Kurznachrichten vom 30.03.2017

Nach langer Zeit mal wieder… Hier sind auch ein paar Links dabei, die nicht so frisch sind, die ich aber weder bei Genderama noch sonstwo entdecken konnte.

1: Brandneu dagegen: Der Schweizer Männerforscher Prof. Walter Hollstein darf bei der FAZ unter dem Titel „Männer haben keine Zukunft“ seine Position zur Jungen- und Männerkrise darlegen. Er zeigt auf, dass das Desavouieren von Männlichkeit inzwischen zu ernsthaften Problemen in der Gesellschaft geführt hat. Wenn man Männer fürs Funktionieren auch noch nieder macht anstatt sie zu belohnen, braucht man sich nicht zu wundern, wenn diese keine Lust mehr haben zu funktionieren.

2: Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Auftrag des Deutschen Hochschulverbandes eine Umfrage über die Arbeitssituation und -zufriedenheit der Hochschullehrer durchgeführt. Dabei ist unter anderem folgendes heraus gekommen:

Massiv verschoben hat sich auch die Einschätzung der Frage, ob Frauen oder Männer bessere Chancen an der Universität haben. Auf die Frage „Haben Ihrem Eindruck nach weibliche Nachwuchswissenschaftlerinnen geringere oder größere Chancen, eine Anstellung an der Hochschule zu bekommen, als gleich begabte männliche Kollegen?“ antworteten 1976 37 Prozent der Professoren, Frauen hätten geringere Chancen. Lediglich ein Prozent hielten sie für bevorzugt, die übrigen sagten, sie hätten gleiche Chancen oder äußerten sich unentschieden. Dieses Bild hat sich heute umgekehrt: 2016 antworteten noch 10 Prozent der Professoren, Frauen hätten geringere Chancen, während 44 Prozent ihnen bessere Chancen zuschrieben. Bei dieser Frage gibt es naheliegenderweise große Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Befragten, doch auch die Frauen sagten mit einer knappen relativen Mehrheit von 48 zu 44 Prozent, Frauen hätten mindestens die gleichen Chancen auf eine Anstellung an der Universität wie Männer. […] Aus einer Frauendiskriminierung ist nach dem Eindruck einer Mehrheit der Hochschullehrer eine Männerdiskriminierung geworden.

3: Alicia Keys macht im Netz mit folgendem Foto Furore:

Die Berliner Zeitung berichtet von Protesten dagegen.

4: Linda Sarsour, Mitorganistatorin des „Women’s March“ und offene Befürworterin der Scharia, meint, als Feministin könne man nicht gleichzeitig Zionistin sein.

Tja, wenn man als Bewegung schon gemeinsame Sache mit Islamisten macht, braucht man sich nicht zu wundern, dass man sich damit auch den Antisemitismus mit ins Boot holt.

5: Die Grünen schaufeln sich fröhlich weiter ihr eigenes Grab: Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz verteidigt die Kinderehe, vulgo die von im Ausland geschlossenen Ehen von Zuwanderern.

6: Frauenministerin Manuela Schwesig versorgt mehr und mehr ihr eigenes Klientel mit Jobs. Stevie Schmiedel von PinkStinks soll jetzt in ihrem Auftrag den Deutschen Werberat kontrollieren, ob der auch genug Rügen gegen „sexistische“ Werbung ausspricht.

7: Anlässlich des Luther-Jahres wollte eine Düsseldorfer Jugendkirche mit einer frechen Kampagne für das Reformationsjubiläum mit Luther-Sprüchen auf Kondomen werben. Da war z.B. das Luther-Zitat „Hier stehe ich und kann nicht anders“ bzw. auch „Es wird genagelt bis der Papst kommt“ oder „Für Huren und Heilige“ auf der Packung aufgedruckt. Eigentlich recht witzig, wie ich finde. Die rheinische Landeskirche sah das aber ganz anders und stoppte die Aktion. Denn angeblich fühlten sich dadurch „Opfer sexueller Gewalt“ diskriminiert und die Kondome verbreiteten ein „sexistisches Menschenbild“. Hier das merkwürdige Rechtfertigungsvideo der Kirche:

„Mädchen und Frauen“ hätten sich gegen die Aktion gewehrt. Welche, sagt er nicht. Wie man von „Hier stehe ich und kann nicht anders“ auf sexuelle Gewalt kommen kann, ist mir ein ziemliches Rätsel. Wobei, für einen bestimmten Schlag Feministinnen ist Sex ja eh dasselbe wie Gewalt.

Logik ist inzwischen in gesellschaftlichen Debatten irrelevant geworden. Es muss sich nur irgendwer betroffen fühlen, schon ziehen alle den Schwanz ein. Sagte ich eben „irgendwer“? Das stimmt ja nun nicht ganz, man muss schon zu einer offiziell anerkannt marginalisierten Gruppe gehören, dann geht was. Gehört man aber zu den offiziell privilegierten, hat man die Arschkarte gezogen. Da kann man so betroffen sein, wie man will, es hört eh keiner zu.

8: Bleiben wir kurz bei der Kirche: Der Salzburger Bischof und Moraltheologe Andreas Laun hat heftig gegen die Gender-Ideologie gewettert, allerdings in einer Wortwahl, bei der ich mich scheue zu sagen, dass ich prinzipiell in der Sache auf seiner Seite stehe, aber aus ganz anderen Gründen als der Bischof. Besonders an folgender Textpassage stört sich dann auch queer.de:

Besonders gefällt dem Teufel bei dieser Lüge, dass es irgendwie gestörte Männer und Frauen gibt, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren und damit seine Lüge zu bestätigen scheinen.

Ich habe nun mit Gott und Teufel wenig am Hut, und Homosexuelle als gestörte Menschen zu bezeichnen halte ich für ziemlich abenteuerlich und auch beleidigend. Besonders aberwitzig wird es, wenn ausgerechnet er als katholischer Geistlicher behauptet:

Die Gleichberechtigung ist längst ein anerkanntes Prinzip, gerade auch für Christen.

Irgendwie muss ich den päpstlichen Beschluss verpasst haben, dass Frauen jetzt auch in der katholischen Kirche Priesterinnen werden dürfen. Kann mir da mal wer ein Update geben? Aber andererseits: Jeder Verein hat seine eigenen Regeln, und niemand ist verpflichtet, weiter in einem Verein zu bleiben, dessen Regeln ihm (oder speziell: ihr) nicht passen. (Die speziellen Regeln beim Austritt aus dem Islam lasse ich jetzt mal unberücksichtigt…)

9: Die Autohersteller Holden und Kia sowie die australische Elektronikmarkt-Kette JB Hi-Fi setzen Google unter Druck und haben ihre Werbung bei YouTube eingestellt, solange YouTube-Besitzer Google nicht sicherstellen kann, dass keine Werbung von ihnen vor anti-feministischen Videos gezeigt wird. Das wiederspreche ihrer firmeninternen Diversity-Politik. (Der Artikel ist leider nur lesbar, wenn man sich kostenlos als User anmeldet). Die Vergehen waren:

The series of videos by one YouTube user centred around a men’s rights movement known as MGTOW (Men Going Their Own Way) – a group of straight men who will not date women and believe feminism has ruined society.

One included an edited segment from Ten Network’s Studio 10 that showed an interview with controversial author Peter Lloyd, who wrote the book Stand by Your Manhood. The video insults the Ten hosts, including calling former Australian of the Year Ita Buttrose a „hag“.

Another video is titled „‚Feminism A Mental Disease MGTOW“.

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