Misandrismus und wovon das ganz sicher KEIN Teil ist!

(Füllartikel. Der 15. ist auch noch frei. Meldet euch!)
(Ich verwende hier das sprachlich generische Maskulinum.Warum erkläre ich hier. Der Grund ist ganz einfach. Gleichgewicht)
Vor kurzen hatte ich eine Unterhaltung mit einer sehr lieben Freundin aus dem Netz.  Zusammengefasst war es ihre Kritik an mich und auch an Männerrechtler, dass der Feminismus pauschal herabgewürdigt wird.  Dies  ist der Eindruck den sie aus meinen Retweets gewonnen hatte, daher müsse sie diese abstellen.
Ich war etwas baff, wieso können Retweets so einen Eindruck auslösen? Ich schreib doch ständig, „Teil des Feminismus“ oder „RadFems“ und versuch klar zu machen, dass ganz sicher nicht DER Feminismus gemeint ist.  Aber als ich meine Time Line so anschaute wurde mir schnell klar, dass es völlig egal ist wie man schreibt, wenn Fem im Wort steckt, wird jeder Feminist mit der Zeit allergisch.  Denn ob Teil oder Ganzes, es ist mit dem Begriff verbunden und drückt diesen egal was man tut, ins Negative. Und machen damit die Arbeit die mit diesem Begriff verbunden ist ebenfalls schwer, da sie in der Öffentlichkeit den Eindruck des „Feminismus ist böse“ transportieren.
Und wenn ich sehe, in welch demagogischen Weise von sich als „Feministen“ bezeichnenden Personen die Grenze zu Volkverhetzung, gerne und oft übertreten wird, aber weder Feministen oder Medien sich davon distanzieren, es aufgreifen und verurteilen oder sogar anprangern,  oft sogar arglos einen Fake weiterverbreiten,  dann ist es schwer produktiv arbeitende Feministen von den menschenverachtenden Fanatikern so zu unterscheiden wie es richtig wäre, weil damit sofort die Abwertung des Feminismus gesamt verbunden wird, was jeder, auch ich, scheut, weil es der wirklich guten Sache des Kampfes für Menschenrechte schadet.

Daher habe ich mich entschieden, zukünftig diesen Teil der sich in der Frauenbewegung versteckt, aber mit Feminismus NICHTS zu tun hat, auch anders zu benennen. Und da dieser Teil ganz offenbar von der  Schrift von Valerie Solanas ihrem „Manifest“ inspiriert wird, nenne ich diesen Teil zukünftig aufgrund der darin enthaltenen systematischen Männerfeindlichkeit Misandrismus und die Anhänger dieser menschenverachtenden Ideologie Sympathisanten des Misandrismus oder echte Misandristen.
Es gibt auch sehr viele Menschen die sich absolut NICHT mit den Ideen dieser faschistoiden Ideologie übereinstimmen, aber bereits von den manipulativen Aussagen beeinflusst werden. Diese nützlichen Idioten, verrichten die alltägliche Arbeit um dem Misandrismus zum Durchbruch zu verhelfen. Sie verbreiten den Geschlechterrassismus ungehindert und sorgen für Abwehr, wenn dieser angeprangert wird.  Die nächste Stufe sind dann die echten Sympathisanten. Diese sind bereits nicht nur unwissend tätig, sondern fühlen sich diesem Gedankengut verbunden. Die Quelle kann ihnen durchaus nicht geläufig sein, oder sie verknüpfen diese Ideen nicht unmittelbar mit  dem „Manifest“.  Jedoch sind sie bereits selbst der Meinung, dass Männer minderwertiger sind, dass Männer das Problem darstellen und man das Problem nur lösen kann, wenn man die Männer aus den Machtpositionen vertreibt und vom Nachwuchs fernhält. Die letzte Stufe sind dann echte Aktivisten des Misandrismus die keinen Hehl aus ihrer pauschalen Männerverachtung machen. Diese halten sich derzeit natürlich bedeckt, da die Akzeptanz eines offenen gewalttätigen Sexismus gegen Männer gesellschaftlich nicht gegeben ist.

Aber wie definiert sich diese Ideologie jetzt?  Was sind die Kriterien, die sie beschreiben und damit auch abgrenzbar gegenüber dem Feminismus machen?
Diese ergeben sich nahtlos auf der Grundlage der Schrift von Solanas:

  1. Das männliche Geschlecht, also jeder der zufällig mit einem Penis geboren wurde, wird im Misandrismus pauschal als minderwertig angesehen. Die Eingrenzung auf diese Gruppe von heterosexuellen weissen Männern dient offenbar nur der Herstellung von Akzeptanz für generelle Herabwürdigung von Menschen aufgrund ihrer Geburtsmerkmale.   #killmostmen und die Anfeindungen die schwarze heterosexuelle Männer in den USA ausgesetzt sind, zeigen das es hier erstmal um heterosexuelle Männer gesamt geht bei der Verfolgung.
  2. Die Schlechtigkeit des Mannes wird im Misandrismus entweder mit Biologie begründet, dazu werden Studien herangezogen, die beweisen sollen, das jeder Mann ein potentieller Gewalt- und Sexualtäter ist, sich bereichern möchte und zur Unterdrückung körperlich Schwächerer (womit Frauen gemeint sind) neigt.  Eine andere Taktik ist es die Soziologie zu bemühen und die Erziehung der männlichen Kinder verantwortlich zu machen, womit eine frühe Umerziehung nur der Jungen notwendig ist.  Diese Argumentation wird gern angenommen auch von Teilen des Feminismus, jedoch lässt der Misandrismus unerwähnt, dass eine gleiche Erziehung, eine gleiche Sozialisation aus deren Sicht gar nicht möglich ist, weil nur die Frauen schwanger werden können und nur die Erfahrung der Menstruation und die Schwangerschaft prägen dann die Frau so, dass sie zum besser befähigten Geschlecht wird.
  3. Jungen werden als generell befähigt zu Unterdrückung, Sexual- und Gewalttaten gesehen, als Nachkommen des minderwertigen Geschlechts und daher werden sie auch nicht genauso geschützt, wie es bei weiblichen Kinder der Fall ist.  Mißbrauch an männlichen Kinder wird selten thematisiert, wenn dann immer nur in Zusammenhang mit dem „viel höheren“ Missbrauchsfällen bei Mädchen. Die Unversehrtheit des Körpers des männlichen Kindes ist irrelevant. Ob ein junger Mann im Krieg stirbt oder nicht, ist ebenfalls nicht wichtig und daher wird drauf geachtet, dass dies in Medien auch nicht erwähnt wird.
  4. Schwangerschaft wird vom Misandrismus als etwas Einzigartiges gesehen. Die Frau ist allein dazu befähigt und der Mann ist bei Schwierigkeiten zu entsorgen, da die Kinder der Mutter gehören und  ein Mann nur als Samenspender gebraucht wird.  Zeugung wird als etwas völlig Nebensächliches angesehen.
  5. Frauen als Gesamtgruppe, als Masse, wird durch Manipulation von Statistiken, durch Medienartikel und weitere Möglichkeiten die Öffentlichkeit zu beeinflussen, suggeriert, dass ihr größter Feind nicht nur der Mann auf der Strasse, sondern besonders der Mann zuhause sei, so sie heterosexuell sind. Es wird ein Massengefühl erzeugt, dass jeden Angriff eines Mannes auf eine Frau, zum Angriff auf alle Frauen werden lässt. Daher wird auch jeder Eifersuchtsmord der eine Frau zum Opfer hat, einem „Femizid“ zugeordnet. Der Eindruck der erweckt werden soll, ist das DIE Männer DIE Frauen dezimieren wollen. um weiter zu herrschen.
  6. Die Heterosexualität wird bei Männern in Zusammenhang mit ständiger Bereitschaft Gewalt und  Vergewaltigung auszuüben gebracht.  Der Misandrismus erklärt, dass die Gefahr vom Mann und allein vom Mann ausgeht. Jede Frau ist in Gefahr, jede Frau verdient den Schutz der gesamten Gesellschaft, wenn sie einen Mann beschuldigt, ihr Gewalt angetan zu haben, sie vergewaltigt zu haben. „Frauen lügen nicht in so einer Situation, oder nur minimal“.
  7. Der Rechtsstaat wird in Frage gestellt, es wird verlangt dass pauschal „die spezielle Situation“ von Frauen bei der Strafzumessung bei Taten berücksichtigt werden müsse. Die Schuldigkeit eines Mannes ist bereits dadurch erwiesen, dass ihn eine Frau anzeigt. Die Unschuldsvermutung wird als Schutz des Patriarchats von Tätern innerhalb der RapeCulture gedeutet und daher abgelehnt. „Nur ganz wenige Frauen lügen in so einer Situation. Das ist vernachlässigbar“. Auch über die Einrichtung getrennter Männer- und Frauengerichtsbarkeit wird theoretisiert.
  8. Es wird eine Männerherrschaft erklärt, auf die aber nicht näher eingegangen wird, die weltweit alle Frauen unterdrückt. Damit ist beim Misandrismus nicht gemeint, dass dies unpersonal erfolgt, sondern hier sind es pauschal DIE Männer, die dafür verantwortlich sind.  Jeder einzelne ist (mit)verantwortlich. Wo der Feminismus strukturelle Probleme sieht, bei der Männer zwar mitwirken aber nicht nur, da sieht der Misandrismus eine einzige Kollektivschuld aufgrund des Geschlechts. Und die einzige Lösung darin, die Männer aus der Gesellschaft weitestgehend zu entfernen.
  9. Das Einsetzen der Sexualität zu politischen Zwecken, wird ständig propagiert und auch durchgeführt.  Die sekundären Geschlechtsmerkmale, die Brüste werden als Botschaft eingesetzt, weil dadurch die Medienaufmerksamkeit erreicht wird, aber auch eine Kritik an der transportieren Botschaft, sofort mit Sexismusvorwurf erstickt werden kann.  Dieses exzessive Nutzen sexueller Symbolik ist auch schon in den Feminismus eingedrungen.
  10. In Werbung, Plakaten oder auch sonst in der Öffentlichkeit wird die „Würde“ der Frau besonders betont.  Im Gegensatz zum Feminismus wird aber nicht die Objektifizierung angeklagt, sondern dass die „Frau nicht gewürdigt wird“, es ist eine Beleidigung aller Frauen, da sie gegenüber dem Mann etwas Höherwertiges darstellt  Dies drückt sich dann darin aus, das ähnliche oder gleiche „Herabwürdigungen“ von männlichen Werbeträgern, nicht als Sexismus gesehen werden könne, da es keinen Sexismus gegen Männer gibt.
  11. Gewalt als Mittel gegen „die Unterdrückung durch DIE Männer“ wird im Gegensatz zum Feminismus nicht abgelehnt, sondern offensiv verbreitet. Die Misandristen nennen sich „radikale Feministen“ (sind aber keine) oder „Terrorfeministen“ und ummanteln sich so mit der gesellschaftlichen Ausprägung die zum Feminismus gehört und die in vielen progressiven Teilen der Bevölkerung als wichtig und hilfreich wahrgenommen wird. Die Misandristen schwimmen auf der Welle mit und können sich perfekt in der gesellschaftlichen Bewegung verbergen.

Somit ist im Feminismus dann auch oft eine sehr zwiespältige Haltung zu finden. Einige  sympathisieren mit dem Gewaltaufruf oder der Demagogie, weil ja sowieso „nicht ernst gemeint“ oder eigentlich nur ein Notwehrakt gegen über dem Patriarchat. Weil gegen dieses System um es zu vernichten, jedes Mittel recht ist. Andere grenzen sich ab, aber finden es schnell lästig sich damit zu beschäftigen und ignorieren die faschistoiden Tendenzen einfach. Der Misandrismus kann sich daher ungehindert weiter ausbreiten.

Was ich also bekämpfe ist NICHT Teil des Feminismus. Sondern ein faschistoides Gebilde das sich darin versteckt. Der Misandrismus. Und diesen bekämpfe ich vehement und ohne Abstriche.  Und damit ist auch der Feminismus nicht betroffen, sondern sollte im Gegenteil mithelfen diesen Anfängen zu wehren. Ich bin ein AntiMisandrist und ich hoffe, dass sich noch viele andere auch offen und klar gegen diese Personen äußern und auftreten. Gegen alle Personen, die bei anderen Menschen aufgrund Geschlecht oder Abstammung deren Gleichrangigkeit  (und im Extremfall die  Existenzberechtigung) in Frage stellen.

KeinFußbreit für Nazis, aber auch keiner für Misandristen.

 

 

 

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Sie wurden gegendert!

Ich studiere an einer kleinen Uni, die sehr groß bei Genderfragen ist, wirklich alles scheint gegendert zu werden, denn sobald ich mich als Geisteswissenschaftler bezeichne, wird mir aus allen möglichen Ecken ein <in> an das Wort hingebastelt. Gender ist das große Thema der Wissenschaft und ich habe in jeder meiner Abschlussprüfungen ein Genderthema gehabt. In diesem Zuge lernt man viel über völlig groteske Auswüchse unsere gendergerechtigkeitsfanatischen Gesellschaft und gerade dann, wenn sich Dozentinnen mittleren Alters die Befreiung der Frau auf die Fahne geschrieben haben.

Mein Freund besucht gerade eine Vorlesung, in der das Thema auch sehr wichtig ist. Denn man soll schließlich auch Jungen dazu bringen, zu lesen und Bücher nicht als Stützen für wackelnde Möbelstücke zu sehen. Das Seminar wird von einer sehr frauenbewegten Dame gehalten und dementsprechend ist der Tenor. Schlimm genug, dass man nicht die eigene Meinung vertreten kann, weil es einem negativ ausgelegt werden könnte, kam sie auf das Thema Gendergerechtigkeit zu sprechen und lamentierte sich zu Tode. Hinter mir regte sich Widerstand. Klein, süß, drittes Semester. Sie meldete sich und beschwerte sich dann über das Gendern der Sprache in jedem verfluchten Kontext – hatte zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber es ließ mich grinsen. An jedes Nomen, das Berufsgruppen beschreibt, muss man jetzt ein <in> hängen und das dann noch dementsprechend umbauen. Lehrerinnen und Lehrer finde ich ja noch nett, Studentinnen und Studenten ist auch ok. Aber Studierende (was ja sowieso mein Hasswort ist) zu genderderivieren finde ich dämlich. Denn es ist nicht nur mehr Schreib- und Formulierungsaufwand, sondern es stellt einen vor ein neues Problem: Manche Berufe haben seltsame weibliche oder männliche Versionen.

So gibt es Polizistinnen, Gärtnerinnen oder Mechanikerinnen, beim Kindergärtner wird es dann schon schwierig. Auch Maschinenschweißerin, Maurerin oder Galvanisateuse finde ich seltsam. Ich fragte mich auch lange Zeit, ob es einen Krankenbruder oder einen Kosmetiker gäbe oder wie ich Kardinälin, Bischöffin oder Päpstin werden könne.

All das täuscht natürlich nicht darüber hinweg, dass die Debatte um Frauen- und Männerberufe eine große ist. Trotzdem bin ich momentan froh, dass sich mein Job zwar gendern lässt, es aber recht egal ist, dass ich eine Frau bin.

Wenn die Frau das Geld verdient…

«Wie viele Frauen in Deutschland leben vom Geld ihrer Männer? Die haben das immer gemacht. Und wenn man das umdreht, gibt es einen großen Aufschrei. Das ist doch eigenartig», meint Susanne. Sie ist eine von drei «Haupternährerinnen», wie sie vor Jahren einmal in einer Reportage des ZDF porträtiert worden sind. «Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, gebraucht zu werden und eine sinnvolle Arbeit zu tun», sagt Lutz in der Sendung, ein Hausmann, dessen Frau Alexandra mit ihrer Zahnarztpraxis für das Familieneinkommen zuständig ist.

In immer mehr Partnerschaften verdient sie mehr als er: Sie putzt, er kocht und näht, beide betreuen ihren dreijährigen Sohn. Das alles klingt auf den ersten Blick ganz harmonisch. Doch wie sieht es in Familien aus, in denen die Frauen die Haupternährerrolle innehaben und der Mann für den Haushalt zuständig ist? Warum haben sich die Rollen in diesen Familien umgekehrt?

Haupternährerinnen haben sich ihre Rolle nur selten freiwillig ausgesucht, wie aus einem Papier der deutschen Hans Böckler Stiftung (online nicht mehr verfügbar) hervorgeht. Dabei werden drei Arten von Haupternährerinnen aufgeführt: die Freiwilligen, die Zufälligen und die Widerstrebenden. Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland «überwiegt die Zahl der Frauen, die unbeabsichtigt Familienernährerin werden – wegen der Trennung vom Partner beziehungsweise der Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit der Väter (…) Frauen werden überwiegend unfreiwillig Familienernährerinnen, entweder als Partnerinnen von arbeitslosen oder prekär beschäftigten Männern – oder als allein Erziehende

Dass auch alleinerziehende Frauen unter die Kategorie Haupternährerin fallen, ist angesichts der Tatsache, dass zwischen 60 und 80 Prozent aller Scheidungen von Frauen eingereicht werden, etwas fragwürdig, zumindest dann, wenn diese Frauen gleichzeitig unter die Kategorie der Unfreiwilligen gezählt werden. Item: Familien, in denen die Rollen sozusagen vertauscht gelebt werden, weisen zwei Merkmale auf:

  • Zum einen herrscht allgemein Einigkeit darüber, dass man einem Partner die Ernährerrolle nicht ein Leben lang aufbürden kann – eine Einsicht, die in «traditionell» organisierten Familienformen gar nicht erst anzutreffen ist: «Nach Ansicht der Befragten sollten weder Mann noch Frau den Druck dauerhaft allein tragen, für das Familieneinkommen sorgen zu müssen (…).»
  • Zum anderen sind Frauen häufig Geringverdienerinnen und müssen die finanzielle Verantwortung für eine Familie unter ungleich härteren Bedingungen tragen, als die meisten Männer in derselben Rolle. Kommt hinzu, dass sie als «Haupteinkommensbezieherinnen deutlich mehr Zeit für die Kinder aufwenden als ihre Partner. Ein Rollentausch – die Mutter verdient das Geld, der Vater hütet die Kinder – findet in der Regel nicht statt.»

Das klingt zweifellos ernüchternd. Wer sich aller dings einmal mit Studien und Untersuchungen zur psychischen Verfassung von Arbeits- und Erwerbslosen auseinandergesetzt hat, weiss, dass der Verlust des Arbeitsplatzes – auch unter dem Aspekt, dass damit die Rollenvorstellungen vieler Männer plötzlich und abrupt in Frage gestellt werden – gesundheitlich schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen kann. Vor allem bei Langzeitarbeitslosen. Damit soll selbstverständlich nicht bestritten werden, dass es Männer gibt, die sich ganz bewusst vor der Haus- und Familienarbeit drücken.

Fest zu halten bleibt lediglich, dass der vielbeschworene Rollenwandel bislang kaum freiwillig stattfindet. Doch vielleicht liegt gerade darin eine Chance: Eine US-amerikanische Studie geht bereits schon davon aus, dass der Anteil der Familienhaushalte, in denen die Frauen den Grossteil an das Haushaltseinkommen beisteuern, in naher Zukunft auf über 30 Prozent steigen könnte.

Warum Conchita Wurst ein Signal an alle Jungs, an alle Männer ist! An alle Menschen!

(Füllartikel. Der 11. ist noch frei. Meldet euch!)
(Ich verwende hier das sprachlich generische Maskulinum.Warum erkläre ich hier. Der Grund ist ganz einfach. Gleichgewicht)
Der Mensch Tom Neuwirth, der zufällig männlich geboren worden ist, hat schon früh lernen müssen, was es bedeutet anders zu sein. Nicht der erwarteten Rolle aufgrund  des Geschlechts der Umgebung, der Frauen und Männer ringsum entsprechen zu können.
In Gmunden am Land geboren werden und aufzuwachsen im ländlichen Bad Mitterndorf  ist  für Leute die ihr Geschlecht hinterfragen kein Honiglecken. Das weiß jedes das auch am Land großgeworden ist. Irgendwann wurde er sich bewusst, dass der Weg der klassischen Liebe zwischen Mann und Frau nicht seiner ist und er begann sich seiner natürlichen Neigung zu Männer zu öffnen. Aber Menschen sind nicht nur oft sehr konservativ, was noch kein Fehler ist, es müssen nicht alle immer nur ohne Vorsicht, nach vorne stürmen, nein viele sind auch noch grausam.  Genauso grausam wie die „Fortschrittlichen“ sein können, wenn jemand nicht sofort mit will.
Hier waren es aber die (sogenannten) Kulturbewahrer, die Frauen und Männer die sich nur das binäre Sexual- und Geschlechtsmodell vorstellen können, die Tom wegen seiner Homosexualität und seinem Faible für Frauenkleidung diskriminierten und ihm das Leben sehr schwer machten.
Er wollte als kleines Kind, als Bub  einen Rock anziehen, was die Eltern tief verstört hat. Die Großmutter  hat ihm dann einen besorgt. Diese Schmähungen haben sich offenbar tief in seine Seele gegraben, denn obwohl er sein Dasein als schwuler Mensch leben konnte, wollte er auch die andere Seite von sich, dass was jene provoziert, die sich Männer in Frauenkleidern nicht vorstellen können zum Ausdruck bringen. Das und die Freude das weibliche Rollenbild als Mann ausleben zu können, scheint ihn veranlasst zu haben, Travestiekünstler zu werden.
Aber er wollte nicht komplett in die andere Geschlechterrolle schlüpfen. Er wollte ein Statement abgegeben. Er hat seinen natürlichen Bartwuchs als Mann behalten und sehr gepflegt samt der Frauenrolle präsentiert. Das heißt nicht anderes, als „Seht her! Mann, Frau, Sonstwas. Ist das nicht egal? Sind wir nicht alle nur Menschen!“.  Im Österreich ist auch das Wort „Wurst“ in Verwendung. „Ist mir wurst“ bedeutet „Ist mir herzlich egal was du denkst“.
Und das ist die Botschaft an alle Menschen, vordringlich an die zufällig männlich Geborenen.  Seid mutig, lasst euch nicht in einen Geschlechterkäfig stecken. Lass euch nicht per Penis in Geisselhaft nehmen und pauschal herabwürdigen.  Zieht Frauenkleider an, wenn euch danach zumute ist. Schneidert euch selbst eine passende Mode.  Verwischt die Grenzen zwischen den Geschlechtern. Mütter, Väter gebt euren Söhnen endlich die Freiheit. Sie sollen nicht länger zuschauen müssen wie nur zufällig weiblich geborene Kinder sich aus allen Zwängen befreien dürfen. Gebt allen diese Möglichkeit.

Es ist Zeit für den Aufbruch der Rollenzwänge. Es ist Zeit für eine Männeremanzipation. Aber eine Echte! Nicht das Klagen als Väter und Männer nicht mehr ernst genommen zu werden.  Nicht der Versuch der Mamas und Papas den Jungs noch mehr die Rolle als Mann aufzuzwingen.  Liebe Kämpferinnen für die Rechte der Frauen! Vergesst eure Söhne nicht auf dem Weg zur Befreiung der Geschlechter. Was ist Mann, was ist Frau?  Wenn Alf Poier meint: „Wenn jemand nicht weiß, ob er ein Manderl oder ein Weiberl ist, dann gehört er eher zum Psychotherapeuten als zum Song Contest.““ dann ist es an ihm, sein Verständnis von Mannsein und Menschsein gründlich zu überdenken. Nicht an Conchita „Tom“ Wurst.
Und es liegt an allen Männern die jetzt dieses Signal erhalten haben, ob dieser Mensch als Frau mit Bart  oder als Mann im Kleid gesehen wird.  Ersters wäre traurig und nur ein Freiheitsgrad noch mehr für Frauen.  Letzters wäre der Beginn einer neuen Welt.

 

Die Frauenquote, Teil 3: Viel Rauch um nichts!

Kleine und mittlere Unternehmen sind das Herzstück unserer Volkswirtschaften. Den Löwenanteil an der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung generieren kleine und mittlere Unternehmen (KMU), und nicht Big Corporates wie VW, Nestlé, Novartis oder Bayer. Über 99% aller Unternehmen sind KMU, schreibt die Deutsche Bank über den internationalen Mittelstand in der Unternehmenswelt. Von den insgesamt 3’649’397 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen 99,3 Prozent zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Doch im Visier der Quotenbefürworter stehen lediglich grosskapitalisierte Werte, die an der Börse gehandelt werden. Damit schrumpft die Zahl der betroffenen Firmen auf etwas weniger als ein einziges Promille aller (Kapital)gesellschaften! Die Quotenfrage bewegt sich damit also in einem Mikrokosmos, der nicht einmal mehr die unternehmerische Wirklichkeit in unseren Volkswirtschaften angemessen repräsentiert!

Heute wird allgemein wie selbstverständlich ein Bogen zwischen den hohen Bildungsabschlüssen der Frauen und deren Untervertretung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft gespannt. Die Quotenfrage speist sich hauptsächlich aus der Tasache, dass Frauen heutzutage besser ausgebildet sind, als Männer. Also haben sie auch einen Anspruch auf eine höhere Vertretung in den Führungspositionen der Wirtschaft, so der allgemeine Tenor! Doch was genau lässt sich eigentlich daraus ableiten, dass Frauen mittlerweile höhere Bildungsabschlüsse als Männer haben? Richtig: Nur dass Frauen mittlerweile höhere Bildungsabschlüsse als Männer haben, mehr nicht! Über mögliche Karriereambitionen sagt dieser Umstand überhaupt nichts aus. Und über ausgebliebene- oder gar verpasste Karrierechancen schon gar nicht. Selbst die markante Untervertretung der Frauen bei Innovationen oder Neugründungen (siehe Teil 2) lassen sich damit nicht erklären! Es gibt keine geschlechterspezifische Korrelation zwischen Bildungsab-schlüssen, Führungspositionen und Unternehmensgründungen!

Trotzdem hat die grosse Koalisation in Deutschland beschlossen, dass die grössten deutschen Kapitalgesellschaften mit mehr als 2’000 Mitarbeitern ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen in ihren Aufsichtsräten haben müssen. Alles in allem handelt es sich hier um lediglich 3’500 Unternehmen- was angesichts der mehr als 3,6 Millionen Firmen aller Rechtsformen in Deutschland nicht einmal einem Promille aller Betriebe entspricht! In sämtlichen Unternehmen aus dem DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gibt es schäz-zungsweise 2’000 Aufsichtsrats- und 800 Vorstandsposten. Im Durchschnitt kommen auf eine Firma 12 Aufsichtsräte. Die kleinsten Aufsichtsratsgremien haben 3 Mitglieder (United Internet AG, Rational AG, Wirecard AG u. a.) und die grössten jeweils 20 (z. B. Volkswagen AG, Commerzbank AG, ThyssenKrupp AG). Das bedeutet im Klartext, dass sich börsengelistete Konzerne in Deutschland bis 2016 auf die Suche nach gerade mal 174 zusätzlichen, weiblichen Aufsehern machen müssen, wie die deutsche Frauenministerin Manuela Schwesig ausgerechnet hat.

Die viel diskutierte und lautstark kritisierte Untervertretung des weiblichen Geschlechts in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft umfasst also im Endeffekt lediglich eine winzig kleine Gruppe von Frauen! Sobald diese 174 Frauen politisch korrekt installiert worden sind, geht es also im deutschen Wirtschaftsleben endlich absolut geschlechter-gerecht zu und her! Mit Verlaub: Aber das ist doch einfach lächerlich! Vereine wie ProQuote, die SPD, die Grünen oder Politikerinnen wie „Zensursula“ haben die ganze Öffentlichkeit, die Politik, die Wirtschaftsverbände, die Gewerkschaften und die Medien; Befürworter wie auch Gegner, jahrelang auf Trab gehalten und vor sich her getrieben, wie eine Schafherde- und jetzt ist sie endlich da, die Frauenquote: Sie umfasst ganze 174 Frauen! Hurra, möchte man da am liebsten rufen: Der Berg hat eine Maus geboren..!

Die Quotendiskussion wiederspiegelt auf geradezu exemplarische Art und Weise den heutigen Zustand der Geschlechterfrage: Sie bildet nur noch die Lebenswirklichkeit von gut bis sehr gut gebildeten- und verdienenden Frauen aus der oberen Mittelschicht ab! Hier geht es schon lange nicht mehr um Gleichberechtigung, sondern um knallharte Interessens- und Machtpolitik! Zudem suggeriert die Quote, dass Frauen in der Wirtschaft generell kaum Führungspositionen innehaben- was nachweislich falsch ist: Über alle Hierarchiestufen gerechnet, „(…) lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft 2010 bei 30 Prozent.“, wie dem Bundesministerium für alle ausser Männer zu entnehmen ist. Die ganze Diskussion um die Frauenquote ist in Wirklichkeit eine Scheindebatte und ihre Einführung reine Symbolpolitik! Wie es soweit kommen konnte, dass sie trotzdem auf so breiter gesellschaftlicher, politischer und medialer Ebene diskutiert wird, darüber kann nur spekuliert werden. Einen möglichen Erklärungsansatz dafür liefert Rainer Brüderle- wenn auch in einem ganz anderen Zusammenhang: „Mit der Wahrheit kommen sie nicht weiter, wenn Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer im Kampfmodus sind.“

 

Die beiden anderen Teile findet Ihr hier:

Die Frauenquote, Teil 1: Wieviel darf’s denn sein?

Die Frauenquote, Teil 2: Nur etwas für Nesthäkchen?

Warum ich als Mensch Feminismus kritisch sehe & Manöverkritik am Maskulismus.

Oder: Doppelmoral, wohin ich blicke.

In den vergangenen Wochen habe ich mich vermehrt mit Maskulismus und teilweise, wenn auch nicht ganz so intensiv, mit Feminismus beschäftigt. Ich las hauptsächlich verschiedenste Blogs, die Kommentare darunter und teilweise auch bei twitter.

Was ich vom Maskulismus las, erweckte auf mich größtenteils den Anschein, als seien Maskulisten tatsächlich an etwas wie Gleichberechtigung interessiert. Wiederholt las ich den Satz „gleiche Rechte – gleiche Pflichten“, was ich vollkommen legitim finde. Teilweise jedoch fand ich Maskulismus-intern heftige Kritik, welche die selbst ernannten „straighten“ Maskus an den ebenfalls selbst ernannten gemäßigten Maskulisten übten. Und umgekehrt. Hat für mich einen schalen Beigeschmack, wenn mann vorgibt, für die Rechte von mann zu kämpfen, allerdings nur so lange wie mann den selben straighten bzw. gemäßigten Weg geht wie man selbst. Ich stellte fest, bin wohl nicht die einzige, die sich darüber wundert.

Der Feminismus hat sich auf den ersten Blick ebenfalls die Gleichberechtigung auf die Fahne geschrieben. Bei genauerem Hinsehen allerdings entpuppt sich das scheinbare Streben nach Gleichberechtigung – zumindest in meiner Wahrnehmung – als Wunsch nach einer frauendominierten Gesellschaft, in welcher die Bedürfnisse des Mannes ganz klar hinter denen der Frau anzusiedeln sind.

Wie ich darauf komme?

Wenn ein nicht-feministisch eingestellter Mensch in einer Diskussion die [übrigens sehr reellen] männlichen Probleme anspricht, wird ihm „derailing“ vorgeworfen. Welche männlichen Probleme ich meine? Man denke an gesetzlich abgesegnete Beschneidung von männlichen Kindern unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit [haben die denn kein Recht auf körperliche Unversehrtheit frage ich mich?], an die hierzulande praktizierte Familienpolitik, nach der es für eine Mutter ohne weiteres möglich ist, dem Vater die Kinder vorzuenthalten bzw. den Kindern den Vater; Männer sind viel häufiger als Frauen Opfer von Gewalt, Männer sterben früher, es gibt mehr männliche als weibliche Obdachlose, „Mann=Täter“, und noch einige mehr die mir gerade auf Anhieb nicht einfallen. Ist denn all das unwichtig? Sind Jungs und Männer etwa keine Menschen?

Mein Sohn hat das Glück, dass seine Mutter keiner religiösen Überzeugung folgt, und schon gar nicht einer die besagt, dass ein Junge nur dann ein „richtiger“ Mann sein kann, wenn man ihm vorher die Vorhaut abschneidet.

Und last but not least die aktuellste und wohl mitunter lächerlichste Blüte, welche der Feminismus bzw die Arbeitsgruppe für „Feministisch Sprachhandeln“ der Humboldt-Universität in Berlin getrieben hat: die Silbe „er“ sollte im deutschen Sprachgebrauch durch a bzw x ersetzt werden. Und auch das Wort „Mann“ müsste eigentlich richtigerweise „M@nn“ heißen. Entmännlichung der Sprache. Soll das wirklich, ernsthaft nach Gleichberechtigung klingen?

Dagegen gibt es in Deutschland nicht mehr sooo viele Dinge, in denen Frauen benachteiligt werden. Mal überlegen, vielleicht fallen mir ja ein paar Beispiele ein. Oder vielleicht kann mir ja jemand von euch auf die Sprünge helfen? Bis auf das vielfach bemühte Patriarchat [dem ich selbst übrigens noch nicht begegnet bin, aber vielleicht bin ich einfach nur zu privilegiert?] mit seinen frauenunterdrückenden Herrschaftsstrukturen, welches laut Feminismus die Gleichberechtigung der Frau systematisch zu verhindern versucht, will mir einfach nichts einfallen. Aber wo sind Frauen [in Deutschland] denn wirklich benachteiligt? Im Beruf? Eher nicht. Frau kann lernen, studieren und arbeiten, wonach ihr gerade der Sinn steht. Gender pay gap? Bereinigt ergibt sich laut Wikipedia  ein Wert von 8%, und dieser Wert ergibt sich aus den unterschiedlichen Vorlieben bei der Berufswahl. Mädchen in Kindergarten und Schule? Auch nicht. „Mädchen sind sozialer, anpassungsfähiger und oftmals den gleichaltrigen männlichen Mitschülern voraus“, lautet nach wie vor die einhellige Meinung.
Stichwort „Teilzeitfalle“: 69% der berufstätigen Mütter arbeiten in Teilzeit. Ich bin eine von ihnen. Ich gehe derzeit einer Beschäftigung nach, die ich als „okay, aber leider  unterhalb meiner Qualifikation und daher unterbezahlt“ bezeichnen würde. Ich mache es nicht weil mich jemand dazu zwingt, sondern weil meine Verfügbarkeit, meine aufgrund Kindern mangelnde Flexibilität und der Arbeitsmarkt in unserer Gegend gerade nichts anderes zulassen. Natürlich kann ich mich jetzt über die Ungerechtigkeit beklagen, ich kann ich darüber aufregen dass in meiner Branche eben lieber Vollzeitkräfte eingestellt werden, die keine Kinder haben. Und ich könnte natürlich das Patriarchat dafür verantwortlich machen, schließlich ist mein Chef ja männlich. Aber ich tue es nicht.
Warum? Keine Ahnung, vielleicht weil ich mich nicht benachteiligt oder diskriminiert fühle. Weil ich durchaus etwas ändern könnte, wenn ich nur wollte. Hierzu fand ich den Beitrag Mythos Lohnschere von @wiemanindenwald sehr aufschlussreich.
Ich habe vor achteinhalb Jahren, als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, eine Entscheidung getroffen. Die Entscheidung, das Kind auszutragen. Ich hatte mein Leben eigentlich ohne Kinder geplant, wollte Karriere machen, mir öfters mal etwas gönnen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Doch es kam anders, und es war für mich okay. Auch wenn es bedeutete, dass ich beruflich würde kürzer treten müssen. Dass sich meine Prioritäten bezüglich meiner weiteren Lebensgestaltung drastisch verschieben würden. Kurz: Wenn ich mich in großem Maße um Kinder und Haushalt würde kümmern wollen, müsste ich eben beruflich zurückstecken, weil nun deutlich weniger Kapazitäten hierfür zur Verfügung stünden.
Ich könnte natürlich, wenn ich denn wollen würde, mich jetzt deutschlandweit oder auch im nah gelegenen europäischen Ausland nach einer passenden Stelle umsehen und meine Familie „einfach“ mitnehmen. Ich bin mir sicher, etwas würde sich finden, doch meine Kinder würde ich aus ihrem sozialen Umfeld herausreißen und noch dazu würde ich ihnen durch einen Umzug in weite Ferne die Möglichkeit nehmen, ihren leiblichen Vater regelmäßig zu sehen. Es würden sich Veränderungen in meiner Partnerschaft ergeben, die nicht in meinem und vermutlich nicht im Sinne meines Partners sein dürften. Das alles möchte ich nicht, deshalb mache ich dieses berufliche Zugeständnis.

Stichwort Rente: Frauen sind heute häufiger von Altersarmut betroffen als Männer, doch tendenziell holen die männlichen Rentner auf. Und was Zeitarbeit, Niedriglöhne, alternde Gesellschaft plus niedrige Geburtenrate aus dem machen, was später unsere Rente sein soll, das mag ich mir ehrlich gesagt gar nicht ausmalen. Mit großer Wahrscheinlichkeit bin auch ich in 30 – 35 Jahren von Altersarmut betroffen, vielleicht schon früher. Aber: Mein Partner wird aufgrund seiner körperlichen Verfassung ziemlich sicher schon vor seinem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters erwerbsunfähig sein. Warum also sollen nur Frauen von staatlicher Unterstützung profitieren? Altersarmut ist kein „Frauenproblem“. Es ist ein Problem, das beide Geschlechter betrifft.

Reden wir mal über sexuelle Belästigung. Es IST scheisse, wenn mann ein „Nein“ nicht akzeptieren kann, oder auf eine Abfuhr herablassend oder beleidigend reagiert. Andererseits, wo genau verläuft denn die Grenze zwischen harmlosem Flirten und sexueller Belästigung? Ich für meinen Teil würde sagen, verbal anbaggern ja, anfassen nein. Wobei wohl hier jede Frau ihre eigene, höchst persönliche Grenze zieht. Frauen können übrigens auch ziemlich aufdringlich werden, aber das nur so am Rande. Interessanterweise hatte ich meinen einzigen unfreiwilligen sexuellen Kontakt nicht mit einem Mann sondern mit einer anderen Frau. Vermutlich kann ich mich glücklich schätzen, dass ich bis zum heutigen Tage noch nie von einem Mann angefasst wurde, ohne es tatsächlich gewollt zu haben.

Mann buhlt um die Gunst von Frau. So weit normal, zumindest in der Heterosexualität. Sollen Männer jetzt gänzlich damit aufhören, nur damit sie auch ja nicht Gefahr laufen, eine Grenze zu überschreiten?

Und wo wir gerade bei Grenzen sind, was ist mit den Frauen, die übergriffig werden? Was ist mit den Kindern, die von Frauen [Mutter, Tante, Erzieherin etc pp] missbraucht und/oder geschlagen werden? Die Fälle, die niemals zur Anzeige kommen, weil Frauen in unseren Köpfen eher Opfer als Täter sind? Was ist mit den männlichen Vergewaltigungsopfern, deren Fälle niemals zur Anzeige kommen geschweige denn publik werden, weil mann sich zu sehr schämt und aus [berechtigter] Angst vor Häme keine Anzeige erstattet? Tut hier nichts zur Sache weil anderes Thema? Ich finde, es tut sehr wohl etwas zur Sache, es ist schließlich das selbe Thema, nämlich „sexueller Missbrauch“. Ich für meinen Teil bin der Ansicht, Menschenrechte müssen für beide Geschlechter gleichermaßen gelten.

Wie war das nochmal, von allen angezeigten Vergewaltigern[!] werden nur 8,4% verurteilt? Ein #aufschrei ging durch twitter, doch ich will mir gar nicht anmaßen darüber zu urteilen, wieviele von diesen angezeigten Vergewaltigungen tatsächlich den Tatbestand der Vergewaltigung erfüllen. Ja, es gibt tatsächlich Fälle, in denen eine Frau [aus welchen Gründen auch immer] eine Anzeige wegen Vergewaltigung stellt, ohne tatsächlich auch nur in irgendeiner Form zu etwas gezwungen oder genötigt worden zu sein. Und selbst wenn sie die Anzeige später zurück zieht, das Leben des fälschlicherweise Beschuldigten ist irreparabel geschädigt.

Was ist mit den Frauen, die ihre Kinder benutzen, um dem Exmann oder Expartner eins auszuwischen? Sind das Opfer? Muss man sie schützen? Ich selbst durfte bzw. musste erleben, welche Macht eine Mutter über das Kind und somit auch über den Vater hat. Meine eigene Mutter hat mich [ich muss schon sagen, unter anderem] auf eine solche Weise indoktriniert, so dass ich viele Jahre der festen Überzeugung war, mein Vater sei ein schlechter Mensch. Und alle anderen Männer übrigens auch.

Reden wir über Entscheidungsfreiheit. Stichwort Sexarbeit. Alice Schwarzer hat sich gegen Sexarbeit ausgesprochen, denn Prostitution kann niemals freiwillig geschehen. Damit entmündigt sie ausdrücklich jene Frauen, die diesem Gewerbe tatsächlich freiwillig nachgehen.

Stichwort Entmündigung: In einem feministischen Blog wird frau dazu aufgefordert, sich nicht als „Instrument partiarchalischer Machtstrukturen“ benutzen zu lassen. Ich finde diese Aufforderung ziemlich anmaßend, denn ausgerechnet der Feminismus hat sich doch der Entscheidungsfreiheit der Frau verschrieben. Oder etwa doch nicht…? Ich soll mich nicht vom Patriarchat instrumentalisieren lassen, wohl aber von einer Netzfeministin? Nur, weil sie zufällig selben Geschlechts ist wie ich, vertritt sie automatisch „meine“ Interessen? Darf ich nun selbst entscheiden, wie ich agieren möchte, was ich gut und was ich scheisse finden möchte, oder diktiert der Feminismus? Bin ich nicht mündig genug, um mir selbst ein Bild zu machen und selbst Schlüsse zu ziehen aus dem, was ich um mich herum erlebe? Brauche ich einen Feminismus, der sich durch Widersprüche, Rosinenpicken und hashtags wie #mackergohome und #killallmen selbst demontiert? Ganz klares Nein.

Ich lese häufig in feministischen Blogs, sie, also Feministinnen, würden Männer eigentlich gar nicht hassen. Das mag sein, doch auf jeden Fall scheinen sich viele [nicht alle!] Feministinnen darüber einig zu sein, dass das Patriarchat sehr wohl existiert, und sehr wohl für unzählige [wenn nicht gar alle] Frauenprobleme verantwortlich ist. Und Frauen Feministinnen haben sehr wohl das Recht, #killallmen zu schreien, weil schließlich ist das ja gar nicht so gemeint und eigentlich nur eine logische Konsequenz dessen, was sie durch das Patriarchat schon alles erdulden mussten. Nochmal zum Patriarchat: Ich kenne einige Männer, darunter meinen Partner, diverse Expartner, den Vater meiner Kinder, meinen eigenen Vater, meine Brüder und etliche andere. Aber das Patriarchat kenne ich nicht. Ich kenne allerdings Menschen, die ihre Machtposition ausnutzen, welche sie anderen Menschen gegenüber inne haben. Und diese Personen sind mal weiblichen und mal männlichen Geschlechts.

Worauf ich hinaus will: Feminismus ist dort wichtig, wo Frauen tatsächlich unterdrückt werden. Dies geschieht vielerorts, ohne Frage, und es ist absolut inakzeptabel, dass Frauen zwangsverheiratet, vergewaltigt, oder anderweitig unterdrückt werden. Wo Menschenrecht mit Füßen getreten wird, muss gegengesteuert werden. Aber ich wage zu behaupten, dass es in Deutschland [und nicht nur dort, man denke an die Anti-Homosexuellenpolitik in Russland sowie einigen Ländern Afrikas und der arabischen Welt]  eher solche Probleme gibt, die beide Geschlechter betreffen, und dass einer Frau hierzulande entgegen anders lautenden Behauptungen die selben Rechte eingeräumt werden wie einem Mann. Plus dem einen oder anderen Privileg.

Bei meinem letzten Blogeintrag wurde ich in den Kommentaren von @neuer Peter gefragt, ob es ein Schlüsselerlebnis gegeben hätte oder warum ich mir um die Zukunft meines Sohnes mehr Sorgen mache als um die meiner Tochter.
Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht. Es gab nicht das eine Schlüsselerlebnis. Es war das Gesamtbild, welches im Laufe der letzten Monate entstand, während ich alles mögliche an Feminismus-, Maskulismus- und Gender-Input in mich aufnahm. Und was @Zuerst Mensch neulich schrieb, bestätigte mein mieses Gefühl auf erschreckende Art und Weise.

Abschließend möchte ich noch los werden, dass es auf diese Weise in meinen Augen nicht funktionieren wird. Wenn jeder, der „vom Weg abweicht“, zur Zielscheibe wird für ausufernde Hasstiraden, dann hat wohl keiner wirklich begriffen, dass an irgend einer Stelle mal jemand mit dem „Miteinander“ anfangen muss. Weil der Graben sonst einfach immer nur noch größer wird. Wenn jeder nur „seine oder ihre eigenen“ Belange sieht, ist in den eigenen Augen immer nur man selbst das Opfer. Und „die Anderen“ sind schuld. Sie „schaden der Sache“. „Die haben aber angefangen!“ bzw. „Die machen das aber auch!!!!111elf“ Oder oder oder [hier beliebige Beschuldigung einfügen].

Regelmäßig, wenn ich meinen Kindern [sechs und sieben Jahre alt] beim Streiten zuhöre, werde ich unangenehm an so manches Verhaltensmuster erinnert, was ich Feminismus-/Maskulismus-intern bzw. zwischen den Fronten erleben durfte. Dort wurde vollkommen unreflektiert verbal aufeinander eingedroschen, ohne dass eine der beiden Parteien jemals gemerkt hätte, dass sie nichts anderes tut als der Gegenseite das eigene Verhalten zum Vorwurf zu machen, und jeder muss das letzte Wort haben bzw. noch eins draufsetzen. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass auf diese Weise irgendwelche männerrechtlich relevanten Ziele erreicht werden.