Warum die „Männerbewegung“ nichts erreicht

Geht ein Mann auf die Straße und demonstriert gegen Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen, die Männern widerfahren? Nein, er geht zur Arbeit, um Geld für die Familie zu verdienen und seine Karriere nicht durch zwielichtige Aktionen („ich muss mal zur Männerdemo, brauche kurzfristig einen Tag Urlaub“) zu gefährden.

Ja, richtig, er kennt ein paar Fälle, wo Kumpels und Kollegen Probleme haben. Durch Scheidung, durch den Kampf ums Kind, durch hohe Unterhaltszahlungen. Aber es droht keine Gefahr, schließlich ist seine Familie intakt, die Ehe funktionert. Es ist derzeit nicht vorstellbar, dass sich das Ändern könnte.

Und was sollte er überhaupt der eigenen Frau erzählen, wohin er geht, falls er doch zur Demo ginge? Dass er jetzt dafür eintritt, dass es mehr Gerechtigkeit geben soll im Trennungsfall? Das würde ja bedeuten, dass er ihre Möglichkeiten als Frau beschneiden will! Er müsste erstmal glaubwürdig klar machen, dass er das quasi aus Solidaritätsgründen tut und er selbst nicht glaubt, je in eine solche Verlegenheit zu kommen. Nein, nein, sie lieben sich doch. Sich für so etwas engagieren wäre ja die Unterstellung, dass er davon ausginge, die Liebste würde sich in eine Furie verwandeln, wenn …

Und im Scheidungsfall ihrer besten Freundin ist es ja auch gerechtfertigt, dass er blutet. Hat er sie doch betrogen, das Schwein, wie sie immer sagt. Wo hingegen sie immer ihren netten Kollegen Meyer bemitleidet, dem seine Ex ja so übel mitspielt. Und so eine wird sie ja nicht werden, falls … dafür kennt man sich doch viel zu gut.

Überhaupt, „Männerbewegung“ … das klingt schon schw … ähhh … verweichlicht. Männer, die im Rudel Schutz suchen müssen und fordern, dass etwas für sie geändert wird. Männer, die es alleine nicht gebacken bekommen. Die die Härten des Lebens nicht ohne Beistand aushalten können.

Und „Maskulinisten“? Das sind doch die verschrobenen Leute in komischen Klamotten, meist auch etwas Nazi (sagen jedenfalls die Zeitungen) und oft auch ohne Frau – warum wohl?


 

Und so stellen sich Männer selbst ein Bein. Der dem Mann innewohnende Wettbewerbsgedanke hindert sie daran, sich zu solidarisieren. Jeder ist sich selbst der nächste, Betroffene kämpfen alleine vor den Gerichten. Jeder sieht zu, dass er selbst gut über die Runden kommt, sollen die anderen schauen, wo sie bleiben. Nur der Fitteste gewinnt.

Es den Frauen gleich zu tun, die protestierten, macht die Männerbewegung unausgesprochen zu einer weibischen Kopie. So etwas tun Männer nicht. So einen Mann will Frau auch nicht. Das paßt alles nicht ins Bild.

Warum sollten also Politiker und Parteien sich für Männer engagieren, die sich mit der Situation abfinden und gar nicht aufbegehren? Offensichtlich ist es dann nicht wahlentscheidend, wie Parteien zu den Anliegen von Männern stehen. Dagegen könnte es als frauenfeindlich und rückwärtsgewandt gesehen werden, wenn sie es trotzdem tun. Und das kostet garantiert weibliche Wählerstimmen.

Männer, wir werden nicht weiterkommen, wenn wir uns nicht zuerst aus unseren Gedankenfallen befreien. Und dann geht es darum, vehement einzufordern, was der Geschlechtergerechtigkeit auch aus Sicht der Männer zuwiderläuft.

 

 

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Frau fälscht Unterschrift, um sich künstlich befruchten zu lassen – Ex-Mann muss Unterhalt zahlen

UPDATE (siehe unten)

Quelle: SPIEGEL ONLINE

Ein Ehepaar läßt Eizellen der Frau mit den Spermien des Mannes in einem Labor befruchten und einfrieren. Wenig später kommt es zur Trennung des Paares. Wiederum später läßt sich die Frau in mehreren Versuchen befruchtete Eizellen einpflanzen. Damit das Labor dies tut, ist die Unterschrift des Mannes notwendig – die sie kurzerhand fälscht. Sie wird schwanger und bekommt einen Sohn. Der unfreiwillige Vater klagt dagegen, dass er für das Kind Unterhalt zahlen muß.

Was wäre nach gesundem Rechtsempfinden das Resultat dieser Klage?

Natürlich, dass die Frau mit ihrem Wunsch auf Unterhalt in die Wüste geschickt wird. SIE hat unmoralisch gehandelt, hat in krimineller Weise die Unterschrift gefälscht und wusste somit, dass das Ganze nicht in Ordnung ist. Wenn eine Person meint, die Unterschrift eines anderen Menschen fälschen zu müssen, dann weiß diese Person, dass sie die Original-Unterschrift nicht bekommen würde, wenn sie darum bitten würde. Sie handelt also gegen den Willen der so betrogenen Person.

Was in jeder anderen Konstellation sonnenklar ist (gefälschte Scheck-Unterschriften, gefälschte Unterschriften auf Verträgen usw.) gilt aber „selbstverständlich“ nicht, wenn eine Frau fälscht und es um Kindesunterhalt geht.

Nein, dann geht es darum, ob das Labor hätte erkennen müssen, dass die Unterschrift des Mannes gefälscht war. Oder ob eine Zustimmung eindeutig widerrufen wurde. Dann geht es darum, ob der unfreiwillige Vater dem Labor (!) den Unterhalt aufdrücken kann.

Nochmal: SIE hat gefälscht. SIE hat Unrecht getan. Und was passiert ihr? Gar nichts! Dass die Frau in irgendeiner Weise für ihr Tun bestraft wird – ich kann es im SPIEGEL-Artikel jedenfalls nicht herauslesen.

Ergo: Freibrief für Frauen, und das in einer solch existentiellen, wichtigen Angelegenheit. Unerfüllter Kinderwunsch? Keinen Bock auf einen Vater? Aber trotzdem finanziell abgesichert sein? Kein Problem – irgendeinen Trick wird sich finden lassen, irgendjemand wird schon zahlen. Ob der Samenspender oder das Labor.

UPDATE:

Aufgrund einiger Kommentare möchte ich noch etwas hinzufügen. Ja, Recht und Gerechtigkeit sind nicht dasselbe, das ist mir bekannt. Es mag sein, dass das gefällte Urteil angesichts der geltenden Rechtslage zu erwarten war. Es mag auch sein, dass die Papiere, die er noch als Ehemann unterzeichnet hat, unter der geltenden Rechtslage gegen ihn sprechen. Trotz alledem war die Fälschung seiner Unterschrift notwendig, damit das weitere Unheil seinen Lauf nehmen konnte. Ohne gefälschte Unterschrift wäre es nicht zu einer ungewollten Vaterschaft gekommen. Die dabei maßgeblich handelnde Frau wird nicht belangt. (So wie übrigens eine Frau auch nicht belangt wird, wenn sie einen falschen Vater angibt, ihn Unterhalt zahlen läßt und das später rauskomt. Dann muss nämlich der betrogene Nicht-Vater zusehen, wie er sich das Geld vom tatsächlichen Vater wiederholt – es streiten sich nur die Männer, obwohl auch da eine Frau entscheidend an diesem Unheil beteiligt ist). Recht und Gerechtigkeit sind nicht dasselbe und genau das prangere ich an. Denn über kurz oder lang muss das Recht dem Gerechtigkeitsempfinden folgen, sonst stimmt etwas nicht. Recht ist nicht statisch und wandelt sich mit der Zeit. Und es wieder mal ein Unding, dass diese Wandlung gerade bei Ungerechtigkeiten, die Männern widerfahren, so lange auf sich warten läßt. Aber es ist halt unmodern, sich seitens der Politik um die Belange von Männern zu kümmern, macht man sich doch sofort verdächtig, damit gegen die heiligen Kühe Feminismus und „Frauen-Gleichberechtigung“ zu sein.

 

Die nächste Generation am eigenen Berufsbild nicht interessierte Journalisten ist am Start!

Wozu recherchieren, wenn man schon eine festbetonierte Meinung zur Sache hat? Wozu sich mit den Ansichten anderer Leute auseinandersetzen, wenn man doch von der Eigenen zutiefst überzeugt ist? Wozu das alles, wenn der Ethos des Journalismus heute darin besteht, die Leserschaft hin zur „richtigen“ Meinung zu erziehen? Die Nachwuchsjournalistin Angela Gruber macht’s den Alten nach und instrumentalisiert in SPIEGEL ONLINE die Amokfahrt eines 25jährigen in Toronto für einen Rundumschlag gegen alles, was die heilige Kuh „Feminismus“ und ihre gottgebenen Vormachtsstellung ankratzen könnte. Tendenziöse Berichterstattung at it’s best.

Damit auch wirklich jeder kapiert, wohin die Reise des Artikels gehen soll, wird der Begriff „Frauenhass“ oder Synonyme davon (Frauenverachtung, Mysogenie, Krieg gegen Frauen, Online-Frauenhass usw.) im kurzen Beitrag gleich ein Dutzend mal aufgeführt.

Und dann geht das Feuerwerk der Begrifflichkeiten los: Incel, Reddit, 4chan, Gamergate, Alt-Right, MGTOW, Breitbart, Maskulinismus, Pick-up.

Aber Frau Gruber weist auch den richtigen Weg:

Während sich Feminismus und die Gleichberechtigung der Frau im gesellschaftlichen Mainstream als wichtige Themen durchsetzen, Beispiel #MeToo, sammelte sich im Netz eine Gegenbewegung

Gut, die Machthaber in China haben auch alles als „Konterrevolution“ bezeichnet, was ihnen nicht ins Schema paßte …

Es ist nichts dagegen zu sagen, wenn über die eigentliche Tat berichtet wird und auch der Hintergrund des Täters beschrieben wird. Die Amokfahrt wird hier jedoch nur als Aufhänger benutzt, um einen sehr einseitigen Artikel pro Feminismus und contra „alles Andere, was nicht Feminismus ist“ zu schreiben. Insbesondere, dass der allgemeine Begriff Maskulinismus erwähnt wird, ist nicht zu rechtfertigen.

Aber diese Methoden ziehen nicht mehr, sie sind durchschaubar. Erst recht, wenn so dick aufgetragen wird, wie im Artikel von Angela Gruber. Alle Journalisten, die nicht kurz vor dem Rentenalter stehen, täten gut daran, zu den Wurzeln ihres Berufs zurückzukehren (möglichst objektive Berichterstattung) und ihre ideologischen Scheuklappen abzulegen.

Für den schnellen Leser (SPIEGEL bietet den Service auch): Achtet immer darauf, welches gedankliche Klima in Euren Köpfen erzeugt werden soll.

 

Die Problematiken des Sexismus auf den Punkt gebracht

Als Erstes habe ich die Augen verdreht, als ich den Titel „Der verunsicherte Mann“ von Tomasz Kurianowicz bei ZEIT-ONLINE las, dachte ich doch, es handle sich um den x-ten Aufguß einer (sexistischen!) Beschreibung der gesamten Männerschaft unserer Gesellschaft, angesichts von weiblichen Errungenschaften, mit denen „Mann nun überhaupt nicht klar kommt“ (angeblich).

Tatsächlich meint der Autor sich höchstselbst und man kann wirklich herauslesen, wie vorsichtig er sich auf einem Minenfeld bewegt. Minen sind bekanntlich versteckt, man weiß nie, welche Stelle sich als vermint offenbart. Aber ich finde, er hat es ganz gut gemeistert, kann man doch so manche Textstelle als Disclaimer verstehen, Motto: „Ja, ich weiß, ich als Mann sollte die Klappe halten, aber wenn ich mal anmerken dürfte …“.

Aber Sticheleien beiseite: Thomasz Kurianowicz hat es auch insofern gut gemacht, indem er wichtige Punkte herausgearbeitet hat. Punkte, die ich hier aber anders beantworten möchte, als er es tut.

Die Frage, die ich mir schon seit Längerem stelle, ist folgende: Kann ich als Mann nachvollziehen, wie sich eine Frau fühlt, wenn sie sexistisch diskriminiert wird? Kann ich jene Kränkung und Angst nachempfinden, wenn sich ein großer, starker Mann einer schwächeren Frau gewaltvoll nähert? Kann ich die verbale Verletzung einer Frau empathisch nachvollziehen?

Auch hier richtet der Autor die Fragen auf den ersten Blick an sich selbst. Da er sich die Fragen aber unter dem Aspekt des Mann-seins stellt, gelten sie unterschwellig für alle Männer: Können Männer es nachvollziehen / nachfühlen / nachempfinden?

Nun, das hängt vom Wesen des einzelnen Mannes ab. Empathiefähigkeit ist eine individuelle Sache, auch bei Frauen, wenn diese auch in ihrer Gesamtheit als empathischer beschrieben werden. Für meinen Teil möchte ich ausdrücken, dass ich es nachvollziehen kann, wenn Sprüche, Gesten oder gar körperliche Annäherungen als (sehr) unangenehm empfunden werden. Auch Männer sind nicht frei von Erfahrungen in Form der Verletzung von persönlichen Grenzen, ob verbal oder tätlich.

Wo fängt Sexismus an und wo hört er auf? Wann ist er justiziabel und wann eine Respektlosigkeit? Wann ist er ein unglückliches Kompliment und wann eine verbale Attacke?

Diese Fragen finde ich teilweise unglücklich formuliert. Die Frage ist nicht, wo Sexismus aufhört (meines Erachtens fängt dort, wo etwas aufhört, das Nächstschlimmere an) und auch nicht, ob Sexismus justiziabel oder nur ein unglückliches Kompliment ist (beide Punkte unterstellen, dass Sexismus bereits gegeben ist). Nein, die in dieser Diskussion wichtige Frage wurde am Anfang des obigen Zitats gestellt: Ab wann ist irgendetwas Sexismus?

Für die gröberen Formen (antatschen, bewußte verbale Herabwürdigungen usw.) braucht man sich mit einer Beurteilung nicht lange aufhalten. Für alle anderen Dinge hängt es meines Erachtens sehr vom Kontext ab – und davon wie die Empfängeren / der Empfänger es auffaßt. Es geht nicht nur um die Empathiefähgikeit von Dritten, die eine Handlung oder eine Situation nachvollziehen, sondern darum, wie es die Betroffenen selbst sehen (können). Ansonsten landen wir sehr schnell bei einem „eigentlich geht und darf gar nichts“ oder bei einem Katalog von „no-go’s“, über dessen Inhalt dann die nächsten Jahre gestritten wird.

Abends ging ich auf Facebook und las den #MeToo-Bericht einer Bekannten aus Berlin. Ihr Eintrag schockierte mich zutiefst. Sie beschrieb, wie sie kürzlich auf einem Zahnarztstuhl unsittlich berührt wurde: Während einer Zahnbehandlung presste der behandelnde Arzt seinen Schritt gegen ihren Oberarm, so dass sie seinen Penis spürte. Der Arzt nutzte seine Machtposition und ihre Hilflosigkeit aus.

Natürlich ist das nicht ok.

Es folgte ein Telefonat mit der erwähnten Bekannten:

Wir einigten uns schnell, dass ihre Zahnarzterfahrung eine üble Form von sexueller Belästigung war.

Eben. Zwar mögen Übergänge fließend sein, aber hier ist die Sachlage eindeutig. Was hat das also in dem Artikel über Sexismus zu suchen?

Sie [die Bekannte von Tomasz Kurianowicz] machte mir klar, dass ich als Mann immer über eine Selbstsicherheit, über ein Identitätsprivileg verfügen würde, das ich niemals zu reflektieren und abzulegen imstande wäre. Sie sagte, dass die Idee, einen Text über Sexismus aus männlicher Perspektive zu schreiben, schon Teil des Problems sei. Meine Bekannte wurde noch konkreter, noch deutlicher. Sie sagte mir: „Du, Tomasz, bist selbst Teil des Problems.“

Wieder einmal wirft ein Geschlecht dem anderen Geschlecht Sexismus vor und wird dabei selbst sexistisch: Nur weil er ein Mann ist, ist er Problembestandteil.

Und das zwischen (guten?) Bekannten, wobei der männliche Part nicht den Eindruck macht, er wäre zu wenig selbstreflektiert bezüglich seiner männlichen Ausprägungen, wenn man seinen Artikel liest …

Doch jetzt zum wichtigsten Teil (Kleinbuchstaben als Aufzählung von mir eingefügt):

Wenn das Argument meiner Bekannten zuträfe, dann wäre jede weitere Diskussion über Sexismus zwischen Mann und Frau sinnlos. Dann müsste ich mich auf ewig wegducken (a) und hätte nur einen einzigen argumentativen Ausweg – die Gewalttätigkeit meines Geschlechts für immer zu akzeptieren. Besonders nachdenklich stimmte mich ein beeindruckender Essay der Tagesspiegel-Kollegin Anna Sauerbrey: Darin äußert sie die These, dass immer ein Rest Fremdheit zwischen Männern und Frauen bestehen werde – „jene Fremdheit zwischen Verstehen und Empfinden“.

[…]

Ist es denn wirklich unmöglich, sich eine Welt zu imaginieren, in der die Menschen nicht nach ihrem Geschlecht, sondern nach ihrem Wesen wahrgenommen werden? (b) Wollen wir dieses Ideal wirklich aufgeben, so unrealistisch es sein mag? (c) Ich denke, das wäre falsch. Die Fähigkeit zur Empathie erscheint mir unabdingbar auf dem Weg der Annäherung an dieses Ideal – die Empathie für das Fremde, für das andere Geschlecht. Die Annahme von einer unüberbrückbaren Geschlechterdifferenz würde den emanzipatorischen Anspruch des Feminismus ad absurdum führen und unterstellen, dass Männer eine Urschuld in sich tragen, die sie weder ablegen noch überwinden können. (d) Dass Männer hineingeboren sind in Unterdrückungspraktiken, die sie nicht abschütteln, sondern bestenfalls reduzieren können. Ist nicht das wiederum diskriminierend allen Männern gegenüber? (e)

Im Schnelldurchlauf:

a) Nein, kein Wegducken notwendig. Es ist nur dann notwendig, wenn man sich als wandelnden Fehler sieht.

b) Warum eine Welt imaginieren, in denen Menschen nach dem Wesen wahrgenommen werden? Das Geschlecht einer Person wird immer zeitgleich mit der Person wahrgenommen. Es ist Teil des Wesens. Und dass Frauen nicht mehr als Frauen wahrgenommen werden wollen, wäre mir völlig neu.

c) Bei unrealistischen Idealen sollte man sich fragen, ob nicht eine Ideologie dahintersteckt. Und Ideologien sollte man IMMER aufgeben.

d) Nennen Sie es nicht „Urschuld“ …

e) Nein, es ist nicht diskriminierend, wenn man das Nachfolgende akzeptiert.

Ich denke, es gäbe etwas, dass uns alle weiterbringen könnte: Die ideologiefreie Akzeptanz der menschlichen Natur, so wie sie ist. Ohne folgenden Vorwurf, man würde dadurch versuchen, sich auf biologischer Ebene aus der Affäre zu ziehen. Und ohne die Unehrlichkeit, nicht zuzugeben, dass diese biologische Natur auf der anderen Seite auch gewollt und willkommen ist.

So absolut verständlich es für mich ist, dass es Aussagen oder Annäherungen gibt, die Frauen als unangenehm empfinden, so klar ist es für mich, dass wir nicht aus unserer Haut heraus können.

Männer folgen zum einen einem ewigen Wettbewerbsgedanken und jeder Wettbewerb hat mit Dominanzstreben zu tun. Nach jedem sportlichen Kräftemessen steht die Siegerperson mindestens einen Kopf höher auf dem Podest als alle Übrigen – übrigens auch Frauen. Dominanz zu zeigen liegt in der Natur des Mannes.

Männer sind die sexuelleren Wesen. Man kann es einem zivilisierten Mann abtrainieren, sich zu sexistischen Impulsen hinreißen zu lassen, aber auch in seinem Kopf (und nicht nur in den Köpfen von Macho-Männern) spielt es sich trotzdem ab. In Sekundenbruchteilen. Nein, das soll keine Entschuldigung für irgendetwas sein, es ist eine bloße Feststellung.

Und so zu tun, als seien diese Dinge stets unwillkommen, ist scheinheilig. Dominanz und Führungsqualitäten (beispielsweise des Ehepartners) wird von Frauen gern gesehen, wenn es dem eigenen Status, eigenen Vorteilen oder dem eigenen Schutz dient. Und ein zweideutiger Spruch oder gar eine Tätschlei im passenden Kontext vom passenden Mann wird sicherlich nicht als Sexismus deklariert werden.

Reformbedürftig: Die Situation mit Kindern im Fall einer Trennung

Die Frage, die zu Beginn dieses Artikels gestellt wird, ist ungewöhnlich, weil die Antwort darauf gefühlt als Selbstverständlichkeit gilt. Daher wird sie gar nicht erst gestellt. Es mag Menschen geben, die diese Frage sogar unmoralisch finden, weil sie wie nach einer „Daseinsberechtigung“ klingt. Man kann auch über die Formulierung an sich streiten. Aber genug der Vorwarnung, die Frage lautet:

Warum schafft man sich Kinder an?

Die Antworten darauf mögen individuell verschieden sein, aber man liegt sicher nicht falsch, wenn man diese zusammenfasst unter: „Um sich an ihnen zu erfreuen“. Natürlich (schon wieder ein Disclaimer) ist bekannt, dass Kinder nicht nur Freude bereiten, sondern auch Mühe machen und die Eltern dafür verschiedene Einschränkungen in Kauf nehmen. Aber: Die Freude überstrahlt aber alle Mühe, sonst würde man das mit den Kindern lassen.

So lange die beiden Elternteile glücklich zusammenleben und an einem Strang ziehen, ist alles in bester Ordnung. Im Normalfall besprechen sich die Eltern untereinander, legen fest, wie die Kinder aufwachsen sollen und es gibt keine Einschränkungen hinsichtlich des Umgangs. Man gönnt sich die Kinder gegenseitig. Auch im finanziellen Bereich liegt die Entscheidung bei den Eltern. So können Wohlhabende beispielsweise die Entscheidung treffen, dass ihre Kinder doch eher bescheiden aufwachsen sollen, um damit einen erzieherischen Effekt bezüglich der Wertschätzung materieller Dinge zu erzielen. Oder umgekehrt: ein Paar mit geringerem Einkommen beschließt, ihren Kindern so viel wie möglich zukommen zu lassen und selbst stark zurückzustecken. Die Eltern sind da sehr frei, in jeglicher Hinsicht über die Kinder zu entscheiden.

Und dann kommt die Trennung und alles wird anders. Wenn es schlecht läuft – was nicht selten ist, weil sich die Ex-Partner nicht mehr grün sind -, dann kommt eine Menge Fremdbestimmtheit ins Spiel. Zumindest für ein Elternteil, meist den Mann.

Der Umgang wird stark eingeschränkt auf ein Wochenende alle zwei Wochen, vielleicht erschwert oder ganz vereitelt. Man wird wahrscheinlich zur Zahlung von Unterhalt verdonnert, dessen Höhe sich am Einkommen orientiert (vorbei die Zeiten, als man da ganz frei war und kein Hahn danach gekräht hat, was man den Kindern angedeihen ließ). Diesen Betrag „darf“ man an die Ex-Partnerin zahlen, auch wenn man deren Verhalten überhaupt nicht mehr schätzen kann. Da Geld ein homogenes Gut ist, weiß man nicht, wofür es tatsächlich ausgeben wird. Stellt in Frage ob es tatsächlich „so viel“ sein muß, gilt das als unmoralisch, und man selbst als jemand, der den eigenen Kindern nichts gönnt. Umgekehrt gilt es nicht als unmoralisch, möglichst viel zu fordern, egal, was aus dem Unterhaltsverpflichteten wird.

Und wenn es dann noch dicker kommt, dann lacht sich die Ex-Partnerin einen neuen Partner an und der hat künftig mehr von den Kindern, als der biologische Vater. Mit dem Unterhalt subventioniert man eine neue Familie.

Normalität nicht nur unter deutschen Dächern, mit dem Euphemismus „Patchworkfamilie“ benannt. Schaut man selbst in die Kontaktanzeigen der Onlineportale kommt einem als Mann ab und zu der Satz „Bitte ohne Altlasten“ unter die Brille (während männliche Inserenten auf Frauensuche auch mal ein „gerne auch mit Kind“ vom Stapel lassen). Vielleicht ist man auch gar nicht mehr in der Lage, selbst eine neue Familie zu finanzieren.

Bewertet man die Situation unter den Gesichtspunkten der Ausgangsfrage bleibt festzustellen: Die Freude an den Kindern wird drastisch eingeschränkt, dafür das Gefühl im Bauch, zusätzlich der Gelackmeierte zu sein durch Unterhalt und den fremden Mann, der „die Kinder hat“, ohne dafür wirklich aufkommen zu müssen.

Bevor jetzt Klagen im Kommentarbereich kommen, wie man dazu kommt, Kinder in eine Art „Kosten-Nutzen-Schema“ zu pressen: Es sind nicht die Kinder, mit denen das gemacht wird. Es ist die Situation. Und es ist nicht das gezahlte Geld, dass einen Indikator für die Liebe eines Vaters darstellt. Dieser Artikel beschreibt Emotionen. Enttäuschte Hoffnungen. Zugefügte psychische Schmerzen. Ärger und Wut. Vom Staat ungebremste Unfairness zwischen Partnern, die sich gegenseitig mal viel bedeutet haben, wovon kein Funke mehr zu erkennen ist.

Und auch diese Gefühle und Ansichten haben ihre Berechtigung. Schlaumeiereien, wie man etwas zu sehen, „richtig“ zu interpretieren hätte, helfen da nicht weiter.

Es geht nicht fair in den Dingen nach einer Trennung. Und auch, wenn es ein abgedroschener Hinweis ist: Würde das Frauen wiederfahren, was Männern (Vätern) wiederfährt, wäre es längst geändert.

Es bleibt die Hoffnung auf das Wechselmodell und dass staatliche/öffentliche Stellen ihre einseitige Unterstützung mehr und mehr verlassen (und das dies nicht nur auf dem Papier passiert).

 

[ Werbung: Gesellschaftsallerlei – Ein neuer Blog für gesellschaftliche, politische und Medien-Themen ]

Sexistische Werbung gegen Männer

Sexismus in der Werbung wird eher als „gegen die Frauen gehend“ vermutet. Mit dieser neuen Artikelreihe soll in erster Linie gezeigt werden, wie oft sich Werbe-Sexismus gegen Männer richtet. Geht es beispielsweise darum, ein Produkt oder eine Dienstleistung als besonderes clever darzustellen, ist es oft die schlaue Frau, die dieses clevere Produkt entdeckt hat und verwendet. Der Mann ist oft der zurückgebliebene Depp, der es noch nicht bemerkt hat. Oder Frauen werden als leistungsfähiger usw. dargestellt. Unmittelbarer Sexismus, bei dem man nicht mal um die Ecke denken muss, um ihn zu erkennen.

Hier die ersten zwei Beispiele. Ein Snack für den Toaster, bei dem der unbedarfte Mann mal eben durch das Dach des Hauses katapultiert wird und hart im Garten aufschlägt (er berappelt sich wieder). Die Frau hat das Produkt natürlich gekauft und weiß Bescheid.

Eigentlich sogar doppelt sexistisch, da die Frau – dem alten Rollenklischee entsprechend – in der Küche steht und für das Essen zuständig ist. Wie wäre es anderherum: Mann bereitet das Essen zu und Frau geht durch die Decke und schlägt auf? Brutaler Gedanke, oder? Wieso gilt nicht dasselbe für einen Mann?

Ein großes Möbelhaus aus Schweden weiß wohl, dass Mann immer für einen Lacher gut ist, geht es um seine Potenzprobleme. Immerhin ein Leiden, dass den betroffenen Männern (und den Partnerinnen) wirklich arge Probleme bereitet. Für die Werbung ist eine in die Jahre gekommene Frau, die lapidar und tabubrechend über die Altersleiden des Gatten berichtet, immer noch gut genug, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und nein, die anschließende Selbstironie wegen der nicht mehr straffen Haut ist nicht dasselbe Kaliber.

Dies soll übrigens kein „Gejammer“ sein. Es soll nur darauf hinweisen, was Männer schulterzuckend hinnehmen, während es auf weiblicher Seite gleich einen Aufschrei gibt, wenn angeblich oder wirklich verunglimpft in der Werbung.

Fällt auch Dir ein Werbespot ein, der in diesem Sinne sexistisch ist? Gerne auch die, bei denen Frauen schlecht wegkommen. Schreibe an: lionosys [at] quantentunnel.de

UPDATE 04.10.2017

Mich erreichte eine E-Mail, die mich auf die folgende Werbung hinwies (genauer: das Logobild): Facebookpräsenz alternative Energie. Natürlich ist dort die moderne, saubere Umweltenergie weiblich, die alte, gefährliche Atomenergie männlich.

 

 

 

 

 

Denn sie wissen Bescheid: Journalisten

Sebastian Eder (FAZ) heult mit den Mainstream-Wölfen gegen Arne Hoffmann und die Männerbewegung

Man kann Arne nur für seine Gelassenheit bewundern, mit einem sehr ins Persönliche abdriftenden Verriss auch noch sachlich umzugehen, als beträfe es nicht ihn selbst (siehe seine Kommentierung in Genderama). Mich betrifft der FAZ-Artikel nicht, aber mein erster Reflex war, dem Journalisten Sebastian Eder ins Gesicht zu kotzen und zwar im Strahl. Es ist erneut dieser widerwärtige, selbstgerechte, selbstgefällige, ignorante Stil, den unsere Berufsschreiberlinge an den Tag legen, der mich auf die Palme bringt.

Selbstverständlich wissen sie Bescheid, was gut und was falsch ist. Da gibt es kein vertun. Hat man ihnen doch lang und breit in Schule und Studium eingetrichtert. Aufrichtiges Interesse an anderen Meinungen, welches man ja eigentlich bei Journalisten erwarten sollte? Meistens Fehlanzeige, wenn es dem eigenen Weltbild entgegenläuft. Gleichzeitig wird anderen stets Intoleranz und eine verquerte Weltsicht unterstellt.

Es sei Ihnen versichert, Herr Eder, wir sind alle in den 80ern und 90ern groß geworden und haben alle dasselbe Schul- und Gesellschaftssystem genießen dürfen mit den darin vorherrschenden Ansichten. Wir kennen die Mantras. Der Unterschied ist: Einige haben begonnen zu zweifeln. Wie erfrischend wäre es für den Blätterwald, wenn Journalisten öfter mal zweifeln würden. Stattdessen wird – wie im oben verlinkten Artikel – süffisant draufgehauen. Der Lacher und das überzeugte Kopfnicken der ach-so-tollen Mehrheit gewiß. Wie billig man doch voran kommt, wenn man in einem sich selbst bestätigenden System lebt, nicht wahr?

Aber Herr Eder kann NOCH billiger:

Es wäre insgesamt recht einfach, sich über Arne Hoffmann lustig zu machen.

Warten Sie, Herr Eder, ich bemühe mich, vielleicht habe ich im hintersten Winkel meines Magens noch ein paar Kubikzentimenter für Sie übrig. Oder anders ausgedrückt: was heißt hier „es wäre recht einfach“? Ihr ganzer Artikel lebt davon, dass Sie es sich einfach machen, Arne Hoffmann zu diffamieren. Egal, ob es um sein Aussehen, seinen Kleidungsstil, seinen Kontakt zu Frauen, seinen Lebensstil, seine Bücher oder sonstwas geht. Um seine Anliegen geht es Ihnen nicht. Denn die sind ja „falsch“. Das war Ihnen schon klar, als sie per Telefon oder E-Mail einen Interview-Termin mit ihm vereinbarten. Und weil das alles „falsch“ ist, darf auch verdreht und übertrieben werden, Stichwort: „Was sind das für Männer, die das Gefühl haben unterdrückt zu werden?“.

Wenn Sie Schneid besäßen, dann würden Sie Genderama für ein paar Wochen mitlesen und anschließend Ihr vorgefasstes Urteil öffentlich revidieren. Denn es geht dort nicht darum, eine irgendwie geartete Form von „Männerunterdrückung“ darzustellen, sondern um die Aufdeckung von Ungerechtigkeiten, wie diese von Männern hingenommen werden müssen. Und, um mit einer falschen Logik aufzuräumen, die Aufdeckung von Ungerechtigkeiten auf der einen Seite (Männern) bedeutet nicht, die Ungerechtigkeiten auf der anderen Seite (Frauen) zu negieren. Allerdings bedeutet dies eine Relativierung. Und damit werden Sie und auch die Frauen zunehmend leben müssen. Denn gottlob gibt es auch eine 5. Gewalt: Die (privaten) Stimmen im Internet. Und die werden nicht mehr schweigen, egal, wieviel Dreck auf sie ausgekübelt wird.

zum selben Thema:

  1. Lucas Schoppe: Die Gewalt der vierten Gewalt – Ein Fallbeispiel
  2. Frankfurter Allgemeine fährt Attacke auf Genderama – News vom 29. August 2017
  3. Genderama: Reaktionen auf Sebastian Eders Hit Piece in der Frankfurter Allgemeinen
  4. Fietes 2 Groschen: Wir müssen mal über Arne reden, Sebastian – und über Dich
  5. Uepsilonniks: Wenn Argumente fehlen: Antimaskulistischer Dreck von Eder & Co.
  6. Scheidende Geister: Arne Hoffmann als Bedrohung unserer Gesellschaft
  7. Lucas Schoppe: Gibt es eine journalistische Verantwortung? Eine Frage an die FAZ