Kurznachrichten vom 18.07.2017

1: Das Gunda-Werner-Institut der grünen Heinrich-Böll-Stiftung hat ein neues WIKI über die bösen „Antifeministen“ gestartet. Für uns ebenso eine wertvolle Hilfe für Links und Vernetzungsmöglichkeiten. 😉

Ich habe ein wenig darauf herum gesurft. Da gibt es inhaltlich sicher viel zu kritisieren, aber das ist mir jetzt zu müßig, um jetzt in Einzelfälle einzusteigen. Das kann gerne wer anders übernehmen. Es wird auch viel über Gestalten referiert, mit denen ich nicht viel gemeinsam habe. Allerdings liegt es natürlich im Interesse der Grünen, den Eindruck zu erwecken, das sei alles rechts bzw. extrem rechts, was diese „Antifeministen“ so treiben.

2: Auf die taz ist wirklich Verlass. Nach der Kölner Silvesternacht, wer waren da die Schuldigen? Natürlich nicht Zuwanderer aus muslimischen Staaten, sondern – Männer. Und nach den Krawallen vom G20 waren es natürlich auch nicht Linksextreme, sondern – Männer. Ja, warum sind wir nicht gleich darauf gekommen? Unter dem Titel „Problematische Kerle: Debatte um toxische Männlichkeit“ walzt Redakteurin Nina Apin eine der feministischen Lieblingserfindungen, nämlich besagte „Toxische Männlichkeit“ aus. Der Artikel beginnt so:

Junge Männer mit entblößten Oberkörpern stürmen wie von Sinnen einer Wand von Polizisten entgegen. Junge Männer mit wutverzerrten Gesichtern schmeißen mit Flaschen, Steinen, Gehwegplatten. Junge Männer treten, völlig enthemmt und aus vollem Halse Beschimpfungen brüllend, gegen Schaufensterscheiben, fackeln Autos ab, plündern Läden.

So geht das ganze 14 Absätze in ähnlichem Stil weiter. In den letzten zwei Absätzen versucht sie dann alibimäßig die Kurve zu kriegen, was aber nicht mehr als ein Feigenblatt ist, um den triefenden Männerhass ein wenig zu kaschieren:

Dringend reden muss man jetzt erst mal über das Verhältnis der radikalen Linken zur Gewaltfrage. […] Vieles an Hamburg war toxisch. Und nur manches davon hatte direkt mit problematischen Kerlen zu tun.

Ja, müsste man. Dumm nur, dass dafür jetzt in diesem Artikel kein Platz mehr ist. Einer der Kommentatoren lässt sich tatsächlich aufs Glatteis führen:

Danke für die die Ehrenrettung für uns Männer, sofern dies gewollt war.

Da weiß man nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll, denn das war genau das Gegenteil einer „Ehrenrettung“.

Ich wette darauf, dass bei der nächsten Nazi-Gewalttat ausnahmsweise mal wieder die Ideologie bzw. Sozialisation Schuld sein darf und nicht nur das Geschlecht. Wer hält mit?

3: Ich habe neulich über die Vorgänge im Freiburger Frauenbad berichtet, wo nach einigen Streitereien wieder männliche Bademeister eingesetzt werden. Jetzt gibt es eine Petition dagegen mit dem Ziel, wieder nur weibliche Bademeister zuzulassen:

Der Einsatz von männlichem Personal schließe nicht nur gezielt viele muslimische Frauen aus, sondern treffe auch Frauen, die aufgrund von Gewalterfahrungen oder sich schlicht abseits von alltäglichen Blicken und Übergriffen eine Auszeit wünschten, heißt es weiter in der Petition. „Zu glauben und zu verdeutlichen, Ruhe und Sicherheit im Damenbad nur durch die Präsenz und Aufsicht von männlichem Personal zu leisten, ist zutiefst reaktionär und sexistisch.“

4: Breit in der Presse wurde vergangene Woche über die „Vertrauliche Geburt“ berichtet, die es jetzt seit drei Jahren gibt und die bisher über 300 Frauen genutzt haben, z.B. beim DLF Kultur, der RP und bei der ZEIT. Bei dieser Art der Geburt bleibt die Mutter anonym, allerdings kann das Kind ab dem 16. Geburtstag ihren Namen erfahren. Den Namen des Vaters leider nicht, und dieser kann auch nichts dagegen tun. Die Beiträge thematisieren das unisono noch nicht einmal.

5: Genderama hat am Sonntag über einen von Edition F in der ZEIT übernommenen feministischen Artikel berichtet, der die Frauenquote unterstützt. Eine Studie aus Schweden soll gezeigt haben, dass die Quote auch das Kompetenzlevel der Männer erhöhe in den Posten, die ihnen nicht durch die Frauenquote weggenommen werden. Und woran misst diese Studie die Kompetenz? Ganz einfach: am Einkommen. Eine Kernthese der Studie, die die feministische Autorin bejubelt, mit der die Studie auch steht und fällt, ist also die Korrelation zwischen Einkommen und Kompetenz. Ich finde diese These zwar diskutabel, aber doch leicht abenteuerlich.So einfach ist das sicher nicht.

Aber nochmal zum Mitdenken: Was genau bedeutet das für die Analyse des Gender Pay Gaps, wenn man vom Einkommen auf die Kompetenz schließen kann? Mehrere Kommentatoren bei ZEIT Online weisen dezent darauf hin, dass das doch ein grandioses feministisches Eigentor ist.

6: Nun wirds zweimal Off-Topic, die beiden Themen passen aber hervorragend zusammen: Im Münchener Stadtteil Sendling musste ein alteingesessenes italienisches Restaurant schließen, weil ihm offenbar auf Betreiben zweier SPD-Funktionäre aus dem Sendlinger Bezirksausschuss der Pachtvertrag von der Brauerei gekündigt wurde. Das Vergehen des Wirts: Er hat sich geweigert, ein paar Pegida-Leuten Hausverbot zu erteilen, die sich regelmäßig bei ihm trafen. Wobei diese weder randalierten noch agitierten. Der Wirt meinte dazu:

„Die Leute kamen einzeln. Sie reden unter sich. Soll ich jeden nach seiner Gesinnung fragen? Ich bin Wirt und kein Spion!“

Womit er vollkommen recht hat. Wenn das ein Ausrutscher wäre, wäre das schon schlimm genug, aber diese Art von Gesinnungsterror scheint mir derzeit leider typisch für die SPD zu sein. Ist es jetzt so weit, dass Wirte als Spitzel eingespannt werden, und wenn sie sich weigern, verlieren sie ihre Existenz? Ist es jetzt schon so weit, dass „Rechtspopulisten“ das Recht verwirkt haben, zusammen ein Bier in einer Wirtschaft trinken gehen zu dürfen? Und wer genau waren in dieser Angelegenheit die Fremdenfeinde? Die, die dem italienischen Wirt Umsatz beschert haben, oder die, die ihm die Existenz kaputt gemacht haben? Danisch hat auch was dazu.

7: Am Samstag trafen sich 6000 Anhänger der rechten Szene und feierten im thüringischen Themar ein Rechtsrockfestival. Um so etwas künftig zu vermeiden, will Ministerpräsident Bodo Ramelow (LINKE) das Versammlungsrecht einschränken. Noch gerade eben haben ebenfalls Linke als Reaktion auf die G20-Krawalle als Lösungsmöglichkeit eine Lockerung des Vermummungsverbots eingefordert.

Für mich klingt das wie: Wenn wir für den Weltfrieden plündern und brandschatzen, dann soll uns bitte möglichst nichts daran hindern, zumindest keine Identifikation durch die Polizei, aber Nazis sollten sich noch nicht mal zum Musikhören und Biertrinken treffen dürfen. Den dezenten Unterschied zwischen den beiden Veranstaltungen, nämlich dass das Nazi-Treffen völlig friedlich und ohne Probleme abgelaufen ist im Gegensatz zu den G20-Randalen, würde man am liebsten unter den Teppich kehren.

Also wenn man schon das Vermummungsverbot abschaffen will mit der Begründung, dass es deeskalierend wirke, weil dann die Polizei diese Straftat nicht mehr verfolgen müsse, wäre es nach dieser Logik nicht auch deeskalierend, wenn man den Hitlergruß wieder legalisieren würde?

Wie da auf der linken Seite der moralische Kompass so dermaßen ins Schleudern geraten ist und man sich mehr und mehr in Freund-Feind- und schwarz-weiß-Kategorien zurückzieht und nur noch die Wagenburg verteidigt, ist schon frappierend. Ihr Linken, egal ob Sozis, Grüne oder „Linke“ oder sonstwie parteilich ungebunden, ehrlich, Ihr habt in diesem Zustand einfach fertig, und das ist elendiglich traurig für mich, weil ich mich eigentlich noch ein wenig zugehörig fühle. Aber in diesem Zustand darf man Euch einfach keine Verantwortung mehr überlassen, so leid es mir tut.

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4 Kommentare zu „Kurznachrichten vom 18.07.2017“

  1. Zu 5) Die USA haben demnach jetzt den kompetentesten Präsidenten seit langen…… ?

    Btw. War Schweden nicht das Land mit den ganzen Goldröcken?

  2. zu 1.

    danke aranxo für den hinweis. dieses wiki ist ne goldgrube 🙂

    „Allerdings liegt es natürlich im Interesse der Grünen, den Eindruck zu erwecken, das sei alles rechts bzw. extrem rechts, was diese „Antifeministen“ so treiben.“

    ja, und die taktik ist, dass einfach alle möglichen antifem./maskulistischen positionen mit prädikaten wie „nationalistisch“ und „rassistisch“ ausgeschmückt werden. unnötig zu erwähnen, dass sich dieses wiiki selbstverständlich vor allem mit politischen strömungen auseinandersetzt, die auch innerhalb der maskulistisch/antifeministischen szene marginal sind (z.B. frauen zurück an herd, schwule sind böse..) und diese dann als repräsentativ ansieht. das war ja zu erwarten, aber dabei bleibts nicht: der schwerpunkt der argumentation ist in der regel der verweis darauf, dass es personelle und institutionelle überschneidungen mit dem nationalismus und christl. fundamentalismus gibt. Z.B. beim lemma „antifeminismus“ (des wichtigsten lemmas im ganzen wiki, weil es sich direkt mit dem thema des wikis auseinandersetzt und damit programmatischen charakter hat) heißt es gleich im zweiten satz:

    „Der Antifeminismus ist breit gefächert und er wird von verschiedenen gesellschaftspolitischen Strömungen vom Nationalismus, Neonazismus bis zum Neoliberalismus vertreten.“

    was soll dieser verweis auf diese politischen strömungen? und wenn sowas schon sein muss, wieso fehlt dann dort der verweis auf liberalen, konservativen und linken antifeminismus?? weil es dann nicht „rechts“ genug klingen würde und auf diesem niveau gehts dann fröhlich weiter. in der regel werden einfach ohne zusammenhang die wörter „national“, „nationalistisch“, rassistisch“ oder „rechts“ in den satz eingefügt oder der blick einzig und allein auf rechts-nationalen antifeminismus gelenkt:

    „Antifeminismus […] vertritt einlinige Geschlechterbilder. Sie lassen sich auf die bürgerlichen nationalen Leitbilder des 19. Jahrhunderts zurückführen.[2] Der Mann ist danach zum Bürger und Kämpfer und die Frau zur Mutter und Hausfrau der Nation bestimmt. […] das Männerbild ist gespalten: Es entspricht der nationalen hegemonialen Männlichkeit; so beschwört es den nationalen Kämpfer und Helden, in rechtsextremen Kontexten den männlichen Beschützer der schutzbedürftigen „blonden Frau“. Doch Männer mit Migrationshintergrund oder Homosexuelle werden teils als bedrohlich dargestellt und abgewertet.“

    des weiteren fand ich interessant, dass in dem gesamten wiki nicht ein einziges mal das wort „feminismuskritisch“ bzw. „Fem.kritik“ vorkommt (kann man durch die suchfuktion leicht ermitteln). denn kritik am feminismus ist im weltbild des grünen gunda-werner-instituts natürlich völlig unmöglich. damit müsste man sich ja vielleicht noch auseinandersetzen, um Göttins willen, wo komm wa denn da hin! „Kritik“ kann nur links sein, ansonsten ist es „Hass“. jeglicher nicht-feminsmus ist natürlich „Antifeminismus“ und so werden dann auch sämtliche blogger/aktivisten/autoren der szene bezeichnet. und wie wir schon gelernt haben sind alle „antifeministen“ mehr oder weniger nazis und frauenfeinde. wer nicht bedingungslos für uns ist, ist gegen uns.

    des weiteren wird nur dann ausführlich berichtet, wenn man irgendwas als „rechts“ darstellen kann, weil es überschneidungen zum nationalismus/rassismus etc.. gibt. Wenn es aber nichts gibt, was man als „rechts“ darstellen kann, sind die informationen auf diesem wiki sehr oberflächlich. über die wichtigsten themen des maskulismus (rechte von trennungsvätern, probleme von jungen in der schule, gewalt gegen männer) wird auch im lemma über „maskulismus“ kein einziges wort verloren. stattdessen wird alles getan um den maskulismus irgenwie als rechte antifeministische verschwörungstheorie hinzubiegen.

    der langen rede kurzer sinn: billige verleumdungspropaganda.

  3. zu 2.

    ich kann die kritik an dem taz-artikel nicht nachvollziehen. die autorin thematisiert, dass die randalierer in hamburg größtenteils männer waren und erklärt das mit dem konzept der „toxischen männlichkeit“- also einem fehlgeleiteten männlichkeitsbild. sie macht nicht die männer oder männlichkeit an sich schuldig. was ist also deine kritik daran?

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