Junge, weiße, ideologisierte Frauen

Unsere Gegenwart ist immer noch voll von Ideologien. Ich halte Ideologien für eine große Geißel unserer Zeit, gleich daneben stehen für mich Diplomatie und ihre kleine Schwester politische Korrektheit. Dabei bin ich sehr für Zukunftsvisionen, wenn man dabei Realitätssinn und Pragmatismus für das aktuell Machbare und das aktuelle Umfeld nicht aus den Augen verliert und dementsprechend handelt. Und ich bin für klare Worte, da gehe ich lieber das Risiko der verbalen Verletzbarkeit ein, als dass ewig um den Brei herumgeredet wird.

Ein entlarvendes Outing für ideologische Verblendung ist meines Erachtens ein Video der Spitzenkandidatin der Grünen für die bayrische Landtagswahl, Katharina Schulze. Natürlich kommen auch „alte, weiße Männer“ vor, die natürlich stets im Unrecht sind, gegenüber dem frischen Wirbelwind, den junges Grünzeug ins Haus bringt (uhhhh … habe ich da gerade etwa jemanden diskriminiert? Sorry.) Aber das ist eben nicht der einzige Punkt, weshalb ich die Sache für geeignet halte, um ihn bei Geschlechterallerlei zu thematisieren. Es ist eine Art ideologisches Gesamtpaket, in dem Feminismus nur ein Teilaspekt ist, der aber häufig aus derselben politischen Ecke kommt, wie die demagogische Grütze in dem Video.

Zunächst einmal: Mimik und Gestik von Katharina Schulze lassen eine Aufgeregtheit deutlich werden, für die Andere den diffamierenden Begriff „Wutbürger“ aufgedrückt bekämen, was nichts anderes zum Ausdruck bringen soll, als dass sich jemand zu sehr von seinen Emotionen leiten läßt und dabei nicht mehr rational denkt.

So bei den Anderen, nicht bei Katharina Schulze. Natürlich ist das keine Wut im oben genannten Sinne, sondern aufrechte Aufregung gegenüber falschem politischem Handeln. Das ist was gaaaaaanz anderes als das, was ein Wutbürger fabriziert. Das eine ist gerecht, das andere ist falsch. Sonst hätte sie sicherlich nicht dieses Video veröffentlicht. Da dürfen halt Augenrollen und sarkastische Zickigkeit gezeigt werden.

Es offenbart sich die Ideologie. Die tiefste Überzeugtheit, auf der richtigen Seite zu sein und der unbedingte Glaube an eine bessere Welt, die nur durch Protagonisten der eigenen Seite erreicht werden kann. Alle anderen müssen nur noch „bekehrt“ werden. So wollen Politiker ja auch immer gerne „Wutbürger“ abholen, sie „mit ihren Sorgen“ (wieder ein ein stiller Hinweis auf irrationale Gefühle) „nicht alleine lassen“. Was die „bessere Welt“ ist, das obliegt natürlich ebenfalls der Deutungshoheit der Ideologen. Ein geschlossenes System, in dem andere Ansichten und andere Vorstellungen darüber, in welche Zukunft ein bestimmtes Handeln mündet, verteufelt werden.

Dabei ist jedes Mittel recht, der Zweck heiligt bekanntlich alles. So scheut sich die Grüne auch nicht vor Demagogie zurück. Oder was sollte die verbale Verbindung zwischen ertrinkenden Flüchtlingen im Mittelmeer und den wie auch immer genannten Zentren an innerdeutschen Grenzen (von Schulze natürlich als „Lager“ tituliert)? Will sie etwa unterstellen, der CSU / Seehofer wäre es gleich, ob Leute ertrinken? Oder was sollte die bloße Behauptung, die „alten, weißen Männer hätten Angst vor Vielfalt“, die im Brustton einer Diagnose daherkommt? Und überhaupt: Warum ist gerade sie als ach-so-demokratische Grüne so diskriminierend unterwegs? Wieder ein Zeichen der Ideologie, die das rechtfertigt. Da darf man das, es richtet sich ja gegen die, die mit ihrer Meinung falsch liegen.

Ich habe auch keinen Bock mehr, Frau Schulze. Keinen Bock mehr auf ideologisch Verblendete, deren Phantasie nicht dafür ausreicht, zu erkennen, wohin ihre Politik führt. Nein, man erreicht die Wolkenkuckucksheim-Zukunftsvison nicht dadurch, dass man so handelt, als sei sie bereits da und alle würden sich an ihre gut gemeinten Regeln halten. Wenn Leute wie Sie so weitermachen, werden wir all das Gute verlieren, was bereits errungen wurde, insbesondere in der Frauenpolitik.

Und hängen Sie ihr „Frauenpower“-Blechschild wieder dorthin, wo es vor der Videoaufzeichnung hing. Sie sollten die Männer nicht vorschnell abschreiben. Weder Alte noch Junge. Ihre Beweihräucherung des eigenen Geschlechts entspringt auch nur ihrem ideologischen Denken. Wie wäre es zur Abwechslung mal wieder mit mehr Gleichheit?

PS: Einen sehr lesenswerten Artikel, der zur Thematik paßt, findet man übrigens hier.

 

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9 Kommentare zu „Junge, weiße, ideologisierte Frauen“

  1. Die Dame veröffentlicht ja dutzendweise Videos. Viele mit unter 100 Abrufen, die meisten unter 500, dieses hier hat es auf über 1000 Abrufe gebracht. Menschenleben im Titel ist gut für die Klicks. Ihre mediale Reichweite erscheint mir dennoch eher beschränkt, zumal das vermutlich immer wieder die gleichen 500 – 1000 Parteimitglieder sind, die sich von ihr indoktrinieren lassen.

    Dabei finde ich ihre äußerliche Wutbürgerattitüde weniger wichtig als die inhaltliche Emotionalisierung: Sie reitet bewusst auf den schrecklichen Bildern der Ertrunkenen herum, weil damit reflexartig unbedingte Hilfsbereitschaft eingefordert werden kann, der Verstand ausgeschaltet und jede rationale Betrachtung verboten wird – jeder, der sich ins Wasser wirft, muss gerettet und zur Erholung nach Deutschland gebracht werden, soweit ihre „Logik“. Dass diese zuverlässige „humanitäre“ Hilfe die entscheidende Geschäftsgrundlage der Schlepper ist, darf bei ihr gar nicht erst gedacht werden.

  2. Die Ideologie ist die verwahrloste Nachfolgerin der Religion und des mystischen Denkens, das die Menschheit seit 50.000 Jahren übt. Glauben ist billig (im Sinne von Gedankenanstrengung) und emotional befriedigender als rationale Analyse. Aus Politikern spricht der Höhlenbewohner gegen den der aufgeklärte Mensch keine Chance hat. Glauben ist allen Übels Anfang.

    1. Das Wort „verwahrloste Nachfolgerin der Religion“ ist hier sehr treffend. Eben weil die modernen Menschen den Glauben und die Mystik vernachlässigt haben, ist ihre Seele (ich meine hier vorallem das Unbewusste) verwahrlost. Diese verwahrloste Seele bricht sich Bahn in der Ideologie; und darunter verstehe ich Religion mit rationalistischen Anstrich. Die Aufklärung leutete das Zeitalter der großen Ideologien ein, weil der Rationalismus der Aufklärung eben den Glauben und die Seele des Menschen entwertete und einzig die Ratio gelten lassen wollte. Ein großer Fehler, denn die Ratio des Menschen ist sehr beschränkt und unzuverlässig.

  3. Mittlerweile hat der Clip über 2500 Aufrufe, was wohl nicht zuletzt auch lionosys und Arne geschuldet sein dürfte. Finde ich als Infoangebot insofern völlig okay, wenn es zu eindeutigen Erkenntnissen ( wohl kaum bei ihr, eher wohl bei den Konsumenten ) führt.
    31 Likes, 168x Daumen runter immerhin.

    Da sie offenbar sämtliche Kommentare unter ihren Gepöbel gelöscht, die Kommentarfunktion aber nicht abgeschaltet hat, habe ich mir folgendes Statement geleistet:

    „Die Demokratie retten, indem man kaum verschwurbelte und absolut unbegründete Pauschalhetzerei gegen eine der größten Bevölkerungsgruppen betreibt, ja. nee, is klar.
    „Aufrechtes und anständiges“ hysterisches Gepöbel ist eine ( nicht ) ganz ( so ) neue Kunstrichtung, die sie sich vermutlich von ein paar Neo- o. Altnazis abkopiert hat und „kaum nennenswert“ auf die Spitze treibt.
    Da verwundert es auch nicht im geringsten, wenn das kleine unreife Mädchen ganze zwei kurze ( ! ) Nächte braucht ( Drogen, Alk? ), um ihre menschenverachtende Hassideologie in ( hust…, völlig krause ) „Gedanken“ zu fassen.

    Spitzenkandidatin der bayerischen Grünbraunen ist sie also. Und dieser kaputte Elendshaufen will eine Nachfolgeorganisation jener sein, die ich vor ein paar Jahrzehnten mal gewählt habe. Nicht so richtig wirklich, oder?

    Und nein, es ist mir weder peinlich, noch Grund zum Selbsthass, mittlerweile auch ein WHOM zu sein ( keiner kommt hier lebend raus, auch diese Göre nicht ). Im Gegenteil verschafft Zeit auch Erfahrung und die ist bei normalen Menschen meist schon etwas hilfreich. Vielleicht lernt sie das als Oma ja doch noch, wäre ihr zu wünschen.

    Wie kommt die kleine Kathi eigentlich damit klar, daß sie ohne die pösen alten Hetentüpen in ihrer Partei niemals eine Chance gehabt hätte, in irgendeiner politischen Position dumm herumblubbern zu können?
    Profitorientierte „Toleranz“?

    Kommt in ein paar Tagen, wenn sie ( hoffentlich ) wieder nüchtern und etwas klarer im Kopf ist, die beliebte Rowbackformula: „Alles nur Satire (lacht)“?“

  4. Interessant. Offenbar hat YouTube jetzt auch so eine Art Shadowban-Funktion.

    Ich hatte nämlich schon am Tag, an dem Arne das Video verlinkt hat, einen Kommentar geschrieben und mich gewundert, daß der nicht gelöscht wurde. Und dann schiebt er den Kommentar eines anderen Nutzers nach, den ich dort nie gesehen habe.

    Also mal nicht-eingeloggt nachgesehen: Tatsächlich, 0 Kommentare. Aber eingeloggt ist meiner immer noch zu sehen.

    Sehr schade das Ganze, denn ich wollte doch wirklich nur helfen:

    Ich habe eine Sekunde gebraucht, aber dann ist mir klar geworden, woran mich dieser Vortragsstil erinnert:
    Das wirkt wie die Übung einer Schauspielstudentin, die versucht, möglichst überdeutlich eine übermotiviert-empörte studentische Politaktivistin darzustellen. Eine ähnliche Spielform war auch ein beliebter Stil im Schulfernsehen in den 80ern.

    Ich meine, bei Seehofer bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob er wirklich ein Idiot ist oder nur im Fernsehen einen spielt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es viele Wähler überzeugt, wenn Du rüberkommst wie Deine eigene Parodie; außer vielleicht denen, die wissen, wie „ironisch fernsehen“ geht, die wählen dann vielleicht auch ironisch die Grünen.

    Und dieser demonstrativ dauervorgetragene Ageismus, Rassismus und Sexismus nervt mittlerweile nicht nur:
    „Alte weiße Männer“ wie Marine Le Pen, Alice Weidel und Beatrix von Storch? Ich erwähne diese gar nicht so alten weißen Frauen nicht (nur) als Gegenbeispiele, sondern um Dir klarzumachen, daß Du mit Deinem auf dem weiblichen Auge blinden Eifer wichtige rechtspopulistische Akteure verharmlost.

    Wo Eure Prioritäten als Grüne liegen, müßt Ihr natürlich selbst wissen. Aber vielleicht solltet Ihr Euch gelegentlich mal aus der Perspektive eines Wählers betrachten, den Ihr nicht schon überzeugt habt. Das soll, wie man so hört, die weit überwiegende Mehrheit sein.

    B20

    Ich meine, gut, es ist offensichtlich, daß dieses Video nicht wirklich dazu gedacht ist, andere zu überzeugen. Es richtet sich nur an die sowieso schon Gläubigen.

    Es sei denn natürlich, lionosys hat Recht und diese Spitzenkandidatin der Bayerischen Grünen ist tatsächlich dermaßen ideologisiert und von sich selbst überzeugt, daß sie ihre Ferndiagnose der „Angst vor Vielfalt“ wirklich nicht nur für wahr, sondern sogar für die einzig mögliche Erklärung für das Verhalten dieser „alten weißen Männer“ hält.

    Aber das kann doch nicht… darf doch nicht… Ach, was mache ich mir vor?

    Bombe 20

    1. Stimmt, erinnert an Schauspiel-Sprechunterricht. Dieses Über-Akzentuierte … möglichst deutlich sprechen. Bei mir war zunächst die Assoziation zu einer Klassensprecherin da, die möglichst dramatisch etwas hervorbringen will. Leider ist davon auszugehen, dass das aber eben nicht geschauspielert ist oder sein soll, sondern dass eben ideologischer Eifer die Triebfeder ist. Gerade junge Leute sind dafür anfällig. Es ist nicht umsonst so, dass totalitäre Organisationen sich sehr früh die Kinder greifen, um ihnen einzutrichtern, was richtig ist. Die denunzieren dann auch die eigenen Eltern, wenn diese etwas sagen, was nicht linientreu ist. Zwar haben wir hier in D keine solchen totalitären Organisationen, dafür gibt es aber einen „richtigen“ Mainstream, den Schulen und Medien verbreiten. Und natürlich will jeder Mensch „gut sein“ und sich (dadurch) die Zuneigung Anderer erwerben. Dabei ist es so, dass keiner will, dass -wie im Video erwähnt- andere Menschen ertrinken oder vorher im Elend leben. Es wird einfach unterstellt. Das schwerwiegende Problem (der Massenflucht) löst man aber nicht, indem man alle herkommen läßt und dabei die Konsequenzen vernachlässigt, die das mit sich führt. Es ist eben auch nur ein ideologisierter Glaube, dass man diese Leute schon integrieren wird und diese dann ebenso freiheitlich, demokratisch und liberal fühlen und denken, wie man selbst. Andere potentielle Zukunftsvisionen, die nicht so rosig aussehen, werden ignoriert. Allein schon dieses „ich will, dass Flüchtlinge in Arbeit kommen“ … wie denn, in einer hochleistungs-orientierten Gesellschaft wie der unseren, in der schon die scheitern, die hier seit Geburt an leben? Hat die nicht mitbekommen, dass die Digitalisierung voranschreitet und selbst Hochqualifizierte „Denk-Arbeitnehmer“ demnächst wegrationalisiert werden? Wir müssen im Elend lebenden Menschen helfen, aber wir tun ihnen keinen Gefallen damit, sie in komplett andere Gesellschaften zu verpflanzen. Das schafft nur frustrierte Existenzen, die sich „abgehängt“ fühlen. Die Menschen flüchten gerade zu uns, in die reichen Länder mit der Vorstellung, das hier Milch und Honig für sie fließt. Das böse Erwachen wird folgen, nicht nur für uns, auch für sie.

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