Die Geister von #metoo: »Destroy A Man Now«

Regelmäßige Leser des auf Genderama berichteten alltäglichen Wahnsinns dürften dem folgenden, frei nach Arthur C. Clarke formulierten, Fundamentalsatz der Ideologiekritik zustimmen: »Feminismus, der weit genug fortgeschritten ist, ist von Satire nicht zu unterscheiden.« Ein solcher Fall von »fortgeschrittenem Feminismus« ist ein schmales Büchlein, dass ich via Forent netsmurf auf »Alles Evolution« entdeckt habe. Ähnlich wie das berüchtigte Pamphlet »SCUM« prägt es ein vierbuchstabiges Akronym: »How to Destroy A Man Now (DAMN)«. Der Inhalt der nur 58 Seiten umfassenden Schrift, deren Autorin unter dem Pseudonym »Angela Confidential« auftritt, ist schnell dargelegt: es handelt es sich um eine praktische Anleitung zur Vernichtung der Reputation eines Mannes durch das Zusammenwirken von Anschuldigungen, medialer Aufmerksamkeit und Menschen in einflußreichen Positionen, das heißt, den drei »key friends« namens »Allison Allegation«, »Mary Media« und »Arthur Authority«.

Allison, Mary und Arthur

»An allegation is a claim, usually without proof, that someone has done something illegal or wrong. (…) No evidence is required. This independence from proof allows you to make an allegation about any man doing anything without being encumbered by a need for facts.« (S. 1 f.)

Beschuldigungen wirken jedoch nicht für sich allein. Sie bedürfen medialer Kanäle und medial vervielfältigter Aufmerksamkeit, um sich auszubreiten. Eine Anschuldigung ist ein willkommener »media content«, der sich als Nachricht verkaufen lässt, und zwar unabhängig davon, ob ihr ein Wahrheitsgehalt zukommt:

»However, fascinatingly, while the mainstream media profit from proliferating allegations, they bear little responsibility for doing it! Apparently, as long as the media mention that the scandal is an ›allegation‹, they are relatively safe from legal repercussions. This is because, in free-speech societies, people can voice opinions and unsubstantiated claims. Further, the media can always attest that they are not making the allegation; rather, they are just reporting it.« (S. 3 f.)

Damit sich aus einer medial verbreiteten Anschuldigung unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt Konsequenzen für den Beschuldigten ergeben, bedarf es einflußreicher und mächtiger Personen, die bereit sind, solche Konsequenzen auszulösen, obwohl sie sich nicht in der Rolle eines ordentlichen Gerichts befinden, welches die Anschuldigung ordnungsgemäß geprüft hätte. Zum Glück für die entschlossene Falschbeschuldigerin sind zahlreiche Personen, insbesondere solche männlichen Geschlechts, bereit, diese Aufgabe zu übernehmen:

»Well, to begin, it’s important to understand that Arthur Authority is an artifact of patriarchy and chivalry. He strives to be the hero who saves the damsel in distress. In other words, authority caters to victims, and nothing gets Arthur Authority’s attention more than a call to action to save victims. To be considered a victim, or a damsel in distress, authority first needs to perceive you as weak. Surprisingly, a great illustration of this is how authorities usually relate to men in distress. Can you imagine what typically happens when a man walks into a police precinct and requests a restraining order against a woman? Officers roll their eyes, and immediate disbelief ensues. This is because they simply do not perceive a man to be weaker than a woman, and for that reason, they are unwilling to provide assistance. In contrast, in patriarchal societies, women are perceived as weak by default, and therefore deserving of help and protection in the eyes of authorities.« (S. 5 f.)

Allerdings ist das Einschreiten der Polizei nur ein Bruchteil der Reaktionen, die sich auf diese Weise auslösen lassen, denn eine Vielzahl von Sanktionen (»punitive actions«) gegen Beschuldigte lassen sich auslösen, ohne dass die Prüfung des Wahrheitsgehalts der Anschuldigungen dazu erforderlich wäre, und sie resultieren in Verlusten für den Beschuldigten. Die Autorin unterscheidet dabei zwischen substantiellen und andauernden Konsequenzen:

»Punitive actions usually entail substantial loss, such as termination of employment/loss of income, loss of education or certification (e.g., dismissal from school or revocation of credentials), loss of social status or good reputation (e.g., public shame and humiliation), loss of financial savings (e.g., payment for legal settlements), and loss of freedom (e.g., imprisonment).« (S. 7)

Darüber hinaus ist das Ansehen des Beschuldigten in der Regel dauerhaft beschädigt oder zerstört, sodass ihm bleibende, nicht mehr behebbare Schäden entstehen:

»In this way, a man is truly damned. With a smeared reputation or record of alleged misconduct, no one will want to be associated with him, no one will want to employ him, no one will want to help him, and no one will even believe him. Further, the subsequent long-term stress frequently results in loss of physical and mental health. When I say these methods can destroy a man, I genuinely mean it.« (S. 8)

Im folgenden zählt die Autorin neben Harvey Weinstein vierzig weitere Männer auf (»just a partial list from one year (2017)«), für die eine Anschuldigung erhebliche berufliche Konsequenzen hatte, und in keinem Fall, auch nicht dem von Harvey Weinstein, interessiert sie sich für deren Wahrheitsgehalt. Alle diese Beispiele dienen ihr allein als Beleg für die Wirksamkeit der »DAMN-Methode«.

Wie frau online und am Arbeitsplatz mobbt

In den folgenden beiden Kapiteln der Schrift gibt sie Tips für die Vorgehensweise online (Kapitel 2) und am Arbeitsplatz (Kapitel 3). In ersterem Fall empfiehlt sie breites Streuen von Behauptungen über die sozialen Medien sowie über »complaint websites«, von denen sie von »badbizreport« bis »usacomplaints« 52 URLs liefert. Entscheidend ist, dass im sozialen Umfeld des Beschuldigten der Eindruck entsteht, die Beschuldigung »is all over the Internet« (S. 17), wozu auch eine hohe Positionierung bei Google (und anderen Suchmaschinen) der betreffenden Anschuldigungen gehört. In diesem Fall könne es beispielsweise passieren, dass Geschäftsbeziehungen aufgekündigt werden, nur weil ein Kunde eine Assoziation mit dem online Beschuldigten um jeden Preis vermeiden will:

»And with that, Sam suddenly loses his biggest client – a relationship that took a decade to build and was continuing to grow. Hundreds of thousands of dollars in annual revenue, gone. Literally just the day before, business was going wonderfully. (…) You’re probably thinking at this point, ›Wow, yeah, that’s powerful! And it’d be awesome to destroy a man by ruining his reputation across the internet, but I don’t have the resources to do that!‹ Yet, you do. That’s the beauty and genius of this method. With as little as an internet connection and minutes of your time, you can destroy a man worldwide, overnight.« (S. 17 f.)

Und so wie business die eine Achillesferse der Beschuldigten ist, so ist authority die andere. Dazu trägt bei, dass manche Behörden unter Zugzwang stehen, um sich nicht den Vorwurf der Nachlässigkeit einzuhandeln. Auch hier kann vorauseilender Gehorsam gegenüber erwarteten Resultaten wirksam werden, unabhängig davon, ob diese sich schlußendlich bestätigen. Die für den Arbeitsplatz vorgeschlagenen Maßnahmen sehen etwas anders aus, da hier ein direkter Kontakt zwischen den betreffenden Personen gegeben ist. Am Arbeitsplatz ist es wichtig, sich geeignete Opfer mit einer schwachen sozialen Einbindung zu suchen und konsequent die »because I’m female«-Karte zu spielen. Im Beispiel der Autorin gibt es Kathy Clique und Eric Introvert. Kathy weiß, wie sie sich im Unternehmen beliebt machen kann und verschafft sich Sympathien unter ihren Mitarbeitern.

»Eric Introvert, however, tended to keep to himself. True to the many stereotypes about engineers, he was more comfortable working with data and things than with people. A long-time employee of the company, he had worked his way up over the years from an entry-level position to senior engineer. It didn’t take Kathy long to discover that she disliked Eric.« (S. 39)

Weil er sie nämlich an bestimmten Punkten, als Ingenieur im Verhältnis zu einer Angehörigen des Vertriebs, in der Sache kritisiert. Alo wirft Kathy ihm vor, ihn zu kritisieren,

»because she was female. (…) She said that he spoke ›aggressively‹ and that she did not ›feel safe‹ during meetings with him. (…) And now that she thought more deeply about it, she recalled instances when he stared at her breasts rather than making eye contact while she was speaking.« (S. 40)

Damit ruft Kathy HR (Human Resources: Personalwesen) auf den Plan, und Eric wird genötigt, sich auf die bloße Anschuldigung hin bei Kathy zu entschuldigen, was sich in der Firma herumspricht und wie ein Schuldeingeständnis wirkt. An dieser Stelle passt der Hinweis, dass die Autorin angeblich über einen Doktortitel in Psychologie verfügt und als »business psychologist« tätig ist. Sie deutet an, dass ihre Beispiele Beobachtungen aus ihrer beruflichen Praxis entlehnt sind. Ist die Reputation des Mitarbeiters einmal beschädigt, kommt in der Folge eines zum anderen:

»The man’s reputation is ruined, his opinions are discounted, he’s passed over for career opportunities – he is effectively condemned in the workplace.« (S. 52)

It’s the Patriarchy, stupid!

Nach dergleichen Ratschlägen liegt die Frage auf der Hand, weshalb die Autorin sich eigentlich ermächtigt fühlt, ein solches Gefechtsfeldhandbuch für soziale Hinrichtungen zu verfassen und zu publizieren. Einleitung und Schlußteil geben hierüber hinreichend Aufschluß:

»As women, we have been oppressed by men’s physical advantages over us since the beginning of humankind. But now, in today’s modern societies, the tables are finally turning. Especially with the advent of the Internet and social media, and the economy’s transition from manufacturing to information, women are leveraging their natural advantages (e.g., social skills, emotional intelligence, and communication) to gain power.« (S. XI)

Das ist bereits sehr aufschlußreich: die Autorin sieht in den Beziehungen zwischen den Geschlechtern nichts anderes als Machtbeziehungen, in denen es darauf ankommt, wer die effektiveren Waffen zum Einsatz bringen kann. Der Name dieser Art von Beziehungen lautet, wie könnte es auch anders sein, »Patriarchat«:

»The purpose of this handbook is to be a resource: a collection of tools and techniques that have proven powerful in women’s struggle against patriarchy.« (S. XI f.)

In ethischer Hinsicht ist sich »Angela Confidential Psy. D.« völlig über den Status ihrer Ausführungen im Klaren:

»Be advised, however, that the methods outlined in this handbook were chosen for their utility, or their ability to achieve results, rather than for their legal or ethical merit. In other words, the information presented herein does not purport to be legally or ethically sound. What is considered to be ›right‹ or ›legal‹ often changes with time, the prevailing culture, and the evolution of law. (…) Similarly, I’m publishing this book under the pseudonym of Angela Confidential to protect from backlash.« (S. XII)

Im Schlusswort ergänzt die Autorin schließlich ein historisches Argument, weshalb ihrer Meinung nach die Frauen in der gegenwärtigen Epoche gegen die Männer gewinnen – ein Argument, das sie offenbar bei Hanna Rosins »The End of Men« entlehnt hat, das sie im (zwei Titel umfassenden) Literaturverzeichnis aufzählt (der andere Titel ist Richard Whitmires »Why Boys Fail«):

»In a word, these DAMN methods work because women are winning! Moreover, we’re doing it by turning male oppressor’s own patriarchy against them. Women have gained more power than men while society still operates like we are powerless victims. In this way, women benefit from both the virtues of victimhood and the power of the oppressor. We also do it openly, hidden in plain sight by patriarchy’s selective blindness to women.

It’s patriarchal society that forever views us as damsels in distress. It’s patriarchal society that laughs at the thought of a man being a victim of a woman. It’s patriarchal society that defines violence as physical, in terms of broken bones, but never in terms of allegations and broken lives. Even when studies show that women are just as violent as men when ›violence‹ includes things such as verbal abuse, reputation ravaging, and emotional abuse, patriarchal society still cannot perceive women as aggressors. (…) We’re defeating our oppressors by turning the captain’s command of ›women and children first‹ into ›men last‹ while sinking their ship. In 2017 alone, the number of men we’ve dethroned from high-level jobs in the entertainment industry, politics, and other positions of power is testimony to how well we’re winning. Moreover, we’re destroying men’s reputation as men so they can never regain power. The word men has become synonymous with rapists, pedophiles, predators, harassers, and the like.« (S. 54 ff.)

Die Indikatoren für wachsenden weiblichen Erfolg und männlichen Misserfolg in der Gesellschaft kennt sie, entnommen bei Hanna Rosin, ebenfalls sehr gut, und fühlt sich damit auf der Siegerseite der Geschichte:

»Even more uplifting, trends like these are continuing, and nothing is being done to stop them. Along with patriarchal society turning a blind eye, Mary Media ensures public condemnation for anyone who even tries to advocate for ›men’s rights‹ – even women! And why? Because destroying a man now is profitable. As we’ve discussed, mainstream media profits mightily from scandalous allegations against men. Complaint websites make untold sums of money from the ›legal extortion‹ they levy. Lawyers siphon ridiculous amounts of money from men who are trying to defend themselves against allegations. And women profit from scandalous allegations against men in the form of legal settlements, career advancement opportunities, and the like. Clearly, women’s power to destroy a man is stronger than ever, and our time is now!« (S. 56 f.)

Das wahre Gesicht des Feminismus:

Satire oder fortgeschrittener Feminismus?

Ein hervorstechendes Merkmal des Büchleins ist seine Klarsichtigkeit, die unverhüllte Benennung gegebener Verhältnisse. Diese Klarsichtigkeit macht es zu einem Vexierbild: fokussiert man den Blick auf die virtuelle Adressatin, die die beschriebenen Denunziationstaktiken zu ihrem Nutzen anwenden soll, dann handelt es sich um den Leitfaden für soziale Hinrichtungen einer kalt berechnenden feministischen Hyäne. Fokussiert man den Blick hingegen auf die klar benannten Verhältnisse, die den Erfolg der beschriebenen Taktiken erst wahrscheinlich machen, dann könnte es sich dabei zumindest im Hauptabschnitt des Textes ebenso gut um eine männerrechtliche Anklageschrift handeln. Aus demselben Grund bin ich mir durchaus unschlüssig, ob das Buch bei Amazon bloß einen oder nicht vielmehr fünf Sterne verdient hat. Ist es also denkbar, dass es sich bei diesem Text bloß um ein psychologisches Experiment oder um die als Feminismus getarnte Anklage eines Männerrechtlers handelt?

Ich neige zu der Ansicht, dass es sich um einen authentischen feministischen Text handelt, der von jemandem verfasst wurde, der sich für unangreifbar hält, zumal die Autorin selbst einige objektive Gründe nennt, die für eine solche Unangreifbarkeit sprechen. Die »Erfolge« von #metoo führen offenbar dazu, dass sich die Vertreter einer feministischen »verfolgenden Unschuld« in einen enthemmten Rausch des Machtgefühls hineinsteigern – auch Jakob Augsteins »Blutwurst«-Text ist kaum anders als auf diese Weise zu erklären. Moralische Enthemmung und hysterische Verfolgungswut stehen mit einem Text wie DAMN endgültig an der Schwelle zum Pogrom.

Das Buch selbst ist ein Amazon-Druck, besorgt von »Amazon Fulfillment Poland«, während der Verlag, »Lemons to Lemonade Publishing«, erst Anfang 2018 gegründet wurde, offensichtlich ist Herstellung und Vertrieb auf Anonymität ausgerichtet. Nun könnte man, so es denn authentisch ist, sich über dieses Buch empören – aber inklusive der triumphierenden Geisteshaltung der Verfasserin ist der Text dermaßen ehrlich, dass er sich viel eher dazu eignet, in Bezug auf eine Reihe spektakulärer, faktischer Eingeständnisse ausgeweidet zu werden.

Zum einen bestätigt er bei den Themen häusliche Gewalt, institutionalisierte Misandrie, Benachteiligung von Jungen, Männer als ökonomische und Bildungsverlierer und dergleichen unumwunden, was Männerrechtler seit bald zwei Jahrzehnten behaupten. Die wesentliche Differenz liegt in der ethischen Bewertung dieser Vorgänge, und hier legt die Autorin ihre Wertmaßstäbe unmissverständlich offen: das Geschlechterverhältnis ist konstitutiv ein Machtverhältnis und ein Nullsummenspiel – wenn Frauen an Macht gewinnen sollen, müssen Männer an Macht verlieren, wenn es Frauen besser gehen soll, muss es Männern schlechter gehen. Jeder Hauch einer Berufung auf Kriterien der Gleichberechtigung ist sowohl aus der Geisteshaltung der Autorin als auch aus ihrem Text getilgt. Auf diese Weise transportiert der Feminismus der Autorin einen Anspruch auf weibliche Suprematie in der menschlichen Gesellschaft, in der Frauen als kommende Herrenklasse, wenn nicht Herrenrasse, vorgesehen sind. Das ist die letzte Konsequenz dessen, worauf Lucas Schoppe gleichsam als roter Faden seines Blogs immer wieder hingewiesen hat: die ideologische Dehumanisierung, Entmenschlichung des Mannes.

Zum anderen legt der Text implizit offen, dass der Erfolg der Frauenbewegung in der modernen Gesellschaft offensichtlich davon abhängt, Männer mit ihren eigenen Überzeugungen unter Druck setzen zu können. Für »Angela Confidential« ist der Rahmen dieser Überzeugungen das »Patriarchat«. Dieser Begriff setzt jedoch eine Inkommensurabilitätsthese voraus, der zufolge Männer und Frauen sich über den gesamten universalgeschichtlichen Zeitbogen hinweg niemals anders als auf eine kompetitive und manipulative Weise begegnen können. Wenn man diese feministische Geschichtsklitterung nun aber nicht mitmacht, dann ist der männliche Werterahmen, der von den Feministinnen ausgebeutet wird, nichts anderes als der moderne universalistische Werterahmen gleicher Menschen- und Bürgerrechte. Das legt den Gedanken nahe, dass die moderne Frauenbewegung von Anfang an aufgrund männlicher Kooperationsbereitschaft, und nicht gegen männliche Unterdrückung, erfolgreich gewesen ist, und dass sie als Ganze diese Kooperationsbereitschaft in Anspruch genommen hat. Das läßt sich meines Erachtens auch historisch aufzeigen, führt in diesem Blogpost aber zu weit.

Das bedeutet wiederum: historische Voraussetzung für das Entstehen und den Erfolg der Frauenbewegung ist konstitutiv eine kooperative Vertrauensbeziehung zwischen den Geschlechtern gewesen, nicht der an Heinrich von Treitschkes »Männer machen Geschichte« erinnernde feministische Heldenmythos vom weiblichen Widerstand gegen eine überwältigende patriarchale Repression. Denn tatsächlich tritt der feministische Mythos von Patriarchat historisch erst in genau dem Augenblick auf den Plan, als sich im Hinblick auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die grundsätzliche Möglichkeit einer feministischen Suprematie abzuzeichnen beginnt, ein Suprematiedenken, das nur noch taktische Kommunikation kennt und das auf aufrichtige Kommunikation vertrauende männliche Opfer als historisch und anthropologisch überholten Halbmensch insgeheim längst zum Abschuss freigegeben hat.

Das heißt dann aber auch: die Neue Frauenbewegung mitsamt der folgenden dritten und vierten Welle ist in ihrem Wesenskern parasitär: sie zerstört systematisch die soziale Ressource zwischenmenschlicher oder genauer: zwischengeschlechtlicher Vertrauensbeziehungen, konsumiert sie mithin, ohne sie wiederherzustellen. Denn genau das ist die Quintessenz von »How to Destroy A Man Now«: der Aufruf zum ausschließlich taktisch operierenden, denunzierenden Geschlechterkampf hat zur Bedingung seiner Möglichkeit, dass Männer in der vertrauensvollen Haltung zu Frauen verbleiben. Ein authentisches Stück Verblendung aufseiten der Autorin ist es daher, diese männliche Bereitschaft zur Privilegierung von Frauen zu »patriarchaler Unterdrückung« umzudeuten. Das ist eine Konsequenz der Perspektive, soziale Beziehungen ausschließlich als Machtbeziehungen zu verstehen. Machtgebrauch ersetzt Vertrauen, macht es überflüssig, es sei denn in dem Sinne, dass auf einer übergeordneten Ebene ein Vertrauen in die Rechtmäßigkeit und Angemessenheit dieses Machtgebrauchs etabliert wurde. Feministischer Machtgebrauch zerstört solches Vertrauen, er ist ein Raubbau an Vertrauensbeziehungen, er hinterlässt verbrannte Erde.

Starke Vertrauensbeziehungen ermöglichen eine in hohem Grade horizontal integrierte Gesellschaft, in der die Individuen auf direktem Wege miteinander Beziehungen eingehen und wieder auflösen, wobei diese horizontale Kommunikation durch funktionierende Institutionen wie eine stabile Währung, ein zuverlässiges Rechtswesen und eine Sphäre des freien öffentlichen Räsonnements für den Konfliktfall erheblich unterstützt werden kann. Gesellschaften mit dominant vertikaler Integration haben entweder, wie viele vormoderne Staaten, keine über Dorf- und Sippengemeinschaften hinausgehende horizontale Integration entwickelt, oder sie haben sie, wie moderne totalitäre Staaten, systematisch zerstört.

Wenn die horizontale Integration schwächer wird, gewinnen diejenigen Institutionen an Bedeutung, die für vertikale Integration ausgelegt sind, also nicht nur Instanzen staatlicher Kontrolle, sondern auch solche staatlichen und intermediären Organisationen, die der Idee nach für Beratung und Unterstützung gedacht sind. Da diese unter normalen Verhältnissen nur solange existieren wie die Nachfrage nach ihnen, entwickeln sie leicht ein Interesse daran, die Definition dieser Nachfrage unter ihre Kontrolle zu bringen. Insofern können Frauenlobbys aus einer Schwächung und Zerstörung der Vertrauensbeziehungen zwischen den Geschlechtern Zuständigkeits- und Machtgewinne erzielen. Zudem besteht eine Interessenüberschneidung mit einer Klientel hauptsächlich aus dem Milieu bürgerlicher Frauen, die die einseitige, parasitäre Ausbeutung von Vertrauensbeziehungen zur eigenen Vorteilsmaximierung nutzt.

Es bleibt als Resümee, das kein Polizeiverhör der Autorin mehr verräterische Eingeständnisse der eigenen Doppelmoral hätte abnötigen können als dieser freiwillig verfasste Text preisgibt. This one has cooked herself for dinner.

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55 Kommentare zu „Die Geister von #metoo: »Destroy A Man Now«“

  1. Wer sich ohne Scheuklappen mit Feminismus beschäftigt, ist von solchen Büchern nicht mehr überrascht. Feministinnen trimmen sich gegenseitig dazu keine Empathie oder Mitgefühl gegenüber Männern entstehen zu lassen, ganz unabhängig davon ob der Mann überhaupt etwas getan hat. Und da sie sich unzweifelhaft selbst für moralisch überlegen halten, kommen sie auch nie in Versuchung ihren eigenen Hass, Sexismus, Rassismus und Menschenverachtend mal zu hinterfragen.

    Das ist für sie ja immer nur ein „sich wehren“…

    PS.: Palpatine’s Best Moments – LOL, Wieso hat da keiner gesagt das das total lächerlich gespielt ist? ^^

  2. Ach, solln sie machen.
    Wenn die Gesellschaft und Zivilisation erst zerfallen ist, sind solche Frauen die ersten, die draufgehen.
    Nie war ein Überlegenheitsgefühl weniger untermauert. Psychopathischer Grössenwahn!

    Solche Frauen werden von anderen Frauen in der Luft zerissen, wenn sie sich den entstehenden Clangesellschaften auch nur nähern. Die werden mit Stöcken in die Wildnis getrieben von den Frauen, die einer Waschmaschine , Spülmaschine und Zentralheizung nachtrauern.
    Und sie werden sich einen ann wünschen, der weiss, wie man mit 2 Stöcken Feuer macht!

    1. Sorry, ich möchte aber ein möglichst lebenswertes Leben leben dürfen, wozu auch gehört, nicht ständig diskriminiert und kriminalisiert zu werden. Insofern kann es gar nicht in meinem Sinn sein, die Feministinnen einfach machen zu lassen. Zumal ich Dummschwätzerei, Lügen und Intrigen nicht besonders gut ausstehen kann.
      Und letztendlich möchte man ja der nächsten Generation nicht so ein schlimmes Erbe hinterlassen.
      Sonst hätte ich ja vielleicht noch gesagt, nach mir die Sintflut.

  3. Dem Mann wird, vielleicht weltweit, ein Schuldkomplex eingebaut, auf dass er sein Streben auf Weib und Kind richte. Die Feminisierung der Welt, beginnend mit Kant, beutet und baut diesen Komplex kontinuierlich aus. Genauso „Links“ — ein Machtkampf zur Ausbeutung des Arbeiters (als die wirklich arbeitenden Menschen).

    Begruessenswert daher solche Pamphlete. Die einzige Hoffnung ist dass dies noch „rechtzeitig“ zur Wiederherstellung des maennlichen Bewuesstseins fuehrt, in gereinigter Form — gereinigt von Weib und Kind. Alles Massenmorden wird wegen „Weib und Kind“ gefuehrt. Allerdings sehe ich tatsaechlich wenig Hoffnung hier: die „Linke“ haelt natuerlicherweise an ihrem Opfer(Priester)-Status fest, die „Rechte“ verherrlicht Weib und Kind wie gehabt. Der Rest ist verwirrt.

  4. Wichtig ist das Herausstellen von Macht als Motiv für die von ihr empfohlenen Zersetzungsmaßnahmen. Feministen ihres Schlages glauben, gesellschaftliche Zusammenhänge sind nur durch Macht gekittet. Sie benutzt Technologie, die von Männern entwickelt wurde und instand gehalten wird, um ihre „social skills“ (-> Mobbing), zu ihrem Vorteil einzusetzen.

    Intellektuelle Insuffizienz (-> Verwendung von nur einem Kriterium, um das Wesen gesellschaftlicher Phänomene zu bestimmen) und verinnerlichtes „agent by proxy“ (-> jemand ändert und gestaltet nicht selbst, sondern ändert Männer durch Mobbing, um eine Änderung zu erzielen) sind wichtige Voraussetzungen, um eine gute bitch zu sein. Das ist sie – und nicht, wie dein Text nahelegt, eine luzide Analytikerin gesellschaftlicher Zusammenhänge.

    Wenn dieser Text von einer Frau geschrieben sein sollte, dann haben wir hier einen hohlen Menschen vor uns, der weiß, dass er hohl ist – also einen Zyniker. Ein Zyniker freut sich über jede Empörung, weil er hofft, dadurch seine innere Leere aufzufüllen. Dass sie dieses Buch schreibt, zeigt, dass ihr Zynismus auf halbem Weg verreckt ist – sie schafft es lediglich, Vertrauensbeziehungen zwischen Männern und Frauen mit einem bösen Grinsen zu zersetzen. Von sich selbst hält sie ihren Zynismus ab (-> kindlicher Glaube, an einem selbst wäre alles gut), wodurch sie sich von echten Zynikern wie Nietzsche, Foucault oder Schopenhauer unterscheidet.

    1. @quellwerk:

      »… sind wichtige Voraussetzungen, um eine gute bitch zu sein. Das ist sie – und nicht, wie dein Text nahelegt, eine luzide Analytikerin gesellschaftlicher Zusammenhänge.«

      Jein. Hier müssen wir zwischen Wahrnehmung und Urteil unterscheiden. Ich behaupte: wenn ich Dir einige Passagen von ihr aus dem Kontext herausgelöst vorlegen würde (vorgelegt hätte), würdest Du sie einem Männerrechtler zuschreiben, keiner Feministin. Ein erheblicher Teil der Feministinnen betrügt ihre Wahrnehmung: sie streiten ab, was Männerrechtler (bzw. Wissenschaftler) wohlbegründet über die Wirklichkeit aussagen. Diese Autorin nicht. Sie sieht glasklar, was der Fall ist. Das ist die Ebene der Wahrnehmung. Macht sie das zu einer guten Analytikerin? Hier sage ich wie Du auch: Nein! Denn Aufgabe der Analyse wäre es, die Wahrnehmung in ein erklärendes Modell einzufügen. Hier hat sie nichts weiter zu bieten als die ewige primitive Leier vom »Patriarchat« und der »Unterdrückung«. Insofern ist eine analytische Leistung schlicht nicht vorhanden.

      Ansonsten bringt Dein Kommentar aber ziemlich genau auf den Punkt, was ich aussagen wollte.

  5. Tja, wie schrieb Lucas Schoppes Blog man-tau nicht aktuell?

    „Fashion und Faschismus“

    https://man-tau.com/2018/02/12/fashion-und-faschismus/

    Männer lassen sich auf Modenschauen in Schweinemasken fotografieren bzw. treten damit auf (gegen Gage) und Frauen wie dieses Pseudonym-Tantchen (wovor hat die eigentlich Angst?) schwadronieren irgendwas über DAMN, weil das so herrlich SCUM klingt? Nun ja, „in“ und total chic scheint es ja momentan zu sein, so mit -oder gegen- Männer aufzutreten.

    Man könnte meinen, lasst sie doch .. aber wenn ich mir diese Auswüchse so ansehe, unter anderem bei PinkStinks und ihrem Sexismus-Banner-Denunziations-Auftritt, dann ahne ich mal wieder, dass es ausgerechnet die hässlichsten Damen der Gesellschaft sind, welche da ihren persönlichen Frust und ihre Deprivation austoben.

    Und so etwas läuft leider auch zuhauf im Bundestag herum …
    Das ist leider nicht mehr lustig und hinnehmbar.

  6. Die Frau Machiavelli des Feminismus hast du hier entdeckt, djadmoros! Gratuliere 🙂

    Genauso hätte ich mir die Gedankengänge einer chefideologischen Feminstin vorgestellt, mit einer gewissen inneren Distanz zur eigenen Ideologie, die beim Fussvolk der „Netzfeministinnen“ etc natürlich nie erwartet werden kann.

    Das wohl mit Abstand Interessanteste ist, dass der Feminismus das Patriarchat bzw seine Schwächen im Kampf gegen dasselbe vollkommen eingeplant hat!

    Es ist wohl keinem aufmerksamen Beobachter der feministischen Kampagnen entgangen, dass diese immer auf alte Geschlechtersterotype zurückgreifen, und damit die Idee des angeblichen Patriarchat eigentlich und im Kern stützen und gar nicht bekämpfen. Der Spruch dazu ist, dass der Feminismus genau jenes Patriarchat ist, welches es vorgibt zu bekämpfen.
    Vielfältigster Schaden entsteht freilich dabei, für Männer und die Gesellschaft. Die Chefideologin hat das treffend ausgedrückt mit:

    „We’re defeating our oppressors by turning the captain’s command of ›women and children first‹ into ›men last‹ while sinking their ship.“

    Das erinnert stark an die berüchtigte Militärstrategie der „verbrannten Erde“.

    Was macht man dagegen? Wo setzt man an?

    Ich denke, es ist klar, dass das gesamte Konzept vom „Patriarchat“, welches unsere feminstische Chefideologin hat, vollkommen falsch und nur eine zutiefst paranoide Verschwörungsphantasie ist.
    Das ändert nichts daran, dass sie diese Idee hat und darauf sogar die Strategie des gesamten heutigen Feminismus beruhen mag.
    Konsequenz: da, wo dieses Konzept vom Patriarchat nun am meisten von der Realität abweicht, da wird der Feminismus am leichtesten angreifbar.

    Ein Beispiel: das Funktionieren der #Metoo-Hetzjagd hängt von einem Justizsystem ab, welches den Falschanklägerinnen obszöne Profite erlaubt, „legal extortion“. Das ist nicht auf Europa übertragbar, nicht zuletzt da hier Justiz und Polizei NICHT demokratisch gewählt werden (ja, richtig gelesen!).
    Weiterhin ist das nur eine Masche und natürlich wird die Gegenreaktion in den USA nicht lange auf sich warten lassen, die Anwälte wollen ja weiterhin gutes Geld verdienen und das ist dann in der Verteidung gegen die Femi-Abzocke relativ leicht möglich.
    Weil deutsche Feministinnen nicht kapieren, dass es speziell am Justizsystem der USA liegt, sich an „metoo“ zu bereichern, und dass das gar nichts mit „Patriarchat“ zu tun hat, werden sie in Europa auch keinen Erfolg damit haben. Davon mal abgesehen, dass der Muff der deutschen Filmförderung auch metoo erfolgreich erstickt, haha.

    Die Feministinnen werden immer auf das Patriarchat vertrauen, da sie fest an dessen Stabilität glauben. Sie werden es nicht kapieren, wenn sie sich in Wirklichkeit auf dünnes Eis bewegen.

    Also: hau weg das Patriachat 🙂

    1. „Ich denke, es ist klar, dass das gesamte Konzept vom „Patriarchat“, welches unsere feminstische Chefideologin hat, vollkommen falsch und nur eine zutiefst paranoide Verschwörungsphantasie ist.“

      Da bin ich ganz anderer Ansicht.
      Im Gegenteil ist gerade dieser Teil der Zitate aus dem Buch furztrocken analytisch und das keineswegs nur auf die USA bezogen.
      Sie beschreibt haargenau das staatsfeministische Patriarchat welches auch und gerade in den deutschsprachigen Ländern der westlichen Welt vorherrscht.

      Die Darstellung als gesamtgesellschaftliches Phänomen hinkt insofern etwas, daß es sich auf bestimmte, im Alltag kaum sichtbare Teile der Gesellschaft beschränkt. Otto N. ist kaum an solchen extremen Herrschaftsformen interessiert, er verdrängt sie geradezu und träumt lieber von „seinem“ 6-Punkte-Staat ( der eine reine Ilusion ist ).
      In Punkto öffentliche Debatten, Institutionen und Administration jedoch liegt sie absolut richtig.
      Der ( mediale ) Ruf nach männerfeindlichen Gesetzen, Rechtsprechungen und auch außergerichtlichen (Vor-)Verurteilungen und die praktischge Umsetzung derselben, IST systemisch typischer Bestandteil eines Staatspatriarchats. Und zweifelsfrei akut gegeben.

      1. @Fiete:

        »Sie beschreibt haargenau das staatsfeministische Patriarchat welches auch und gerade in den deutschsprachigen Ländern der westlichen Welt vorherrscht.«

        Hier würde ich einen etwas präziseren Begriffsgebrauch bevorzugen: »Patriarchat« ist nach feministischer Vorstellung stets mit »hierarchischen Geschlechterbeziehungen« verbunden, und damit meinen sie ausnahmslos, dass der Mann oben in der Hierarchie steht. Die Genderforschung sucht ja obsessiv (und konträr zur methodologischen Pflicht einer ergebnisoffenen empirischen Forschung) danach.

        Insofern sehe ich keinen Sinn darin, den Staatsfeminismus (oder auch von der Autorin genannte männliche Verhaltensweisen wie »chivalry«) als »Patriarchat« zu bezeichnen. In meinen Augen ist der Patriarchatsbegriff darum grundsätzlich falsch, weil er eine mögliche Wahrnehmung der historischen Geschlechterbeziehungen als (arbeitsteiliges) Komplementärverhältnis unterbindet, bei dem den Frauen in der Regel weiterhin »backchannel«-Wege zur Ausübung von Macht und Einfluß offen bleiben. Die klügeren Geister der historischen Frauenforschung haben das auch erkannt, nur hat der Feminismus niemals Konsequenzen daraus gezogen.

    2. @Alex:

      »Das wohl mit Abstand Interessanteste ist, dass der Feminismus das Patriarchat bzw seine Schwächen im Kampf gegen dasselbe vollkommen eingeplant hat!«

      Sofern es sich nicht doch um eine »paradoxe Intervention« handelt, was ich nicht kategorisch ausschließen würde.

      »Ich denke, es ist klar, dass das gesamte Konzept vom „Patriarchat“, welches unsere feminstische Chefideologin hat, vollkommen falsch und nur eine zutiefst paranoide Verschwörungsphantasie ist.«

      Das sehe ich freilich auch so – der Begriff ist gleichsam der Gründungsmythos der Neuen (Zweiten) Frauenbewegung, und sämtliche Teilkorrekturen und Weiterentwicklungen der feministischen Theorie, die auf die ersten Kritiken des Begriffs hin im akademischen Feminismus vorgenommen wurden (wie insbesondere »Gender« und »Intersektionalität«), wurden meiner Meinung nach nicht eingeführt, umdie Wissenschaft zu retten, sondern um die Ideologie zu retten.

      1. „Sofern es sich nicht doch um eine »paradoxe Intervention« handelt, was ich nicht kategorisch ausschließen würde.“

        Streng genommen spielt es keine Rolle, ob eine echte Feministin aus dem Nähkästchen geplaudert hat oder jemand eine abgefeimte Parodie produziert hat — der Feminismus bedient sich praktisch immer patriarchaler Mechanismen und baut Privilegien aus unter dem Vorwand es wäre Schutz für das „schwache Geschlecht“.

  7. „Ist es also denkbar, dass es sich bei diesem Text bloß um ein psychologisches Experiment oder um die als Feminismus getarnte Anklage eines Männerrechtlers handelt?“

    Ich kenne jetzt nur die zitierten Ausschnitte, aber ich neige dazu, es für ein psychologisches Experiment oder clickbaiter oder Skandaltext zur Umsatzoptimierung zu halten. Auf Amazon steht das Buch z.Z. auf Nr. 87 in Fremdsprachige Bücher > Gesundheit, Geist & Körper > Psychische Gesundheit (! der absolute Brüller). Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch „12 Rules for Life“ und „The Righteous Mind“, das dürften überwiegend nichtfeministische Männer sein. Bei allen mir einigermaßen gut bekannten Frauen bin ich mir ziemlich sicher, daß die einen spontanen Brechreiz bekommen, wenn sie diesen Text lesen.

    Wir können hier nur spekulieren, ob hier jemand unter falscher Flagge agiert und nur provozieren will. Das ist aber mMn unwichtig. Der Witz dieses Textes liegt nach meinen Eindruck darin, daß man die immer wieder aufgeflogenen Falschbeschuldigerinnen und diverse männerhassende Feministinnen von außen, sozusagen als black box betrachtet, kaum unterscheiden kann von dem Frauentypus, der hier entworfen wird. Insofern ist es eher eine augenöffnende Zustandsbeschreibung von Teilen unserer Gesellschaft (eventuell mehr auf die USA zutreffend als auf uns).

    Jedenfalls würde ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit Reklame für dieses Buch machen, z.B. wenn irgendeine wieder mal das Patriarchat beklagt und sicher dankbar für Tips ist, wie man das Patriarchat ausnutzt 😉

    1. @mitm:

      »Der Witz dieses Textes liegt nach meinen Eindruck darin, daß man die immer wieder aufgeflogenen Falschbeschuldigerinnen und diverse männerhassende Feministinnen von außen, sozusagen als black box betrachtet, kaum unterscheiden kann von dem Frauentypus, der hier entworfen wird.«

      So ist es. kardamom hat oben auch zu Recht auf »Poe’s Law« verwiesen. Ohne weitere Hinweise bleibt die Sache bis auf Weiteres objektiv unentscheidbar.

    1. Das weiß ich leider auch nicht, mitm hatte regelmäßig dasselbe Phänomen, bis er eine andere Email verwendet hat. Wenn das System eine Mailadresse mal als Spam getaggt hat (Schwächen im Algorithmus oder was weiß ich), wird man das nur schwer wieder los, sozusagen (Zynismus on) eine technische Falschbeschuldigung (Zynismus off).

      1. Im Moment komme ich auch nicht mehr durch, egal mit welcher Adresse. Im Spam müßten mehrere Versuche liegen – jedes Löschen dieser Versuche bringt weitere Minuspunkte für das Spamerkennungsverfahren, wordpress ist wirklich eine Katastrophe.
        Ich rätsele, warum ich bei Postings auf allesevolution.wordpress.com keine Probleme habe, vielleicht kennt EvoChris den ultimativen Trick.

      2. Die Doubletten »un-spamme« ich jeweils, bevor ich sie lösche, in der Hoffnung, dass der Algorithmus das mitbekommt. Aber nach welchen Kriterien da aussortiert wird, verstehe ich auch nicht.

  8. Nun, ob man das Werk als (ziemlich trickige ) Satire lesen kann, oder eben nicht, kann ich anhand der Zitate natürlich nicht bewerten.
    Ich halte es allerdings für möglich, daß genau diese Möglichkeit als letzte Ausrede eingebaut sein könnte:
    „Alles nur Satire (lacht)“.
    Wäre ja nicht das erste Mal.
    Darauf deutet m.E. auch hin, daß trotz brillianter analytischer Anteile, keine Erklärung dazu gegeben wird. So hält sie sich die Hintertür offen, daß das alles ja „gar nicht so gemeint“ wäre, ohne dabei den Realitätsbezug zu verlieren.

    Und v.dh. sehe ich es so, daß das Pamphlet, völlig unabhängig davon, was es nun tatsächlich bewirken soll, tatsächlich als Wirkmittel zur Aufdeckung und Bekämpfung des Feminismus ganz wunderbar geeignet ist. Es sollte möglichst schnell übersetzt und weiträumig verbreitet werden. Aufklärung ist schon mal die halbe Miete!
    Und das schon deswegen, daß es keine großartigen intellektuellen Fähigkeiten erfordert, seine sachlichen Anteile zu erkennen und zu verstehen. Er steht also insofern im krassen Gegensatz zur langverschwurbelten Tarnen-u. Täuschen-Schreibweise einer J. Butler.

    @Djad:
    „Ist es also denkbar, dass es sich bei diesem Text bloß um ein psychologisches Experiment oder um die als Feminismus getarnte Anklage eines Männerrechtlers handelt?“

    Ersteres sicherlich nicht, Zweites ist durchaus möglich ( rein auf die zitierten Stellen beschränkt ). Aber wie gesagt, die einfache und klare Aussage ist wichtiger, als Motivation und Hintergrund in diesem Fall.

    „Wenn die horizontale Integration schwächer wird, gewinnen diejenigen Institutionen an Bedeutung, die für vertikale Integration ausgelegt sind, also nicht nur Instanzen staatlicher Kontrolle, sondern auch solche staatlichen und intermediären Organisationen, die der Idee nach für Beratung und Unterstützung gedacht sind. Da diese unter normalen Verhältnissen nur solange existieren wie die Nachfrage nach ihnen, entwickeln sie leicht ein Interesse daran, die Definition dieser Nachfrage unter ihre Kontrolle zu bringen.“

    Bingo!
    Womit wir beim „ganz normalen“ Geschäftsinteresse wären.
    Und gleichzeitig bei dem Anknüpfungspunkt zu totalitären Systemen.
    Grundsätzlich sollte oberster und edelster Grundsatz jeglicher „Hilfsorganisation“ ( welcher Art auch immer ) sein, sich selbst so schnell und gründlich wie überhaupt möglich wieder abzuschaffen.
    Die Frage dazu hatte ich vor ein paar Monaten einer Abteilungsleiterin einer satt gepamperten sozialen „Stiftung“ ( modernes Synonym für Steuergeldverbrennungsmaschine ) gestellt. Einer Frau deren Einsatz und Motivation ich übrigens sehr schätze, die sich in ihrem Job außerordentlich Mühe gibt das Beste zu leisten.
    Ihre Antwort, nach einigen Momenten angestregten Grübelns war:
    „daß es allen möglichst gut geht(?)“.
    Wie absurd falsch sie lag, wurde ihr dann erst ( wenigstens halbwegs ) klar, als ich obige Antwort in den Raum stellte. Wir haben das dann nicht weiter ausdiskutiert. Aber seitdem versteht sie meine Kritik an der Organisationsform ihres Arbeitgebers deutlich besser und nimmt sie auch nicht mehr persönlich. 😉

    Totalitär wird die Sache, wenn dieses Geschäftsinteresse mit der Möglichkeit des Machtaufbaus und der aktiven Nutzung dessen ( um seiner selbst willen ) einhergeht. Bspw. der „Beratung“ in Jugendämtern, wenn ein Elternpaar die gemeinsame Sorge erklären will.
    Da wird dann von einfachen Sachbearbeitern des Bürgermeister- o. Landratsamts so getan als hätten sie eine Art „Beratungsauftrag“ und es würde sich um eine Art „Antrag“ der Eltern handeln. Diese seltsame Auffassung von Verwaltung ist übrigens mittlerweile durch die Medien so massiv durchgedrückt worden, daß Otto und Anna N. größtenteils davon fest überzeugt sind, daß dem TATSÄCHLICH so wäre. Erst vor ein paar Wochen ezählte mir ein werdender Vater, daß er und seine Partnerin nach Geburt des Kindes natürlich „einen Antrag auf gemeinsame Sorge stellen“ wollen. Und war bass erstaunt, als ich ihm erklärte, daß das Unfug ist und die beiden lediglich eine Erklärung abgeben müssen, woraufhin die Sachbearbeiterin dann ein Formblatt ausfüllen muss, welches weggeheftet wird und fertig ist die Laube.
    Und selbstverständlich erklärte ich ihm auch, daß es aber wahrscheinlich sei, daß die Sachbearbeiterin sich mächtig aufplustern würde und so tun, als müsse sie die Mutter jetzt erstmal gründlich „beraten“, welche Nachteile es für sie brächte, wenn sie „dem Erzeuger“ irgendwelche „Rechte einräumen“ würde und, daß dadurch ihre „mütterliche Freiheit“ bis zum 18. Geburtstag des Kindes kaum erträglich eingeschränkt wäre.

    In noch stärkerem Maße gilt das für die „freien Träger“, also bspw. Caritas, D.W., Wildwasser, Eylarduswerk und was es da noch so alles gibt. Die kriegen nicht nur für Beratung viel Geld, sondern bieten auch noch „funktionelle Hilfen“ an, welche richtig teuer sind, z.B. „begleiteten Umgang“.
    Sie haben also ein ganz konkretes Interesse ihr Geschäft möglichst stark auszubauen und zu erhalten. Und das geht am Besten, wenn sie ihre Machtposition skrupellos ausnutzen!
    W.h.; Je brutaler sie die erfolgreiche Bearbeitung ihres „Hilfsauftrags“ sabotieren, desto besser geht es ihnen. Und nicht nur ihnen selbst, sondern auch allen weiteren Geschäftspartnern, ( also u.a. weiteren „Beratungsstellen“, Therapeuten, den möglw. involvierten Anwälten etc.pp. ). Da wird sich tatsächlich schon mal ein wenig „verschworen“, also Vorgehensweisen kaum verhohlen „auf dem kurzen Dienstweg“ per Telefon o. E-Mail abgesprochen, um die „Humanressourchen“ möglichst umfangreich und koordiniert abschöpfen zu können.
    Üblicherweise wohl nach der unausgesprochenen, aber allen Beteiligten und Mitwirkenden stets präsenten Methode: Solche Leute brauchen keine Verschwörung, sie wissen auch so was sie zu tun haben!
    M.E. eine der wesentlichen Grundvoraussetzungen für das entstehen faschistoider Staatsgebilde. Und leider wohl eine relativ typische „soziale Eigenschaft“ so ziemlich aller menschlichen Gesellschaften.

    Der krasseste mir bekannte Auswuchs derartiger „gewachsenen“ vertikalen Strukturen sind die Kostennoten für unbezahlte Fahrkarten, die von deutschen holländischen, französischen Bahnbeamten an die Hinterbliebenen der in die die KZ verschleppten Angehörigen verschickt wurden.
    Sie taten ihrer Überzeugung nach zweifelsfrei „das Richtige“!

    Und genau diese dahinterstehenden Strukturen und Denkweisen deckt der zitierte Text ziemlich sauber auf. Vollkommen unabhängig davon, welche weiteren Absichten die Autorin damit ansonsten noch verfolgt.
    DAS macht für mich den Wert desselben aus!

    1. @Fiete:

      Ich finde auch, dass der Text in jedem Fall Gold wert ist, ganz gleich, wer ihn nun geschrieben hat. Er bringt einfach die Verhältnisse auf den Punkt.

  9. Für mich ist es ziemlich eindeutig, dass der Text Satire ist.
    Der zentrale Punkt, dass man Männer mit falschen Anschuldigungen beschädigen könne, widerspricht feministischen Dogmen gleich in mehrfacher Weise.
    Erstens gibt es laut Feminismus keine falschen Anschuldigungen – sie sind alle wahr, und aus diesem Grund braucht eine Frau auch keine Strategie, um irgendwen sozial zu vernichten. Jede Anschuldigung ist laut Feminismus nichts weiter als der Mut, die Wahrheit zu sagen.
    Zweitens würden Feministinnen niemals zugeben, dass Frauen in einem Patriarchat auf diese Weise Macht ausüben können. Das widerspricht dem feministischen Dogma, dass in einem Patriarchat erst mal niemand einer Frau glaubt und es für Frauen extrem schwer ist, sich nach einem tatsächlichen Übergriff rechtliches und soziales Gehör zu verschaffen.
    Dass Frauen die Tatsache, dass man ihnen auch ohne Nachweis immer erst mal die Opferrolle zubilligt, auch zu ihrem Vorteil nutzen könnten, wäre ja de facto schon so etwas wie ein Privileg – und damit konträr zur Prämisse, dass Frauen in einem Patriarchat niemals privilegiert sein können.

    1. @ronin:

      Ja, das sind auch in meinen Augen schwerwiegende Argumente für eine Satire oder, wie so etwas m. W. bei den Psychologen genannt wird: für eine »paradoxe Intervention«.

      Eine Feministin würde auf diese Weise immerhin zentrale »Betriebsgeheimnisse« ausplaudern, und ein so klares Bewusstsein vom Ideologiecharakter der eigenen Perspektive dürfte zumindest selten sein – ich glaube auch, dass zu den feministischen Lügen eine erhebliche Bereitschaft zum »Lügen in die eigene Tasche« gehört.

      Mal sehen, ob irgendwann noch ein Clown um die Ecke springt und (unter Vorlage von glaubwürdigen Belegen) »Ätsch, ich war’s!« kräht.

    2. @ronin
      „Der zentrale Punkt, dass man Männer mit falschen Anschuldigungen beschädigen könne, widerspricht feministischen Dogmen gleich in mehrfacher Weise.“

      Dein Agument sticht nicht. Ich halte es für sicher, dass Top-Feministinnen über ihren eigenen Dogmen stehen und weiter denken können. Die Inhalte des Feminismus sind vom Intellektuellen her so einseitig, extrem und unsinnig, dass es nicht viel bedarf, um drüber zu stehen.

      „Erstens gibt es laut Feminismus keine falschen Anschuldigungen – sie sind alle wahr, und aus diesem Grund braucht eine Frau auch keine Strategie, um irgendwen sozial zu vernichten.“

      Du verstehst mE den Feminismus völlig falsch 🙂
      NUR falsche Anschuldigugen sind das probate Mittel in diesem Geschlechterkampf. Denn nur wenn man andere Menschen unter das Joch der Lüge bekommen kann, ist die eigene Glorie der absoluten Macht gesichert. Der Feminismus ist Faschismus reinsten Wassers, in seiner Einstellung am ehesten mit der Haltung des imperialen Gottkönigtums Roms zu vergleichen.
      Aus diesem Grund ist ALLES, was der Feminismus produziert, auch so unendlich verlogen.
      Die Dogmen des Feminsmus sind nur für das Fussvolk (und zur Tarnung gegenüber der Öffentlichkeit).

      „Jede Anschuldigung ist laut Feminismus nichts weiter als der Mut, die Wahrheit zu sagen.“

      Die Feminstin ist eine absolutistische Herrscherin und muss die Idee von „Wahrheit“ absolut leugnen, ablehnen oder sich zu eigen machen („ich bin die Wahrheit“). Das sind die Spielregeln, um eine totale Herrschaft zu begründen.

      „Zweitens würden Feministinnen niemals zugeben, dass Frauen in einem Patriarchat auf diese Weise Macht ausüben können.“

      Das geben sie in der Öffentlichkeit auch sonst nie zu. Da ist dieser Text hier schon eine Ausnahme. Warum macht diese Feministin das? Weil sie denkt, dass die Macht des Feminismus gefestigt genug ist, so dass diese Art von Bekenntnisse eine Menge mehr Anhängerinnen anzieht (daher das Manual, welches ja Materielles verspricht) als verschreckt. Mit den puren Dogmen kann man ja auch nur Hohlbirnen ansprechen, so geht es mit der Femisekte nicht weiter.

      „Das widerspricht dem feministischen Dogma, dass in einem Patriarchat erst mal niemand einer Frau glaubt“

      Klare Zwecklüge, wie alles im Feminismus.

      „Dass Frauen die Tatsache, dass man ihnen auch ohne Nachweis immer erst mal die Opferrolle zubilligt, auch zu ihrem Vorteil nutzen könnten, wäre ja de facto schon so etwas wie ein Privileg“

      Die alte moderne Geschlechterordnung, von den Feministinnen lügnerisch „Patriarchat“ genannt, spricht den Frauen genau dieses Privileg zu, per default als Unterlegende zu gelten und an die erste Stelle zu stellen. Man braucht nicht besonders einsichtig zu sein, um das zu verstehen.

      Der Feminismus arbeit so: alles wird auf den Kopf gestellt. Faktisch gibt es Privilegien für Frauen? Dann behaupten wir, Frauen seien unterprivilegiert! So bekommen wir noch mehr Privilegien oder verteidigen unsere am besten.

      Daher sind alle Dialoge mit Feministinnen auch zum Scheitern verurteilt – weil die Gedankenwelt der Feministin aus vollkommen mutwilligen Verdrehung aller möglichen Tatsachen besteht und der Gegner wie in einem Spiegelsaal die Orientierung verliert. Diese Strategie funktioniert natürlich nur deshalb, weil der Feminismus überall präsent und „hegemonial“ geworden ist. Ist wie eine Burg, die uneinnehmbar auf einen Felsen gebaut ist.

      1. @Alex:

        »… Haltung des imperialen Gottkönigtums Roms …«

        Kleine Korinthenkackerei am Rande: die Römer kannten kein »Gottkönigtum«, das passt mehr auf die Pharaonen oder ins alte Zweistromland. Der römische Kaiser war nur »Erster unter Gleichen« (die Fiktion eines Fortbestands der Republik wurde aufrechterhalten) und später, in der christlichen Epoche, »von Gottes Gnaden«, aber niemals selber Gott.

  10. Ich denke, der Text ist ernst gemeint. Als Parallele könnte man den feministischen Umgang mit dem Gewaltschutzgesetz betrachten, welches die Frau in die Machtposition versetzt, den Mann jederzeit der Wohnung zu verweisen. Auch hier heißt es, dass es schon nicht zu Missbrauch kommen würde. Tatsächlich aber rät eine Feministin zu genau diesem Missbrauch:

    Während offizielle Stellen beteuern, dass es schon nicht zu Missbrauch komme, rät Karin Dietl-Wichmann, ehemals Chefredakteurin von „Bunte“ und „Cosmopolitan“ zu dieser Taktik:

    „Das Trennungsjahr in der gemeinsamen Wohnung durchzustehen kostet Nerven. Vor allen dann, wenn man den anderen am liebsten zur Hölle wünschen würde. Was tun? Hier können Sie in die Trickkiste greifen. Warten Sie bis er aus der Wohnung ist. Lassen Sie dann ein neues Schloss einbauen. Kommt er dann nach Hause und verlangt lautstark, eingelassen zu werden, rufen Sie die Polizei. Schildern, dass Ihr Mann gewalttätig wird, dass Sie ihm Trennungsjahr leben und dauernd Angst vor ihm hätten; die Beamten werden ihn mitnehmen.“ („Lass dich endlich scheiden“ von Karin Dietl-Wichmann)

    1. @uepsilonniks:

      Yep. Genau das ist der Grund, warum der Text ebensogut auch authentisch sein könnte. Zuzutrauen ist denen die dazu erforderliche Geisteshaltung durchaus. Vor der Größe der sich selbst zugeschriebenen weltgeschichtlichen Mission verblasst auch die selbst erkannte »ethical unsoundness.« Ist ja auch ungerecht, wenn nur Männer historische Verbrechen begehen.

      Wenn das Feindbild und die moralische Entsicherung nur »weit genug fortgeschritten« ist, dann gibt es am Ende nichts mehr, was nicht zu rechtfertigen wäre:

      »Wir haben das moralische Recht, wir hatten die Pflicht unserem Volk gegenüber das zu tun, dieses Volk, das uns umbringen wollte, umzubringen. (…) Wir haben diese schwerste Aufgabe in Liebe zu unserem Volk getan. Und wir haben keinen Schaden in unserem Innern, in unserer Seele, in unserem Charakter daran genommen.«

      Erst raten, dann nachschlagen.

    2. Nur als Ergänzung: das Zitat von Karin Dietl-Wichmann stammt aus ihrem Buch

      Karin Dietl-Wichmann: Lass dich endlich scheiden! – Es gibt ein Leben nach der Ehe, Heyne., 2008, ISBN-10: 3453154320

      Aus der Selbstdarstellung: „Die Autorin gibt viele Tipps, wie man eine Trennung richtig vollzieht und wie man sich vor den schmutzigsten Scheidungstricks schützt(!!)“ … und nicht etwa, wie man sie selber benutzt.
      Ein Rezensent auf Amazon bezeichnet es als „zelebrierten Männerhass“. „Destroy A Man Now“ ist also offenbar nur ein weitere, zeitgemäße Neuerscheinung im Buch-Genre „zelebrierter Männerhass“.

    3. Nur als Ergänzung: das Zitat von Karin Dietl-Wichmann stammt aus ihrem Buch

      Karin Dietl-Wichmann: Lass dich endlich scheiden! – Es gibt ein Leben nach der Ehe, Heyne., 2008, ISBN-10: 3453154320

      Aus der Selbstdarstellung: „Die Autorin gibt viele Tipps, wie man eine Trennung richtig vollzieht und wie man sich vor den schmutzigsten Scheidungstricks schützt(!!)“ … und nicht etwa, wie man sie selber benutzt. Ein Rezensent auf Amazon bezeichnet es als „zelebrierten Männerhass“. „Destroy A Man Now“ ist also offenbar nur ein weitere, zeitgemäße Neuerscheinung im Buch-Genre „zelebrierter Männerhass“.

    4. Nur als Ergänzung: das Zitat von Karin Dietl-Wichmann stammt aus ihrem Buch

      Karin Dietl-Wichmann: Lass dich endlich scheiden! – Es gibt ein Leben nach der Ehe, Heyne., 2008, ISBN-10: 3453154320

      Aus der Selbstdarstellung: „Die Autorin gibt viele Tipps, wie man eine Trennung richtig vollzieht und wie man sich vor den schmutzigsten Scheidungstricks schützt(!!)“ … und nicht etwa, wie man sie selber benutzt. Ein Rezensent auf Amazon bezeichnet es als „zelebrierten Männerhass“. „Destroy A Man Now“ ist also offenbar nur ein weitere, zeitgemäße Neuerscheinung im Buch-Genre „zelebrierter Männerhass“.

    5. Ich weiß ja nicht wie es heute ist, aber als ich vor rund 11 Jahren das letzte Mal in einem Jugendamt auf einen Termin wartete, habe ich reflexartig mal das Inforegal geplündert. Zwischen den Hochglanzbroschüren lag u.a. ein ca. 30-seitiger Ratgeber zur Paartrennung. Leider weiß ich nicht mehr von welcher Organisation, war aber ein offiziell anerkanntes Werk.
      Darin wurde geraten schon bei Planung einer Trennung, bevor man sich mit dem Partner bespricht, die eigenen Unterlagen zu sichern und die des Partners zu entwenden oder zumindest zu kopieren, um die eigene Position im Verhandlungsfall zu stärken.
      Zwar war das Ganze geschlechtsneutral formuliert, kontextuell aber eindeutig an die Hausfrau gerichtet.

  11. Einen weiteren Aspekt sollte man berücksichtigen: Dieses Buch bietet nicht nur eine Anleitung, sondern enthält auch eine Einladung – um nicht zu sagen: Aufforderung -, an die Leserin, die entwickelte Strategie in die Tat umzusetzen.

    (Das ist ähnlich, wie wenn ein Jakob Augstein zur Gewalt auffordert, obwohl er *expressis verbis* natürlich nirgendwo schreibt, daß Gewalt akzeptabel sei, oder daß man Gewalt ausüben solle.)

    Im Buch wird ein unmoralisches Verhalten als völlig akzeptabel und legitim hingestellt. Stilistisch wird eine heimliche Komplizenschaft der Autorin mit der Leserin evoziert.

    (Man lese etwa Formulierungen wie diese: „You’re probably thinking at this point, ›Wow, yeah, that’s powerful! And it’d be awesome to destroy a man by ruining his reputation across the internet, but I don’t have the resources to do that!‹ Yet, you do. That’s the beauty and genius of this method.“)

    Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang die Beispiele, welche die Autorin anführt:

    „Eric Introvert, however, tended to keep to himself. True to the many stereotypes about engineers, he was more comfortable working with data and things than with people. A long-time employee of the company, he had worked his way up over the years from an entry-level position to senior engineer. It didn’t take Kathy long to discover that she disliked Eric.“

    Kathy ist hier offenbar als Sympathie-Träger, als eine Vertreterin der Leserschaft gedacht. Eric ist nun ein unscheinbarer und offenbar anständiger Mitarbeiter, somit kein Mann, der in sexueller Hinsicht irgendwie anstößig oder auch nur auffällig wäre – und dies reicht schon aus, damit die Heldin in unsympathisch findet.

    Man frage sich nun, wie solche Beispiele auf eine Leserschaft des Buches wirken, die bereits eine gewisse Affinität zu der angepriesenen Methode mitbringt (anderenfalls würde die Leserschaft das Buch höchstens anlesen und dann ihre Lektüre empört abbrechen): Diese Leserschaft wird sich dazu ermuntert oder dazu ermutigt sehen, aus nichtigem Anlaß heraus das Leben eines unauffälligen, anständigen Mannes zu zerstören.

    Somit bietet das Buch seinen Leserinnen weitaus mehr als nur eine Anleitung – es handelt sich dabei um eine Anstiftung.

    Bezeichnend ist übrigens auch das Pseudonym der Autorin: Angela.

  12. Also mir ist relativ schleierhaft, wie man das nicht als Satire/false flag sehen kann. Die Beschreibungen der Medien, des Patriarchats, des Umgangs mit männlichen Opfern häuslicher Gewalt oder von Nerds würde doch keine Feministin so verfassen.

    1. „würde doch keine Feministin so verfassen“

      Schwer zu beweisen, wenn man den Text nicht kennt. Und es hängt davon ab, wen man alles als „wahre Feministin“ definiert.

      Nach den Auszügen, die hier stehen ist das von der Gehässigkeit her gesehen harmlos gegen das SCUM Manifest. Ich kann mich dunkel erinnern, daß vor ca. 4 Jahren ein ähnliches Buch wie DAMN erschienen war, das ebenfalls zur kriminellen Schädigung von Männern anleitete. Die Frauen, die Männer falsch beschuldigen und ruiniert haben, haben das nicht nur geschrieben, sondern auch getan.

      Ich behaupte immer, daß in jeder Population ein paar Promille Soziopathen enthalten sind, bei den Feministinnen mit Sicherheit auch. Und der Haß auf „die Männer“ ist im Feministismus mittlerweile systemimmanent. Letztlich lebt diese Bewegung von der imaginierten allgegenwärtigen Unterdrückung der Frauen. Deswegen ist es so wichtig, z.B die Gender Pay Gap-Lüge immer wieder auftischen, um das Gefühl, diskriminiert zu werden, aufrecht zu erhalten. Diese Propaganda führt unvermeidliche bei manchen Frauen zu starkem Haß auf „die Männer“. Auch wenn die Männerhasserinnen nur eine Minderheit sind, sind sie im Prinzip gut für solche Bücher.

    2. @GG:

      Wie gesagt: es spricht vieles dafür, dass das ein »false flag« ist. Andererseits halte ich die Aussage

      »Die Beschreibungen der Medien, des Patriarchats, des Umgangs mit männlichen Opfern häuslicher Gewalt oder von Nerds würde doch keine Feministin so verfassen.«

      nicht für zutreffend: Hanna Rosins »The End of Men« (worauf sich »Angela Confidential« ausdrücklich beruft) ist den diagnostischen Aussagen des Büchleins inhaltlich vergleichbar, wenngleich sie nicht so plakativ daherkommt: Rosin nimmt die Situation von Männern und Jungs ja durchaus empirisch zur Kenntnis, schreibt sie aber deren Unfähigkeit zu, sich zu ändern, während sie die Fähigkeit der Frauen zur stromlinienförmigen Anpassung für grundsätzlich überlegen hält.

      Ein empirisch belegtes »Women are winning« gekoppelt mit der Wertung: »die Männer sind selber schuld« sind also sehr wohl zentrale Aussagen einer bekannten Feministin. Und von »die Männer sind selber schuld« zu »die Männer haben es verdient, wenn man sie aus dem Weg räumt« ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.

      Auch wenn es also ein »false flag« sein sollte, ist es immer noch ein »false flag«, der ebensogut auch kein »false flag« sein könnte. Deswegen sprach im vom »Vexierbild«.

      1. @mitm, djadmoros

        Für mich sind Passagen wie:
        „Can you imagine what typically happens when a man walks into a police precinct and requests a restraining order against a woman? Officers roll their eyes, and immediate disbelief ensues. This is because they simply do not perceive a man to be weaker than a woman, and for that reason, they are unwilling to provide assistance.“

        eigentlich schon sehr eindeutig eine Beschreibung von Zusammenhängen, die man in dieser Form nur aus antifeministischer Stoßrichtung kennt. Gerade die fehlende Gehässigkeit wäre noch ein zusätzliches Argument dafür. Es wird hier nicht darüber gejubelt, es wird beklagt. Oder auch:

        „It’s patriarchal society that forever views us as damsels in distress. It’s patriarchal society that laughs at the thought of a man being a victim of a woman. It’s patriarchal society that defines violence as physical, in terms of broken bones, but never in terms of allegations and broken lives. Even when studies show that women are just as violent as men when ›violence‹ includes things such as verbal abuse, reputation ravaging, and emotional abuse, patriarchal society still cannot perceive women as aggressors.“

        Das ist keine kritisch-wütende Beschreibung eines tatsächlich vorhandenen Patriarchats (also das, was eine Feministin schreiben würde), sondern Argumente GEGEN dessen Existenz bzw. Macht.
        Gibt es denn in dem Buch Passagen, die tatsächlich die typischen Beschreibungen der täglichen Unterdrückung der Frauen durch Männer bzw. das Patriarchat enthalten? Oder beschränkt sich das auf:

        „As women, we have been oppressed by men’s physical advantages over us since the beginning of humankind. “

        Das wäre für mich ein ziemlich wesentlicher Punkt: macht sich der Autor tatsächlich die negativen Beschreibungen des Patriarchats durch den Feminismus zu eigen? Das sieht mir nicht so aus, alles, was da steht, sind Eigenschaften eines Pseudo-Patriarchats, einer Gesellschaft, die eher männer- als frauenfeindlich ist.

      2. Genau das meine ich. Es liest sich alles, als wäre Feminismus genau das, was die einseitigen, oft wütenden Kommentare auf Reddit hergeben. Geradezu psychopathisch kaltblutig und berechnend, mit Female Supremacy fest im Blick.
        Doch Feminismus findet Nahrung und Zustimmung darin, dass er glaubhauft behaupten kann, für gleiche Rechte sich einzusetzen. Diesen Schein kann man, aufgrund unseres Instinkts, Frauen zu beschützen, relativ leicht aufrechterhalten und rechtfertigen. Doch nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Meisten meiner Freundinnen würden sich zum Feminismus bekennen (mit weniger eher als mehr Elan), aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass sie einen einzigen Fall der Exzesse der metoo Bewegung gutheissen würden, oder Damores „Screed“ immer noch verurteilen würden, hätten sie ihn gründlich gelesen. Sollte sich der Feminismus mit derartigen Offenheit zu dieser Herangehensweise bekennen, würde die Bewegung diese Unterstützung im Nu verlieren.

      3. @swedishbitch
        „Sollte sich der Feminismus mit derartigen Offenheit zu dieser Herangehensweise bekennen, würde die Bewegung diese Unterstützung im Nu verlieren.“

        Das ist bei jeder Art von politischem Extremismus so. Die oberen Etagen werden von zynischem, bigotten, pycho-, soziopathischem etc Abschaum bevölkert, der aus dem Irrsinn ganz konkrete materielle und gefühlsmässige, sadistische Vorteile zieht.
        Die Autorin des Machwerks hier ist angeblich in der „Beratungsindustrie“ tätig. Hier geht es um viel Kohle, die man mittelst eines korrupten US-Justizsystems, mit Falschanklagen / Vergleich rausschlagen kann.
        Deshalb sind diese „Bekenntnisse“ einer Feministin völlig glaubwürdig. So sieht das in der Realität aus, wenn politischer Extremismus herrscht. Das ist das, was als „Mitläufertum“ bezeichnet wird (was häufig nur eine Entschuldigung für Unmenschlichkeit ist).

      4. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Mit so einem eklatanten Sexismus lassen sich nicht Kohle verdienen. Man muss es vertuschen, verschönen. Ansonsten wird es entweder zur Satire oder zum schwarzen Zynismus, der es unmöglich macht, das, was wir tun, zu rechtfertigen.

        Ich helfe im Moment einer Verwandtin durch eine stürmische Scheidung. Dabei muss ich mich mit der Verkörperung dieses feministischen Zynismus auseinandersetzen. Eine Anwältin, die alles tut, um meine Kousine sich als Opfer fühlen zu lassen. Alles, was ihr Ehemann getan hat, stellt sie als „abuse“ dar. Sie hat ihr sogar nahegelegt, dass er sich vielleicht an den Kindern übergriffig geworden ist – lediglich die Integrität meiner Kousine stand da im Weg.

        Zum Teil hat sie in diesem Fall Recht. Aber was ich auch gesehen habe, ist dass selbst diese Anwältin nie im Geringsten die „Offenheit“ dieses Buches zeigt. Sie sagt nicht „nimm ihn aus“, sondern überzeugt sie, dass sie ein Opfer ist, und dass sie eine für europäische Ohren unerhöhrte Abfindung verdient. Sie muss den Schein der „moral high ground“ aufrechterhalten, selbst in einer Situation, wo diese oft schwer zu verteidigen ist.

        Also: ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass so ein Text im Ernst geschrieben worde oder dass führende Feministinnen tatsächlich so denken. Aber ich gebe auch zu, dass es sich um eine zwar zynische und übertriebene aber leider realistische Darstellung zumindest der extremen Teile der Bewegung handelt.

        (Ich bitte um Verzeihung: da ich kein Muttersprachler bin und mich die Faulheit in Bann hält, habe ich mich nicht darum bemüht, die englischen Ausdrücke mit idiomatischen deutschen Äquivalenten zu ersetzen. Stattdessen schlage ich vor, wir ergötzen und alle in unserer weltoffenen Mehrsprachigkeit.)

      5. „Mit so einem eklatanten Sexismus lassen sich nicht Kohle verdienen.“

        Kennst du nicht diese Fälle, bei denen Firmen wegen lächerlicher Nachlässigkeiten zu horrenden Summen verurteilt werden konnten? Ein Vergleich mit einem Prominenten wegen „Belästigung“ dürfte auch mind. 6-stellig ausfallen. Das ist eine Klageindustrie, die bei uns keine Entsprechung hat! Das heisst, ganz verschieden ist es nicht, wie du selbst geschildert hast. Der Unterschied ist, dass du nicht auf die Schnelle ne Million abkassieren kannst.

  13. Satire oder nicht, ich finde dieses Buch erfrischend ehrlich. Ich stimme natürlich nicht mit den Autoren überein, aber falls die Meisten meiner Widersacher ähnlich ehrlich wären, wäre die Debatte sehr viel einfacher. Oder eher: es bliebe kaum noch was übrig für mich zu tun. Andere würden es für mich machen. Höchstens könnte ich mich verstärkt auf die Aspekte von Metoo konzentrieren, die kaum Beachtung finden, sowie eine nuancierte Diskussion über wie wir besser miteinander umgehen können, geschweige denn auch männlichen Opfern mehr Verständnis zukommen lassen können.
    Auf Seiten der Männerrechtler stört mich auf manchmal, dass wir nicht genügend zu verstehen scheinen, welche grundlegende menschlichen Bedürfnissen sich in derartigen Satiren Ausdruck finden. Schließlich war das Leben unserer Vorväter ziemlich hart. In einer Welt, wo Leute mit 35 starben, Gewalt allgegenwärtig war, und ein Arzt, falls überhaupt vorhanden, wohl eher Schaden anrichten würde, waren Frauen darauf angewiesen, sich auf den Schutz der Männer zu verlassen. Dafür haben sie eben das gemacht, was heutzutage als Manipulation gelten würde. Müssen sie meistens, Gott sei Dank, nicht mehr – aber Millionen von Jahren von biologischer und kultureller Programmierung macht man nicht in zwei-drei Generationen zunichte. Das muss nicht böswillig sein: selbst meine Freundinnen, die Männer lieben, sind sich bewusst, dass es lächerlich ist, von ihren Freunden zu erwarten, dass sie sie nach Hause begleitet und lehnen solche Angebote auch ab – fühlen sich aber trotzdem betroffen, wenn die Hilfe nicht mal angeboten wird.
    Darum geht es ja eigentlich bei metoo – bei den Meisten. Dass Frauen eben etwas Zuspruch brauchen, dass sie das Gefühl haben, dass sie Hilfe bekommen, falls ihnen etwas zustösst. Wenn jemand Zweifel an metoo ausdrückt, sehen sie diese Sicherheit als gefährdert – egal wie vernünftig die Kritik. Das sollen wir zwar nicht komplett gutheissen, aber auch nicht außer Acht lassen.

    1. „Höchstens könnte ich mich verstärkt auf die Aspekte von Metoo konzentrieren, die kaum Beachtung finden, sowie eine nuancierte Diskussion über wie wir besser miteinander umgehen können, …. – fühlen sich aber trotzdem betroffen, wenn die Hilfe nicht mal angeboten wird. Darum geht es ja eigentlich bei metoo – bei den Meisten“

      Das ist thematisch ja ein ziemlicher Sprung vom Ursprungsthema des Blogposts. Ich nehme die #Metoo-Kampagne grundlegend anders wahr, als männlicher Betroffener käme ich nie auf die Idee, so etwas wie Hilfeangebote bei Nacht damit zu assoziieren. Aber hier werden Gast-Blogposts gerne gesehen, der Hausmeister hier ist sicher für offen für eine ausführlichere Darstellung dieser „Aspekte von Metoo“.

      1. Natürlich hast du Recht. Ich beteilige mich selten an Diskussionen, aber wenn dann mit etwas zu viel Elan. Ich bin selber betroffen; habe aber dabei nur versucht daraus zu lernen und kann nicht sagen, dass ich darunter gelitten habe – doch das kann natürlich zum Teil Verneinung sein. Eins weiß ich aber: in dem Moment kam ein Gang zur Polizei überhaupt nicht in Frage – und nicht nur, weil ich dort auf wenig Mitleid stossen würde, sondern auch, weil ich mir das einfach nicht antun wollte. Deswegen kann ich nachvollziehen, dass feministische Behauptungen über mangelnder Berichterstattung durch Opfer Wahrheit an sich haben.

        Es ist sicherlich auch wichtig, dass wir diskutieren, welche Aspekte des „normalen“ Datingverhaltens vom anderen Geschlecht als grenzwertig aufgefasst werden. Aziz Ansari hat sich zwar nicht kriminell, aber, glaubt man der Frau zu 100%, etwas rücksichtslos verhalten. So hat er es, wie er glaubhaft beteuert, nicht gemeint – aber als Schwuler und deswegen etwas Neutraler beobachte ich oft, wie sich Männer so oder ähnlich verhalten, ohne es zu wollen.

        Das könnten positive Aspekte sein, wenn wir nur dadurch eine nuancierte Diskussion hervorrufen könnten, bei der die Ansichten von Männern auch zum Vorschein kommen würden, und bei der wir Hexenjagd auf bestimmte Personen vermeiden würden. Das geht auch anders herum: ich finde es traurig, wenn ich sehe, wie meine Hetenfreunde sich mit Absagen und respektlosen Verhalten nicht nur abfinden, sondern sogar so tun, als würde es sie überhaupt nicht betreffen – als wäre es Teil vom Spiel, wo sie keine Schwächen zeigen dürfen. Dabei verstehe ich auch die Reaktion der Frauen. Doch etwas ehrlicher Dialog über das Thema könnte uns nur helfen. Hysterie auf der einen Seite, und Verscheigung und Stoizismus auf der anderen – natürlich nicht.

    2. „Millionen von Jahren von biologischer und kultureller Programmierung macht man nicht in zwei-drei Generationen zunichte. “

      Das wäre eine Rationalisierung der verschiedensten feministischen irrationalen Dogmen. Näher betrachtet ist es nur ein Biologismus, der auf Lamarck zurückgeht.

      Insbesondere das Konzept der „sozialen Konstruktion“ ist ein so eine völlig lächerliches Konzept, welches unehrlicherweise, ohne das einzuräumen, voll auf das Konzept der Evolution zurückgreift. Nicht mal nach Darwin, sondern nach Lamarck.

      Feminismus ist nichts anderes als purer Irrationalismus und Esoterik: romantisch, gegen alle Wissenschaft, Vernunft, Verstand, etc. Das Ganze wird dann vereinzelt versucht in ein „philosophosches System“ zu pressen – naturgemäss kommt dabei völlig blödsinniger, unverständlicher Quatsch heraus.

      1. Das mit der Rationalisierung habe ich nicht verstanden.

        Das Bizarre an den Diskurs der sozialen Konstruktion ist, denke ich, dass sie von der kritischen Theorie der Frankfurter Schule herrührt. Sie sah es als wichtig an, die Annahmen zu hinterfragen, die uns unbewusst einschränken. Doch dieser Ansatz sollte – sehr wichtig! – ein komplement zum Herkömmlichen, zum logischen Denken sein, nicht ein Ersatz. Also sollten wir selbstverständlich eine Genusperspektive anwenden und Geschlechterrollen hinterfragen – aber genauso müssen wir die Perspektive an sich hinterfragen.

        Stattdessen kombiniert ein großer Teil des heutigen Feminismus diese Perspektive mit der Patriarchatstheorie, die es für jenseits der Zweifel hält, dass Männer Frauen zugunsten anderer Männer unterdrücken. Dadurch lassen sich sämtliche Exzessen rechtfertigen – und vertuschen, denn da wir alle Frauen beschützen wollen (und zum Teil Frauen als schwach einschätzen), fällt uns Vieles nicht auf oder kommt uns harmlos vor. Also hat man, in einer unheiligen Allianz mit traditionellen Instinkten, daraus eine Denkmuster geschaffen, die die Frankfurter Schule aus dem Weg räumen wollte, eine Tyrannie der scheinbaren Logik, die nicht hinterfragt werden darf – wodurch man natürlich den Stereotyp von Frauen als Opfer und Männern als Tätern oder Beschützern weiterhin befestigt. Marcuso würde sich im Grab umdrehen. Simon de Beauvouir ebenso.

      2. @swedishbitch:

        »Das Bizarre an den Diskurs der sozialen Konstruktion ist, denke ich, dass sie von der kritischen Theorie der Frankfurter Schule herrührt.«

        Der Sozialkonstruktivismus hat mit der Frankfurter Schule überhaupt nichts zu tun, der hat ganz andere Quellen:

        (1) den Konstruktivismus aus der Alfred-Schütz-Schule (vor allem »Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit« von Peter Berger und Thomas Luckmann), der philosophisch auf die Phänomenologie Edmund Husserls zurückgeht,

        (2) den aus der jüngeren Systemtheorie und den Neurowissenschaften stammende Radikale Konstruktivismus von Maturana, Varela und anderen.

        (3) den sprachtheoretisch und anthropologisch begründeten Konstruktivismus von John Searle (zuletzt »Making the Social World. The Structure of Human Civilization«)

        Der feministische Konstruktivismus wiederum kann sich aus nahezu beliebigen Quellen bedienen, denn sein Problem ist (abgesehen von Judith Butler) weniger die Theorie als solche, als die Weigerung, relevante empirische Einwände zur Kenntnis zu nehmen.

        »Sie sah es als wichtig an, die Annahmen zu hinterfragen, die uns unbewusst einschränken.«

        Das wiederum sollte der Anspruch jeder Form von Aufklärung sein, ob nun naturwissenschaftlich, sozialwissenschaftlich oder philosophisch.

      3. „Das mit der Rationalisierung habe ich nicht verstanden. “

        mit anderen Worten: du hast das feministische Denken auf einen handfesten Nenner gebracht.

        „Das Bizarre an den Diskurs der sozialen Konstruktion ist, denke ich, dass sie von der kritischen Theorie der Frankfurter Schule herrührt.“

        Simmt nicht, diese Idee kommt von dem Franzosen Foucault und wurde von seinen Schülern verbreitet. Diese Idee geht in Wirklichkeit auf das „magische Denken“ der Vorzeit zurück: die Wirklichkeit ist Produkt des Denkens (und nicht andersrum). So zu denken war damals in Mode, die Quantenmechanik und andere moderne Physik wurde dahingehend von einigen Philosophen dahininterpretiert! Letzteres war der „Urknall“ der sogenannten „Postmoderne“ – unter dem Label werden alle möglichen irrationalen Denkrichtungen zusammengefasst. Das irrationale Denken verbreitete sich dann wie eine Lawine, alles unter sich begrabend. Die besagte „Frankfurter Schule“ hat diesen Trend nicht massgeblich gesetzt oder mitgestaltet, sie ist da nur mitgeschwommen, wie Treibgut.

  14. Wir scheinen uns einig zu sein, daß wir über die Absichten des anonyen Verfassers (m/w) nur spekulieren können und daß einiges darauf hindeutet, daß jemand unter falscher Flagge operiert. Insofern ist das Werk nicht als feministische Meinungsäußerung bewertbar und kann auch argumentativ nicht dahingehend zitiert werden.

    Argumentativ viel interessanter ist der Sachverhalt, daß Amazon bzw. der Buchhandel dieses Buch überhaupt verkauft. Wenn ich es recht verstehe, dann ist es in Teilen eine eindeutige Aufforderung, Straftaten zu begehen, was selbst ein Straftatbestand sein dürfte. Von offensichtlichem Hate-speech nicht zu reden.

    Spannend wäre also jetzt die Meinung bzw. Reaktion unserer selbsternannten Hate-speech-ÜberwacherInnen zu den Buch. Vermutlich haben sie bisher nichts davon mitbekommen, also müßte man sie mal gezielt darauf hinweisen. Wer hat denn hier ein Twitter-Konto und fragt mal beim BM für alle außer Männern oder ähnlichen Adressen an?

  15. Oje. Ich hoffe der Autor hat einen guten Anwalt und sitzt nicht in England. „Degree fraud“ kann dort bis zu 3 Jahre Knast bringen falls das hochkocht. Ich will gar nicht wissen was dasselbe Delikt in den USA bringt. Ganz zu schweigen wie das ausgeschlachtet wird wenn mal wieder ein Mann eine Frau imitiert um zu beweisen wie böse Frauen sind. Ein gefundenes Fressen für bestimmte Feministen.

    1. @Ach Du liebe Zeit:

      »Ganz zu schweigen wie das ausgeschlachtet wird wenn mal wieder ein Mann eine Frau imitiert um zu beweisen wie böse Frauen sind.«

      Wer das »ausschlachten« wollte, müsste freilich erst einmal zeigen, warum diese »Imitation« unglaubwürdig oder unrealistisch sein sollte. Denn wenn es eine Imitation ist, dann liegt sie zu nahe an der Wirklichkeit, als dass Feministinnen den Mut hätten, in diesen Spiegel zu schauen.

      1. Ich denke, daß Du mit Deiner Entgegnung vielleicht schon zuviel zugestehst.

        Es geht nicht darum, ob dieses Buch von einem Mann oder einer Frau geschrieben worden ist. (Und so weit ich das sehe, ist das oben auch nicht diskutiert worden.) Es geht (u.a.) darum, ob das Buch von einer Person geschrieben worden ist, die Kampagnen wie #MeToo, #ManToAvoid und deren Auswüchse unterstützt und fördert – oder von einer Person, welche diese Kampagnen und Auswüchse entlarven und kritisieren will.

        Ob diese Person ein Mann oder eine Frau ist, ist völlig gleichgültig. Wir könnten uns z. B. vorstellen, daß ein Typ wie Jakob Augstein das besagte Buch verfaßt hat, weil er meint, es müsse mehr männliche Opfer geben und mehr männliche Angst. Daß dieser Typ sich dann als weiblicher Autor ausgibt, hätte allein die Funktion, seine Anleitung für Frauen eingängiger zu machen. Es wäre eben keine Imitation „um zu beweisen wie böse Frauen sind“.

        Das ist ja eine Sache, die immer wieder auffällt: Für den Feminismus ist die Front ‚Frauen gegen Männer‘ – doch für die Männerrechtler ist die Front ‚Sexisten (im weiten Sinne) gegen Anti-Sexisten, wer auch immer dabei männlich oder weiblich sein sollte‘.

        Im Beitrag von Ach Du liebe Zeit oben gibt’s noch drei weitere Böcke – aber es lohnt nicht, diesen Text noch weiter aufzuwerten …

  16. Ein Lackmustest könnte sein: Welche Reaktionen seitens nachweislich echter Feministinnen gibt es auf dieses Werk? Distanzierung? Unterstützung? Gar keine?

    Zum Vergleich: Die religionskritische Satire „Creation Science Study“ https://creationsciencestudy.wordpress.com/ gibt sich nirgends zu erkennen, behauptet, ernst gemeint zu sein.
    Es gibt zwar jede Menge Angriffe von Kritikern, die die Satire nicht erkennen – das ist zu erwarten.
    Was ich aber nicht finde, ist Unterstützung von realen evangelikalen bzw. fundamentalistischen Christen.

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