Patriarchat debattiert (III)

Meine Replik auf Jonas‘ jüngste Erwiderung.

Zur Entstehung patriarchaler Herrschaft

»Diesen Übergang von der patriarchalen Gesellschaft der Jungsteinzeit zur patrimonialen Gesellschaft der Antike (bis Moderne) ist verständlich; doch schließt das eine das andere nicht aus.«

Ja, und Du liegst m. E. auch richtig mit Deiner Einschätzung, dass Weber das nicht ausschließt.

»Diese weitergehende Ordnung wurde vielleicht nicht direkt aus der Geschlechterordnung abgeleitet, aber eben aus der Familienordnung.«

Als generelle These wäre das zulässig, wenn diese Familienordnung originär »patriarchal« wäre, also niemals eine andere Form hätte bestehen können. Dann ließe sich ein unilaterales Bedingungsverhältnis annehmen, aus dem man eine »Ableitung« begründen könnte. Es gibt aber Gegenbeispiele. Das prominenteste Gegenbeispiel ist die Gesellschaft der Irokesen, die als Zeitgenossin der amerikanischen Kolonien und der frühen USA ethnologisch gut dokumentiert ist und auf die sich auch der Feminismus zu Recht als ein Gegenbeispiel zu einer These von der Universalität patriarchaler Formen beruft. Bei den Irokesen haben wir (kurzgefasst) matrilineare Deszendenz und Matrilokalität, die Frauen gelten als Hüter des Landes, wobei sie altershierarchisch von den Klanmüttern repräsentiert werden, welche auch maßgeblichen Einfluss auf die Bestimmung des männlichen Klanoberhaupts nehmen. Das hindert diese Gesellschaften andererseits nicht daran, gefürchtete Krieger und eine komplexe politische Superstruktur in Form einer Konföderation hervorzubringen. Eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung ist dennoch vorhanden (nicht nur im ökonomischen, sondern im allgemeinen soziologischen – durkheimschen – Sinne als »Teilung der gesellschaftlichen Arbeit«). Lévi-Strauss zählt die Irokesen als Beispiel für die »dualen Systeme« auf:

»Dieser Terminus bezeichnet ein System, in dem die Mitglieder der Gemeinschaft – Stamm oder Dorf – in zwei Sektionen geteilt sind; diese unterhalten komplexe Beziehungen zueinander … . Häufig sind diese Hälften exogam … . Die Deszendenz ist meist matrilinear«. (Lévi-Strauss 1993, S. 128)

Das führt nun auf Deine Erläuterung:

»Es gibt hier eine über die Familie hinausgehende gesellschaftliche Ordnung, die regelt, wer rechtmäßiger Erbe, Vertreter, Vormund etc. ist und damit im direkten Zusammenhang stehend gibt es allgemeine Ehe- und Verhaltensregeln. Und da nun all diese gesellschaftlichen Regeln (typischerweise) patriarchal – im Sinne: durch den Patriarchalismus der Familien bestimmt – sind, ist diese Gesellschaft dementsprechend patriarchal.«

Wenn also dieser »Patriarchalismus der Familien« weder universell noch originär, aber in späteren Epochen dennoch weit verbreitet ist, dann dürfen wir ihn nicht ohne weiteres als unabhängige Variable betrachten, aus der sich die Struktur der Gesellschaft ableiten ließe. Sondern man kann bzw. muss andersherum nach Einflußgrößen fragen, aufgrund welcher nicht-patriarchale Familienordnungen im Zuge einer kulturellen Evolution tendenziell »ausgefiltert« wurden. Hier kann man die altägyptischen und altmesopotamischen Gesellschaften in einen aufschlussreichen Kontrast setzen: beide sind »hydraulische Kulturen« mit Bewässerungswirtschaft auf Schwemmland in vergleichbarem Klimat. Für die jeweilige Frühzeit wird für beide Gesellschaften ein ausgeglichenes Verhältnis der Geschlechter angenommen (siehe Schulze für Ägypten, Selz für Mesopotamien). In Ägypten bleiben diese Strukturen, wie es scheint, bis in die Zeit Herodots erhalten, in Mesopotamien schleifen sie sich ab. Selz schreibt dazu:

»Jedenfalls ist zu bezweifeln, dass das Konzept der männlichen Erbfolge von Anfang an dominierend gewesen ist. Das Bild einer patriarchalischen Gesellschaft im Alten Orient müssen wir für die hier behandelte Epoche mit vielen Fragezeichen versehen. (…) Die durchaus wahrnehmbare Dominanz des Mannes im öffentlichen Raum dürfte mit der zunehmenden Bedeutung der Kriegs- und Arbeitsmilizen zusammenhängen.« (Selz 2016, S. 111 f.)

Nun besteht ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen dem Alten Ägypten und dem alten Mesopotamien in der geopolitischen Struktur. Ägypten ist im Niltal praktisch »eindimensional« angeordnet, im Osten und Westen liegt (von wenigen Oasen abgesehen) unbewohnte und unbegehbare Wüste, und dem pharaonischen Staat entstehen nach der ursprünglichen »Vereinigung der beiden Länder« für sehr lange Zeit keine bedrohlichen Konkurrenten, die großen Erschütterungen am Ende des Alten Reiches sind einer hausgemachten Sozialrevolte geschuldet. Erst mit der Aufstieg Ägyptens zur Großmacht im Mittleren Reich ändert sich das allmählich. Mesopotamien ist demgegenüber in alle Himmelsrichtungen offen und entwickelt eine polyzentrische Struktur von Stadtstaaten, die untereinander in militärisch ausgetragener Rivalität stehen und aus dem iranischen Hochland von »Barbaren« bedroht werden, Ansätze zur Reichsbildung sind im Vergleich mit Ägypten kurzlebig. Es ist der mesopotamische Raum, in dem sich die Ausbildung einer patrimonialen Herrschaft am deutlichsten beobachten lässt, als sich auf eigene Machtmittel gestützte Kriegsherren allmählich aus der um die Tempel zentrierten, auf religiösem Charisma gegründeten Herrschaft lösen, was sich auch in einer Neufassung des Gilgamesch-Epos ausdrückt: in den älteren Versionen erhält der Held die entscheidenden Ratschläge zum Sinn des Lebens von Siduri, einer »Schankwirtin«, in der späteren Fassung von Utnapischtim, dem »sumerischen Noah«. Diese Neufassung wird explizit als politischer Akt gewertet, mit dem die patrimonialen Herren die alte religiöse Macht der Tempel zurückweisen, in der männlich-weibliche Dualitäten wie in Ägypten noch eine größere Rolle spielten (Schaudig in Crüsemann et al. 2013, S. 132 ff., s. a. Sallaberger 2013, S. 77 ff.).

Das bedeutet dann im Sinne Deiner Illustration, dass die Geschichte eher nach dem Prinzip abgelaufen ist: »Sorry Mädels, wir Kriegsherren sind jetzt im Dauerstress, euer Gequatsche ist für uns nicht zielführend, ab sofort gibt’s hier für Frauen keine Kekse mehr!«, und zwar zeitlich unterschiedlich stark verzögert, je nach dem Gewicht von der Familienordnung externer Faktoren. Das führt auf die umgekehrte These: der Patriarchalismus der Familien ist durch den Patrimonialismus der Gesellschaft bestimmt. Das modifiziert auch Webers Implikation einer Stufenfolge von patriarchaler und patrimonialer Herrschaft dahingehend, dass der Patrimonialismus aus einer Form charismatischer Herrschaft entsteht, die ihrerseits mit nicht-patriarchalischen Familienordnungen zumindest kompatibel ist. Diese These vom »charismatischen Staat« ist ausführlich von Stefan Breuer (1990, 2014) begründet worden, der hier gleichsam Weber mit Weber modifiziert. Ohne deswegen in feministische Theorien vom »Matriarchat« zu verfallen, spricht vieles dafür, dass die Familienordnungen der Frühzeit in beiden Regionen (Ägypten und Mesopotamien) noch viel stärker »geschlechtersymmetrisch« gewesen sind.

»Es ist keine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, sondern eine geschlechtsspezifische Aufgabenverteilung.«

Das ist mit dem von Émile Durkheim herstammenden Begriff einer »Teilung der gesellschaftlichen Arbeit« auch gemeint, der in der Soziologie zu den Grundbegriffen gehört.

»Das ist das antike griechische Modell, das mir bekannt ist. Soweit ich weiß, lässt es sich auf andere vormoderne Gesellschaften/Familienordnungen übertragen.«

Die Rückübertragung des griechischen Modells führt uns auf eine zusätzliche Komplikation, die bisher noch gar nicht zur Sprache kam, nämlich die gesonderte Rolle der indoeuropäischen Institutionen, die eine eigenständige Genealogie haben (auf einer komplexen Diskussion aufbauend hierzu zuletzt maßgeblich Anthony 2007). Es spricht vieles dafür, dass sich patrilineare Familienordnungen und ein Pantheon mit dominant männlichen Himmelsgöttern bereits früh bei den Proto-Indoeuropäern in der südrussischen Steppenzone entwickelt haben (Jamnaja-Kultur und darauffolgende Andronovo-Kultur mit Expansion nach Osten) – d.h. unter ganz anderen Ausgangsbedingungen als im Vorderen Orient. Hier ist schon früh eine selbständige Kriegerkaste entstanden, die auf Basis des von ihr entwickelten Streitwagens schließlich zu einer militärischen Bedrohung des Nahen Ostens (und Indiens) wurde, aber auch (typologisch den Normannen und Warägern nicht unähnlich) als Söldner angeheuert wurden. Unter noch nicht vollständig aufgeklärten Umständen ist diese indoeuropäische Gesellschaftsform während der Bronzezeit in Europa dominant geworden. Das griechische Beispiel ist in diesem Kontext zu sehen und auf den Alten Orient nicht übertragbar. Im indoeuropäischen Kontext ist es im Rahmen einer auf Pferde- und Viehzucht beruhenden »Produktionsweise der Steppe« allem Anschein nach schon früh (und insbesondere: unabhängig von den neolithischen Agrarkulturen) zu einer ausgeprägten Dominanz der männlich geprägten »Exosphäre« und eines entsprechenden Pantheons gekommen, als mit der Domestikation des Pferdes die »tiefe Steppe« außerhalb der Flußtäler erschließbar wurde.

Zum Verschwinden patriarchaler Herrschaft

»Die traditionelle patriarchale Familie hat für die moderne Autokratie eine Vorbildfunktion.«

Man kann das bereits in der frühen Neuzeit ansetzen: bei der ideologischen Begründung des Absolutismus (hier hatte ich schon Jean Bodin genannt). Für mich ist das entscheidende Argument jedoch wiederum: auch der Absolutismus mit seiner »patriarchalischen« Legitimation ist »extern induziert«, insofern er eine Reaktionsbildung auf die religiösen Bürgerkriege im Anschluss an die Reformation darstellt: vor allem die Hugenottenkriege in Frankreich und der religiös unterlegte Unabhängigkeitskampf der Niederlande, erst später dann der englische Bürgerkrieg. In der feministischen Literatur wird das regelmäßig so dargestellt, als wären die Männer mit nichts anderem beschäftigt gewesen als sich der Herrschaft über ihre Weiber zu versichern, und alle übrige Geschichte sei mehr oder weniger davon abgeleitet (Carol Patemans »The Sexual Contract« ist für einen solchen Unfug weithin gelobt worden – kritische Ausnahme: Nancy Fraser). Dass der Absolutismus eine patriarchale Symbolik zur Legitimation heranzieht, erlaubt nicht die Schussfolgerung, er sei aus einer patriarchalen (Familien-) Ordnung »hervorgegangen«. Noch stärker gilt dies für den modernen Totalitarismus. Aus der Tatsache des Gebrauchs dieser Symbolik lässt sich kein Ableitungsverhältnis zur historischen Erklärung der betreffenden Herrschaftsform ableiten. Weder Absolutismus noch Totalitarismus sind aus patriarchalen Strukturen hervorgegangen, sondern aus dem Versuch, auf jeweilige soziale Erschütterungen zu reagieren. Ich würde auch in Frage stellen, dass die nationalsozialistische Kombination von Mutterkult und männlichem Opferideal als »patriarchal« zu betrachten ist, insofern der Staat hier (worauf auch Lucas Schoppe in mehreren Blogposts hingewiesen hat) den traditionellen Vater eigentlich abschafft und sich selbst an dessen Stelle setzt. Das »patriarchal« zu nennen, schleift in meinen Augen den Begriff bis zur Beliebigkeit ab.

»Da sowohl die germanische Stammesgesellschaft (Thing) als auch die Industriegesellschaft vor der „Emanzipation“ (Vorstandssitzung) das gemeinsame Merkmal patriarchaler Ordnung hatten; wenn auch mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt, ist dieser Vergleich zulässig.«

Nun ja, vergleichen darf man vieles, auch das Ungleiche, nur das Gleiche zur vergleichen ist wenig ergiebig. Aber m. E. trügt das Urteil: um beiden Phänomenen »das gemeinsame Merkmal patriarchaler Ordnung« zuzuschreiben, werden zu viele Unterschiede planiert. Beim Thema des Vorstandes sind wir ja mitten in der aktuellen Quotendiskussion: mit welchem Recht nehmen wir an, es sei ein Effekt einer patriarchalen Ordnung, wenn Frauen in Firmenvorständen unterrepräsentiert sind? Außerhalb der feministischen Filterblase läuft die Erklärung darauf hinaus, dass dem unterschiedliche Präferenzordnungen bei Männern und Frauen zugrunde liegen – die »Ochsentour«, die am Ende dorthin führt, wollen sich Frauen viel weniger als Männer überhaupt zumuten. Das heißt, von der Diagnose »Patriarchat« müssen wir alles abziehen, das sich auch evolutionspsychologisch (oder im engeren Sinne ökonomisch) begründen lässt, denn je wahlfreier die Gesellschaft wird, desto mehr können solche Einflüsse wieder zum Tragen kommen, und Frauen, die am Wohlstand und Status des Vorstandsmitglieds partizipieren, müssen nicht selbst Vorstand werden. Der Thing wiederum gehört zur indoeuropäischen Tradition, ist also auch nicht universell – das funktionale Äquivalent bei den Irokesen hat die Frauen einbezogen.

»Natürlich hat ein modernes kapitalistisches Unternehmen nur noch ansatzweise Ähnlichkeit mit einer traditionellen Hausgemeinschaft; aber es ist eben historisch genau daraus entstanden.«

Inwiefern ist er »daraus entstanden«? Das klingt wieder nach Deinem oben unterstellten Ableitungsverhältnis. Meinem Eindruck nach legst Du insgesamt ein unzureichend durchdachtes Kausalmodell zugrunde, bei der ständig eine patriarchale Geschlechterkonstellation die Rolle der letzten unabhängigen Variable einnimmt – was dann mit der feministischen Argumentation tatsächlich identisch wäre.

»Und es wäre naiv, anzunehmen, dass die patriarchale Aufgabenverteilung (siehe oben) nichts mit der heutigen Geschlechterrollenverteilung zu tun hat.«

Ich mache aber einen grundsätzlichen Unterschied zwischen einer primären und einer patriarchal geprägten geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung. In Bezug auf die heutige Geschlechtsrollenverteilung geht es ja gerade darum, inwieweit sie eben nicht mehr aus patriarchalem Zwang, sondern aus differentiellen Präferenzordnungen hervorgeht. Da reicht es nicht aus, einen allgemeinen Vorwurf der Naivität zu erheben, weil der postwendend zurückgesendet werden kann.

»Wenn ich nun vom Patriarchat oder Patriarchalismus rede, rede ich nicht von einem Patriarchat als Gesamtsystem (im Sinne: „Unsere Gesellschaft ist ein Patriarchat“) und auch nicht von einer Geschlechterordnung, die zwischen dem Mann und der Frau an sich besteht, sondern von einem Merkmal der traditionellen Familienordnung, das sich mal mehr und mal weniger auf die gesamte Gesellschaft auswirkt.«

Mein Hauptkritikpunkt daran ist wiederum, dass Du meinem Eindruck nach nicht danach fragst, wie sich umgekehrt die »gesamte Gesellschaft« auf die Familienordnung auswirkt. Ohne externen Druck wird aus Graphit kein Diamant, ohne externen Druck wird aus einer geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung kein Patriarchat.

»Über die Legitimität oder moralische Bewertung einer patriarchalen Ordnung mache ich übrigens gar keine Aussage.«

Das wollte ich Dir auch nicht vorgeworfen haben.

»Seit wann sind intime Verhältnisse zwischen den Geschlechtern grundsätzlich auf Gleichrangigkeit ausgelegt? Sind Liebesbeziehungen nicht regelmäßig durch Hierarchie geprägt?«

Meiner Meinung nach sind sie immer schon auf Gleichrangigkeit ausgelegt, weil das in der Art der menschlichen Kommunikation inbegriffen ist (wechselseitige Standpunktübernahme). Dass in Liebesbeziehungen Hierarchien entstehen können (ob regelmäßig, sei dahingestellt), sehe ich auch so, aber diese Hierarchien können je nach den beteiligten Persönlichkeiten den Mann oder die Frau nach oben stellen. Auf dieser Ebene gibt es m. E. keine Prädisposition für den Mann, weil jeder Mann psychologisch aus einer Abhängigkeitsbeziehung zu seiner Mutter hervorgeht und es nicht fest vorherbestimmt ist, wie weit seine Individuation in dieser Hinsicht geht.

»Meinst du, dass, wenn es eine intime Beziehung zwischen Mann und Frau gibt, auch automatisch eine Gleichrangigkeit hergestellt wird und es eine patriarchale Hierarchie in der Familie daher eigentlich nicht geben kann?«

Ich meine, dass, sofern auf der Ebene der intimen Beziehungen eine Hierarchie entsteht, nicht prädisponiert ist, ob es eine patriarchale oder eine matriarchale Hierarchie wird.

Literatur:

  • Anthony, David W. (2007), The Horse, The Wheel, And Language. How Bronze-Age Riders From The Eurasian Steppes Shaped The Modern World. Princeton – Oxford: Princeton University Press
  • Breuer, Stefan (1990), Der archaische Staat. Zur Soziologie charismatischer Herrschaft. Berlin: Dietrich Reimer
  • Breuer, Stefan (2014), Der charismatische Staat. Ursprünge und Frühformen staatlicher Herrschaft. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
  • Crüsemann, Nicola et al. (Hrsg.)(2. Aufl. 2013), URUK – 5000 Jahre Megacity. Petersberg: Michael Imhof Verlag
  • Lévi-Strauss, Claude (1993), Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp
  • Morgan, Lewis Henry (1985), Ancient Society. Foreword by Elisabeth Tooker. Tucson: The University of Arizona Press
  • Sallaberger, Walther (2008, 2. Aufl. 2013), Das Gilgamesch-Epos. Mythos, Werk und Tradition. München: C. H. Beck
  • Schulze, Peter H. (1987), Frauen im Alten Ägypten. Selbständigkeit und Gleichberechtigung im häuslichen und öffentlichen Leben. Bergisch Gladbach: Gustav Lübbe
  • Selz, Gebhard J. (2005, 3. Aufl. 2016), Sumerer und Akkader. Geschichte – Gesellschaft – Kultur. München, : C. H. Beck
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7 Kommentare zu „Patriarchat debattiert (III)“

  1. Es ist eine große Versuchung, aus deinen Essays sozusagen eine „Jugendfassung“ zu gießen, die auch für Menschen mit einem IQ unter 115 verständlich ist. Mal schauen, ob ich die Zeit finde.

    Ansonsten: großes Kino, vielen Dank.

    1. Wenn wir uns zusammentun wäre das doch ein lohnendes Projekt!
      Deiner Bewertung dieses neuen Teils schließe ich mich vollinhaltlich an 😀

    2. @only_me:

      Danke! 🙂 Mal abgesehen von den historischen Details ist der Grundgedanke aber doch einfach: Männer sind traditionell dafür zuständig gewesen, Aufgaben bzw. Probleme an der Außengrenze der Gemeinschaft zu lösen. Nehmen diese Probleme und Aufgaben sprunghaft zu, wachsen Männer in eine Position der Überverantwortlichkeit hinein, d.h. sie müssen diese Aufgaben annehmen, ob sie ihnen gewachsen sind oder nicht (dementsprechend sind nicht alle Lösungen gleich sinnvoll und manche Gesellschaften hoch neurotisch, siehe z. B. die bizarren Opferkulte der Azteken). Generell müssen sich auch die Familienverbände an die Ordnungsanforderungen solch neuer, komplexer Situationen anpassen, und die Männer sind gezwungen, jeden anzubellen, der sich nicht fügt, und schwupps, kommandieren sie ihre Mischpoke auf »patriarchale« Weise herum.

      Der Witz an der Sache: das Ganze geht nicht, wie die Feministinnen behaupten, aus einer immanent fragilen männlichen Psyche hervor, sondern aus Herausforderungen, auf die die Menschheit evolutionspsychologisch nie vorbereitet war (da hat sie nur in mobilen Kleingruppen gelebt), sondern für die sie genuin kulturelle Lösungen entwickeln musste – Umgang mit höheren Stresspegeln aufgrund engen sozialen Zusammenlebens, Verhaltensregulierung in sozial anonymen Großsiedlungen aka »Stadt«, Abwehr der neidischen und gierigen Nachbarn, die auf die Idee verfallen, das Klauen einfacher ist als Arbeiten, und hey, warum nicht, »weil wir das können, hinder‘ uns doch dran, Du Grasfresser!«.

      Und that’s it! Das ganze feministische Geheule (Feministentränen sind mein Gummibärensaft) über »fünftausend Jahre Frauenunterdrückung« beruht schlicht auf einer empirischen Fehlbilanzierung (Weglassen aller Zivilisationsnachteile für Männer, die weiterhin bzw. jetzt erst recht bevorzugt verheizt werden) und einem vulgärpsychologischen analytischen Dilettantismus. Und diesen Zahn muss man den Feministas halt mal ziehen, der eitert schon.

      1. @djadmoros,
        „der Grundgedanke [ist] aber doch einfach“

        Das ist einerseits richt. Andererseits ist er immer noch 10 Mal komplizierter als der Grundgedanke „Männer sind schuld“.
        Daher mein Gedanke, dass man jemanden, der auf Kindergartensoziologenniveau denkt, auch genau dort abholen sollte: Mit Bildchen und kurzen Sätzen.

        Also in einer Form, in der auch – wahlloses Beispiel – Danisch den Sinn von Soziologie verstehen würde. (lacht)

      2. @only_me:

        »Also in einer Form, in der auch – wahlloses Beispiel – Danisch den Sinn von Soziologie verstehen würde. (lacht)«

        Gute Güte, das wäre dann ja Vorschulpädagogik, die muss man studieren! (weint)

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