TV-Nachlese: Grayson Perry, die „Abrissbirne der männlichen Vorherrschaft“, bei #arte #tracks

And now to something completely different, möchte man da sagen. Da ich mich auch für Kunst interessiere und ich finde, dass auch Geschlechterallerlei mal etwas Kultur vertragen kann, verweise ich auf die arte-Sendung Tracks vom 14.12.2018, die auch bei Youtube zu finden ist (hier klicken). Ich kannte Grayson Perry (Jahrgang 1960) vorher noch nicht, in Großbritannien ist er ein mittlerweile etabliertes „enfant terrible“, das gerne auch mal in extravaganten Frauenkleidern die Öffentlichkeit sucht. Seine Person zieht sich wie der rote Faden durch die britisch-fokussierte Sendung. Ich will seine Aussagen gar nicht groß „auseinandernehmen“, sondern so wirken lassen, wie sie geäußert wurden. Hier die Stellen im Video, in denen er zu Wort kommt (wer sich nicht das ganze Video komplett ansehen möchte). Ich füge teilweise unterhalb der Videolinks Zitate von Grayson Perry ein.

Am Anfang, ab Sekunde 6 bis 1:54

Ab 3:00 bis 9:35

14:44 bis 17:23 mit folgenden Zitaten:

Grayson Perry: Gewalt ist hauptsächlich Männersache. Sie werden darauf getrimmt, Probleme mit Gewalt zu lösen. […]

Jungs werden dazu ermutigt zu handeln, statt einfach zu sein. Sie werden nicht gelobt, weil sie hübsch und liebenswert sind, sondern wenn sie Fußball spielen und ausrasten. ‚Oh, seht ihn euch an, ein wahrer Junge‘ […]

Ich finde, Männer müssen sich selbst hinterfragen. Es ist immer so: Männer haben Angst, dass man sie auslacht. Frauen haben Angst, dass man sie umbringt …

27:02 bis 32:41

Grayson Perry: Das Schönste daran, ein Transvestit zu sein, und das entgeht anderen Männern, ist angeschaut zu werden. Weil männliche Kleidung ist […] langweilig. Niemand wird sich nach ihnen auf der Straße umdrehen, sicher nicht. Mich hingegen sehen viele an. Wenn man Aufmerksamkeit möchte, bekommt man sie auch. Es hat große Auswirkungen auf die Erfahrung, die du jeden Tag aufgrund deines Geschlechts machst. Frauen sind Objekte, Männer die Subjekte. Ich finde die Art, wie Männer sich kleiden, hat etwas Feiges an sich. Sie wollen sich in ihren Kleidern verstecken, und daraus hervorlinsen – wie Vogelbeobachter. ‚Seht mich nicht an, ich habe nichts falsch gemacht.‘ […]

Es hat Vorteile, das Geschlecht zu wechseln. Männer sehen das nur als Verlust. Sie sehen den Verlust von Macht, Status, Privilegien. Aber es hat Vorteile. Und das sind: seelische Gesundheit, gute Beziehungen, Intimität. All diese Dinge, die sie haben könnten, wenn sie ihre Rolle aufgeben würden. Denn es ist nur eine Rolle. Wir spielen unser Geschlecht. Das kann man ändern, aber es ist sehr schwierig, weil es so tief in uns verwurzelt ist. Bis sich die Geschlechterrollen ändern, braucht es noch viele Generationen. Das ist nichts, was man liest und nächste Woche umsetzt. Deshalb frustriert mich die Intoleranz der ‚Aufgeklärten‘ so. Sie stehen der Unbeholfenheit des Wandels sehr unversöhnlich gegenüber. […]

[Über sich uns seine Freunde in den 80ern:] Uns war alles egal. Wir wußten nicht, was im Nachbarort passierte oder gar im Nachbarland. Wir haben einfach gemacht, was in unseren Augen lustig war und für unsere Freunde, die wir im Club trafen. ‚Diese Woche trage ich Schuhe mit Stahlkappen und einen BH und sonst nichts, weil ich das witzig finde.‘ Und jetzt gibt es diesen globalen Brei. Das ist eine andere Art von Kultur, aber originell zu sein und sich abzuheben ist echt schwer. Weil alle sagen ‚ach ja, das kenne ich schon, das habe ich neulich auf Instagram gesehen. Echt interessant, ja … hast du das auch in blau?‘

38:05 bis 40:50

44:55 bis 45:58

Grayson Perry: Wir glauben immer, wir seien im Recht. Und wenn jemand dasselbe macht wie wir, aber nicht auf genau dieselbe Art, dann ist es so … fast wie eine Assoziation, als würde uns dieses Verhalten beschmutzen. […] Das machen auch viele Weiße im Moment. ‚Das da sind die bösen Weißen, das sind die Rassisten. Ich will nicht von denen in den Dreck gezogen werden.‘ Es sind immer die Anderen. Wie mit den Männern. Viele Männer beschuldigen andere Männer. ‚Du bist sexistisch, weil ich es nicht bin, bist du es.‘ Und so weiter. ‚Du bist ein Snob, ich bin ein guter Snob, du bist ein schlechter.‘ Alle machen es. Ständig. Ich liebe es.

Soviel zu Grayson Perry. Ich wollte erst noch etwas über die anderen Beiträge schreiben, aber die sind für eine Kulturausgabe von Geschlechterallerlei zu langweilig-feministisch und berechenbar (z.B. über das verlogene „Free the pimple“, bei denen Frauen mit Akne zum Opfer des Schönheitsdiktats stilisiert werden. Wer es sehen möchte, ab 32:41). Einzig interessant in der Sendung noch das Portrait / Interview mit dem Schauspieler Malcolm McDowell (ab 17:25).

#Jusos und #Abtreibung: Gott schütze uns vor einer ideologisierten Jugend

Ich bin nicht religiös im Sinne einer traditionellen Standardreligion. Die Überschrift ist daher als Metapher zu verstehen, was es braucht, um ideologisierte junge Leute von ihrem Tun abzuhalten. Gottlob (sorry, schon wieder …) hat Sabrina Simmons von den Jusos keine Macht, um irgendwas zu tun. Sie kann nur reden. Und ich hoffe, dass sie aufgrund ihrer Rede auf Lebenszeit verschissen hat, in die Reichweite von irgendeiner politischen Macht zu kommen. Ich hoffe, dass ihr ihre Rede vorgehalten wird, sollte es um Positionen mit entscheidender Bedeutung gehen.

Exkurs. Diktatoren und Regimes haben sich schon immer gerne die Kinder in ihrer Gesellschaft geschnappt, um deren Hirne früh mit ihrer Ideologie aufzufüllen. Kein Mensch ist vernagelter, verbohrter und für andere Gedanken verschlossener, als ein Mensch, der schon in ganz jungen Jahren beigebracht bekam, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Mit missionarischem Eifer brennen sie für ihre Ideen, ordnen diesen alles unter. Selbst die Menschlichkeit. Unter diesem Einfluß haben schon Kinder ihre Eltern an die Obrigkeit verraten und sie ins Zuchthaus gehen lassen, weil es ja um „höhere Ziele“ geht, als um individuelle Bindungen.

Zurück zu Sabrina Simmons von der Jung-SPD. Sie ist vermutlich nicht unter einem Diktator oder in einem Regime groß geworden, jedoch wohl im Bann einer großen Ideologie, dem heutigen Feminismus. Sie brennt für ihre Ideen und wird vor diesem Redebeitrag (ab 2:19) mit Gejohle von ihren Fans begrüßt.

Jetzt kommt Eine, die es richtig drauf hat. Und die nicht so luschig ist, wie die vorherigen Rednerinnen, die sich gar dafür einsetzen, dass Ungeborene nicht noch im 9. Monat abgetrieben werden können.

Vermutlich würde es Sabrina Simmons nicht mal beeindrucken, wenn man ihr ein totes, blutiges Baby auf das Rednerpult legen würde, eins, das lebensfähig gewesen wäre, aber jemand hatte erst sehr spät entschieden, dass es nicht ins eigene Lebenskonzept passt. Ideologen lassen sich nicht durch solche Tricks manipulieren, es geht schließlich um das große Ganze: Frauenselbstbestimmung über alles in der Welt. Da geht man über Leichen.

Aber dumm sind immer nur die Anderen. Schwarz oder weiß, für oder gegen die Ideologie. Die Menschenverachtung, die die Rede an den Tag legt, kann sich jeder selbst im verlinkten Video ansehen. Die Inbrunst, mit der andere Ansichten als störende Einwände im Kampf für die einzig richtige Sache vom Tisch gewischt werden.

Wenn es keinen Gott gibt, wer schützt uns dann vor Ideologen, die dazu noch im Gewand einer „guten Sache“ daherkommen? Nun, unser gesunde Menschenverstand, der immun sein sollte gegen Ideologien, egal von welcher politischen oder religiösen Seite sie kommen. Nachdenken, über den Tellerrand schauen, anderen zuhören, menschlich sein und vor allem: Selbstreflexion üben. All das, was Ideologen abhanden gekommen ist, in ihrem Wahn.

In hoffe, dass die Rednerin eines Tages bereut, was sie gesagt hat und dass sie sich für ihre heutigen Ansichten schämen wird. Falls nicht, soll sie gerne für ihre Verblendung den politischen Tod sterben, den jeder Ideologe als ehrenvoll empfindet.

CDU-Parteivorsitz für Geschlechterkampf instrumentalisiert

Es ist kurz nach 11 Uhr am 07.12.2018, als ich beginne, diesen Text zu schreiben. Der Bundesparteitag der CDU mit der mit Spannung erwarteten Wahl zum Parteivorsitz hat begonnen.

Gestern eine der letzten Talkshows zum Thema, Maybritt Illner im ZDF. Zu sehen hier: Youtube-Video. Mit dabei: Schriftstellerin Jana Hensel. Sie hat an diesem Abend eine Mission: Es sollte eine Frau sein, die den Parteivorsitz übernimmt. Natürlich verpackt sie diese Forderung geschickt.

Sie spricht beispielsweise ab Minute 21:28. Ich zitiere aus diesem längeren Redebeitrag:

[…] Ich hab das Gefühl gehabt, die CDU hat eigentlich nur einen Markenkern in den letzten Wochen gehabt, nämlich … das ist der konservative Markenkern. Die CDU hat viel mehr Wähler an die Grünen verloren seit der Bundestagswahl als ans rechte Lager, und trotzdem habe ich das Gefühl, man richtet sich ausschließlich an diese rechte Mitte, was immer das sein soll, ich weiß es nicht genau. Volkspartei zu sein bedeutet doch eben nicht, alte Zeiten zu beschwören, sondern bedeutet doch, Angebote an viele Gruppen der Gesellschaft zu machen … ich hab das von keinem einzigen der Kandiaten gehört … man muß sich an die Frauen wenden, man muß sich an die Migranten wenden, man muß sich auch an die Ostdeutschen wenden. Ich bin so viel unterwegs im Land, wissen sie [an die anderen Gesprächsteilnehmer gerichtet], wie wichtig Angela Merkel für die Frauen in diesem Land gewesen ist? Welche hohe emotionale Bindung viele Frauen an sie haben? Und ich hab das Gefühl von den Regionalkonferenzen geht das Signal aus „es darf bloß nicht passieren, dass eine Frau eine Frau beerbt“.

Aha, also hat auch Annegret Kram-Karrenbauer wohl im Wesentlichen die konservative Karte gezogen, um für sich auf den Regionalkonferenzen zu punkten („habe das von keinem Kandidaten gehört“). So stellt es jedenfalls Jana Hensel dar. Trotzdem verweist sie auf die Wichtigkeit des Geschlechts für die weibliche Wählerschaft, und dass man sich daher um diese Gesellschaftsgruppe kümmern muß. Und zwar in Form einer weiteren weiblichen CDU-Vorsitzenden und nicht wegen der politischen Inhalte, die jemand vertritt. Motto: Frauen halten sowieso zusammen. Eigentlich ein Armutszeugnis, was Hensel da den wählenden Frauen ausstellt, handeln sie doch aus einem schwesterlichen Gefühl und kümmern sich nicht darum, welche politischen Überzeugungen ein Kandidat / eine Kandidatin hat. Leider wird die Wahlentscheidung -insbesondere bei Frauen- wohl aus dem Bauch heraus und nach Sympathie getroffen und orientiert sich nicht an den Zielen, die ein Kandidat / eine Kandiatin vorgibt zu haben. Ich danke für die Bestätigung durch Frau Hensel. Im Übrigen: Kümmern sich männliche Politiker etwa nicht um weibliche Belange? Wer Wahlen gewinnen will, muß das doch tun. Mehr als andersherum, denn männliche Probleme stehen meist nicht auf der Agenda, wie wir alle wissen.

Ihre Mission verliert Frau Hensel nicht aus dem Blick, den zurechtgelegten Satz, den sie unbedingt unters Volk (und an die Deligierten des Parteitages) bringen will, wiederholt sie ab Minute 47:58.

[…] Als Signal an die Gesellschaft … einfach zu sagen „es darf im Prinzip nicht passieren, dass eine Frau einer Frau nachfolgt“, zumal dann …

Sie wird dabei unterbrochen vom CDU-Mann Franz-Josef Jung, leider kann ich nicht genau verstehen, was er sagt, er richtet sich aber gegen diese Inszenierung, es dürfe auf Angela Merkel keine weitere Frau folgen, und verweist darauf, dass -sollte die Phrase stimmen- AKK nicht die Chance hätte, die sie hat (bezogen auf die Wahl zum Bundesvorsitz).

Hensel erwidert darauf mit einem “ … dass sie das abstreiten müssen, ist doch klar“.

Merke: Wenn man für unbewiesene Aussagen kritisiert wird, nicht von der Marschrichtung ablenken lassen und den Kritiker bezichtigen, genau die unbewiesene Agenda zu verfolgen. Kritik ist der Beweis für die Richtigkeit der eigenen Aussage.

Es ist jetzt 12.15 Uhr, der Parteitag läuft noch. Man darf gespannt sein, wer den Parteivorsitz übernimmt. Und falls es nicht AKK wird, was von feministischer Seite aufgefahren wird an Gründen, woran das lag.

Wenn alte weiße Männer doch noch gebraucht werden

 

Mal was zum Schmunzeln:

Von einer Nachbarschaftsplattform, erster Text von einer Frau (ich nenne sie mal „Evelin“)

Hallo liebe Nachbarn, wir suchen für den 24.12. (17 Uhr) einen zuverlässigen und kinderlieben Weihnachtsmann. Zeitaufwand ca 20 bis 30 Minuten. Gibt es jemanden unter Euch (männlich, gerne älter) der sich eine halbe Stunde Zeit nehmen möchte, um unserer kleinen Maus ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern? Kostüm würden wir leihen wenn keins vorhanden ist. Wäre super wenn sich jemand findet und wir uns kurz vorher zusammen setzen könnten um uns kennenzulernen und den Ablauf zu besprechen. Eine kleine Gage gibt es natürlich auch. Lieber Gruß, Evelin

  1. Antwort von einer Frau:

Hallo Evelin, geht auch eine Weihnachtsfrau? Dann würd ich es gern machen. Lieben Gruß xxx
P.S. Ich kenne es selbst noch aus meiner Kindheit 🙂
Ach so, wegen älter: Ich bin 58 Jahre alt 🙂

Antwort von Evelin:

Hallo xxx. Vielen Dank für Deine Nachricht. Hätten aber schon ganz gerne den klassischen Weihnachtsmann. Aber trotzdem vielen lieben Dank.

Antwort eines Mannes:

Den Weihnachtsmann kann man nicht gendern 😀

Frauen wählen richtiger!

Nun ist es amtlich. Wenn der SPIEGEL es verbreitet, dann muß es stimmen: Frauen sind die besseren Wähler.

Liebe Leser dieses Blogs, ich mache mir zunehmend Sorgen um unsere Demokratie. Aber ganz sicher nicht deshalb, weil irgendwelche unliebsamen Parteien in Parlamente gewählt werden (das ist ein Ausdruck der Demokratie – ob es einem schmeckt oder nicht), sondern weil irgendwelche Intellektuelle demagogischen Unsinn auf prominenten Plattformen verbreiten dürfen. Und wir mit unseren popeligen Privat-Blogs dagegen anstinken müssen (weil es sonst keiner für nötig hält – Journalisten schon gleich gar nicht, da hackt die eine Krähe der anderen kein Auge aus).

Wieder einmal geht es um das Thema „Wertigkeit von Wahlstimmen“. Wieder einmal? Ja, doch. Nachdem es in den jüngeren Jahren in Mode gekommen ist, direkt nach einer Wahl unter dem Deckmäntelchen der Informationsbereitstellung die Wählerschaften einzelner Parteien zu analysieren, bläst Christian Stöcker (seines Zeichens Hochschulprofessor) in dasselbe Horn. Motto sowohl bei ihm als auch bei den vorgenannten Analysen: „Welche Idioten haben denn nun wieder den Stiefel zusammengewählt?“

Natürlich wird das weniger drastisch ausgedrückt, als ich das tue. Was aber nichts daran ändert, dass sich da jemand anmaßt, in „gute“ und „schlechte“ Wählerstimmen einzuteilen. Und das von einer Person mit Lehrbefähigung für eine Hochschule. Es zählt nicht mehr „eine Person – eine Stimme“, es zählt, wer die Stimme gegeben hat. Geschlecht, Alter, Bildungsgrad, gesellschaftlicher Hintergrund, Herkunft, Hautfarbe.

Zweiwege-Diskrimierung in einem Abwasch: Sowohl die gewählte Partei als auch die Wähler sind von geringerem Wert. Der Zweck heiligt die Mittel auch hier, wenn es darum geht, die politische Gegenseite schlecht zu machen. Würde man die gleiche Methode auf eine andere Thematik anwenden, das Geschrei wegen dieses Rassimus wäre groß.

Des besseren Kontrastes wegen wird US-Präsidentendarsteller Donald Trump herangezogen, dessen Partei Frauen seltener wählten, als Männer. Und die Frauen, die trotzdem republikanisch wählten, sind Dummchen, Zitat:

[…] bei den weißen Frauen entschieden sich noch fast genau die Hälfte für Trumps Republikaner, was vor allem an Wählerinnen mit niedrigem Bildungsgrad liegt: Weiße Frauen mit College-Abschluss bevorzugten fast überall die demokratischen Kandidaten.

Zurück zu den „besser und richtiger“ wählenden Frauen:

Man könnte diesen statistischen Unterschied zwischen dem Wahlverhalten von Männern und Frauen kurz so zusammenfassen: Frauen sind weniger herz- und rücksichtslos. Sie stimmen weniger oft für Kandidaten mit offenkundig aggressiven, militaristischen und feindseligen Positionen. Es hat schon seinen Grund, dass es „Dreckskerl“ heißt.

Für die USA fand die an der University of Stanford arbeitende Psychologin Felicia Pratto schon Mitte der Neunziger heraus, dass „Frauen eine andere Haltung zu einem der Grundwerte haben, die Amerikaner im Schnitt wichtig finden, und zwar sozialer Ausgleich“.

Natürlich, betonte Pratto damals, gebe es Frauen, die eher mehr Wert auf soziale Hierarchien legten und auch Männer, die stärker um soziale Gerechtigkeit bemüht seien. Aber im Durchschnitt existiere eben ein Geschlechterunterschied.

Am Rande: An dieser Stelle wäre ich gespannt, wie die Gender-„Wissenschaften“ mit diesem Geschlechterunterschied umgehen. Ist dieser Unterschied den Frauen rollenmäßig anerzogen oder liegt ein biologischer Hintergrund vor?

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin ja selbst ein weißer Mann, und ich finde mich ehrlich gesagt ganz nett. Aber manche von meiner Sorte sind das eben eher nicht.

Verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Professor, auch ich sehe bestimmte politische Haltungen nicht unkritisch, aber finden Sie nicht, dass Sie mit Ihrem Artikel etwas gar weit den Boden der Demokratie verlassen, wenn Sie „sozialen Ausgleich / soziale Gerechtigkeit“ als einziges Kriterium für eine richtige Wahlentscheidung heranziehen?

Im Gegenteil finde ich es schlecht, wenn nur nach „weichen Faktoren“ wie die gefühlte Sozialkompetenz der Spitzenkandidaten gewählt wird und dabei Gegenpositionen gar nicht gehört werden. „Nett sein“ ist ebenfalls eine Kategorie, die bei einer politischen Wahlentscheidung nicht unwichtig ist, aber doch nicht an erster Stelle rangieren sollte.

Ihren Artikel finde ich ganz und gar nicht nett, und das liegt nicht daran, dass ich ein weißer Mann bin. Der Grund ist, dass Sie als Hochschulprofessor über genügend Intelligenz verfügen müssten, um sich der Tragweite eines solchen Geschreibsels bewußt zu sein. Sehen Sie es mir also bitte nach, dass ich es als manipulativ bewerte, denn Sie wissen, was Sie tun. Und ich bin -gottlob- nicht der Einzige, dem das auffällt, schauen Sie ruhig mal in die Leserkommentare zu Ihrem Artikel.

#Barley : Frauenquote mit der Brechstange

[Vorsicht: Glosse!]

Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt, hat es schon mitbekommen: Justizministerin (und frühere Richterin) Katharina Barley (SPD) regt eine Änderung des Wahlrechts an, damit mehr Frauen in den Bundestag kommen.

Treffend kommentiert wird dies aus Kreisen der FDP:

Als „doppelt irritierend“ bezeichnete der erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, den Vorstoß. „Denn auch noble Ziele darf man nicht mit verfassungswidrigen Vorschlägen verfolgen. Das gilt erst recht für eine Bundesjustizministerin.“

Quelle: tagesschau.de

Man fragt sich, warum gerade jemand, der vom Fach ist, mit solchen Vorschlägen kommt. Ob nun verfassungswidrig oder nicht, sei mal dahingestellt (darüber können wahrscheinlich auch Experten vorzüglich streiten), jedoch ist es in der Tat befremdlich, wenn mit Hilfe einer Wahlrechtsänderung Personen in den Bundestag gehievt werden sollen, die es ohne die Änderung nicht schaffen würden. Eigentlich ist unser Wahlsystem doch demokratisch und gerecht genug, sollte man meinen.

Im Übrigen schlage ich im Rahmen einer potentiellen Wahlrechtsänderung vor, dass parteilose Einzelkandidaten ebenfalls bessere Möglichkeiten erhielten, ins Parlament einzuziehen, anstatt dass es faktisch nur über Parteien funktioniert. Denn schaut man in den Bundestag, wird man wohl kaum Leute ohne Parteibuch finden. Dabei ist die weit überwiegende Mehrheit der Wähler keiner Partei zugehörig und ist entsprechend schlecht im Bundestag repräsentiert. Na, Frau Barley, wie wär’s? Das wäre doch auch mal ein richtiges SPD-Thema nach altem Schlag: mehr Macht dem einfachen Volke.

Für mehr Frauen im Bundestag dann noch der gut gemeinte Rat, Frauen mit vorgehaltener Waffe zur Kandidatur zu zwingen und mit Gefängis im Falle des Scheiterns zu drohen. So motiviert dürfte sich der weibliche Anteil bestimmt steigern lassen.

Aber berechtigten Sarkasmus beiseite. Der eigentlicher Grund für diesen Vorschlag dürfte die Europawahl im Mai 2019 sein, für die Frau Barley antreten „darf“ (in einem TV-Interview nach der Nominierung Barleys als Spitzenkandidaten klangen ihre Ausführungen auf die Frage, warum sie denn den kurz zuvor erlangten Ministerposten jetzt für eine EU-Kandidatur aufgibt, recht unergiebig …).  Motto: „Wird eh nicht praktisch umgesetzt, klingt aber gut in Frauenohren und jede Wählerstimme zählt“ (insbesondere für eine 15%-Minus-X-Partei).

Viel Glück für die Europawahl, Frau Barley, vermutlich ist es noch nicht für alle SPD-Ministerkollegen in trockenen Tüchern, wo sie nach dem Auseinanderbrechen der „großen“ Koalition unterkommen.

Integrationsindex: sind 6 Prozentpunkte Unterschied eine Schlagzeile wert?

Schlagzeile Süddeutsche Zeitung

QUELLE: https://www.sueddeutsche.de/politik/integrationsbarometer-maenner-bewerten-integration-negativer-als-frauen-1.4132909

Gemäß einer repräsentativen Umfrage, bei dem ein so genannter „Integrationsindex“ ermittelt wird (100 = sehr positives Integrationsklima, 0 = sehr negatives Integrationsklima) gaben Frauen einen durchschnittlichen Wert von 67 an, Männer den Wert 61.

Also läppische 6 Prozentpunkte Unterschied. Für die Süddeutsche Zeitung schon genug, um daraus die Schlagzeile zu zimmern. Ja, faktisch ist die Aussage richtig. Sie wäre auch bei 0,5 Prozentpunkten Unterschied schon richtig. Aber wie klein muß der Abstand sein, damit eine Zeitung nicht mehr mit dem Unterschied hausieren geht?

Insbesondere, wenn man zu einem Thema gefragt wird, und eine Zahl zwischen 0 und 100 nennen soll, um damit seine Meinung kund zu tun. Oder wie bewertest Du, lieber Leser, das Integrationsklima auf einer solchen Skala? 65? 63? Gar 81,3?

Vielleicht sollte man erstmal eine psychologische Studie machen, ob Männer und Frauen generell mit anderen Werten hantieren …

Aber, Hauptsache, es wurde mal wieder das Bilde des rückständigen Mannes dargestellt, denn die „richtige“ Meinung ist beim Mainstream sowieso klar …

Wie schon bei Wahlen geht man dazu über, Meinungen zu interpretieren bzw. zu bewerten. Es zählt nicht mehr „jeder Mensch hat seine Meinung“, sondern „diese Meinung kommt aus jener Ecke … braucht man also nicht ernst nehmen“.