„Männer stehen auf Schlampen.“ Echtjetz?

Im Zuge einer Diskussion bei Christian – Alles Evolution wurde in einem Kommentar behauptet, Männer stünden auf Schlampen und dahingehend seien promiske Frauen nicht benachteiligt.

Mich interessiert: Stimmt das wirklich?

Ich für meinen Teil habe es in meiner Hörner-abstoß-Phase, welche sich zwischen meinem siebzehnten und zwanzigsten Lebensjahr abspielte, folgendermaßen erlebt:

Ich hatte, wann immer ich Single war, mehr oder weniger regelmäßig wechselnde Sexualpartner. Ab einer gewissen Anzahl an One Night Stands, aus denen ich keinen Hehl machte und irgendwie auch gar nicht machen konnte, da sich vieles im selben Bekanntenkreis abspielte, hatte ich den Ruf weg, ich sei leicht zu haben. Das stimmte auch, irgendwie. Wenn ich Lust darauf hatte, ließ ich mich auf die Avancen ein, welche ein potentieller Sexualpartner machte, und hin und wieder übernahm ich selbst die Initiative. Doch ich merkte, dass sich mein Ruf bald verselbständigte bzw. mir vorauszueilen begann, und das war der Moment wo es anfing, hässlich zu werden.

Es war nie ein Problem, einen Sexualpartner zu finden. Doch wer will eine Schlampe als Freundin? Eine, über die schon mindestens einer oder gar mehrere aus der Clique oder dem Bekanntenkreis „drüber gerutscht“ ist? Davon, dass einer [jungen] Frau beim Knüpfen neuer Bekanntschaften möglicherweise der Ruf, eine Schlampe zu sein, massiv im Weg stehen könnte, hat wohl noch keiner von den Verfechtern der „Männer-stehen-auf-Schlampen“-Theorie etwas gehört.

Meine Erfahrungen zusammengefasst: Männer stehen auf Schlampen? Was reinen Sex angeht meist ja, für eine Beziehung lieber nicht.

Was sagt ihr dazu?

Zu meiner Moderation möchte ich Folgendes loswerden:
Ich habe schnell festgestellt, dass hier beim Geschlechterallerlei öfters mal scharf geschossen wird. Der eine ist empfindlicher was sexistische Aussagen angeht, ein Anderer wiederum nimmt an der selben Aussage keinerlei Anstoß.

Es liegt nicht in meiner Absicht, jemandem durch sexistische Aussagen zu nah zu treten.

Falls jemand von den Lesern sich dennoch durch eventuell vorhandenen Sexismus gestört oder gar angegriffen fühlt, darf er oder sie das gerne äußern. Es kommt jedoch auf die Art und Weise an, ob ich überhaupt darauf antworte.

Ich bitte darum, sachlich zu bleiben.

 

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Dürfen Jungs weinen?

Dieses Video bringt die Problematik ganz gut rüber, wie ich finde.

Hierzu möchte ich euch etwas erzählen, was sich vor etwa zweieinhalb Jahren in unserem Kindergarten zugetragen hat.

Mein Sohn, damals noch nicht ganz oder gerade eben fünf Jahre alt, bekam einen neuen Platz in der Garderobe zugewiesen und war momentan mit der Situation überfordert. Er steigerte sich in einen waschechten Heulkrampf hinein.

Eine andere Mutter, deren Sohn etwa im selben Alter ist wie meiner, begann damit, dass sie uns schräg anschaute. Als nächstes begann sie, auf meinen Sohn einzureden, so à la „Was regst du dich denn auf, schau mal, die anderen Kinder weinen doch auch nicht!“ und schloss mit der Feststellung „Du bist ein Junge und Jungs weinen nicht!“ Dass ich gerade dabei war, beruhigend auf ihn einzureden, ignorierte sie dabei geflissentlich. Ich informierte sie darüber, dass ich das mit meinem Sohn ganz gut allein klären kann und damit war die Sache für mich erledigt.

Einige Tage später holte ich meinen Sohn vom Kindergarten ab, und der Sohn von der oben erwähnten Mama wurde ebenfalls von ihr abgeholt. Er kam weinend aus dem Kindergarten gelaufen, doch anstatt ihn zu trösten rügte sie ihn und befahlt ihm, er solle aufhören zu heulen, denn Jungs weinten schließlich nicht.

Es ist natürlich ihre Sache, ob sie ihren Sohn tröstet oder zusammenscheißt, wenn er weint. Doch innerlich wühlte mich dieser Vorfall ziemlich auf, denn ich selbst bezeichne meinen Sohn nicht als Heulsuse, wenn er weint. Ich tröste ihn. Dies hat mit meiner gesamten Erziehungs-Philosophie zu tun, welche ich nach Marshall B. Rosenbergs „gewaltfreier Kommunikation“ gestalte. Zumindest versuche ich es nach Kräften, und natürlich gilt auch hier: mal gelingt es mir besser, und mal nicht so gut.

Mich interessieren an dieser Stelle vor allem folgende Fragen:
1) An diejenigen von euch, die selbst Kinder haben: Wie handhabt ihr das, speziell bei euren Jungs? Tröstet ihr sie, wenn sie weinen? Wertet ihr das Weinen als „weibisch“ ab? Oder wie reagiert ihr?
2) An die Männer: Weint ihr auch mal, wenn euch etwas emotional berührt?
3) An die Frauen [und natürlich auch die Männer]: Wie findet ihr das, wenn ein Mann weint? Ist es für euch okay oder eher no-go?

Ich selbst halte nichts davon, Gefühlsäußerungen zu unterdrücken. Klar, im Berufsleben braucht es Professionalität und keine Gefühlsduselei. Wobei man hier, je nach Beruf, auch mal eine Ausnahme machen kann. Und wer bietet schon gern in der Öffentlichkeit eine Angriffsfläche, indem er oder sie vor aller Augen weint. Ich jedenfalls nicht. Aber innerhalb der Familie? Kann mann es wagen? Oder widerspricht es dem, was gemeinhin unter „Männlichkeit“ verstanden wird? Kann man – soll man – daran etwas ändern oder ist es zu  fest in unseren Köpfen verankert?

Evilmichi stellt sich vor.

Hallo allerseits!

Ich heiße Michaela, bin Baujahr ´79, Konditormeisterin und Mama von zwei Kindern im Alter von sechs und sieben Jahren. Lebe mit meinem Partner sowie Sohn und Tochter glücklich [wenn auch öfters mal schwer angenervt] in einer Art Patchworksituation, aus welcher sich zwangsläufig immer wieder unzählige Konflikte ergeben, die es zu lösen oder zumindest zu entschärfen gilt.

In erster Linie bin ich natürlich hier, weil mich das Geschlechterallerlei an sich interessiert. Warum es zwischen Männlein und Weiblein so viel Reibungspotential gibt und wie man möglicherweise die Kommunikation zwischen den Geschlechtern verbessern könnte.

Mein Interesse liegt aus persönlichen Gründen nicht zuletzt im Grundstein des Miteinanders, der ein Stück weit natürlich in der Kindheit gelegt wird: Stichwort Beziehungs- und Erziehungsverhalten der Eltern und natürlich ferner des nahen Umfelds.

Daher werde ich mich zumindest das eine oder andere Mal mit der Frage auseinandersetzen, warum eigentlich Jungs und Mädchen so unterschiedlich behandelt werden, welches Verhalten tatsächlich genetisch bedingt ist und welches durch die unterschiedlichen Arten der Sozialisation verursacht wird.

Was gibt es noch über meine Person zu sagen?

Ich halte mich eigentlich nicht für eine Feministin, jedoch bekam ich von meiner [Emma lesenden] Mutter den Gedanken der Gleichberechtigung und im speziellen der Unabhängigkeit der Frau quasi „eingeimpft“; Vielleicht bin ich durch und durch Feministin und nehme es einfach nicht bewusst wahr. Ist ja immer so eine Sache mit der Eigenwahrnehmung. Jedenfalls mache ich mir nicht allzu viele Gedanken über den Feminismus an sich oder inwiefern ich möglicherweise Vor- oder Nachteile wegen meines Geschlechts erlebe.

Was ich stellenweise nur sehr schwer nachvollziehen kann, ist der Kampf, welcher zwischen den Lagern „Feminismus“ und „Maskulismus“ entbrannt ist, das Rosinenpicken vieler Feministinnen sowie das Verallgemeinern und Herabwerten des jeweils anderen Geschlechts. Muss man wirklich gegeneinander kämpfen? Oder, naiv gefragt: ginge es „miteinander“ vielleicht besser?

Eigentlich versuche ich immer, beide Seiten zumindest bis zu einem gewissen Grad zu verstehen bzw. nachzuvollziehen. Wobei ich natürlich nicht aus meiner Haut kann und daher vielleicht nur leidlich über meinen Tellerrand hinausblicke.

Von mir wird man hier jedenfalls keine radikal feministischen Aussagen zu lesen bekommen. Zumindest nicht absichtlich. 😉