Fundstück: Feministisches Wörterbuch

Der Hinweis bei Genderama erschien schon im August, aber seitdem ist viel Zeit vergangen, um es zu vervollständigen: Auf Twitter gibt es ein „feministisches Wörterbuch„, das ich allerdings als „radikalfeministisch“ oder „genderfeministisch“ nenne. All die verquasten Begriffe und selsamen Neudefinitionen, die man so an Kopf geworfen bekommt, werden einmal so erklärt, dass sogar ich sie verstehe.

Wie immer ist längst nicht alles ein Treffer. Aber um mich zwischendurch mal zum Schmunzeln zu bringen, hat der ursprüngliche Eintrag bei Genderama gereicht – und auch der Blick neulich.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal geht es um „Hass“ – nur ein Vierbuchstabenwort.

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Fundstück: Hin zu einer gleichberechtigten Filmkritik

Keine Frage, der Weg ist noch lang, bis Filme aus einer wirklich gesamtgesellschaftlichen Perspektive rezensiert werden, die die verschiedenen Sichtweisen und Bedürfnisse aller Gruppen berücksichtigt. Dazu ist es leider ab und zu notwendig, einige liebgewordene Klassiker noch einmal zu betrachten und kritisch zu hinterfragen, was man da eigentlich lange Zeit frenetisch bejubelt hat, obwohl es aus heutiger Sicht viel zu beanstanden gibt. Das soll keine Selbstgeißelung sein – man wusste es eben damals nicht besser, und umso weniger sollte man nun Hemmungen haben, noch einmal mit geschulten Augen auf das zu blicken, was seinerzeit als Unterhaltung gefeiert wurde.

Natürlich, die allumfassende Deutung wird uns hier nicht in einem kleinen Artikel gelingen. Aus gutem Grund heißt es „hin zu…“. Aber als ersten Schritt seien zwei verschiedene Deutungen erwähnt, die zu einer weiterführenden Diskussion einladen und um weitere Beiträge ergänzt werden können.

Die feministische Filmkritik

Der Film besteht nicht den Bechdel-Test und damit ist eigentlich schon alles wesentliche gesagt. Es tauchen keinerlei starke weibliche Charaktere auf. Stattdessen wird aus einer rein auf Männer konzentrierten Erzählperspektive geschildert. Der Mann als Macher, dem alle wesentlichen Szenen des Films gehören und der die Handlung gegen alle äußeren Umstände vorantreibt – angestaubter könnte eine Geschichte kaum sein. Hinzu kommt die starre Fokussierung auf Action-Szenen, um typisch männliche Medienkonsumgewohnheiten zu befriedigen. Ein Film, der von der ersten bis zur letzten Sekunde von antiquiertem Macho-Gehabe durchzogen ist und bei dem man sich ernsthaft fragt, wer so etwas jemals sehen wollte.

Die maskulistische Filmkritik

Selten hat man Warren Farrells Begriff des „entbehrlichen Mannes“ in einer solchen Reinform umgesetzt erlebt. Die plakative Botschaft des Films lautet von der erste Szene an: Männer kann man einfach auf den Müll werfen und sich auch noch über sie lustig machen. Empathie, so etwas haben gestrauchelte Männer eben nicht verdient. Welche Gefühle der Mann hat, was es für einer enormen Kraftanstrengung bedarf, um sich wieder hochzukämpfen, das spielt alles keine Rolle. Der Kampf des Mannes, um aus seinen unwürdigen Verhältnissen auszubrechen, wird verspottet und als zum Scheitern verurteilt dargestellt. Es gibt nur wenige Filme, die eine systemerhaltende Moral so stringend durchgezogen haben.

Der Film und seine zeitgenössische Rezeption

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal der Helenenmarsch. Fragt mich nicht, wie ich darauf gekommen bin, irgendwie hatte ich plötzlich die Musik im Ohr…

Der Movember kommt

Ich hatte es bereits früher angesprochen: Bald ist wieder Movember.

Zeit, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen (wie etwa Thomas Hitzlsperger), um auf Männergesundheit aufmerksam zu machen. Aber auch für Leute mit spärlichem oder gar keinem Bartwuchs gibt es Möglichkeiten, teilzunehmen: Etwa indem man das Thema im Bekanntenkreis anspricht. Das wäre doch auch eine Idee für dieses Blog: Gezielt Artikel zu diesem Thema zu schreiben! Vielleicht wäre das sogar eine Blogparade wert, von der es ja lange keine mehr in dieser Blogblase gegeben hat. Also, einmal in die Runde gefragt: Wer macht mit?

Eine Glosse (oder der Versuch, eine zu schreiben)

(Nach einem ernst gemeinten Aufruf jetzt etwas ganz anderes. Manchmal fallen mir solche Sachen ein und aus diesem Monat stammen zwei Meldungen, auf die ich mich beziehe. Vielleicht am ehesten als Vorschlag zu sehen, wie es nicht laufen sollte.)

Mit so richtig viel Ernst erreicht man ja sowieso keine Leute. Also haue ich mal auf die Pauke: Angeblich kommt, wenn man auf gesundheitliche Probleme von Männern aufmerksam machen will, am häufigsten der Hinweis, dass Männer ja selbst an ihrem schlechten Gesundheitszustand Schuld seien. Sprich, da sollen sie sich mal alleine darum kümmern! Wie etwa der Mann aus Jena, der eine eigene Hodenkrebs-Stiftung gründete (gefunden via Genderama).

Na, das ist doch mal ein Vorgehensmodell! Und da sich gerade herausstellte, dass Sex mit mehr als 20 Frauen das Risiko für Prostatakrebs erheblich senkt (gefunden erneut via Genderama), wissen wir ja, was zu tun ist. Endlich gibt es auch einen Weg, die Pickup-Szene vernünftig in die Männerechtsbewegung zu integrieren!

Jetzt kann natürlich Kritik kommen, dass diese Lösung nur für erfolgreiche Männer funktioniert, die auf Frauen stehen. Aber keine Angst, Masturbation hat denselben Effekt, wie das ehemalige Nachrichtenmagazin schon 2003 vermeldete. Und wie wir aus dem Lawblog seit 2011 wissen (gefunden via fefe), sollte man als Mann ohnehin einige legale Pornos auf dem Computer haben – sonst macht man sich verdächtig, Kinderpornographie irgendwie versteckt zu haben. Damit hätten wir dann auch endlich die passende Entgegnung auf eine „Männliche Sexualität? Ih bäh!“-Haltung: Es geht um unsere Gesundheit und um nicht unschuldig unter Verdacht zu geraten! Der von Adrian vorgeschlagene Marsch hätte damit seine moralische Rechtfertigung.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal mit einem Lied, das inhaltlich überhaupt nichts mit dem Thema zu tun hat. Aber einer der Musiker hat so einen fürchterlichen Schnurrbart…

Kraftklub: Songs für Liam

Warum ich Beschämung als eines der wichtigsten Probleme ansehe

Neuerdings ist mir klar geworden, was für eine Unsitte wir uns leisten – und das seit Jahrtausenden, ja womöglich seit Anbeginn der Menschheit: Wir versuchen alle (vor allem Männer) zu fleißigen Menschen zu machen. Dabei übersehen wir, dass Menschen unterschiedlich sind und nicht einfach alle über einen Kamm geschoren werden können.

Manche werden nun einmal faul geboren. Warum können wir das nicht akzeptieren, sondern versuchen mit allerlei Maßnahmen, das zu ändern?

Diese ganze Fleißindustrie… es geht ja schon in Kindergarten und Schule los. Wer nicht macht, was alle machen sollen, wird als „Faulpelz“ gebrandmarkt. Dabei kann doch wohl jeder selbst entscheiden, was er wichtig findet! Später dann muss man eine Ausbildung machen oder ein Studium – aber letzteres ist inzwischen auch völlig verschult und soll in Rekordzeit geschafft werden. Danach kommt der Arbeitsmarkt, Karriereberater, Netzwerke… Wo kann man heutzutage noch einige Jahre auf der faulen Haut liegen, ohne dass sich Leute beschweren? Es gibt keine Toleranz mehr!

Ich hatte dazu auch letztens ein ganz tolles Video bei upworthy.com gefunden mit dem Titel „Dieses Video zeigt, was für lächerliche Fleißstandards unsere Gesellschaft hat“. Ich habe jetzt nur keinen Bock, es noch einmal herauszusuchen.

Es ist doch traurig, wie sehr Männern durch Werbung und Popkultur eingebläut wird, dass sie fleißig sein müssen. Das wird dann gerne damit begründet, dass sie Geld verdienen müssen, um eine Familie ernähren zu können, und dass Fleiß in diesem Zusammenhang ein gutes Merkmal für diese Eigenschaft ist.

Das ist doch lächerlich! Es gibt so viele Beispiele von Leuten, die in den Tag hinein gelebt haben und auch über die Runden gekommen sind. Und andere haben sich abgerackert und trotzdem kaum genug zum Überleben gehabt.

Und wie oft ist es vorgekommen, dass ein Mann von seiner Frau verlassen wurde, weil sie einen fleißigeren gefunden hatte, der noch weiter nach oben wollte? Kein Mann kann sich wirklich sicher fühlen. Das ist alles Teil unserer „work culture“.

Männer, die darauf reduziert werden, dass sie immer ordentlich arbeiten – das ist doch krank! Diese Erwartungshaltung an Männer ist pures non-male entitlement.

Dabei sollten wir einfach neue Standards definieren: Alle Abstufungen von Aktivität sind gleich attraktiv! Es gibt kein „zu faul“. Wenn jemandem nicht gefällt, dass ich nichts tue, dann hat er ein Problem, nicht ich!

Klar gibt es einige, die von Natur aus fleißig sind und die sich gut in der Rolle des emsigen Arbeiters wiederfinden. Das ist aber kein Gegenargument, sondern nur ein Fortführen agilnormativer Rollen. Checkt mal Eure Fleißprivilegien!

Viele merken aber auch gar nicht, in was für einem Hamsterrad sie da gefangen sind. Deswegen kann man von ihnen auch nicht erwarten, dass sie von sich aus ein Bewusstsein dafür entwickeln und von alleine da herauskommen.

Äh, wie, was? Die meisten Menschen, die Zeit haben, über solche Zusammenhänge nachzudenken, beschweren sich gar nicht? Aber das ist doch der Beweis! Denn wenn sie pflichtschuldigst laziness shaming anklagen würden, wäre das ja auch nur eine weitere Fleißarbeit und kein Ausbrechen aus den bekannten Denkschemata. Nein, die Tatsache, dass das nicht passiert, beweist nur, dass ich recht habe!

Und als Form des Protestes gegen diesen ganzen Mist werde ich den Artikel einfach nicht zuende