Der Mythos des vaginalen Orgasmus – erweist sich als … Mythos! (Gastartikel von crumar)

Wir können uns alle noch an die Quintessenz des Schwarzerschen „Der kleine Unterschied” erinnern? Andrea Roedig fasst zusammen und ich hebe kursiv hervor:

„Frauen sind sexuell ausgebeutet, Penetration ist Gewalt und tötet die weibliche Lust, der vaginale Orgasmus ist ein Mythos zur Sicherung patriarchaler Vorherrschaft.” (1)

Schwarzer in ihren eigenen Worten:

„Zum Erzeugen von Lust ist die Klitoris unentbehrlich – für das Erzeugen von Kindern ist die Vagina zuständig, schrieb ich damals angriffslustig. Denn die Vagina hat so viele Nerven wie der Dickdarm, also fast keine.” (2)

Nun gab es aber in der Zwischenzeit neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die möchte ich – nur aus pädagogischen Gründen – mit dem Satz einleiten, mit dem sich jeder mediale Volldepp entlarvt: „Ganz so einfach ist es aber nicht!”

Im SPON (mit meiner Hervorhebung):

„Im Jahr 1998 entdeckte die australische Urologin Helen O’Connell, dass die Klitoris deutlich größer ist als bisher angenommen: Im Inneren der Frau erstrecken sich knapp zehn Zentimeter lange Schwellkörper, die sich bei sexueller Erregung mit Blut füllen, anschwellen und sich von innen an Vagina und Vulva schmiegen.” (3)

Und die Urologin beschrieb im Wortlaut ein wenig präziser:

„Die Klitoris ist näher an der Harnröhre und bedeckt einen viel größeren Teil der vorderen Vaginawand, als bislang angenommen”, sagt O’Connell. „Der Schwellkörperanteil ist sogar größer als beim Mann.” (4)

Diese Aussage ist das Gegenteil von dem, was Schwarzer damals formulierte: „Denn die Vagina hat so viele Nerven wie der Dickdarm, also fast keine.”, woraus die bekennende Narzisstin in ihrem eigenen Text selbstredend macht: „er (begann) den Text mit dem Satz: „Alice Schwarzer hat es schon immer gewusst.” Selbstverständlich.

Der SPON noch einmal mit besagter Urologin :

„Wie es zu der krassen Fehleinschätzung des Organs in den meisten der gängigen Anatomiebücher inklusive des Standardwerks „Gray”s Anatomy” kommen konnte, ist O’Connell noch unklar.”

Ich habe da eine Idee zur Entstehung dieser Fehleinschätzung, denn Schwarzer hatte eine Vorgängerin (sie hat Theorien niemals selbst entwickelt, sondern lediglich importiert):

„The Myth of the Vaginal Orgasm is a feminist essay on women’s sexuality, written by Anne Koedt, an American radical feminist, in 1968 and published in 1970. It first appeared in a four-paragraph outline form in the Notes from the Second Year journal published by the New York Radical Women and was partially based on findings from Masters and Johnson’s 1966 work Human Sexual Response. The Myth was then distributed as a pamphlet in its full form, including sections on evidence for the clitoral orgasm, female anatomy, and reasons the „myth” of vaginal orgasm is maintained.” (5)

Nachdem die feministische – damit sakrosankte – Position war, es gäbe gar keinen vaginalen Orgasmus, weil die Vagina ohne Nerven versehen dazu gar nicht in der Lage ist, warum sollte man suchen? Die Klitoris galt als der außen liegende „Lustknopf” der Frau – wer anders denkt und andere Erfahrungen gemacht hat, möchte nur einen Mythos verteidigen, um die patriarchale Unterdrückung aufrecht zu erhalten PUNKT

Nun sediert wissenschaftliches Wissen aber erstaunlich schnell die Hirne – besonders, wenn es um „intersexual dynamics” geht, zudem sich ein feministischer „Gral der Erkenntnis” als offensichtlich falsch erweist.

Wie reagieren nun Feministinnen? Es folgt eine Lehrstunde zu Techniken der Manipulation und der Meinungsmache bereits in der Überschrift eines Artikels aus dem Jahr 2017:

„Der vaginale Orgasmus ist ein Mythos, sagt der Biologe – ist das wirklich so? Wenn Frauen kommen, wie kommen sie dann eigentlich? Für einen Schweizer Biologen ist der vaginale Orgasmus ein Mythos, für zwei Expertinnen Fakt. Mehr noch: Er ist lernbar, sagen sie.” (6)

Bitte beachtet die Verteilung der Geschlechter! Aus weiblichen Feministinnen, die Jahrzehnte propagierten, der vaginale Orgasmus sei ein Mythos, wird ein männlicher Biologe. Dem gegenüber stehen weibliche Expertinnen, die in einer Doppelfunktion belehren. Nämlich den falschen, weil männlichen Experten über seine falsche Ansicht. Und ihr (weibliches) Publikum.

Sie fälschen nicht nur knapp 50 Jahre Geschichte, sondern stellen sie auf den Kopf, um keinen Augenblick die moralische Vorherrschaft zu verlieren. So wie sich Männer damals haben belehren lassen müssen, es gäbe keinen vaginalen Orgasmus, so gibt es ihn auf einmal fraglos – worüber sie sich abermals belehren lassen müssen.

Zu den Ursachen aus dem identischen Artikel (kursiv von mir):

„Die Gynäkologin Karoline Bischof hat dafür eine Erklärung: Die Frauen kennen es nicht anders. Das Hirn speichert die immer gleiche Art, zum Höhepunkt zu kommen, als Muster ab. Auch deshalb ist es für viele Frauen schwierig, einen vaginalen Orgasmus zu bekommen. Sie sind festgefahren. Sobald sie mit einem Mann im Bett liegen, läuft das für sie typische Erregungsprogramm ab. Die Klitoris ist der Startknopf, der sie auf Touren bringt. Ihr Hirn hat die Option vaginaler Orgasmus gar nicht abgelegt.”

Woher sollten es die Frauen auch anders kennen? Es gibt schließlich keinen vaginalen Orgasmus – der ist ein Mythos. Wer hier die Ursache für typische sexuelle Praktiken und den Kenntnisstand zur weiblichen Erregung durch jahrelange Propaganda vorgegeben hat, ist gänzlich „vergessen”.

Und weil Amnesie hilfreich ist, darf es ruhig eine Nummer steiler gehen: „Gehts nach Bischof, lässt sich das ändern. Frau kann sich aus der Orgasmuseintönigkeit befreien.” Ich möchte nur kurz darauf aufmerksam machen, um was es sich beim allein selig machenden klitoralen Orgasmus also bisher gehandelt hat: um Orgasmuseintönigkeit!
Nur so als Argument für die nächste Diskussion mit Frauen und Feministinnen …

In Kursen kann die Frau lernen,

„wie sie vaginal kommen kann. (…) Dort vermitteln Sexualtherapeuten zum Beispiel, dass sie «beim Liebesspiel das Becken schaukelnd bewegen muss». So spannten sich die Muskeln rund um die Vagina sachte an. Und so würden die Nervenenden, die in diesen Muskeln liegen, aktiviert.”

Ist aktiv und aktivieren nicht wieder so ein patriarchales Teufelszeug, das durch binäre Gegensätze zu den vorgenannten, wie passiv und deaktivieren der Frau das Ausbleiben des Orgasmus selber zuschiebt? Victim blaming gar? /sarcasm off

Katja Lewina wittert auf „Jetzt” schon Unheil:

„Unser [!!! Anm.: nicht etwa ihr] Wissen über weibliche Sexualität wird jedoch noch immer von Gerüchten, Mythen und Klischees bestimmt. Es wird Zeit aufzuräumen, findet unsere Autorin. Und schreibt deshalb die „Untenrum”-Kolumne.”

Die Überschrift des Artikels lautet: „Vergesst den Mythos vom vaginalen Orgasmus! Und macht euch lieber schlau in Klitoris-Kunde.” Ihren Kenntnisstand schildert sie so:

„Studien haben gezeigt, dass es dafür vor allem besondere anatomische Voraussetzungen braucht – eine größere Klitorisperle und einen kürzeren Abstand zwischen Klitoris und Vaginaleingang.”

Was den neueren Erkenntnissen jedoch widerspricht (s.o.), vorsichtshalber kommt also erst der Schwarzersche Rittberger:

„Was ist denn mit der Vagina? Tja, die ist an sich relativ unempfindlich. Auch während der Penetration ist es wieder die Klitoris, die mit ihren rund 8000 Nervenenden (mehr als jede andere Stelle unseres Körpers), für Spaß sorgt.”

Und im nächsten – dem wirklich nächsten Satz – belehrt sie uns, das wäre aber Quatsch, echt jetzt! Denn (Herv. Von mir):

„In Wirklichkeit [!!!] ist sie nämlich weit mehr [!!!] als dieses kleine Knöpfchen [!!! s. „Klitorisperle”] zwischen unseren Beinen, als das sie uns in den meisten Aufklärungsbüchern [!!!] verkauft wird. Wie ein umgekehrtes Ypsilon ragt sie mit ihren beiden bis zu zwölf Zentimeter langen Schenkeln in die Vagina hinein [!!!], wo sie bei Erregung anschwillt (manchmal sogar bis auf ihre doppelte Größe!) und für Lustempfinden sorgt.”

Nämlich in der Vagina. Das hat sie „vergessen”, klar zu stellen …

Gleiches Schema:

  1. Wiederhole den widerlegten Unsinn des radikalen Feminismus im Brustton der Überzeugung.
  2. Vernebele den Ursprung (Revisionismus) des und die Verantwortung für das erste Argument.
  3. Behaupte das komplette Gegenteil des ersten Arguments im zweiten Argument.
  4. Sei der festen Überzeugung, in allen Fällen im Recht zu sein. 😉

Das persönliche Unheil ist nämlich Katja Lewina bereits zugestoßen. Deshalb der Artikel – denn dieser verarbeitet eingangs ein persönliches Sex-Erlebnis:

„Was, du kannst das nicht?” Der Typ war enttäuscht. Ich war inzwischen zig Mal gekommen, aber nicht ein einziges Mal während der Penetration. „Alle, mit denen ich bisher was hatte, kamen beim Sex”, setzte er hinzu.”

Ich halte zwar alle „Jetzt”-Kolumnen für erstunken und erlogen, aber auffällig ist, hier tritt ein Mann auf, der stellvertretend die neue Erkenntnis als eigene Erfahrung präsentieren darf.

Die natürlich sofort entwertet werden muss:

„Einerseits wollte ich lachen, denn mir selbst waren in meinem ganzen Leben vielleicht drei, vier Frauen begegnet, die vaginale Orgasmen hatten. Außerdem waren mir zahlreiche Studien bekannt, die nachgewiesen haben, dass nur 25 bis 30 Prozent aller Frauen allein durch Rein-Raus zum Höhepunkt kommen. Empirisch betrachtet konnte es also gar nicht möglich sein, was er sagte.”

Weil wir alle wissen, dass diese Studien „bewiesen” haben, der vaginale Orgasmus existiert nicht.

Er ist ein Mythos. Hat der Feminismus dir doch gesagt!

Im Artikel hat sie daher die undankbare Aufgabe, gleichzeitig diese alten und die neuen Erkenntnisse zu vertreten. Wie gesagt: Gleichzeitig.

Denn (zur Motivation):

„Andererseits stellte ich mich augenblicklich selbst in Frage: Was, wenn tatsächlich mit mir irgendetwas nicht stimmte?”

Ja. Was wenn mit Katja „Planke” Lewina irgendetwas nicht stimmt? Wenn ihr klar wird, sie muss und kann sich von ihrer „Orgasmuseintönigkeit” selber befreien? Wenn es eventuell an der Filterblase gleichgesinnter Frauen liegt, dass ihr bisher nur „drei, vier Frauen begegnet (sind), die vaginale Orgasmen hatten”?

Zum Glück war die Sockenpuppe ihrer Fragestellung für diese Geschichte ein Mann und sie endet daher mit einer Predigt gegen das Böse:

„Weil ich darauf keinen Bock mehr hatte, habe ich dem Typ schließlich vorgerechnet, dass seine Quote nicht aufgehen kann. Mindestens zwei Drittel seiner Sexpartnerinnen mussten nicht gewusst haben, was ein Orgasmus ist, oder ihn vorgetäuscht haben. Da war er dann ganz still. Endlich.”

Wenn die gelebte Erfahrung und Realität eines Mannes nicht passt, dann hat sie Pech gehabt und kann gehen. Das wäre die erste Erkenntnis. Ein Mann, der Spaß am vaginalen Orgasmus einer Frau hat und gewöhnt ist diesen zu erleben darf nicht sein die zweite. Jetzt kommt eine lustige Volte hinterher: Daher sind die Frauen falsch. Sie – mindestens zwei Drittel! – haben entweder keine Ahnung von einem Orgasmus oder täuschen ihn vor. Sisterhood! 🙂

Was sie „still” haben will ist nicht der Mann – das ist nur die Auslagerung eines Anspruchs, den sie deshalb leichter abwehren kann. Sie möchte nicht mit ihrer eigenen Unsicherheit konfrontiert werden und ihren Zweifeln.

Im Watson-Artikel (kursiv von mir):

Schlechte Chancen hat die Frau, wenn sie während der Steigerung der sexuellen Erregung ihre Beckenbodenmuskulatur stark anspannt und ihr Becken eben nicht bewegt. Dann kann die Vagina weniger gut reagieren. „Das ist für einen vaginalen Orgasmus kontraproduktiv, sagt Schütz.”

Weiterhin:

„Die Frau wird erregt und hat die Chance, dann zu kommen. „In der Erregung spannt sich die Vagina auf. Das ist oft der Moment, in dem bei manchen das Verlangen entsteht, den Penis des Mannes in der Vagina zu haben”, sagt Bischof.”

„Wunderbar”, diese feministische Relativierung!

Deutlich und korrekt reformuliert:

„In der Erregung spannt sich die Vagina auf. Das ist der Moment, in dem bei Frauen das Verlangen entsteht, den Phallus in der Vagina zu haben”

Wie viel Erregung wird Katja „Planke” Lewina wohl zulassen? Wie hoch wird ihr Verlangen nach Phallus sein? Wie bereitwillig wird sie sich auf das einlassen, was Vagina will? Wollen wir wetten, sie ist exakt auf dem Pfad, dass „Vagina weniger gut reagieren” kann und in ihrem Körper alles passiert, was für einen vaginalen Orgasmus kontraproduktiv ist?!

Gelernter Feminismus ist nicht „nur” eine Ideologie, sondern hat unmittelbare Auswirkungen auf den Körper und dessen Wahrnehmung.

Tragisch ist, das alles passiert „hinter ihrem Rücken”. Sie hat keine oder nur ansatzweise eine Ahnung, um was sie sich bringt und verhindert sich selbst. Ein langer Text über tragische Gestaltinnen, den „peak feminism” und die Unfähigkeit, Verantwortung für die eigene Theorie und das eigene Leben zu übernehmen – ich hoffe, euch hat er trotzdem gefallen.

(1) https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/penetration-fur-alle

(2) https://www.emma.de/artikel/lust-und-politk-die-entfesselte-sexualitaet-308918

(3) https://www.spiegel.de/gesundheit/sex/weiblicher-orgasmus-die-klitoris-ist-der-schluessel-a-1214068.html

(4) https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7960205.html

(5) https://en.wikipedia.org/wiki/The_Myth_of_the_Vaginal_Orgasm

(6) https://www.watson.ch/wissen/sex/157134593-der-vaginale-orgasmus-ist-ein-mythos-sagt-der-biologe-ist-das-wirklich-so

(Dieser Blogpost wurde ursprünglich als Kommentar auf „Alles Evolution“ verfasst)

17 Kommentare zu „Der Mythos des vaginalen Orgasmus – erweist sich als … Mythos! (Gastartikel von crumar)“

  1. Daß Frauen keinen Spaß am Sex mit Männern haben, liegt daran, daß sie ihre Sexpartner verachten und mit Männern ins Bett gehen, von denen sie sich Vorteile erhoffen, anstatt sie zu lieben. Und wie kann man jemanden lieben, den man aufgrund seines Geschlechtes verachtet? Feminismus ist daher ebenso disputiv wie evolutionäre Psychologie: Was wir intuitiv aus Erfahrung lernen, darf nicht war sein, weil … Ideologie, Patriarchat, Evolution … bla bla bla .

    Und selbstverständlich gibt es vaginale Orgasmen, die sich von vorgetäuschten leicht unterscheiden lassen. Meine Regel: Einmal vortäuschen – und ich bin für immer weg.

    1. Na ja Elmar, man kann auch einfach aus Gründen persönlicher Geilheit mit Männern und Frauen ins Bett gehen und benötigt zu diesem Zweck keine romantische Liebesbeziehung. 😉

      Die zweite Frage, die du aufgeworfen hast, fand bereits Farrell interessant: Wie klappt es eigentlich, Männer als verachtenswerten Feind anzusehen und sie dann trotzdem zu heiraten?

      Von der Asymmetrie einer solchen Beziehung ausgehend könnte es durchaus nützlich sein, denn wenn der Mann die Männerverachtung („alle Männer“) internalisiert hat, entstünde eine endlose „Bringschuld“ des Mannes und die Frau stünde permanent im Mittelpunkt der Beziehung.
      Insofern wäre die Entscheidung für „Feminismus“ (als Macht-Taktik) rational nachvollziehbar – würde aber „Gleichheit“ als Ziel in einer Beziehung von vorne herein unmöglich machen.
      Frau bräuchte immer ausgefeiltere ideologische Klimmzüge, um faktisches Dominanzstreben als „Gleichheit“ zu verkaufen.
      Politisch gesehen glaube ich durchaus, diese Bestrebungen existieren; dass solche politischen Bestrebungen sich aber 1:1 auf eine Beziehungs- oder sexuelle Ebene bringen lassen glaube ich nicht.

      Das fand ich auch bei der „Jetzt“-Autorin in vielerlei Hinsicht interessant.
      Lies den Text einmal rückwärts!
      Gut, sie hat ihn schlussendlich zum Schweigen gebracht.
      Zwei Drittel der Frauen/Sexualpartnerinnen haben nach ihrer Ansicht keine Ahnung, was ein Orgasmus ist oder ihn nur vorgespielt

      Was ihr bringt das persönlich?
      Außer, es „darf nicht wahr sein“und der Vorwurf Männer (alle Männer!) brächten Frauen nicht zu einem vaginalen Orgasmus, weil es keinen gibt und weil sie ihn (also) noch nicht erlebt hat?
      Gar nichts.
      Was bringt einer Frau in einer Beziehung den Orgasmus vorzutäuschen?
      Gar nichts.
      Was ist selbstbewusst daran, seine sexuellen Bedürfnisse zu verschweigen?
      Gar nichts.
      Was ist reflektiert daran, seine sexuellen Bedürfnisse weder zu kennen, noch thematisieren zu können?
      Gar nichts.

      Ihre Version von Feminismus ist demzufolge ein einziges es „darf nicht wahr sein“.
      Sie darf keinen Phallus lieben, sie darf keinen Phallus gerne in sich haben, sie darf Phallus nicht genießen, ihre Vagina darf die Phallus induzierte Lust nicht genießen.
      ERGO: Selbstverständlich gibt es keinen vaginalen Orgasmus!

      In meinen Augen trägt sie drei Schilder vor sich, auf denen „Angst!“ im Zentrum, links und rechts von ihr platziert sind.
      Bei ihr liest sich die Fallhöhe so: „Ich war inzwischen zig Mal gekommen, aber nicht ein einziges Mal während der Penetration.“
      An das Publikum: ZIG MAL! ZIG! Ein-, zwei oder dreimal reichen nicht.
      An das Publikum: Ich BIN orgasmusfähig! Und wie! Ich bin eine FRAUAUAU!
      Und selbstverständlich war keiner ihrer UNZÄHLIGEN (!!!) Orgasmen vorgetäuscht!

      Was für ein unsicheres Hascherl – und sie kauft es sich noch nicht einmal selber ab.
      Ihre Sockenpuppe Mann dient als Verkörperung ihrer Unsicherheiten und Zweifel.
      Fazit: Der Feminismus, den sie vertritt ist für Frauen wie sie erfunden worden.
      Früher galt, wer obsessiv über Sex sprach hatte keinen, wer heute keine Ahnung von Sex hat, schreibt eine Sex-Kolumne auf „Jetzt“.

      1. „Na ja Elmar, man kann auch einfach aus Gründen persönlicher Geilheit mit Männern und Frauen ins Bett gehen und benötigt zu diesem Zweck keine romantische Liebesbeziehung.“

        Bitte sehr, aber dafür würde ich mir dir Mühe nicht machen. Denn schon im romantischen Fall ist der Sex mit Frauen meistens enttäuschend – Stichwort: Macht auf Seestern …. 😀

        „entstünde eine endlose „Bringschuld“ des Mannes und die Frau stünde permanent im Mittelpunkt der Beziehung.“

        Das ist nach wie vor ein durchaus häufiger Beziehungstyp.

        „würde aber „Gleichheit“ als Ziel in einer Beziehung von vorne herein unmöglich machen.“

        Die eigentlich interessante Frage ist doch: Wie kann eine Frau eine solche emotionale Distanz zu Männern aushalten? Denn gesetzt den Fall, daß sie diese Einstellung gegenüber allen Männern hat, fehlte ihr die Körpersprache der Intimität – eine Sache, die zumindest für viele Männer wichtig ist. Es scheint mir daher auf der Hand zu liegen, daß die emotionale Asymmetrie schon vorher hergestellt und in der Beziehung nur ausgebeutet und verstärkt wird.

        „Frau bräuchte immer ausgefeiltere ideologische Klimmzüge, um faktisches Dominanzstreben als „Gleichheit“ zu verkaufen.“

        Hmm … so ganz sehe ich noch nicht die Notwendigkeit einer Steigerung ein. Kannst du das noch mal erläutern?

        „Was ihr bringt das persönlich?“

        Nun ja … eine Vermutung hätte ich und damit komme ich auf meine These von oben zurück, daß die emotionale Asymmetrie schon vor jeder Beziehung hergestellt wird. Denn wenn man den Männern suggeriert, daß sie Frauen nicht zum vaginalen Orgasmus bringen können, dann ist diejenige durch Sexualität hergestellte Intimität zwischen Personen eben auch eine Einbildung – was den bereits bedürftigen Mann noch tiefer in seiner Vorstellungen von Einsamkeit, Ausgestoßensein und Abgelehntsein hineintreibt. Und es ist zu erwarten, daß er sich dann noch besser ausbeuten läßt, dadurch noch gefügiger wird. Letzteres gilt insbesondere für alle Leser des Artikel, so daß es sich hier imho um ein perfektes Beispiel von bullshit i.S.v. Harry Frankfurt handelt. Feminismus scheint mit dabei relativ unwichtig zu sein.

        „An das Publikum: Ich BIN orgasmusfähig! Und wie! Ich bin eine FRAUAUAU!“

        Ja, sicher, sowas muß dabei sein: Keine Propaganda, die nur einen einzigen Zweck verfolgen kann und deshalb sofort durchschaut wird, ist tauglich. Nur Mehrdeutigkeit erzeugt den Nebel, den eine Frau braucht, um sich zu verstecken.

        „Was für ein unsicheres Hascherl – und sie kauft es sich noch nicht einmal selber ab.“

        Ja, möglich – aber vielleicht werden auch einfach nur Klassenprivilegien verteidigt oder ausgebaut.

      2. Hi Elmar,

        „Die eigentlich interessante Frage ist doch: Wie kann eine Frau eine solche emotionale Distanz zu Männern aushalten? Denn gesetzt den Fall, daß sie diese Einstellung gegenüber allen Männern hat, fehlte ihr die Körpersprache der Intimität – eine Sache, die zumindest für viele Männer wichtig ist.“

        Man kann die Antwort meiner Ansicht nach in zwei Teilen liefern: Hypergamie fragt nicht nach Intimität und „trophy wife“ auch nicht.
        Aus der weiblichen Perspektive ist die Erwartung doch ebenso beschränkt, wie aus einer männlichen, oder?
        Es gibt das romantische Liebesideal; die Idee, dieses wäre zu einer „Naturkonstanten“ geworden halte ich für falsch.

        „Es scheint mir daher auf der Hand zu liegen, daß die emotionale Asymmetrie schon vorher hergestellt und in der Beziehung nur ausgebeutet und verstärkt wird.“

        In den von mir vorgestellten Beziehungstypen sicher – die Frage ist trotzdem, wer beutet hier eigentlich wen aus?
        Und wem nützt das?

        „Denn wenn man den Männern suggeriert, daß sie Frauen nicht zum vaginalen Orgasmus bringen können, dann ist diejenige durch Sexualität hergestellte Intimität zwischen Personen eben auch eine Einbildung – was den bereits bedürftigen Mann noch tiefer in seiner Vorstellungen von Einsamkeit, Ausgestoßensein und Abgelehntsein hineintreibt. Und es ist zu erwarten, daß er sich dann noch besser ausbeuten läßt, dadurch noch gefügiger wird.“

        „Planke“ profitiert bspw. durch ihre per Feminismus hergestellte emotionale Distanz zu Männern gar nicht. Ihre Unverwundbarkeit ist präzise das, was sie verhindert.
        Sie meint die Verhinderung des orgasmischen Kontrollverlusts per Vagina ist ihre Stärke.

        Weil sie meint, das nicht-Erreichen des orgasmischen Kontrollverlusts per Vagina sei die Schwäche des Manns.
        Das ist klassisch passiv und es ist aggressiv; weil würde es funktionieren hätte sie kein Pfund in der Hand, dem Mann die Zielerreichung und damit seine Männlichkeit abzusprechen.

        Damit ist das ganze Manöver geeignet, sich um ihn zu drehen, nicht um sie (was sie nicht begreift).
        Nicht ich muss mich um meine Bedürfnisse kümmern, sondern der Mann.
        Es handelt sich ganz bestimmt um weiblich-feministisches „empowerment“!!! 😉

        Das ist eine Ausrede und sich hinter einer formal gescheiterten (Frauenbediener-) Männlichkeit zu verbergen ist Anzeichen dafür.
        Denn SIE hat den „Erfolg“ dieser Männlichkeit überhaupt erst definiert, der sich auf SIE bezieht.
        Nach ca. hundert bewiesenem „nicht-Erreichen“ eines vaginalen Orgasmus…was genau sucht sie denn bei Männern? Selbstbestätigung!
        Sie verbirgt ihre Feigheit hinter deren Stärke.
        Ja natürlich hat sie „Klassenprivilegien verteidigt oder ausgebaut“.
        Was hat das sie davon? Nix! Die „emotionale Asymmetrie“ besteht darin, die „emotionale Asymmetrie“ zu behaupten.
        „Ich führe eine sexuell befriedigende Beziehung mit einem Mann!“ ist eine Aussage, bei der sie – gemäß ihrer eigenen Ideologie – VERLIERT.

        Das macht es auch so attraktiv, sich STATT an den eigenen Unfähigkeiten an denen von Männern abzuarbeiten.

  2. Ich glaube du gehst mit dem Mädel von „Jetzt“ etwas zu hart ins Gericht. Sie sagt zusammengefasst (wenn man von allem drum herum absieht) einfach nur, dass 1/3 der Frauen vaginale Orgasmen erleben können und 2/3 nicht, was am unterschiedlichen Wuchs der Klitoris liege. Sich selbst zählt sie halt zur letzteren Gruppe. Mit dem was Alice Schwarzer mal irgendwann von sich gegeben hat, muss sie nichts zu tun haben.
    Ich kann das alles nicht beurteilen, weil ich keinen Schimmer von Urologie habe, aber angenommen es stimmte, dass 2/3 der Frauen aus anatomischen Gründen keinen vaginalen Orgasmus erleben können, wäre mir das in der Tat neu und ich hielte das für einen sehr bemekenswerten Fakt, weshalb ich den Jetzt-Artikel durchaus für einen sinnvollen Beitrag hielte.
    Wahrscheinlicher finde ich jedoch auch eher deine Vermutung, dass diese junge Feministin, die offensichtlich ein Poblem mit Männern hat, „exakt auf dem Pfad [ist], dass „Vagina weniger gut reagieren” kann und in ihrem Körper alles passiert, was für einen vaginalen Orgasmus kontraproduktiv ist“ und glaube außerdem, dass sie mit dieser inneren Verklemmung keineswegs die einzige ist.

    1. Hi Jonas, sehr verkürzt lässt sich der Streit zurückführen auf Freud, der meinte, es sei eine Form psychischer und sexueller Reifung, wenn Frauen die klitorale Empfindlichkeit auf die Vagina übertragen. Daraus wurde psychoanalytisch nachfolgend geschlossen, Frauen, die den vaginalen Orgasmus nicht erreichen seien frigide.
      Oder/und es gäbe zwei Orgasmusarten und eine sei höherwertig als die andere.

      Eine simple These – es war in erster Linie eine (unbewiesene) These im Rahmen einer Ideologie.
      Anatomisch wiederum lässt sich die auch von der Autorin verfolgte Idee, es hätte etwas mit der Entfernung von der Klitoris zur Vagina zu tun auf Untersuchungen von Bonaparte und Landis in den 1920ern zurückführen. Um so näher diese an der Vagina läge, desto eher die Wahrscheinlichkeit einen Orgasmus zu erleben.

      Die neuen anatomischen Erkenntnisse machen diese Unterscheidungen zwischen vaginalen und klitoralem Orgasmus aber obsolet, denn der Punkt ist, dass danach die Klitoris samt Schwellkörpern (!) in die Vagina hineinreicht. Es gibt eben nicht eine außen liegende Klitoris und eine innen liegende Vagina.

      Die Frage also: Warum hat sich jahrzehntelang niemand über die tatsächliche Gestalt der Klitoris gekümmert?
      Weil die lieben Feministinnen und Lesben die obige These ideologisch und nicht etwa auf Fakten basierend zurückweisen wollten.
      Abgesehen von der Kränkung, die Abwesenheit eines „vaginalen Orgasmus“ deute auf Frigidität hin und ein „klitoraler Orgasmus“ sei minderwertig ist die Aussicht verlockend, zum weiblichen Orgasmus brauche es gar keinen Phallus.

      Dem voraus gegangen waren Studien, in denen Orgasmusschwierigkeiten von Frauen (bezeichnend, erektile Dysfunktionen bei Männern sind Dysfunktionen) gar nicht als allgemeine Schwierigkeiten verhandelt worden sind, sondern es wurde sauber zwischen „vaginal“ und „klitoral“ unterschieden.
      Irgendwann (mit Fisher oder Hite 1976?) war die These im Raum, zwei Drittel aller Frauen könnten überhaupt keinen „vaginalen Orgasmus“ erreichen – diese Zahlen wurden feministisch übernommen und gebetsmühlenartig wiederholt.
      Hatten Frauen also Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus zu erreichen, wurde das dem Ausbleiben einer (additionalen) klitoralen Stimulation zugeschrieben.

      Schwarzer separiert die Vagina Ende der 70er nicht umsonst als Ort der Reproduktion von dem der Sexualität = Klitoris. Hat beides nichts miteinander zu tun, ist das Geschlecht des Sexualpartners egal. Zwinker, zwinker…
      Aber auch über den messianischen Lesbianismus hinaus ist bezeichnend, es findet im Grunde eine Aufteilung von weiblicher Sexualität und Reproduktion statt, als hätte beides nichts miteinander zu tun.
      Meine These ist, dass dem Feminismus die weibliche generative Potenz und ein weiblicher Kinderwunsch unheimlich geblieben ist – wie eine Erbsünde.

      Lässt sich jedoch (ausschließlich) klitoral (im Sinne von „Lustknopf“) erzeugte weibliche Sexualität von einer (nicht existierenden!) „vaginalen Sexualität“ trennen, dann braucht
      a. eine Frau einen Mann und seinen Phallus buchstäblich wie der Fisch das Fahrrad zur gelungenen Sexualität,
      b. an Orgasmusschwierigkeiten der Frau ist nicht ausreichende klitorale Stimulation (durch den Mann) schuld.
      Diese ideologisch nützlichen Weisheiten wurden seitens des Feminismus verbreitet, verbreitet, verbreitet.

      Die Irritation, die im Text von „Planke“ nicht etwa durchschimmert, sondern durchstrahlt ist der Tatsache geschuldet, dass wenn a. und b. doch irgendetwas mit ihr zu tun hat, sie auch den Platz auf der Anklagebank räumen muss: „Zwei Drittel aller Frauen können keinen vaginalen Orgasmus erreichen!“ Subtext: „Und Männer/meine Sexualpartner sind daran SCHULD!“

      Wenn Frauen den aber erreichen könnten, verweist die Möglichkeit auf ein Unvermögen hin.
      Alles was die Sexualtherapeutinnen von sich geben wiederum deutet c. auf (physische und psychische) Blockaden hin, die gelöst werden können – von ihr selbst. Und d. – mehr oder weniger zartfühlend – auf ein mangelndes Körpergefühl.

      Auf Bento 2018 (1) veröffentlicht: „Erstmal muss man die Wahrnehmung des Körperteils allgemein steigern – egal mit welchen Absichten. Sprich: Wenn man das eigene Geschlecht gut zu spüren lernt, dann merkt man später beim Sex oder der Selbstbefriedigung, dass es plötzlich viel mehr hergibt.“
      Wenn die Wahrnehmung gesteigert werden muss, war sie wohl vorher unzureichend vorhanden, wenn man das eigene Geschlecht erst gut zu spüren lernen muss, dann ist das wohl ausbaubar…

      Dass ihr diese Konsequenzen klar sind, lässt sie um so heftiger auf ihre Sockenpuppe „Mann“ eindreschen, der m.E. eine reine Projektion ist und deshalb bin ich auch nicht der Meinung, zu hart mit ihr umgegangen zu sein.
      Sie ist ein Teil des Problems und wird es bleiben.

      (1) https://www.bento.de/gefuehle/vaginaler-orgasmus-jede-frau-kann-ihn-haben-eine-sexologin-verraet-wie-es-geht

      1. Ich versteh schon, und das mag ja auch alles richtig sein und ich steh bei deinen Einschätzungen durchaus auf deiner Seite, aber es trifft eben das Hauptargumet der Jetzt-Autorin nicht. Denn deine These, dass die feministische Trennung zwischen „vaginaler“ und „klitoraler“ Stimulation nicht sinnvoll ist, weil beides letztendlich klitoral ist, ändert ja nichts an der Tatsache (bzw. der Behauptung), dass manche Frauen eben aus anatomischen Gründen keinen Orgasmus durch reine Penetration erleben können, weil die Klitoris halt zu kurz ist oder nicht tief genug in die Vagina hineinreicht oder sowas und stattdessen nur durch äußere Stimulation der Klitoris zum Höhepunkt kommen können. Ob dies nun wirklich auf 2/3 der Frauen zutrifft, wie die Autorin behauptet, oder nur auf 2/300, ist dabei erstmal irrelevant. Meine Frage ist nur: Ist diese Behauptung, dass manche Frauen aus anatomischen Gründen keinen vaginalen Orgasmus erleben können, durch die neuen anatomischen Erkenntisse, die du anführst, sicher widerlegt oder nicht?

      2. Ah, ok, ich sehe schon!

        Ich habe mich durch die Darstellungsweise in die Bredouille gebracht Missverständnisse zu produzieren: „es trifft eben das Hauptargument der Jetzt-Autorin nicht“, weil „manche Frauen eben aus anatomischen Gründen keinen Orgasmus durch reine Penetration erleben können, weil die Klitoris halt zu kurz ist oder nicht tief genug in die Vagina hineinreicht“ ist in Wirklichkeit nicht „ihr“ Argument.

        Das beruht auf der alten Annahme, beides wäre voneinander getrennt, was – wie ich schon schrieb – „auf Untersuchungen von Bonaparte und Landis in den 1920ern“ zurückzuführen ist.
        Basierend auf der Vorannahme: „Um so näher diese an der Vagina läge, desto eher die Wahrscheinlichkeit einen Orgasmus zu erleben.“
        Erst wenn sich die anatomische Vorannahme als Paradigma durchgesetzt hat, macht eine solche Untersuchung Sinn.

        In diesem Paradigma gilt ausschließlich die Klitoris (verstanden als Ort) als Lustquelle, ist diese zu weit von der Vagina entfernt (keine Lustquelle), dann klappt es nicht mit dem Orgasmus beim Geschlechtsverkehr.

        „Meine Frage ist nur: Ist diese Behauptung, dass manche Frauen aus anatomischen Gründen keinen vaginalen Orgasmus erleben können, durch die neuen anatomischen Erkenntisse, die du anführst, sicher widerlegt oder nicht?“

        Auf der Basis von „manche“ kann man von „sicher widerlegt“ (für jeden Einzelfall) nicht reden. Wenn dein Argument ist, es seien anatomische Gründe vorstellbar, dass eine Frau keinen vaginalen Orgasmus ohne zusätzliche Stimulation erreichen kann, dann kann man das weiterhin nur bejahen.

        Aus dem Modell lässt sich jedoch ableiten, dass die bisher vollzogene Trennung nicht aufrecht zu erhalten ist. Es handelt sich um einen klitoralen Vulva-Vagina-Komplex und nicht auf der einen Seite um „die Klitoris“ und auf der anderen Seite um „die Vagina“.

        Was mich in Hohngelächter hat einstimmen lassen und auch zu diesem Artikel geführt hat, war die feministische Produktion von Nebengeräuschen, um den Einsturz eines Dogmenturms zu übertönen.
        Die oben beschriebene Schuldumkehr durch Revisionismus, dieses Beharren auf eigener Verantwortungslosigkeit und das Verharren in der Opfer-Rolle als Reaktion fand ich bezeichnend. Noch bezeichnender den Versuch, unbedingt die moralische Oberhand zu erhalten und Männer nun das komplette Gegenteil von dem zu erzählen, was feministisches Allwissen über weibliche Anatomie und sexuelle Bedürfnisse von Frauen vor zehn Jahren war.

        Sie sind noch nicht einmal in der Lage einfach einzugestehen, dass sie sich geirrt haben.
        Hascherl.

  3. Ich hoffe, hier dürfen auch Frauen etwas beisteuern… ich wurde feministisch erzogen, meine Mama ist richtig Hardcore-Emanze und genau über das oben beschriebene Thema – weiblicher Orgasmus – (okay und ein paar andere Dinge) bin ich nach einem jahrelangen Prozess so etwas wie Anti-Feministin geworden.

    Was hier und anderen Blogs m.E. oft übersehen wird, ist die Tatsche, dass Feminismus keineswegs nur bei den Männern, sondern auch bei der Mehrheit der Frauen für viel Frust gesorgt hat, u.a. wegen der Verbreitung solcher ideologischer Mythen wie oben beschrieben.

    1. „Ich hoffe, hier dürfen auch Frauen etwas beisteuern“

      Klar. Konzept dieses Blogs ist nicht, dass Männer sich darüber austauschen, wie scheiße sie Feminismus finden, sondern die Idee ist eigentlich, dass jeder, der zum Geschlechterthema etwas zu sagen hat, es hier offen tun kann. Frauen sind dabei genauso willkommen wie Männer. Theoretisch könnten hier sogar Feministinnen schreiben und kommentieren, praktisch kommt das aber nie vor, weil die lieber in ihrem safe-space bleiben und sich nicht mit Kritikern austauschen möchten. Feministinnen haben zu große Angst in offenen Diskussionen zu verlieren und deshalb schotten sie sich gegen andere Meinungen ab.

      Deine persönliche Geschichte würde mich sehr interessieren. Wie hat deine Mutter dich erzogen, und was hat dich vom Feminismus abgebracht? Wenn du willst, kannst du sogar einen Gastartikel drüber schreiben und ihn an den Administrator christianallesevo (at) gmail Punkt com senden. Oder direkt an mich: nabikhidr93 (at) gmail.com.

      „Was hier und anderen Blogs m.E. oft übersehen wird, ist die Tatsche, dass Feminismus keineswegs nur bei den Männern, sondern auch bei der Mehrheit der Frauen für viel Frust gesorgt hat“

      Nein nein, das ist den meisten Feminismuskitikern bzw. Maskulisten durchaus klar, dass auch viele Frauen vom Feminismus angekotzt sind. Medien und Politik hingegen sind es, die grundsätzlich so tun, als würde der Feminismus die Interessen von allen Frauen vertreten und nur ein paar Männer dagegen aufbegehren.

  4. „deine persönliche Geschichte würde mich sehr interessieren. Wie hat deine Mutter dich erzogen, und was hat dich vom Feminismus abgebracht?“

    Puh, das ist eine lange Geschichte, also beides, Erziehung und was mich abgebracht hat. Die Loslösung, die Emanzipation vom Feminismus war ein langer Prozeß, da gab es nicht das eine Schlüsselerlebnis. Ursächlich für mich, dieses ganze Konstrukt Feminismus zu hinterfragen war letztlich Sex, u.a. das Thema des obigen Artikels. Ich bin daher nicht ganz sicher, ob ich ein so intimes Thema hier ausbreiten möchte.

    1. Hi Hannah,

      vielen Dank für dein Lob zunächst einmal und hier können alle beisteuern – egal welches Geschlecht, egal welche sexuelle Orientierung, egal welche Vorerfahrungen.

      Um den Kommentar von Jonas richtig einzuordnen, sind die Männer auf diesem Forum Pro-Gleichberechtigung, wenn es sich um „gleiche Rechte, gleiche Pflichten“ für beide Geschlechter handelt und wir alle haben irgendwann gelernt, dass es dem aktuellen Feminismus darum nicht geht.
      Auch nicht um eine ergebnisoffene Aushandlung zwischen zwei Menschen.

      Wenn man Sexualität als ein Art der Kommunikation zwischen den Geschlechtern versteht, dann hat genau dieser Feminismus quasi die Kommunikationskanäle zwischen uns blockiert und auch die Art und Weise, wie wir Selbstgespräche mit unserer Körperlichkeit führen.

      Bei Männern beginnt die Blockade früh.
      Mit dem ersten Samenerguss nimmt kein Mann einen Jungen an die Hand und beglückwünscht diesen, dass er nun Vater werden kann, sondern dessen Ergüsse gehören beim Sexualverkehr in eine „Lümmeltüte“ und sorgfältig entsorgt.
      Es versteht sich von selbst, dass es keine „Männerärzte“ gibt und Jungs medizinisch in der Pubertät allein gelassen werden.
      „Sexuelle Aufklärung“ ist das Drama, mit dem Spermium (aktiv) ein Ei (passiv) zu befruchten und mit dem aktiven Part erbst du (männlich) auch die Verantwortung und bist der verantwortliche Part von „unerwünschter Schwangerschaft“, der – paradox – Resultat einer erwünschten Sexualität ist.

      Egal, wie sehr wir medizinisch Sex von Reproduktion zu trennen in der Lage sind – dieser Zusammenhang wird sich niemals auflösen lassen.
      Als die WHO zur „Pille für den Mann“ (gibt es nicht und wird es nie geben) eine Broschüre schrieb, erklärte sie Spermien als „unerwünscht“.
      Sie meinten nicht Spermien, sie meinten reproduktive Männlichkeit und Väterlichkeit.
      Auf der männlichen Seite wird es also Scham – es sind die Körperflüssigkeiten, die man besser entsorgt…die „Lümmeltüte“ ist eine Mülltüte.

      Ich finde das schade vom (sexuellen) Ineinander der Geschlechter bis zum Verhältnis in der Gesellschaft – es ist, als ob wir aus dieser Perspektive völlig falsch wären, so wie wir sind und was wir wollen.

      1. Wow, sehr, sehr beeindruckend formuliert.

        „Wenn man Sexualität als ein Art der Kommunikation zwischen den Geschlechtern versteht, dann hat genau dieser Feminismus quasi die Kommunikationskanäle zwischen uns blockiert “

        Jepp, so sehe ich das auch – nach einem langen Prozess, viel schlechtem Gewissen, Frust und Wut.

        Und biologisch völlig korrekt, auch deine Aussagen zu aktivem Spermium und passivem Ei – was sich m.E. ja auch auf eine gewisse „Grundeinstellung“ der Geschlechter übertragen lässt.

        „Auf der männlichen Seite wird es also Scham – es sind die Körperflüssigkeiten, die man besser entsorgt…die „Lümmeltüte“ ist eine Mülltüte.“

        Ja, schade 🙂

        Ich bin gerade dabei, etwas zu meiner persönlichen Geschichte zu verfassen.

      2. Hi Hannah,
        noch einmal vielen Dank für dein Lob!
        Überlege dir bitte, wie viel du persönlich von dir erzählen möchtest – hier kann schließlich jede/r mitlesen!

      3. Ja, da bin ich tatsächlich nicht ganz sicher. Ich hatte ja eine Mail an Jonas und Christian geschickt, aber ich weiß noch nicht, ob ich das öffentlich machen möchte.

      4. Prima! Im Zweifelsfall so wenig privat wie möglich und nötig. Ich hoffe, mit genügend Verallgemeinerung versehen können wir trotzdem deine Perspektive hier einbringen.
        Baue auf deine Mithilfe und Jonas und Christian, deine Identität zu schützen! 🙂

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