Schon wieder Homoehe: Die SPD kann’s auch nicht lassen

Ich hatte schon zwei Beiträge über die neuerliche kompromisslose Haltung der Grünen zum Thema Homoehe geschrieben. Die Grünen machen die Anerkennung der Homoehe zur Koalitionsbedingung.

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/06/21/homoehe-katrin-goering-eckardt-kanns-nicht-lassen/

und

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/06/17/noch-mehr-kurznachrichten/

Nun ist die SPD nachgezogen und macht dasselbe. Unter großem Jubel der Delegierten verkündet Kanzlerkandidat Martin Schulz, dass er keinen Koalitionsvertrag unterschreiben wird, der nicht die „Ehe für alle“ enthält.

http://www.zeit.de/video/2017-06/5482769608001/parteitag-spd-macht-ehe-fuer-alle-zur-Koalitionsbedingung

Das wird noch zu spannenden (bzw. unnötig nervigen) Verhandlungen mit der Union führen, die die Homoehe bisher noch ablehnt. Was ich an dieser Haltung von SPD und Grünen kritisiere, steht ausführlich in den beiden schon verfassten Artikeln und dazugehörigen Kommentaren und gilt nach wie vor. Der Kommentator ‚cero‘ hatte dazu den letzten Kommentar geschrieben,

Sorry, aber das ist doch albern. Es ist ein wichtiges Thema für eine große Anzahl an Menschen (ca 6% der Bevölkerung – https://daliaresearch.com/counting-the-lgbt-population-6-of-europeans-identify-as-lgbt/ ).
Zudem findet es eine breite Mehrheit innerhalb der Bevölkerung und der Parteien.

Was ist denn für dich ein „wichtiges“ Thema, dass es rechtfertigt eine Koalitionsbedingung zu werden?

auf den ich hier gleich antworte:

Nein ist es ist kein „wichtiges Thema“. Wie schon gesagt, die Homoehe verändert wenig. Sie ist vor allem eine Namensänderung. Also in erster Linie von symbolischem Wert.

6% sind eine große Anzahl an Menschen und natürlich müssen deren Interessen berücksichtigt werden, aber wie viele von denen wollen die „Ehe für alle“ überhaupt eingehen? Und selbst wenn sie sie eingehen: Wo ist jetzt die weltbewegende Veränderung für diese Bürger, die es rechtfertigt, von diesem Thema die Existenz der Regierung abhängig zu machen?

Dass die Homoehe eine breite Mehrheit in der Bevölkerung findet, mag sein. Das verändert aber nichts daran, dass die Homoehe eine Nebensächlichkeit ist (bzw sein sollte). In den Parteien gibt es dafür keine breite Mehrheit. Union und AfD sind dagegen. Beide zusammen könnten bis zu 50% (oder sogar mehr) kriegen.

Mit solchen Koalitionsbedingungen sollte man grundsätzlich vorsichtig umgehen. Nur wirklich richtungsweisende Entscheidungen sollten hier zum tragen kommen. Z.B. Energiewende, Umgang mit EU-Schuldern, Einwanderungspolitik, ausländische Spionage. Wenn es bei diesen Fragen zwischen den etablierten Parteien Konsens gibt, braucht man keine Koalitionsbedingungen. So kann man ganz entspannt zusammen fair, demokratisch und zielorientiert regieren. Aber nee… die sehr geehrten Wählerinnen und Wähler wollen ja belustigt werden. Mit Kampf und mit Ideologie. Mit Identität und mit Abgrenzung. Und dafür braucht es aufgeblasene Reizthemen.

 

Homoehe: Katrin Göring-Eckardt kann’s nicht lassen

Die Grünen knüpfen mögliche Rgierungsbeteiligungen nach der BT-Wahl 2017 an die Bedingung der Anerkennung der Homoehe, was ich vor kurzem schon hier thematisiert habe. Zuvor bezeichnete die grüne Kanzlerkandidatin Göring-Eckardt Kritiker der Homoehe per se als Arschlöcher. Dass die Grünen und andere Parteien die „Ehe für alle“ fordern, ist nichts neues. Dass sie aber eine zukünftige Regierung von dieser Nebensächichkeit abhängig machen wollen ist – naja – streitbar. Jetzt legt KGE noch mal nach und versucht, genau das in einem Gastbeitrag in der Zeit zu verteidigen. Wie viele stichhaltige Argumente für diese schwerwiegende Entscheidung werden jetzt wohl kommen? Wer hätte es gedacht; genau null:

„Argument“ Nr. 1 ist….. (Trommelwirbel): „Because it’s 2017

Yeah, 2017! Cool! Mit demselben Argument hätte Hitler den Überfall auf Polen legitimieren können. „Bikos itz neunzehnhundeRRtneununddRReißig!!!“

„Argument“ Nr. 2: „es gibt keinen Grund, warum die Liebe der einen nicht genau so viel zählt wie die Liebe der anderen.“

Nein, Frau Eckardt. Thema verfehlt. Es geht hier nicht um Liebe, sondern um Eherecht.  Und selbst wenn: Das rechtfertigt nicht, die Homoehe zur Bedingung für eine Koalition zu machen.

„Argumente“ 3-5:

„Weil das so überfällig ist“ – siehe Hitler

„weil es so einfach ist“ – dachte Hitler auch

„Argument“ 6: „und weil die große Koalition diese Änderung in den vergangenen vier Jahren sage und schreibe 30 Mal vertagt hat“ – Ja. Und warum wurde das immer wieder vertagt? So weit ich das beurteilen kann deswegen, weil das Parlament dem Thema verständlicherweise eine geringere Priorität gibt und daher andere Gesetzvorhaben Vorrang haben. Insofern kann auch das keine Rechtfertigung sein.

„Argument“ 7 ist der Klassiker: „Wie wichtig die Ehe für alle auch in diesem Wahlkampf ist, zeigt schon das aktuelle Urteil des Verfassungsgerichts, was einen Antrag auf Bundestagsabstimmung über die Ehe für Schwule und Lesben abgelehnt hat.“

Bei diesem verlinkten Urteil handelt es sich übrigens um dasselbe Thema wie bei Nr. 6.  KGEs Argument ist das typische „wenn andere dagegen sind, zeigt das nur die Relevanz und Richtigkeit der eigenen Sache und dass wir jetzt um so vehementer darum streiten müssen!“ (Nur mit dem Unterschied, dass das BVG nicht dagegen ist, sondern einfach nur festgestellt hat, dass der BT solche Entscheidungen vertagen kann.) Egal wie man zur Homoehe steht, man muss seine Position argumentativ verteidigen. Aber das was KGE hier abliefert ist keine Argumentation. Sowas ist einfach nur peinlicher identitätspolitischer Kindergarten. Und noch mal zur Erinnerung: Sie ist Kanzlerkandidatin und Fraktionsvorsitzende.

Noch mehr Kurznachrichten

In Ergänzung zu Aranxos heutigen Kurznachrichten

  1. Anne Wizorek zieht in der ZEIT über Kohl und seine Familie her

Die Femi-Bloggerin und Aktivistin Anne Wizorek (#aufschrei) mault in einem Helmut-Kohl-Gedenkbeitrag bei ZOn über den „Patriarchen“ Kohl und seine arme unterdrückte Ehefrau. Wizorek:

Mittlerweile verbinde ich den Namen Helmut Kohl auch mit dem veralteten Geschlechterbild eines Patriarchen, der nur für die Arbeit lebt, und dessen Frau alles Familiäre mit einem Lächeln auffängt – während sie hinter verschlossener Tür darunter leidet.

Als Beleg für Kohls „veraltetes Geschlechterbild“, unter dem seine Frau angeblich zu leiden gehabt hätte, führt sie an, dass sie mal eine Satiresendung gesehen hatte, in der Kohl Kreuzworträtsel löst (ich hab’s auch nicht verstanden). Mehr Begründung für diese Respektlosigkeit Kohl und seiner Frau gegenüber gibt’s von Wizorek nicht.

Kleines Bonbon dabei: ZOn kontrolliert alle Kommentare zu ebendiesem Artikel besonders streng mit der Begründung:

Die Wahrung der Pietät ist uns bei Todesfällen wichtig, weswegen alle Kommentare vor der Veröffentlichung geprüft werden.

Ah ja, aber feministische Pietätlosigkeit ist natürlich kein Ding, denn sowas ist ja fortschrittlich.

http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-06/erinnerungen-helmut-kohl-ddr-wiedervereinigung/komplettansicht#kondolenzbuch-kommentare-info-1-tab

Die Politisierung von Kohls Familie hat übrigens Tradition. Wikipedia listet einige Beispiele für Schmutzkampagnen und Sippenhaft gegen Hannelore Kohl auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hannelore_Kohl#Ehe_mit_Helmut_Kohl

 

2. Grüne werden Koalition 2017 von Homo-Ehe abhängig machen

Eine Nebensächlichkeit spaltet die Menschheit: Das Thema Homoehe ist für manche Leute so wahnsinnig wichtig, dass die Grünen angekündigt haben, nach der kommenden BT-Wahl mit keiner Partei zu koalieren, die die Homoehe nicht akzepiert. Das betrifft insbesondere die CDU, die gegen die „Ehe für alle“ ist.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-06/buendnis-90-gruenen-bundestagswahl-ehe-fuer-alle-wahlprogramm

Man mag für die Öffnung der Ehe sein, ich persönlich habe damit auch kein Problem, aber die Regierungsfähigkeit des Landes von so einem Pipifax abhängig zu machen ist nicht nur affig, sondern kann auch unangenehm werden. Man stelle sich mal vor, alle Parteien würden sich so verhalten. Könnte es dann zu Koalitionen kommen?

Oder ist die Homoehe gar kein Pipifax sondern wirklich eine der wichtigsten politischen Fragen der Gegenwart? Jein. Nüchtern betrachtet ist die Frage relativ unwichtig, denn die bestehende „eingetragene Lebenspartnerschaft“ hat einen ähnlichen Status wie die Ehe und die Aufwertung zur echten Ehe verändert nicht so viel. Allerdings ist die Homoehe für die neue queer-feministische Linke eines der wichtigsten Identitätsmerkmale. Wer sie verweigert, der muss zur falschen Seite gehören und ist unwählbar – so denken einige Grün-Wähler anscheinend. Da nun aber die Grünen nicht mehr die einzige Partei sind, die sich für die Homoehe einsetzen, müssen sie noch einen nachsetzen um sich besonders entschlossen und queer und fortschrittlich zu geben. Die Entscheidung der Grünen (bei der Volker Beck treibende Kraft war) ist daher vor allem Symbolpolitik für Watte-gepackte queer-vernarrte Politikverweigerer.

 

3. Lesbische Grüße an die EU?

Ein ganz ähnliches Thema wie grad eben: Serbien hat einen neuen Premier: weiblich, lesbisch, irgendwie liberal und proeuropäisch und unsere Leitmedien sind begeistert. Sie ist zwar leider nicht auch noch schwarz und behindert aber immerhin: Ana Brnabić – eine Lesbe als Regierungschefin des orthodoxen Serbien! Das ist in der Tat etwas verwunderlich, da die serbisch-orthodoxe Kirche sich gegen Brnabić ausgesprochen hat, aber trotzdem ist mir etwas aufgestoßen, wie ihre Sexualität bei z.B. SpOn und ZOn in den Vordergrund gezerrt wird. Doch ein Grund mehr, um den Vorgang kritisch zu betrachten. Spiegel schreibt den vielsagenden Satz:

[…] schließlich steckt hinter Brnabics Nominierung  als Regierungschefin [durch Präsident Vucic, nicht durch das serbische Volk] auch das Signal an die Europäische Union, dass Serbien einen pro-westlichen, pro-europäischen Weg verfolgt – und keinen eher pro-russischen […]

Das bezog sich darauf, dass Brnabić wirtschaftsliberal und proeuropäisch ist, doch der Schluss liegt nahe, dass dasselbe Prizip auch für die Frage nach der Sexualität gilt. Serbien unter Präsident Vucic möchte der EU beitreten. Brnabic ist dem Präsidenten anscheinend sehr hörig und politisch sehr unerfahren – sprich: die perfekte Marionette, was auch bei SpOn und ZOn angesprochen wird. Dass sie durch ihre Sexualität bei der Diversity-begeisterten europäischen Öffentlichkeit gut ankommt, war möglicherweise ein von Präsident Vucic einkalkulierter Schachzug: „Schaut mal wie modern wir sind! Scheißt doch drauf, dass wir hier ein Demokratiedefizit und eine schwache Wirtschaft haben – wir haben eine Lesbe! Das habt noch nicht mal ihr.“ Mag sein, dass es nur ein Zufall ist, dass die Dame lesbisch ist. Ich halte es aber für gut möglich, dass hier die Sexualität politisch instrumentalisiert wurde.

 

4. Maas steht zu Netz-DG, stellt aber Änderungen in Aussicht

Kleines Update bei der ZEIT zum geplanten Meinungsmanagement unseres „Justiz“-Ministers. Wer es nicht kennt: Heiko Maas (SPD) will soziale Netzwerke (FB, Twitter, Youtube..) dazu verpflichten, „Hatespeech“ und „Fakenews“, die von Nutzern gepostet werden, sofort zu löschen. Und zwar ohne Gericht, Staatsanwalt und diesem ganzen anderen neumodischen Rechtsstaatsgedöns. Wenn die Seitenbetreiber nicht spuren, können sie satte Strafen zahlen. Welche Aussagen strafwürdig sind und welche nicht, dürfen sie dabei selbst entscheiden. Autoritäre Feministen und sonstige Sprachpolizisten jubeln und liberale Bürgerrechtler sind entsetzt, denn die Folge könnten historische Eingriffe in die freie Debattenkultur im Netz sein, da die Sozialen Netzwerke vorsichtshalber lieber 10 000 Kommentare zu viel als 10 zu wenig löschen werden. Zum Update und zur neuen Rechtfertigung von Maas habe ich allerdings nicht mehr zu zu sagen, als schon bei der ZEIT geschrieben wurde:

http://www.zeit.de/digital/internet/2017-06/hasskommentare-netzwerkdurchsetzungsgesetz-netzdg-aenderungen/komplettansicht

Ein interessantes aber schon älteres Interview zu dem Thema mit Renate Künast (Grüne) gibt’s hier. Dort sieht man, wie Leute die eine solche Form der Zensur durch die Hintertür wollen, denken. Künast geht Maas Vorhaben nämlich noch nicht weit genug, da es „nur“ strafbare Inhalte unter Strafe stellen will aber legale „Hatespeech“ einfach so unangetastet bleiben soll. Im Ernst.

 

5. Weitere interessante Kurznachrichten bei Genderama. Denn, heute ist der 17. Juni, der Kurznachrichtentag! der Tag an dem sich mutige DDR-Bürger mit Kurznachrichten gegen sowjetische Panzer gestellt haben, die ihnen Stalins Gendermainstreaming aufzwingen wollten 😉

In Gedenken der Helden des 17. Juni 1953. Menschen wie euch braucht die Welt!

Manspreading-Alarm in Madrid

Wie im guten alten 16. Jahrhundert erreicht uns das Gold aus Amerika über Spanien. Der spanische Verkehrskonzern EMT untersagt „Manspreading“ (also breitbeiniges Sitzen von Männern in der Öffentlichkeit) und schließt sich damit dem neusten feministischen Moraltrend aus der Neuen Welt an. Nachdem spanische femi-Aktivisten(die nach manchen Quellen ‚Mujeres en Lucha‘ und nach manchen Quellen ‚Microrrelatos Feministas‚ heißen) über eine Online-Pedition Stimmung gegen das patriarchale Ritual des „Manspreading“ gemacht haben, ist der Stadt-eigene (nicht private!) Verkehrsbetrieb EMT am 7. Juni darauf eingegangen und schmückt von nun an die Busse der spanischen Hauptstadt mit Warnschildern, die ein Männchen dabei zeigen wie es breitbeinig sitzt (während daneben frei ist) und zeigt durch ein Kreuz an, dass das Männchen sich falsch verhält. Gemütlich machen verboten, besonders für Männer? Na gut; darunter steht „Respektier den Platz der anderen“. Man kann das Schild also auch einfach nur so interpretieren, dass es EMT darum geht, grundsätzlich das -in der Tat störende- Verhalten zu unterbinden, dass sich Fahrgäste (egal ob männlich oder weiblich oder Apache-Helikopter) zu sehr ausbreiten (egal ob durch breitbeiniges Sitzen der Herren oder Handtasche abstellen bei den Damen oder Rotorblätter umherwirbeln bei den Apache-Helikoptern) und anderen Fahrgästen damit den Platz wegnehmen. Doch diese Interpretation wäre leider nur die halbe Wahrheit. Denn EMT und die Madrider Stadtverwaltung möchten dies explizit als Kampf gegen „Manspreading“ und als „Gleichstellung“ verstanden wissen. „Die EMT hat die Initiative in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbehörde der Stadt Madrid ins Leben gerufen.“, schreibt die WELT, welche die Maßnahme übrigens angemessen findet (war’n die nicht irgendwie konservativ oder so?) und der amtliche Twitterkanal der Stadt stellt dies unter #manspreading.

Was ist so schlimm daran? Fahrgäste offiziell aufzufordern, anderen genug Platz zu lassen, ist in Ordnung. Aber das Fehlverhalten zu gendern, wie es beim Kampf gegen „Manspreading“ passiert, ist ungerecht. Erstens wird mit zweierlei Maß gemessen, da vergleichbares Verhalten bei Frauen ja ok zu sein scheint und zweitens bekämpft die Aktion nicht direkt das Wegnehmen von Platz sondern eine bestimmte Sitzhaltung an sich, gerade weil sie bevorzugt von Männern eingenommen wird und als „Dominanzgebaren“ oder dergleichen Unsinn interpretiert wird, egal ob damit tatsächlich jemanden der Platz weggenommen wird oder nicht. Und das nenne ich staatliche Schikane von Männern. Oder im Jargon der Maskulisten: sexistische Diskriminierung.

Bei Ze.tt (gehört zu ZEIT-Online) kommentiert übrigens der unvergleichlich stupide Till Eckert, der uns schon mit seinem Jahrhundertwerk  „Wie Männer den Feminismus unterstützen können“ viele tragikomische Minuten beschert hat.

Wer spanisch kann, sollte sich auch auf jeden Fall mal die offizielle Website der Madrider Stadtverwaltung zu Gemüte führen:

https://diario.madrid.es/

Feminismus und Kampf gegen „Macho-Gewalt“ scheinen dort für die linke Stadtregierung (Podemos und PSOE unter Bürgermeisterin Manuela Carmena) explizit Staatsraison zu sein. Aber mein Spanisch reicht nicht aus um da tiefer einzudringen.

 

Schleswig-Holstein und Frankreich

Hallo liebe Freunde der gepflegten Hatespeech und patriarchalischen Strukturen, ich bin gerade noch über 2 Sachen gestolpert die einen beitrag wert wären, aber leider hab ich heute und die nächsten Tage überhaupt keine zeit zu schreiben. Deshalb nur ein paar schnell hingepfuschte Zeilen dazu. vielleicht möchte sich jemand anderes intensiver mit den Fällen auseinandersetzen. es handelt sich:

1. um die Wahlniederlage des schleswig-holsteinschen Amtsinhaber Torsten Albig dem, so vermuten einige Medien, eine „sexistische“ Aussage zu Fall gebracht hat:

https://www.gmx.net/magazine/politik/einevielleicht-verhaengnisvolle-homestory-32313272

zitat gmx-news (ein durchschnittlicheres Medium als man denkt):

„Über seine Nochehefrau sagt Albig: „Die Trennung von meiner Frau war für mich ein sehr schwerer Schritt. Mir war diese Ehe wichtig. Wir haben uns ja mal sehr geliebt.“

Dann kommt die entscheidende Passage: „Aber leider haben wir beide nicht genügend auf uns aufgepasst. Irgendwann entwickelte sich mein Leben schneller als ihres. Wir hatten nur noch ganz wenige Momente, in denen wir uns auf Augenhöhe ausgetauscht haben. Ich war beruflich ständig unterwegs, meine Frau war in der Rolle als Mutter und Managerin unseres Haushalts gefangen.“ Dies werfe er, Albig, sich insbesondere selbst vor“ [zitat gmx ende]

das haben dann einige als macho-mäßig etc pp aufgefasst…

 

2. Frankreich

Die Zeit berichtete darüber welche sozialen Gruppen wen gewählt haben und ups: Die bösen Männer haben den guten Macron gewählt und die guten Frauen die böse Le Pen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-05/wahlanalyse-frankreich-praesidentschaftswahl-wahlbeteiligung

wär es andersrum gewesen, hätte man die Erklärung gehört, dass die angry-white-man mal wieder gnadenlos zugeschlagen haben wie bei Trump. Aber diesmal?

Außerdem erinner ich mich noch an einen putzigen Artikel in der Bild der Frau … äh… ich meine bei Edition F, der sich vor der Wahl mit dem Dilemma auseinandersetzte, dass man in Frankreich leider den, also naja… diesen (triggerwarnung!) -Mann- wählen muss:

https://editionf.com/Frankreich-Wahl-Marine-Le-Pen

viel spaß

 

OECD: Trotz Fortschritte Hausfrauen immer noch nicht ausgerottet, Schwesig sieht Handlungsbedarf

Man sollte es kaum glauben, aber auch in Deutschland des Jahres 2017 gibt es noch ca. 30% Frauen, die während ihrer Mutterschaft (mit Kind zwischen 0-14 Jahren) keiner regulären Lohnarbeit nachgehen, sondern reine Hausfrau werden. Weitere 40% gehen für das Wohl ihrer Familie in Teilzeit. Das hat eine die OECD-Studie herausgefunden, die die familiäre Arbeitsteilung untersucht. Die feministischen Streber aus Skandinavien stehen natürlich mal wieder besser da – na gut – das sind ja auch rassereinere Germanen als wir. Doch schwer zu ertragen für jede anständige Deutsche mit Kaiser-Wilhelm-Damenbart: Das Land der Dichter und Dichterinnen und Denker und Denkerinnen steht beim OECD-Ländervergleich noch rückständiger da als so Länder wie (einmal Nase rümpfen bitte) Italien und Irland, Polen und Portugal. Deutschland ist bei der Arbeitstätigkeit von Müttern nämlich nur knapp über dem OECD-Durchschnitt und beim durchschnittlichen Beitrag von Frauen zum Einkommen eines Haushaltes stehen wir sogar nur im unteren Drittel der OECD-Länder. Peinlich! Fast noch islamische Verhältnisse hier! Gemäß SPIEGEL und ZEIT lobt die Studie zwar unser Land für die Fortschritte, die wir schon gemacht haben. Aber was wäre so ein Fortschrittlichkeits-Lob ohne ein „Aber-es-bleibt-noch-viel-zu-tun“?

hausfrau
Rückständig, patriarchal unterdrückt, wirtschaftsschädlich: So ist die Hausfrau von der es, laut OECD, in Deutschland immer noch einige tausend Individuen geben soll. Ihre Rassenmerkmale, nach denen Ausschau zu halten ist: Schürze, Kinder an der Seite, Haushaltsgeräte oder Lebensmittel in der Hand. Wie auf dem Schaubild gut zu erkennen, neigt die Hausfrau dazu, ihr schändliches Verhalten gezielt ihren Töchtern vorzuleben, um sich so zu reproduzieren. Das zu erkennende Lächeln wird ihr vom Patriarchat aufgezwungen. Es darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Wesen totunglücklich sind, weil es ihnen verwehrt wird, zum BIP beizutragen.

Denn zufrieden sind die Autoren der OECD-Studie natürlich noch lange nicht, weil es immer noch Reste der klassischen Rollenverteilung gibt und Frauen und Männer privat und wirtschaftlich noch nicht gleichgestellt sind und mahnt daher weitere Schritte zur Abschaffung der Hausfrau an. Karrierefrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) fühlt sich davon sofort angesprochen. Auf so einen Wink mit dem Zaunpfahl hat sie nur gewartet. Laut Spiegel (der oben verlinkte Spiegelartikel ist bemerkenswert, weil er einen für den Spiegel ungewohnten autoritär-feministischen Unterton pflegt) möchte sie jetzt mehr Väter zur Inanspruchnahme der Elternzeit motivieren und zudem „weitere Förderinstrumente“ entwickeln. Spiegel: „Sie will es künftig Eltern kleiner Kinder ermöglichen, dass beide zwischen 28 und 36 Stunden arbeiten können“ und eine solche vorbildliche national-kapitalistische Arbeitsethik, die den Kindern bestimmt supergut tun wird, mit 300€ Steuergeld prämieren. Die Familie ohne geschlechtliche Arbeitsteilung ist Staatsraison, ob das nun den Lebensweisen und Vorstellungen der Mehrheitsbevölkerung entspricht oder nicht, ist egal. Die Regierung befindet sich schließlich im Kulturkampf und im internationalen Wettbewerb ums dickste BIP und das progressivste Image.

Frau Schwesig, führen Sie Ihre Familie, wie Sie es für richtig halten. Wenn Sie solche Angst vor der Tradition haben, dann sperren Sie sich, Ihren Ehemann und Ihre Kinder meinetwegen in ein Umerziehungslager in dem Geschlechterrollen abtrainiert werden. Aber lassen Sie bitte die Mütter, Väter und insbesondere die Hausfrauen dieses Landes in Ruhe und lernen Sie endlich, deren Leistung für die Gesellschaft anzuerkennen, anstatt ihnen zu erzählen wie rückständig, unterdrückt und verzichtbar sie sind. Wenn Sie das nicht schaffen, haben Sie im Familienministerium nichts verloren.

Autor: Jonas