staatlich organisierte Bereiche einleuchtend ist, stellt sich allerdings die Frage, inwieweit der Anspruch auf die Durchsetzung von Gleichbehandlung auch für semi-öffentliche, privat betriebene und private Räume gelten sollen. Ist die Durchsetzung gleicher Freiheiten für alle doch immer auch mit einer gewissen Einschränkung der Handlungsfreiheit des Einzelnen verbunden. Will man es einem rassistischen Gastwirt untersagen, keine Migranten einzulassen, obwohl er sich in deren Gegenwart unwohl fühlt? Möchte man es dem Betreiber eines Schwulenclubs erlauben, Heten auszuweisen? Und wie sieht es mit Fitnessstudios exklusiv für Frauen aus? Sollte ich als Vermieter diskriminieren dürfen? Als Veranstalter einer privaten Fete? Ich gebe zu, dass ich hier kein handfestes Kriterium anbieten kann und freue mich auf Vorschläge.

7) Anwendungsbeispiele

Soviel zum theoretischen Teil. Nun zu einigen Beispielen, wie sich dieser Rahmen für maskulistische und schwulenrechtliche Argumentationen nutzen lässt:

a) Ablehnung von Gleichstellungsmaßnahmen:

Gleichstellungsmaßnahmen zielen auf die Herstellung von Ergebnisgleichheit ab. Dabei wird unterstellt, dass ein ungleiches Ergebnis die Folge einer unfairen Prozedur ist. Insofern aber gezeigt werden kann, dass das Ergebnis Folge von Prozessen ist, die den Maßstäben der Leistungs-, Eignungs- und Bedürftigkeitsprinzipien genügen, wird diese Argumentation hinfällig.

b) Ablehnung von Frauenfördermaßnahmen:

Aus der Perspektive des egalitären Liberalismus ist eine Frauenfördermaßnahme nur dann gerechtfertigt, wenn das Kriterium der Bedürftigkeit erfüllt ist. Insofern überhaupt in diese Richtung argumentiert wird, bedienen sich die Proponenten dieser Maßnahmen aber denkbar schlechten Heuristiken. Genannt sei das Beispiel der Rhetorikkurse für Frauen, Bewerbertrainings für Frauen, Managementkurse für Frauen etc. Der Nachweis ist keineswegs erbracht, dass alle Frauen in diesen Bereichen ein Defizit haben und es keine Männer gibt, die das gleiche oder ein größeres Defizit in dieser Hinsicht aufweisen.

c) Befürwortung der Homo-Ehe:

Für eine Ungleichbehandlung homosexueller Paare muss eine Begründung gefordert werden, die den oben besprochenen drei Prinzipien entspricht. Bisher beruhen die Sachargumente gegen die rechtliche Gleichstellung auf einer merkwürdigen Interpretation des Leistungsprinzips. Heterosexuelle Paare leisteten „Reproduktionsarbeit“ und müssten dafür entlohnt werden. Dass die Eigenschaft „heterosexuell“ aber eine denkbar schlechte Heuristik für die erwartbare Erziehungsleistung einer Person ist, dürfte einleuchtend sein.

8) Strategische Vorteile dieser Positionierung

Der egalitäre Liberalismus knüpft an linke, liberale und linksliberale Diskurse an und bedient sich eines ähnlichen Vokabulars und ähnlicher Begründungsmuster. Ein liberaler Maskulismus, der sich des egalitären Liberalismus als theoretische Grundlage bedient, wird es leichter haben, Anknüpfungspunkte im Mainstreamdiskurs zu finden. Ebenso werden es Leute, die ihre Forderungen vorgeblich an dieselben Gerechtigkeitsmaßstäbe knüpfen, es sehr viel schwerer haben, maskulistische Argumentationsmuster zu diffamieren.

Die meisten Feministen sind, wenn sie denn überhaupt biologisch bedingte Geschlechterunterschiede anerkennen, Gradualisten. Das heißt, dass sie nicht daran glauben, dass es bestimmte Eigenschaften gibt, die exklusiv der Gruppe der Männer oder der Gruppe der Frauen zuzuordnen sind. Sofern dies aber der Fall ist, bricht die Begründung für eine Ungleichbehandlung aufgrund des biologischen Geschlechts in den meisten Fällen weg.

Möge das Bloggen beginnen!

Graublau merkte an, dass man die Anfangseuphorie nutzen muss und es zu lang ist bis April zu warten und da stimme ich ihm zu.

Wer will kann also bereits Artikel einstellen, allerdings nach Möglichkeit nur einen Artikel pro Tag, wenn also schon jemand einen Artikel eingestellt hat, dann einfach am nächsten Tag einstellen.

Ab April geht es dann mit den vergebenen Tagen los, bis zu seinem Tag sollte also jeder seinen Artikel spätestens vorbereitet haben

Jetzt aber weiter bei Graublau und den Darlegungen, warum er gerne ein Mann ist

Warum ich gerne ein Mann bin

Die Psychologin Erzählmirnix hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie empathisch genug ist, um Männerprobleme zu verstehen, und das sogar mit Humor ausdrücken und auf den Punkt bringen kann. Vor fast zwei Wochen wagte sie es dann, in einem Kommentar bei Alles Evolution über Vorteile des Mann-Seins nachzudenken. Die Diskussion wurde aus meiner Sicht schnell unangenehm – sehr schade! Am Ende habe ich es mir gespart, da noch meinen Senf dazuzugeben.

Aber neues Blog, neues Glück: Jetzt kann ich meine Perspektive schildern – nicht mehr und nicht weniger. Ich gestehe: Es gab einige Jahre, in denen ich dachte, dass es Frauen leichter haben. Sicher, das mag für die jungen, gutaussehenden Frauen gelten im Vergleich zu den jungen, nicht besonders angesehenen Männern.

Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch mehr und mehr heraus, dass es doch gar nicht so schlecht ist, ein Mann zu sein. Und spätestens wenn der homosexuelle Adrian geradezu ein Loblied auf Männer anstimmt, da wird mir ganz warm ums Herz.

Also, kein Grund zum Jammern, im Gegenteil: Ich kann es immer wieder genießen, ein Mann zu sein, ohne neidisch auf die Frauen und ihre möglichen Vorteile zu schielen – oder auf andere Männer, denen es scheinbar noch besser geht als mir. Hier sind fünf Gründe dafür:

5. Mein Aussehen ist nicht irrelevant, aber nicht der erste Faktor für meine Attraktivität. Da ich nicht wie Quasimodo aussehe (das ist nur ein unausrottbares Klischee über intensive Internetnutzer 😉 ), kann ich an mehreren Stellschrauben gleichzeitig drehen, um meine Wirkung auf andere zu verbessern. Garderobe, Manieren, Wortwahl… es gibt viele Möglichkeiten, charmant und charismatisch zu wirken.

4. Ich starte zwar später als fürs andere Geschlecht „interessante Person“ ins Leben, bleibe aber auch länger frisch. Daher muss ich mich nicht so beeilen, sondern kann Zeit darauf verwenden, mich meinen Interessen zu widmen. Dazu kommt, dass ich jünger aussehe, als ich bin. In meiner Jugend hat mir das schwer zu schaffen gemacht. Jetzt hat sich das in einen Vorteil umgekehrt, den ich zudem länger auskosten kann.

3. Es fällt mir leichter, für verschiedene Anlässe passend angezogen zu sein. Ich kann eine gute Hose, ein Hemd mit Kragen und eine Krawatte zur Arbeit anziehen, damit einkaufen gehen und am Abend in Restaurant oder Kneipe. Im Zweifelsfall kann ich den Schlips später am Tag weglassen, aber ansonsten benötige ich weniger Ausrüstung, um eine für den Rest der Welt akzeptable Außenwirkung zu erzielen.

2. Es ist immer wieder schön zu erleben, was ich mit meiner Stimme alles machen kann. Ich bin Tenor und kann daher die Höhen und Tiefen beim Singen richtig auskosten. Es ist einfach ein steter Quell von Lebensfreude. Aber auch im normalen Alltag kann ich mit ruhiger, fester und tiefer Stimme meinen Standpunkt klarmachen, vertrauensvoll und beruhigend wirken – oder mit klarer, heller und fröhlicher Stimme offen, freundlich und begeisterungsfähig sein. Selbst wenn mich eine Erkältung erwischt, muss das noch nicht das Ende sein: Dann geht die Stimme nicht unbedingt weg, sondern rutscht nach unten, so dass ich auch einmal etwas ausprobieren kann, was ich sonst nicht habe.

1. Ich werde an meinen Taten gemessen und das wird ermutigt. Das ist natürlich ein Ideal, welches immer wieder gepredigt, aber nur selten erreicht wird. Auch ich habe einige Ungerechtigkeiten im Leben erfahren. Die Grundstimmung ist jedoch so, dass ich positive Rückmeldung bekomme für das, was ich tue, und nicht das, was ich bin. Oder noch anders ausgedrückt: Das, was ich bin, definiert sich durch das, was ich tue. Und inzwischen kann ich auf Fähigkeiten zurückgreifen, die ich vor fast 20, ja manchmal sogar 30 Jahren erworben habe. Aber am allerschönsten ist, dass ich nicht stehenbleiben muss, sondern immer weitermachen und etwas Neues ausprobieren kann. Das wird sogar erwartet, so dass man mich darin bestärkt. Es ist wohl deswegen so, dass ich dann „ganz bei mir“ bin, wenn ich mich in eine Tätigkeit vertiefen kann.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Niemand kann meine Bemerkungen zur Schönheit und Ausdruckskraft der männlichen Stimme besser illustrieren als Roy Orbison.

Roy Orbison: I Drove All Night

Wie ich mir die Sache bei „Geschlechterallerlei“ im Groben vorstelle

Nachdem sich schon eine relativ große Schar von Autoren gefunden hat, was mich sehr freut, hier noch etwas, wie ich es mir vorstelle:

  • Alle Autoren haben Einladungen bekommen, die sie berechtigen auf diesen Blog zuzugreifen. Es berechtigt sie auch Kommentare und sogar andere Artikel zu editieren. Ich gehe davon aus, dass jeder nur seine Artikel editiert, hielt es aber für einfacher, wenn man recht umfassende Rechte hat
  • Ich schlage vor, dass wir ab April anfangen, wenn ihr schon ab März soweit seid, dann ist das von mir aus auch kein Problem. Bitte schreibt dazu dann etwas in den Kommentaren
  • Vorher kann jeder gerne zum Ausprobieren schon einmal einen Artikel schreiben, wer er ist und was ihn so interessiert, wenn er möchte.
  • Jeder Autor ist für die Moderation der Kommentare seines Blogs selbst verantwortlich, er kann aber auch andere bitten, da mitzuhelfen. Ich würde darum bitten, in den Kommentaren Beleidigungen und ein aggressives Auftreten zu kontrollieren, ich behalte mir auch vor, dass ggfs selbst zu machen. Wie viel jeder zuläßt sollte er selbst entscheiden, solange es nicht überhand nimmt. Es sollte nach Möglichkeit dafür gesorgt werden, dass sich alle Kommentatoren wohlfühlen. Es kann ratsam sein, die eigene Moderationspolitik vorher zu erläutern.
  • Jeder Autor hat einen festen Tag, an dem er einen Artikel einstellen sollte. Nur so kann der Blog regelmäßige Beiträge haben. Der Artikel sollte morgens erscheinen, ich schlage 6 Uhr vor. Wenn jemand regelmäßig nichts schreibt, dann müsste ich den „Slot“ neu vergeben.
  • Wer zusätzliche Artikel einstellen will sollte das nach Möglichkeit an Tagen machen, an denen kein anderer etwas einstellt, damit dessen Artikel auch seinen Tag und die Aufmerksamkeit der Kommentatoren hat. Ansonsten eben mit dem Artikelschreiber des Tages abstimmen, wenn er nichts dagegen hat, dann wäre es okay.
  • Seid nett zueinander und sachlich! Man kann gegensätzliche Positionen auch ohen Aggression vertreten.

Viel Spass beim bloggen!