Fundstück: Lucas Schoppe über Sexismus in der Macron-Debatte

In der Diskussion um Emmanuell Macron und seine Frau schreibt Lucas Schoppe einen sehr schönen Kommentar:

Ob Macron nun keine andere abbekommen hat (danach sieht er nun wirklich nicht aus), oder ob er in seine Frau einfach verliebt war, oder sonst noch was ganz anderes – das finde ich völlig egal.

Interessant ist die Wahrnehmung von außen. Carline Mohr schreibt bei Spiegel-Online:

„Aber die Aufregung über das Alter von Brigitte Macron nervt mich. Warum? Weil bei einer deutlich älteren Ehefrau mehr gestaunt und gelästert und analysiert wird als bei einem deutlich älteren Ehemann. Es ärgert mich, weil dem die Annahme zu Grunde liegt, dass Frauen jung und schön sein müssen, um für einen Mann begehrenswert zu sein.“
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/felix-baumgartner-ivanka-trump-kim-kardashian-feminismus-auf-twitter-und-co-kommentar-a-1144981.html

Da geht es nun darum, dass Macron noch deutlich minderjährig war, als die Beziehung zu seiner Frau begann, und dass er obendrein ihr Schüler war – aber Mohr macht daraus im „Wutanfall“ klar, dass auch hier die Gesellschaft Frauen benachteilige.

Sie macht das wider besseren Wissen – direkt unter der Passage verlinkt sie eine Focus-Meldung, der es unmissverständlich klarstellt, worum es eigentlich geht. Interessiert die Feministin Mohr nur nicht. Pffff, was ist schon sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen, wenn es dabei um Jungen geht.

Sie tut einfach mal so, als ob es alle Menschen völlig normal finden würden, wenn ein männlicher Lehrer eine Beziehung mit seiner fünfzehnjährigen Schülerin beginnt. Umgekehrt ist es natürlich richtig: Dass sie eine Frau ist, und er ein Junge war, hat sie geschützt.

Ich habe bei Alles Evolution ebenfalls mehrfach kommentiert, möchte aber noch einen anderen Beitrag empfehlen: Der Lotosritter äußerte sich ebenfalls zu dem Fall.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Dazu ein wenig französische Popmusik!

Alizée: Moi Lolita

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9 Kommentare zu „Fundstück: Lucas Schoppe über Sexismus in der Macron-Debatte“

  1. würde den artikel von lucas schoppe ganz gern lesen, ist aber anscheinend nicht richtig verlinkt. und auch bei man tau kann ich ihn nicht finden.

    ansosten würd ich sehr gern mal wissen, wie er darauf kommt, dass macron von seiner ehefrau sexuell missbraucht wurde! nur weil die beiden sich kennengelernt haben während er ein sogenannter minderjähriger war? als wenn man mit 15 nicht reif genug wär sich zu verlieben.

    wenn es sich nicht um sexuellen missbrauch handelt – wovon ich jetzt einfach mal ausgehe – ist die kritik von Carline Mohr völlig legitim.

      1. oh danke für den hinweis. dein link ist tot, aber ich habs jetzt trotzdem gefunden.

        dein artikel zu dem thema bei lotoskraft find ich übrigens unmöglich. siehe mein kommentar unten. aber noch einen hinweis dazu, weil ich schon ahne was jetzt kommen wird: was du und andere jungs (und mädchen) erlebt haben leugne ich nicht und verharmlose ich nicht. ich find es nur dreist, davon auszugehen, dass andere fälle genauso abgelaufen sein mussten um dann zu versuchen fremden leuten die privatsphäre zu zerstören. aber den punkt der doppelmoral teile ich.

  2. im dem erwähnten focus-artikel steht nichts darüber. aber ich bin auf einen artikel im merkur gestoßen:

    https://www.merkur.de/politik/emmanuel-macron-seine-ehefrau-brigitte-ist-25-jahre-aelter-ihre-liebe-war-ein-skandal-zr-8212275.html

    ich kenne dieses medium nicht, aber ich geh jetz einfach mal davon aus, dass alles was da steht die wahrheit ist. dort ließt man jedenfalls folgende pikante sätze:

    „Wie die Daily Mail, die im Umfeld von Freunden und Bekannten des Paares recherchierte, außerdem berichtet, will Brigitte auch heute nicht verraten, wann sie zum ersten Mal Sex mit Emmanuel hatte. Auf diese Frage soll sie gesagt haben: „Niemand wird jemals erfahren, zu welchem Zeitpunkt unsere Geschichte eine Liebesgeschichte wurde. Das ist unser Geheimnis.“

    Das hat wohl auch einen guten Grund – und der ist wohl juristischer Natur. Laut Daily Mail hätte Brigitte nämlich Ärger wegen der Verführung eines Minderjährigen bekommen können. “ [zitat merkur ende]

    nun gut, also spinnen wir jetz mal weiter und gehen davon aus, dass die gute frau sich strafbar gemacht hat. in diesem spekulativen fall gilt für mich folgenes:

    1. der geschlechtsverkehr war höchstwahrscheinlich einvernehmlich, denn macron liebte sie und ist bis heute glücklich mit ihr verheiratet.

    2. das solche beziehungen strafbar sind ist verwerflich. es ist einfach nur unnötiges prüdes sittengesetz à la USAudiarabien. beweis? -> das positive bsp der Macrons.

    3. in einem hat schoppe* recht: wenn der fall umgekehrt gewesen wäre, wäre das in unserer feministischen leidkultur ein riesen skandal. der mann würde als kinderschänder gebrandmarkt werden und wär möglicherweise seines lebens nicht mehr sicher. das ist doppelmoral. das ist ungerecht.

    4. das ist aber kein grund, macrons ehefrau deshalb genauso zu dämonisieren und ihr privatleben in der geifernden öffentlichkeit auszuschlachten, wie man es mit einem volljährigen mann gemacht hätte. genau das scheint mir schoppe* aber zu versuchen.

    *sofern lucas schoppe besagten artikel überhaupt geschrieben hat. denn ich kann den beim besten willen nicht finden. wurde der artikel vielleicht gelöscht? ansonsten ersetze „schoppe“ durch „graublau“, denn du scheinst diese position ja zu verteidigen.

    1. Um ein mögliches Missverständnis aufzuklären: Es geht darum, dass dieselbe Kombination mit umgekehrten Geschlechtern in Bausch und Bogen verdammt würde und der Mann als Perverser und Missbraucher gebrandmarkt würde. Dass im Spiegel dann auch noch die Frau als Opfer dargestellt wird, wie hier von Lucas Schoppe aufgezeigt, setzt dem Fass die Krone auf.

      Problematisch bleibt, das habe ich auch bei Alles Evolution in den Kommentaren geschrieben, die Tatsache, dass hier ein Abhängigenverhältnis bestand. Das ist kein hartes Kriterium (vergleiche die sehr abwägenden Worte von Thomas Fischer http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/sexuelle-gewalt-sexualstrafrecht/komplettansicht ), es ist aber auch nicht unproblematisch.

      Wenn die Information stimmt, dass Macron zu Beginn des Verhältnisses 15 war, kommt der Aspekt der Minderjährigkeit (den es ja ebenfalls in Stufen – U18, U16 usw. gibt), hinzu. Als Gedankenexperiment: Man stelle sich vor, Donald Trump hätte Melania (ungefähr gleicher Altersunterschied!) kennengelernt, als sie 15 und seine Angestellte war. Wie würde das heute gedeutet, selbst wenn sie beteuert, sehr glücklich zu sein?

      1. „Es geht darum, dass dieselbe Kombination mit umgekehrten Geschlechtern in Bausch und Bogen verdammt würde“

        ja zum einen gehts darum. und dazu hab ich mich ja auch geäußert. siehe punkt 3. aber zum anderen gehts dir und Schoppe und Lotosritter auch offenslichtlich darum, das handeln dieser frau als unmoralisch darzustellen. und da geh ich absolut nicht mit. da könn noch so viele abhängigkeitsverhältnisse bestehen. nichts was ich bisher gelesen habe deutet darauf hin, dass diese beziehung illegitim war (außer die bescheuerte gesetzeslage natürlich), weil nichts darauf hindeutet, dass das abhängigkeitsverhältnis zu ungunsten des jungen macron ausgenutzt wurde.

        „Dass im Spiegel dann auch noch die Frau als Opfer dargestellt wird, wie hier von Lucas Schoppe aufgezeigt, setzt dem Fass die Krone auf.“

        das hat damit gar nichts zu tun. der aspekt, den die Mohr anspricht, ist ja eben nicht die minderjährigkeit sondern nur der altersunterschied. und da ist es nunmal so, dass solche beziehungen, wo die frau wesentlich älter ist als der mann, mehr häme und aufmerksamkeit auf sich ziehen. darum, und nur darum, gehts der Mohr. den aspekt der minderjährigkeit behandelt sie nicht, muss sie auch nicht, weil es darüber eh keine fakten gibt und man das auch getrennt davon beurteilen kann.

  3. @Jonas: Nichts, was Sie aus meinem Text herauslesen, habe ich geschrieben. Ich stelle Frau Marcon nicht als unmoralisch dar, sondern benenne ihr Verhalten damals als einen strafrechtlich relevanten Fall. Das war es auch schon, nicht umsonst lautet der Titel meines Beitrages: „Strukturen des Missbrauchs am Beispiel Emmunel Macron“. Und mit diesen darin von mir erkannten Strukturen befasst sich der Beitrag, wie ich ja auch ausdrücklich bemerkte: „… dass es, was sexuellen Missbrauch und Ausbeutung von jungen Burschen durch ältere Frauen angeht, keine Sensibilität gibt; dass diese Form sexueller Übergriffigkeit schlichtweg übersehen beziehungsweise bewusst ignoriert wird …“

    1. „An dieser nonchalanten Bemerkung [zum fall macron] kann man jedoch erkennen, dass es, was sexuellen Missbrauch und Ausbeutung von jungen Burschen durch ältere Frauen angeht, keine Sensibilität gibt; dass diese Form sexueller Übergriffigkeit schlichtweg übersehen beziehungsweise bewusst ignoriert wird“

      Dieser satz soll einfach nur darauf hinweisen, dass die frau sich strafbar gemacht hat und mehr nicht?? nein, das was ich hier lese ist moralisierung. ansonsten wären Sie mit begriffen wie „sexuelle gewalt“ etc. viel distanzierter umgegangen. und warum sollten denn diese leute in dem video den fall macron als fall sexuellen missbrauchs thematisieren und nicht einfach nur als fall unkonventioneller liebe? sie haben doch keinen vernünftigen anlass dazu. weder irgendwelche beweise für die strafbarkeit noch die entsprechende – mir fällt leider keine bessere bezeichnung dafür ein – „anti-MILF-moral“. sie findens halt ok. und ich auch. und herr macron auch. Aber Sie offensichtlich nicht und das kann ich nicht nachvollziehen.

      Mit so einem rechtsurteil wäre ich im übrigen vorsichtig, weil Sie kein richter sind und der fall nie vor gericht kam und es keine beweise gibt.

      (können wir uns duzen? ich musste ständig meinen kommentar korrigieren weil ich versehentlich „du“ geschrieben hab)

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