Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 13

Matze wies in einem Kommentar auf einen Beitrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hin:

Erfahren Sie was Kaffee mit Gleichstellung zu tun hat
Kaffee für Männer 1,26€
Kaffee für Frauen nur 1€

Natürlich geht es um den Mythos Gender Pay Gap. Allerdings versteht das BMFSFJ hier auch das Gesetz der großen Zahlen falsch und folgert, eine angenommene Ungerechtigkeit im großen müsse sich auch als Ungerechtigkeit im kleinen zeigen, so dass man diese auch auf individueller Ebene „ausgleichen“ könne. Der Übergang von falsch verstandener Statistik zu offenem Lügen ist für mich hier schwer festzumachen.

Im Einzelfall läßt sich die angenommene Gerechtigkeit der Kaffeepreise schnell wiederlegen. Ich selbst würde das wie schon gesagt so machen:

Ich tauche mit einem Obdachlosen auf und frage nach, wieviel er gerechterweise für den Kaffee zahlen soll.

Auch schön, wie Thomas78 kommentiert:

Was die wohl gesagt hätten, wenn ich mich klargemacht hätte, dass jede Frau in der Runde vermutlich mehr verdient als ich mit Hartz IV…

Und wer würde folgendes gerecht finden?

Kaffee für Juden 1,26€
Kaffee für Arier nur 1€

Selbst wenn in irgendeinem Land Juden im Durchschnitt 26% mehr Geld hätten, wäre es doch abstoßend, von jedem einzelnen höhere Preise zu verlangen. Die Idee, dass alle Juden reiche Geizkragen seien, gehört zu den klassischen Elementen des Antisemitismus.

Wollte man die reichen Leute allgemein mehr zur Kasse bitten, wäre es dennoch falsch, alle Mitglieder einer reicheren demographischen Gruppe in einen Topf zu werden. Schließlich könnte es unter ihnen einige „sehr reiche, extrem erfolgreiche“ und viele „arme, mittellose“ geben.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

Fundstücke mit Quellangabe einfach in die Kommentare schreiben!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal wieder Kaffee…

Blur: Coffee And TV

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Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 12

MANNdat hat mit der Champions League des Sexismus eine reichhaltige Quellensammlung geliefert. Eine oft zitierte Aussage ist die von FDP-Politikerin Cornelia Pieper in der Zeitschrift „BUNTE“ (9/2007):

Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.

Beachtlich finde ich hierbei die Vermengung zweier Kategorien, die so nichts miteinander zu tun haben: Zum einen wird die Evolution bemüht („Entwicklungsstufe“), zum anderen die persönliche Willensentscheidung („verschließt sich“). Auf der biologischen Ebene laufen Prozesse aber viel langsamer und allgemein ab, um gleichzeitig mit der Entwicklung, die auf persönlicher Ebene stattfindet, etwas zu tun zu haben.

Es ist aber ein beachtlicher Kniff: Endlich kann man unbeschwert auf die Frage „Liegt es an der Natur, dass Männer minderwertig sind, oder tragen sie selbst Schuld daran?“ mit „Beides!“ antworten.

Während der Weiße sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, schwarze und weiße, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Schwarze auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur schwarz und verschließt sich den weißen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und der weißen Rasse überholt.

So locker-flockig könnte man „weltgewandte“ Weiße als „höherwertig“ gegenüber Schwarzen verkaufen und denjenigen Schwarzen, denen es schlecht geht, gleichzeitig selbst die Schuld an ihrem Schicksal geben.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Irgendwie fällt mir gerade nur Michael Jackson ein…

Michael Jackson: Black or White

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 11

Bei der Champions League des Sexismus von MANNdat habe ich die Qual der Wahl – es sind einfach zu viele schöne Fundstücke! Heute geht es um ein Zitat von Richter a.D Prof. Ulrich Vultejus in der „Zeitschrift für Rechtspflege“, Ausgabe 3/08 vom 11-4-2008:

Ich bin in Strafverfahren gegen Frauen immer wieder in Schwierigkeiten geraten und habe mich deshalb jeweils gefragt, welche Strafe würde ich gegen einen Mann bei derselben Anklage verhängen und auf diese Strafe alsdann abzüglich eines ‚Frauenrabatts‘ erkannt. Ähnlich scheinen es auch meine Kollegen zu handhaben, wie die eben wiedergegebene rechtssoziologische Untersuchung ergibt.

Ein Frauenbonus bei der Justiz – das ist das Gegenteil von Gerechtigkeit! Dabei geht es nicht nur um Gefängnisstrafen („gender prison gap“ o.ä.), sondern grundsätzlich um Unterschiede bei Verurteilungen: Großer „Gender Gap“ zu Lasten von Männern – wie schon Christian Schmidt bei „Alles Evolution“ feststellte.

Daraus ergibt sich ein Zirkelschluss: „Frauen sind im allgemeinen gut, deswegen verurteile ich sie ein wenig leichter.“ „Dass in Gefängnissen so wenig Frauen sind, beweist doch, wie böse Männer im allgemeinen sind!“ Mal von dem Fehler „von der Gruppe aller Gefängnisinsassen auf die Gesamtbevölkerung (und das Individuum) schließen“ abgesehen: Ein Werturteil über „den“ Charakter „der“ Schwarzen und Latinos in den USA aufgrund der ethnischen Zusammensetzung der Gefangenen würde man zurecht als Rassismus verurteilen. Da wäre zurecht etwas los, wenn ein ehemaliger Richter so etwas in einem Interview zugeben würde:

Ich bin in Strafverfahren gegen Weiße immer wieder in Schwierigkeiten geraten und habe mich deshalb jeweils gefragt, welche Strafe würde ich gegen einen Schwarzen bei derselben Anklage verhängen und auf diese Strafe alsdann abzüglich eines ‚Weißenrabatts‘ erkannt. Ähnlich scheinen es auch meine Kollegen zu handhaben, wie die eben wiedergegebene rechtssoziologische Untersuchung ergibt.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Meta

Auch im September gab es jeden Tag einen Artikel im Blog. Tolle Sache! Ich selbst werde diesen Rhythmus im Oktober aber nicht mehr aufrechterhalten können, weil ich zu sehr auf Achse sein werde. Macht es besser, Mitautoren!

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Nick Cave hat in seinen Moritaten begriffen, dass sich Männer und Frauen in nichts nachstehen müssen, wenn es um Brutalität geht.

Nick Cave And The Bad Seeds: The Ballad of Robert Moore and Betty Coltrane

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 10

Es bleiben noch viele lesenswerte Fundstücke aus der Champions League des Sexismus von MANNdat. So etwa Ursula von der Leyen in einem Interview mit der Berliner Zeitung vom 29.09.2006:

Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen. Wenn es den Mädchen schlechter gehen würde, krähe kein Hahn danach.

Das Zitat ist allein schon deswegen bemerkenswert, weil sie damit sagt: Wir sollten nicht auf Probleme von Gruppe A achten, weil wir es auch nicht bei Grupppe B tun würden. Was für eine unglaubliche Logik!

Ich finde es nicht schlimm, dass Deutsche in Sachen Bildung an den Ausländern vorbeiziehen. Wenn es den Deutschen schlechter gehen würde, krähe kein Hahn danach.

Die Aussage ist in jeder Kombination abscheulich – aber mit Jungen kommt man damit durch. Denn die sind ja – ob Kinder hin oder her – grundsätzlich selbst Schuld an allem, was ihnen passiert!

Zur Erinnerung: die Spielregeln

Nur ein kleiner Test:

Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Popkultur
Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur?

Das Lied heißt zwar „Cry Little Sister“, stammt aber aus dem Film „Lost Boys“.

Gerard McMann: Cry Little Sister

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 9

MANNdat e.V. hat seinerzeit mit der Champions League des Sexismus eine Aktion ins Leben gerufen, die ganz dem Sinne dieser Serie entspricht: Den Missstand nennen und das Ganze trotzdem spielerisch verpacken.

Einer der größten Klopper, der auch immer wieder gerne zitiert wird, findet sich im sogenannten Hamburger Programm, dem Grundsatzprogramm der SPD (PDF-Version) auf Seite 41 (Seite 42 im PDF). Der Satz geht auf Erhard Eppler (2007) zurück, der ihn sehr ähnlich so gesagt hat. Im fertigen Programm liest sich das so:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.

Und das lädt natürlich dazu ein, sich zu fragen, welche Partei etwa so einen Satz in ihr Grundsatzprogramm schreiben würde:

Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die jüdische überwinden.

Na, da zuckt man doch zusammen – und zwar aus gutem Grund! Allein Unbelehrbare, Geschichtsvergessene oder Verschwörungstheoretiker würden das verteidigen wollen.

Zur Erinnerung: die Spielregeln

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Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „Und Schuld daran war nur die SPD“ – diesmal stimmt das Liedzitat sogar! Passend zum Ende des Sommers ein melancholischer Klassiker.

Rudi Carrell: Wann wird’s mal wieder richtig Sommer

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 8

Mit-Blogger djadmoros erwähnte in einem Kommentar zu seinem Artikel „1 : 750.000 oder Die Mutter aller Schlachten: Einhundert Jahre »Verdun«“:

Was Duve von sich gibt, ist einfach nur hanebüchen – nach dem Ersten Weltkrieg haben uns bücherschreibende Postkartenmaler die Welt zu erklären versucht, heute tun es bücherschreibende Taxifahrerinnen. Würde sie denselben Stuss über Schwarze oder Juden verzapfen, dann wäre sie aller Voraussicht nach als ein weiblicher Jo Conrad geächtet.

Das ist der Geist dieser Serie! Im Artikel selbst hatte er auf eine Rezension von Karen Duves „Macht“ verwiesen. Aber auch schon früher kam Karen Duve bei djadmoros vor. So geschehen bei diesen zwei Texten:

Es ist schon fast egal, welche Zitate oder Beschreibungen man sich heraussucht (Achtung, hier gehe ich davon aus, dass sie inhaltlich korrekt sind!) – da ist jeder Schuss ein Treffer:

Aus erwähnter Rezension von Julia Encke in der FAZ:

Die Männer sind böse, sind böse, sind böse: das ist die Botschaft von Karen Duves Roman „Macht“. Nicht unerheblich ist dabei, dass jene Männer, die im Roman auftauchen, alle auch besonders blöd sind, unwahrscheinlich blöd sogar. Es scheint Karen Duve in monotoner Einfallslosigkeit sehr viel Spaß gemacht zu haben, sie so blöd dastehen zu lassen.

Aus „Warum die Sache schiefgeht“ (S. 121 f.):

Die Kulturleistungen, die wir den dominanten Alpha-Männern zu verdanken haben, … sind nichts im Vergleich zu dem, was alles hätte sein können, wenn wir nicht Jahrhundert für Jahrhundert von den aggressivsten, egoistischsten, raffgierigsten und dabei nicht einmal besonders intelligenten Charakteren geleitet worden wären. Die, die immer wieder verhindert oder zunichtegemacht haben, was intelligentere oder sozialere Artgenossen uns hätten bieten können.

Oder S. 144:

Emotionale Minderbemitteltheit, ethische Leichtfertigkeit, Geldgier und Machtversessenheit wird man bei Männern viel leichter finden

Dieses Zitat eignet sich sich am besten für den Test, weil es so kurz und knackig ist. Zum Vergleich:

Emotionale Minderbemitteltheit, ethische Leichtfertigkeit, Geldgier und Machtversessenheit wird man bei Ausländern viel leichter finden

Emotionale Minderbemitteltheit, ethische Leichtfertigkeit, Geldgier und Machtversessenheit wird man bei Schwarzen viel leichter finden

Emotionale Minderbemitteltheit, ethische Leichtfertigkeit, Geldgier und Machtversessenheit wird man bei Juden viel leichter finden

Zur Erinnerung: die Spielregeln

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Was kommt dabei heraus, wenn ich in einem Text „Männer“ wahlweise durch „Ausländer“, „Schwarze“ oder „Juden“ ersetze?

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Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn hier schon auf Taxifahren verwiesen wird…

Vanessa Paradis: Joe Le Taxi

Fundstück: Spaß mit Männerhass – Folge 7

In dem Beitrag Nicht mächtig, aber stark – Ringen um ein neues Männerbild von Andreas Baum, der bei Deutschlandradio Kultur erschienen ist, findet sich folgendes Knallerzitat:

Dag Schölper vom Bundesforum Männer – ist ein Mann. Und ich habe für einen kurzen Moment gedacht, dass ich es mit einer Frau zu tun habe, weil Dag klingt, wie die Kurzform von Dagmar.

„Tatsächlich ist diese Verwechslung, ist es jetzt ein Mann oder eine Frau auch manchmal hilfreich. Bei unserem Themenfeld ist das ganz schön, dass das nicht so ganz klar ist. Das öffnet manchmal Türen. Gerade in Kooperation auch mit Frauenorganisationen hat das schon mal geholfen: Ach so, ja, stimmt, Sie sind ein Mann und war trotzdem ganz ok was Sie geschrieben haben.“

Man stelle sich allen Ernstes vor, die Reaktion irgendeiner Organisation würde mit einer der drei folgenden Aussagen wiedergegeben werden:

Ach so, ja, stimmt, Sie sind ein Ausländer und war trotzdem ganz ok was Sie geschrieben haben.

Ach so, ja, stimmt, Sie sind ein Schwarzer und war trotzdem ganz ok was Sie geschrieben haben.

Ach so, ja, stimmt, Sie sind ein Jude und war trotzdem ganz ok was Sie geschrieben haben.

An dieser Stelle ist ein wenig Medienkompetenz gefordert. Denn der Beitrag zitiert, was Dag Schölper vom Bundesforum Männer sagt, dass Frauenorganisationen es gesagt hätten. Dass die Frauenorganisationen es so gesagt haben, ist damit nicht belegt. Außerdem ist der Kontext des Zitates nicht bekannt. So alleine wirkt es so, als ob jemand vom Bundesforum Männer es ungestört hinnimmt, dass ihm gegenüber allgemein abwertend über Männer geredet wird.

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Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Wenn es schon Verwirrung über den Namen „Dag“ gibt, nehmen wir doch ein Lied in einer Sprache, in der „dag“ einfach „Tag“ bedeutet, und sieben davon im Titel hat…

Bots: Zeven dagen lang