Das Patriarchat schlägt zurück! – Antwort auf Djadmoros

Antwort auf diesen Blogpost von djad über die Problematik des Patriarchatsbegriffes

Patrimonal und Patriarchal

Diesen Übergang von der patriarchalen Gesellschaft der Jungsteinzeit zur patrimonalen Gesellschaft der Antike (bis Moderne) ist verständlich; doch schließt das eine das andere nicht aus. Der Kern der patrimonalen Gesellschaft ist nicht das Patriarchat (dt. ‚Väterherrschaft‘), wohl aber ein Patriarchalismus (dt: ‚Väterherrschaftlichkeit‘). Ersteres ist im weiteren Sinne eine konkrete Hausgemeinschaft und zweiteres eine allgemeine Struktur. Sie verhalten sich zueinander wie Königreich und Monarchie oder Monarchismus. D.h.: die Gesellschaft besteht immer noch aus patriarchalen Familien und der Herrscher (König etc.) ist ebenfalls ein Patriarch seines eigenen Hauses, nur dass sein Haus eine übergeordnete Stellung in der Gesellschaft einnimmt, er außerdem die Funktion eines Patrimons einnimmt und die Macht der anderen Hausherren damit beschnitten ist. Die Gesellschaft als Ganzes hat dementsprechend also immer noch den Patriarchalismus als Charaktermerkmal mit der jungsteinzeitlichen Gesellschaft gemein. (siehe Grafik unten)

Das, bei diesen [patriarchalen] Typen, völlige Fehlen eines rein persönlichen
(›patrimonialen‹) Verwaltungsstabs des Herren ist dafür bestimmend. Der Herr ist daher von dem Gehorchenwollen der Genossen noch weitgehend abhängig, da er keinen ›Stab‹ hat. Die Genossen sind daher noch ›Genossen‹, und noch nicht: ›Untertanen‹.« (Weber 2014, S. 165)

Dass Weber hier allerdings zu meinen scheint, dass die patrimonale Herrschaft automatisch die patriarchale beendet, erschließt sich mir nicht. Ich meine, dass die patrimonale Herrschaft nur eine Erweiterung darstellt. Hierfür ein kleiner Ausflug ins Altgriechische: monia (von Patrimon, Hegemon) heißt ‚Oberherrschaft‘ und arche (Patriarch) heißt ‚Herrschaft‘. Oberherrschaft ist eine Form der Herrschaft, dementsprechend ist ein Patrimon eine Form des Patriarchen.

(Danke an meinen „Pleitegriechen“ 😉 )

 

Patriarchalismus und Gesellschaft

»patriarchal« können Gemeinschaften erst in dem Moment werden, in dem sie eine explizite Ordnung für die Familienverhältnisse einer Gesellschaft festlegen müssen, weil aufgrund von Sesshaftigkeit und Bevölkerungszunahme ein genereller Ordnungsbedarf für das Zusammenleben entstanden ist, also seit der neolithischen
Revolution.

Soweit richtig.

Aber diese Gesellschaften haben zugleich einen Ordnungsbedarf, der über die Ordnung von Geschlechterbeziehungen hinausgeht und aus diesen nicht abgeleitet werden kann.

Diese weitergehende Ordnung wurde vielleicht nicht direkt aus der Geschlechterordnung abgeleitet, aber eben aus der Familienordnung. Stellen wir uns eine Stammesgesellschaft vor, die in Clans gegliedert ist und nun einen gemeinsamen Rat abhält: legitime Vertreter eines Clans sind hier nicht die Mütter und nicht die Knechte oder Haussklaven, sondern die Hausherren (und vielleicht die Söhne).
Was, wenn nun doch die Mutter zum Rat kommt und zwar nicht weil ihr Mann gerade Schnupfen hat, sondern weil sie eben „die Hosen an hat“? Nach deiner Theorie müssten nun die anderen Männer sagen: „Alles in Ordnung, kann uns ja egal sein, schließlich wird unsere gemeinsame Ordnung ja nicht aus der Geschlechterbeziehung abgeleitet. Also setz dich, nimm dir’n Keks.“
Und nach meiner Theorie sagen sie: „Nein, geehrte Frau, das geht nicht, nach den Regeln unseres Stammesrates beraten sich hier nur die Clanführer, also die Herren der führenden Häuser“.
Sprich: Es gibt hier eine über die Familie hinausgehende gesellschaftliche Ordnung, die regelt, wer rechtmäßiger Erbe, Vertreter, Vormund etc. ist und damit im direkten Zusammenhang stehend gibt es allgemeine Ehe- und Verhaltensregeln. Und da nun all diese gesellschaftlichen Regeln (typischerweise) patriarchal – im Sinne: durch den Patriarchalismus der Familien bestimmt – sind, ist diese Gesellschaft dementsprechend patriarchal. Wie sollte man diesen eben beschriebenen gesellschaftlichen Charakterzug sonst bezeichnen?

Du sagtest schon auf den sinngemäß gleichen Gedanken:

Nein. Dann ist dies nur eine Gesellschaft mit geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung

Nicht ganz. Es ist keine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, sondern eine geschlechtsspezifische Aufgabenverteilung. Und die Herrschaft (gr. arche) ist eben die Aufgabe des Herren, also des Hausvaters (gr. pater) und die Arbeit in der Hauswirtschaft(!) ist vor allem Aufgabe der Hausangestellten (inklusive Frauen). Und eben eine solche oder ähnliche Aufgabenverteilung heißt ja Patriarchalismus im soziologischen Sinne, nicht mehr und nicht weniger.
Das heißt nun nicht, dass die Hausangestellten keine Macht haben. Macht und Herrschaft sind zu trennen, aber das gehört nicht hierher.
Das ist das antike griechische Modell, das mir bekannt ist. Soweit ich weiß, lässt es sich auf andere vormoderne Gesellschaften/Familienordnungen übertragen. Natürlich mit gewissen Einschränkungen, wie z.B. bei der Grundherrschaft mit den Leibeigenen, die ihre eigenen Hausherren und gleichzeitig Angestellte des (patriarchalen/patrimonalen) Grundherren sind. Außerdem gibt es die Einschränkung, dass die patriarchale Ordnung im christlichen Europa schrittweise zerfällt, bzw. was mir besonders wichtig ist: dass sich in der Neuzeit auf den Staat überträgt (z.B. absolutistischer Staat, in dem alle männlichen Untertanen, als ‚Hausangestellte‘ des Königs zu betrachten sind). Siehe das Modell unten, das skizziert, wie die Gesellschaft ihren patriarchalen Charakter zugunsten anderer Ordnungsmuster verliert, die Menschen also mehr und mehr zu Untertanen oder Bürgern des Staates werden und keine hauseigene Herrschaft mehr ausüben (können) und das gesellschaftliche Privileg, ein Hausherr zu sein an Bedeutung verliert.

patriarchalismus
Ein mögliches Modell über den schrittweisen Rückgang des Patriarchalismus in der europäischen Zivilisation. Die Kurve hat natürlich einen relativ willkürlichen Verlauf. Als wichtigsten Wendepunkt würde ich die Industrialisierung sehen, da sich hier die hauseigene Wirtschaft zugunsten von Kaptialgesellschaften auflöst und die Proletarisierung einsetzt.

Es ist sicher verfehlt, auch bei unserer Gesellschaft noch von einer „patriarchalen“ zu reden (ich würde dies seit spätestens 1918 nicht mehr tun), denn dieses Merkmal ist heute zu schwach. Doch auch wenn die patriarchale Ordnung heute nicht mehr in gesetzlicher Form vorzufinden ist, meine ich, dass sie (wenn man ein Mikroskop nimmt) noch in Europa anzutreffen ist und zwar nicht nur z.B. bei kleinen patriarchal geführten türkischen Familienbetrieben, sondern auch in Traditionen wie der Weitergabe des männlichen Stammnamens (gibt’s das in Deutschland noch?), in diversen Subkulturen oder den Resten der geschlechtlichen bürgerlichen Rollenverteilung; wobei mir unklar ist, inwiefern diese noch durch Erziehung beeinflusst ist oder nur biologisch bedingt ist (durch die naturhaft engere Bindung der Frau an die Kinder und den naturhaft größeren Drang des Mannes „nach draußen“ und den Trieb, Frauen zu protegieren). Letztendlich geht sowieso beides, Natur und Kultur, ineinander über.

Im Nationalsozialismus ist – wie auch im radikalen Islamismus – der Rückgriff auf die Tradition ein ideologisches Feigenblatt, unter dem sich der Übergang zu modernen Sozialformen versteckt. Mit patriarchaler Herrschaft hat das jenseits des Vokabulars nichts mehr zu tun, es geht um das Finden von Legitimationsgründen für die totalitäre Herrschaft über eine moderne, industrielle Massengesellschaft

Ja das stimmt, deswegen meinte ich ja auch, dass der Führerstaat und der Nationalismus der „traditionellen Vorstellung eines Staates als Haushalt, der einen männlichen Hausvater hat“ folgt, bzw. davon beseelt ist; aber nicht, dass er es selbst ist. Die traditionelle patriarchale Familie hat für die moderne Autokratie eine Vorbildfunktion. Das kann man als propagandistisches „Feigenblatt“ bezeichnen, muss man aber nicht. Deswegen erwähnte ich in diesem Zusammenhang auch die Kirche. Denn sie ist nach einem ähnlichen Muster strukturiert. Das heißt, das Patriarchat der Familie wird hier wie dort auf eine pseudo-familiäre Ordnung projiziert und nimmt im Falle des modernen Nationalstaats sogar manchmal seine Struktur an. (z.B. das moderne Patriarchat der nordkoreanischen Staatsführung)

Und Thing und Vorstandssitzung in demselben Satz zu nennen, halte ich für unzulässig, gerade weil es den historischen, institutionellen Entwicklungs-unterschied zwischen Thing und Vorstand plattmacht. Thing und Vorstandssitzung finden nicht in demselben Typ von Gesellschaft statt, und sie über die Charakterisierung als Männergremium gleichzusetzen, ist exakt der feministische Taschenspielertrick, der keine anderen Kriterien als dieses gelten lassen will.

Da sowohl die germanische Stammesgesellschaft (Thing) als auch die Industriegesellschaft vor der „Emanzipation“ (Vorstandssitzung) das gemeinsame Merkmal patriarchaler Ordnung hatten; wenn auch mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt, ist dieser Vergleich zulässig. Natürlich hat ein modernes kapitalistisches Unternehmen nur noch ansatzweise Ähnlichkeit mit einer traditionellen Hausgemeinschaft; aber es ist eben historisch genau daraus entstanden. Und es wäre naiv, anzunehmen, dass die patriarchale Aufgabenverteilung (siehe oben) nichts mit der heutigen Geschlechterrollenverteilung zu tun hat. Das verleitet Feministen dazu, Vorstandssitzungen als „Männerrunden“ abzukanzeln und über strukturelle Frauendiskriminierung zu sinnieren, weil es eben der herkömmlichen patriarchalen Wirtschaftsordnung ähnlich ist.

Die Entstehung der modernen Gesellschaft ist natürlich ein Prozess, in dem sich die Überreste des Ancien Régimes schrittweise und nicht ohne Rückschläge und restaurative Phasen auflösen. Aber nach der Französischen Revolution sind das nur noch zum Untergang verurteilte, ephemere Oberflächenstrukturen.

Dafür waren aber diese „ephemeren Oberflächenstrukturen“ nach 1789 aber noch erstaunliche ca. 150 Jahre haltbar. Und das in einer sich rasant verändernden Gesellschaft. Abgesehen davon ging es ja hier auch um die Zeit weit vor 1789. Außerdem siehe oben (Projektion des Patriarchats auf den modernen Staat). Abgesehen davon glaube ich nicht, dass der Patriarchalismus zum Untergang verurteilt ist.

Die Formulierung von der »dementsprechenden Prägung der Gesellschaft« ist genau die perspektivische Verzerrung, die uns der feministische Patriarchatsbegriff eingehandelt hat und die ich kritisiere. Dieses »gemeinsame Charaktermerkmal« ist eine optische Täuschung, weil es die gesamte sonstige historische Entwicklung, die sich währenddessen vollzieht, aus dem Blickfeld rückt.

Man vergleicht einfach nur unterschiedliche Gesellschaften und gibt ihnen ein gemeinsames Merkmal. Stell dir vor, A behauptet: „Krieg hat es immer und in unterschiedlichsten Gesellschaften gegeben und jede Gesellschaft war davon geprägt“ und B antwortet: „Das ist eine Verzerrung, die uns der Pazifismus (oder Militarismus) eingebrockt hat und durch die historische Entwicklungen aus dem Blickfeld geraten.“
Nichts soll hier aus dem Blickfeld geraten. Natürlich hat patriarchale Herrschaft ganz unterschiedliche Formen. Aber der Kern bleibt eben.

 

Patriarchat und Unterdrückung der Frau durch den Mann in der feministischen Ideologie

Damit befinde ich mich im direkten Gegensatz zu den feministischen Theorien, die an dieser Stelle die neuen Herrschaftsformen aus ihrem »Sündenfallmodell« der Männlichkeit hervorgehen lassen.

Ich auch. Aber ich meine, dass es eine Theorie vom Sündenfall und die beschriebene Psychologisierung des bösen Mannes eigentlich nicht braucht und die feministische Ideologie auch locker ohne auskommt (abgesehen davon würde ich einer Psychologisierung, die auf die Herrschaftlichkeit, der eigentlichen Bedeutung von „Herrlichkeit“, der männlichen Natur abzielt, nicht im Wege stehen). Die, wie ich aber meine, weiter verbreitete feministische Sicht ist diese, dass „das Patriarchat“ (was auch immer es gerade ist) halt irgendwann mal entstanden ist (warum, ist egal), nun noch resteweise besteht und „abgeschafft“ werden muss. Sündenfall und Psychologisierung ist nicht der zentrale feministische Denkfehler, sondern nur eine zweifelhafte historische Herleitung des realen Patriarchalismus. Der zentrale Denkfehler ist für mich stattdessen der feministische Begriff, wie du es schon sagst:

In der […] feministischen Perspektive repräsentiert der Mann das Gesamtsystem.

Und genau das wird dann als „Patriarchat“ bezeichnet und „patriarchal“ bezeichnet dann nur männlich geprägte Strukturen oder was Feministen dafür halten.

Der Begriff schränkt den Blickwinkel monoman auf die Wahrnehmung von »Frauenunterdrückung« ein und verstellt zudem den Blick auf die Zivilisationsgeschichte als einer Sukzession von mal mehr, mal weniger konstruktiven und erfolgreichen Lösungsversuchen für das im Neolithikum entstandene soziale Komplexitätsproblem, die am Ende unter anderem auch die Voraussetzungen für die Frauenemanzipationsbewegung selbst hervorbringen.

Und da eben „der Mann“, (vor allem der ganz besonders gefährliche „weiße heterosexuelle“), immernoch wesentliche ökonomische und politische Schlüsselpositionen der Gesellschaft mehrheitlich besetzt, obwohl Regierung und Medien „Geschlechtergleichheit“ ausrufen, muss er aus feministischer Perspektive immer noch als „Stellvertreter der gesellschaftlichen Verhältnisse“ herhalten.

Wenn ich nun vom Patriarchat oder Patriarchalismus rede, rede ich nicht von einem Patriarchat als Gesamtsystem (im Sinne: „Unsere Gesellschaft ist ein Patriarchat“) und auch nicht von einer Geschlechterordnung, die zwischen dem Mann und der Frau an sich besteht, sondern von einem Merkmal der traditionellen Familienordnung, das sich mal mehr und mal weniger auf die gesamte Gesellschaft auswirkt.
Ich rede ferner nicht allgemein von Frauenunterdrückung, sondern von einem familiären oder pseudofamiliären (Kirche, Staat, Unternehmen) Herrschaftsverhältnis oder in sehr abgeschwächter Form von einer Rollenverteilung. Über die Legitimität oder moralische Bewertung einer patriarchalen Ordnung mache ich übrigens gar keine Aussage.

 

Liebe und Gleichrangigkeit

Solche Konstellationen unter Randbedingungen, die »eigentlich« ein
Inbegriff »patriarchaler Verhältnisse« sind, wären prinzipiell undenkbar, wenn die
Kommunikationsbeziehungen intimer Vertrautheit zwischen den Geschlechtern nicht grundsätzlich auf Gleichrangigkeit ausgelegt wären. […] ‚Immer haben die Geschlechter sich verbunden, immer hat es Liebe zwischen Mann und Frau gegeben‘.

Ich weiß leider nicht, was du damit zum Ausdruck bringen willst. Seit wann sind intime Verhältnisse zwischen den Geschlechtern grundsätzlich auf Gleichrangigkeit ausgelegt? Sind Liebesbeziehungen nicht regelmäßig durch Hierarchie geprägt?
Meinst du, dass, wenn es eine intime Beziehung zwischen Mann und Frau gibt, auch automatisch eine Gleichrangigkeit hergestellt wird und es eine patriarchale Hierarchie in der Familie daher eigentlich nicht geben kann?
Vielleicht ist Rang hier der falsche Begriff und du meinst eher Wert. Wert legt aber nicht notwendigerweise den Rang fest. Und Liebe kennt nur subjektiven Wert aber keinen objektiven.

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Autor: Jonas

Student der Geistes- und Sozialwissenschaften mit Fokus Nahost

19 Kommentare zu „Das Patriarchat schlägt zurück! – Antwort auf Djadmoros“

  1. @Jonas:

    Vielen Dank für die ausführliche Replik – finde ich gut, dass wir das Thema hier konstruktiv diskutieren können! Ich antworte wieder in ein paar Tagen via Blogpost.

  2. Ich gebe zu, ich habe keinen von euren Beiträgen gelesen. Vielleicht ist es ja unpassend, kontextlos nur auf diesen Post zu antworten – meine Bemerkung hierzu könnte aber andere Leser dieses Beitrags mehr auf den Punkt bringen.

    Ich erwarte von einem Wissenschafter, dass er ein Problem formuliert,analysiert und möglicherweise löst. Oder er formuliert eine These, gibt Gründe für die These und sichert sie vor Falsifizierung.

    Was ist deine These? Der Patriarchatsbegriff ist ein Konzept, um Gesellschaftsorganisationen zu analysieren? Diese These ist nicht widerlegbar, weil die Bedeutung des Wortes „Patriarchat“ schon seit Tausenden von Jahren besteht und zur Beschreibung von Organisationsformen der Gesellschaft verwendet wurde.

    Oder ist deine These, dass Restbestände von Merkmalen des Patriarchatsbegriffs noch in emanzipierten Gesellschaften vorhanden sind? Auch hier keine Gegenrede.

    Was ist deine These? Feministen, insofern sie diese Restbestände anprangern, dürfen mit vollen Recht den Patriarchatsbegriff verwenden, weil er geeignet ist, diese Restbestände zu identifizieren und dadurch hilft, sie zu beseitigen? Dies impliziert das Werturteil, dass entweder die Herrschaft von Vätern nicht erwünscht ist, soweit die Bedingungen der Produktion und Reproduktion diese Herrschaft unnötig macht oder dass Herrschaft von Vätern grundsätzlich nicht erwünscht ist, auch wenn z.B. durch durch eine Eliminierung sämtlicher patriarchaler Elemente in einer Gesellschaft die Reproduktion und Produktion zusammenbrechen würde. Der letzte Teilsatz ist zum Beispiel ein These, von der einige meinen, dass sie durch die Beobachtung der römischen Geschichte belegbar ist.

    Was ist deine These? Ist deine These, dass überall Macht ist (Herrschaft), somit auch in Liebesbeziehungen und die Eliminierung sämtlicher Restphänomene patriarchaler Herrschaft nicht zum Verschwinden von Herrschaft führt, sondern nur zu ihrer Verlagerung (Frauen beherrschen Männer, Kinder beherrschen Eltern, etc.)? Muss die Organisation von Reproduktion und Produktion, da sie neben dem allgegenwärtigen Herrschaftsmerkmal auch unter Geschlechter- / Generationen- /etc Merkmalen analysierbar ist, entsprechend neu entstehender Geschlechter- / Generationen- /ect – Herrschaftsstrukturen umgestaltet werden? Sind Quoten ein Ausdrück der Herrschaft von Frauen über Männer in der Produktion? Ist die Möglichkeit zur Abtreibung ein Ausdruck der Herrschaft von Frauen über Männer in der Reproduktion?

    Ich vermute (ich habe seinen Text nicht gelesen), dass djadmoros den Patriarchatsbegriff aufgreift, weil er existiert und seine Anwendung einschränken möchte. Du wirst dann wohl die Position einnehmen, nämlich, dass seine Anwendung auf emanzipierte Gesellschaften möglich und notwendig ist und seine Anwendung nicht eingeschränkt werden sollte.

    Ich habe z.B. in diesem Zusammenhang die These, dass die Organisationsform der „Väterherrschaftlichkeit“ oder wie auch immer man eine vorhandene Gesellschaftsorganisiton mit Hilfe des Unterscheidungskriteriums „Geschlecht“ bezeichnen möchte, durch die sexuelle Wahlmacht von Frauen zustande kommt. Sowohl das Entstehen patriarchaler Gesellschaften, als auch ihr Verfall entsteht durch das Auswahlverfahren von Frauen. Diese Macht haben sie durch ihre Fähigkeit zur Reproduktion. Eine absolute Macht der Frauen in diesem Punkt führt notwendig zur Auslöschung der Gesellschaftsorganisation. Eine Einschränkung (Verbot der Abtreibung, Einschränkung der sexuellen Wahlmacht durch Ehe, etc.) führt zu einem Machtzuwachs bei Männern. Es gibt wohl keine Gesellschaften, wo jemals Männer in diesem Punkt mehr Macht hatten, als Frauen. Gegenteilige Beispiele erscheinen nur auf dem ersten Blick als absolute Männerherrschaft.

    Meine These ist also, dass das Verteidigen des Partriarchatsbegriffs, um ihn als Hebel zur Auslöschung aller Restbestände von Merkmalen patriarchaler Ordnung nutzbar zu machen, die Herrschaftsinteressen von Frauen priorisiert. Wenn du die Herrschaftsinteressen von Frauen nicht priorisieren möchtest, dann musst du entweder den Patriarchatsbegriff, wie djadmoros es macht, in seiner Anwendung beschränken oder einen anderen Begriff an seine Stelle setzen. Dies wäre wohl die These, die ich in deinem Text vermisse.

    Natürlich käme für dich der Begriff der „Gleichheit“ anstelle des Patriarchatsbegriffs zur Analyse gesellschaftlicher Strukturen nicht in Frage, weil du oben die These aufgestellt hast, dass es keine Gleichrangigkeit geben kann, weil überall Herrschaft sei. Diese letzte These kann übrigens nur jemand aufstellen, der nicht alle Latten am Zaun hat, wie z.B. Foucault, oder der noch sehr jung ist, was ich hier zu deinem Vorteil annehme.

    1. @quellwerk:

      »Sowohl das Entstehen patriarchaler Gesellschaften, als auch ihr Verfall entsteht durch das Auswahlverfahren von Frauen.«

      Könntest Du kurz skizzieren, wie Du Dir diesen Mechanismus vorstellst, zumindest im Hinblick auf das Entstehen? Meine Gegenthese zu Jonas war nämlich, dass die Entstehung patriarchaler Herrschaft »extern induziert« ist, insofern es im Zuge des Neolithikums zu einer generellen (also nicht an Geschlechterfragen ausgelösten) Zunahme des gesellschaftlichen Regelungs- und Kontrollbedarfs kommt und dies dann sekundär auch auf die Familien- und Geschlechterverhältnisse durchschlägt.

      1. Das ist wohl so. Interessanter, als die global wirkende Ursache ist der Mechanismus der Anpassung der Gesellschaft an die veränderten Bedingungen. Die Richtung der Anpassung wird durch weibliche Wahlmacht selektiert (und nicht durch einen Männerbund. Ein Männerbund setzt die Anpassung effektiv um). Die Richtung der Anpassung hat wiederum einen möglicherweise verstärkenden Rückkopplungseffekt auf die wirkende Ursache. Wir haben hier eine komplexe Interdependenz, wobei die treibende Kraft der (unbewusste) Reproduktionswille bei Männern und Frauen ist. Aktuell sehen wir einen abnehmenden Reproduktionswillen bei Frauen, welche durch ihre Wahlmacht die Organisation der Produktion ändern. Diese Wahlmacht äußert sich u.a. in der abwertende Diskriminierung von Männern und hier besonders alter weisse Männer, welche Organisationsstrukturen konservieren und attraktive öhonomische Ressourcen besetzen. Die Annahme ist, dass der Kompetenzvorteil von Männern durch die Digitalisierung der Arbeitswelt nicht mehr gegeben ist, wodurch sie, zumindest in diesem Teil der Wirtschaft, keinen Nutzen für Frauen haben und mittels Abwertung und durch den Vorwurf von Männerherrschaft zur Abgabe ökonomischer Resourcen gezwungen werden (Quoten). Diese Richtung der Anpassung (durch weibliche Wahlmacht induziert) drückt sich auf allen möglichen Gesellschaftsebenen aus, wie zum Beispiel in der juristischen Behandlung der Reproduktion, die deutlich zum Vorteil von Frauen ist oder in der juristischen Behandlung von kriminellen Handlungen, die auch zum Vorteil von Frauen ausgelegt ist. Der Effekt ist sehr schnell sichtbar, z.B., bei der rasenten Abnahme von männlichen Studierenden, Abnahme der Spermienproduktion, Abnahme von Testoron, Abnahme von Ehen, Trennung der Frauen von Vätern). Ein grober Blick auf diese Enwicklung würde vielleicht in 300 Jahren einen Zusammenhang mit dem Aufkommen von AI, Internet der Dinge, etc. , also mit der technischen Entwicklung herstellen, so ähnlich wie du es mit dem Neolithikum machst. Dies ist ja auch richtig. Was hingegen die Art der Anpassung, also hier die Abwertung des Männlichen zum Zwecke von Organissationsreformen, angeht, ist weibliche Wahlmacht am Werk.

        Ein Feminist muss, wenn er seine Macht sichern will, den Reproduktionswillen der Frauen brechen, damit diese die Männer aus seiner ökomischen Stellung drängen. Da der Reproduktionswille von Frauen stark mit der ökonomischen Stärke eines möglichen Partners korrelliert hat der Feminismus eine 100% sichere Abwärtsspirale erzeugt. Die Sicherung der Reproduktionsrate wird durch Globalismus und Import von Fllüchtlingen realisiet. Diese Entwicklung wird gerade von jungen Frauen unterstützt, die mit ihrer Wahlmacht den (patriarchalen) Flüchtlinkg einer deutschen Kartoffel vorziehen und den intrasexuellen Konkurrenzkamp unter Männern dieser Alterskohorte enorm anfachen – zum Vorteil der Wahlmacht von Frauen.

        Auch die Ehe als Organisation der Reproduktion und sichtbares Symbol für die Organsisation von Gesellschaft wird durch weibliche Wahlmacht verändert. Die Ehe für alle ist die Aussage, dass Kinder mit einer Beziehung zwischen Männern und Frauen nichts zu tun haben, womit der Reproduktionswillen beider Parteien obsolet wird. Die Ehe für alle ist das Ergebnis weiblicher Wahlmacht, nämlich für die Option zur Einstellung der Reproduktion. Daher ist Ehe ist nicht mehr gleichbedeutend mit „Schutz von Kindern“, sondern mit „Altersversicherung“. Der einzige Zweck der Ehe war: Sicherung und Förderung der Reproduktion.

        Insgesamt halte ich den Begriff „sexuelle Wahlmacht von Frauen“ für äußerst fruchtbar, wenn man gesellschaftliche Entwicklungen analysieren möchte, weil er so viele Ebenen umfasst (interpersonelle Verhältnisse, psychologische Elemente, Sexualität, primitives bioglogisches Reproduktionsinteresse, etc.) und meiner Meinung nach enorm wirkungsvoll ist. Wer sich dieser Wirkung bedient (->Linke, Feministen) hat eine scharfe Waffe in der Hand. Ein Satz wie: „Frauen müssen alle Möglichkeiten und Chance wahrnehmen können“ erhält unter dieser Perspektive einen üblen Beigeschmack. Übrigens ist die Macht von Frauen unmittelbar an den Reproduktionswillen von Männern geknüpft. Verlieren die Männer diesen Willen (MGTOW), bricht die Gesellschaft zusammen.

      2. @Quellwerk

        „Insgesamt halte ich den Begriff „sexuelle Wahlmacht von Frauen“ für äußerst fruchtbar, wenn man gesellschaftliche Entwicklungen analysieren möchte“ – dem möchte ich widersprechen.

        Es ist für die Diskussion nicht zielführend, wenn man die „sexuelle Selektion“ 1:1 auf gesellschaftliche Entwicklungen überträgt.
        Ein Alpha-Status unter den bspw. Primaten musste erkämpft werden und er galt so lange, wie es dem Alpha gelang, ihn zu verteidigen – unterlag er einem Konkurrenten, verlor er auch seinen Status.
        Ganz anders in einer menschlichen Gesellschaft, wo Ressourcen und Besitz angeeignet, verteidigt und vor allen Dingen vererbt werden.
        Sich rational rechtlich eine Erbreihenfolge zu überlegen, die auf Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen basiert, ist ausschließlich menschlich.

        Der „Reproduktionswille bei Männern“ realisiert sich unter konkreten gesellschaftlichen Bedingungen und wurde daher mal mehr und mal weniger restriktiv auf gesellschaftliche Zwecke hin konditioniert.
        Ob Hypergamie von Frauen ebenfalls gesellschaftlich konditioniert oder Resultat der Biologie oder beides ist – „Wahlfreiheit“ an sich ist in diesem Lichte nicht das Problem, sondern das weibliche Bestreben, prinzipiell sozial höher und materiell besser gestellte Männer zu auszuwählen.
        Das findet für eine schmale Schicht an Frauen ein natürliches Ende, wenn die Top-Positionen mit 50% Frauen besetzt werden und die 50% der Männer zu einem erklecklichem Anteil bereit sind „sozial nach unten zu heiraten“. Das war nämlich immer schon die andere Seite der Hypergamie – auf jede Frau, die nach oben heiraten *wollte*, musste ein Mann existieren, der dieses Bedürfnis *umsetzte*.
        Sind alle Positionen perfekt quotiert besetzt und alle Partner entstammen der gleichen sozialen Schicht, hofft die Krankenschwester vergeblich auf den Krankenhausarzt.

        „Diese Entwicklung wird gerade von jungen Frauen unterstützt, die mit ihrer Wahlmacht den (patriarchalen) Flüchtlinkg einer deutschen Kartoffel vorziehen“ – halte ich unter den oben genannten Voraussetzungen für schlicht unmöglich.
        Die deutsche Kartoffel bedient die Hypergamie, die Flüchtlingsfalafel tut es nicht.
        Gerade weil sich die „sexuelle Wahlmacht“ auf männlichen Status und Einkommen bezieht, wird eine Männlichkeitsvorstellung, die beides nicht aufweist, aber „patriarchal“ auftritt als wenig vertrauenswürdig angesehen.

      3. @quellwerk:

        »Wir haben hier eine komplexe Interdependenz, wobei die treibende Kraft der (unbewusste) Reproduktionswille bei Männern und Frauen ist.«

        Ich beschränke mich mal auf den frühgeschichtlichen Aspekt: mit »Reproduktionswille« kann ich etwas anfangen – in einer frühgeschichtlichen Religion, in der die Ahnen eine zentrale Rolle spielen, ist das Aussterben einer Sippe das ultimative Versagen gegenüber diesen. Aber was oder nach welchen Kriterien wählen Frauen, und haben sie die Möglichkeit zu wählen, damit patriarchale Herrschaft daraus entsteht? Welche frühgeschichtliche Institution ermöglicht eine unilaterale weibliche Wahl?

        Mir fällt auch spekulativ oder als Arbeitshypothese kein Zusammenhang ein, der das vermitteln könnte. Entweder wird eine Heirat zwischen Sippen nach den jeweiligen Exogamieregeln ausgehandelt, vielleicht mit unterschiedlichen Freiheitsgraden für die beteiligten Individuen, oder es drängen sich strategische Interessen des Verwandtschaftsverbands in den Vordergrund, dann dürfte die Wahlmöglichkeit weder für die Jungen noch für die Mädchen besonders hoch sein, oder es kommt bei fortgeschrittener Urbanisierung (Uruk könnte schon im 3. vorchristlichen Jahrtausend bis zu 100.000 Einwohner gehabt haben) zu Individualisierungstendenzen, aber dann im Rahmen einer entwickelten Rechtsordnung, die auch die Ehe reguliert.

        Für unsere Gegenwart finde ich das Argument als Analyseversuch des Hypergamieparadoxes soweit erstmal nicht unplausibel, aber in historischer Hinsicht fällt mir kein empirisches oder hypothetisches Szenario ein, mit dem sich diese These illustrieren ließe.

      4. Bemerkenswert, dass du diesen Gedanken ernsthaft aufgreifst. Ich werde mich am Wochenende – ergebnisoffen – auf die Suche nach Argumenten machen. Ich habe da schon eine gewisse Literatur im Blick. 🙂

    2. „Feministen, insofern sie diese Restbestände anprangern, dürfen mit vollen Recht den Patriarchatsbegriff verwenden, weil er geeignet ist, diese Restbestände zu identifizieren und dadurch hilft, sie zu beseitigen?“

      Nicht ganz, meine These ist so ähnlich. In Bezug auf diese Restbestände können sie den Begriff verwenden. Das heißt aber nicht, dass sie automatisch im Recht sind, wenn sie diese beseitigen wollen. Denn diese Restbestände stellen für mich kein Unterdrückungsverhältnis dar, so wie ein Patriarchat generell nicht notwenigerweise Ungerechtigkeit, Unterdrückung etc. bedeutet. Herrschaft ist nichts per se böses.

      „Ist deine These, dass überall Macht ist (Herrschaft), somit auch in Liebesbeziehungen und die Eliminierung sämtlicher Restphänomene patriarchaler Herrschaft nicht zum Verschwinden von Herrschaft führt, sondern nur zu ihrer Verlagerung.“

      Erstmal sind Macht und Herrschaft zu trennen. Macht ist (bei Foucault) etwas relativ banales und etwas was wenig mit Herrschaft zu tun hat, nämlich in etwa sowas wie die Möglichkeit zu Handeln. Wo eine Beziehung ist, ist daher eine Machtbeziehung. Und ja, durch den Abbau des Patriarchalismus hat sich die Herrschaft einfach verlagert. Erst auf die Kirche und später vor allem auf den Staat.

      „Meine These ist also, dass das Verteidigen des Partriarchatsbegriffs, um ihn als Hebel zur Auslöschung aller Restbestände von Merkmalen patriarchaler Ordnung nutzbar zu machen, die Herrschaftsinteressen von Frauen priorisiert.“

      ich priorisier damit keine Herrschaftsansprüche von irgendwem sondern, sondern sage einfach nur, dass es den Patriarchalismus halt gibt (in Ansätzen bis heute). In den ersten fünf Absätzen deines eigenen Kommentars bestätigst du das ja. Aber trotzdem hast du dann ein Problem damit, weil das irgendwelche Herrschaftsansprüche priorisiert?

      „weil du oben die These aufgestellt hast, dass es keine Gleichrangigkeit geben kann, weil überall Herrschaft sei. Diese letzte These kann übrigens nur jemand aufstellen, der nicht alle Latten am Zaun hat, wie z.B. Foucault, oder der noch sehr jung ist, was ich hier zu deinem Vorteil annehme.“

      Nirgendwo habe ich behauptet, dass es Gleichrangigkeit nicht gibt. Von Foucault scheinst du nicht viel zu verstehen (siehe oben), genausowenig wie von meinem Alter, also spar dir deine persönlichen Bemerkungen.

      1. djadmoros erwähnt die Vertrautheit und Gleichrangigkeit zwischen Mann und Frau in einer Liebesbeziehung, selbst unter den beispielhaftesten Patriarchaten. Ein Patriarchat könnte zum Beispiel empirisch mit Hilfe des Machtmerkmals identifiziert werden: gibt es juristische Regelungen der Geschlechterbeziehung zugunsten von Männern? Die intime Liebesbeziehung, jenseits juristischer Kodifikation, könnten wiederum einen Hinweis geben, dass die juristische Macht zwar oberflächlich Machtbeziehungen innerhalb von Geschlechterbeziehungen regelt, die tatsächliche Praxis allein schon in zeitlicher Hinsicht (-> man verbring mehr Zeit im Bett, als vor dem Richter) durch Gleichrangigkeit geprägt sei.

        Nun fragst du aber, ob „… Liebesbeziehungen nicht regelmäßig durch Hierarchie geprägt [sind] ?“, woraus messerscharf folgt, dass sowohl das Aussenverhältnis, als das Innenverhältnis in einer heterosexuellen Beziehung hierarchisch geprägt sei. Also: überall ist Hierarchie (und damit einen Machtbeziehung, die Herrschaft ausdrückt), womit wir bei der zentralen feministischen Aussage sind, die du hier recht unschluldig zum Besten gibst. Dein Machtbegriff ist ein ziemlich dünner Begriff, wenn du ihn auf alles anwendest. Tatsächlich hat Foucault nicht diesen dünnen Begriff vor Augen, wenn er von Macht spricht. Es hört sich nett an, wenn Macht eigentlich nur die Macht sei, handeln zu können oder die Macht, ein Gabel zu ergreifen, um ein Stück Fleisch zu essen. Dein Machtbegriff taugt nicht.

        Foucault war Sadomasochist. Er hat selbtst gesagt, dass er keine richtige Liebesbeziehung eingehen kann. Die nachträgliche Weichspülung von Foucault ist weitverbreitet, aber unpassend. Allein die empirische Tatsache, dass er den Nietzscheschen Machtbegriff aufgreift und weiterentwickelt ist ein Indiz, dass dein lauer Machtbegriff daneben greift und wahrscheinlich nur in liberalen, feministischen Zirkeln verbreitet ist. Der Foucaultsche Machtbegriff ist relational, agonal und dynamisch – nicht nur relational und dynamisch, wie du fälschlicherweise behauptest. Deswegen ist der Widerstandsbegriff bei ihm zentral. Widerstand folgt aus deinem Machtbegriff nicht.

        Bring doch einmal ein wenig Ordnung in deinen Macht- und Herrschaftsbegriff. Wo sind diese beiden Begriffe in Patriarchaten wie zu finden?

  3. @crumar
    Die Wahlmacht ist mehrschichtig. Sie kann dysfunktional sein. Junge Frauen, die Flüchtlinge beklatschen, wollen nicht deren Geld. Ein dunkelhäutiger Flüchtling mit gutem Body und echtem Reproduktionsinteresse, der vom Sozialhilfe lebt, kann attraktiver sein, als ein übergewichtiger deutscher cuckold, der im Angestelltendasein sein Dasein fristet.

    Ein realistisches Beispiel, das zeigt, wie sich weibliche Wahlmacht durchsetzt, ist die staatlicher Finanzierung alleinerziehender Mütter, die sich mangels hypergamer Gelegenheiten, ein Kind von einem Flüchtling machen lassen und vor Gericht angeben, sich an den Erzeuger nicht erinnern zu können. Ein deutscher cuckold finanziert das.

    Du schreibst:

    „Es ist für die Diskussion nicht zielführend, wenn man die „sexuelle Selektion“ 1:1 auf gesellschaftliche Entwicklungen überträgt.“

    Wäre schön, wenn sich ein Linker damit mal systematisch beschäftigen würde. Produktivkräfte und deren Besitz haben es ja als Wirkfaktoren in die linke Theorie geschafft. Neuerdings ist auch die Macht des Diskurses hinzugetreten. Aber die Untersuchung der Auswirkung weiblicher Wahlmacht, die die Artenvielfalt der Tierwelt und vermutlich einen Großteil menschlicher Erfindungen indirekt verursacht hat. soll nicht zielführend sein. Ja, klar.

    1. @Quellwerk

      „Junge Frauen, die Flüchtlinge beklatschen, wollen nicht deren Geld. Ein dunkelhäutiger Flüchtling mit gutem Body und echtem Reproduktionsinteresse, der vom Sozialhilfe lebt, kann attraktiver sein, als ein übergewichtiger deutscher cuckold, der im Angestelltendasein sein Dasein fristet.“

      Das wäre dann das „alpha fucks and beta bucks“ von Rollo Tomassi.
      Würde es denn a. stimmen und hätten b. nicht genügend deutsche junge Männer – übrigens auch Angestellte – die Segnungen des Fitness-Centers entdeckt.
      Ich habe viel gegen PUA vorzubringen, die Empfehlungen zu Sport und guter Ernährung/Diät finden bei mir keine Kritik. Mir geht hingegen die feministische Kritik an der Selbstoptimierung als „Wahn“ oder „unmöglich zu erfüllende Ideale“ schwer auf die Nerven und ich hoffe, dass dieser Schwachsinn jetzt nicht auch noch bei uns Einzug hält.

      „Ein realistisches Beispiel, das zeigt, wie sich weibliche Wahlmacht durchsetzt, ist die staatlicher Finanzierung alleinerziehender Mütter, die sich mangels hypergamer Gelegenheiten, ein Kind von einem Flüchtling machen lassen und vor Gericht angeben, sich an den Erzeuger nicht erinnern zu können. Ein deutscher cuckold finanziert das.“

      Die „weibliche Wahlmacht“ in diesem Sinn ist das Resultat einer feministischen Propaganda, wonach es für Frau problemlos möglich ist alles haben zu können, wofür notfalls die Gesamtgesellschaft geradestehen muss.
      Frag alleinerziehende Mütter nach der Realität – die sind händeringend auf der Suche nach einem neuen Partner.
      Die „patchwork-familiy“ ist nichts anderes als die Weitergabe der männlichen Verantwortung für diese Familie (in einem oder mehreren Bereichen) von einem Mann zum nächsten.
      Der gynozentrische Narzissmus einer Frau a la Charlotte Roche: „Ist auch viel romantischer von einem Mann, sich für eine Frau mit bereits vorhandenem Kind zu entscheiden. Weil viel selbstloser als die eigenen Gene durchzudrücken.“ wird so lange existieren wie es Männer gibt, die sich darauf einlassen.
      Geht die Nachfrage aus, wird das Lebensmodell spassfrei – die Frauen bedauere ich nicht, deren Kinder schon. Die dürfen die Lebensrisiken ausbaden, die Mutti ihnen aufgebrummt hat.

      Dass sich Millionen gebärfähiger deutscher Frauen von Flüchtlingen schwängern lassen wollen, halte ich für eine merkwürdige Projektion. Da spielt bekanntermaßen die Vorstellung hinein, „der *deutsche Mann an sich* sei nicht männlich genug“; wobei – merkwürdig genug – diejenigen, die dies äußern meinen es beträfe sie nicht.
      Womit der „fette deutsche Angestellte“ immer der Andere zu sein scheint oder es handelt sich um die artikulierten Ängste von fetten deutschen Angestellten.

      In dem Fall wäre der engagierte Kampf gegen Flüchtlinge nichts weiter als der Versuch, die intrasexuelle Konkurrenz auszuschalten, oder nicht?
      In dem Fall würde ich den deutschen Männern raten: Nimm ab und quäl dich, du fette Sau!

      1. Wieso habe ich bei dir immer das Gefühl, du checkst nicht, worum es geht? Es geht nicht um dich, nicht um mich. Dies ist schon das zweite Mal, dass du mir Projektion unterstellst. Es geht um einen Wirkfakttor, der als Analysemittel zur Gesellschftsanalyse taugt oder nicht. Ausgangspunkt war die Validität des Patriarchatbegriffs für die heutige Zeit. Meine Aussage war, dass das Patriarchat durch weiblich Wahlmacht entstanden ist und jetzt von ihr wieder abgeschafft wird oder schon wurde. Wenn ich einen Sachverhalt beschreibe (siehe das „Beklatschen von Flüchtlingen“), dann ist dein „alpha fucks and beta bucks“ vielleicht interessant, führt aber nicht weiter. Dein Hinweis, die weibliche Wahlmacht sei ein feministisches Hinrngespinnst ist deplaziert, weil 1. Feministen weibliche Wahlmacht leugnen und 2. du diesen Standpunkt brav übernimmst. Was hat die Roche hier zu suchen? Und so weiter und so fort. Reserviere dein subjektives, erratisches, nicht an der Sache bleibendes Argumentieren für Kommentatoren, die diese Art von Unterhaltung lieben.

      2. Warum habe ich bei dir das Gefühl, du hast die zugrunde liegenden Beiträge nicht gelesen? Oh, da war doch was!
        „Ich gebe zu, ich habe keinen von euren Beiträgen gelesen.“
        Weil du sie tatsächlich nicht gelesen hast.

        „Meine Aussage war, dass das Patriarchat durch weiblich Wahlmacht entstanden ist und jetzt von ihr wieder abgeschafft wird oder schon wurde.“

        Dazu hat djad zur Entstehung des Patriarchats u.a. ausgeführt:
        „Erst jetzt, in dem Augenblick, in dem der Horizont der Verwandtschaftseinheit und der Geschlechtergemeinschaft hin zu einem politischen und territorialen Verband überschritten wird, wirkt sich die Asymmetrie der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern auch im Sinne eines Herrschaftseffekts eines Geschlechts über das andere aus – als etwas, das sich als »Patriarchat« beobachten, sich aber nicht im analytischen Sinne als »Emanation« einer Geschlechterherrschaft fassen lässt. »Gesellschaft« lässt sich darum nicht als »patriarchal« modellieren, weil die Anforderungen, die zu ihrer Entstehung führen, dem Geschlechterverhältnis extern sind.“
        Er kommt ganz ohne weibliche Wahlmacht aus.

        „Es geht um einen Wirkfakttor, der als Analysemittel zur Gesellschftsanalyse taugt oder nicht.“

        Ich habe oben bereits geschrieben: „Es ist für die Diskussion nicht zielführend, wenn man die „sexuelle Selektion“ 1:1 auf gesellschaftliche Entwicklungen überträgt, was du m.E. getan hast.
        Der Begriff müsste *mehr* zu bieten haben um weibliches Verhalten zu beschreiben als bspw. der Begriff der „Hypergamie“, der bereits existiert.
        Hat er aber nicht.

        „Wenn ich einen Sachverhalt beschreibe (siehe das „Beklatschen von Flüchtlingen“), dann ist dein „alpha fucks and beta bucks“ vielleicht interessant, führt aber nicht weiter.“

        Das Konzept von Rollo Tomassi beschreibt haargenau das, was du von dir gegeben hast. Die Unterstellung ist m.E., weibliches Verhalten präferiere bewusst oder (?) unbewusst „patriarchale“ und damit sind offensichtlich *männlichere oder männlicher auftretende* Männer gemeint.
        Es gibt keinen empirischen Beweise für die These – es müssten in Scharen Partnerschaften bzw. Ehen mit diesen Flüchtlingen geschlossen worden sein, es müssten Sexualforscher die Vorliebe deutscher Frauen für diese Flüchtlinge bemerkt haben. All das existiert nicht und findet nicht statt.
        Es handelt sich also tatsächlich um eine just so These, die entlang einer überkommenen Vorstellung von „echter Männlichkeit“ entwickelt worden ist.

        „Dein Hinweis, die weibliche Wahlmacht sei ein feministisches Hinrngespinnst ist deplaziert, weil 1. Feministen weibliche Wahlmacht leugnen und 2. du diesen Standpunkt brav übernimmst.“

        Falsch. Sondern: „Die „weibliche Wahlmacht“ in diesem Sinn ist das Resultat einer feministischen Propaganda, wonach es für Frau problemlos möglich ist alles haben zu können, wofür notfalls die Gesamtgesellschaft geradestehen muss.“
        Nämlich alleinerziehende Mutter ohne in der Lage zu sein, sich und das oder die Kinder durch Erwerbstätigkeit zu ernähren. Feministen leugnen diese Wahlmacht nicht etwa, sondern sind im Gegenteil bemüht diese auszubauen.
        Es ist jedoch naheliegend, dass diese „Wahlmacht“ auf der finanziellen Alimentierung der Gesamtgesellschaft basiert und in den finanziellen Möglichkeiten dieser Gesellschaft Schranken findet.
        Eine „Gesellschaft der alleinerziehenden Mütter“ ist nicht finanzierbar und scheitert an der Realität.
        Feministischer Wunschtraum ohne Chance auf Realisierung.

        Roche passt exzellent in das feministische Lala-Land, weil in ihrer Ideologie selbstverständlich eine Frau das Recht hat, beliebig ihre reproduktiven Wünsche durchzusetzen. Dazu erfindet sie aber in diesem Märchen einen Märchenprinzen, für den ebenso selbstverständlich der *Verzicht* auf die eigenen Wünsche nach Reproduktion die Voraussetzung der Wunscherfüllung der Frau ist.
        Das sagt eine Menge über die Stellung des Mannes in solchen weiblich/feministischen Wunschvorstellungen, die unhinterfragt voraussetzen, dass Männer lediglich *Mittel* zur weiblichen Bedürfniserfüllung sind, aber nichts über die Realität.
        In der Realität gibt es einen Partnermarkt; der Marktwert einer alleinerziehenden Mutter ist gering, weil die männliche Nachfrage nicht berauschend ist.

        Auch hier sehe ich also Grenzen dieser weiblichen „Wahlmacht“ in der Realität, die Roche und ihr gynozentrischer Narzissmus selbstverständlich nicht sieht.
        Die *männliche Ohnmacht*, die der weiblichen Wahlmacht zwangsläufig gegenübergestellt wird, existiert daher ebenfalls nicht in der Realität.

      3. Ich fasse deine Aussagen zusammen:

        a. Es existiert keine männliche Ohnmacht. Ein Begriff hierfür sollte mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden.

        b. Es gibt keine Wahlmacht von Frauen, die über die Hypergamie hinausgeht.

        c. Die territoriale Ausbreitung von Gesellschaftsorganisationen bewirkt Herrschaft von Männern über Frauen, weil die geschlechtliche Arbeitsteilung die Blaupause für die Aufteilung in Herrscher und Beherrschte wird. Offenbar handelt es sich um einen kuriosen Zufall der Geschichte. Die territoriale Ausbreitung entstand auf keinen Fall aufgrund weiblicher Wahlmacht – möglicherweise aber aufgrund männlicher Herrschsucht oder männlicher spielerische Neugierde auf neue Landschaften. Die daraus entstehende Absicherung der Frauen waren nicht zu ihrem Vorteil, in der mildesten Form positive Diskriminierung, aber häufig Sklaverei. Die entstehenden Unsicherheiten für Männer,zum Beispiel aufgrund Kriegsdienste, war ein notwendiges Opfer für die patriarchalische Dividende.

        d. Es ist ein Gerücht, dass in Schweden reihenweise Helferinnen aufgeflogen sind, die mit minderjährigen männlichen Flüchtlingen Sex hatten.

        e. Dass Frauen virile, athletisch gebaute Männer, die größer, als sie selbat sind, kleineren und unathletischen Männern vorziehen, ist eine überkommene Vorstellung von Männlichkeit. Frauen ist das egal, es kommt auf den inneren Wert an.

        Hast du Realitätsverlust, crumar? Die Männerrechtsbewegung ist keine Leugnung der Macht von Frauen, sondern eine Anerkennung männlicher Ohnmacht. Das ist das neue. Neuer Diskurs. Anders. Aufwachen.

        Alle, wirklich alle, kriegen offenbar das Kotzen bei der Anerkennung männlicher Ohnmacht. Du kriegst ja schon das große Schlottern, diese Worte aufzuschreiben – daher die Anführungszeichen. Weibliche Wahlmacht exisitiert. Sie ist grausam. Sie tötet ungeborene Kinder. Sie verursacht Kriege und territoriale Expansion. Mutti ist nicht lieb.

  4. „Ich fasse deine Aussagen zusammen:“
    Kenne ich bereits: So you’re saying… das ist deine Diskursstrategie.

    Satz 1: „Es existiert keine männliche Ohnmacht. Ein Begriff hierfür sollte mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden.“
    Satz 2: „Alle, wirklich alle, kriegen offenbar das Kotzen bei der Anerkennung männlicher Ohnmacht. Du kriegst ja schon das große Schlottern, diese Worte aufzuschreiben – daher die Anführungszeichen.“
    Original: *männliche Ohnmacht*
    Es existieren überhaupt keine Anführungszeichen – das ist deine Erfindung.

    Du liest nicht was ich schreibe, sondern du erfindest meine Aussagen:
    „d. Es ist ein Gerücht, dass in Schweden reihenweise Helferinnen aufgeflogen sind, die mit minderjährigen männlichen Flüchtlingen Sex hatten.“
    Es waren schwedische Helferinnen kein Thema bei mir – auch nicht als Gerücht.

    „e. Dass Frauen virile, athletisch gebaute Männer, die größer, als sie selbat sind, kleineren und unathletischen Männern vorziehen, ist eine überkommene Vorstellung von Männlichkeit. Frauen ist das egal, es kommt auf den inneren Wert an.“
    Du hast meinen Punkt überlesen: Es sind genügend deutsche Männer existent, die klassischen Vorstellungen dieser athletischen Männlichkeit entsprechen.
    Deine These ist eine reine Kopfgeburt und scheitert an der empirischen Tatsache, der Median der Körpergröße deutscher Männer ist 179,9 cm, libanesische Männer sind bereits 5,5 cm kleiner, algerische 9,8 cm, afghanische 14,6 cm. Damit sind die beiden letzteren bereits *kleiner* als der Median der Körpergröße deutscher Frauen.
    Wäre Körpergröße also DAS Merkmal männlicher Attraktivität hättest du dir bereits selbst bewiesen, warum Flüchtlinge aus diesen Ländern für deutsche Frauen *nicht* als attraktiv gelten *können*.

    Akif Pirinçcis These der „Verschwulung“ deutscher Männer soll die Strohpuppe einer orientalisch-patriarchalen Männlichkeit aufbauen – die er als „echte Männlichkeit“ verkauft.
    Diese Strohpuppe wiederum dient seiner These einer höherwertigen „echten, patriarchalen Männlichkeit“, die deutsche Frauen unwiderstehlich finden würden.
    Solche würde von Frauen höher bewertet, als *objektive, nachprüfbare Fakten*, wie sozialer Status, Einkommen, Körpergröße – in denen deutsche Männer *objektiv* besser abschneiden.
    Die These, Frauen wären unfähig hinter die Fassade einer *ausgestellten* Männlichkeit auf deren Verwertbarkeit zu schauen, Millionen deutscher Frauen würden die *kleinen* Flüchtlinge mit *geringem sozialen Status* und *unsicherer Perspektive* erwählen, um von ihnen Kinder zu empfangen, weil das die nagelneue „Virilität“ ist, ist (gelinde gesagt) eine Multiplikation von Unwahrscheinlichkeiten.

    Männliche Ohnmacht zeigt sich nicht in der intersexuellen Konkurrenz, auch und gerade nicht in der mit Flüchtlingen. Finden 90% aller Frauen Männer mit einer Körpergröße von mehr als 1,90 m toll, dann entspreche ich leider nicht diesem Idealbild, weil ich in der genetischen Lotterie verloren habe.
    Abgehakt, nächster Punkt.
    Ohnmacht ist, auf ein idiotisches Bild männlicher Stärke festgenagelt zu werden mit der Konsequenz, dass einem Mann jede gesellschaftliche Hilfe versagt wird.
    Die Leugnung männlicher Opfererfahrung macht ohnmächtig, die mangelnde Empathie gegenüber Männern, das double-bind der Anforderung von der individuellen Veränderung der Männerrolle und der gesellschaftlichen Beschämung, wenn man aus ihr heraustritt.

    Das kann man real verhandeln und verändern.

    1. Nicht die nicht-existenten Anführungszeichen, sondern deine Ausssage „Die *männliche Ohnmacht*, die der weiblichen Wahlmacht zwangsläufig gegenübergestellt wird, existiert daher ebenfalls nicht in der Realität.“ war hier bemerkenswert. Einen Kommentar von dir später gibt es die männliche Ohnmacht doch, aber nur als Folge der Nichtanerkennung der eigener Schwäche durch die Gesellschaft. Würde die Gesellschaft die männliche Schwäche gutheißen, dann gäbe es auch keine Ohnmacht.

      Ich bin überhaupt nicht an männliche Überlebenstrategien, um sich im inter- und intrasexuellen Konkurrenzkampf zu behaupten, interessiert. Sie mögen PUA oder sonstwas sein. Ich bin daran interessiert, ob es einen operablen Begriff von sexueller Wahlmacht gibt, der dem Begriff patriarchaler Herrschaft überlegen ist.

      1. „Ich bin daran interessiert, ob es einen operablen Begriff von sexueller Wahlmacht gibt, der dem Begriff patriarchaler Herrschaft überlegen ist.“

        Nein.

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