#JeKiffeMonDecollete : Frauen auf Twitter zeigen der Welt ihren Ausschnitt – wegen „Sexismus“

Der Sommer ist da, die Badestrände füllen sich. Sittliche Bedenken haben Hitzefrei und die bürgerlichen Damen holen ihre Hotpants und bauchfreien Spaghetti-Tops heraus. Denn schließlich ist es etwas völlig normales und überhaupt nichts irgendwie anstößiges, halbnackt in der Uni, im Büro oder in der Schule zu erscheinen. Bekanntermaßen kleiden sich Frauen nämlich nur deswegen freizügig, weil ihnen doch sonst so heiß wäre und weil es ihnen halt irgendwie selbst so gefällt. Maximal tun sie es noch aus Gruppenzwang heraus. Keineswegs aber wollen Frauen dadurch ihre sexuellen Reize und ihre Verfügbarkeit öffentlich zur Schau stellen und Männer herausfordern. Das muss allen klar sein! Aber gewisse Männerschweine verstehen das natürlich mal wieder alles völlig falsch. Und nun haben im Nachbarland Frankreich diese Agenten des Patriarchats gnadenlos zugeschlagen. Eine neue „Sexismus“-Sau wird durch Twitter und die Medien gejagt. Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Den Startschuss gab die Nutzerin „célineb“: Sie veröffentlichte auf Twitter ein Foto ihres Ausschnitts mit dem Text „Nach Angaben eines Typen, dem ich gerade begegnet bin, ist das hier das ‚Dekolleté einer dreckigen Hure’“

[…]

Kurz danach rief die Kolumnistin des französischen Radiosenders RMC, Zohra Bitan, alle Frauen dazu auf, „wegen der Hitzewelle und im Widerstand gegen die Kleiderpolizei“ Dekolleté-Fotos von sich zu posten. Dazu veröffentlichte die 55-Jährige ein Foto mit den Schlagworten „Liberté, Egalité, Décolleté“ (Freiheit, Gleichheit, Dekolleté).

Hier der Tweet mit dem es den Anfang nahm:

So nahm der große Busenspaß seinen Lauf. Unter #JeKiffeMonDecollete („ich liebe meinen Ausschnitt“) posten seit einigen Tagen tausende Französinnen Bilder ihres Dekolletés. Aus irgendeinem Tweet, über irgendeine mutmaßliche Beleidigung, die sich irgendwo in dem Millionenland abgespielt haben soll, lanciert eine eifrige Medienmacherin einen Hashtag gegen eine angebliche „Kleiderpolizei“. Zohra Bitan ist kurz darauf auch im französischen Fernsehen. Die FAZ redet ihr das Wort und gibt Auskunft darüber, wie ernst die Lage auf Europas Straßen ist:

Trägt eine Frau einen kurzen Rock oder ein knappes Top auf der Straße, kommen Reaktionen oft automatisch: Von Beschimpfungen über Maßregelungen bis hin zu unangemessenen Anmachsprüchen – viele Frauen erleben all das.

Ich bin kein Franzose, bin mir aber relativ sicher, dass es eine solche Kleiderpolizei nicht gibt und solche Beleidigungen Ausnahmen darstellen. Aus Deutschland kenne ich dergleichen jedenfalls nicht. Anders könnte dies sein, wenn leicht bekleidete Frauen in muslimisch geprägten Vierteln unterwegs sind, doch darum geht es bei dem Hashtag natürlich nicht.

Oder müssen sich Frauen in der westlichen Gesellschaft tatsächlich regelmäßig anhören, sie seien zu leicht bekleidet? Ich lasse mich gern davon überzeugen, wenn jemand dergleichen berichten kann. Denn in der Tat denke ich, dass dies durchaus nicht verkehrt wäre.

Doch meiner Meinung nach existieren die „Kleiderpolizei“ und die „Beschimpfungen und Maßregelungen“ vor allem in dem Köpfen dieser Frauen bzw. Journalisten. Es handelt sich um eine psychische Projektion. Die moderne Frau bzw. der moderne Mann hat Gewissenbisse dafür, dass die Frau ihre Reize tagtäglich mehr oder weniger schamlos zur Schau stellt. Sie entlasten ihr Gewissen dadurch, dass sie ihre eigenen unbewussten Sittlichkeitsbedenken auf die „Sexisten“ projizieren und verdammen. Nachdem man dann erfolgreich die lästigen Schuldgefühle kollektiv auf die Schweinemänner abgeladen hat, kann man gleich viel befreiter, und obendrein mit einem prima politisch-korrekten und progressiven Vorwand der weiblichen Eitelkeit frönen und leckere Busenbildchen von sich hochladen.

Zur Aufklärung muss an dieser Stelle etwas Anschauungsmaterial gezeigt werden. Ich bitte die Leser zu beachten, dass das Bildmaterial NICHT zur erotischen Unterhaltung gedacht ist, sondern ausschließlich politischen und emanzipatorischen Zwecken dient. Die Frauen, die das gepostet haben, möchten darauf aufmerksam machen, dass sie „sexualisiert werden“ (FAZ) und täglich Diskriminierung erfahren und meinen es sehr ernst:

Und falls sich jetzt jemand beschwert, dass ich mir ja jetzt nur besonders hübsche Beispiele herausgepickt habe, sag ich nur folgendes:

Erstens: Das machen die ganzen Zeitungen, die (wohlwollend) über die Aktion berichten, genauso bei ihren Titelbildern. Denn Sexismus lässt sich am leichtesten dadurch bekämpfen, dass aus Sex Kapital geschagen wird. Das wissen wir seit #Metoo.

Zweitens: So etwas wie Unterschiede in der Schönheit gibt es ja schon mal gar nicht. Das ist ein patriarchales Konstrukt, ok?! Jedes Dekolleté ist gleich schön. Alles andere ist nämlich Diskriminierung.

(In eigener Sache: Geschlechterallerlei könnte neue Autoren vertragen. Wer Lust hat zu Geschlechterthemen zu bloggen, kann an christianallesevo (at) gmail Punkt com mailen. Jede politische Ausrichtung wird toleriert.)

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Autor: Jonas

Student der Geistes- und Sozialwissenschaften mit Fokus Nahost

32 Kommentare zu „#JeKiffeMonDecollete : Frauen auf Twitter zeigen der Welt ihren Ausschnitt – wegen „Sexismus““

  1. Na, warum nicht? Ich meine, wir hatten schon „Töten für den Frieden“, „Obama als Friedensnobelpreisträger“, „Ficken für die Jungfräumlichkeit“ … warum nicht auch „Blanke Busen gegen Sexismus“ … das ist doch eine schöne Kontinuität und nichts Unerwartetes.

    Eben ein weiterer weiblicher Beitrag dazu, die Überzeugungen der Menschen völlig verrückt zu machen. Denn nur wenn alle Meinungen der Menschen falsch sind, sind sie beliebig manipulierbar. Und das nützt nur einer Klasse – der Herrschenden. Damit liefern die Frauen selbst einen weiteren Beleg für ihr kulturelle Deutungshoheit. der Männer bisher nichts entgegen zu setzen haben.

    1. Solange Männer nichts tun, weil sie Angst davor haben, „sexistisch“ zu sein, machen die Frauen was sie wollen. Ihr Opferstatus wird immer mehr zum Freibrief, um einfach nur Männern auf der Nase herum zu tanzen. Ich wüde fast meinen, dass man das Frauen auch gar nicht übel nehmen kann. Es ist vielleicht ihre Aufgabe, Männern ihre Schwäche vorzuführen.

      1. Ich stimme zu, daßa Männer mit dene Privilegien der Frauen im Mittel vermutlich ebenso widerlich wären wie Frauen. Aber damit muß man es ja nicht bewenden lassen. Wenn kein Kräftegleichgewicht herrscht, dann wird sich das für niemanden auszahlen. Und zweitens wird für die Frauen in den nächsten Jahren übel nach hinten losgehen, was sie sich gerade eingerührt haben. Denn die Widerstandsbewegung der Männer hat gerade erst begonnen und wenn Männer erst mal Frauen zu recht für ihre Taten verachten, dann möchte ich nicht Frau sein. Aber das ist ja Sache der Frauen, während ich nur ein weiblicher Untermensch mit falscher Hautfarbe bin. 😉

  2. Angesichts der von Femis offensiv zur Schau getragenen „Mutigkeit“, bspw. Vulvenmalen beim Kirchentag, finde ich die halbverpackte Tittenshow eher verklemmt und unterbelichtet.
    Selbstverleugnender Neoviktorianismus halt. Die Krönung wäre ein Bild mit Push-up-BH … 😉

    1. An die Parallele zum Vulvmalen musste ich auch sofort denken. Die Auschnitttwitterei find ich allerdings cooler muss ich sagen. Während es beim Vulvamalen darum zu gehen scheint, die Vagina zu entsexualisieren bzw. zu entzaubern, kommen mir die Französinnen mit ihren Bildern ganz unverklemmt daher. Sie springen ganz schamlos auf die feministische Ideologie auf, um in der Öffentlichkeit ihre Reize zur Schau zu stellen. Das ist zwar unmoralisch, aber auch irgendwie sympathisch.

      Aber, Herr Lehrer, es ist halt so warm heute… *Kulleraugen*

      1. So gesehen, stimmt das natürlich. Das Kuriosum ist m.E., daß sie damit letztendlich dem Ideologiegebäude, das sie vordergründig als Begründung verwenden, diametral widersprechen.
        Gerade das macht sie aus distanzierter Sicht aber auch wieder zu echten Feministen.
        Analog zu Rassismus gegen Rassismus, sonstige Formen von Sexismus gegen Sexismus, jetzt in der Spielart Aufgeilen gegen Geilheit. Kann man sich gar nicht ausdenken, als Normalmensch.
        Eine Art „Mehr davon gegen mehr davon“.
        Es ist ja keineswegs so, daß die Damen jetzt möglichst häßliche Titten offen posten, sondern eher im Gegenteil alles genau nach den Wünschen des bösen Feindes ( der ja genau dafür zutiefst verachtet wird, daß man eben diese Wünsche ihm – und nur ihm – aufprojiziert ) und möglichst ästhetisch wohlverpackt ( deshalb auch meine Erwähnung der Push-Ups, quasi als „naturferne Zwangsmaßnahme des Patriarchats“ ).

        Das erinnert mich an die „Logik“ des ekelhaften Klebstofffabrikanten, in „Kir Royal“, der von „Aufrichtigen“ dafür angeprangert und ausgegrenzt wird, daß er ultrakorrupt ist und einfach kauft was er haben will und der darauf reagiert mit ( sinngemäß ): „Dann schütt‘ isch Eusch mit meiner Kohle solange zu, bis Ihr mir jehört“.

      2. „alles genau nach den Wünschen des bösen Feindes ( der ja genau dafür zutiefst verachtet wird, daß man eben diese Wünsche ihm – und nur ihm – aufprojiziert )“

        Ja, so sehe ich das auch. Man muss allerdings auch sagen, dass viele der Busenbildchen etwas ältere Modelle zeigen, bzw. etwas langweilig wirken. Ich hab mir schon die hübschen rausgepickt. Aber hässliche Bilder, die die weibliche Schönheit dekonstruieren sollen bzw. einfach möglichst steril und unerotisch sein sollen, habe ich dort nicht gefunden.

  3. Irgendwie stellt sich doch auch die Frage: Was denn nun eigentlich? Sind „die Männer“ immer nur am geil Glotzen oder sind „die Männer“ nur daran interessiert, dass sich Frauen maximal sittsam verhüllen? Was tut denn jetzt das „Patriarchat“? Von Frauen verlangen, immer besonders attraktiv zu sein oder sie dazu zwingen, möglichst wenig von sich zu zeigen? Das sind – wie so ziemlich alles diffus Feministische – offen widersprüchliche, um nicht zu sagen, vollkommen inkompatible Positionen. Aber: SIE. MERKEN. ES. NICHT.

    Weder die Damen, die sich an den ganzen durchgeschallerten Twitter-Aktionen beteiligen, noch die Journaleure und Journaleusen, die begeistert darüber berichten, hinterfragen auch nur einmal, was denn nun langfristig und global gesehen überhaupt das Ziel sein soll?

    Aber das erscheint alles irrelevant und wird verdeckt von dem darüberstehenden Bedürfnis, hemmungslos seinem Opfernarzissmus zu frönen. Ach, ich armes Ding! Ich werde von der patriarchalen Gesellschaft gehasst, obwohl oder gerade weil ich doch so wundervoll bin.

    Das einzige, was ich auf diesen Bildern sehe, sind verwöhnte Prinzesschen, die dem Pöbel (aka Männer) eines ihrer Millionen Privilegien unter die Nase reiben: rumlaufen zu können und sich exponieren zu können, wie es einem gerade passt, eben gerade ohne signifikant ablehnende Reaktionen befürchten zu müssen. Männer unterliegen faktisch deutlich mehr sozialen Repressionen als Frauen, auch bei der Kleiderwahl. Diese Inszenierung ist – wie eigentlich alles diffus Feministische – eine vollkommene Verdrehung der gesellschaftlichen Realitäten.

    Ein wunderbares Beispiel für diese Verdrehungen waren Semikolons an Dusseligkeit wirklich nicht mehr zu überbietenden Kommentare unter dem einschlägigen Thema bei Alles Evolution, in denen sie krampfhaft versuchte, die weit größeren Restriktionen, unter denen Männer gesellschaftlich stehen, umzudeuten in eine Art völlig freiwillige Entscheidung, weil die Männer eben nicht so verdammt mutig sind wie die tollen Frauen. In einem feministisch sedierten Hirn darf es eben eines auf keinen Fall geben: auch nur eine Sache, in der es Männer offensichtlich schlechter haben, als Frauen. Denn schon eine solche Sache würde das Fundament feministischer Dogmatik geradezu pulverisieren.

    Und so wird dann eben so getan, als läge es an den Typen selbst, wenn sie nicht in kurzen Hosen und luftigen Hemden auf Arbeit erscheinen. Und nein, das sind nicht nur die bösen Karrieristen, sondern die deutliche Mehrheit sind ganz normale, kleine Angestellte, die einfach nur ihren Job nicht verlieren wollen, denn zu Hause wartet ja schließlich auch eine Madame auf die Kohle.

    Es gibt in vielen Firmen klare Kleidervorschriften und der Ausschluss langer Hosen (bisweilen explizit für Männer) ist da ein Standardinhalt. Aber klar, für Feministinnen sind die Typen trotzdem irgendwie immer alle selber Schuld; das empathische Geschlecht eben…

    Ach, und man solle sich als Mann nicht allzu viele Hoffnungen bzgl. einer AGG-Klage machen, wenn es Kleidervorschriften gibt, die Männer gerade zu heißen Zeiten benachteiligen. Klagen gegen männerbenachteiligende Regelungen haben erfahrungsgemäß signifikant geringere Aussichten auf Erfolg, als wenn es um Nachteile für Frauen geht. Die Sensibilität selbst von Richtern hängt hier oft auch klar vom Geschlecht des Klägers ab. Selbst Gewerkschaften, die eigentlich für die Rechte aller Arbeitnehmer da sein müssten, verhalten sich da oft fragwürdig.

    Beispiel aus meinem Betrieb: Als wir (Betriebsrat) in der Betriebsordnung die dort genannten Kleidervorschriften neu verhandelten, kam dort eben genau rein, dass ausdrücklich männlichen Mitarbeitern das Tragen kurzer Hosen untersagt werden sollte. Ich hatte dort gleich AGG-Bedenken geäußert, aber die Kollegen aus dem betrauten Ausschuss sagten, sie hätten das schon mit ver.di abgeklärt und die hätten ihnen da was zu geschickt. Ich habe mir die Mail von ver.di durchgelesen und war leicht schockiert.

    Erst wurde auf ein Urteil aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts verwiesen, in dem ein Gericht geurteilt hatte, dass unterschiedliche Kleidervorschriften für Männer und Frauen legitim seien. Das Urteil war gleichermaßen wenig überraschend wie inzwischen vollkommen irrelevant, weil es Jahrzehnte vor der Einführung des AGG, also auf einer völlig anderen Rechtsgrundlage gefällt worden war. Als zweites wurde auf ein LAG-Urteil verwiesen, in dem festgestellt worden war, dass es legitim ist, von männlichen Piloten das Tragen einer Mütze zu verlangen, von weiblichen aber nicht (geklagt hatte wohl ein Mitarbeiter der Lufthansa). Auch das empfand ich als schwaches Beispiel, weil wir dort immerhin von Uniformregelungen sprechen, während es bei unserer Firma um eine jeder Sachgrundlage entbehrende, nur auf Männer beschränkte Einschränkung ging.

    Wir halten also fest: ver.di, die bei jeder EPD-Demo ihre Fahnen schwenken und sich wegen der nie mit irgendwelchen handfesten Belegen untermauerten Behauptung, Frauen würden im Berufsleben umfassend und systematisch benachteiligt, von einer Schnappatmung in die nächste steigern können, begegnen einer offensichtlichen und klar belegbaren sachgrundfreien Benachteiligung von Männern mit einer derartigen Nonchalance; tja, die Gewerkschaft der Frauen eben…

    Fun Fact: als ich nochmals auf das Thema verwies und eine Kollegin noch einmal nach dem Urteil, auf das ver.di Bezug nahm, googelte, fand sie heraus, dass dieses LAG-Urteil inzwischen vom BAG gekippt worden war… Ooooooops!!!

    1. Na, beides macht „das Patriachat“. Nach feministischer Vorstellung ist es ja schließlich Schuld daran, dass Frauen überhaupt sexy sind. Vom verhängnisvollen männlichen Blick befreit, würde die Frau ja nackt wie Gott (m/w) sie erschaffen hat und von Selbstliebe berauscht durch die Welt hüpfen. Aber nein, die Männer müssen ja wieder alles zerstören, weil sie allen Ernstes glauben, dass die Schönheit der Frau ihnen gilt.

    2. „Es gibt in vielen Firmen klare Kleidervorschriften und der Ausschluss langer Hosen (bisweilen explizit für Männer) ist da ein Standardinhalt.“

      Ist bei uns auch so – natürlich nur für die Unterdrücker. Die Büros sind nicht klimatisiert. Das irgendein Mann die Spagetti-Träger, die hauchdünnen Sommerkleider oder die Röcke, die über 3/4 der Beine zeigen abwertend kommentiert, ist so gut wie undenkbar, selbst für höhere Vorgesetzte. Es wird erwartet das Mann es vollkommen ignoriert, dass da eine junge Frau vor einem steht, mit einer Beinbekleidung die weniger verdeckt wie die eigenen Boxershorts. So einen Kommentar kann wenn überhaupt nur eine andere Frau sich erlauben – wenn auch wie üblich hintenherum.

      Aber natürlich kein Grund für die Frauenwelt nicht so zu tun als ob hier die Männer die bösen Spielverderber sind. Ist nicht der erste Fall in dem Intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen als das Wirken des bösen Patriarchats bezeichnet wird. Das schützt Frau davor sich selbst zu hinterfragen.

    3. @Billy:
      „Aber: SIE. MERKEN. ES. NICHT.

      Weder die Damen, die sich an den ganzen durchgeschallerten Twitter-Aktionen beteiligen, noch die Journaleure und Journaleusen, die begeistert darüber berichten, hinterfragen auch nur einmal, was denn nun langfristig und global gesehen überhaupt das Ziel sein soll?“

      Merken sie es wirklich nicht, oder halten sie das doch für DIE genialste Strategie überhaupt? Das wurde die Frage nach dem Ziel auch einerseits eindeutig beantworten, aber andererseits so, daß ihre Followers und Allies das unmöglich zugeben könnten.

      Also gezielt kognitive Dissonanzen erzeugen, damit den Gegner völlig irre machen, um DIE universelle, synergetische Harmonie ( natürlich nur für Frauen ) zu schaffen. Und bei vielen, die sich ihnen im schnurgeraden Gänsemarsch anschließen, scheint diese Rechnung aufzugehen. Diese Deppen jammern solidarisch über die armen unterdrückten Frauen, nehmen denselbem sogar die Propagandaarbeit blind ab und bestreiten vehement, daß sie am Nasenring aus Stacheldraht durch die Manege gezogen werden, während sie Femis mit Popcorn rundrum sitzen, sich den Arsch blau lachen und ab und zu mal verführerisch zwinkern, oder eben ’ne Titte aufblitzen lassen, woraufhin sie dann als unheimlich mutige Heldinnen von der Sägemehlfläche aus frenetisch bejubelt werden.

      Nach dem alten Rezept: „Liebet Eure Feinde, es macht sie irre!“

    4. Weiss nicht ob man das noch editieren kann oder sollte…
      „Es gibt in vielen Firmen klare Kleidervorschriften und der Ausschluss langer Hosen (bisweilen explizit für Männer) ist da ein Standardinhalt.“
      Alle werden es verstehen, es sind natürlich die kurzen Hosen.

      Danke für den Einblick in die Diskussion des Betriebsrates.

  4. Und ich dachte spontan, es ginge um eine Novelle beim franz. Betäubungsmittelgesetz (»Ich kiffe…«). Mais non!
    Danke Jonas, dass du uns pawlowschen Männer vor den gefährlichen Busenpics rechtzeitig gewarnt hast! Allerdings: Was ist mit den Grenzfällen, in denen eine Trulla z.B. »zufällig« ihre Nippel an einem reibt? Das ist mir in der #metoo-Prähistorie (als ich selber noch jung und knackich war) relativ oft passiert; andere Zeiten halt. Danach fühlte ich mich immer ganz schmützig und benützt! Dabei bin ich soo sensibel! Und: Muss man als Mann da noch differenzieren zwischen Silikon/Natur?

    Zu Elmar: Überwiegend d’Akkordion! Aber die Erfahrung lehrt auch, dass die »Deutungshoheit« bei den Milchtüten und ihrer Wirkungsmacht eine relativ kurze Halbwertzeit aufweist. Denn wirkliche Demütigung empfinden die Frauen nicht, wenn sie für ihren (offensichtlich angeborenen) Exhibitionismus getadelt werden, sondern wenn sich immer weniger dafür interessieren. Ich gebe zu: Als patriarchaler Schuft habe ich mir oft einen Spaß daraus gemacht. Die Reaktionen waren stets abendfüllend. Das ist etwas, was sie einem niemals mehr verzeihen. Hehe.

    Wuschige Grüße,
    Stadtmensch

    1. „Denn wirkliche Demütigung empfinden die Frauen nicht, wenn sie für ihren (offensichtlich angeborenen) Exhibitionismus getadelt werden, sondern wenn sich immer weniger dafür interessieren. Ich gebe zu: Als patriarchaler Schuft habe ich mir oft einen Spaß daraus gemacht. Die Reaktionen waren stets abendfüllend.“

      das hätte ich gerne etwas näher erläutert

      1. Ach, nix Besonderes. Das betrifft halt den Typus Frau, die meint, ihre schiere erotische Erscheinung reiche völlig aus, um jeden Mann »wie Wachs in ihren Händen« behandeln zu können. Frauen möchten ja meistens gerne flirten, allerdings sind ihre Methoden oft extrem platt, trivial, sexistisch, pornoesk. Man kann das eine Weile mitspielen (auch aus eitlen Motiven, geb ich zu).

        Wenn solche Frauen dann aber merken, dass sie ihr Flirt Interest mit ihrem platten Sexismus nicht konditionieren können, weil er z.B. seinen ganz eigenen Kopp hat, dann entwickeln sie mitunter einen durchaus unterhaltsamen Hass, eine wochenlange Wut (bei Büroflirts z.B. mit teils beachtlichen Folgen für die Arbeitsabläufe) oder pure Rachegelüste (die sich aber meistens händeln lassen).

        Männer haben gegenüber Frauen einen entscheidenden Vorteil: Sie können sich aussuchen, ob sie den ersten Schritt machen, denn Frauen machen ihn nie. Nie! Sie hoffen allein auf die nebulöse, romantische Fügung – mit dem Mann als Actionfigur mittendrin, am liebsten an ihren Strippen. »Mein Cup D reicht aus, um ihn glücklich zu machen«, denken sie. Ihre sexuelle/erotische Unbestimmtheit ist Teil dieser Strategie. »Lass ihn doch raten«, denken sie. Den Spieß kann man ja auch mal umdrehen, newahr.

        Mann muss sich nicht konditionieren oder an der Nase rumführen lassen, das ist alles. Aber es ist interessant und spannend, das alles zu beobachten.

        Hoffentlich hab ich mich jezz besser ausgedrückt.

        So long,
        Stadtmensch

  5. Es ist aus männlicher Sicht verlockend, das sich herausputzen und die eigene Körperlichkeit präsentieren der Frauen auf sich zu beziehen. Es ist aber leider so pauschal falsch.

    Das letzte Bild zeigt es sehr gut. Will die Frau da mit ihrem Stinkefinger den Männern sagen „Ätsch, ich habe einen Busen und Du nicht“?

    Nein, sie will anderen Frauen sagen „Schau mal, ich habe die geilsten Möpse von allen. Werdet grün vor Neid und geht sterben“

    Es ist schlicht intrasexuelle Konkurrenz so wie es das auch in anderer Erscheinung unter Männern gibt.

    Was die dumme Anmache von fremden Männern auf der Straße wegen zu freizügiger Kleidung angeht : Kann ich mir in Paris (und mehr noch in den Banlieues) mit seinem hohen Anteil arabischer Migranten gut vorstellen. Im Burgund oder in der Auvergne eher nicht…

    1. „Nein, sie will anderen Frauen sagen „Schau mal, ich habe die geilsten Möpse von allen. Werdet grün vor Neid und geht sterben““

      Ja das wird sie sagen wollen, aber das reicht nicht. Die Erklärung der intersexuellen Konkurrenz ist zwar richtig, aber muss doch konsequent zu Ende gedacht werden. Intersexuelle Konkurrenz ist ja kein Selbstzweck, sondern letztendlich geht es darum, den Männern zu gefallen und sie heraus zu fordern, wenn auch nur unterbewusst. Die Frau mit dem stolzen Vorbau und dem Mittelfinger sagt aus meiner Sicht daher: „Das willst du haben, aber du kriegst es nicht, weil du mir zu lappig bist“

      1. Naja, letztendlich geht es bei der Mann-Frau-Geschichte ja immer um Fortpflanzung, sonst gäbe es sowas nicht. Aber das zentrale Element bei der Fortpflanzung ist nun mal der männliche Trieb, der solcher weiblichen Finessen nicht bedarf.

        Daher kann sich diese intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen auch komplett von der männlichen Perspektive lösen und selbstreferentiell sein.

        Beispiel aus der Praxis: Wenn Du drei Frauen hast die von Dir sexuell beglückt werden wollen, dann triffst Du keine exkludierende Auswahl sondern nudelst sie nacheinander durch, oder? Da wäre dann höchstens noch die Frage welche zuerst, aber selbst da bezweifle ich einen Konsens „Die hübscheste zuerst“. Könnte genausogut andersrum sein (die am wenigsten hübsche zuerst, dann der Hauptgang und die Sahneschnitte zum Schluss).

        Also, welchen Wert hat das Styling beim „Männer herausfordern“ wenn der Beischlafwunsch von frau eh anders geäußert wird und gar keinen Aufwand bei ihr verursacht?

        Die mit dem Stinkefinger oben ist übrigens Ana Garcia, französisches Sportmode-Model und verheiratet. Die kann auch die üblichen Selfies:

        Selfies finde ich übrigens genial weil sie ganz offensichtlich machen, wie Ich-bezogen Frauen ticken. Da geht es ganz klar nicht um „Gefalle ich den Männern so wie ich bin“ sondern „Bin ich oder bin ich nicht und was sagen meine Freundinnen zu der geilen Kombi schwarzer String kombiniert mit hüftiger Joggpant. Mon dieu, ist das da eine Delle an der rechten Hüfte? Fett? Gleich mal näher anschauen und einen Termin bei der Kosmetikerin machen… „

      2. @Lars
        Ja die weibliche (und auch männliche) Eitelkeit ist selbstreferenziell. Frauen machen sich meist nicht schön um gezielt Männern zu gefallen, sondern um ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Daher rührt auch diese ganze sexy Selfie und Twitterbildchen-Kultur von der auch nicht nur Frauen befallen sind. Aber die unterbewussten Wurzeln der Eitelkeit liegen natürlich in dem Trieb sexuell erfolgreich zu sein. Und sexuell erfolgreich zu sein bedeutet nicht nur irgendeinen Partner, sondern den besten Partner bzw. die meisten zu bekommen.

        „Also, welchen Wert hat das Styling beim „Männer herausfordern“ wenn der Beischlafwunsch von frau eh anders geäußert wird und gar keinen Aufwand bei ihr verursacht?“

        verstehe nicht ganz was du meinst. Frauen äußern selten einen konkreten Beischlafwunsch. Das überlassen sie eher den Männern. Ihre Rolle ist die der passiven Frucht, die geerntet werden will. Ihre Schönheit funktioniert wie eine öffentliche Ausschreibung. Ein Auftrag ist zu vergeben und derjenige mit dem besten Angebot kriegt den Zuschlag. Mit Schönheit und Zierde treibt sie den Preis.

      3. OK, die Wortwahl „geäussert“ war schlecht von mir. Ich ersetze es durch „signalisiert“.

        Keineswegs sitzen beischlafwillige Frauen nur passiv herum. Vielmehr fordern sie durch Blickkontakt und Körperhaltung (unabhängig von der Bekleidung) zum Ansprechen auf und durch körperliche Annäherung nach Kontaktaufnahme wird dann mehr signalisiert.

        Sehr interessierte Frauen greifen sogar noch tiefer in die Klischeekiste und da kann dieses signalisieren schon mal rüberkommen wie aus dem Drehbuch eines lausigen Pornos geklaut.

        Wie auch immer, um gevögelt zu werden muss frau nicht mal den Bruchteil des Styling-Aufwands betreiben, den sie ansonsten investiert.

      4. „Wie auch immer, um gevögelt zu werden muss frau nicht mal den Bruchteil des Styling-Aufwands betreiben, den sie ansonsten investiert.“

        Ja, aber es geht ja eben nicht nur darum gevögelt zu werden, sondern darum den Preis zu treiben und dadurch von dem Besten (und vielleicht auch den meisten) und außerdem auch möglichst oft und gut gevögelt zu werden. Abgesehen davon macht es Frauen einfach Spaß, Männern den Kopf zu verdrehen bzw. mit ihnen zu spielen. Die Twitter-Tittenaktion würde ich da auch teilweise ansiedeln.

        Was ich allerdings auch sehe – und vielleicht meinst du das – ist, dass der Aufwand, den sich manche Frauen machen etwas Fehl am Platze, bzw. sogar kontraproduktiv wirkt. Magermodels z.B. Die sehen einfach nur gruseln aus.

    2. „Was die dumme Anmache von fremden Männern auf der Straße wegen zu freizügiger Kleidung angeht : Kann ich mir in Paris (und mehr noch in den Banlieues) mit seinem hohen Anteil arabischer Migranten gut vorstellen. “

      Ich halte den Auslöser auch für durchaus realistisch.
      Das macht allerdings noch keine „kleiderpolizei“ daraus.

      Bzw. andersherum:
      Gegen die Ansprüche solcher Kleidungswächter empfinde ich Aktion als tatsächlich angemessene Gegenreaktion.
      Gegen eine Beleidigung „du hast einen Ausschnitt wie eine Nutte“ ist ein plakatives Foto des selbigen mit dem Begleitkommentar „ich mag meinen Ausschnitt“ eine passender Konter.

      Es ist auch die Form von Reaktion, die ich mir viel, viel lieber wünsche als im #MeeToo gedöns veranstaltet wird.
      Und es sind mMn nicht die selbe Gruppe Frauen, die mit #MeeToo was am Hut haben.
      Es ist auch kein Zufall, dass das in Frankreich getrendet ist – die sind da bzgl flirtkultur ein bisschen anders drauf u wollen sich die auch nicht kaputtmachen lassen (obwohl es von regierungsseite da ja auch heftige Versuche gibt)

      Insofern finde ich die Aktion ok.

      1. „Kann ich mir in Paris (und mehr noch in den Banlieues) mit seinem hohen Anteil arabischer Migranten gut vorstellen.“
        Das wird dabei aber nicht thematisiert, wenn ich das richtig sehe.

        „Gegen eine Beleidigung „du hast einen Ausschnitt wie eine Nutte“ ist ein plakatives Foto des selbigen mit dem Begleitkommentar „ich mag meinen Ausschnitt“ eine passender Konter.“

        finde ich nicht. Schon gar nicht bei Twitter. Ein bisschen verantwortungsvoller Umgang mit diesem Medium sollte schon sein. #hysterie #renntAlleSchreiendImKreis #ichSucheBestätigung

        Sollte ihr tatsächlich so ein Sittenwärter begegnet sein und sie nicht einfach nur projiziert bzw. übertreibt, hätte sie dem Mann direkt ins Gesicht sagen sollen, dass er sie in Ruhe lassen soll, anstatt sich an die Sex(ismus)-geile Öffentlichkeit zu wenden, die den Fall nicht überprüfen kann (und dasselbe gilt für Metoo). Alternativ hätte sie, sollte ihr Auschnitt tatsächlich etwas nuttig gewesen sein, ihr Outfit überdenken können. Jetzt mal abgesehen davon, dass die mutmaßliche Äußerung (dreckige Nutte) etwas zu aggressiv ist, verhält es sich nämlich im Prinzip so: Ein Mann hat ihr Outfit beurteilt, es wurde für „nuttig“ befunden und mit diesem Urteil muss sie leben, ob sie das Urteil nun teilt oder nicht. Sie kann nicht erwarten, dass sie nur Bestätigung bekommt.

        „Es ist auch kein Zufall, dass das in Frankreich getrendet ist – die sind da bzgl flirtkultur ein bisschen anders drauf u wollen sich die auch nicht kaputtmachen lassen (obwohl es von regierungsseite da ja auch heftige Versuche gibt)“

        Ja mag sein, dass die Franzosen beim Flirten etwas lockerer sind als die Deutschen. Aber zur Flirtkultur gehört meiner Meinung nach auch, dass man mit Ablehnung (und mit schlechten Anmachsprüchen) umgehen kann, ohne sich gleich bei Twitter auszujammern. Denn ansonsten hat man es nicht mit Kommunikation zu tun sondern nur mit Selbstbestätigung.

        Die Regierung Macron hat mit Frauenministerin Marlène Schiappa spontanes Flirten auf der Straße quasi verboten.
        https://www.stern.de/neon/wilde-welt/gesellschaft/sexuelle-belaestigung-auf-der-strasse–in-frankreich-steht–hey-suesse–jetzt-unter-strafe-7988698.html
        Mich würde mal interessieren, inwiefern das Gesetz durchgesetzt wird, bzw. welche Auswirkungen das auf die Kultur hat.

      2. „dass man mit Ablehnung (und mit schlechten Anmachsprüchen) umgehen kann, ohne sich gleich bei Twitter auszujammern.“
        Wie sie mit dem konkreten Moment umgegangen ist, steht natürlich nirgends.

        Aber das „ohne sich gleich bei Twitter auszujammern“ ist BS.

        Mal im Ernst, welchen Stellenwert hat üblicherweise ein Tweet?
        Dass Leute auf Twitter belanglose persönliche Begebenheiten mitteilen, ist keine Ausnahme und gehört zum Konzept.
        Man kann über Sinnhaftigkeit von Twitter streiten, aber Leute nutzen es halt – und 99,99% aller Tweets verhallen mit einer geradzu marginalen Wahrnehmung einiger weniger Leute.
        Das ist die Regel, von der ein Tweeter ausgehen kann, wenn er eine beiläufige Banalität mitteilt: Er teilt sich kurz mit, und in aller Regel ist die Wirkung dieser Äußerung die eigene Erleichterung, etwas losgeworden zu sein, und darüber hinaus ist die Mitteilung in der schieren Masse des Sekündlichen Daueraufkomens versunken.

        Einen Tweet abzusetzen ist keine staatstragende Aktion, sondern eine Gewohnheitsmitteilung.
        Die Dame hatte möglicherweise und vermutlich noch niemals einen Tweet, der eine solche AUfmerksamkeit erzeugen konnte – sowas sind Zufälligkeiten, die ein individueler Tweeter überhaupt nicht kalkulieren kann.

        Mit mindestens vergleichbarer Attiüde könnte ich dir vorwerfen, warum du dich hier unbedingt öffentlich „ausweinen“ musst über das Verhalten einer dir vollkommen fremden Frau.
        Nein, ganz vergleichbar ist das natürlich nicht:
        Im Gegensatz zu einem kleinen Tweet in einem unaufhörlichen Strom von Tweets hast du gleich einen richtigen Blogartikel in einem Blog geschrieben, der entsprechende Mindestaufmerksamkeit sichert. Deshalb hast du dich auch nicht damit begnügt, das in einem Kommentar im Selbermach-Samstag/Mittwoch bei Allesevolution zu schreiben – du wolltest das schon etwas größer haben.

        Ich werfe dir das aber nicht vor; Was ich dir stattdessen vorwerfe, ist dein dopelstandard, mit der du eine beiläufige Twittermeldung mit einer Betrachtung zu dessen Aufmerksamkeitökonomie kritisierst, ohne deine eigene aufmerksamkeitsökonomische Nabelschau zum Thema überhaupt zu bemerken.

      3. „Schon gar nicht bei Twitter.“

        Da ich (außer direktmitteilungen an konkrete Personen wie mail oder messenger) keine niederschwelligere mitteilungsform im Internet kenne, bedeutet das offenbar: Nicht im Internet.
        Was dich nicht davon abhält, ihr Verhalten im Internet in aller Breite auf weniger niederschwelligen Mitteilungsformen im Internet breitzutreten.

      4. Wie im übrigen ein flüchtiger Blick auf ihre Twitter timeline zeigt, versteht die Dame ihren Account tatsächlich schlicht als Medium zur Mitteilung ihrer banalsten Alltagserlebnisse.

        Das kann man so machen, es führt auch dazu, dass Meldungen darin genau so verstanden werden, und drücken sich darin aus, welches erlesene Publikum sowas überhaupt zur Kenntnis nehmen: In aller Regel wird niemand außer einem engen Kreis persönlicher Bekannter etwas davon mitbekommen.
        Das weiß sie auch, und davon darf sie ausgehen, wenn sie dort tweetet.

        Hier von „verantwortungsvollem Umgang mit diesem Medium“ zu schwafeln ist absolut daneben.
        Wo ist dein Verantwortungsvoller Umgang damit, hier eine dir vollkommen unbekannte Frau, die du niemals persönlich gesehen hast, öffentlich persönlich anzugreifen und auseinander zu nehmen?

        Was den verantwortungsvollen Umgang betrifft:
        Ich hoffe du ergreifst auch angemessene Vorsichtsmaßnahmen, bevor du eine Straße überquerst? Dir ist hoffentlich schon klar, was DABEI alles passieren kann? Entsprechend umsichtig solltest du bei einem entsprechenden Vorhaben auch vorgehen, alles andere wäre angesichts deiner Argumentation scheinheilig.

      5. @maddes8cht

        Was ist ‚BS‘?

        Wo „weine“ ich mich denn bitte aus? Ich kritisiere soziales Verhalten. Und wenn du meinen Artikel aufmerksam liest, wirst du feststellen, dass es mir dabei nicht um das Verhalten von ‚celineb‘ geht. Sie ist völlig egal. Was sie erlebt hat oder nicht erlebt hat und wie sie drauf genau reagiert hat, hätte mich überhaupt nicht interessiert, wenn nicht du es gewesen wärest, der das Thema ins Spiel gebracht hat. erinnerst du dich? Hier dein Zitat:

        „Gegen eine Beleidigung „du hast einen Ausschnitt wie eine Nutte“ ist ein plakatives Foto des selbigen mit dem Begleitkommentar „ich mag meinen Ausschnitt“ eine passender Konter.“

        Du hast also ihr Verhalten moralisch bewertet (ist auch ok) und dann habe ich darauf hin geschrieben, dass ich es anders bewerte (ist hoffentlich auch ok). Und dann kommst du mir mit „rumjammern“ und „Doppelmoral“ und „lass doch das arme Ding seine Tittchen auf Twitter posten“. Ja Herrgott, ich lass sie ja. Dass manche Leute belangloses, persönliches Zeug auf Twitter loslassen, ohne die Absicht zu haben, daraus eine riesige politische Aktion zu machen, ist mir natürlich klar. Aber nichts desto trotz hat sich diese Frau nun mal mit ihrer persönlichen und durchaus intimen Angelegenheit an eine gewisse Öffentlichkeit gewandt und nicht nur an ihr persönliches Umfeld, auch wenn sie davon ausgegangen ist, dass diese Öffentlichkeit sehr klein ist. Dieses Verhalten finde ich nicht schlimm, aber auch nicht gut. Der danach folgende Absatz („Sollte ihr tatsächlich so ein Sittenwärter begegnet sein und sie nicht einfach nur projiziert bzw. übertreibt, hätte sie ….“) richtet sich weniger konkret an ‚celineb‘, weil ich ja wenig über ihren Fall weiß (deswegen ja auch „wenn, falls, sollte, hätte, Fahrradkette..“), sondern er soll ausdrücken, dass ich es allgemein kritisch sehe, dass die Leute mit Angelegenheiten, die sie am besten mit sich selbst oder mit Vertrauten oder meinetwegen mit der Polizei ausmachen, an die Öffentlichkeit gehen und damit u.U. ein Monster schaffen. „Jemand hat mit gesagt, mein Ausschnitt ist zu tief“ sollte keine öffentliche Angelegenheit sein.

        Meine Kritik richtet sich in erster Linie an die Twitteraktion als solche bzw. insbesondere an die Radiotussi Bitan, die mit ihrer Reichweite aus diesem Quatsch einen Hashtag gegen „böser Sexkram Nr.27“ gemacht hat und die Medien, die das unkritisch aufgreifen.

        Der Tweet zum Geschlallerlei-Artikel wurde übrigens von Zohra Bitan selbst und ein paar anderen französischen (feministischen) Profilen geteilt und geliket. Die können wahrscheinlich kein Deutsch, haben kein Wort davon gelesen und in ihrer Naivität und Voreingenommenheit geglaubt es, es handelt sich um einen unkritischen deutschen Jubelbericht. Fand ich sehr bezeichnend, sowohl für den feministischen Diskurs, als auch für die Dynamik von Social Media 😉

      6. „Du hast also ihr Verhalten moralisch bewertet“
        Nicht jede „Bewertung“ ist auch eine „moralische“. Die Wertung als „passender Konter“ ist keine „moralische“ Kategorie.
        Aber egal, das ist kleinkram.

        „Und dann kommst du mir mit „rumjammern“ und „Doppelmoral“ und „lass doch das arme Ding seine Tittchen auf Twitter posten““

        Das dritte hab ich so nicht gesagt – du polemisierst. Ich habe eine gewisse Sympathie für die Sache geäußert und dargelegt, warum ich das ganze grade nicht in einer kontinuität von #MeToo (und mainstream-feminismus) sehe, und insofern durchaus begrüße. Erst daraufhin hast du den großen Hammer rausgezogen, um nochmal nachzulegen – was ich dann das zweite – wegen deiner Doppelstandards kritisiert habe.
        Das zweite hab ich begründet – mein Wort war im übrigen „doppelstandard“ und nicht „Doppelmoral“, was zwar verwandt, aber nicht das selbe ist.
        Das erste ist ein unmittelbares Zitat von dir mit unmitelbarem Bezug auf celineb:
        „„dass man mit Ablehnung (und mit schlechten Anmachsprüchen) umgehen kann, ohne sich gleich bei Twitter auszujammern.““

        „Wo „weine“ ich mich denn bitte aus? Ich kritisiere soziales Verhalten.“
        Sie schrieb: „„Nach Angaben eines Typen, dem ich gerade begegnet bin, ist das hier das ‚Dekolleté einer dreckigen Hure’““

        Volständige Übersetzung gemäß Deepl:
        „Also…. nach einem Typen, den ich vorhin getroffen habe… das ist ein „schmutziges Hurenspalt“….. 🤔 .. Alter, meine Brüste und ich machen dich ziemlich fertig, weißt du.“

        Wo jammert sie sich bitte aus? Das ist, bitte schön, exakt deine Wortwahl, und die bezog sich an der Stelle exakt auf sie, red da nicht drum herum. Sie „jammert“ nicht rum, sondern „kritisiert soziales verhalten“. Und zwar ein Verhalten, das halt auch ich als erheblich mehr daneben finde, als etwa ihr Tweet.
        Und sie macht das in einem kurzen Tweet.
        Sie macht es, ohne die konkrete Person dabei namentlich oder sonstwie identifizierbar zu benennen.
        In jedem einzelnen Punkt, den du da vorgeblich kritisierst (oder kritisieren könntest – das mit der Nennung hab ich hinzugefügt), agierst du ungleich heftiger und aggressiver.
        Insofern bist du nicht in der Position, das irgendwie zu kritisieren, denn genau das ist die Definition von Doppelstandard – dass du für dich einen anderen Standard herausnimmst, als du ihr zugestehst.

        „„Jemand hat mit gesagt, mein Ausschnitt ist zu tief“ sollte keine öffentliche Angelegenheit sein.“

        Dann sollte es der Umstand, dass es jemand twittert, auch nicht sein.
        Im übrigen widerspreche ich auch hier:
        Die Vorstellung, dass es ein regressiver Burka-befürworter gewesen sein könnte, hat ja einen realistischen Hintergrund, und dergleichen Beschimpfngen kommen mitlerweile eben vor.
        Und ich finde schon, dass das eine öffentliche Angelegenheit sein sollte – ich will das nicht, ein solches repressives Klima hier einzug hält, und finde es richtig, das gegebenenfalls öffentlich anzusprechen.

        P.S. BS heißt Bullshit.

      7. „Wo jammert sie sich bitte aus? Das ist, bitte schön, exakt deine Wortwahl, und die bezog sich an der Stelle exakt auf sie“

        „Das erste ist ein unmittelbares Zitat von dir mit unmitelbarem Bezug auf celineb:
        „„dass man mit Ablehnung (und mit schlechten Anmachsprüchen) umgehen kann, ohne sich gleich bei Twitter auszujammern.“““

        Nein, es bezieht sich eben nicht exakt auf sie und es gibt keinen unmittelbaren Bezug zu ihrem Tweet. Es geht mir allgemein darum, wie man mit social media und mit „sexueller Belästigung“ umgehen sollte. Ob man mein Werturteil an dieser Stelle auch konkret auf celinebs Tweet ausweiten möchte oder nicht, ist mir Wurst. Es geht mir, und ich sag das jetzt zum letzten Mal, um die Twitteraktion, um den medialen Diskurs darüber und um den Umgang mit Social Media im allgemeinen.

  6. Danke für den Artikel. Das Thema freizügige Kleidung bei Frauen kommt mir bei maskulistischen Blogs immer noch viel zu kurz. Da dürfte gerne öfter darüber geschrieben werden. Frauen empören sich über jede Form der sexuellen Belästigung, wollen sich selbst aber nicht dran halten. Klar, denn sexuelle Belästigung aus männlicher Sicht zählt ja nicht.

    1. Klingt so, als wenn du freizügige Kleidung als sexuelle Belästigung empfindest. Tja, ist es irgendwie auch, wenn auch in ganz anderer Weise, als die herkömmliche Belästigung.

      Ich werde zum Thema bald einen weiteren Artikel veröffentlichen

      1. „Klingt so, als wenn du freizügige Kleidung als sexuelle Belästigung empfindest.“
        Ja, das tue ich. Ich glaube viele Männer, die sich ebenfalls von zu viel nackter Haut in der Öffentlichkeit gestört fühlen haben Angst diesen Umstand so eindeutig zu kommunizieren, da sie befürchten als sexuell frustriert abgestempelt zu werden.

        „…wenn auch in ganz anderer Weise, als die herkömmliche Belästigung.“
        Ja, das ist korrekt. Das ist eine ganz andere Form der Belästigung wie sie Frauen z.B. bei anzüglichen Sprüchen etc. wahrnehmen. Trotzdem bleibt es nun mal eine Belästigung die etwas mit Sex zu tun hat, also sexuelle Belästigung.

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