Fundstück: Gleichmaß dokumentiert Gleichgültigkeit

Gleichmaß e.V. läßt nicht locker: Als Reaktion auf die fehlende öffentliche Unterstützung für die Gewaltschutzwohnung in Gera hatte laut Verein die dafür Verantwortliche, Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke), in der Thüringer Landeszeitung behauptet,

es sei „zu keiner Zeit“ der Fall gewesen, dass man unserer Initiative eine Förderung in Aussicht gestellt habe sowie, unser Verein habe nie einen „konkreten und prüffähigen Finanzierungsantrag“ gestellt.

Das klingt nach formalen Ausflüchten. So als ob man bei Menschen in konkreter Notlage abwarten müsste, dass andere alles bis ins kleinste Detail geplant korrekt einreichen. Es gibt in Thüringen jedoch keine existierende oder geplante Alternative zu der privat finanzierten Gewaltschutzwohnung. Insofern war das Angebot von Gleichmaß sowieso das beste von allen – weil das einzige.

Wie bitte? Woher sollten die Politiker auch wissen, dass es von Gewalt betroffene Männer gibt? Das ist die noch häufigere Ausrede: „Wir haben ja nichts gewusst!“ Ein billiger Trick: Das müsse man erst untersuchen, man habe keine Zahlen… aber wenn andere seit Jahren Zahlen sammeln, hält man sich die Ohren zu.

Entsprechend reagiert Gleichmaß e.V. und stellt die Situation ganz anders dar: Man habe alle politisch relevanten Entscheidungsträger rechtzeitig informiert.

So oft werden die Blogartikel von Gleichmaß nicht kommentiert. Diesmal schrieb jedoch Horst Schmeil:

Es ist offensichtlich, dass die derzeitigen Parteien, die in Regierungsämtern sind, kein Interesse an einer Gleichberechtigung von Männern und Frauen haben. Es ist mir unverständlich, dass Nachweise von Gruppen gefordert werden zu Zahlen, die längst von den jeweiligen politisch und verwaltungsmäßig verantwortlichen Stellen bekannt sind, wobeil diese Stellen ständig mit Zahlen von betroffenen weiblichen „0pfern“ Politik machen und dazu noch ungeprüfte „Dunkelziffern“ als real bezeichnen. Wenn allein die Wegweisungen durch die Polizei als Grundlage benutzt werden, Frauenförderung zu betreiben, gehören ebenso viele Männer in den Schutzkreis der staatlichen Ordnung. Anders ausgedrückt: Für jede Frau, die Schutz durch eine Wegweisung erhält, hat ein Platz in einem Schutzhaus für Männer vorhanden zu sein. Diese Zahlen der Wegweisung liegen vor.

Hier kann man nahtlos mit dem von Leszek vertretenen Konzept des integralen Antisexismus anschließen:

eine geschlechtsübergreifende Perspektive auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, die versucht die Probleme aller Geschlechter (Frauen, Männer, Intersexuelle, Trans-Personen) in wissenschaftlicher, theoretischer und politischer Hinsicht zu berücksichtigen

Genau das wäre der eigentliche Maßstab, an dem Politiker gemessen werden müssen, die für Gleichberechtigung einzutreten behaupten.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? „Thüringen ist eines von den schwierigen Bundesländern“… leider!

Rainald Grebe: Thüringen

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1 Kommentar zu „Fundstück: Gleichmaß dokumentiert Gleichgültigkeit“

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