Fundstück: Mädchen / Jungen entwickeln Test für „Partydrogen“ – toll / entsetzlich!

Ist es nicht großartig / schrecklich? 3 Schülerinnen / 4 Studenten haben in den USA einen einfachen Test entwickelt, anhand dessen man ein Getränk darauf überprüfen können soll, ob jemand eine Partydroge (K.o.-Tropen, „Roofies“) hineingeschüttet hat. Natürlich zeigen sich die Massenmedien begeistert / entsetzt und werten die Nachricht als eindeutiges Signal für „empowering“ / „victim blaming“. Ein typischer Kommentar: „Es läßt sich nicht anders deuten – hiermit wird Frauen ein mächtiges Hilfsmittel / selbst die Schuld gegeben gegen / an Vergewaltigungen. Das ist eindeutiger Schritt vorwärts / zurück in Sachen Gleichberechtigung!“

Unabhängig von der aktuellen Meldung gehen Experten davon aus, dass noch viel zu tun ist, damit das Geschlecht einer Person keine Rolle spielt und Menschen unter gleichen Umständen alleine an ihren Taten gemessen werden.

Quellen:
High School Girls Invent An Ingenious Straw That Detects Date Rape Drugs
Controversy Over Student Nail Varnish Date Rape Drug Detector

Inspiration: Der Postillon

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Heute mal wieder ein einfacher Griff in die Titelschublade…

Good Charlotte – Girls & Boys

Fundstück: Der Doktorant über den Segen der Anonymität

Der Doktorant bringt noch eine Zugabe zur Wilderer und Verlierer-Geschichte:

„Anonym gehasst“ – Dokto-Rant #6

Schöne Diskussion um Anonymität: „Warum denn anonym? Was Ihr macht, ist doch harmlos!“ – „Ja, sicher ist das harmlos und das finden wir auch, nur leider sehen das einige Leute anders und versuchen das als Hass zu brandmarken.“ Und wenn man erst einmal stummt geschaltet wurde, wird es verdammt schwierig, den Prozess wieder umzukehren. Und die Nachwirkung ist viel größer: Mache einen fertig und zig andere Leute üben erst gar nicht ihre Freiheit aus, weil sie befürchten, dass ihnen auch etwas passiert.

Dazu gehören auch die bewusst angezielten Verschiebungen in der Frage, was legal ist und was nicht bzw. die Bestrafung dessen, was nicht illegal ist, sondern nur als „moralisch anstößig“ gebrandmarkt wird.

Doxxing ist deswegen gefährlich, weil dem sozialen Druck gegen Arbeitgeber und Umfeld kein Riegel vorgeschoben werden kann (wer das versucht, bekommt seinerseits sozialen Druck). Und auch ein Unschuldiger ist sozial verbrannt (vgl. Falschbeschuldigungen).

Anonymität ist die beste Möglichkeit, auf Missstände aufmerksam zu machen, die durch sozialen Druck in der Öffentlichkeit verschwiegen werden.

Ja, sicher, wie Arne Hoffmann einmal ausführte: Mit irgendeinem seltsamen Nutzernamen ist man weniger zitierfähig. Aber auch diesem Fall läßt sich abhelfen, indem man einen halbwegs seriösen, nach einer Person klingenden Namen wählt (siehe Lucas Schoppe).

Eines der widerlegten Argumente gegen Anonymität war, dass man unter Klarnamen gesitteter miteinander reden würde. Bereits 5 Minuten Facebook-Kommentare zu lesen heilt einen für alle Zeiten von diesem Irrglauben. Man sieht aber auch anhand der Youtube-„Promis“, die immer wieder Schleichwerbung für Produkte machen, dass ein Gesicht nicht für mehr Vertrauenswürdigkeit sorgt, sondern im Gegenteil die Zuschauer einlullen kann.

Auch die Idee, dass Leute sich danebenbenehmen, weil sie anonym sind, stimmt nicht. Leute werden jede Art von Anstand über den Haufen, wenn sie meinen, dass sie richtig liegen und das das einzige ist, was zählt. Das andere wäre übrigens Ausdruck eines sehr negativen Menschenbildes, laut dem sich Menschen nicht anständig benehmen würden, wenn man sie nicht ständig im Auge behalten würde.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Da der Doktorant auch darüber redet, wie er via „guilt by association“ versucht wird zu verurteilen…

Sentenced: Guilt and Regret

Fundstück: Fefe und die Einbrecher

Fefe berichtet mal wieder Interessantes:

Die BBC erzählt, wie die deutsche Polizei eine mutmaßliche Diebesbande aus Kroatien geschnappt hat. Die Einbrecher sollen angeblich für 20% der Einbrüche in Deutschland verantwortlich sein. Die Taten würden außerdem bevorzugt von Frauen ausgeführt, weil diese, wenn sie erwischt würden, ein milderes Strafmaß bekämen.

Nun muss man, gerade wenn einem ein Bericht ins Weltbild passt, ein paar kritische Medienfilter davorschalten:

  1. Die BBC hat ein Interesse an einer möglichst dramatischen Geschichte.
  2. Die Polizei hat ein Interesse daran, ihren Erfolg so groß wie möglich darzustellen.
  3. Rechtskräftig verurteilt ist hier niemand.

Es bleibt ein Beispiel dafür, was auch unter dem Stichwort „gender prison gap“ die Runde macht: Vor dem Gesetz mögen Männer und Frauen gleich sein, in der Rechtspraxis bekommen Frauen für gleiche Vergehen im Durchschnitt geringere Strafen.

Hier würde letzten Endes nur ausgenutzt, was man unter Kenntnis der Rechtsprechung auch bei minderjährigen Delinquenten einkalkuliert. Ich denke da an Berichte über sogenannte „Ehrenmorde“, bei denen für die Tat absichtlich ein junges Familienmitglied ausgewählt wird.

Schön zu sehen, wie in dem Bericht über die Bande die Einbrecherinnen verteidigt werden: Die Frauen wurden „als Arbeiterdrohnen eingesetzt“, „hatten keine Wahl“… ich würde das bei Kindern und Jugendlichen tatsächlich als Argument durchgehen lassen, aber bei Erwachsenen fällt mir das schwer, ohne weitere Details zu kennen.

Dass Frauen nicht die besseren Menschen sind (sondern einfach nur normale Menschen), scheint schwer zu akzeptieren. Ich warte noch auf eine Pseudo-Theorie, die erklärt, was für ein deutlich schwereres Schicksal die mutmaßlichen Täterinnen hatten, etwa so:

Es gibt einen Gender Loot Gap: Für dieselbe Einbruchsarbeit bekommen Frauen 23% weniger Beute als Männer. Dazu kommt, dass ein Großteil der After-Care-Arbeit (entscheiden, wofür das Geld ausgegeben wird) nach wie vor auf ihnen hängen bleibt.

Popmusik

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popmusik? Bringen wir doch mal etwas Schönes aus Kroatien wie zum Beispiel Musik…

Jinx: Smijem se

Fundstück: Kommentar beim Freitag zur kulturellen Aneignung

Der Artikel „Nicht gecheckt“ von Leander F. Badura beim Freitag befasst sich mit kultureller Aneignung („cultural appropriation“). Ein Kommentar von rka001 hat nicht nur für einige Besuche hier im Blog gesorgt, sondern ist in Gänze lesenswert:

Es gibt in der Linken einige Kommentatoren, die die postmoderne, intersektionale Linke sehr hart kritisieren, z.B. den Blogger Leszek, den ich hier verlinke:

Nutzt die postmoderne Political Correctness den neoliberalen ökonomischen Herrschaftseliten?

Der Kern der Kritik ist, daß die Diskurse, die innerhalb der Linken geführt werden, letzlich zur Spaltung dieser führen, und damit nur den Eliten nützt.

Ein Blogger hat etwas als „Linksflucht“ bezeichnet, was ich bei mir und vielen anderen (älteren) Linken beobachte: Eine zunehmende Entfremdung zwischen der postmodern-geprägten Linken und solchen Menschen, die in den 80gern und 90gern Links-sein mehrheitlich mit dem Kampf zwischen den Klassen assoziiert haben.

Insofern muss ich auch Dirk Ludigs [einem der Vorkommentatoren] widersprechen. Es ist völlig egal, wie man Konzepte wie cultural appropriation einmal gemeint hat. Entscheidend ist, wie sie praktisch umgesetzt werden, und welche Entwicklungen sie forcieren. Im Moment ist es doch so, daß das Ergebnis linker Identitätspolitik äquivalent zu den Ergebnissen rechter Identitätspolitik erscheint: Nämlich die Trennung kultureller Gruppen. Wir haben an amerikanischen Unis mittlerweile nach „Rassen“ getrennte Wohnbereiche und Abschlussfeiern. Wenn ich einem weisshäutigen Menschen verbiete, Dreadlocks zu tragen, sind die Gründe egal: Weil er sich der Aneignung schuldig mache, oder weil er sich „un-weiss“ verhält. In beiden Fällen vergreife ich mich an der Freiheit einzelner. Und wie jemand richtig bemerkt hat, im ersteren Falle wird kein PoC dieser Welt mehr Macht erhalten, weil ein WeisseR sich der Dreads erledigt.

Man muss auch mal sehen, daß die, die heute soviel über Privilegien reden, selber vor Privilegien kaum laufen können, siehe z.B. Frau Hengameh, die sicherlich alles ist, aber keine PoC. [gemeint ist Hengameh Yaghoobifarah]

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Kulturelle Aneignung in Form von Northern Soul!

Softcell: Tainted Love

Warum ich über WordPress, Akismet und Pingbacks schreibe

Monatelang hatte ich Ärger beim Bloggen und Diskutieren:

Aus irgendeinem Grund wurden aus diesem Blog keine Pingbacks mehr verschickt. (Das sind diese schönen Benachrichtigungen, die man bekommt, wenn ein anderes Blog auf einen Artikel von einem verlinkt.) Von außerhalb welche zu bekommen, war allerdings kein Problem.

Außerdem konnte ich in einigen Blogs keine Kommentare mehr schreiben. Sie landeten nicht etwa im Spamfilter, sondern kamen nie an. Das galt sowohl für Blogs, die bei wordpress.com betrieben werden (wie Stefanolix) als auch solche, bei denen WordPress auf einer eigenen Domäne installiert ist (wie Man-Tau).

Nachdem ich lange im Admin-Bereich des Blogs herumgesucht hatte, ob ich nicht aus versehen etwas verstellt hatte (oder jemand der anderen Autoren), versuchte ich mich schließlich an den WordPress-Support (den von wordpress.com) zu wenden. Die Anfrage wurde jedoch scheinbar sofort ausgeblendet oder vom Administrator geschlossen.

Mit anderen Worten, die Kommunikationsfähigkeit war stark eingeschränkt, ohne dass ich wusste, warum. Vor einigen Wochen bin ich dann endlich langsam auf den Trichter gekommen, wie ich die Probleme lösen konnte (die Ursache ist immer noch nicht klar):

Akismet

Akismet ist eigentlich dafür gedacht, den gröbsten Spam automatisch zu beseitigen. Es geht auch kaum ohne so etwas, denn ansonsten wären es hier im Blog z.B. Dutzende Spam-Kommentare pro Tag und nicht nur ein paar, wie mir ein Test ohne Akismet bewies, den ich vor wenigen Tagen schließlich beenden musste.

Der Pferdefuß dabei ist, dass man mit der eigenen E-Mail-Adresse auf Akismets schwarzer Liste landen kann, und dann wird man ebenfalls gnadenlos rausgefiltert. Das bewirkt auch unter anderem, dass man nicht mehr beim WordPress-Support anfragen kann bzw. alle Anfragen werden erst einmal als Spam markiert, ohne dass man versteht, was da abgeht.

Die Lösung besteht darin, sich an den Akismet-Support zu wenden. Aus dem WordPress-Support-Forum:

Solange du das Fehlverhalten beim Akismet Support nicht anzeigst, wirst du immer wieder Probleme beim Kommentieren auf WordPress Blogs oder hier im Forum haben. Die Prozedur dazu ist relativ einfach:

Akismet Kontaktformular aufrufen
Den Text „All of my comments are being marked as spam“ eingeben
Die Option I think Akismet is catching my comments by mistake anklicken
Die Formularfelder ausfüllen und fertig 🙂

Danach funktionierten auch Kommentare in oben erwähnten Blogs wieder. Außerdem konnte ich beim WordPress-Support wieder normal schreiben.

Theme umstellen

Dort wurde mir dann unter anderem empfohlen, das Theme umzustellen. Ich fand das etwas merkwürdig, denn ich hatte es meines Wissens nie geändert und Twenty Ten ist das Standard-Theme für WordPress – wenn es damit Probleme gäbe, wäre das doch längst bekannt!

Aber um alle Möglichkeiten durchzugehen, stellte ich das Blog auf Twenty Sixteen um. Und siehe da: Die Pingbacks funktionieren wieder! Wenn ich ältere Artikel bearbeite und wieder abspeichere, werden bisher nicht erzeugte Pingbacks versandt.

Beide Probleme an sich gelöst! Noch zwei Details, die es sich bei ähnlichen Problemen lohnen kann zu wissen:

Trackbacks manuell senden

Wenn die Pingbacks nicht automatisch verschickt werden, kann man sie probeweise auch manuell senden. Das sind dann sogenannte Trackbacks.

Ich musste selbst erst eine Weile suchen, wo ich das im Admin-Bereich des Blogs finde. Das geht so:

– Im alten Editor auf „Beitrag bearbeiten“
– oben ist ein weißer Reiter: „Ansicht anpassen“
– den aufklappen, dort sind einige Optionen eventuell deaktiviert
– „Trackbacks senden“ und „Diskussionen“ aktivieren

Jetzt sieht man unterhalb des Artikels die entsprechenden Optionen.

WordPress-Support

Wie gesagt, es geht um wordpress.com – das wird immer wieder verwechselt. Dabei ist zu beachten: Das deutschsprachige Forum wird von Nutzern für Nutzer gemacht. Die können erste Hinweise liefern, was bei mir auch sehr geholfen hat. Die Moderatoren im englischsprachigen Forum können allerdings z.B. auch nachsehen, ob ein Pingback irgendwo in einem anderen wordpress.com-Blog noch im Filter hängt.

Wichtiger Hinweis (nur) fürs englischsprachige Forum: Immer das Etikett „modlook“ verwenden, damit sich ein Moderator die Anfrage ansieht.

Ist das nicht alles meta?

Das Gesetz gegen „Hate Speech“ soll private Unternehmen zwingen, Inhalte zu filtern. An diesem Fall sieht man recht gut, wie schnell man durch einen zu starken Filter, der irrtümlicherweise auf Spam erkennt, wo keiner ist, stark in der Kommunikations- und Diskussionsfähigkeit behindert wird. Selbst wie man da wieder herauskommt, ist eine Frage, deren Antwort zu finden erschwert wird – durch dieselben Filter, die das Problem erst erzeugt haben.

Das ist nur ein lauer Vorgeschmack auf das, was passieren wird, wenn der Staat die Verantwortung, die mit seinem Gewaltmonopol verbunden ist, nicht nachkommt und das Problem auf die Wirtschaft verlagern will. Der Postillon bringt hier in einem Satireartikel zwischen den Zeilen mal wieder mehr seriösen Inhalt als ein großer Teil des ernstgemeinten Journalismus.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Heute ist Roger Moore gestorben… also bringe das Lied aus einem der besseren James-Bond-Filme mit ihm:

Sheena Easton: For Your Eyes Only

Fundstück: Ahoi Polloi über Gewalt und Beziehungen

Ahoi Polloi hatten wir ja schon lange nicht mehr! Diesmal eine Spezialausgabe über Gewalt und Beziehungen:

  1. Beziehungen (1)
  2. Gewalt (1)
  3. Gewalt (2)
  4. Gewalt (3)
  5. Gewalt (4)
  6. Beziehungen (2)

bisherige Erwähnungen von Ahoi Polloi:

  1. über Fake News, die „alternative Rechte“ und Martin Schulz
  2. über Medienblockade, political correctness und Ballerspiele
  3. über Beschimpfungen, Hate Speech und den postheroischen Mann
  4. über Nazis, freie Meinungsäußerung und immer wieder Nazis
  5. Ausreden, Fake News und Rassismus
  6. prägnante Wahlanalyse
  7. Donald Trump, Politik und Medien
  8. Genderidentität, politisch korrekte Sprache und das Rederecht bei den Grünen
  9. Sexismus
  10. Modernität bei Arbeit, Gesellschaft und Moby Dick
  11. kulturelle Aneignung, rape culture und sexistische Werbung
  12. gegen mansplaining und Mikroaggressionen und für die Wahrheit
  13. das neue Sexualstrafrecht und die Unschuldsvermutung
  14. dreimal zu „hate speech“
  15. eine ganze Sammlung
  16. zu Sprache

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Statt Gewalt lieber ein Lied, dass Gewalttätigkeit im Titel trägt…

Stabbing Westward: Violent Mood Swings

Fundstück: So stellt man eine minimale Garderobe zusammen

Ich habe ja schon öfters darüber geschrieben, was ich einem eigentlich ganz okayen, aber irgendwie unzufriedenen jungen Mann empfehlen würde, gerade nicht mit dem Ziel „ich reiße 1000 Frauen auf“, sondern „ich möchte glücklicher in meinem Leben werden“. Neben abnehmen und Tanzen lernen gehören zu diesen Tipps auch Kleidungsstücke wie eine Lederjacke und schwarze Lederschuhe.

Ich habe in den letzten Jahren immer mehr Gefallen gefunden an dem Thema „Mode für Leute, die keinen Bock auf Mode haben und einfach nur gut aussehen wollen“. Letzten Endes läßt sich hier mit ein paar einfachen Schritten viel erreichen, was einen als Mann deutlich zufriedener durchs Leben gehen läßt.

Dazu passt auch das heutige Fundstück: Brett McKay (der gesunden Menschenverstand zurückbringen will) präsentiert bei The Art of Manliness (von dort stammen die Warnsignale beim Flirten), „wie man eine minimale Garderobe zusammenstellt“:

Brett McKay, „The Art of Manliness“: Building a Minimal Wardrobe

(Am Anfang ist Werbung, daher die ersten 45 Sekunden überspringen! Ich hoffe, der Tipp von Mario funktioniert und das Video startet ab der Zeitmarke.)

Die Grundidee: Man braucht nicht 1000 komplette Outfits, sondern ein paar solide Kleidungsstücke, die sich miteinander kombinieren lassen.

Man soll sich Klamotten aussuchen, die dem Lebensstil entsprechen. Gemeint ist aber vor allem die Art der Arbeit, also Bürojob vs. körperliche Arbeit.

Die grundsätzlichen Dinge soll zuerst anpacken, also z.B. einen Anzug kaufen, bei dem man dann Jacke wie Hose separat tragen kann. Dunkle Jeans lassen sich nicht nur zu T-Shirts tragen, sondern können auch Teil einer eleganteren Kombination werden. Dann kommt noch die Empfehlung, Sachen von der Stange von einem Schneider anpassen zu lassen. Wer’s mag…

Interessant ist die Regel, einen Kleidungs-Darwinismus einzuführen, bei dem man gnadenlos aussortiert. Kriterien dabei sind: Was hat man nicht mehr getragen? Braucht man es nicht mehr, mag man es nicht mehr, passt es nicht mehr zum Rest? Das führe man zweimal pro Jahr durch und gebe die aussortierten Stücke in die Kleidersammlung.

Als Ergänzung wird folgender Artikel von Antonio Centeno empfohlen: How to Build an Interchangeable Wardrobe

A key wardrobe concept for any man is interchangeability.
(…)
An interchangeable wardrobe is one with fewer specific pieces, but many possible clothing combinations.
(…)
A single good piece of clothing that works with almost everything in your closet is worth more than two or three single-use items that you can only work into one or two outfits.

Danach nennt er eine Liste von Stücken, die jeder Mann haben sollte. Da kommt es natürlich wieder auf den persönlichen Stil und die Lebenslage an, aber als Anregung zu gebrauchen.

Speziell für den Sommer hatte Brett McKay außerdem noch ein paar Tipps, wie man seine Sommergarderobe aufmotzt. Das Video ist deutlich kürzer und weniger umfassend, zeigt aber sehr schön, wie stark ein paar kleine Änderungen wirken:

Easy Ways to Upgrade Your Casual Summer Style

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn es schon um Kleidung geht, darf dieses Lied nicht fehlen…

David Dundas: Jeans on

Fundstück: Wilderer und Verlierer

Kommentator und Blogger jck5000 alias lollipops4equality alias Shitlord hat seinen neuesten Artikel zusätzlich bei Youtube veröffentlicht:

Inhaltlich geht es um das öffentlich-rechtliche Format „Jäger und Sammler“, Suzie Grime und die Kritk, die z.B. Der Doktorant formuliert, aber auch unnötiges De-anonymisieren.

Der Doktorant dazu: Die Quadratur der Liebe – Jäger & Sammler auf Abwegen

Kurz zusammengefasst: Jäger und Sammler setzte „Hass“ mit „Kritik“ gleich und wollte dann drei der größten Hasser, äh, Kritiker, nach Berlin einladen. Zwei von ihnen waren aber berechtigterweise um ihre Anonymität besorgt (Stichwort Doxxing und Vernichtung von Existenzen). Die Sache riecht danach, dass es kein aufrichtiger Versuch war, sondern nur der schwarze Peter (ist der Ausdruck eigentlich rassistisch?) an die Youtube-Kritiker gegeben werden sollte nach dem Motto „seht her, sie trauen sich nicht“. Allerdings wäre es ein leicht durchschaubares Manöver und natürlich stellt sich die Frage, wieso man so etwas wie Google Hangouts zum Vorgespräch verwenden kann, es aber nicht als Kanal für eine Debatte akzeptiert (zumal das weniger kosten würde als Filmen vor Ort).

Alles Evolution berichtete ebenfalls. Schöner Kommentar dort von ichichich:

Warum darf die „Vulgäre Analyse“ denn nicht in Burka oder Niqab auftreten? Nora Illi dürfte sogar bei Anne Will vollverschleiert sitzen.

Sind die ÖR Medien etwa islamophob?

Derweil wurde das Geschlechterallerlei in zwei weiteren Videos erwähnt: Zum einen der Artikel Sinkende Einkommen bei Männern führen zu weniger, bei Frauen zu mehr Ehen zwischen 18:23-22:49 beim MaMMoNMaGaZiN:

MaMMoNMaGaZiN: Safespace #028 – MGTOW

Die Weltraumaffen haben außerdem auf Leszek über Kulturmarxismus verlinkt.

Weltraumaffen: Pausenclowns der Frankfurter Schule

(Quellenliste)

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Da Shitlord in ersterem Beitrag keine große Lust verspürt, nach Berlin zu reisen…

Kraftklub: Ich will nicht nach Berlin

Fundstücke: Nachklapp zur NRW-Wahl 2017

Nachdem ich gestern bereits einige Fundstücke zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 gebracht habe und das Thema bei Alles Evolution diskutiert wurde, heute ein wenig Analyse, um einer Dolchstoßlegende entgegenzuwirken. Ich hatte das schon im Artikel „Feindbild weißer Mann“ für die US-Präsidentschaftswahlen und für die österreichische Präsidentschaftswahl gemacht und Jonas hatte das dankenswerterweise für Frankreich übernommen.

Der Legende nach zeigen Männer und Frauen ein vollständig unterschiedliches Wählerverhalten, gemäß dem Mythos, dass Frauen und Männer grundsätzlich gegeneinander kämpfen müssten und würden. Männer wählten angeblich vor allem rechts und Frauen links.

Wie bekämpft man einen solchen Mythos? Ich schlage vor, bei jeder Wahl, für die die Daten vorliegen, die aufzuführen.

Für NRW lieferte diese die Umfrage: Wer wählte wen? (Infratest dimap):

Partei Männer Frauen Differenz F-M
CDU 33 34 +1
SPD 30 32 +2
FDP 13 12 -1
AfD 9 5 -4
Grüne 5 7 +2
Linke 5 4 -1

Alles bis 2% halte ich sowieso für statistisches Grundrauschen oder eine Fehlermarge. Der einzige Blip auf dem Radar wären die leicht höheren Werte bei der AfD für Männer, aber da hört es auch schon auf. Von zwei „klar unterscheidbaren Gruppen“ kann hier nicht die Rede sein. Auch wenn nur Frauen gewählt hätten, wäre die AfD nach diesen Zahlen in den Landtag gekommen.

Der Postillon hat inzwischen in schöner Tradition eine gute Analyse für die SPD vorgelegt: Freundliches Gesicht reicht offenbar doch nicht, um 17 Jahre unsoziale Politik vergessen zu machen

Aktualisierung: Lucas Schoppe mit einer ernsten Analyse.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Bei „Alles Evolution“ wurden bereits Zweifel geäußert, ob die FDP ihren Einsatz für Männer, Väter und Jungen nicht wieder fallenlassen würde, sobald sie an der Macht sei. Nun bin ich ja ebenfalls Pessimist, aber bis das passiert, hat die FDP noch ein männerdiskriminierendes Beförderungsgesetz weniger als Rot-Grün und einen positiven Einsatz im Landtag mehr auf dem Konto!

Walter Scheel: Hoch auf dem gelben Wagen

Fundstücke: Zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017

Oder 72 cm Demokratie, wie es der Stadtmensch auf den Punkt brachte (so lang ist der Wahlzettel). Dabei ist das nicht „einfach nur die dritte Landtagswahl“ in diesem Jahr. NRW hat 17,865 Millionen Einwohner, das sind 6,25-mal Schleswig-Holstein (2,859) und 17,34-mal das Saarland (0,997) – und immerhin 4,63-mal beide zusammen. NRW hat ebenfalls mehr Einwohner als die beiden angrenzenden Länder Niederlande und Belgien. Im Bundesrat ist NRW zwar proportional unterrepräsentiert – sonst würden die kleinen Bundesländer auch untergebuttert – und natürlich kann man nicht 1:1 von Landtags- auf Bundestagswahlen schließen, aber ignorieren läßt sich ein solches Bundesland natürlich nicht.

Es gibt genug zu tun in NRW

Dabei mischen sich hier ganz unterschiedliche Regionen mit ihren jeweiligen politischen Idiotien: In den ländlichen Räumen kann die CDU auch eine Vogelscheuche als Direktkandidaten aufstellen und es reicht immer noch für einen 2/3-Sieg. Im Ruhrgebiet ist die SPD traditionell stark, auch wenn sie in all den Legislaturperioden an der Macht sich wie Mehltau über das Land gelegt und entscheidende Veränderungen verhindert hat. Der Stadtmensch beschreibt das so:

Denn dass die NRW-SPD einen der größten Ballungsräume Europas, nämlich das Ruhrgebiet, nur zu Tode verwaltet, ist seit Jahrzehnten bekannt. Den Wegfall der Schwerindustrie, der immerhin schon in den 1960ern begann, hat die Region nicht mal im Ansatz überwunden. Der SPD bzw. den nervtötenden Grünen sind ihre heimeligen Jahrhundertprojekte wie die sinnlose Über-Bevorzugung von Frauen im Öffentlichen Dienst natürlich viel wichtiger als die Beseitigung der vielen Elendsquartiere und No-Go-Areas, die es inzwischen in diversen NRW-Kommunen gibt.

(…) Passable Jobs gibt es inzwischen fast nur noch in den Metropolen wie Essen, Düsseldorf oder Köln – mit den bekannten Folgen wie etwa extrem lange und teure Anfahrtswege, hohe Mieten, endlose Staus sowie überfüllte Nahverkehrsmittel, für die ein Fahrplan eher eine Art ganzjähriger Wunschzettel ist. In den NRW-Randgebieten wechseln sich dagegen in den Ortskernen höchstens Wettbüros mit Spielhöllen ab; manchmal ist immerhin noch ein Kik oder ein Lidl dabei.

Dazu kommt, und das spricht der Stadtmensch inzwischen regelmäßig an, die fortschreitende Automatisierung, aufgrund derer immer mehr Menschen überflüssig werden. Das kommt noch in Dimensionen auf uns zu, die wir gar nicht erahnen können, aber von einer Idee, wie diese Herausforderung zu stemmen wäre, sind die Politiker weit entfernt. Und so hat ein „kleine Blogger“ wie der Stadtmensch in wenigen Sätzen die größten Probleme der Gegenwart und nahen Zukunft klar benannt, während das Parteien mit ihrem Riesenbudget und Personal entweder nicht können oder nicht wollen.

Hier im Blog wurden etwa Köln-Chorweiler und Duisburg-Marxloh angesprochen – das deutsche Pendant zu „Trumpland“. Dass solche Gegenden und ihre Einwohner scheinbar einfach aufgegeben werden, ist ein Armutszeugnis für die Politik und eine Steilvorlage für Radikalen und Extremisten aller Couleur. Und es entbehrt ja auch nicht einer gewissen Marktlogik: Wenn mir alle etablierten Anbieter ins Gesicht spucken, nehme ich eben irgendwann den verrufenen, der mich wenigstens freundlich behandelt. Soll keine Wahlempfehlung sein (Fefes Alternative wären Kleinstparteien); es wäre aber in der Macht und Verantwortung der etablierten Parteien, diesen Mechanismus zu erkennen und zu verhindern.

Stattdessen zur Erinnerung:

  1. Es waren SPD und Grüne, die in NRW ein männerdiskriminierendes Beförderungsgesetz im Öffentlichen Dienst beschlossen haben, welches eine Klagewelle nach sich zog und inzwischen als verfassungswidrig abgelehnt wurde.
  2. Es war die FDP, die männerrechtliche Themen überhaupt in den Landtag einbrachte.

Wenn Männer und Väter auch sonst keine Stimme haben – heute hatten Inländer in NRW zwei! Die sie auch verwenden konnten, um sich für die Belange von Jungen einzusetzen.

WDR übernimmt Sprache der Populisten

Eine peinliche Blöße offenbart der WDR in seinem Kandidatencheck. Dort werden alle Direktkandidaten interviewt – durchaus ein löbliches Anliegen. Allerdings wird dabei nach einer „Obergrenze für Zuwanderer“ gefragt. Das ist eine absolute Nebelkerze. Wie im Neusprech-Blog sehr schön erläutert: Es klingt wie eine „Obergrenze für Flüchtlinge“. Zuwanderer sind jedoch nur diejenigen, die gerade nicht Flüchtlinge sind. Und da Deutschland einerseits kein vernünftiges Einwanderungsgesetz hat und andererseits etwa Ausländer aus dem Schengenraum sowieso völlig frei einwandern können, ist ein Gerede über eine Obergrenze ohne weitere Regelungen (Kriterien, Integration usw.) reine Makulatur. Schön in Szene gesetzt hat sich damit Horst Seehofer. Siehe hierzu den Vortrag von Martin Haase / maha beim 33c3 (29:27-35:38):

„Die Sprache der Populisten“

Es ist insgesamt der schwächste Vortrag, den ich in der Reihe zur Sprache gesehen habe, aber dieser Teil trifft zu. Im Gegensatz zu diesem Populismus sei etwa Günter Buchholz genannt mit seinem Artikel „Immigration: Aufklärung statt Diffamierung„, insbesondere der Abschnitt „Immigration und Arbeitsmarkt“:

Prinzipiell dürfte gegen vernünftige und angemessene Auswahlkriterien für die Immigration von Nicht-Flüchtlingen kaum etwas einzuwenden sein; andere Einwanderungsländer verfügen seit langem darüber. Gibt es diese? Wenn nicht, warum nicht?
(…)
Hierbei spielt eine Rolle, dass der technologische Fortschritt, indem er die Arbeitsproduktivität steigert, erhebliche Freisetzungseffekte mit sich bringt. (…) Das trifft diejenigen, deren Arbeitskraft dauerhaft durch Maschinerie – einschließlich der Informationstechnologie – ersetzt werden kann.

Da werden auch unangenehme Wahrheiten angesprochen wie die, dass natürlich Unternehmen ein Interesse daran haben, ein Ersatzheer an qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung zu haben, um die Löhne niedrig zu halten, und dass durch Immigration gerade für die unteren und mittleren Einkommensklassen Konkurrenz entsteht.

Wahl-O-Mat mit Quark

Wie schon zur Berlin-Wahl möchte ich auf eine These, die imWahl-O-Mat behandelt wird, genauer eingehen:

25/38: Traditionelles Familienbild
In den Schulbüchern soll nur das traditionelle Familienbild (Vater, Mutter und Kinder) vermittelt werden.

Dafür: NPD, Volksabstimmung, AD, Aufbruch C, Die Rechten, REP
Neutral: BIG, BGE, Gesundheitsforschung
Dagegen: SPD, CDU, Grüne, FDP, Piraten, Die Linke, Die Partei, Freie Wähler, FBI, ÖDP,
Tierschutzliste, AfD, DBD, DKP, Zentrum, Die Violetten, JED, MLPD, Schöner Leben, V-Partei^3
Keine Angabe: PAN, Parteilose WG BRD

Ich zitiere nun die vollständigen Begründungen aller Parteien:

Dafür:

NPD:
„Die Beziehung von Mann und Frau, aus der wiederum Kinder entstehen können, ist der gesellschaftliche und natürliche Normalfall, der überdies grundgesetzlichen Schutz genießt. Kinder sollten nicht dazu angehalten werden, sich verpflichtend mit den Bedürfnissen und Neigungen sexueller Randgruppen auseinandersetzen zu müssen.”

Volksabstimmung:
„Nur die heile Familie, die Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts, die mindestens 20 Jahre in erster Ehe zusammenleben und mindestens zwei eigene leibliche Kinder bis zur Volljährigkeit selber großzogen, ist als Ideal vom Grundgesetz und den Menschenrechten geschützt und gewährleistet den Fortbestand des Volkes.”

ADD:
„Es kann nicht sein, dass den Kindern bereits in der Grundschule Homosexualität vermittelt und nahegelegt wird. Kinder haben das Recht ohne schädliche Einflüsse aufzuwachsen. Ein Indoktrination und unzulässige Manipulation und Beeinflussung darf es nicht geben.”

Aufbruch C:
„Der Mensch ist als Mann und Frau geschaffen! Aus dieser Verbindung entstehen Kinder!”

Die Rechte:
„DIE RECHTE setzt sich für das traditionelle Familienmodell ein und sichert deutschen Familien jegliche Unterstützung zu. Auch in Schulbüchern sollte Kindern vermittelt werden, dass Mann und Frau, also Vater und Mutter, nicht beliebig ersetzbar, sondern wichtigster Teil der kleinsten Zelle unserer Volksgemeinschaft sind, nämlich der Familie.”

REP:
„Die Werte in unserer Gesellschaft werden immer mehr aufgeweicht. Daher ist es wichtig, wenn die Familie in ihrer eigentlichen Zusammensetzung präsentiert wird. Andere Lebensformen können ebenfalls dargestellt werden, jedoch sollte das traditionelle Familienbild einen Vorrang genießen.”

Neutral:

BIG:
„Wir sind für ein gesundes Familienbild. Optimalerweise mit Kindern, weil die Kinder die Zukunft unseres Landes sind. Selbstverständlich sehen wir auch Alleinerziehende und Paare ohne Kinder als Familie.”

BGE:
„Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) fördert die Vielfältigkeit der Entfaltungsmöglichkeiten innerhalb der Gesellschaft und ermöglicht die Auflösung bisheriger Rollenbilder durch die gemeinschaftliche monetäre Würdigung von bisher unbezahlter Arbeit. Die Abgeordneten des Bündnis Grundeinkommen sind in Fragen, die das Grundeinkommen nicht direkt berühren, nach der Satzung der Partei gehalten, nach ihrem bestem Wissen und Gewissen frei über die jeweilige Frage zu entscheiden.”

Gesundheitsforschung:
„Die Partei für Gesundheitsforschung ist eine Ein-Themen-Partei. Sie will nur das Thema Gesundheitsforschung behandeln. In alle anderen politischen Themen will sich die Partei nicht einmischen.”

Dagegen:

SPD:
„Familie ist, wo Kinder sind und wo Menschen mit- und füreinander Verantwortung übernehmen. Das soll sich weiter auch in Schulbüchern widerspiegeln. Unsere gleiche Wertschätzung gegenüber allen Familienformen zeigt sich auch darin, sie gleichberechtigt öffentlich zu zeigen.”

CDU:
„In Nordrhein-Westfalen sind die Formen des familiären und partnerschaftlichen Zusammenlebens vielfältiger und bunter geworden. Die CDU Nordrhein-Westfalen respektiert und unterstützt daher alle diese unterschiedlichen Lebensweisen und unterstützt all jene, die füreinander einstehen und gegenseitig Verantwortung übernehmen.”

Die Grünen:
„Viele Schüler*innen in NRW wachsen nicht in einer traditionellen Familie auf. Sie leben in einer Patch-Work-Familie, mit einem alleinerziehenden Elternteil oder haben zwei Mütter. NRW ist vielfältig und bunt. Die Schüler*innen sollten ihre Lebenswirklichkeit in den Schulbüchern wiederfinden und Akzeptanz für andere Modelle entwickeln.”

FDP:
„Schulbücher sollten die Lebenswirklichkeit in Deutschland widerspiegeln. Diese beinhaltet sowohl klassische Familienformen, aber auch Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche sowie alleinerziehende Eltern mit Kindern. Für uns zählt, wenn Menschen Verantwortung füreinander wahrnehmen und glücklich sind.”

Piraten:
„Schulbücher sollen die gesellschaftliche Realität darstellen. Diese ist im Hinblick auf die Familienformen vielfältig. Eine einseitige Vermittlung von bestimmten Familienbildern lehnen die Piraten als diskriminierend ab.”

Die Linke:
„Für DIE LINKE ist Familie immer dort, wo Kinder ihr Zuhause haben. Das können klassische Familien sein. Aber auch Patchworkfamilien, Eltern, die getrennt leben, sich aber gemeinsam kümmern, Regenbogenfamilien und Alleinerziehende. Lebensmodelle zu bewerten haben Schulen, vielleicht in den 1950er Jahren gemacht. Zum Glück bleibt die Zeit nicht stehen. Menschen sollen so glücklich werden, wie sie es selbst entscheiden.

Die Partei:
„Wir möchten nicht, dass eine kleine Hetero-Lobby durch solche Vorschläge versucht, Kinder frühzusexualisieren und für ihre wilden Reproduktionsfantasien zu begeistern. Mit uns gibt es entweder komplette Aufklärung oder gar nix. Keine halben Sachen.”

Freie Wähler:
„Es sollen alle Familienbilder vermittelt werden, wobei das traditionelle Vorrang genießt.”

FBI:
Zu dieser These hat die Partei keine Begründung vorgelegt.

ÖDP:
„Eine ausschließliche Vermittlung des traditionellen Familienbilds widerspricht der gesellschaftlichen Realität.”

Tierschutzliste:
„Es sollten auch andere Familienmodelle gezeigt werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass aus ideologischer Verklärung das traditionelle Familienbild den gesellschaftlichen Realverhältnissen zum Trotz als das neue Randmodell erscheinen soll.”

AfD:
„Wir respektieren eingetragene Lebenspartnerschaften, deren Gleichstellung mit der Ehe lehnen wir ab. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Dem fühlen wir uns verpflichtet. Die vorgeschlagene Beschränkung erscheint uns zu weitgehend.”

DBD:
„Schulbücher sollen die reale Gesellschaft abbilden.”

Zentrum:
„Das ZENTRUM lehnt eine Ideologisierung in Schulen ab. Dies gilt auch für familienpolitische Ideale, sodass es zwar dafür eintritt, das traditionelle Familienbild als dasjenige zu beschreiben, das den Regelfall darstellt und auch die Grundlage des Staates bildet. Das muss aber nicht dazu führen, dass sämtliche andere Daseinsformen komplett ausgeblendet werden.”

DKP:
„Unsere heutige Gesellschaft weist längst unterschiedlichste Modelle von Zusammenleben und Familie auf, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen. Schulbücher und Schulunterricht muss diese Realität widerspiegeln und vorurteilsfrei und ohne unterschwellige Diskriminierung mit gesellschaftliche Prozessen und Zuständen umgehen.”

Die Violetten:
„Die Vielfalt muss gelehrt werden.”

JED:
„Die sexuelle Ausrichtung kann nicht „unterrichtet“ werden. Es ergibt sich also keinen Unterschied, ob man Kindern homosexuelle oder heterosexuelle Inhalte zeigt. Es ist der Aufgabe der Schule aufzuklären, denn nur so wird Toleranz zur Selbstverständlichkeit.”

MLPD:
„Das wäre ein gesellschaftspolitischer Rückfall um Jahrzehnte! Die traditionelle bürgerliche Familienordnung unterdrückt besonders die Frauen. Gefördert werden müssen neue gleichberechtigte Formen des Zusammenlebens der Geschlechter und der Generationen.”

Schöner Leben:
„Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, wir schreiben das Jahr 2017! Vielfalt und Wahlfreiheit in Bezug auf den eigenen Lebensstil sind Grundpfeiler des freien Lebens.”

V-Partei^3:
„Einzig das „traditionelle Familienbild“ anzuerkennen, würde sämtliche andere bereits existierenden Familienstrukturen diskriminieren.”

Man sieht, dass es eine äußerst schwache These ist, um zwei größere Lager zu bilden, denn die meisten Parteien stehen auf einer Seite. Alle Parteien im Landtag vertreten dieselbe Ansicht. Von KPD bis AfD herrscht hier Ablehnung. Zustimmend äußern sich nur die radikale bis extreme Rechte, konservative Christen und konservative Muslime – also genau die drei Gruppen, von denen man das auch erwarten würde. Sie haben aber keinerlei Aussichten, ihre Ansichten der Mehrheit schmackhaft zu machen. Es sind vielmehr die letzten Reservate für solche, die noch nicht auf der Höhe der Zeit sind.

Es ist löblich, sich auf die Position zu stellen, dass der Schulunterricht die Realität abbilden soll. Immerhin wird damit die Realität als entscheidend angesehen und nicht irgendwelche abstrakten Modelle davon, wie die Menschen sein sollten.

Allerdings kann man hier auch leicht die Anschlussfrage stellen, welche oder wessen Realität denn erwähnt werden soll. Organisationen wie der Väteraufbruch können zum Beispiel ganz interessant erzählen, wie die Realität von Vätern nach der Trennung aussieht. Oder die Bundes-FDP, die das Wechselmodell als Standard verankern will, was in anderen europäischen Ländern längst Realität ist und nur hierzulande bislang verhindert wurde. Was wäre wohl die Reaktion, wenn man Jungen etwa im Politikunterricht diese rechtliche Realität beibringen wollte – durchaus angemessen an die Welt, die sie nach der Schule erwartet? Oder wie wäre es mit der Vaterlosigkeit in der Gesellschaft oder der Männerlosigkeit, die an Schulen ja längst Realität ist?

So löblich es ist, Familie auch daran festmachen zu wollen, dass Menschen Verantwortung füreinander übernehmen: Was ist mit Vätern, die Verantwortung übernehmen wollen, aber nicht dürfen? Was ist mit denjenigen Menschen, die aus dem Leben ihrer Kinder herausgehalten werden?

Zum Vergleich zum Wahl-O-Mat sei These 3 von 16 bei abgeordnetenwatch genannt, die an die Kandidaten ging:
Aufklärung über sexuelle Vielfalt im schulischen Rahmen soll fest im Lehrplan verankert sein.

Das klingt schon deutlich näher an der Debatte um den Bildungsplan, bei dem Befürworter und Ablehner sich vor einigen Jahren aufs Bitterste bekämpften. Hier stellt sich dann die Frage, was „sexuelle Vielfalt“ und „fest im Lehrplan verankert“ konkret bedeuten soll. So etwas wie „zwischen 1% und 10% der Menschen sind homosexuell, das steht nach aktuellem Stand der Forschung im Zusammenhang mit pränatalen Hormonen“ im Biologieunterricht ist für mich etwas, was ich mir sehr wünsche. Das Extrem, das zeitweise befürchtet wurde („in jedem Fach“, „es kommt auch vor, dass Familien aus Vater, Mutter und Kind bestehen“), wird selbst im Fall einer Anwendung keinen Realitätstest bestehen.

Schade ist jedoch, dass keine bessere These gefunden wurde, anhand derer man tatsächlich herzhaft hätte streiten können. Das passt natürlich zu der Wahrnehmung, dass echte Debatten gar nicht stattfinden sollen.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Heute mal eine moderne Fassung einer alten Hymne (ebenfalls nicht als Wahlempfehlung gemeint!)…

Slime, Antilopengang und Bela B: Das Lied der Partei (Die Partei hat immer Recht)