Sind Männeranliegen links oder rechts?

Der Beitrag Warum Maskulinismus nicht rechts ist des Blogs uepsilonniks geht auf die übliche Diffamierung der Männerrechtsbewegung als „rechts“ und „nazi“ ein und begründet dann, warum Maskulismus eben nicht „rechts“ ist. Ich hatte unterhalb des Beitrags schon einen kurzen Kommentar abgegeben, möchte aber nochmals auf diese Thematik eingehen.

Ist die Männerbewegung also links oder rechts? Ich meine, sie ist weder links noch rechts, sondern gerecht. Denn darum geht es: Gerechtigkeit, unabhängig davon, unter welchem anderen Begriff diese auch daherkommt. Auch bei der Frauenbewegung ging es übrigens um eine gerechte (Gleich-)Behandlung und es ist bei ihrem Pendant eben nicht anders.

Weder die Bewertung einer Sache/Situation als ungerecht, noch das Verlangen, eine Ungerechtigkeit beseitigt wissen zu wollen, ist an eine politische Strömung gebunden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Menschen unterschiedlichster politischer Couleur für dieselbe Sache streiten. Man kann zwar einwerfen, dass dies dann aus unterschiedlichen Beweggründen geschen kann, dies sehe ich aber speziell bei der Männerbewegung nicht. Es geht konkret darum, dass auch Männern Gerechtigkeit widerfährt (insbesondere bei Familienrechtsfragen oder Benachteiligungen, die wiederum aus einer übertriebenen Frauenförderung wie z.B. Quoten resultieren).

Es sind die Gegner der Männerrechtsbewegung, die diesbezüglich gerne ein Bild von unzulässigen Beweggründen konstruieren, nämlich den Beweggründen des Machtanspruchs, der Vorreiterrolle und des Wiederherstellens alter Positionen.

Nur deshalb gelingt das Spiel mit den Diffamierungen als „rechts“ und „nazi“ vordergründig auch so gut. Was ist im übertragenen Sinne schon „älter“ als das Gedankengut der 30er und 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts? Es sind Assoziationen, mit denen die Gegener zu überzeugen versuchen: Wer was für die Männer tut, will frühere Zustände zurück. Wer frühere Zustände will, ist konservativ. Wer konservativ ist, ist rechts. Wer rechts ist, ist nazi.

Auf dieses Spiel sollten wir uns nicht einlassen und deshalb finde ich es unproduktiv, beweisen zu wollen, wie „links“ die Männerbewegung doch ist. Da folgt man nur dem Mainstream: links = progressiv und gut, rechts = stehengeblieben und falsch.

Denn das sind ebenfalls die falschen Argumente für die Männerbewegung. Die Männerbewegung muss sich nicht über die politische Zugehörigkeit rechtfertigen, sondern über den Nachweis, dass bestimmte Ungerechtigkeiten vorhanden sind und die Notwendigkeit, dass diese geändert gehören.

Advertisements