Erziehung muslimischer Jungen

Einen interessanten und offenen Artikel zum Thema Erziehung von muslimischen Jungen gibt es bei SPIEGEL ONLINE zu lesen: Mama, halt endlich die Klappe.

Aber auch, wie dagegen Mädchen „im alten Stil“ erzogen werden, findet im Interview mit einem Professor für Erziehungswissenschaften Erwähnung.

Beides nicht gut für eine Gesellschaft, die andere Werte hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Männer und Frauen hat.

5 Kommentare zu „Erziehung muslimischer Jungen“

    1. @djad

      Vielen Dank für den Link!

      Ich staune manchmal über liberale Formen der Wahrnehmung (kursiv von mir):
      „Weil Fatih ohne seinen Vater aufwuchs (der Vater verließ die Familie, und es gab keinen Kontakt), war sie der Meinung, dass der älteste Sohn nun in der Verantwortung steht, die Aufgaben des Familienoberhauptes zu übernehmen.“

      Also vaterlos aufgewachsen, so weit so gut. Aber nun zum Alter desjenigen, der „die Aufgaben des Familienoberhauptes“ zu übernehmen hat:
      „Statt mit dem damals 13-jährigen Sohn zu überlegen, wie sie den Alltag ohne den Vater gestalten können, übertrug die Mutter die Rolle des Ehemannes auf den Sohn. Er sollte den Verlust des Vaters kompensieren.“

      Dass es sie damit einen 13-jährigen völlig überfordert, der – das kommt bezeichnend nicht zur Sprache – ja ebenfalls den Verlust des Vaters zu verkraften hat, wird im Artikel nicht einmal problematisiert.

      Zum nächsten Problem ein kurzer Geschlechtertausch: „Statt mit der damals 13-jährigen Tochter zu überlegen, wie sie den Alltag ohne die Mutter gestalten können, übertrug der Vater die Rolle der Ehefrau auf die Tochter. Sie sollte den Verlust der Mutter kompensieren.“
      Ich nehme scharf an, es würden sich zwei oder drei Leser finden, die hier gedanklich ins Stolpern kommen! 😉

      Ich ordne sein Arbeitspensum statt fortlaufend im Text in Spiegelstrichen:
      „Der Junge musste
      – Außentermine und Behördengänge wahrnehmen, sich
      – um die Schulangelegenheiten der Geschwister kümmern,
      – auf die zwei jüngeren Geschwister achten und
      – sollte bald arbeiten, um Geld zu verdienen.“

      Also:
      1. Auf die eigene Jugendphase verzichten,
      2. als Heranwachsender Aufgaben eines Erwachsenen und Erziehungsberechtigten übernehmen,
      3. sich eigene Vorstellungen zur (beruflichen) Ausbildung gefälligst abschminken und
      4. demnächst verantwortlicher Versorger der Familie und seiner Mutter zu sein.

      Jetzt kommt der dies komplett ignorierende Schreiber mit meiner Hervorhebung: „Dieser Fall macht deutlich, dass das Verhalten der Kinder in Wechselwirkung zu den Erziehenden steht. Weil die Mutter eine weiche, passive und zurückhaltende Rolle einnimmt, neigt der Sohn zu dominantem Verhalten.

      Bitte waaaaaaaaas?
      Der Forderungskatalog und seine Folgen für einen 13-jährigen Jungen sind kennzeichnend für eine „weiche, passive und zurückhaltende Rolle“?
      Was raucht der?!

      1. Du hast natürlich recht, dass das für einen 13jährigen Jungen eine schreckliche Misshandlung ist. Aber auch dabei gilt: Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.

        Was Du aber übersiehst ist, dass diese Frau offenbar eine klare Vorstellung davon hat, was ein Mann ist und wofür eine Frau einen Mann braucht und dass sie und ihre Familie ganz unbedingt einen Mann brauchen. Das ist ein erfrischender und wohltuender Unterschied zu westlichen Frauen. Und insbesondere, wenn man weiß, dass damit auch einhergeht, dass so eine Frau ebenso weiß, was eine Frau ist und was eine Frau zu tun und zu können hat. Die westliche Vorstellung, eine solche Frau müsse „weich, passiv und zurückhaltend“ sein, ist dabei natürlich absurd.

      2. @lh

        In der Hoffnung keine Missverständnisse zu produzieren: „Was Du aber übersiehst ist, dass diese Frau offenbar eine klare Vorstellung davon hat, was ein Mann ist und wofür eine Frau einen Mann braucht und dass sie und ihre Familie ganz unbedingt einen Mann brauchen.“

        Es macht aber einen 13-jährigen Jungen nicht zu einem Mann, nur weil er eben „gebraucht wird“.
        Das stellt die Erwartung an ihn über das, was er wirklich ist, nämlich ein 13-jähriger Junge.
        Ich kann doch ihre Forderungen an ihn nicht damit verrechnen, zum Glück werde immerhin „der Mann“ in diesem Kontext noch als richtig und wichtig angesehen.

        Diese Forderungen versauen ihm sein ganzes Leben und als Gegengewicht wirfst du „anerkannte Männlichkeit“ in die Waagschale?
        Der Autor des Artikels bemängelt seine Dominanz – genau das wurde ihm rücksichtslos sich und seinen eigenen Bedürfnissen und Interessen gegenüber von seiner Mutter abverlangt.
        Er aber wird zurechtgewiesen und Mami bekommt mit der „weichen, passiven und zurückhaltenden Rolle“ noch Streicheleinheiten???

        Wo sind wir hier?!
        Ich bin entsetzt.

  1. Wir kritisieren das Fremde so leicht. Aber am Ende sind muslimische Frauen die angenehmeren Partnerinnen und muslimische Männer können besser mit Frauen umgehen. Dafür wird es Gründe geben.

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