Zeit und Pendler: Wenn die Genderaspekte ungemütlich sind

Mehr als doppelt soviele Männer als Frauen pendeln. Männliche Pendler legen dabei längere Strecken zurück als Pendlerinnen. So hätte die Überschrift in den „Qualitätsmedien“ heissen können. Wäre es andersherum, so stände das auch da.

Zeit Online ist ja schon ein ziemliches Genderkampfblatt. Locker drei radikalfeministische Artikel pro Tag, dazu noch das feministische Sonderschulprojekt Zett und daneben noch mit Frau Kahane und anderen Kämpfer_*Innen gegen Freiheit und Wahrheit unter einer Decke. Frauen-sind-besser-aber-Opfer-Quoten-her-und-wir-müssen-dringend-über-Menstruation-bei-weiblichen-Führungskräften-reden.

Aber halt auch nur wenn es paßt. Bei Pendlern anscheinend nicht. Obwohl, das ist sexistisch. Das muß „pendelnde“ heißen!

Pendler sind gestresster und anfälliger für Krankheiten – auch für psychische.

Na, da fällt dem maskulistisch geschulten Leser doch was ein. Haben Frauen nicht gerade erst mit der Lohnarbeit für dieses Jahr angefangen? Und war einer der nicht näher untersuchten Gründe für den Gender Pay Gap von ca 23%-2% nicht die größere Flexibilität von Männern? Von unbezahlten Überstunden und all dem patriarchalen Dreck? Von der Bereitschaft zu Pendeln etwa? Und da ist ein ganzer Artikel in der Zeit ohne Genderaspekt?

Aber schauen wir uns mal an, was der Spiegel zu sagen hat. Denn die Qualitätspresse schreibt ja eh nur von dpa ab. Spiegel, das einstige Sturmgeschütz der Demokratie, heute eher die Heimat von Radikalverwirrten Gendertröten wie Stokokowski. Ein weiterer Quell von feministischen Lügen und Unsinn und hat auch sein eigenes feministisches Sonderschulprojekt namens Bento.

„Die verfügbaren Untersuchungen zeigen, dass tägliche Pendelmobilität die körperliche und psychische Gesundheit der Erwerbstätigen gefährden kann und einen negativen Einfluss auf das Gesundheitsempfinden hat“, sagt Simon Pfaff vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden.

Scheint, daß SpOn irgendwas auf der Spur ist.

„Je länger die Fahrzeit der Erwerbstätigen, desto größer die Belastung, auch weil weniger Zeit zum Regenerieren bleibt.“ Die Krankenkassen beschäftigen sich seit Jahren mit dem Thema. So haben Pendler laut einer Studie der Techniker Krankenkasse ein höheres Risiko, psychisch zu erkranken.

Nur was? Schauen wir mal in den Artikel, den SpOn schon letztes Jahr zur gleichen Studie vom selben Auftraggeber gebracht hat und praktischerweise verlinkt ist.

Für den typischen Fernpendler ist Hammer ein gutes Beispiel: Er ist promovierter Physiker, hat Frau und zwei Söhne und ist Alleinverdiener. Seine Familie sieht er nur am Wochenende. „Das Pendeln ist ein notwendiges Übel“, sagt er.
Hammer wechselte nach Düsseldorf zu einem Mobilfunkanbieter ins Management, weil er dort bessere Karrierechancen sah. Frau und Kindern wollte er den Umzug aber nicht zumuten, so wie viele Pendler. DGB-Experte Adamy erklärt das mit der insgesamt gestiegenen Berufstätigkeit bei Frauen: „Wenn sie hinterherzieht, ist das Risiko groß, dass sie keine gleichwertige Stelle mehr findet.“

Adamsky scheint ein großer Spezialexperte zu sein. Was sagt uns uns das Wort „Alleinverdiener“ in Bezug auf Hammers Frau? Da kommt der nie drauf. Dafür komme ich nicht darauf, wie steigende Berufstätigkeit von Frauen das Risiko steigert, keine gleichwertige Stelle mehr zu finden. Konkurrieren Frauen um Frauenarbeitsplätze? Oder haben die halt einfach keinen Bock zu pendeln? Das würde ich für eine coole Idee halten, nur muß man sich das halt auch leisten können – im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch auch wenn ein Teil zu Hause bleibt, drohen Probleme. „Es wird für alle Beteiligten schwieriger, Privatleben und Beruf unter einen Hut zu bringen“, schreibt Adamy in seinem Papier. Als besonders belastend werde der Mangel an Zeit empfunden, denn die Anfahrt geht von der Freizeit ab. Bei Hammer sind das zwischen vier und sechs Stunden pro Strecke, je nach Verkehrsaufkommen. „Es ist schon ein gewisser Stressfaktor zusätzlich da“, meint er. Weil er nur am Wochenende da sei, sei etwa die Erziehung der Söhne hauptsächlich an seiner Frau hängengeblieben. Und einen Freundeskreis habe er sich in Düsseldorf auch nicht aufgebaut. Das bedeute viele Abende allein in der Zweitwohnung. „Mein sozialer Mittelpunkt bleibt Nürnberg.“

Halten wir fest. Pendeln ist doof, macht keinen Spaß dafür aber krank. SpOn findet keinen Genderaspekt. Und jetzt schauen wir doch mal in die Originalstudie. Wirklich kein Genderaspekt?

http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2007/Downloads/2_3BrinkmannDittrichMielke.pdf?__blob=publicationFile&v=2

„[…] an den vollzeitbeschäftigen Pendlern haben Frauen bereits[sic!] einen Anteil von über 30%“ (S.95)

Nun ist die Metrik „Pendeln“ recht ausbaufähig, denn Pendler ist, wer die Gemeindegrenze überschreitet. Das ist natürlich wenig sinnvoll. Ein Hamburger, der im Norden wohnt und im Süden arbeitet, hat lange und aufreibende Wege von über einer Stunde, pendelt aber nicht laut Definition. Wer auf dem Land an der Gemeindegrenze lebt und rüber zum nächsten Bauernhof geht, der pendelt auch wenn er das zu Fuß macht. Aber selbst 20km Autofahrt wären wahrscheinlich schnell und stressfrei zu erledigen.

Auch wenn geeignete Daten weitgehend fehlen, so kann man aus der Karte auf S.95 doch zumindest erahnen, dass Frauen weniger weite Distanzen pendeln. In den eher strukturschwachen Gebieten im Norden und Osten NRWs sind sie deutlich seltener als in den Ballungsräumen. In letztgenannten spricht die Studie auch von „Erreichbarkeitspotenzialen“, sprich es ist dort einfacher zu pendeln.

Aus der Studie geht eindeutig hervor, daß Pendeln eine männliche Domäne ist. Deutlich mehr Männer als Frauen pendeln. Und das macht alles mögliche, wahrscheinlich ist es verantwortlich für im Schnitt mehr Gehalt, aber sinnstiftend ist es nun wirklich nicht. Pendler sind die Helden ihrer Familien. Die absolute Anzahl an gefahrenen Kilometern und auswärtigen Übernachtungen ist nicht bekannt, die Genderforschung könnte genau hier mal ansetzen um ihre Existenz zu rechtfertigen, um das Wort „Forschung“ überhaupt mal zu rechtfertigen und den bereinigten Gender pay gap mal zu untersuchen anstatt immer nur zu bejammern. Die Medien könnten ihren Teil dazu beitragen und überhaupt mal die richtigen Fragen stellen.

Man könnte so viel.

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18 Antworten zu Zeit und Pendler: Wenn die Genderaspekte ungemütlich sind

  1. Siggi schreibt:

    „das feministische Sonderschulprojekt Zett“

    Hab ich gerade gut gelacht! Sehr gut auf den Punkt gebracht!

  2. Pingback: Der Orion-Nebel, pendelnde Männer und ein 46:0 - die Links der Woche vom 31.3. bis 6.4. | Männer unter sich

  3. Gerhard schreibt:

    Ich hätte vorher mal googeln sollen. „Pendler Frauen“ als Suchbegriff. Doch, die Genderaspekte sind da. In voller Breitseite. Tenor ist eigentlich immer, daß die Frauen es so viel schwerer haben und die Männer das zum Spaß und für Koks und Nutten machen.

    Super Einstieg hier: „Das Pendeln zur Arbeit ist auch ein Beziehungskiller. Leidtragende ist meist die Frau.“
    http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-07/partnerschaft-pendeln-arbeit-fernbeziehung

    „Soziologe: „Frauen leiden beim Pendeln stärker unter Mehrfachbelastung““
    http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/pendeln-soziologie-100.html

    Genau, in der oben verlinkten Studie sind unter den Teilzeitarbeitnehmern auch Frauen zu 80% vertreten. Bei teilzeit ist es ja auch so, daß man die Teilzeit als Variable zwischen Geld und anderweitigen Verpflichtungen wie Kinder aufteilt. „Mehrfachbelastung“ ist bei Vollzeitarbeitnehmern, die dann auch noch pendeln einfach nicht mehr drin.

    undsoweiterundsofort. Entweder mache ich mal ein Update zum Artikel, oder Ihr besorgt das in den Kommentaren.

    • crumar schreibt:

      Sehr schön zusammengestellt!
      Bitte unbedingt weiter dranbleiben, denn das kann ein sehr schöner Text für eine Serie abgeben!

      Ich schaue mal, wie viel Zeit ich am Wochenende habe und knalle einen kurzen Text zusammen, der die legendäre „Doppelbelastung“ erklärt am Bsp. der USA.

      Gruß crumar

  4. mitm schreibt:

    Das „gender commute time gap“ ist nichts Neues. Nach meinen Berechnungen erklärt es beim subjektiven Nettostundenlohn (also Nettostundenlohn aus Arbeitgebersicht bereinigt um Aufwände, die individuell vom Arbeitnehmer abhängen) ca. 3% des Lohnunterschieds. Das ist mehr als die besser bereinigten GPGs!
    Man kann aber darüber streiten, ob überhaupt Nettostundenlöhne als Basis zum Vergleich von Löhnen akzeptiert werden. MMn durchaus, denn wenn man sich einen Job sucht und Angebote vergleicht, sind subjektive Netto(stunden)löhne entscheidend.

  5. 111111111 schreibt:

    bitte mal im Spam nachsehen …

  6. Jonas schreibt:

    „Zeit Online ist ja schon ein ziemliches Genderkampfblatt. Locker drei radikalfeministische Artikel pro Tag, dazu noch das feministische Sonderschulprojekt Zett und daneben noch mit Frau Kahane und anderen Kämpfer_*Innen gegen Freiheit und Wahrheit unter einer Decke“

    das ist eine einseitige sicht auf die zeit. „locker drei rad-fem artikel pro tag“ ist übertrieben. ze.tt, die bildzeitung für irgendwie-linke studentinnen, ist ein widerwärtiges hetz-feministisches schmierblatt, da geb ich dir recht, aber das ist ja auch nur ein (äußerst peinliches) nebenprojekt der zeit. ansonsten sollte man, wenn man die zeit kritisiert, bedenken, dass in der zeit in relativ breites meinungsspektrum zugelassen wird. auch thomas fischer und harald martenstein kommen dort zu wort. ich bin auch nicht immer einverstanden damit, was die zeit alles verbreitet (und nicht verbreitet), aber ein qualitätsmedium ist das durchaus noch.

    • mitm schreibt:

      „ein qualitätsmedium ist das durchaus noch.“

      In der Geschlechterdebatte definitiv nicht (über andere Themen will ich nichts sagen). Zeit und Zeit Online sind in dem Bereich reine feministische Propagandaschleuder. Ich verfolge das seit Jahren und habe auch schon ein oder zwei Zeit-Artikel selber analysiert, neben unbekannt vielen, die auf genderama, man-tau oder alles-evo „dekonstruiert“ worden sind – immer das gleiche. Da hilft es auch nicht,wenn Martenstein ab und zu ein bißchen ablästert (offiziell gehört er übrigens zum Tagesspiegel, s. http://www.zeit.de/autoren/M/Harald_Martenstein/index.xml, seine Beiträgen sind zwar über Zeit Online aufindbar, aber in der Druckausgabe vermutlich nicht vorhanden). Das gilt erst recht für Fischer.

    • Gerhard schreibt:

      Die heutige Ausgabe der Online-Zeit gibt tatsächlich nicht so viel her. Ich hatte letztens erst einen Artikel gelesen, der detailliert über die Zeit, deren Herausgeber, netz-gegen-nazis und Kahane sowie deren unschönen Querverbindungen und Tweets geschrieben hat. Ich finde ihn leider nicht mehr. Was es Don Alphonso?

      Martenstein ist quasi auf „unserer Seite“, aber in letzter Zeit kommt in der Hinsicht nicht mehr viel. Altersmilde vielleicht, aber ich könnte mir auch einen Maulkorb gut vorstellen. Er macht ja sonst nicht mehr viel, da wäre das recht wirkungsvoll. Das ist natürlich hart an der Verschwörungstheorie. Fischer ist ganz großartig, aber der braucht die Zeit nicht, die braucht ihn.

      Was haben wir denn heute in der Zeit? Ich rufe mal Zeit.de auf und gehe durch die Startseite. Ich folge keinen Links.

      http://ze.tt/diese-rapperin-schafft-mehr-platz-fuer-frauen-und-homos-im-deutschen-hip-hop/

      OK, der ist zwar eindeutig auf zett, aber auch klar Teil der Startseite.

      http://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/13/hotel-mama-elternhaus-wohnort-deutschlandkarte

      Männerfeindlich. Ist einen eigenen Artikel wert.

      http://www.zeit.de/kultur/2017-04/sibylle-ausstellung-rostock-zeitschrift-ddr-10nach8

      „10 nach 8“, ein weiteres kampffeministisches Projekt der Zeit. Hier schreibt ua Antje Schrupp. Der Artikel ist gleichzeitig ein Symptom für die frauenzentristische Einseitigkeit in vielen Artikeln der Zeit. Artikel, die explizit Frauenthemen aus Frauensicht beschreiben. Einiges gehört klar in explizite Frauenzeitschriften, anderes ist halt einseitig in dem Sinne, daß männliche Sichten weder im Artikel noch anderswo behandelt werden. Kinderehen wäre ein Beispiel für sowas. Der genannte Artikel ist jedoch für mich vollkommen ok.

      – heute nichts auffälliges in „Zeit Campus“. Heute.

      – Die Zett-Sektion. Heute ist nur einer von drei teasern beanstandungswürdig, aber wir hatten ja schon einen Zett-Einschub.

      http://ze.tt/mit-diesen-werbespots-zeigen-nivea-und-pepsi-dass-sie-keine-ahnung-von-rassismus-haben

      – Zeit-Wissen/Spektrum

      Auch hier heute nichts auffälliges. Auch wenn die Artikel hier fast immer hohl und seicht sind. Genderartikel findet man hier tatsächlich selten, aber für diese Rubrik immer noch zu oft. Wenn sie drin sind, wirkt es meist besonders perfide im Deckmantel der Wissenschaftsrubrik. Beat the Prof mit gender studies, in dem genderaussagen als Quiz (wahr/falsch) verbraten werden und ähnliches.

      – Zeit Karriere
      Heute nichts auffälliges, ansonsten Wirkungsbereich von Tina Groll. Klickt man rein, so sieht man die ganze Pracht. 4-6 Artikel über Frauen/Pay/Gap/etc finde ich auf Anhieb. Schön auch der Artikel über „Betriebe stellen seltener Hauptschüler ein“ http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/berufsbildungsbericht-betrieb-ausbildung-lehrlinge-sinkt-hauptschule. Obwohl wir hier tatsächlich ein geschlechtsspezifisches Problem haben, tauchen die Wörter jungs/mädchen/frau/mann nicht ein einziges Mal auf. Die Unterseite ist also insgesamt ein prima Beispiel für das, was ich unter „10 nach 8“ genannt habe.

      http://www.zeit.de/2017/12/she-sheds-garten-huette-rueckzugsort-frauen

      She-Sheds. Aha. Ist im neuen Plusbereich. Was mich dort erwarten würde, kann ich abschätzen wenn ich auf den Autor klicke. Nina Pauer. http://www.zeit.de/autoren/P/Nina_Pauer/index

      http://blog.zeit.de/teilchen/2017/04/04/melania-trump-first-lady-portraitfoto-weisses-haus/

      Ach ja. Alles, aber kein Artikel eines „Qualitätsmediums“. Kein Männerhass, kein RadFem, einfach nur weibliche Nabelschau.

      Ok, streng genommen nur drei Artikel und zwei davon sind Zett. Ein extrem guter Tag für die Zeit. Eine solche Untersuchung wäre mal einen eigenen Artikel wert.

      • mitm schreibt:

        „Eine solche Untersuchung wäre mal einen eigenen Artikel wert.“

        Das wäre interessant, aber eine Menge Arbeit. Wenn man flächendeckend nach Artikeln suchen will, ist die frei zugängliche genios-Datenbank sehr praktisch. Dort kann man in fast allen Zeitschriften (auch den Druckausgaben) nach Artikeln suchen. Wenn man nach dem Stichwort „Frauen“ und Zeitraum „letzte 12 Monate“ sucht, dann findet man aus den ZEIT-Produkten folgende Trefferzahlen:

        https://www.genios.de/dosearch/%3A2%3A2%3AZEIT DIE ZEIT: 1.278

        https://www.genios.de/dosearch/ZEIO DIE ZEIT online: 1.337

        https://www.genios.de/dosearch/ZTCS ZEIT Campus: 39

        https://www.genios.de/dosearch/ZSTU ZEIT Studienführer: 9

        https://www.genios.de/dosearch/ZTWI ZEIT Wissen: 47

        https://www.genios.de/dosearch/ZTGS ZEIT Geschichte: 32

        Viele Artikel erscheinen fast identisch mehrfach, z.B. in DIE ZEIT und DIE ZEIT online. ZE.TT ist nicht dabei, weil es das nicht gedruckt gibt.

        In DIE ZEIT erscheinen pro Ausgabe ca. 25 Artikel, die irgendwie „Frauen“ zum Thema haben. Bei ca. 160-180 Artikeln in der Gesamtausgabe ist das ein sehr hoher Anteil, ca. 12 – 15% aller Artikel. In den meisten Fällen ist die Geschlechterdebatte aber nicht Hauptthema, sondern es wird nur zwischendurch mal wieder in 2 – 3 Sätzen über das Leid der Frauen geklagt. Ich bezeichne das immer als die mediale Erhaltungsimpfung, die die feministische Indoktrination aufrecht erhält.

        Umfänglicher auf die Geschlechterdebatte gehen vielleicht 1 – 3 Artikel pro Ausgabe ein. Wenn man z.B. nach „Feminismus“ sucht, findet man aktuell 65 Treffer in den letzten 12 Monaten. Das sind diejenigen, die am ehesten in der Blogosphäre aufgegriffen werden (sofern sie auch auf DIE ZEIT online erscheinen). Man muß sich die aber immer in Einzelfall ansehen. Diese Artikel vertreten jedenfalls fast alle einseitige feministischen Standpunkte, um nicht zu sagen Lügen. Beim GPG betreibt die Zeit eine regelrechte Desinformationskampagne.

        Eine separate Frage ist die mediale Reichweite. Ein interessanter Artikel zu den „Kinderausgaben“: http://meedia.de/2015/11/13/wie-laufen-bento-ze-tt-und-byou-eine-erste-zwischenbilanz/

        Ein paar aktuelle Zahlen: http://meedia.de/2017/03/08/ivw-news-top-50-upday-und-bento-wachsen-gegen-den-trend-stern-und-tz-verlieren-massiv/

        Danach haben bento oder ze.tt ca. 100 mal mehr Reichweite als alle Masku-Blogs zusammen, und zwar selbst dann, wenn man wegen der größeren thematischen Breite deren Reichweite um den Faktor 10 verkleinert. bento hat PRO WOCHE ca. 9 Mio. Visits, ze.tt ca. ein Drittel davon. alles-evo oder genderama haben PRO JAHR jeweils vielleicht 2 – 3 Mio. Seitenabrufe.

        Daher reite ich immer wieder darauf herum, daß die Masku-Blogs bestenfalls der virtuelle Think Tank sind, der Analysen und Einschätzungen liefert, aber keinen relevanten Einfluß auf die politische Simmungslage haben. Den kann man z.Z. nur über die Kommentare in den MS-Medien gewinnen. Deshalb sind Leute wie Focus Turnier und andere dortige Kommentatoren so extrem wichtig.

      • Jonas schreibt:

        „Männerfeindlich. Ist einen eigenen Artikel wert.“

        bitte? der artikel ist sachlich-neutral (ich geh mal ohne prüfung davon aus, dass die zahlen stimmen). er bewertet nichts und die verwendete sprache ist zwar nicht wissenschaftlich (sondern halt journalistisch) aber auch keineswegs beleidigend oder feindlich. gib acht, dass du nicht den selben fehler machst wie die prinzessin-lilifeministinnen, die in allen geschlechts-bezogenen dingen, die ihnen irgendwie nicht passen, frauenfeindliche hatespeech sehen 😉

        bei dem ze.tt-müll wo es um nivea un pepsi und deren voll fiese nazi-werbung geht, gehts ausnahmsweise gar nicht um frauen-gedöns sondern nur um PoC-gedöns. das ist zwar heutzutage dieselbe politische schublade, aber die autorin hat nichtsdestotrotz dankenswerterweise auf eindeutig radikal-feministische seitenhiebe verzichtet.

        den ze.tt-artikel über diese politisch-korrekte rapper-tussi, die glaubt, sie habe die ganze debatte verstanden, weil sie mal in der sendung mit der maus gesehen hat, dass es gleichgeschlechtliche paarung unter tieren gibt, find ich herzallerliebst, aber nicht radikal.

        den artikel über die she-sheds kann ich gott-sei-dank nicht lesen, weil man dafür nen Z+ account braucht. sieht mir aber nach nach langweiligen unterschwelligen die-männer-sind-immer-so-primitiv lifestyle-gesülze für gestresste yuppielinen aus. aber nicht nach radikalismus.

        fazit: kein einziger radikal-feministischer artikel. aber in einem geb ich dir und mitm recht: der unterschwellige feminismus, die ständige einseitige zentrierung auf (angebliche) frauenprobleme und die teilweise grobe wahrheitsverdrehung wenn es um geschlechterpolitische fragen geht, ist in der zeit ein großes problem. daher kommt auch der schlechte eindruck, der dich dazu verleitet hat, der zeit diesen vorwurf zu machen.

      • Gerhard schreibt:

        Jonas, zumindest scheinen wir unterschiedliche Vorstellungen von Radfem zu haben. Für Dich ist es anscheinend Mädchenmannschaft und Störenfriedas.

        Ich mußte mir meine Begrifflichkeit auch überdenken. Für mich ist Radfem der erweiterte Feminismus, Critical Whiteness, SJW, aber auch die höchst einseitige Parteinahme für Frauen mit dem völligen Ausblenden von männlichen Problemen gehört für mich dazu. Deren kleinster gemeinsamer Nenner ist zumeist der Feminismus, und das in einer übersteigerten Art den Gruppenhass auf zB WHM.

        Die Zeit schreit nicht „Schwanz ab“, oder jedenfalls nur selten. aber sie unterstützt dies doch sehr stark. Einseitige Parteinahme, einseitige Information und oft genug blanke Lügen. Qualitätsmedium nenne ich das wirklich nur in Anführungszeichen.

        Zum Artikel „Hotel Mama“ nur kurz. Dieser begriff sowie „Nesthocker“ sind eindeutig negativ konnotiert. „doppelt so viele Männer noch (oder wieder) im elterlichen Haushalt. „. „Außerdem werden wissenschaftlichen Erhebungen zufolge Töchter stärker kontrolliert als Söhne, von ihnen wird etwa mehr Einsatz im Haushalt gefordert. Frauen gewinnen durch einen Auszug also mehr Freiheit als Männer.“

        Man könnte diese negativen Zuschreibungen einfach lassen oder überlegen warum das so ist. Weil Frauen früher erwachsen sind? Weil es einen gender education gap zu lasten von jungen Männern gibt? und die wirtschaftliche Lage auf dem Land (im Osten) trostlos ist? Weil Frauen nach oben heiraten? Weil junge Männer vielleicht bindungsfähiger zu Freunden und Familie sind? Oder wie in den Kommentaren hervorgehoben wird, daß Männer den elterlichen Betrieb übernehmen?

        Wie wäre es damit: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/13/hotel-mama-elternhaus-wohnort-deutschlandkarte?cid=12411962#cid-12411962

        ————————————————-
        Professor Deutlich #5
        In unserer Gegend im boomenden ländlichen Nordwesten Niedersachsens ist – zumindest auf den Dörfern – das „klassische“ Lebensmodell des jungen Mannes in vielen Fällen immer noch wie folgt:

        Schule, Ausbildung, Beruf, berufsbegleitende Weiterbildung (Abendstudium etc.), parallel in weitgehender Eigenleistung (und mit Freundeshilfe) Haus bauen – oft „hinten“ auf dem elterlichen Grundstück, „auf Balz“ gehen, zukünftige Frau kennenlernen und dann heiraten, wenn das Haus fertig ist.

        Zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr ist dieser junge Mann bereits berufstätig, verdient zunehmend gutes Geld. Um das nicht einem Vermieter „in den Rachen schmeißen“ zu müssen, bleibt er so lange bei den Eltern wohnen (aber nicht im „Hotel Mama“, sondern er legt bei „männlichen Arbeiten“ auch dort Hand an – wird gerade in Häusern mit Nebenerwerbslandwirtschaft, Handwerk etc. noch oft erwartet).

        Und mit Anfang 30 hat der – aus großen Städten heraus oft verspottete – „Provinzler“ dann ein gut finanziertes Eigenheim, eine Frau und die ersten Kinder, ist integriert in Dorfgemeinschaft, Feuerwehr und Schützenverein. In der Zeitung liest er dann erstaunt kopfschüttelnd von der „Generation Praktikum“ und anderen derartigen neumodischen Zeiterscheinungen und denkt sich: gut, dass sich das hier bei uns nicht durchsetzt … 😉
        —————————————————-

        Hier bekommt man eher den Eindruck, dass sich Frauen ins gemachte Nest setzen. Ein ziemlich krasser Unterschied zu „Hotel Mama“, „Nesthockern“, „Hier bleibt der Mann ein Bub“ und der größeren Freiheit die Frauen gewinnen können weil sie zuhause viel stärker kontrolliert würden. Wer hat sich eigentlich diesen Rotz aus dem Arsch gezogen? Eine genderistisch geprägte ZEIT-„Qualitätsjournalismus“-Redakteuse.

      • Jonas schreibt:

        @gerhard (zum kommentar vom 9. april, aber auf den kann ich nicht direkt antworten)

        deine radfem-definition leuchtet mir nicht ein, bzw erscheint sie mir diffus und beliebig.

        ich selbst habe auch keine klare vorstellung davon, was ich selbst unter radikal-feministisch, -islamistisch, rechtsradikal etc. verstehe, aber ich kann ja mal einen versuch wagen: zu radikal wird es mir regelmäßig dann, wenn z.B: meinungspluralismus nicht toleriert wird, gegen irgendwen gehetzt wird, anderen menschen ohne vernünftige rechtfertigung ein lebensmodell aufgezwungen werden soll oder menschen bewusst und gezielt durch fehlinformation manipuliert werden um sie gefügig zu machen. all dies wird im zeitgenössischen feminismus regelmäßig gemacht, auch die ZEIT macht sich hin und wieder schuldig. aber meistens bleibt sie unterschwellig, gemäßigt, neutral oder sogar kritisch. (abgesehen von ze.tt natürlich)

        das ist zwar streng genommen nicht alles „radikal“ sondern eher „extremistisch“ aber seis drum.

        jetz zu den „nesthockern“ im „hotel mama“. ich finde es auch unangemessen, diese abschätzigen wörter pauschal auf junge leute anzuwenden, die noch bis 30 im haus der eltern wohnen. wenns ihnen dort gefällt und die eltern kein problem damit haben ist doch alles ok. aber radikal oder feindlich etc ist diese wortwahl noch lange nicht, höchstens etwas ignorant. außerdem, und das ist noch wichtiger, bezieht sich diese wortwahl keineswegs nur auf männer, sondern auf beide geschlechter.
        im artikel wird angesprochen, dass vor allem männer erst spät ausziehen. na und? wenns halt so ist? außerdem wird behauptet, dass das damit zusammenhängt, dass frauen den auszug eher als befreiung empfinden, weil sie im elterlichen haushalt mehr kontrolliert werden, wie irgendwelche „wissenschaftlichen Erhebungen“ rausgefunden haben. da mag was dran sein (oder auch nicht), jedenfalls ist es sicher einseitig, dies als alleinige erklärung stehen zu lassen. da geb ich dir recht. aber männerfeindlich ist das schlicht und ergreifend trotzdem nicht.
        der kommentar von Professor Deutlich hat mit der hier diskutierten problematik nichts zu tun und die bezeichnung „genderistisch geprägte ‚qualitäts-journalismus‘-redakteuse die sich den rotz aus dem arsch gezogen hat“ ist nun wirklich übertrieben.

      • Gerhard schreibt:

        @mitm: „Eine separate Frage ist die mediale Reichweite. Ein interessanter Artikel zu den „Kinderausgaben“: http://meedia.de/2015/11/13/wie-laufen-bento-ze-tt-und-byou-eine-erste-zwischenbilanz/

        Spannend finde ich hier die Diskrepanz zwischen der Wertung von meedia über bento („seriös“) und den Kommentaren über bento („Bento ist ist so einseitig, tendenziös und offensichtlich meinungsmachend/indoktrinierend/manipulativ wie sonst kaum ein Ableger eines Mediums, oder ein Medium überhaupt.“)

  7. Anstaltszauber schreibt:

    Ist doch völlig klar, warum DIE ZEIT in ihre Artikel soviele Bezüge auf Frauen einbaut: Wer hat denn sonst die Zeit, DIE ZEIT zu lesen? Die Männer, die die unbezahlten Überstunden und die langen Pendelwege in Kauf nehmen, jedenfalls wohl kaum. Und diese Männer informieren sich auch noch eher im Internet, als ganz traditionell eine dicke Wochenzeitung zu lesen.
    Das ist doch das derzeitige Problem der Presse: Die Verkaufszahlen gehen teilweise dramatisch zurück und deshalb suchen die Verleger halt neue (mögliche) Käuferschichten. Und richten ihre Produkte darauf aus…

    • Gerhard schreibt:

      Fragt sich was zuerst da war. Der Rückgang oder die Suche nach neuen Käuferschichten. Ich jedenfalls gebe kein Geld aus für den Trotteljournalismus, der sich selbst Qualitätsjournalismus nennt.

  8. Pingback: Jammerfrau: Ich will mit den Großen spielen, halte aber die Reaktion nicht aus – Scheidende Geister

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