OECD: Trotz Fortschritte Hausfrauen immer noch nicht ausgerottet, Schwesig sieht Handlungsbedarf

Man sollte es kaum glauben, aber auch in Deutschland des Jahres 2017 gibt es noch ca. 30% Frauen, die während ihrer Mutterschaft (mit Kind zwischen 0-14 Jahren) keiner regulären Lohnarbeit nachgehen, sondern reine Hausfrau werden. Weitere 40% gehen für das Wohl ihrer Familie in Teilzeit. Das hat eine die OECD-Studie herausgefunden, die die familiäre Arbeitsteilung untersucht. Die feministischen Streber aus Skandinavien stehen natürlich mal wieder besser da – na gut – das sind ja auch rassereinere Germanen als wir. Doch schwer zu ertragen für jede anständige Deutsche mit Kaiser-Wilhelm-Damenbart: Das Land der Dichter und Dichterinnen und Denker und Denkerinnen steht beim OECD-Ländervergleich noch rückständiger da als so Länder wie (einmal Nase rümpfen bitte) Italien und Irland, Polen und Portugal. Deutschland ist bei der Arbeitstätigkeit von Müttern nämlich nur knapp über dem OECD-Durchschnitt und beim durchschnittlichen Beitrag von Frauen zum Einkommen eines Haushaltes stehen wir sogar nur im unteren Drittel der OECD-Länder. Peinlich! Fast noch islamische Verhältnisse hier! Gemäß SPIEGEL und ZEIT lobt die Studie zwar unser Land für die Fortschritte, die wir schon gemacht haben. Aber was wäre so ein Fortschrittlichkeits-Lob ohne ein „Aber-es-bleibt-noch-viel-zu-tun“?

hausfrau

Rückständig, patriarchal unterdrückt, wirtschaftsschädlich: So ist die Hausfrau von der es, laut OECD, in Deutschland immer noch einige tausend Individuen geben soll. Ihre Rassenmerkmale, nach denen Ausschau zu halten ist: Schürze, Kinder an der Seite, Haushaltsgeräte oder Lebensmittel in der Hand. Wie auf dem Schaubild gut zu erkennen, neigt die Hausfrau dazu, ihr schändliches Verhalten gezielt ihren Töchtern vorzuleben, um sich so zu reproduzieren. Das zu erkennende Lächeln wird ihr vom Patriarchat aufgezwungen. Es darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Wesen totunglücklich sind, weil es ihnen verwehrt wird, zum BIP beizutragen.

Denn zufrieden sind die Autoren der OECD-Studie natürlich noch lange nicht, weil es immer noch Reste der klassischen Rollenverteilung gibt und Frauen und Männer privat und wirtschaftlich noch nicht gleichgestellt sind und mahnt daher weitere Schritte zur Abschaffung der Hausfrau an. Karrierefrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) fühlt sich davon sofort angesprochen. Auf so einen Wink mit dem Zaunpfahl hat sie nur gewartet. Laut Spiegel (der oben verlinkte Spiegelartikel ist bemerkenswert, weil er einen für den Spiegel ungewohnten autoritär-feministischen Unterton pflegt) möchte sie jetzt mehr Väter zur Inanspruchnahme der Elternzeit motivieren und zudem „weitere Förderinstrumente“ entwickeln. Spiegel: „Sie will es künftig Eltern kleiner Kinder ermöglichen, dass beide zwischen 28 und 36 Stunden arbeiten können“ und eine solche vorbildliche national-kapitalistische Arbeitsethik, die den Kindern bestimmt supergut tun wird, mit 300€ Steuergeld prämieren. Die Familie ohne geschlechtliche Arbeitsteilung ist Staatsraison, ob das nun den Lebensweisen und Vorstellungen der Mehrheitsbevölkerung entspricht oder nicht, ist egal. Die Regierung befindet sich schließlich im Kulturkampf und im internationalen Wettbewerb ums dickste BIP und das progressivste Image.

Frau Schwesig, führen Sie Ihre Familie, wie Sie es für richtig halten. Wenn Sie solche Angst vor der Tradition haben, dann sperren Sie sich, Ihren Ehemann und Ihre Kinder meinetwegen in ein Umerziehungslager in dem Geschlechterrollen abtrainiert werden. Aber lassen Sie bitte die Mütter, Väter und insbesondere die Hausfrauen dieses Landes in Ruhe und lernen Sie endlich, deren Leistung für die Gesellschaft anzuerkennen, anstatt ihnen zu erzählen wie rückständig, unterdrückt und verzichtbar sie sind. Wenn Sie das nicht schaffen, haben Sie im Familienministerium nichts verloren.

Autor: Jonas

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Über Jonas

Student der Geistes- und Sozialwissenschaften mit Fokus Nahost
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5 Antworten zu OECD: Trotz Fortschritte Hausfrauen immer noch nicht ausgerottet, Schwesig sieht Handlungsbedarf

  1. uepsilonniks schreibt:

    Anstatt also, dass man die Männer aus dem Zwang der lebenslangen Maloche entlässt, treibt man die Frauen unter dasselbe Joch.

  2. uepsi schreibt:

    @Admin: Guck mal bitte, ob ein Kommentar von mir im SPAM-Ordner hängengeblieben ist, Danke!

  3. gripseljagd schreibt:

    Das OECD Ziel ist also das, Dass Frauen genau so blöd werden sollen wie Männer…Ist es nicht einer Frau zuzumuten, sich den Partner auszusuchen, der genau ihrem Rollenverständnis entspricht? Es gibt doch bei uns keine Zwangsheirat, warum sollte also eine Frau, sich einen Kerl schnappen der sie gegen ihren Willen an den Herd kettet? Sind Frauen wirklich so Hormongesteuert, dass sie es erst merken wenn die Kette zu ist? Steht es der OECD zu, zu bewerten, wie ein Paar sein Leben gestaltet? Es ist doch ein freies Land und keine Frau kann gezwungen werden.

    • Jonas schreibt:

      ja genau diese geisteshaltung ist der pseudo-liberalismus. man tut so als würde man frauen befreien indem man die frau von oben „emanzipiert“ und die hausfrauenehe verpönt, aber in wahrheit ist das nichts weiter als eine neue form der bevormundung.

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