Mutterschutz und Vaterschutz

Passend zum Muttertag hat die Zeit den neuaufgelegten Mutterschutz gefeiert. Genau genommen ist es mehr ein Schritt hin zur besseren ökonomischen Verwertbarkeit von Schwangeren und Müttern, aber ansonsten scheint das Patriarchat seit Jahrzehnten gute Arbeit bei der Unterdrückung, äh, beim Schutz von Frauen gemacht zu haben. Feminismus ist halt nicht der Kampf für die Freiheit der Frau, jedenfalls nicht wenn die gewünschte Freiheit vom gewünschten Rollenverständnis abweicht.

Daher sei am heutigen Tag nochmal daran erinnert, daß zu einem Kind Mutter und Vater gehören. Und dass Väter weiterhin bei allem rund um Mutterschutz exakt gar keine Rechte haben. Dabei wäre es doch so einfach. Ein Verbot für den Arbeitgeber, dem Vater um dem errechneten Geburtszeitraum längere und weit entfernte Dienstreisen anzuordnen. Ein, zwei Tage Sonderurlaub.

Danke für nichts, Frau Schweswig!

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3 Kommentare zu „Mutterschutz und Vaterschutz“

  1. @Gerhard:
    Jetzt sei doch nicht so unfair zu Frau Schwesig, natürlich ist auch an die Väter gedacht! Es steht uns ein ganzer Tag Sonderurlaub zu, laut manchen Tarifverträgen sogar zwei! Gut, das kann der Arbeitgeber vertraglich ausschließen, und unverheiratete Väter gehen sowieso leer aus, aber wir wollen da doch mal nicht kleinlich sein! Schließlich ist das ja ein ganz neues Ding, diese Familien ohne Trauschein, da kann man nicht erwarten, dass sich die Familienpolitik schon darauf eingestellt hat.

    Im Ernst, ich bin gerade Vater geworden (und hatte das wahnsinnige Glück, mir die Zeit nach der Geburt selbst einteilen zu können). Diese Regelung ist fahrlässige, wenn nicht gewollte Väterentfremdung. Natürlich ist die Mutter körperlich weit stärker betroffen, aber die acht Wochen Mutterschutz sind nicht nur damit begründet (meine Partnerin z.B. war nach zwei- drei Wochen berufstechnisch wieder komplett fit), sondern auch mit der Sorge ums Kind und dem Aufbauen des Eltern-Kind-Verhältnisses. Dadurch drängt man den Vater gerade in der wichtigen Zeit nach der Geburt in die Versorgerrolle, und erschwert den Aufbau der Beziehung zum Kind. Und häufig bleibt es dann eben auch bei dieser Rollenverteilung. Elternzeit hilft da auch nur bedingt, ist aber immerhin eine Möglichkeit, auch wenn sie min. sieben Wochen im Voraus beantragt werden muss.

    Andere Länder wie z.B. Frankreich (immerhin 11 Tage Vaterschaftsurlaub), Österreich oder die skandinavischen Länder sind da wirklich schon weiter.

    [1] http://www.netdoktor.de/schwangerschaft/sonderurlaub-bei-geburt/

  2. Nicht zu vergessen der Kündigungsschutz. Hat eine Mutter ab Bekanntwerden der Schwangerschaft. Ein Vater erst 8 Wochen vor Beginn der Elternzeit.

    1. Genau! Ganz wichtiger Hinweis!

      Für den Vater (auch dem nicht verheirateten so Mutti es ihm zugesteht) gilt der Kündigungsschutz 8 Wochen vor Beginn des beantragten Elternurlaubs.

      Zusammen mit der im ersten Kommentar angeführten Frist den Elternurlaub mindestens 7 Wochen vor geplanten Antritt beantragen zu müssen bleibt dem Vater genau eine Woche, um diesen kündigungsgeschützt zu beantragen.

      Ich kenne 2 Väter die im Sinne des Arbeitgebers aber in Unkenntnis der Rechtslage den Elternurlaub schon früher als zwei Monate vorher beantragten und dafür mit einer gerichtsfesten Kündigung belohnt wurde.

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