Warum die „Männerbewegung“ nichts erreicht

Geht ein Mann auf die Straße und demonstriert gegen Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen, die Männern widerfahren? Nein, er geht zur Arbeit, um Geld für die Familie zu verdienen und seine Karriere nicht durch zwielichtige Aktionen („ich muss mal zur Männerdemo, brauche kurzfristig einen Tag Urlaub“) zu gefährden.

Ja, richtig, er kennt ein paar Fälle, wo Kumpels und Kollegen Probleme haben. Durch Scheidung, durch den Kampf ums Kind, durch hohe Unterhaltszahlungen. Aber es droht keine Gefahr, schließlich ist seine Familie intakt, die Ehe funktionert. Es ist derzeit nicht vorstellbar, dass sich das Ändern könnte.

Und was sollte er überhaupt der eigenen Frau erzählen, wohin er geht, falls er doch zur Demo ginge? Dass er jetzt dafür eintritt, dass es mehr Gerechtigkeit geben soll im Trennungsfall? Das würde ja bedeuten, dass er ihre Möglichkeiten als Frau beschneiden will! Er müsste erstmal glaubwürdig klar machen, dass er das quasi aus Solidaritätsgründen tut und er selbst nicht glaubt, je in eine solche Verlegenheit zu kommen. Nein, nein, sie lieben sich doch. Sich für so etwas engagieren wäre ja die Unterstellung, dass er davon ausginge, die Liebste würde sich in eine Furie verwandeln, wenn …

Und im Scheidungsfall ihrer besten Freundin ist es ja auch gerechtfertigt, dass er blutet. Hat er sie doch betrogen, das Schwein, wie sie immer sagt. Wo hingegen sie immer ihren netten Kollegen Meyer bemitleidet, dem seine Ex ja so übel mitspielt. Und so eine wird sie ja nicht werden, falls … dafür kennt man sich doch viel zu gut.

Überhaupt, „Männerbewegung“ … das klingt schon schw … ähhh … verweichlicht. Männer, die im Rudel Schutz suchen müssen und fordern, dass etwas für sie geändert wird. Männer, die es alleine nicht gebacken bekommen. Die die Härten des Lebens nicht ohne Beistand aushalten können.

Und „Maskulinisten“? Das sind doch die verschrobenen Leute in komischen Klamotten, meist auch etwas Nazi (sagen jedenfalls die Zeitungen) und oft auch ohne Frau – warum wohl?


 

Und so stellen sich Männer selbst ein Bein. Der dem Mann innewohnende Wettbewerbsgedanke hindert sie daran, sich zu solidarisieren. Jeder ist sich selbst der nächste, Betroffene kämpfen alleine vor den Gerichten. Jeder sieht zu, dass er selbst gut über die Runden kommt, sollen die anderen schauen, wo sie bleiben. Nur der Fitteste gewinnt.

Es den Frauen gleich zu tun, die protestierten, macht die Männerbewegung unausgesprochen zu einer weibischen Kopie. So etwas tun Männer nicht. So einen Mann will Frau auch nicht. Das paßt alles nicht ins Bild.

Warum sollten also Politiker und Parteien sich für Männer engagieren, die sich mit der Situation abfinden und gar nicht aufbegehren? Offensichtlich ist es dann nicht wahlentscheidend, wie Parteien zu den Anliegen von Männern stehen. Dagegen könnte es als frauenfeindlich und rückwärtsgewandt gesehen werden, wenn sie es trotzdem tun. Und das kostet garantiert weibliche Wählerstimmen.

Männer, wir werden nicht weiterkommen, wenn wir uns nicht zuerst aus unseren Gedankenfallen befreien. Und dann geht es darum, vehement einzufordern, was der Geschlechtergerechtigkeit auch aus Sicht der Männer zuwiderläuft.

 

 

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9 Kommentare zu „Warum die „Männerbewegung“ nichts erreicht“

  1. Das ist ein schoener „Red Pill“ Moment fuer die Maennerbewegten 😉 Doch der Schluss-Absatz ist genau so utopistisch wie der Film The Matrix. Als ‚red piller‘ muss man irgendwann auch die 2. red pill schlucken, wenn man feststellt, dass man nur fuer sich selbst was tun kann, und vielleicht den ein oder anderen aufwecken kann. Die Matrix zerstoert sich selbst (1,4 Kinder pro Frau) und man kann nicht viel anderes tun als das abzuwarten.

  2. Ich für meinen Teil möchte das nicht wirklich wahrhaben, denn Männer konnten sich vor 150 Jahren auch zu Gewerkschaften zusammen schließen – ja mit anderen Zielen, aber es gibt auch Parallelen.
    Die Femis müssen nur genau so weitermachen, dann wird auch der letzte die Notwendigkeit irgendwann erkennen. Rein vom Eindruck sind „unsere“ Stimmen doch jetzt schon in Überzahl, fehlt nur noch die Konsequenz im Wahlverhalten…

    1. Der Arbeitskampf richtete sich aber gegen andere Männer in den Chefetagen von Unternehmen. Die Männerbewegung will sich gegen die Gesamtheit des „schwächeren Geschlechts“ verteidigen. So was tut ein Kavalier doch nicht …

      1. Im Prinzip richtet sich diese Bewegung auch gegen Männer, nämlich gegen die Männer, die den Staatsfeminismus , ideell, finanziell und politisch unterstützen. Weiterhin denke ich, dass irgendwann eine Schmerzgrenze erreicht sein wird, die zusammen mit dem wachsenden Bewußtsein dafür, dass vor allem der Staatsfeminismus schädliche Auswirkungen hat, dafür sorgen wird, dass sich Männer und auch Frauen(!) gegen den staatlich verordneten Feminismus zusammenschließen werden. Ich hoffe nur, dass diese Bewegung nicht ausschließlich Reaktion ist auf die Zustände, denn es gibt auch arbeitende Frauen, mit denen man auskommen kann. Meiner Ansicht nach sind das vor allem Frauen, die mit einer zuckersüß-Tour nicht durchkommen, die kein sonderliches Interesse an einem männlichen Sexualpartner (mehr) haben und die ein besseres Gefühl für einen würdevollen Umgang mit Männern haben, selbst oder besser – auch und gerade – wenn sie in leitenden Positionen sind.

  3. Ich finde den Artikel nicht schlecht, mir ist aber die In-Group Out-Group Preference von Männern für Frauen nicht klar genug gemacht:
    Männer als Gruppe bevorzugen die Gruppe der Frauen gegenüber der eigenen, weshalb sich Männer gar nicht erst als Gruppe sehen, deren Interessen sie vertreten könnten/müssten.

    Ich wünschte nur dafür gäbe es klarere Studien, abseits vom eigenen Erleben.

  4. „Und dann geht es darum, vehement einzufordern, was der Geschlechtergerechtigkeit auch aus Sicht der Männer zuwiderläuft.“

    Was läuft eigentlich allen Männern zuwider? Haben sich die Männer jemals diese Frage gestellt?

    Ich würde hier eine Frau zitieren, Doris Lessing: «Elektrische Haushaltgeräte haben der Sache der Frau mehr genützt als Ideologien.»

    Frauen haben also im Zuge der von Männer vorangebrachten technischen Revolution von der dadurch ausgelösten Produktivitätssteigerung profitiert: Sie gewannen Zeit. Denn die Haushaltsarbeiten, die im Aufgabenbereich der Frauen fielen, wurden damit weniger zeitintensiv.

    Die Männer hingegen mussten trotz Produktivitätssteigerung weiterhin die gleiche Zeit arbeiten. Nur in den 50-60er Jahre gab es für eine kurze Zeit eine Bewegung für mehr Zeit: „Samstags gehört Papa mir!“ führte dann zum arbeitsfreien Samstag. Die Gesetzgebung kennt aber nach wie vor keine 5-Tages-Arbeitswoche sondern nur die 6-Tages-Woche. Mehr noch: Erneut gibt es Bestrebungen, die Wochenarbeitszeit zu erhöhen.

    Den Männern scheint es nicht klar zu sein, dass sie die großen Verlierer ihres eigenen Erfolges sind: Die von Männer vorangebrachte Produktivitätssteigerung hat nicht dazu geführt, dass sie mehr freie Zeit während ihrer arbeitsaktiven Lebensphase haben. Es gibt auch kaum Männer, die so etwas verlangen. Männer, die so etwas verlangen, werden üblicherweise als Faulpelze betrachtet. Es ist doch klar: Wer immer im Hamsterrad treten musste, sehnt sich danach.

    Andreas Popp, in seinem Artikel „Demokratie als Religion“ bringt es auf den Punkt, wie diese Konditionierung des Mannes von den Herrschenden ausgenutzt wird:

    „Diesem öffentlichen Bereich der Demokratie stand nun der private Bereich der Untertanen gegenüber, die man mit dem Begriff „Idios“ belegte. Im Zuge der Idealisierung der „demokratischen Elite“ leitete sich vermutlich dabei das heutige deutsche Wort „Idioten“ ab, womit man die arbeitende Schicht meinte, die für die „Führungs-Deme“ im Rahmen des Jobs und der Hausarbeit zu schuften hatte und denen man dadurch keine Zeit und Muße lies, diese Ungerechtigkeit zu hinterfragen.“

    Der Mann an sich hat also kaum Zeit über die Ungerechtigkeiten die ihm widerfahren nachzudenken. Weil ihm diese Zeit durch Arbeit – oft unnötige Arbeit, z. B. durch die geplante Obsoleszenz – gestohlen wird. Die Vordenker der „Männerbewegung“ scheinen dies auch nicht zu thematisieren.

    Das Blöde dabei: Die neu gewonnene Zeit kam nicht nur der einfachen Hausfrau, sondern auch den Feminismus-Vordenkerinnen zugute. Hier sind die Männer gewaltig zum Opfer ihres eigenen Erfolges geworden: Denn die Feministinnen hatten keine Veranlassung gesehen, für die Männer ein leichteres, besseres Leben zu fordern. Sie wollen sie weiter im Hamsterrad halten, damit sie – die Feministinnen – mehr Zeit haben. (Manche haben sogar aktiv dafür gesorgt, dass Männer sterben, siehe Pankhurst und dem „Orden von der weißen Feder“)

    Keiner will diese fundamentalen Zusammenhänge thematisieren. Denn keiner will das Hamsterrad verlassen.

  5. Zunächst ist es so, dass die Männer erwachsen sind wenn sie heiraten oder sich an eine Frau binden oder Kinder zeugen. Die Risiken sind seit über 50 Jahren bekannt und es gab und gibt Gegenmittel deren Einsatz den Männern problemlos möglich ist. Stichworte: Ehevertrag, Kondome, Spermizide Zäpfchen.
    Darüber hinaus kann es hilfreich sein den großen Rahmen zu sehen:
    Unsere Gesellschaft ist wie sie ist, weil sie extrem viel billige Energie zur Verfügung hat. Das war in der meisten Zeit der Menschheitsgeschichte nicht so, und das wird auch bald nicht mehr so sein. Die Frauenrechte und die Rolle der Frauen sind die Verfügbarkeit großer Mengen billiger Energie und an die Stabilität des inneren und äusseren Friedens gekoppelt. Frieden und Stabilität erfordern aber auch das billige Energie im Überfluss vorhanden ist, weil sonst Raub, Vergewaltigung, Mord und Krieg wieder zu einer der besten und wichtigsten Energiequellen neben der Landwirtschaft werden, so wie es fast immer in der Geschichte war. Diese Grundlagen des Friedens und der Frauenrechte werden jedenfalls in den nächsten Jahren alle sehr weitgehend verschwinden:
    Einige Links zu diesen Hintergründen:
    https://www.freizahn.de/2018/02/der-aufziehende-sturm-am-oelhimmel/
    https://www.freizahn.de/2018/04/brutale-fakten-zu-energiewende-und-klimaschutz/
    https://www.freizahn.de/2014/11/kollaps-komplexer-gesellschaften-interview-joesph-tainter/
    Gerade die Frauenrechte und die Geleichstellung der (den Männern nicht gleichwertigen!) Frauen stellen übrigens erhebliche Komplexitätskosten dar und werden zum Kollaps beitragen. Siehe auch https://www.freizahn.de/2014/11/femokalypse/ und den Niedergang der frauengeführten Bundeswehr , https://www.freizahn.de/2017/05/einige-probleme-der-bundeswehr/ der zusammen mit dem von unserer weiblichen Regierung geförderten Massenimport junger Männer aus patriarchalischen Kulturen schon die Geschichte verändern wird: https://www.freizahn.de/2018/03/die-armee-des-islam/ und https://www.freizahn.de/2018/02/rette-sich-wer-kann/
    Jedenfalls werden die Zeiten sich vielleicht schon sehr bald sehr krass ändern:
    https://www.freizahn.de/2018/01/us-militaerwerbung-brd-verliert-fast-50-millionen-einwohner-bis-2025/
    und dann werden die Frauen notgedrungen auf ihre „Rechte“ und „die westlichen Werte“ verzichten, deren Grundlangen im Verschwinden begriffen sind:
    https://www.freizahn.de/2016/03/die-grundlagen-der-westlichen-werte/
    und am Ende kommt ein dunkles Zeitalter:
    https://www.freizahn.de/2017/02/in-der-folge-der-industriellen-zivilisation/
    und gerade auch die Frauen lernen das Gewalt die Gold wert ist, wie Jack Donovan meines Eachtens richtig erklärt hat:
    https://www.freizahn.de/2015/04/gewalt-ist-gold-wert/

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