Der ESC, #metoo, die Verlogenheit

Netta, eine Sängerin aus Israel, hat den Eurovision Song Contest mit einem seltsamen Titel und einer schrägen Darbietung gewonnen. Zwei Ausschnitte aus dem Text ihres Songs „Toy“:

Wonder woman, don’t you ever forget
You’re divine and he’s about to regret

[…]

I’m not your toy
You stupid boy
I’ll take you down
I’ll make you watch me

Auf deutsch also ungefähr: „Wunderfrau, vergiß nicht, du bist göttlich und er wird’s bereuen. Ich bin nicht dein Spielzeug, du dummer Junge. Ich zieh dich runter. Ich werde dich dazu bringen, mich anzuschauen“.

Aus der Presse erfährt man dazu (in diesem Fall habe ich mir nach kurzem Googeln einen Beitrag der „Aargauer Zeitung“ herausgesucht):

Das von dem israelischen Komponisten Doron Medalie und dem Texter Stav Beger geschriebene überwiegend englischsprachige Gewinnerlied „Toy“ sei eine Antwort auf die #MeToo-Debatte um sexuelle Belästigung in der Unterhaltungsbranche, so die Sängerin. Die Botschaft an junge Frauen: Nehmt Euch an, so wie Ihr seid und seid stolz auf Euch selbst. Ihr seid nicht das Spielzeug (toy) von Männern.

Mission accomplished – wie gewünscht verfehlte der am aktuellen Thema konstruierte Song nicht seine Wirkung und sowohl Fachjury als auch das sich die Finger wundwählende Publikum brachten das Lied auf die Nr. 1 der Auswertung.

So weit, so gut. Eben ein weiteres Element des Protestes gegen ungewollte Berührungen oder sexuellen Mißbrauch.

Aber so richtig schräg wird die Nummer, wenn man sich anschaut, mit wem sich die Israelin ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Krone lieferte. Nämlich mit der Sängerin Eleni Foureira, die für Zypern antrat und zwar in einem Outfit, für das die Bezeichnung „knapp“ untertrieben wäre (bitte selbst googeln oder sich das Video vom Auftritt ansehen). Beide Sängerinnen waren gegen Ende der Punktevergabe zeitgleich auf dem Bildschirm.

Schräg ist es deshalb, weil beim zypriotischen Auftritt die Masche „Sex sells“ angewandt wurde. Mit dem israelischen Beitrag beklagt man sich über Tatschereien und andere Belästigungen, mit dem Beitrag aus Zypern soll der Fisch über nackte Haut, enganliegende Kleidung und sexy Tanzbewegungen an den Haken.

Nun könnte bei diesem Zusammenhang eingeworfen werden, dass weder nackte Haut, knappe Kleidung noch aufreizende Bewegungen als Einladung zu irgendwelchen, von einer Frau unerwünschten Handlungen gesehen werden können.

Womit ich beim Punkt Verlogenheit angekommen wäre. Oder zumindest beim Punkt der naiven Dummstellerei.

So verständlich es auch ist, wenn sich Frauen, gegen unerwünschte Annährungen stellen, sollte nicht die Diskrepanz aus den Augen verloren werden, dass Frauen andererseits ihre Reize bewußt einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Ob nun bezüglich des Gewinns des ESC, um in der Karriere voranzukommen (ja, auch so etwas soll es geben …) oder um sich den gewünschten Mann als Partner zu angeln. Seltsamerweise will gerade in letzterem Punkt niemandem auffallen, dass dem Mann dabei sprichwörtlich „der Kopf verdreht“ (= der Verstand überwunden) werden soll. In dem Fall ist es erwünscht. Wenn es unerwünscht ist, soll hingegen der Verstand die Reize überwinden.

Bevor möglicherweise der nächste Einwand kommt, dass mit dieser Argumentation die Gesamtheit der Männer unter dem Deckmantel einer „biologischen Konditionierung, der sich die Männer quasi nicht erwehren können“, in Schutz genommen werden soll: Nein, soll sie nicht. Männer sind keine triebgesteuerten Tiere.

Was ich mit diesem Blogbeitrag bezwecken will, ist die Bewußtmachung der durchaus unterschiedlichen Herangehensweisen individueller Frauen im Umgang mit den eigenen Reizen. Und „manchmal“ auch die Herangehensweise ein- und derselben Frau zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

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12 Kommentare zu „Der ESC, #metoo, die Verlogenheit“

  1. „Männer sind keine triebgesteuerten Tiere.“

    Doch! Selbstverständlich sind sie das, da unterscheiden sie sich von den Frauen lediglich en Detail.

  2. Der ganze Feminismus lässt sich eh als Intrasexuelle Konkurrenz zwischen Frauen verstehen. Die Gutaussehenden setzen ihre Körper ein, und die anderen versuchen, es ihnen über Feminismus zu verbieten. Im Augenblick liegen letztere leicht vorne, werden sich aber auf Dauer kaum durchsetzen können. Biologie ist letztlich stärker.

      1. @ Carlie

        Welche Art von Feminismus vertrittst du denn?
        Hättest du Lust kurz zu erzählen, was du persönlich unter Feminismus verstehst?

        Der folgende Beitrag von mir, aus dem Christian auf „Alles Evolution“ einen Artikel gemacht hat, enthält eine spezifische Typolologie zu feministischen Strömungen von mir, geschrieben aus Perspektive des linken Maskulismus:

        https://allesevolution.wordpress.com/2015/10/08/feministische-stroemungen-und-der-umgang-mit-maennlicher-diskriminierung-nach-leszek/

        Falls du Lust hättest es dir durchzulesen, würde mich interesseren, welcher Kategorie du deinen Feminismus zuordnen würdest.

      2. Ähm. Ich bin überhaupt keine Theoretikerin. Was ich vertrete, fiele wahrscheinlich unter Alltagsfeminismus – kategorisieren mag ich mich ungern, das ist wohl auch der Ausgangspunkt für meine feministische (?) Haltung. Ich will nicht anders behandelt werden, weil ich ne Frau bin. Ich will aber auch nicht Männer anders behandeln, weil sie Männer sind. Ich will überhaupt niemanden irgendwie besonders behandeln, weil er in irgendeine Kategorie fällt, zumindest, wenn das wertende Kategorien sind. Ich weiß, dass ich das trotzdem mache, weil es super schwer ist, sich von sowas frei zu machen, aber ich versuche das wenigstens zu reflektieren und darüber zu reden. Ich merke auch, dass ich immer wieder bestimmte Rollen einnehme, dass ich mich gegenüber Männern anders verhalte als gegenüber Frauen und dass das schwierig ist.
        Es sollte grundsätzlich viel stärker um einen Menschen als Persönlichkeit gehen, unabhängig von äußerlichen Kategorien. Vielleicht also eher Idealistin als Feministin? Ich nenne mich trotzdem so, wenn es hilft, um knapp einen Standpunkt rüberzubringen.

        Jedenfalls, diese Idee, dass nur hässliche Frauen Feminismus brauchen/wollen/machen, regt mich auf und ist so blöd, dass ich da einfach kurz reingrätschen musste, auch ohne theoretisches Fundament.

        (Und wenn sich alle beruhigen würden und nett und offen zueinander wären, könnte man ja auch anfangen, danach zu fragen, ob es möglicherweise Unterschiede gibt. Kann ja sein. Vielleicht gibt es auch keine, aber fragen – nur fragen! – muss man vielleicht?)

      3. @ Carlie: Alles sehr vernünftig. Willkommen! 😉
        „Ich bin überhaupt keine Theoretikerin“
        Am Anfang ist es auch falsch, sich zu sehr in Details zu vertiefen, man verliert den Überblick und überlastet sich auch zeitlich. Auf Dauer können diese Details bzw. die Theorien, die der Geschlechterdebatte zugrundliegen, aber ganz spannend sein.
        „Ich merke auch, dass ich immer wieder bestimmte Rollen einnehme, dass ich mich gegenüber Männern anders verhalte als gegenüber Frauen und dass das schwierig ist.“
        Das ist normal. Alleine deshalb, weil wir und zu einem Geschlecht erotisch hingezogen fühlen und zum anderen eben nicht, sondern es sogar als intrasexuelle Konkurrenz betrachten. Das ist sehr interessant, sich selber mal dabei zu beobachten und sich dessen bewußt zu werden.
        „Feministin? Ich nenne mich trotzdem so, wenn es hilft, um knapp einen Standpunkt rüberzubringen.“
        Feminismus ist ein Sammelbegriff für sehr viele, in sich widersprüchliche Konzepte und Ideologien. Wenn sich jemand als Feminist bezeichnet, weiß man deshalb so gut wie nichts über dessen Standpunkte. Auf Blogs wie diesem hier triffst Du im übrigen auf viele alte Hasen der Geschlechterdebatte, die alle Leichen im Keller des Feminismus kennen, und es gibt da ziemlich viele, und sie stinken mächtig. Männer kennen diese Leichen besser als Frauen, weil sie davon negativ betroffen sind, und unter „Feminismus“ verstehen sie vor allem diese Leichen. Das ist wie mit einer großen Stadt, die einen kennen nur die Elendsviertel, die anderen ausschließlich die Vergnügungsviertel, deswegen reden sie komplett aneinander vorbei, wenn sie über „die gleiche“ Stadt diskutieren.
        „Jedenfalls, diese Idee, dass nur hässliche Frauen Feminismus brauchen/wollen/machen, regt mich auf und ist so blöd, …“
        Die ist genauso blöd wie die Idee, daß nur frustrierte einsame Männer, die keine Frau abkriegen und auch sonst rechtsradikal sind, Kritik an der feministischen Ideologie üben, OK? Ich habe mich gerade gestern genau deswegen wieder mal über PussyTerror / Carolin Kebekus geärgert, denn sie argumentierte mal wieder genau nach dieser Logik. Und nicht nur sie, das ist Standard.

      4. @ Carlie, Leszek, Mitm, El Mocho:
        Ich versuche mal ein wenig zusammenzufassen:
        @El Mocho schrieb, daß Feminismus ein Versuch meist häßlicher Frauen ist, den gutaussehenden das Alltagsgeschäft zu versauen, was aber s.M.n. nicht hinhauen wird, weil die Natur sich durchsetzt.
        Das ist natürlich schon ein sehr pauschales Statement, das nur auf einen Teil der weiblichen Femis zutreffen kann. Dadurch wird es aber keineswgs vollkommen falsch. Die lockere Ausdrucksweise führe ich mal darauf zurück, daß El Mocho sich hier relativ „zuhause“ fühlt und v.dh. einfach keine Lust hatte, sich in langen formellen Verklausulierungen zu ergehen. Er setzt bei den Mitlesern schon ein gewisses Grundverständnis voraus. Leider ist das Argument nur unter Vorbehalt diskutabel, da es offenbar keine nennenswerte verwertbare Empirik dazu gibt. Aber, daß intrasexuelle Konkurrenz AUCH in allen Femigruppen, genau wie in allen anderen Frauen-, Männer-, und vielen gemischten Gruppen, ein ganz übliches Verhalten ist, halte ich für höchstwahrscheinlich gegeben, einfach weil es keinen vernünftigen Grund gibt, warum es ausgerechnet in einer größtenteils sexorientierten Ideologie anders laufen sollte, als in den „alltagspragmatischeren“ Vereinigungen.

        Du, @Carlie ernennst Dich daraufhin spontan zur Feministin, um mit einem absoluten „Gegenbeweis“ zu glänzen, der aus empirischer Sicht vollkommen sinnlos ist, einfach weil El Mocho’s Formulierung Dich ( reflexartig? ) aufgeregt hat.

        @Leszek versucht aus der Situation noch etwas Diskussionsstoff zu ziehen und fragt ganz direkt, als was für eine Feministin Du Dich betrachtest und bietet vorsichtshalber schon mal ein paar Richtungsvorgaben an. Wobei ich es für einigermaßen klar halte, daß Du natürlich auch eine freie individuelle Beschreibung liefern könntest, anhand derer die Mitleser zu interpretieren versuchen könnten, wo Du ungefähr einzuordnen wärest.

        Deiner Antwort nach hat Leszek Dich damit allerdings schon ziemlich des Windes in den Segeln beraubt, denn es kommt keine nennenswerte inhaltlich einigermaßen standfeste Antwort. Statt dessen das Rückwärtsmanöver, daß Du vlt. ja auch gar keine Feministin wärest, sondern „irgendwie ganz allgemeine Idealistin“. Wobei Du offenbar zu erklären versuchst, daß in Deinen Augen der Begriff „Feminismus“ ( auch ) irgendeine Art von Idealismus zu beinhalten scheint. Möglw. einen, der irgendwie irgendwas mit irgendeiner Art von „Gleichheit“ zu tun haben könnte. Deine Andeutungen dazu sind so nebulös, daß man sie genau nirgends einsortieren kann, weder im Feminismus ( egal welcher Strömung ) noch sonstwo. Noch dazu sind sie umkehrschlüssige Implikationen, Du stellst also nur dar, was Dich aufregt, nicht was daran warum falsch ist, oder gar wie Du es gern ändern möchtest.
        Und erwartest dann von den anderen Mitdiskutanten ( und -onkels 😉 ) hier, daß sie sich ( oder Dich? ) gefälligst abregen sollen.

        Versuch einer Art von Inhaltserahnung:
        Du könntest irgendwo zwischen Equityfeminismus und blank-slate-Theorie ( u.U. aber auch dem Intersektierertum, s.u. ) herumeiern.
        Du findest die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, warum auch immer, schwierig, sie gefallen Dir ( mindestens manchmal ) irgendwie nicht so richtig, besonders wenn Du sie bei Dir selbst bemerkst. Du möchtest aber, daß Männer ( oder wenigstens offenbar überwiegend männliche Gruppen ) Deine Probleme lösen, zumindest wenn Du Dich über Dein schwieriges Verhältnis zu ihnen aufregst.

        Ja, damit zeigst Du einige Verhaltensbilder, die man häufig auch in verschiedenen feministischen Strömungen vorfindet.
        Am ehesten wohl bei den meinfeministischen Trendfollowern mitsurfend.
        Vulgo: Keiner weiß worum es geht, aber alle machen begeistert mit.

        Mein persönlicher Eindruck:
        Du beschreibst Dich letztendlich als ein durchaus relativ eigenständiges Individuum, das sich aber vom „egal-wie-hauptsache-irgendwie-feministischen“ Modetrend angezogen fühlt, wenn auch wohl ohne jede rationale thematische Begründung. Möglw. auf rein emotionaler Basis, oder einfach weil „das macht man in meinem Umfeld eben so“. Demnach könntest Du, je nach Zeit und Ort, aber auch jeder anderen Ideologie anhängen ( „weil man das eben so macht“ ).

        Noch kürzer:
        Feministin kannst Du, nach dem was Du hier an Infos dazu lieferst, höchsten in einem ganz speziellen und z.T. sehr falschen Weltbild sein. Nämlich nach dieser vollkommen dämlichen Formel, daß jeder Mensch, der „irgendwie Gerechtigkeit“ o. „irgendwie Gleichheit“ gut findet automatisch Feminist ist. Der Unfug ist schon leicht erkennbar wenn man bedenkt, daß die allermeisten Feminismen eben mindestens arg sexistisch sind und eine, wie auch immer geartete, „Gleicheit“ der Geschlechter auf allen möglichen Ebenen vehement ablehnen und bekämpfen. Während der „Gleichheitsfeminismus“ umgekehrt sämtliche Unterschiede ( zumindest im Sozialverhalten ) verbissen bestreitet.
        Ergo kann ein Mensch, der zu differenzieren versucht, nach dieser Dummformel exakt gar kein Feminist ( oder eben nur ein sehr spezieller Meinfeminist ) sein. Denn gleiche Wertschätzung als Individuum, bei gleichzeitiger Anerkennung geschlechtsspezifischer ( und sonstiger ) Unterschiede ist mit diesen beiden feministischen Grundströmungen absolut unmöglich.

        Mein Vorschlach wäre:
        Nehme Deine Indiviualität an, anstatt sie pauschal abzulehnen und mach was draus. Lasse Dich weder von Femis, noch sonstwem zum Nachplappern unverstandener Formeln instrumentalisieren.
        Schon gar nicht lasse Dich von irgendwem, den Du vielleicht gar nicht kennst, zu irgendwelchen „spontanen Grätschen“ aufstacheln, das kann voll in die Hose gehen und Schuld bist am Ende ganz allein Du, denn der Einpeitscher wird sagen: “ Ich habe NIEMALS gesagt, daß die Carlie sich einen Sprengstoffgürtel umschnallen und Jihad spielen soll!“.

        @Mitm hat schon ein paar Zitate vor Dir sehr wohlwollend und geduldig zerlegt. Da ergänze ich mal ein wenig:
        „Ich bin überhaupt keine Theoretikerin“
        Da schließe ich mich Mitm einfach mal an und verweise auf das eben schon geschriebene. Individualität ist auf Dauer zwar etwas anstrengender als einer Führerschaft blind hinterherzurennen, aber bietet i.d.R. auch mehr Möglichkeiten das zu tun, was einem am meisten zusagt.

        „Ich merke auch, dass ich immer wieder bestimmte Rollen einnehme, dass ich mich gegenüber Männern anders verhalte als gegenüber Frauen und dass das schwierig ist.“

        Wie Mitm schon sagt, ist das völlig normal und grundsätzlich zunächst mal gar nicht schwierig, sondern im Gegenteil i.d.R. der einfachste Weg, einfach weil da von Langzeitsozialisierung bis Genetik schon die erprobtesten Verhaltensmuster in Dich eingebaut sind. Und das ist zunächst mal gut so, denn die beste Langzeitempirie aller Zeiten ist die Evolution selbst. Kurz: Im Schnitt kannst Du Dich auf Deine persönliche Ausstattung als Frau und Mensch recht gut verlassen.
        Was aber nicht heißt, daß es nicht immer wieder mal spezielle Situationen und individuelle Konstellationen gibt, die hier und heute durchaus schwierig sein können. Ich denke aber, daß dann noch abgedroschenere Patentrezepte als die vorgegebenen und erlernten erstrecht nichts nützen, eher im Gegenteil. Dafür haben wir Menschen sowas wie Intelligenz, nämlich um in besonderen Situationen auch entsprechend angepasste Lösungen zu finden und eben gerade nicht einfach nur zubeissen oder abhauen zu können. Einen Menschen, männlich, alt, mit SUV wird man kaum mit einem Lolli oder dem Vorschlag zusammen auf den Spielplatz zu gehen, beeindrucken können, während ein dreieinhalb-jähriges Mädchen sicher keinen Wert auf eine Dissertation Deinerseits legt, oder Lust hat Rücksicht auf eine Originalkrokolederhandtasche zu nehmen während es gerade eine Schneeballschlacht mit Dir veranstaltet. In beiden Fällen hilft Dir das Ärgern über irgendwelche „patriarchalen Privilegien“ kein Stück weiter. Wenn der olle Kerl Dir ein Trinkgeld gibt, weil Du ihm im Bistro die Suppe serviert hast, nimmst Du das an und wenn Du gerade voll aufgebrezelt bist, lehnst Du die Schneeballschlacht ab. Patriarchat hin, unterdrücktes kleines Mädchen her.
        Politisch konstruierte Bezugsgruppenmuster sind da völlig fehl am Platze, auch wenn sie bei den Gruppentreffen noch so hoch und heilig zum Mantra erhoben werden.

        „Feministin? Ich nenne mich trotzdem so, wenn es hilft, um knapp einen Standpunkt rüberzubringen.“

        Kann man ja machen, wenn man mal ein wenig Trubel in irgendeine Sache bringen will. Dann schreibe ich auch schon mal: „Ich bin ja auch bloß so ein WHOM-Nazi, aber …“. Aber zunächst mal ist sowas in den meisten Fällen wohl in ironisierter Form gedacht. Und setzt immer voraus, daß die Mitlesende Bezugsgruppe wenigstens im Schnitt aus Leuten besteht, die „von selbst“ verstehen, was damit gemeint ist. Und wie daraus und aus Deinen weiteren Ausführungen hervorgeht, war der damit erklärte Satz:
        „Aber ich seh gut aus und bin trotzdem Feministin.“, jedenfalls nicht ernst gemeint. Mehr als ein allgemeines Rätselraten ist damit schlichtweg nicht anzufangen. Wobei „ich seh gut aus“ leicht als Nullaussage zu erkennen ist. Das „Trotzdem“ soll irgendeine Art von Gegendarstellung zu El Mocho’s verkürzter Formel sein, verliert aber den Zusammenhang, wenn man weiterliest und erfährt, daß Du lediglich ein irgendwie geartetes Gefühl hast den Terminus „Feminismus“ verwenden zu können, ohne damit eine konkrete Aussage zu verbinden. Kurz gesagt: Ganz unabhängig davon, ob Du El Mocho’s Gepolter nun einzusortieren in der Lage bist und ggf. wie und wo, ist auch der Rest des Satzes bestenfalls ein inhaltsloser Provokationsversuch.
        Nahelegendste Erklärung: Um Montag im Genderleistungskurs wärend der Pause zu den anderen sagen zu können: „Bin ich doch vorgestern in so’n Maskuforum reingegrätscht und hab die patriarchalen Dreibeine da mal kräftig aufgemischt“.
        Nur ist der Versuch ganz offensichtlich so schwach, daß Du noch nicht mal den Link verteilen kannst, ohne Dich zu blamieren.
        Verstehe mich nicht falsch, wenn ich in einen Femikaffeeklatsch gerate und meine da mal ein wenig Stimmung in die Bude bringen zu können, mache ich das gelegentlich vielleicht auch mal. So’n Büschen rumtrollen kann ja mal ganz ulkig sein. Aber wenigstens einen umstrittenen Whataboutism plus ein paar erprobte Argumente dazu sollte man dann schon in der Rückhand haben, sonst fliegt man regelmäßig sicher auf die Nase.

        „Jedenfalls, diese Idee, dass nur hässliche Frauen Feminismus brauchen/wollen/machen, regt mich auf und ist so blöd, …“

        Tja, nur, daß El Mocho das gar nicht gesagt hat. Du lässt nämlich das entscheidende Faktum einfach weg, also, daß man Feminismus ( auch und vermutlich nicht zuletzt ) als Form der intersexuellen Konkurrenz betrachten kann. Etwas näher damit befasste ahnen zumindest, daß es ihm dabei u.a. um den Unterschied zu „Feminismus kämpft für die Freiheit DER Frauen an sich“, oder “ … gegen die Privilegien DER Männer“geht.
        Und damit hat er nunmal ziemlich Recht. Die dummen Sprüche von wegen Feminismus würde sogar für „ALLE Menschen“ ein irgendwie „besseres Leben“ erschaffen ( wollen ), oder zumindest für „ALLE Frauen“, sind glatt gelogen, resp. von vollkommenen Ignoranten geglaubte Flachpropaganda. Keine bekannte Strömung ( jedenfalls kenne ich keine ) hat dazu bis heute etwas konkret sinnvolles vorgelegt. Schon Emmeline Pankhurst wollte zwar DAS Frauenwahlrecht, aber doch nicht für Leibeigene, Negerinnen oder gar deren Männer. Und, daß Frauen sich in Schützengräben vergasen lassen, war für sie unvorstellbar, das sollten aber die Männer unbedingt tun müssen.
        Heute haben wir das staatsfeministische Patriarchat und männerfeindliche Gesetze ( bspw. BGleiG und GleibWV ) und Antigleichberechtigungsquoten und kein Feminist fordert da so etwas wie „Gerechtigkeit“ ( „Pfui Deibel, doch nicht für Schwanzträger!“ ).
        Lies bloß mal ein wenig auf den Seiten mit, wo regelmäßig Frauen von Femis beschimpft werden, einfach weil sie ganz normal sind, ihre Kinder und ihre Männer lieben und sich freuen als Hausfrau und Mutter ihre ganz persönlichen Privilegien zu genießen. „Heimchen am Herd“, „Nazibraut“, „unterdrücktes Opfa“, „unzurechnungsfähiges Blondchen“ u.ä. sind da ganz übliche intrasexuelle Neidformeln. Eben WEIL es diesen Frauen i.d.R., relativ zu kaputten Femifreaks, deutlich besser geht. Eben deshalb wird auch gefordert, daß diese Hausfrauen eben das nicht mehr sein dürften, sondern gefälligst auf ihre Kinder zu verzichten und zu arbeiten hätten. Neid der häßlichsten Sorte.

        Tja, Carlie, einfach nur mit „strunzdumm“ und „blöd“ herumzuhantieren, gerät zur Selbstbeschreibung, wenn nicht irgendetwas Gehaltvolles ein Mindestmaß an argumentativer Substanz zur Diskussion beiträgt.

        Bei El Mocho wissen die meisten hier wahrscheinlich, daß er auch ernsthaft und mit sachlichen Argumenten diskutieren kann ( und das auch immer mal wieder tut ).

        Und nu kommst Du …

      5. Okay. Dann wusste ich wohl nicht, wovon ich rede. Pardon, bin schon wieder weg.

      6. @ Carlie

        „Ähm. Ich bin überhaupt keine Theoretikerin.“

        Ich bin wohl in geschlechterpolitischer Hinsicht unter anderem sowas wie ein maskulistischer Theoretiker. 🙂

        Aber theorie-interessiert zu sein, ist natürlich nichts Besonderes, deshalb ist man nicht intelligenter oder besser als andere, aber jeder trägt eben das zu einer sozialen Bewegung bei, was er kann.

        Mein feministischer Lieblingsblog ist übrigens der Blog von Robin Urban,

        https://robinsurbanlifestories.wordpress.com/

        die nicht besonders theorie-interessiert ist, aber viel klüger als die meisten theorie-interessierten Netz-Feministinnen. (Bei den meisten theorie-interessierten Feministinnen im Netz handelt es sich um Anhängerinnen der autoritären und sexistischen Irrlehre des politisch korrekten, (vulgär-)poststrukturalistischen Gender-Feminismus, der auf theoretischer Ebene m.E. nichts taugt und auf praktischer Ebene m.E. nichts Positives bewirkt.)

        „Was ich vertrete, fiele wahrscheinlich unter Alltagsfeminismus“

        Ah, o.k.. („Alltagsfeminismus“ als Oberbegriff für nicht-theoretisch orientierte Formen des Feminismus ist ein Begriff, den Robin Urban erfunden und als Selbstbezeichnung verwendet hat und den ich in dem verlinkten Text mit der Typologie von ihr geklaut hatte.)

        „– kategorisieren mag ich mich ungern, das ist wohl auch der Ausgangspunkt für meine feministische (?) Haltung.“

        Wenn man solche Themen geistes- und sozialwissenschaftlich bearbeitet sind Kategorisierungen allerdings natürlich wichtig, denn jede soziale Bewegung oder Denkschule spaltet sich ab einer bestimmten Größe stets in Unterströmungen auf (das ist quasi sowas wie ein „soziologisches Gesetz“) und wenn es um eine wahrheitsorientierte Darstellung, Beurteilung oder Kritik geht, muss man daher die verschiedenen Strömungen berücksichtigen. Dabei können bestimmte Strömungen natürlich einflussreicher sein als andere, die heute in westlichen Gesellschaften vorherrschenden feministischen Strömungen – klassischer Radikalfeminismus, (vulgär-)poststrukturalistscher Gender/Queer-Feminismus, Staatsfeminismus – beurteile ich aus links-maskulistischer Perspektive sehr kritisch, da sie berechtigte Männeranliegen ausschließen. Mir geht es um die Etablierung eines neuen geschlechterpolitischen Paradigmas, das Diskriminierungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen bezüglich Frauen und Männer in wissenschaftlicher, theoretischer und geschlechterpolitischer Hinsicht berücksichtigt – dies bezeichne ich mit dem Begriff „Integraler Antisexismus“.

        „Ich will nicht anders behandelt werden, weil ich ne Frau bin. Ich will aber auch nicht Männer anders behandeln, weil sie Männer sind. Ich will überhaupt niemanden irgendwie besonders behandeln, weil er in irgendeine Kategorie fällt, zumindest, wenn das wertende Kategorien sind. Ich weiß, dass ich das trotzdem mache, weil es super schwer ist, sich von sowas frei zu machen, aber ich versuche das wenigstens zu reflektieren und darüber zu reden. Ich merke auch, dass ich immer wieder bestimmte Rollen einnehme, dass ich mich gegenüber Männern anders verhalte als gegenüber Frauen und dass das schwierig ist.
        Es sollte grundsätzlich viel stärker um einen Menschen als Persönlichkeit gehen, unabhängig von äußerlichen Kategorien.“

        Mit der Position Menschen primär als Individuen zu sehen und zu behandeln, stimme ich überein. Das beinhaltet bei mir, dass ich sowohl traditionelle Geschlechterrollen als auch „progressive“ Geschlechterrollen als allgemeines normatives Leitbild für Menschen ablehne und stattdessen eine Orientierung am Individuum von klein auf vertrete. Diese Sichtweise findet sich auch in zentralen Schriften der Männerrechtsbewegung.
        Dazu hatte ich bezüglich der theoretischen Grundlagen des linken und liberalen Maskulismus mit Bezugnahme auf einige männerrechtliche Standardwerke einmal Folgendes in einem Text auf diesem Blog formuliert:

        „Da der linke und liberale Maskulismus weit stärker als der Mainstream-Feminismus in der Aufklärung sowie in freiheitlichen Traditionen der politischen Philosophie verwurzelt sind, lehnen es die meisten Männerrechtler ab, traditionelle Geschlechterrollen als Leitbild durch ein neues vermeintlich progressives Geschlechterrollen-Leitbild zu ersetzen. Vielmehr steht im Maskulismus der Wert der Freiheit des Individuums von klein auf im Zentrum. Das heißt, jedes Individuum soll in geschlechtsbezogener Hinsicht so sein und leben können, wie es ist und sein will, solange es anderen Menschen dadurch nicht schadet. Dies impliziert auch, dass jeder Mensch in geschlechtsbezogener Hinsicht so traditionell oder nicht-traditionell leben können soll, wie er will. Der linke und liberale Maskulismus lehnen normative Geschlechterrollen-Leitbilder ab – traditionelle wie vermeintlich progressive, feministische wie antifeministische Geschlechterrollen-Leitbilder – und bejahen allein die Orientierung am Individuum und seiner Freiheit.“

        https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/10/20/gastartikel-leszek-ueber-feministische-diskursstrategien/

        „Vielleicht also eher Idealistin als Feministin? Ich nenne mich trotzdem so, wenn es hilft, um knapp einen Standpunkt rüberzubringen.“

        Wie du dich nennst, ist natürlich deine Sache. Interessanter ist, was damit genau gemeint ist, daher habe ich ja nachgefragt.

        „Jedenfalls, diese Idee, dass nur hässliche Frauen Feminismus brauchen/wollen/machen, regt mich auf und ist so blöd, dass ich da einfach kurz reingrätschen musste, auch ohne theoretisches Fundament.“

        Ich denke, bei dieser Sache hat El_Mocho (den ich schätze) mit seiner Formulierung zu kurz gegriffen.

        El_Mocho interessiert sich stark für Evolutionäre Psychologie, hat davon auch richtig Ahnung und schreibt diesbezüglich oft interessante Sachen, aber manchmal übertreibt er diese Sichtweise etwas.

        Wir haben auf diesem und anderen Blogs auch immer wieder mal Diskussionen zwischen den stärker evolutionär-psychologisch orientierten und den stärker sozialwissenschaftlich orientierten Autoren/Kommentatoren zu den verschiedensten Themen.

        Meiner persönlichen Erfahrung entspricht es bislang nicht, dass es eine signifikante Korrelation zwischen feministischen Einstellungen bei Frauen und dem Aussehen gibt.

        „(Und wenn sich alle beruhigen würden und nett und offen zueinander wären, könnte man ja auch anfangen, danach zu fragen, ob es möglicherweise Unterschiede gibt. Kann ja sein. Vielleicht gibt es auch keine, aber fragen – nur fragen! – muss man vielleicht?)“

        Dem empirisch-wissenschaftlichen Forschungsstand der biologischen Verhaltenswissenschaften zufolge gibt es biologisch disponierte durchschnittliche psychologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Diese existieren aber nur im Schnitt und sagen nichts über das Individuum aus, denn es gibt ebenfalls Vielfalt und Varianz innerhalb der beiden Geschlechtergruppen von Frauen und Männern.

        Dazu hatte ich in dem in diesem Kommentar verlinkten Text geschrieben:

        „Da der Maskulismus stärker als der Mainstream-Feminismus in der Aufklärung sowie in freiheitlichen Traditionen der politischen Philosophie verwurzelt ist, ignorieren die meisten Männerrechtler den empirisch-wissenschaftlichen Forschungsstand zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Geschlechter nicht, auch nicht den der biologischen Verhaltenswissenschaften. Vielmehr sehen sie zwischen dem Forschungsstand und ihren liberalen, am Individuum orientierten Positionen keinen Widerspruch.
        Forschungsergebnisse und Theorien z.B. der Evolutionären Psychologie weisen darauf hin, dass es sowohl gewisse biologisch disponierte durchschnittliche psychologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern als auch eine breite Vielfalt und Varianz jeweils innerhalb der beiden Geschlechtergruppen gibt. Des Weiteren belegt die Vielfalt von Geschlechterverhältnissen in verschiedenen historischen Epochen und Kulturen, dass soziokulturelle Einflüsse ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
        Es wird wahrscheinlich immer Menschen geben, die von ihren persönlichen Dispositionen her in geschlechtsbezogener Hinsicht traditionell leben möchten und andere, die von ihren persönlichen Dispositionen her in geschlechtsbezogener nicht traditionell leben möchten – z.B. ich – sowie wieder andere, die irgendwo dazwischen liegen. Der Maskulismus akzeptiert die geschlechtsbezogenen gesellschaftlichen Verteilungen, die sich aus den freiwilligen Entscheidungen männlicher und weiblicher Individuen ergeben und wendet sich nur entschieden gegen jegliche normative Geschlechterrollen-Leitbilder, welche die freie Entfaltung des Individuums behindern und versuchen ihm ein geschlechtsbezogenes »Du sollst« als irrationale Über-Ich-Funktion in den Kopf zu setzen.“

        https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/10/20/gastartikel-leszek-ueber-feministische-diskursstrategien/

        Wie groß die biologisch disponierten durchschnittlichen Geschlechtsunterschiede sind, dazu gibt es in der verhaltensbiologischen/evolutionär-psychologischen Forschung übrigens unterschiedliche Positionen. Es besteht aber eine gewisse Übereinstimmung, dass psychologische Geschlechtsunterschiede speziell beim Partnerwahlverhalten relativ ausgeprägt sind, da es Unterschiede hinsichtlich der Partnerwahlpräferenzen bei Frauen und Männern gibt. Dies scheint dem Forschungsstand zufolge also ein Bereich zu sein, wo man tatsächlich mit signifikanten Geschlechtsunterschieden rechnen muss.

        Du kannst übrigens, falls du mal Lust haben solltest, auf diesem Blog auch jederzeit einen Artikel über deine geschlechtsbezogenen und geschlechterpolitischen Ansichten veröffentlichen. Auf diesem Blog können auch Artikel von Feministinnen veröffentlicht werden.

      7. @Carlie
        „Okay. Dann wusste ich wohl nicht, wovon ich rede. Pardon, bin schon wieder weg.“

        Wenn Du nicht wusstest, wovon Du redest, wäre es dann nicht richtiger, hier zu bleiben und mit uns zu reden, um vielleicht etwas zu lernen?
        Hast Du demnach ursprünglich gedacht, Du kannst uns da Deinen Brocken Text hinschmeißen, und wir würden total sprachlos werden ?
        Oder mit was hast Du gerechnet?

        Oder heißt „Dann wusste ich wohl nicht, wovon ich rede. Pardon, bin schon wieder weg.“ nicht vielmehr: mit soviel sachlichem Gegenwind hatte ich nicht gerechnet, dazu hab ich aber keine Lust, mich damit auseinandersetzen zu müssen. Möglicherweise beschädigt das sonst mein Weltbild. Daher Tschüss“ ??

        Du bekommst hier ganz dezidierte und ziemlich sachliche Auseinandersetzung mit dem was Du schreibst. Hast Du Angst davor?

        Betrachte das als offene Einladung zu weiterer Diskussion. Dein Risiko dabei: Du könntest etwas lernen. Und müsstest möglicherweise Einstellungen ändern. Klingt gefährlich? Du könntest überrascht sein, wie viele hier schreibende Ex-Feministen sind. Also Leute, die früher mal irgendwie zumindes diffuse „Feministen“ waren (wie Du), bis sie gezwungen waren (genau meist das – gezwungen …) sich mit den Folgen des real existierenden Feminismus auseinanderzusetzen. Der wird nämlich nicht von solchen „Alltagsfeministen“ gemacht, sondern von Hardcore-Feministen, mit denen auch Du möglicherweise lieber nicht in einen Topf geworfen werden willst, wenn Du sie erst mal näher kennengelernt hast.

  3. Mein Gott, der Text hat doch nix mit der MeToo Debatte zu tun. Das ist so eine „ich bin fett und hässlich, aber du sollst mich trotzdem schön finden und dann kommandier ich dich auch noch rum“ Hymne.

  4. Wir reden hier ja über eine von vielen medialen Selbstanpreisungen des Feminismus.

    In die gleiche Kategorie fällt die neue Folge von PussyTerror TV von Carolin Kebekus (am 17.05.), s. https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/audio-neue-staffel-von-pussy-terror-startet-100.html http://www.daserste.de/unterhaltung/comedy-satire/comedy-satire/index.html https://www1.wdr.de/fernsehen/pussy-terror-tv/index.html (ich finde die Sendung nicht in der Mediathek)

    Kebekus ist ja hochbezahlte Feminismus-Aktivistin, insofern überrascht es nicht, daß ein Hauptthema der Sendung Feminismus-Propaganda war. Kurz nach Beginn der Sendung bejubelte Kebekus die metoo-Kampagne so ungefähr als die wichtigste soziale Bewegung seit Menschengedenken.

    Anschließend kam sie auf Männer zu sprechen, die sich von metoo und dem Feminismus bedroht fühlten, also allen Ernstes, wie kann man so beknackt sein. Als ob Horden von marodierenden Feministinnen herumlaufen würden und die armen Männer einschüchtern würden. Exakt bekomme ich ihre Sottisen gegen metoo-Kritiker nicht mehr hin, sie baute jedenfalls einen riesigen Strohmann von dummen Männern auf, die die Segnungen des Feminismus und den hohen Wert der metoo-Kampagne noch immer nicht verstanden haben und die einfach nur dumm herumjammern.

    Den Männern spendierte sie abschließend noch den Hashtag #mimimitoo (der übrigens leicht nach hinten losgehen kann, wenn man das so versteht, daß metoo eine mimimi-Kampagne ist). Das Publikum applaudierte wie üblich, aber wer schon zu einer WDR-Show geht, ist vermutlich weltanschaulich mit dem WDR kompatibel).

    Später kam dann noch ein vorproduziertes Video, in der Kebekus und eine Freundin zwei ziemlich dumme Tussen spielen. die nicht wissen, was Feminismus ist, auf ihren Smartphones versuchen, erklärende Wikipedia-Seiten zu lesen, und eine Reihe von eher dümmlichen Wissensbrocken zu besten geben. Viel Klamauk [zur Erinnerung: wir sind in einer Comedy-Show, und Kebekus mag es bekanntlich gerne etwas derber], der auch hier wie üblich beklatscht wurde.

    Nun die Deutschlehrerfrage: was wollte uns der Künstler damit sagen? Eventuell gar nichts, nur 3 Minuten Sendezeit vollmachen. Bei mir ist als Hauptbotschaft des Videos hängengeblieben, jeden als strunzdumm hinzustellen, der immer noch nicht kapiert hat, was Feminismus ist und welchen Fortschritt für die Menschheit er bedeutet. Die beiden Figuren wirken genau deswegen lächerlich, weil sie das nicht wissen, ohne diese unterstellte Dummheit funktioniert der ga

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