Integrationsindex: sind 6 Prozentpunkte Unterschied eine Schlagzeile wert?

Schlagzeile Süddeutsche Zeitung

QUELLE: https://www.sueddeutsche.de/politik/integrationsbarometer-maenner-bewerten-integration-negativer-als-frauen-1.4132909

Gemäß einer repräsentativen Umfrage, bei dem ein so genannter „Integrationsindex“ ermittelt wird (100 = sehr positives Integrationsklima, 0 = sehr negatives Integrationsklima) gaben Frauen einen durchschnittlichen Wert von 67 an, Männer den Wert 61.

Also läppische 6 Prozentpunkte Unterschied. Für die Süddeutsche Zeitung schon genug, um daraus die Schlagzeile zu zimmern. Ja, faktisch ist die Aussage richtig. Sie wäre auch bei 0,5 Prozentpunkten Unterschied schon richtig. Aber wie klein muß der Abstand sein, damit eine Zeitung nicht mehr mit dem Unterschied hausieren geht?

Insbesondere, wenn man zu einem Thema gefragt wird, und eine Zahl zwischen 0 und 100 nennen soll, um damit seine Meinung kund zu tun. Oder wie bewertest Du, lieber Leser, das Integrationsklima auf einer solchen Skala? 65? 63? Gar 81,3?

Vielleicht sollte man erstmal eine psychologische Studie machen, ob Männer und Frauen generell mit anderen Werten hantieren …

Aber, Hauptsache, es wurde mal wieder das Bilde des rückständigen Mannes dargestellt, denn die „richtige“ Meinung ist beim Mainstream sowieso klar …

Wie schon bei Wahlen geht man dazu über, Meinungen zu interpretieren bzw. zu bewerten. Es zählt nicht mehr „jeder Mensch hat seine Meinung“, sondern „diese Meinung kommt aus jener Ecke … braucht man also nicht ernst nehmen“.

 

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4 Kommentare zu „Integrationsindex: sind 6 Prozentpunkte Unterschied eine Schlagzeile wert?“

  1. Aber, Hauptsache, es wurde mal wieder das Bilde des rückständigen Mannes dargestellt, denn die „richtige“ Meinung ist beim Mainstream sowieso klar …

    Ja, so soll es „verkauft“ werden. Aber stimmt es auch?

    Nehmen wir einfach einmal an, die Migranten kämen nicht aus Afrika und den arabischen Ländern, sondern z. B. aus Südamerika oder Asien. Also Menschen mit anderer Sozialisierung, Religion und tendenziell mit zu den in Europa vorherrschenden kompatibleren Wertvorstellungen. Würde die Bewertung dann genauso aussehen?

    Oder was wäre, wenn nicht überwiegend alleinstehende Männer mit größtenteils nur geringen Chancen auf Arbeits- und Partnermarkt hunderttausende alleinstehende junge Frauen gekommen wären? Wie würden dann der Index nach Geschlecht aussehen?

    Natürlich sind das reine Gedankenspiele, die sich kaum in der Realität prüfen lassen könnten. Und ja, Vorurteile dürften dabei ebenfalls Rolle spielen. Allerdings entstehen Vorurteile nur selten grundlos.

    Ob „Der Mann“ in dem Fall wirklich rückständig ist und falsch liegt wird man ganz sicher in einigen Jahren sagen können. Nur sollte er doch recht behalten, dürfte es noch deutlich schwieriger werden, die gemachten Fehler zu korrigieren.

  2. Ich würde solche Studien nicht zu ernst nehmen. Da Frauen nur selten bereit sind, auf eigenen Beinen zu stehen, versuchen sie eher an die Futtertröge anderer Leute heranzukommen. Und da zahlt es sich natürlich aus, wenn man gewissen Leuten einfach mal nach dem Mund redet.

    Mit anderen Worten: Um in der peer-group Anerkennung und damit leistungslose Vorteile zu bekommen, sind viele Frauen bereit, zu lügen, daß sich die Balken biegen.

    1. du scheinst ja die 6%-prozentpunkte genau so ernst zu nehmen wie die SZ 😉

      hast du Erfahrungen was das angeht, dass Frauen eher bereit sind, für Vorteile zu lügen?

  3. Oder mal die Metafrage gestellt:
    Wie groß ist bei einer Repräsentationsumfrage mit einem an Prozentpunkte angelehnten Subjektivitätsindex, bei xTeilnehmern und welchem m/w-Schlüssel, der zwangsläufig zu erwartende Rauschindex in %?

    Ich könnte mir da bspw. Werte zwischen etwa 10 u. 30% ganz locker vorstellen.

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