Zeit Online über geschlechtliche Diskriminierung im Beruf

Die Zeit interessiert sich dafür, welche Erfahrungen ihre Leser zu sexueller Diskriminierung am Arbeitsplatz gemacht haben und bietet an, Erfahrungsberichte zu veröffentlichen:

Wir wollen von ZEIT ONLINE Lesern wissen: Haben Sie schon einmal Diskriminierung am Arbeitsplatz oder bei der Bewerbung erfahren? Wurden Sie schon einmal aufgrund Ihres Geschlechts, Hautfarbe oder Äußeren benachteiligt – oder weil Sie zu einer bestimmten Gruppe gehören? Schicken Sie Ihre Geschichte an debatte-arbeit@zeit.de.

Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser eine Story zu berichten, die die Zeit so nicht erwartet hätte. Eine über die Folgen von Frauenförderung bzw. Diversity-Management vielleicht? Oder darüber, dass er, wie James Damore, leider die falsche Meinung geäußert hat? Wer dergleichen mal erlebt hat, der sollte diese Einladung nutzen. Die Zeit ist zwar eher feministisch, aber ich denke, sie ist offen genug auch solche Beiträge zu veröffentlichen, die nicht der Opferfrauen-Doktrin entsprechen.

Dieses Angebot der ZEIT ist in einen Gastbeitrag einer jungen Frau eingebettet, die sich diskriminiert fühlt, weil Arbeitgeber sie in Bewerbungsgesprächen nach ihrer Familienplanung befragen. Ich kann nachvollziehen, dass Frauen diese persönliche Frage nervt, aber sie sollten verstehen, dass der Arbeitgeber nun mal davon ausgehen muss, dass eine junge Frau in absehbarer Zeit wegen ihrer Familie ausfallen wird und dies dementsprechend einplanen muss. Dass meistens nur Frauen diese Frage in Bewerbungsgesprächen gestellt wird, Männern aber nicht, liegt sicherlich ganz einfach an der gesellschaftlichen und biologischen Realität (Schwangerschaft, Stillzeit und engere Beziehung der Frau zum Kind). Diese Realität nehmen Unternehmer ganz nüchtern hin und handeln danach, ohne sich um die ideologischen Sprachregeln zu kümmern, auf die die Autorin des Zeit-Artikels beharrt.

Ferner wird in dem Artikel thematisiert, dass es dem Arbeitgeber eigentlich gar nicht erlaubt ist, den Bewerber nach Schwangerschaft und Familienplanung zu befragen. Das stimmt wohl. Der Arbeitgeber darf anscheinend sogar eine ganze Reihe an Fragen nicht stellen. Ich weiß nicht, auf welches Gesetz sich das stützt, aber ich halte das für verfehlt. Der Arbeitgeber sollte das Recht haben, zumindest Fragen zu Schwangerschaft und zur kommenden Familienplanung zu stellen, weil dies gerade bei jüngeren Frauen nun mal eine äußerst wichtige Frage ist. Die Folge dieses freien Wettbewerbes ohne Sprechverbote wäre natürlich politisch unkorrekt: Frauen würden es wegen ihrer natürlichen und kulturell bedingt weitaus engeren Bindung an die Kinder auf der Karriereleiter etwas schwieriger haben, als eh schon der Fall ist. Vielleicht – und diese Vorstellung ist gar schrecklich – würde sich dadurch sogar der unbereinigte Genderpaygap noch etwas erhöhen und anschließend der Antichrist zurückkehren! Kann alles passieren. Aber was sollte daran so schlimm sein? Und warum genau sollte das Gesetz daraus den Arbeitgebern einen Strick drehen?

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Fundstück: Ahoi Polloi über die Big-Data-Gegenbewegung, Bücherverbrennungen und friedliche Proteste

Von Schmunzel-Beiträgen zu politischen Kommentaren – Ahoi Polloi kann einiges. Es sei daran erinnert, dass in der Geschlechterdebatte tatsächlich bereits Ansichten wie „wenn es dem richtigen Ziel dient, sind Straftaten in Ordnung“ geäußert wurden und selbst Bücherverbrennungen gegen Autoren „mit falschen Ansichten“ hat es schon gegeben.

  1. die Big-Data-Gegenbewegung
  2. Bücherverbrennungen
  3. friedliche Proteste

bisherige Erwähnungen von Ahoi Polloi:

  1. die Geschlechterfrage, gesellschaftlichen Wandel und die tolle SPD
  2. über Diversity, die Bundeswehrreform und eine Twitter-Alternative
  3. über Gewalt und Beziehungen
  4. über Fake News, die „alternative Rechte“ und Martin Schulz
  5. über Medienblockade, political correctness und Ballerspiele
  6. über Beschimpfungen, Hate Speech und den postheroischen Mann
  7. über Nazis, freie Meinungsäußerung und immer wieder Nazis
  8. Ausreden, Fake News und Rassismus
  9. prägnante Wahlanalyse
  10. Donald Trump, Politik und Medien
  11. Genderidentität, politisch korrekte Sprache und das Rederecht bei den Grünen
  12. Sexismus
  13. Modernität bei Arbeit, Gesellschaft und Moby Dick
  14. kulturelle Aneignung, rape culture und sexistische Werbung
  15. gegen mansplaining und Mikroaggressionen und für die Wahrheit
  16. das neue Sexualstrafrecht und die Unschuldsvermutung
  17. dreimal zu „hate speech“
  18. eine ganze Sammlung
  19. zu Sprache

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Die Logik „wir müssen das Buch verbrennen, um die Welt, wie wir sie kennen, zu retten“ taucht erstaunlicherweise auch in „Zurück in die Zukunft II“ auf. Selbst ein Titel des Soundtracks ist danach benannt.

Alan Silvestri: Back To The Future II – Burn The Book